Fortschritte bei der Betreuung von Flüchtlingen in Alfeld Unter der

Fortschritte bei der Betreuung von Flüchtlingen in Alfeld
Unter der Leitung von Superintendentin Katharina Henking fand am 4. November ein weiteres Treffen
offizieller und ehrenamtlicher Unterstützer für Flüchtlinge statt.
Zunächst stellte der neue Flüchtlingskoordinator der Stadt Alfeld Matthias Quintel sich und sein
umfangreiches Aufgabenfeld wie zum Beispiel die Wohnraumbeschaffung vor.
Dr. Hans-Georg Hofmeister, Integrationshelfer beim Landkreis Hildesheim, betonte, dass es nach wie
vor Probleme bei der Koordination und Kommunikation bezüglich der Registrierung der Flüchtlinge
zwischen Landkreis und Kommunen gäbe, an deren Behebung man arbeite. Erschwerend kommt
hinzu, dass in Alfeld gemeldete Flüchtlinge gelegentlich in andere Orte abwandern.
Zu Gast war auch Herr Braukmann , derzeit beim Jobcenter zuständig für Asylberechtigte und ALG IIBezieher, die eine Arbeit aufnehmen dürfen. Für diesen Bereich sei eine Zentralisierung in Hildesheim
geplant, was aus dem Unterstützerkreis wegen der aufwendigen Fahrerei kritisch kommentiert
wurde.
„Basiskenntnisse der deutschen Sprache sind unverzichtbarer Ausgangspunkt für alle folgenden
Schritte auf dem Weg der gesellschaftlichen und beruflichen Integration.“ heißt es bei der Stiftung
Bildung und Handwerk, kurz SBH, deren Lehrgangsleiterin in Alfeld, Frau Tina Kobelt, einen Überblick
über die von der SBH geplanten Deutschkurse für Flüchtlinge gab. Diese Kurse werden bundesweit
und auch am Standort der Stiftung in Limmer demnächst beginnen. Sie richten sich speziell an
Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive aus Eritrea, Syrien, dem Irak und Iran.
An der BBS ist zudem eine sogenannte SPRINT-Klasse im Rahmen des neuen Sprach- und
Integrationsprojekts an berufsbildenden Schulen der Niedersächsischen Landesregierung geplant. Sie
baut die Fördermöglichkeiten jugendlicher Flüchtlinge deutlich aus und ist sowohl für schulpflichtige
als auch für nicht schulpflichtige Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren möglichst mit
Grundkenntnissen in Englisch gedacht. „Mit SPRINT bauen wir eine Brücke zwischen auslaufender
Schulpflicht und dem Übergang in die Berufs- und Arbeitswelt. Damit eröffnen wir jugendlichen
Flüchtlingen Teilhabechancen und fördern eine erfolgreiche Integration", so Kultusministerin Frauke
Heiligenstadt in einer offiziellen Mitteilung.
Die allgemeinbildenden Schulen in Alfeld haben ebenfalls ein erste gemischte Deutschlernklasse
eingerichtet.
Weiterhin ist der von Ehrenamtlichen erteilte Deutschunterricht im Diakonischen Bildungszentrum
eine wichtige Anlaufstelle für Flüchtlinge, die noch keine offiziellen Deutschkurse besuchen können.
Die mittlerweile ca. 80 registrierten Teilnehmer werden von den knapp 20 ehrenamtlichen
Lehrkräften in Gruppen unterrichtet. Dabei reicht das Spektrum von Analphabeten über Teilnehmer,
die schon Englisch und damit die lateinische Schrift gelernt haben bis hin zu leicht Fortgeschrittenen,
die sich schon recht gut in der deutschen Sprache verständigen können. Auch wenn nicht immer alle
da sind, nehmen die Teilnehmer doch im Prinzip regelmäßig und mit großem Interesse an diesem
wichtigen Erstunterricht teil.
„Gemeinsames Kochen und Essen verbindet und ermöglicht auch die Vermittlung deutscher
Umgangsformen bei Tisch.“ betonte Frau Brunhilde Heinrich, die über einen ersten Kochkurs für
Flüchtlinge berichtete. Nachdem dort Frau Heinrich und Frau Ferrari bei mehreren Treffen Einblick in
die deutsche Küche gegeben hatten, luden die Teilnehmer sie abschließend zu einem Essen mit
Gerichten aus ihrer Heimat ein.
In dem von Frau Heinrich geleiteten Mehrgenerationenhaus können sich Asylbewerber zudem an
jedem Mittwochnachmittag treffen und Hilfe holen. Sie finden dort immer ein offenes Ohr und
Möglichkeiten zum Gespräch.
Horst Urbanke, Koordinator für den „Unterstützerkreis für Flüchtlinge“ in Alfeld, regte noch einmal
die Einrichtung von Patenschaften, zum Beispiel von 2 Unterstützern pro Wohngemeinschaft oder
Familie an, die eine Betreuung in Alltagsangelegenheiten und auch bei Behördengängen oder der
Gesundheitsfürsorge übernehmen könnten.
Die Internet-Plattform www.asylhilfe-alfeld.de ist mittlerweile aktiv und informiert über
Grundsätzliches und weitere Angebote/Bedarfe bezüglich der Betreuung von Flüchtlingen im Raum
Alfeld.