Leichtathletikinformationen

Heft 3/2015
www.fdlsport.de
Leichtathletik
INFORMationen
Freunde der Leichtathletik und Vereinigung Ehemaliger Leichtathleten
Nürnberg: DM und MV + Jugendmeisterschaften in Jena + U 18-WM in Cali + Long vs. Owens: Fakten vs. Interpretationen
Willkommen als neue Mitglieder!
Wilma u. Paul van Gool (Oosterbeek/
Niederlande), Hans-Jürgen Kühl
(Wolfsburg), Lothar Ludwig Schaub
(Bad Grönenbach), Gerhard Barke (Hattorf ),
Gabriele Girlich (München), Sabine Koenen
(Mönchengladbach), Jürgen Straub
(Werder), Rolf Hunds (Wermelskirchen),
Thomas Biedermann (Köln), Angela u.
Wolfgang Schirner (Tostedt), Jürgen
Lichtenberg (Odenthal), Friedhelm Wende
(Kassel), Michael Fuder, Evelin SchusterStahl (beide Edingen-Neckarshausen),
Aljoscha Thelen (Bedburg), Hansjörg
Henkel (St. Andreasberg), Horst Pullmann
(Bischofsheim), Corinne Kohlmann
(Karlstadt), Siegfried Wagner (Chemnitz),
Andreas Stockhausen (Bocholt)
Für Spenden danken wir herzlich!
Karl Bruser, Thomas Kuntke, Klaus Habelt
sowie der Fangruppe des VfL Wolfsburg
und 2 weiteren Spendern, die nicht
genannt werden möchten
Impressum
Herausgeber:
Förderverein „Freunde der Leichtathletik“ e.V.
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Am Steinlein 2b, 97753 Karlstadt
Tel.: 09353-99886, Fax -99888
E-mail: [email protected]
Internet: www.fdlsport.de
stets aktuell: die FREUNDE auf facebook
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Titelseite:
Schon wieder Alina Reh! Stets der Konkurrenz
haushoch überlegen – zumindest auf unserem Kontinent. Die „Jugendathletin des Jahres 2014“ vom TSV Erbach wurde nicht nur
mit famosen Läufen in Nürnberg und Jena
Deutsche Meisterin, sondern hatte zuvor bereits bei der U 20-EM in Eskilstuna (Schweden)
zwei Goldmedaillen gewonnen.
Ihre Ehrenrunde mit der entthronten, aber
wie immer fröhlichen Sabrina Mockenhaupt
(LG Sieg) und Laura Hottenrott (Eintracht Baunatal) gehörte zu den emotionalen Höhepunkten der deutschen Meisterschaften 2015.
Titelfoto:
Peter Busse
Leichtathletik INFORMationen
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Hans Schulz als Vorsitzender
wiedergewählt
Das war ein großer Vertrauensbeweis. Auf der Mitglieder-Versammlung der
FREUNDE anlässlich der DM in Nürnberg wurde Hans Schulz bei lediglich einer
Enthaltung als Vorsitzender wieder gewählt. Der frühere Gesamtschuldirektor, der
bereits seit 1993 die Geschicke der gemeinnützigen Initiative leitet, ließ allerdings
nach der Wiederwahl bereits jetzt durchblicken, dass dies seine letzte Legislaturperiode sei. „Trotzdem werde ich noch meine ganze Kraft bis 2017 in mein Amt investieren,“ versicherte der 69-jährige Hertener. Mehr zur Besetzung der weiteren
Vorstandsposten auf nebenstehender Seite.
Ausgeschieden aus dem FREUNDE-Vorstand sind Rüdiger Nickel und Dr. Josef
Hesse. Rüdiger Nickel wollte mit seiner Nicht-Kandidatur, wie er es bereits vor zwei
Jahren angekündigt hatte, eine Verjüngungskur in der FREUNDE-Crew einleiten.
„Ich werde die Zeit, in der ich bei den FREUNDEN mitarbeitete, sicherlich als eine
meiner wertvollsten Zeiten in der Leichtathletik in Erinnerung behalten,“ erklärte
das langjährige Präsidiumsmitglied des DLV bei seiner Verabschiedung.
Mit insgesamt 40.000 Euro wird im laufenden Jahr allein die Nachwuchsarbeit
des DLV gefördert. „Wenn es die Freunde der Leichtathletik nicht geben würde,
müsste man sie erfinden. Das Jugendlager und das Fairplay-Camp würde es ohne
die FREUNDE-Unterstützung nicht geben. Beide Maßnahmen tragen genauso zur
Team-Bildung bei, wie der Anschlusstag bei den U18-WM im kolumbianischen
Cali,“ lobte die Bundesausschuss-Vorsitzende Jugend Esther Fittko, das große Engagement der FdL.
Eine nette Geste war, dass die Teilnehmer des DLV-Jugendlagers unter der Leitung
von Uta Götze mit DLV-Maskottchen „Jule“ die Mitgliederversammlung „stürmten“ und sich bei den FREUNDEN persönlich bedankten. Ebenfalls persönlich erschienen waren Ex-Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek und Masalla Felski, die
sich für die Unterstützung beim Mehrfachsprung-Cup bedankten. „Dieser Cup ist
ein hervorragendes Mittel, um junge Leute für den Dreisprung zu begeistern. Das
Mehrfachspringen sollte zu den allgemeinen Trainingsmitteln gehören. Zudem
benötigen wir für eine Disziplin wie den Dreisprung viele fachkundige Trainer“,
erläuterte Charles Friedek. Sein Trainer-Kollege Massala Felski fügte hinzu: „Viele
Athleten bestreiten oft unvorbereitet einen Dreisprung-Wettkampf. Das sieht
nicht gut aus. Mit den Mehrfachsprüngen sollten wir bereits im Alter von sechs bis
zehn Jahren beginnen, denn das ist das Lernalter für den Dreisprung.“
Der Bekanntheitsgrad der FREUNDE ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Mit dazu beigetragen hat der „Freunde-Info-Stand“, den die frühere DLV-Jugendwartin Hanne Ziemek zusammen mit Christiane Offel und Thomas Kuntke bei
deutschen Meisterschaften mit großem Engagement und Zeitaufwand betreut.
Öffentlichkeitswirksam ist auch der Auftritt der FREUNDE in den neuen Medien.
Manchmal zählt man bis zu 30.000 Aufrufe pro Tag.
Bei den Meisterschaften im In-und Ausland bilden die Freunde der Leichtathletik
immer einen fachkundigen Fan-Block. DLV-Ehren-Präsident Theo Rous bezeichnete sie daher als die großen Experten der Leichtathletik. Bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg waren sie mit über 200 Personen vertreten.
Peter Middel
Der Vorstand der Freunde der Leichtathletik …
ist in den kommenden zwei Jahren an der Spitze weiter mit den „Urgesteinen“ Hans G. Schulz, Hanne Ziemek und Sepp Anthofer
(Vorsitzender, Stellvertretende Vorsitzende und Schatzmeister) besetzt; alle drei erklärten allerdings, dass dies ihre letzte Amtsperiode sei. Hartmut Weber (bisher Beisitzer) wurde zum weiteren Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Als Beisitzer bestätigt wurden Peter Busse und Roland Frey, die bislang kooptierten Vorstandsmitglieder Peter Middel und Markus Schnorrenberg
sowie Uli Frost sind die drei weiteren Beisitzer im Vorstand. Kooptiert bleibt Jörg Lawrenz (Vors. der VEL), das frühere Vorstandsmitglied Siegmund Lipiak ist für Internationale Kontakte zuständig und neu kooptiert in den Vorstand wurden Uta Götze (Jugendlager), Christiane Offel (verantwortlich für den Infostand) und Danny Schott (Neue Medien).
Die konkrete Aufgabenverteilung im neuen Vorstand, so die Betreuung der in den kommenden Jahren geförderten Nachwuchsprojekte, wird in der Herbstsitzung Ende November in der Sportschule Kaiserau erfolgen.
Vorsitzender
Stellvertretende Vorsitzende
Hans G. Schulz
Nesselrodestr. 58
45699 Herten
Tel. 02366/937748
Fax 02366/937745
[email protected]
Hartmut Weber
Edisonstr. 1
59174 Kamen
Tel. 02307/280553 p.
Tel. 0231/91191-40 d.
[email protected]
Schatzmeister
Beisitzer
Sepp Anthofer
Am Gerichtshaus 4
45257 Essen
Tel. 0201/ 8486861
[email protected]
Peter Busse
Dr. Gemmert-Str. 24
40882 Ratingen
Tel. 02102/83985
[email protected]
Roland Frey
Dahlienweg 4
76669 Bad Schönborn
Tel. / Fax 07253/32145
[email protected]
Uli Frost
Kreuzkamp 1 B
38518 Gifhorn
Tel. 05371-7503660
[email protected]
Markus Schnorrenberg
Packeniusstr. 67a
41849 Wassenberg
Tel. 0172/5449710
[email protected]
Peter Middel
Bunzlaustr. 80
44263 Dortmund
Tel. 0231/416237
[email protected]
Kooptiert (Neue Medien)
Kooptiert (Infostand)
Kooptiert (Jugendlager)
Danny Schott
Friedrich-Ebert-Str. 43
59227 Ahlen
Tel. 0176 81535059
[email protected]
Christiane Offel
Karlsweg 1
33335 Gütersloh
Tel. 05241/14781p
[email protected]
Uta Götze
24306 Plön
Tel. 04522 43 19p
Kooptiert (Internationales)
Kooptiert (Vors. der VEL)
Vertreter des DLV
Siegmund Lipiak
Im Siepen 19
47055 Duisburg
Tel. 0203/772933
[email protected]
Jörg Lawrenz
Steenkoppel 17
24598 Boostedt
Tel. 04393/972673
[email protected]
Jörg Peter
Nachwuchs-Bundestrainer
[email protected]
Hanne Ziemek
Gabelsberger Str. 59
44789 Bochum
Tel. 0234/311230
Fax 0234/300607
Esther Fittko
Vorsitzende BA Jugend
[email protected]
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Leichtathletik INFORMationen
Im FREUNDE-Vorstand arbeiten jetzt auch mit:
Uta Götze hat als Kind im TSV Plön mit der Leichtathletik begonnen und ist seit ihrer Jugend dort auch als Leichtathletiktrainerin für den Nachwuchs tätig. Inzwischen ist Uta über 20 Jahre im
schleswig-holsteinischen Leichtathletikverband Schülerwartin
und organisiert u. a. für den Verband jährlich zwei große Trainingsfreizeiten.
Hans-Ulrich Frost wurde 1949 in Spremberg geboren und ist Mitglied der reisefreudigen Leichtathletik-Fangruppe des VfL Wolfsburg. Er ist verwitwet, hat 2 Kinder und 5 Enkel. Seine Begeisterung
zur Leichtathletik wurde bereits 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom durch die herausragenden Leistungen von Armin Harry,
Martin Lauer und Karl Kaufmann geweckt.
Seit knapp 20 Jahren ist sie bei den Schüler- bzw. seit 2004 als Betreuerin der von den FREUNDEN ganz wesentlich finanzierten Jugendlagern dabei. Seither wird das Betreuerteam von der Fachkommission „Außersportliche Jugendarbeit“ der DLV-Jugend gestellt
und von Uta geleitet. Kontakt zu den Freunden der Leichtathletik hat sie daher über das Jugendlager bekommen und ist seitdem
auch Mitglied. Viele werden sie inzwischen von unseren Mitgliederversammlungen bei Deutschen Meisterschaften kennen, wenn
das komplette Jugendlager jeweils mit
seinen Schlachtrufen
noch jeden ermatteten FREUND aufzumuntern vermochte.
Beruflich war der gelernte Einzelhandelskaufmann ab 1971 beim
Bundesgrenzschutz, zunächst an der innerdeutschen Grenze tätig. Nach der Wiedervereinigung hatte er seine größte berufliche
Herausforderung, als er ab 1991 in Berlin für die Übernahme der
ehemaligen Transportpolizei der DDR in die Bahnpolizei/Bundesgrenzschutz für Haushalt/Organisation und Wirtschaftsangelegenheiten verantwortlich war. Seit 2009 befindet er sich im Ruhestand. In der Vergangenheit hat Uli Frost als Personalrat und
Stadtrat Erfahrungen
als Funktionär sammeln können. Im Vorstand der Freunde
der Leichtathletik
möchte er auf jeden Fall eines der
Nachwuchs-Förderprojekte betreuen.
Neben der Leichtathletik ist Hans-Ulrich
Frost zurzeit auch
ehrenamtlich in der
Hospizarbeit als ausgebildeter Sterbebegleiter aktiv.
Beruflich ist Uta
Götze Verwaltungsbeamtin in einer
Kreisverwaltung. Im
Rahmen der Kooptierung in den FREUNDE-Vorstand wird
Uta den Kontakt zwischen den FdL und
dem DLV-Jugendlager sicherstellen.
Christiane Offel hat als Kind mit der Leichtathletik angefangen,
dann mit 11 Jahren auch Handball gespielt und ist beim Mannschaftssport geblieben, wo sie heute noch als Trainerin wirkt. Der
Leichtathletik ist sie aber treu geblieben, hat früh einen Kampfrichterschein gemacht und ist mittlerweile als Schiedsrichterin bei
vielen Sportfesten auf Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften
in Westfalen und bei Deutschen Meisterschaften im Einsatz. Seit
mehr als 20 Jahren ist sie auf Kreisebene als Funktionärin tätig,
erst als Sport- und Wettkampfwartin, seit 2004 als Vorsitzende des
Kreis-Leichtathletik-Ausschusses.
Danny Schott ist das jüngste Mitglied im neuen FREUNDE-Vorstand. Gerade 18 Jahre alt geworden und das Abitur hinter sich
gebracht, möchte er sich in Zukunft neben seinem Betriebswirtschaftsstudium in Trier noch mehr für den Förderverein engagieren und wurde für „Neue Medien“ kooptiert. Als aktiver Leichtathlet bei der LG Ahlen pflegt er Kontakte zu Athleten in der gesamten
Bundesrepublik und soll frischen Wind in den Vorstand bringen sowie als direkte Kontaktperson zum Nachwuchs fungieren. Auch als
Mitglied des neu gegründeten DLV-Jugend-Teams kann sich Danny
gut in die Arbeit der FREUNDE einbringen.
Beruflich kümmert sie sich auch um den Sport. Christiane ist verantwortlich für die Ausrichtung der Sportveranstaltungen auf Kreisebene für die Schulen des Kreises Gütersloh. Ob Fußball, Handball, Basketball, Tennis, Leichtathletik, Schwimmen oder Schach
– für diese Sportarten und etliche mehr
ist sie Ansprechpartnerin und organisiert
die Veranstaltungen
für die Schulen, wie
auch Fortbildungen
für die Sportlehrer
und -lehrerinnen.
Dannys Aufgabenfeld liegt momentan hauptsächlich in der Öffentlichkeitsarbeit. Als freiberuflicher Journalist und Fotograf blickt er
nämlich schon trotz seiner jungen Jahre auf eine durchaus beachtliche Vita zurück und war unter anderem schon für den Europäischen Senioren
Leichtathletik Verband „EMA“ im Ausland im Einsatz. So
betreut Danny die
Facebook-Seite der
FREUNDE, die mit einer Beitragsreichweite
von 30.000 einen Rekord nach dem anderen einfährt. In Zukunft wird er auch bei
der Mitgliederzeitung
seine journalistischen
Fähigkeiten zum Einsatz bringen.
Seit 2011 unterstützt
Christiane aktiv Hanne
Ziemek bei der Organisation und Betreuung des FREUNDE-Informationsstandes.
Leichtathletik INFORMationen
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Ein Bilderbogen aus Tallinn
Die FREUNDE bei der U 23-EM
Vielleicht waren es die schöne Stadt Tallinn, das Baltikum, die EM oder alles zusammen –
immerhin sind über 20 Freunde der Leichtathletik nach Estland gereist. Natürlich Experten,
diesmal aus Stuttgart/Heidelberg, Wolfsburg und Rhein/Ruhr. Unsere Gruppe war bei weitem die größte Fangruppe, einheimische Zuschauer kamen leider nur spärlich. Eine Eintrittskarte auf der Zieltribüne für 4 Tage kostete immerhin 30 € !
Tallinn hatte bereits 2011 die U 20-EM ausgerichtet. Auch damals schon mit überragenden Ergebnissen für den DLV: 7 x Gold,
4 x Silber und 12 x Bronze, Platz 1 in der Punktewertung. Titelträger waren: Varg Königsmark (400 m H), Hagen Pohle
(10.000 m Gehen), Gesa-Felicitas Krause (3.000 m H), Lena Malkus (Weit), Lena Urbaniak (Kugel), Shanice Craft (Diskus) und die
4 x 100 m-Staffel der Frauen (Burghardt, Grompe, Pinto, Freese).
Auch vier Jahre später noch immer klangvolle Namen.
Die EM fanden im kleinen, 1926 gebauten Stadion im Kadriorg-Park (mit Schloss und Präsidenten-Residenz) statt. Das
ziemlich offene Stadion ist sehr windanfällig und erschwerte
bei durchweg kühlen, z. T. regnerischen und windigen Bedingungen die Leistungen. Gleichwohl brachten die 67 gemeldeten Athleten mit 7 x Gold, 4 x Silber- und 5 x Bronze ein tadelloses Ergebnis – wieder beste Nation in der Punktewertung.
Die Titelträger von 2015: Rebekka Haase (100 m und 200 m),
Malaika Mihambo (Weit), Shanice Craft (Diskus), Christin Hussong (Speer), Fabian Heinle (Weit) und die 4 x 100 m-Staffel mit
Amelie-Sophie Lederer, Alexandra Burghardt, Rebekka Haase,
und Anna-Lena Freese.
Hervorzuheben sind neben den guten sportlichen Ergebnissen das tadellose Auftreten der deutschen Mannschaft, die
immer geschlossen ihre Mitstreiter anfeuerte, die mehrfache
Anwesenheit der Delegationsleitung (Frau Anja Wolf-Blanke,
der Mannschaftsleitung Idriss Gonschinska und Siegfied Schonert, der uns wie immer mit der Mannschafts-Broschüre versorgte) sowie der Besuch vieler Trainer und Athleten bei den
FREUNDEN. Dadurch gab es stets genügend Gesprächsstoff.
In der Heimat konnte man übrigens die EM online verfolgen
und dazu auch den traurigen Kommentar unseres jungen
FREUNDE-Mitglieds Tim Nowak lesen: „Alle, die meinen Wettkampf live verfolgt haben, werden mitbekommen haben, dass
der worst-case eingetreten ist. Drei ungültige Versuche im Diskuswurf. Bis dahin lag ich gut an 6. Stelle auf Bestleistungskurs.
Bei Kälte, Regen und rutschigem Ring war es mir leider nicht
möglich, einen Wurf in den Sektor zu setzen.“ Kopf hoch!
Henning Wedderkop Fotos: Ulrike Kraß (6), Christel Nowak (1)
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Leichtathletik INFORMationen
Es waren unter dem Strich erfreuliche Deutsche Meisterschaften 2015. Viele Leistungen stimmten, manche waren
herausragend. Für die WM in Peking konnte ein starkes 66
Köpfe zählendes deutsches Team nominiert werden. Zwei
Mitglieder der Freunde der Leichtathletik werden erfreulicherweise dabei sein – Fabienne Kohlmann und Gregor
Traber lieferten in Nürnberg souveräne Vorstellungen ab.
Mehr als 200 FREUNDE erlebten die stimmungsvollen
Meisterschaften im Stadion. Einige hatten wieder ihre Kamera dabei; die Fotos auf dieser Seite stammen von Peter
Busse (3), Volker Loth (4) und Danny Schott (2). Das Wetter
spielte dabei mit, auch wenn am Samstag unser Informationsstand einige Male abzuheben drohte. Christiane Offel und Hanne Ziemek fanden genügend Helfer, um einen
Abflug zu verhindern. Die Stabhochspringerinnen hatten
es da schwerer, mit den Windböen klar zu kommen.
j
Das Motto lautet: Wir sehen uns wieder in Kassel! Da
finden am 18. und Juni die Deutschen Meisterschaften
2016 statt. Also sehr früh im Jahr – wegen der Olympischen Spiele; Gastgeber vom 5. bis 21. August ist Rio.
k
l
Leichtathletik INFORMationen
6
m
n
p
o
j
Markus Esser nahm Abschied | k Lisa Ryzih holte den Titel und buchte das Ticket zur WM | l Cindy Roleder (vorn) und die Mehrkämpferin Carlin Schäfer
starten in Peking | m Bayer Leverkusen stellte die beste 4 x 400 m Staffel – zur WM entsendet der DLV aber nur die Sprintstaffel | n Julian Reus startet über 100 m,
200 m und mit der Staffel | o Raphael Holzdeppe verteidigt seinen WM-Titel von Moskau | p Marie-Laurence Jungfleisch möchte in Peking hoch hinaus
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Leichtathletik INFORMationen
Fotos: Peter Busse
Jugend-DM in Jena
Nach 2011 sah das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena erneut großartige Deutsche Jugendmeisterschaften. In 76 Finals ging es für Deutschlands Leichtathletiktalente um die Titel. Wetter,
Stimmung, Leistungen zeigten ihre strahlenden Seiten. Zahlreiche FREUNDE waren vor Ort –
als Athlet, Trainer, Stadionsprecher, Kampfrichter, Starter, Fotograf, Zuschauer, Cheforganisator oder Betreuer unseres Infostandes.
Natürlich waren fast alle Medaillengewinner der U 18-WM und
der U 20-EM am Start und setzten zahlreiche Glanzlichter. Lediglich Sprinterin Gina Lückenkemper fehlte, sie war für die
WM in Peking nominiert worden. Aber Alina Reh, Niklas Kaul
oder Claudine Vita u. a. wurden ihrer Favoritenrolle gerecht.
Harmut Weber, Stellvertretender Vorsitzender der FREUNDE,
überreichte in Jena die vier jährlich bei den deutschen Meisterschaften vergebenen Auszeichnungen für U 18 / U 20 -Nachwuchstalente diesmal an zwei Werferinnen, einen Hürdenläufer
und einen Mehrkämpfer, der besonders in seiner Spezialdisziplin Speerwurf glänzt. Alle Vier vorgestellt auf Seite 9.
Leichtathletik INFORMationen
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An dieser Stelle muss auf die für Außenstehende absurd wirkenden Aktivitäten von Lokalpolitikern hingewiesen werden,
den Umbau in ein reines Jenaer Fußballstadion zu betreiben.
Fakten: Der FC Jena spielt in der 4. Liga, die Stadt hat kein Geld,
aber ein zusätzlich geplantes Kongresszentrum (das sich kaum
rechnen wird) soll Zuschüsse locker machen, zudem stand das
gesamte Gelände im Saaletal 1994 und dann wieder 2013 komplett unter Wasser. In meiner rheinischen Heimatstadt (ähnlich
groß, derzeit 5. Liga) bekäme man für solche Ideen sogleich
einen Karnevalsorden umgehängt – auch außerhalb der Session. Den Leichtathleten in Jena sollte man die Daumen drücken!
Geburtsjahr:
Disziplin:
Bestleistungen:
Erfolge:
Trainer:
Verein:
Geburtsjahr:
Disziplin:
Bestleistungen:
Erfolge:
Trainer:
Verein:
Geburtsjahr:
Disziplin:
Bestleistungen:
Erfolge:
Trainer:
Verein:
Julia Ritter
1998
Zehnkampf/Speer
Zehnkampf: 8.002 P. (2015)
Speer (700 gr): 83,94 m (2015)
Gold bei der U 18-WM (Zehnkampf)
U 18 Vize-Weltmeister (Speer)
Deutscher U18-Meister 2015 (Speer)
Stefanie und Michael Kaul, Francis Gross
USC Mainz
Niklas Kaul
Trainer:
Verein:
1996
Hürden
60 m Hürden (Halle): 7,97 sec (2015)
110 m Hürden (99 cm): 13,50 sec
U 20 Vize-Europameister 2015
Deutscher U 20-Meister 2015
Deutscher U 20-Hallenmeister 2014 (60 m H)
Thomas Lickteig
TV Dudenhofen
Florian Lickteig
Erfolge:
1998
Kugel / Diskus
Kugel (3 kg): 18,51 m (2015)
Kugel (4 kg): 15,42 m (2015)
Diskus (1 kg): 47,90 m (2015)
Gold bei der U 18-WM 2015
Deutsche U 18-Meisterin 2015 (Diskus)
Deutsche U 18-Vizemeisterin (Kugel)
Reiner Ritter
SuS Oberaden
1996
Diskus/Kugel
Diskus (1 kg) 62,31 m (2015)
Kugel (4 kg) 17,13 m (2015)
U 20 Europameisterin 2015 (Diskus)
U 20 Vize-Europameisterin 2015 (Kugel)
Deutsche U 20-Hallenmeisterin 2015 (Kugel)
Deutsche U 20-Meisterin 2014 (Diskus)
U 18 Vize-Weltmeisterin 2013 (Diskus)
Dieter Kollark
SC Neubrandenburg
Claudine Vita
Geburtsjahr:
Disziplin:
Bestleistung:
9
Leichtathletik INFORMationen
Foto: Dominic Ullrich
Alles traumhaft
Mit 17 Jahren nach Kolumbien
Seit den Deutschen Hallenmeisterschaften 2013 in Dortmund tummeln sich die Freunde der
Leichtathletik auch bei Facebook. Anfangs wurden die Meldungen von vielleicht hundert
Personen gelesen, inzwischen sind es Tausende. Der bestehende FREUNDE-Rekord liegt bei
38.000 Klicks in einer Woche. Das trägt nicht unwesentlich zur Verbreitung der Aktivitäten
und Ziele unseres Fördervereins bei.
Letztes Jahr fotografierte Freunde-Redakteur Peter Busse bei
den Westdeutschen Meisterschaften in Duisburg einen unbekannten jungen Hochspringer, der ihm auf Grund seines
etwas unorthodoxen Sprungstils positiv auffiel. Er postete zu
den Fotos auf Facebook: „Den Knaben sollte man im Auge
behalten!“ 12 Monate später erreichte eben jener begabte
Athlet Remo Cagliesi vom TLV Germania Überruhr das Finale
der U 18-Weltmeisterschaften im kolumbianischen Cali und
wurde kurze Zeit später deutscher U 18-Meister mit 2,09 Metern in Jena.
Während seiner Zeit in Kolumbien und im vorangegangenen
DLV-Trainingslager berichtete der 17-Jährige mit kleinen täglichen Tagebucheinträgen auf der Facebook-Seite der Freunde
der Leichtathletik von seinen neuesten Erfahrungen. Bis zu
15.000 Menschen lasen täglich die locker geschriebenen Berichte und bekamen so auch als Außenstehende einen EinLeichtathletik INFORMationen
10
blick in den Tagesablauf während der Wettkampfvorbereitung eines jungen Leistungssportlers.
Direkt vor den Weltmeisterschaften, die für die meisten
Nachwuchsathleten den ersten, großen internationalen
Wettkampf darstellten, ging es für die U 18-Nationalmannschaft zur Vorbereitung nach Bradenton /Florida. Dort galt es
nicht nur, sich fit für den anstehenden Saisonhöhepunkt zu
machen, sondern auch den Mannschaftsgeist zu fördern. Die
Bedingungen dafür waren perfekt. Der Nationalmannschaft
standen nicht nur ein modernes, mit blauer Tartanbahn ausgelegtes Stadion zur Verfügung, sondern auch ein riesiger
Kraftraum sowie Meeting-Räume für Teambesprechungen.
Zur Entspannung ging es am Ruhetag an den Strand, wo
unter anderem der Teamschrei „Wir sind ein Team. Wir sind
Deutschland. Wir sind Team Deutschland“ als Ritual eingeübt wurde.
So sahen die viel gelesenen Beiträge des Deutschen
U 18-Hochsprungmeisters
Remo Cagliesi auf der Facebook-Seite der FREUNDE
aus; besonders bei jungen
Leichtathleten fanden sie ungeahnten Anklang. Mit Fabienne Kohlmann findet die
Fortsetzung von der WM aus
Peking statt.
Für besinnliche und erholsame Momente sorgte schließlich das von den Freunden
der Leichtathletik gesponserte BBQ im „Gulf Drive Cafe & The Kokonut Hut“ im Schatten des Sonnenunterganges am Meer. In der wundervollen Atmosphäre blieb für
Hochspringer Remo Cagliesi auch Zeit zum Nachdenken. So schrieb er: „Ich habe, als
ich eine Zeit lang alleine war, erstmals richtig realisiert, was in den nächsten Tagen
folgen wird und freue mich mittlerweile noch mehr auf die WM als vorher schon!“
Bei aller Entspannung an dem Tag, galt es aber doch sich auf den folgenden Wettkampf zu fokussieren. „Wir mussten auch aufpassen, dass die Jugendlichen das nicht
mit Urlaub verwechseln“, berichtete Dominic Ullrich, der als Betreuer und Stellvertreter von DLV-Vizepräsidentin Jugend Esther Fittko die Gruppe begleitete.
Förderverein
Freunde der Leichtathletik
Am Steinlein 2b
97753 Karlstadt
Ich möchte den Förderverein
Freunde der Leichtathletik e.V.
unterstützen und werde
{ Mitglied (Jahresbeitrag 50 Euro)
{ Mitglied als Ehepartner/Partner
(Jahresbeitrag + 25 Euro)
{ Vereine und Firmen
(Jahresbeitrag 50 Euro)
{ Neumitglieder bis zum
vollendeten 26. Lebensjahr
(Jahresbeitrag 24 Euro)
Einzugsermächtigung:
Ich ermächtige Sie widerruflich, die
Beiträge zu Lasten des Kontos
IBAN:
BIC:
Bank:
einzuziehen.
Vor zwei Jahren gingen in der Sportschule Kaiserau Peter Busse, Markus Schnorrenberg und Danny Schott
(v.l.) an den Start, um die Freunde der Leichtathletik im Internet stärker zu präsentieren. Mitstreiter/innen jederzeit herzlich willkommen!
Foto: Peter Middel
Name:
Anschrift:
Bei den U 18-Weltmeisterschaften wartete eine riesige Kulisse auf die jungen Athleten. „Es waren bestimmt fast 30.000 Zuschauer da, die uns angefeuert haben“, berichtet Remo Cagliesi. In der Qualifikation lief es gut für den 17-Jährigen und er zog
mit soliden 2,08 Metern ins Finale ein. Im Endkampf kam er aber nicht höher als 2,02
Meter und erreichte so Rang 11. Seinen Wettkampf beschrieb Remo auf Facebook
wie folgt: „Ich kam mit der Anfangshöhe von 1,97 und 2,02 m verdammt gut klar. Als
2,07 Meter auflagen, drehte sich irgendwas. Ich wurde nervös und unsicher, so dass
ich als Folge dann dreimal riss.“
Die Idee mit dem Tagebuch auf Facebook hatte Freunde-Reporter Danny Schott,
der auch die Facebook-Seite des Fördervereins betreut: „Ich hätte nicht gedacht,
dass das am Ende so anspricht. Die Beiträge von Remo haben jeweils bis zu 15.000
Sportfans gelesen und wir haben unsere Beitragsreichweite auf Facebook immens
gesteigert.“
Telefon:
Geburtsdatum:
(Angabe freiwillig)
E-mail:
(Angabe freiwillig – für E-mail-Verteiler)
Datum:
Unterschrift:
(DS)
11
Leichtathletik INFORMationen
FREUNDE am Start
Unsere mehr als 1.000 Mitgliedern sind alle leichtathletikinfiziert. Manche „nur“ Fans und
sachkundige Zuschauer. Viele in ihrem Verein aktiv, als Trainer, Seniorensportler, Kampfrichter oder Funktionär. Einige haben es in zurückliegenden Jahren auch zu Meisterschaftsehren
gebracht, waren gar Weltmeister oder Olympiasieger. Einige jüngere Mitglieder hatten für
diese Saison hohe Ziele – wie sieht es damit aus?
Corinna Harrer
Jg 1991, 2013 Vize-Halleneuropameisterin über 3.000 m, LG Telis Finanz Regensburg
Henrik
Jg 1997,
über 110
Salaman
Die mehrfache Deutsche Meisterin ist vielseitig, mit Bestzeiten
von 2:00,34 min über 800 m und
4:04,30 min über 1.500 m; im März
dieses Jahr wurde sie aber auch
schon Deutsche Crossmeisterin über
6 km.
In neuer
Henrik E
U 20-EM
der Che
denhofe
daillena
die Trau
der ihn
gen kon
nanten
der 4 x 1
kommen
Die 24-Jährige vertrat Deutschland
im Juni bei der Team-EM im russischen Cheboksary; dabei zog sie
sich einen Längsriss des Achillessehnenansatzes zu. Trotzdem holte sie
als Sechste über 1.500 Meter noch
7 Punkte für das deutsche Team.
Nicht zum ersten Mal wird sie in dieser Saison durch Verletzungsprobleme ausgebremst.
Fotos:
Danny Schott (2)
Peter Busse (5)
Fabienne Kohlmann
Jg 1989, LG Karlstadt-Gambach-Lohr, Olympiateilnehmerin 2012; EM Silber 2010 4 x 400 m;
mehrfache Deutsche Meisterin über 800 m und
400 m Hürden
Das Jahr 2015 ist das Jahr von Fabienne Kohlmann. Nach einem Ermüdungsbruch 2014 startet die 25-jährige durch: Bronzemedaille über
800 Meter bei der Universiade in Gwangju und
erstmals unter 2 Minuten; Sprung auf Platz 5
der Weltrangliste über 800 Meter beim Meeting in Bellinzona in 1:58,37 Minuten; Deutsche Meisterin über 800 Meter in Nürnberg, wo
sie Christina Hering mit zur WM-Quali ziehen
konnte.
Fabienne hat sich erstmals souverän für einen
Einzelstart bei Weltmeisterschaften qualifiziert
und rechnet sich gute Chancen auf eine Endlaufteilnahme aus.
Leichtathletik INFORMationen
12
Gregor Traber
Jg 1992, 2013 Bronze bei U 23-EM, 2014 fünfter Rang bei der Hallen-WM,
VfB Stuttgart
Seit 2008, als Gregor Traber Deutscher B-Jugendvizemeister wurde,
mischt er über die Kurzhürden vorne mit. In jedem Jahr und jeder Altersklasse schaff te er es national aufs Treppchen. Seinem Motto: „Jeden
Tag ein Stückchen besser werden“ kam er damit ziemlich nahe.
Mit 13,43 sec hat er WM-Norm bereits im Juni in Mannheim abgehakt.
Durch seine Starts bei der Team-EM und Diamond-League Meetings
konnte er weiteres Selbstbewusstsein tanken. In Nürnberg lieferte er eine
souveräne Vorstellung ab und holte sich den Titel als Deutscher Meister.
Hannemann
2014 Silber bei den Olymp. Jugendspielen
0 m H, 2015 Bronze bei der U 20-EM, LAZ
nder Kornwestheim
r PB (13,57 sec.) über die 110 m Hürden löste
Ende Juni in Mannheim die Fahrkarte zur
M in Eskilstuna. Da gehörte er ebenso wie
emnitzer Patrick Elger (13,59) und der Duener Florian Lickteig (13,66) mit zu den Mespiranten. In Schweden allerdings hingen
uben hoch. Bronze hinter Florian Lickteig,
auch bei der JDM in Jena knapp bezwinnnte. Allerdings trug er mit einem fulmiKurvenlauf wesentlich zum Titelgewinn
100 m-Staffel in 41,14 sec bei und kann im
nden Jahr weiter in der U 20 antreten.
Desiree Singh
Jg 1994, 2011 U 18-Weltmeisterin
im Stabhochsprung, LG Lippe-Süd
4,40 m sprang sie bereits im Februar dieses Jahres in Frankfurt.
Nach dem dritten Versuch über
4,30 m bei den Deutschen Hallenmeisterschaften aber wurden vier
gerissene Außen- und Innenbänder im linken Knöchel diagnostiziert – und damit weitere sportliche Höhenflüge für den Rest der
Saison vereitelt.
Desiree Singh hat im August eine
Ausbildung beim Kreis Lippe begonnen und will die nächste Zeit
nutzen, um eine Balance zwischen, Ausbildung, Sport und Familie zu finden, denn sie ist auch
Mutter der inzwischen dreijährigen Emma. An den Vereinsmeisterschaften jedenfalls hat sie
schon wieder (mit 6 Schritten Anlauf) teilgenommen.
Falk Wendrich
Jg 1995, 2014 fünfter Rang bei der U 20-WM, LAZ Soest
Mit 17 Jahren wurde der 2,24-Meter-Springer zum Jugendathleten des Jahres gewählt. Bald danach zog er als Student nach Bochum und wechselte zum TV Wattenscheid. Zu Jahresbeginn kehrte er überraschend zum LAZ Soest zurück. Ihm fehlte
die „familiäre Athmosphäre“, trainiert wird jedoch weiterhin bei Hochsprung-Bundestrainerin Brigitte Kurschilgen.
Das Jahr 2015 begann jedoch sportlich nicht wie geplant. Zunächst „lief alles rund“,
aber vor der Hallen-DM zwickte es plötzlich. Auch der Einstieg in die Freiluftsaison
musste herausgeschoben, Starts abgesagt werden. Trainiert wurde, aber Schwierigkeiten blieben. Inzwischen ist die Saison gelaufen …
Tim Nowak
Jg 1995, 2014 Bronze im Zehnkampf bei
der U 20-WM, SSV Ulm 1846
Der in der beiden vergangenen Jahren
zum Jugendathleten des Jahres gewählte
Mehrkämpfer schaff te bereits im Mai mit
7.827 Punkten die Qualifikation für die
U 23 EM in Tallinn. Erklärtes Ziel dort waren 8.000 Punkte und endlich sollte auch
die Latte im Stabhochsprung bei 5 m liegen bleiben. Beide Ziele konnten in Estland nicht erreicht werden, denn im rutschigen Diskusring vermochte er dreimal
die Scheibe nicht im Wurfsektor unterzubringen. Bis dahin lag Tim auf Bestleistungskurs …Jetzt aber läuft bereits die
Vorbereitung auf die nächste Saison.
13
Leichtathletik INFORMationen
Stimmungsvolle Deutsche Jugendmeisterschaften fanden 2013 im Rostocker Leichtathletikstadion statt
Fotos: Peter Busse
Mecklenburg-Vorpommern
Motto: „Klein, aber oho“
Weltklasse-Leichtathletik hat im heutigen Mecklenburg-Vorpommern eine lange Tradition. Athleten wie die 15-fache Weltrekordlerin Marita Meier-Koch (100 bis 400 m/58), Zehnkampf-Weltmeister Torsten Voss (52), Hochsprung-Olympiasieger Gerd Wessig (55) und viele
andere sorgten zu DDR-Zeiten für Furore. Jürgen Schult (55), einst OS, WM und immer noch
Weltrekordler im Diskuswerfen, ist seiner Sportart bis heute treu geblieben und fungiert als
Bundestrainer Wurf/Stoß.
Nach der Vereinigung knüpften unter anderen die dreifache
Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch und Astrid Kumbernuss,
Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin im Kugelstoßen,
nahtlos an diese Traditionen an. Kugelstoßer Ralf Bartels holte
bis zu seinem Karriereende vor zwei Jahren nicht nur zahllose
Medaillen bei internationalen Titelkämpfen, er agierte über
viele Jahre auch als Kapitän der Nationalmannschaft – ein Beleg dafür, dass der „Koloss aus Neubrandenburg“ nicht nur
über sportliche Qualitäten verfügt.
Werferland
Aktuell steht im Leistungssportbereich vor allem der Nachwuchs im Blickpunkt. So gewann Anna Rüh bei den U 23-Europameisterschaften 2013 Diskus-Gold, in diesem Jahr holte
Leichtathletik INFORMationen
14
sie Silber. Mittlerweile gehört die 22-Jährige von SC Neubrandenburg mit einer Bestweite von 66,18 Metern zu den Hoffnungen bei den „Großen“. Herausragend war das Abschneiden
der Nachwuchsathleten aus MV bei der U 18-Weltmeisterschaft
2013. Der Neubrandenburger Patrick Müller holte sich Gold im
Kugelstoßen, Henning Prüfer (heute SC Potsdam) gewann zweimal Silber (Kugel und Diskus), und Claudine Vita (SC Neubrandenburg) wurde im Diskuswerfen ebenfalls Vizeweltmeisterin.
Auch im vergangenen Jahr warteten die jungen Athletinnen
und Athleten aus MV mit bemerkenswerten Leistungen auf.
Natürlich ist der Leichtathletik-Verband Mecklenburg-Vorpommern (LVMV) stolz auf diese Resultate, spiegeln sie doch die
sehr gute Arbeit der Trainer und Übungsleiter an den Landes-
ferplatz und ein modernes Werferkabinett runden das Angebot ab. Neben Routiniers wie Klaus Baarck, Dieter Kollark oder
Klaus Bergmann geben auch junge Trainer wie Nicole Herschmann und Ralf Bartels ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. So
zählt der SC Neubrandenburg im Wurf- und Stoßbereich seit
Jahren zu den führenden Vereinen in Deutschland.
Erfolgreicher Nachwuchs
Das unterstrichen die jungen Athleten aus der Viertorestadt
Ende Juni bei den Olympischen Jugendspielen im chinesischen Nanjing. Über die europäischen Trials in Baku qualifizierten sich mit Merten Howe, Anika Nehls und Lara Kempka
gleich drei Leichtathleten aus Mecklenburg-Vorpommern für
die Spiele. Alle drei errangen in ihren Wettbewerben die Bronzemedaille – Anika Nehls und Merten Howe im Kugelstoßen,
Lara Kempka im Diskuswerfen.
Martina Strutz (SC Neubrandenburg)
leistungszentren und Trainingsstützpunkten wider. Nur so ist
es möglich, dass der kleine LVMV im Nachwuchs zu den „Top 5“
in Deutschland zählt. Für Präsident Andreas Bluhm ist aber klar,
dass es in diesem Bereich weiterer Verbesserungen bedarf. „Wir
müssen künftig gemeinsam mit dem DLV Wege finden, um die
Trainerstellen zu stabilisieren“, sagt der 55-Jährige.
80 Vereine, 6.000 Mitglieder
Bluhm führt den Verband seit zwei Jahren und sieht eine positive Entwicklung. Die Zahl der Mitglieder sei innerhalb eines
Jahres auf knapp 6000 gestiegen. Sie seien in 80 Vereinen organisiert. Bluhm sieht eine „stabile Entwicklung“ im Breitenund im Seniorensport sowie einen „gut aufgestellten Kinderund Jugendsport“. In Kooperation mit den Schulen und dem
Bildungsministerium seien neue Wege beschritten worden,
beispielsweise mit dem Laufabzeichentag, bei dem jährlich
über 10.000 Teilnehmer das begehrte Abzeichen erwerben.
Positive Trends sieht Bluhm auch im Gesundheitssport und in
der Laufbewegung, zu der der bewährte VR-Laufcup und der
2014 eingeführte Kinderlaufcup mit guten Ergebnissen gehören. Leider gebe es aber noch zu wenige beim LVMV angemeldete Veranstaltungen.
Großen Anteil an der Entwicklung des Verbandes hat Bluhms
Vorgänger Jürgen Flehr. Der heute 76-Jährige führte den LVMV
in seiner achtjährigen Amtszeit nicht nur in ruhiges finanzielles Fahrwasser, sondern leitete neben der Einführung effektiver Ausschussstrukturen auch einen personellen Umbruch an
der Spitze ein. „Am Ende war Verantwortung wirklich übergeben worden, stellte sich das Präsidium als eine neue und frische Truppe dar“, blickt der ehemalige 800-Meter-Läufer Flehr
zufrieden zurück.
Doch auch für die Zukunft ist der Leichtathletik-Verband
MV gerüstet. Es gibt drei Landesleistungszentren – jeweils
mit Sportgymnasium – in Neubrandenburg, Schwerin und
Rostock sowie weitere zehn Trainingsstützpunkte. In Neubrandenburg existiert ein Bundesstützpunkt Wurf/Stoß mit
hervorragenden Bedingungen. Neben dem Jahn-Stadion bietet eine moderne Leichtathletikhalle, in der im Februar zum
fünften Mal die Deutschen Jugendhallenmeisterschaften ausgetragen wurden, exzellente Bedingungen. Ein separater Wer-
Aber auch aus den Landesleistungszentren in Rostock und
Schwerin kommen immer wieder Nachwuchsathleten, die national und darüber hinaus ein Wörtchen mitreden, beispielsweise Hürdensprinterin Nancy Beinlich (1. LAV Rostock) oder
Stabhochspringer Tom Linus Humann (Schweriner SC). Im Aktivenbereich nehmen die Schwerinerin Martina Strutz (33),
Stabhochsprung-Vizeweltmeisterin von 2011, und die Neubrandenburgerin Diskuswerferin Anna Rüh (22) Kurs auf die
Weltmeisterschaften Ende August in Peking.
Auch im nationalen Maßstab stellt sich der LVMV sehr positiv
dar. Der Verband rangiert derzeit an elfter Stelle unter den 20
gewerteten Landesverbänden. 2011 und 2012 war es jeweils
noch Rang 13. Besonders stark präsentiert sich der Nachwuchs
in den Altersklassen U 16 und U 18 – jeweils an vierter Position
im deutschen Ranking. Besonders nachhaltig haben in jüngerer
Vergangenheit die Deutschen Jugendmeisterschaften 2013 in
Rostock gewirkt. Der 1. LAV Rostock, der Kreisleichtathletikverband der Hansestadt und der LVMV sorgten für eine von allen
Seiten gelobte Austragung der größten nationalen Titelkämpfe.
Bei bestem Sommerwetter nutzten die Athleten aus MV den
„Heimvorteil“ und erzielten ein bisher nicht erreichtes Gesamtergebnis. Patrick Müller (SC Neubrandenburg im Kugelstoßen der U 20), Marek Sefranek (SG Greifswald über 100 und
200 m der U 18), Henning Prüfer (damals SC Neubrandenburg/
Kugelstoßen der U 18), Tim Wiebe (1. LAV Rostock im Speerwerfen der U 18) sowie Anika Nehls (Kugelstoßen U 18) und
Claudine Vita (beide SC Neubrandenburg/Diskuswerfen U 18)
wurden Deutsche Jugendmeister. Erfolge, die die ausgezeichnete Nachwuchsarbeit im Verband dokumentieren, aber auch
Erfolge, die Maßstäbe setzen für die künftige Arbeit des kleinen Leichtathletik-Verbandes im Nordosten.
Deshalb gab und gibt es weitere Maßnahmen, um den Nachwuchs gezielt zu fördern. So wurden nach der Kadernominierung im September 2014 ein Talentiade-Camp in Karlshagen
auf der Insel Usedom für die DE-Kader und ein Eröffnungslehrgang in Zinnowitz für die D-Kader angeboten. Weitere Veranstaltungen werden folgen, damit für den LVMV auch künftig
das Motto „Klein, aber oho“ gilt.
Burkhard Ehlers – LVMV Medienwart
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Leichtathletik INFORMationen
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Foto: Peter Busse
Neues Nachwuchsprojekt?
Ilse Bechthold schlägt vor: Hammerwurf
Das langjährige FREUNDE-Mitglied Ilse Bechthold, von 1975 bis 1993 DLV-Vizepräsidentin,
hat sich über Jahrzehnte in zahlreichen, insb. auch internationalen Gremien des Sports engagiert. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass heute fast alle Leichtathletik-Disziplinen
von Frauen ausgeübt werden können, vom Stabhochsprung bis zum Hammerwerfen.
Den Hammerwurf der Frauen gibt es bei internationalen Wettkämpfen erst seit 1997 und seit 2000 bei Olympischen Spielen.
Die Probleme der Gewinnung von Nachwuchs sind in dieser
Disziplin allerdings unabhängig vom Geschlecht: Wo gibt es
überhaupt Wurfwiesen, Wurfkäfige oder gar Wurfhäuser, die
für den Hammerwurf geeignet sind und wo auch bei schlechtem Wetter und im Winter trainiert werden kann? Die Angelegenheit wird zunehmend dadurch erschwert, dass viele Kommunen inzwischen auf Kunststoffplätze setzen – Hammerwurf
völlig ausgeschlossen. Die Trainer sind häufig erfahrene Haudegen, denen es ebenfalls an Nachwuchs mangelt.
Ilse Bechthold jedenfalls ist der Auffassung, die FREUNDE sollten hier aktiv werden. Um die Sache anzuschieben, haben sie
Leichtathletik INFORMationen
16
und andere zunächst ihre Buchbestände gesichtet, neuwertige Bildbände (viele noch eingesiegelt) und Jahrbücher rausgesucht, um sie gegen eine Spende abzugeben – die dann
dem Hammerwurf-Projekt zufließen kann.
Jetzt sind zunächst allerlei Gespräche notwendig. Ein Konzept
muss her; ist ein isolierter Hammerwurf-Cup für den Nachwuchs möglich und sinnvoll, oder sollte an einen breiter angelegten Wurf-Cup gedacht werden? Daneben wäre eine Logistik
für den Bücherversand zu organisieren, auch ein Verantwortlicher unter den FREUNDEN zu finden, damit der Vorstand bei
seiner Herbst-Sitzung in der Sportschule Kaiserau seine Entscheidung treffen kann. Noch Ideen? Ansprechpartner ist zunächst die Redaktion der Leichtathletik INFORMationen.
Wir über uns – Geburtstage
Oktober 2015
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Inge Abbing — Erkelenzer Straße 12, 50933 Köln
Siegfried Kühnert — Gartenstr. 13, 75395 Ostelsheim
Werner Roth — Hochstiftstraße 2, 76764 Rheinzabern
Renate Bartschat — Straßburger Str. 20, 27755 Delmenhorst
Gerhard Adams — Sedanstraße 8, 40217 Düsseldorf
Renate Bobzin — Adolfstraße 5a, 27472 Cuxhaven
Hanns-Dieter Lang — Orchideenweg 131 A, 12357 Berlin
Hans Schneberger — Holunderweg 8, 55128 Mainz
Wilhelm Braun — Loorweg 167, 51143 Köln
Ottmar Thaysen — Harnackring 30, 21031 Hamburg
Fredy Schäfer — Paul-Schneider-Str. 1, 56076 Koblenz
Werner Tussing — Overmannweg 36, 99094 Erfurt
Richard Rzehak — Bergstr. 15a, 91090 Effeltrich
Heinz Fütterer — Olympiaweg 11, 76477 Elchesheim-Illingen
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Kurt Koßmann — Altvaterstr.7, 14129 Berlin
Gertrud Wieser — Fallbacherstraße 3, 83435 Bad Reichenhall
Ingrid Eilers — Wiesenweg 39, 26506 Norden
Hasso Kornemann — Schulstraße 31, 29683 Dorfmark
Herbert Bühn — Zum Forst 11, 48249 Dülmen
Ingrid Langner — Zieglerhof 6, 30655 Hannover
Alfred Berck — Ludwigshöherstr. 21a, 81479 München
Peter Adolf Beer — Bahnhofstr. 20A, 90518 Altdorf
Wolfgang Völling — Schlesierring 2, 38154 Königslutter
Klaus Habelt — Oedenberger Str. 60, 90491 Nürnberg
Manfred Boersch — Caldenhof 9, 59063 Hamm
Peter Mohr — Rhiemsweg 85 D, 22111 Hamburg
Wilhelm Michaelis — Rauher Dorn 8, 44339 Dortmund
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November 2015
Anton Diehl — Mannheimer Str. 6, 64625 Bensheim
Erna Borm — Hubertusring 13, 38446 Wolfsburg
Peter Hajek — Allerstraße 8, 38448 Wolfsburg
Uwe Seeler — Rugenbarg 14, 22848 Norderstedt
Martin Schuler — Pfauenweg 3, 72336 Balingen-Weilstetten
Elle Freudenberger — Wielandstr. 38, 89073 Ulm
Bruno Hidding — Bergweg 5, 64380 Roßdorf
Claus Hollstein — Hagenstr. 21, 14193 Berlin
Helga Fricke — Scharbeutzer Str. 141A, 22147 Hamburg
Herbert E. Müller — Buckaustr. 69, 41515 Grevenbroich
Wilfried Jahn — Laerstraße 67a, 44803 Bochum
Helga Will — Hof Möglin, 24796 Krummwisch
Ilse Bechthold — Am Hopfgarten 1, 60489 Frankfurt
Gisbert Jung — Schauenburgweg 14,
68219 Mannheim/Rheinau
20. Josef Hiergeist — Dr.-Zacher-Str. 13, 94447 Plattling
21. Holger Flaßnöcker — Auf dem Bauloh 15b, 58119 Hagen
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25.
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26.
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30.
30.
Michael Naumann — Am Horch 4, 35745 Herborn
Wolfgang Bender — Dauner Straße 134, 55606 Kirn/Nahe
Klaus Haas — Herzogstraße 25, 51379 Leverkusen
Werner Freytag — Pleiser Dreieck 34, 53757 St. Augustin
Wolfgang Fricke — Scharbeutzer Str. 141A, 22147 Hamburg
Uwe Scholz — Am Dorfteich 6, 24975 Husby
Wilhelm Köster — Erlenstraße 12, 27232 Sulingen
Karl-Heinz Hupfeld — Ellerholde 34, 21465 Reinbek
Norbert H. Karg — Bodenäcker 7, 64823 Groß-Umstadt
Wolfgang Martin — Ölgartenweg 1, 76189 Karlsruhe
Hubert Otte — Breslauer Str. 2, 35091 Cölbe
Josef Pohl — Haydnstr. 7, 72336 Balingen
Erik Handschumacher — Gabainstr. 21, 12247 Berlin
August Schimpf — Etanger Straße 5, 67480 Edenkoben
Karl Heinz Bruser — Am Solpertsgarten 17, 40764 Langenfeld
Thomas Reinheimer — Dachsbergweg 12, 64287 Darmstadt
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Adolf Drews — Häuslegarten 28, 78315 Radolfzell
Dietmar Günther — Schützenweg 1, 50858 Köln
Helmut Thumm — Plieninger Str. 28, 70794 Filderstadt
Siegfried Wagner — Reitbahnstr. 45, 9111 Chemnitz
Eckardt Schlange — Hochgrevestraße 6, 38640 Goslar
Horst Weustenhagen — Holsteinstr. 4, 51065 Köln
Michael R.E. Menzel — Carl-von-Linde Str. 7/4, 85716 Lohhof
Klaus Schneider — Buchenstraße 31, 85640 Putzbrunn
Uwe Becker — Nelly-Sachs-Str. 69, 38446 Wolfsburg
Klaus Degreif — In den Weingärten 53, 55276 Oppenheim
Ulrich Stegmann — Landsberger Str. 30, 45219 Essen
Walter Eichhorn — Sigehardstraße 31, 64653 Lorsch
Christiane Todd-Krause — Bürgermeister-Aichele-Weg 2,
87534 Oberstaufen
Marion Poppen — Allerstraße 27, 28876 Oyten
Jürgen Neckel — Arno-Holz-Weg 11, 21077 Hamburg
Dieter Bobzin — Adolfstraße 5a, 27472 Cuxhaven
Horst Grischy — Weinstr. 18, 66129 Bübingen
Willi Neermann — Zwischen den Gärten 32,
32457 Porta-Westfalica
Till Luff t — Parcusstraße 7, 64293 Darmstadt
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21. Hans-Ludwig Grüschow — Stoltzestraße 75,
63263 Neu-Isenburg
22. Guido Müller — Dresselstr. 13, 81827 München
23. Gerhard Treutlein — Mühltalstraße 124a, 69121 Heidelberg
26. Gerhard Dotzauer — Am Wittenborn 44,
34346 Hann. Münden
30. Theo Rous — Stadtmauer 9, 46519 Alpen
80
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Wir trauern um unsere Mitglieder
Sven Kuus
Heinz Neckar
Norbert Heldt
Heinz Lauinger
Hans Gaßdorf
75
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Leichtathletik INFORMationen
Leichtathletikinformationen
Deutsche Meisterschaften 2016 in Leipzig und Kassel
Das Ziel heißt: Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro
Immer beliebter werden unter FREUNDEN Kurzreisen zu den Meisterschaften in der Halle und im Freien. In diesem Jahr waren mehr
als 100 in der Arena in Karlsruhe anzutreffen und sogar mehr als
200 im Nürnberger Grundig-Stadion. Wie immer bieten wir unseren Mitgliedern Tickets auf den besten Plätzen und organisieren
Abrufkontingente in geeigneten Hotels. Die Hallen-DM findet am
27./ 28. Februar in der ARENA Leipzig statt. Wie 2014 sind im Penta-Hotel, Großer Brockhaus 3, Tel. 0341 12920 oder [email protected] unter „Freunde der Leichtathletik“ Zimmer (EZ 94 €, DZ
113 €) für uns geblockt, bitte dort direkt buchen. Die Deutschen
Freiluftmeisterschaften werden am 18./19. Juni im Auestadion Kassel ausgetragen. Wie bereits 2011 konnte wir für die FREUNDE im
Hotel Grand la Strada, Raiffeisenstraße 10, fußläufig zum Stadion,
ein Kontingent zum Preis von 89 € für das EZ und 99 € für das DZ
(plus 13,50 € für Frühstück) reservieren. Diese Zimmer sind über
die Geschäftsstelle zu bestellen. Kontakt: [email protected] oder Tel. 09353 99886. Hier konnte leider kein Abruf beim Hotel eingerichtet werden! Einzelheiten zu den Tickets
folgen. (RF)
Die Freunde der Leichtathletik gelten als reisefreudig. Deshalb
sind nicht nur für Athleten die im August kommenden Jahres in
Rio stattfindenden Spiele der XXXI. Olympiade ein attraktives Reiseziel. Vietentours bietet längst per Katalog und auch im Netz unter http://www.vietentours.com/sommerspiele-2016-reisen verschiedene Basis- und Inklusiv-Pakete, Vor- und Nachtouren, aber
auch Informationen zu Sportstätten und Ausflügen in Rio an. Dabei kann man auf vielfältige Erfahrungen bei der Fußball-WM im
vergangenen Jahr zurückgreifen. Für Mitglieder unseres Fördervereins gibt es - darauf sei an dieser Stelle nochmals hingewiesen - 5
Prozent Rabatt.
Die FREUNDE und der British Athletic Supporters Club
intensiven ihre Kontakte
Für 2016 wird es wieder einen FREUNDE-Fotokalender geben!
Die Gespräche mit dem BASC mit dem Ziel, das Interesse an der
Leichtathletik hoch zu halten und die Reisen zu nationalen und besonders zu internationalen Events für unsere Mitglieder einfacher
und attraktiver zu gestalten, sind fortgesetzt worden. Zu Kontakten mit den FFREUNDEN war es zunächst 2014 in Gateshead, dann
in Braunschweig, zunehmend intensiver bei der EM in Zürich, dann
im März 2015 in Prag und schließlich Ende Mai 2015 in Götzis gekommen. Dort trafen sich am Rande des internationalen Mehrkampfmeetings Jack Miller (BASC, links), Frank Hensel (DLV-Generaldirektor und Vizepräsident EAA) mit Roland Frey und Siegmund
Lipiak von den FREUNDEN (zuständig für das Veranstaltungsmanagement bzw. FdL- Beauftragter Internationale Beziehungen).
Hauptthema des Gespräches war die gewünschte Verbesserung
der Kommunikation der EAA mit den Förder-und Fanverbänden
der Mitgliedsländer, insb. die organisatorische Zusammenarbeit
bei Reisen – hier sind die EM, die U 23-EM, die U 20-EM sowie die
Team-EM gemeint. Briten und Deutsche stellen traditionell die
meisten Reisenden zu diesen Meisterschaften. (SL)
Leichtathletik INFORMationen
18
FREUNDE-Mitglied Gerhard Adams aus Düsseldorf gehört zu denen, die sich schon Gedanken gemacht und Prospekte gewälzt haben, denn er möchte auf jeden Fall die Leichtathletikwettbewerbe
vom 12. bis 21. August miterleben. Entschieden oder gebucht ist
aber noch nichts. Wer also Interesse hat, sich auszutauschen oder
nützliche Hinweise geben kann, möge sich an gerhard.adams@
unitybox.de wenden.
Eine ordentliche vierstellige Summe in die Förderkasse der Freunde
der Leichtathletik bringt jährlich der seit 2010 herausgegebene
großformatige Kalender. Er ist ein preiswertes Geschenk (nicht
nur zu Weihnachten!) für Athleten, Trainer, Angehörige und Fans.
Der Preis beträgt unverändert 15 Euro (plus Porto), bei der Bestellung von 10 und mehr Exemplaren kostet er lediglich noch 10 Euro.
Auch bei diesen Preisen ist jeweils zusätzlich ein bis zu dreizeiliger,
individueller Text auf der Titelseite möglich. Günstiger kann man
kaum einen Leichtathletikfreund beglücken und noch dabei noch
ein gutes Werk tun.
Derzeit wird die Auswahl der Fotos getroffen, die wieder vornehmlich Nachwuchsathleten während der Deutschen Jugendmeisterschaften in Aktion zeigen. Ob dabei nach Disziplinen, Landesverbänden oder Vereinen vorgegangen werden soll, ist noch nicht
entschieden … Aber der Fotokalender 2016 kommt auf jeden Fall!
Übrigens: Anregungen und Vorschläge zur Gestaltung des Kalenders werden von der Redaktion immer gerne entgegengenommen. (PB)
Vereinigung Ehemaliger Leichtathleten e.V.
gegründet 1946
1. Vorsitzender: Jörg Lawrenz, Steenkoppel 17, 24598 Boostedt, Telefon: (04393) 972673
2. Vorsitzender: Peter Laufer, Ziegeleistr. 2, 15345 Altlandsberg-Gielsdorf, Telefon: (03341) 25136
Redaktion:
Frank Scheff ka, Oldenburger Str. 153, 27753 Delmenhorst,
Telefon: (04221) 5877925 bzw. (0179) 7413879
70 Jahre VEL – 42. Treffen 2016 in Wuppertal
Liebe VELer/innen,
ein runder Geburtstag kündigt sich an. Wenn auch ohne großes Festgetöse, wollen wir im Rahmen unseres Treffens doch an unsere VEL-Historie erinnern. Nach dem ersten Treffen 1969 in Mainz haben wir uns, mit einigen Unterbrechungen, ab 1979 dann
in jedem Jahr getroffen. Das erklärt auch die abweichende Gesamtzahl.
Mit großer Freude lade ich Euch vom
28. April – 1. Mai 2016
zum 42. VEL-Treffen nach Wuppertal ein.
Die Stadt hat durch die 13 km lange Schwebebahn über der Wupper einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Weniger bekannt
ist, dass Wuppertal nicht nur die grünste Großstadt Deutschlands, sondern auch das Wirtschafts- und Kulturzentrum des Bergischen Landes ist. Wuppertal besitzt z. B. ca. 4.500 Baudenkmale – aber keine Bange, für die reicht die Zeit unserer Stadtführung
nicht. Ich bin ganz sicher, wir haben wieder eine schöne Zeit miteinander. Deshalb gehört der Termin dick in Euren Kalendern
vermerkt.
Wie immer, findet Ihr in Ausgabe 4/2015 unserer Zeitung das Anmeldeformular.
Ich freue mich schon jetzt auf eine rege Teilnahme - besonders auch aus der Region. Bis dahin bleibt bitte alle gesund.
Jörg Lawrenz
Unsere Geburtstagskinder
Oktober 2015
2. Ingrid Bartels — Berlepschstr.11, 36124 Eichenzell
7. Dr. Gerd Loßdörfer — Beim Hochwald 12, 68305 Mannheim
76
77
14. Heinz Fütterer — Olympiaweg 11, 76477 Elchesheim
14. Klaus Todte — Fehrower Steig 4, 12527 Berlin
84
76
November 2015
2.
2.
12.
14.
15.
Lieselotte Leiß — Mennistensteige 2, 48565 Steinfurt
Günther Theilmann — Goethestr. 13, 74834 Elztal
Erwin Meister — Pasinger Str. 21, 82166 Gräfelfing
Alida Bernhauer — Meginhardstr.4, 82205 Gilching
Helga Will — Hof Möglin, 24796 Krummwisch
83
87
89
76
78
20.
24.
26.
28.
Irene Grieser — Toskastr. 32, 04159 Leipzig
Dr. Urban Cleve — Hohenfriedbergstr. 4, 44141 Dortmund
Helga Krüger — Boddenweg 7, 18445 Wendisch-Langendorf
Dr. Gisela Staupendahl — Lutherstr. 73, 30171 Hannover
80
85
80
80
Dezember 2015
2.
6.
8.
12.
12.
17.
Prof. Dr. Adolf Drews — Häuslegarten 28, 78315 Radolfzell
Ingo Kretschmer — Wickenstr. 52, 90768 Fürth
Marlies Hornberger — Hauptstr. 80, 67714 Waldfischbach
Christa Fischer (Stubnick) — Peterstr. 23, 39104 Magdeburg
Ingo Röper — Lanzstr. 30, 68775 Ketsch
Lisa Konrad — Via Giacomo Matteotti 1004,
I -21020 Cadrezza VA
91
82
84
82
70
84
22.
22.
25.
27.
27.
Gisela Birkemeyer — Am Faulen See 20, 13053 Berlin
Guido Müller — Dresselstr. 12, 81827 München
Werner Keller — v. Stauffenberg-Str. 9, 78554 Aldingen
Heinz Ulzheimer — Leipziger Str. 1, 37242 Bad Sooden-Allendorf
Zenta Kopp — Ludwigstr. 39a, 82467 Garmisch-Partenkirchen
19
84
77
89
90
82
Leichtathletik INFORMationen
Ewige Rekorde in der VEL
25 Jahre nach dem Ende der DDR sei an dieser Stelle einmal an die Athletinnen und Athleten
erinnert, die die Ranglisten der Rekorde anführen: Die meisten Meistertitel gewannen Udo
Beyer (11) (1977-87) und Gisela Köhler-Birkemeyer (25!) (1953-61). Die meisten DDR-Rekorde
(22) stellte ebenfalls unsere Gisela auf, gefolgt von Renate Stecher (21).
Bei den Männern führt in dieser Statistik Siegfried Herrmann
(28) vor Ernst Schmidt (22). In einer einzelnen Disziplin liegt
bei den Frauen Johanna Lüttge mit 20 DDR-Rekorden im Kugelstoßen in Front vor den 17 Bestleistungen, die Gisela über
80m Hürden erzielte. Der Hammerwerfer Horst Niebiesch
liegt mit seinen 17 Rekorden knapp hinter unserem VEL-Mit-
Gisela Köhler-Birkemeyer und Manfred Preußger
glied Manfred Preußger mit 18 Höchstleistungen. Über Gisela Birkemeyer ist in der Vergangenheit in unserer Zeitschrift
schon mehrfach berichtet worden. Am Rande des VEL-Treffens in Fulda nutzte ich die Gelegenheit, um von Manfred ein
paar Erinnerungen an seine sportliche Stabhochsprung-Karriere aufzuschreiben: Die ersten Erinnerungen hat der 1932 im
Sudetenland geborene Vize-Europameister von 1958 an das
Jahr 1938, als er motiviert vom Berliner Olympiafilm in Schönlinde seine ersten „Trainingssprünge“ mit einem Männerspeer
machte. Nach den üblichen Kriegswirren landete er mit seiner Familie in Kamenz, wo er es 1948 zum ersten Mal mit einer
Bambusstange mit Eisenspitze versuchte. Aus der Tatsache,
dass bereits seit 1924 international mit einem Einstichkasten
gesprungen wurde, der
die Eisenspitze unnötig
macht, lässt sich schlussfolgern, dass dieser Stab
noch älter gewesen sein
musste…! Es folgten
Sprünge auf dem Schulhof, wobei die Stange
auf der Hochsprunganlage des Sportplatzes deponiert wurde. Motivator
für seine Leistungen war
Manfreds Mutter. So erinnert sich der damals auch
begeisterte Radfahrer an
eine ihrer Aussagen: „…
wenn du die Höhe schaffst, bekommst du einen Schlauchreifen…!“. Wenig später war das Radeln ein ganz neuer Genuss!
Zu den frühen Erinnerungen gehört auch die Fahrt zu seinen
ersten gesamtdeutschen Meisterschaften der Junioren 1953
nach Balingen (Baden-Württemberg). Der Bus, der die Sportler
aus Potsdam über Erfurt ans Ziel bringen sollte, hatte den Motor eines „Tiger-Panzers“ und leider eine defekte Ölzuleitung.
Als es bergauf ging, schaff te die Technik es nicht mehr, was für
die sportlichen Insassen unerwartete zusätzliche Trainingseinheiten bescherte… Beim Wettkampf wurde Manfred dann übrigens Zweiter.
Seinen ersten deutschen Rekord sprang er bereits zwei Jahre
später in Stuttgart, wobei er mit 4,25 m den Pforzheimer Julius
Schneider (4,21 m) ablöste. Weitere Anekdoten auf dem langen und erfolgreichen Weg bis zu seinem letzten DDR-Rekord
1964 in Leipzig (5,15 m) werde ich in der nächsten Ausgabe unserer Zeitschrift für Sie zusammenfassen.
Frank Scheffka
Die Leipziger Leichtathletik-Senioren treffen sich wieder
am 5. September 2015 ab 11.00 Uhr auf dem Charlottenhof.
Ansprechpartner ist Manfred Grieser (Tel.: 0314 / 9110080)
Leichtathletik INFORMationen
20
Das „Gras“-Foto aus dem blauen Band des Cigaretten-Bilderdienstes über die Spiele der XI. Olympiade, Berlin 1936 – nur gestellt?
Long vs. Owens:
Fakten vs. Interpretationen
In den Annalen der Olympischen Sommerspiele gibt es, zumindest aus deutscher Sicht, ein
Leichtathletik-Duell, dem getrost diese Attribute zugeordnet werden können: das politischste und – in Teilen – das geheimnisvollste.
Gesicherten Fakten des Wettkampfs stehen Darstellungen gegenüber, deren Schärfe im Nebel seiner mittlerweile 79-jährigen Geschichte gelitten hat. Aus diesem Grund wird ihm auch
gern noch der plakative Begriff Mythos beigestellt.
Es mag an dieser mystischen Unschärfe liegen, dass das Interesse am Ringen um den Olympiasieg im Weitsprung zwischen
dem Afroamerikaner Jesse Owens (Gold mit 8,06 m) und dem
Sachsen Luz Long (Silber mit 7,87 m) bei den Spielen 1936 in Berlin auch heute noch nicht nachlässt. So brachte Anfang August
der NDR die 30minütige TV-Doku „Luz Long, ein Held in der Nazi-Zeit“, befasste sich im Juni die italienische Station Radio 24
mit dem Leipziger Apothekersohn („Der Champion, der Hitler
herausforderte“), veröffentlichte im Mai Long-Sohn Kai, 73, im
Arete-Verlag ein Buch (272 Seiten, 19,95 €) mit dem Titel „Luz
Long – eine Sportlerkarriere im Dritten Reich. Sein Leben in Dokumenten und Bildern“. Bereits 2013, zum 100. Geburtstag der
gleichaltrigen Kontrahenten des Weitsprungs, eröffnete in Leipzig die Ausstellung „Der weite Sprung“, und in Berlin hatte sich
der Sporthistoriker Volker Kluge, 70, mit einem 31seitigen Traktat zu Wort gemeldet. Dessen Titel, der eine alternative Interpretation des Geschehens andeutet: „100 Jahre Jesse Owens
und Luz Long – siegt die Legende gegen die Wahrheit?“
Die „Geschichte von Jesse und Luz“ gehöre „zum heutigen
olympischen Grundwissen“, heißt es im Kluge-Kompendium.
Das stimmt im Bezug auf die belegten Fakten des dramatischen
Ablaufs der Sprungkonkurrenz mit den für die damalige Zeit gigantischen Weiten. Aber wie steht es mit den Abschnitten der
Geschichte, die „immer wieder aufs Neue die Fantasie derjeni21
Leichtathletik INFORMationen
gen anregen, die mit den Olympischen Spielen die Ideale der
Völkerverständigung und des Fairplay verbinden“ (Kluge)? Ideale, die durch die NS-Rassenpolitik („Neger haben auf der Olympiade nichts zu suchen“/Nazi-Kampfblatt Völkischer Beobachter 1932) schon vor Beginn der Spiele verraten wurden. Dass sie
der blonde Deutsche und der schwarze Amerikaner an jenem
4. August 1936 mit sportlich-gesundem Menschenverstand verteidigten, ist lediglich eine Momentaufnahme.
Der Weitspringer Luz Long ist der Nachwelt vor allem über ein Foto im Gedächtnis geblieben: Long lächelnd und Arm in Arm mit dem vierfachen Goldmedaillengewinner
Jesse Owens bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Es ist der eine, wahre olympische Moment, in dem der Sport alle Rassenschranken überschreitet.
Sein Sohn Kai-Heinrich Long hat nun mithilfe von bislang unveröffentlichten Tagebucheintragungen, Briefen und Fotos aus dem Privatbesitz der Familie, Erinnerungen von
Zeitzeugen sowie zahlreichen zeitgenössischen Artikeln aus Zeitungen und Zeitschriften
das viel zu kurze Leben dieses Ausnahmesportlers von seiner Geburt 1913 bis zu seinem
Tod 1943 auf Sizilien dokumentiert.
Es entsteht das faszinierende Porträt eines Mannes, der vor allem Sport treiben und sich
im fairen Wettkampf mit den besten Athleten der Welt messen wollte.
Kai-Heinrich Long
Luz Long –
eine Sportlerkarriere
im Dritten Reich
Sein Leben in Dokumenten
und Bildern
Kai-Heinrich Long
Mit einer kompletten Liste aller Wettkämpfe von Luz Long der Jahre 1929 bis 1942.
Luz Long – eine Sportlerkarriere
Was diesbezüglich damals geschah (oder nicht geschah) nährt
die Legende der Geschichte. In Stichworten: Hat Long den Favoriten und Weltrekordler Owens (1935 weltweit erster Achtmetersprung: 8,13 m) mit Ratschlägen davor bewahrt, schon in der
Qualifikation zu scheitern? Ist das berühmte Foto, das Long und
Owens eng nebeneinander liegend auf dem Stadionrasen zeigt,
ein Schnappschuss – also eine spontane Geste Beider – oder gestellt? Hat Long Owens tatsächlich nach dessen Siegessprung
umarmt, als er ihm gratulierte? Wie ist zu interpretieren, dass die
Beiden nach der Siegerehrung Arm in Arm an Hitlers Ehrenloge
vorbei das Stadion verließen: als Selbstverständlichkeit unter
Sportlern oder als bewusste Provokation der NS-Rassenhygieniker? Hat, wie Owens nach 1945 behauptete, ein nacholympischer Briefwechsel mit Long stattgefunden?
Kai-Heinrich Long, Jahrgang 1941, war bei dem Tod seines Vaters anderthalb Jahre alt. Bei einem
Treffen mit Jesse Owens 1964 haben beide das berühmte Foto auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions nachgestellt.
ISBN 978-3-942468-26-8
geht auf die Angelegenheit überhaupt nicht ein. Kai Long bekennt schließlich: „Wir wissen es bis heute nicht“.
Von der Geschichtsforschung durchaus als politisch eingeschätzt: die von der Nachwelt als Beleg für Völkerfreundschaft,
Kameradschaft und mutige Herausforderung der Nazis gedeutete „Gras“-Szene mit Luz und Jesse, ihr Arm-in-Arm-Abgang nach der Siegerehrung sowie Beider Umarmung nach
Owens Siegsprung, über die Luz in der NLZ schrieb: „Ich kann
nicht anders, ich laufe zu ihm, bin der Erste, der ihn beglückwünscht, umarmt“. Das „Gras“-Foto fehlt bis heute in keiner
Long-Owens-Betrachtung, im Buch des Sohns ist es dreimal
abgedruckt, jedoch vom Autor unkommentiert gelassen, in
Leni Riefenstahls zwei Olympiafilmen (Premiere 1938) findet
es keine Berücksichtigung. Ohne einen überzeugenden Beleg
vorzulegen, deutet Kluge an, das Foto könnte eine „am Rande
der Nordanlage“ von NS-Fotoleuten gestellte „Freundschaftsszene“ sein. Diese Interpretation – sowie Kluges Einlassungen
zu Owens` filmreif-schillernden Überhöhung der Freundschaft
zu Long in 1960er-Jahren – wird Kais Ehefrau Ragna gemeint
haben, als sie mir mailte: „Bezüglich Herrn Kluge gehen wir
nicht konform mit seinen Berichterstattungen, . . . er ist leider
nicht in der Lage, sich zu korrigieren. Absicht meines Mannes
war es, endlich authentisch über Luz zu erzählen“.
Im Gegensatz zum lorbeerbekränzten Arm-in-Arm-Abgang
scheint es für die Umarmungsszene „unter den Augen des Führers, die bis heute als Symbol für den wahren olympischen Moment zwischen zwei Sportlern gilt“ (Long jun.) keinen Fotobeleg zu geben. Dass sie aber doch stattgefunden haben könnte,
bezeugt ein Tagebuch-Eintrag von Luz Longs Mutter Johanna:
„Luz erhielt von höchster Stelle (Heß) den Verweis, nie wieder
einen Neger zu umarmen“. (Heß war bis 1941 Hitlers Stellvertreter/Anm. d. Autors). Kais Meinung zur Umarmung: Vermutlich eine spontane, sportliche Geste, keine gezielte Provokation.
www.arete-verlag.de
Fragen, die auch in den Arbeiten von Kai Long und Volker
Kluge nicht immer nachvollziehbar beziehungsweise überhaupt nicht beantwortet wurden. Long jun. spricht in seiner
komplexen, mit Originaldokumenten und Fotos sowie mit
(wohl absichtlich) sparsam verwendeten Kommentaren und
Verdeutlichungen versehenen Zusammenstellung von der
„ewigen Frage: Hat Luz Jesse die entscheidenden Tipps gegeben?“ Owens erwähnt Longs Hilfe drehbuchreif erstmals erst
1960 in Reader`s Digest Asia und dann 1964 bei einem Treffen in Berlin gegenüber Kai. Sein Vater vermerkte den angeblichen Vorgang eine Woche nach dem Wettkampf in einem von
ihm selbst verfassten Artikel („Mein Kampf mit Owens“) für
die Neue Leipziger Zeitung (NLZ) aber nicht; möglicherweise
wurde sie von einem NS-gesteuerten NLZ-Redakteur gestrichen. Kai L. berichtet noch von einem an ihn gerichteten Brief
eines gewissen Werner Textor, der am 4.8.36 als 16-Jähriger
vom Umlaufgraben des Stadions aus gesehen haben will, wie
Luz L. während des Wettkampfes gestikulierend mit Owens
geredet habe. Er deutete dies als Tipp für eine notwendige
Anlaufkorrektur (Owens hatte in der Quali bereits zwei Fehlversuche), war sich aber nicht sicher, ob es sich um Qualifikation oder Vorkampf handelte. Ein Foto (Copyright: IOC) in Kais
Buch zeigt eine Szene, die Textor bestätigen könnte. Kluge
Leichtathletik INFORMationen
22
Vom vierfachen Olympiasieger und seinen US-Biografen
häufig erwähnt ist ein angeblich drei Jahre lang währender
nacholympischer Briefwechsel des Berlin-Helden mit Long.
Er könnte ein weiteres Zeugnis für eine grenzenlose, aktiv indes an nur wenigen Tagen im August 1936 gepflegte Freundschaft sein – wenn es ihn wirklich gab. Kluge schreibt von einer „Korrespondenz, die nie existierte“. Kai Long erwähnt sie
im Buch nicht. War also Jesse Owens („Solche Stories wollen
die Leute doch hören“) ein „Märchenerzähler“, wie Kluge insinuiert, nach für ihn sozial schwierigen Jahren im rassistischen
Nachkriegs-Amerika nur darauf aus, wieder Gehör zu finden?
Eine objektive Beurteilung scheint heutzutage unmöglich zu
sein, das haben der um Authentizität bemühte Kai Long und
Volker Kluge mit seiner sowohl wissenschaftlichen, als auch
teilweise interpretativen Annäherung an das Duell feststellen müssen. Folgen wir am besten Luz Longs Schwiegertochter Ragna. Sie schrieb mir: „Wir möchten, dass die Leser selbst
entscheiden, wie sie die damalige Zeit und ihre Sportler und
Funktionäre verstehen und was sie glauben möchten. Einiges,
besonders die Freundschaft mit Jesse, kann man nicht hundertprozentig lösen“.
Michael Gernandt
Das neue VEL-Museum
Auch hier finden sich zahlreiche Erinnerungen an die im Hauptartikel bereits ausführlich gewürdigte Sportlerpersönlichkeit Luz
Long. Sein Autograph gehört zu den wertvollsten in meiner Sammlung. Geschrieben hat er es einen Monat nach seinem Europarekordsprung am 1. August 1937. Von diesem Wettkampf zeugt die Kopie des Rekord-Protokolls. Das Foto u. l. zeigt den
7,87 m-Sprung während der Olympischen Spiele von 1936. Das Gruppenfoto von 2004 zeigt v.r.n.l. Kai und dessen Ehefrau Ragna
Long, Elfriede Kaun und Luz Longs Enkelin Julia Vanessa. Interessante Fußnote der Geschichte: Der 1943 gefallene Weitspringer
und die Hochspringerin standen sich seinerzeit sehr nahe und verabredeten, ihren jeweils ersten Sohn „Kai“ nennen zu wollen.
Und beide hielten sich daran! Elfriede Kaun überlebte ihren an Diabetes erkrankten und früh verstorbenen Kai um viele Jahre.
Kai Long hält das Andenken an seinen Vater u. a. durch das vorgestellte Buch am Leben.
Frank Scheffka
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Leichtathletik INFORMationen
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