Die Rechte der Beamten sichern und ausbauen

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2016
Personalratswahlen
– stark, unbestechlich, erfolgreich –
Die Rechte der Beamten sichern und ausbauen
– stark, unbestechlich, erfolgreich – unter diesem Motto tritt die GDL bei den
Besonderen Personalratswahlen des Bundeseisenbahnvermögens (BEV) vom
10. bis 12. Mai 2016 an. Diesmal sind rund 30 000 Wahlberechtigte dazu aufgerufen, ihre Besonderen Personalvertretungen zu wählen. Es gilt, die erworbenen
Rechte der Beamten für die kommenden vier Jahre zu sichern und auszubauen.
Doch die abnehmende Anzahl der Beamten macht diese
Arbeit immer schwieriger.
Gefragt sind daher kompetente, engagierte und mit viel
Verhandlungsgeschick ausgestattete Personalvertretungen – Qualitäten, über die die
Personalratsmitglieder der
GDL in hohem Maße verfügen. Zudem besitzen die Kandidaten der GDL aufgrund
ihres gewerkschaftlichen
Hintergrundes eine besondere
Sachkunde, auf die sie bei
ihrer Personalratsarbeit stets
zurückgreifen können. Darüber hinaus können nur die
Personalräte der GDL auf die
Stärke und die Kompetenz des
Dachverbandes dbb beamtenbund und tarifunion vertrauen. Damit sind vor allem die
GDL und ihre Personalräte in
der Lage, Verbesserungen für
die verbeamteten Beschäftigten bei der DB herbeizuführen.
Klares Bekenntnis zum
Berufsbeamtentun
Da Beamte ihre berechtigten
Forderungen aufgrund ihres
Status nicht mithilfe des Arbeitskampfes durchsetzen
können, bedürfen die konsequente Verfolgung ihrer Interessen und die Durchsetzung
beamtenrechtlicher Forderungen einer intensiven Lobbyarbeit. Die Position der GDL
und ihrer Personalräte ist unverrückbar: Sie stehen ganz
klar zum Berufsbeamtentum
und beteiligen sich nicht an
Debatten über ein mögliches
Streikrecht für Beamte. Jede
Veränderung am Beamtenstatus, einschließlich des
Streikrechts, würde zu erheblichen Benachteiligungen
führen, beispielsweise bei der
lebenslangen Alimentation.
Darum bedarf es starker Gewerkschaften wie der GDL
und einer starken Interessenvertretung, um auf dem Verhandlungsweg Verbesserungen zu erreichen.
Erfolge in der
Personalratsarbeit
Zu den auf diese Weise erzielten Erfolgen gehört beispielsweise, dass Fehlentwicklungen bei laufbahnübergreifenden Beförderungen durch beharrliches und konsequentes
Aufzeigen auf ein Minimum
begrenzt werden konnten.
Vor dem Hintergrund der sich
erfreulicherweise verbesserten Beförderungssituation
haben die in diesem Zusammenhang von den GDLPersonalvertretern geführten
intensiven Gespräche zur
Sensibilisierung der Beteiligten deutlich Wirkung erzielt.
Insbesondere durch den horizontalen Laufbahnwechsel
hat es in der Vergangenheit
zunehmend Unmut gegeben.
Entscheidungsgrundlage des
BEV ist die Bestätigung der
erlangten Laufbahnbefähigung durch die Personalleiter
der DB. Eine Entscheidung
nach Aktenlage ohne weitere
Prüfungen ist immer kritisch
zu betrachten. Heute können
wir feststellen, dass der horizontale Laufbahnwechsel zunehmend in beide Richtungen
erfolgt, zum Beispiel von der
Laufbahn der Lokomotivführer in die der Bundesbahnsekretäre und umgekehrt. Nur
so wird innerhalb von geschlossenen Laufbahnen ein
ausgewogenes Verhältnis von
Zu- und Abgängen aus den
jeweiligen Laufbahnen erreicht. Die Forderung der GDL
„Schluss mit Dienstpostenverlagerungen aus dem Fahrdienst in laufbahnfremde
administrative Bereiche“
konnte somit erfolgreich
umgesetzt werden.
Auch künftig werden die GDLPersonalräte jede zweifelhafte
Entscheidung kritisch prüfen
und nicht nachvollziehbare
Dienstpostenvergaben der
zuständigen Abteilung der
Deutschen Bahn zur Prüfung
vorlegen.
Beamte profitieren
vom BuRa-ZugTV
Die erfolgreiche Politik für
Beamte konnte durch die
eigenständigen DB-Tarifverträge für das Zugpersonal
(BuRa-ZugTV) fortgeführt
werden. So erreichte die GDL,
dass die tariflichen Arbeitszeitregeln im Rahmen der geltenden beamtenrechtlichen
Vorschriften sinngemäß angewendet werden können. Auch
der erfolgreichen GDL-Tarifpolitik ist es zu verdanken, dass
von den Beamten analog zu
den Tarifkräften, dies jedoch
unter Beibehaltung der Besoldung, durchschnittlich 39 Wochenstunden abgefordert
werden, wobei nach der Arbeitszeitverordnung (AZV)
grundsätzlich 41 Wochenstunden zu leisten wären. Von
erheblichem Vorteil ist die tariflich geregelte Ermittlung
der Zusatzurlaubstage für
Nachtdienst. Dabei werden,
je nach tatsächlichem Aufwand, deutlich mehr Zusatzurlaubstage erreicht, als es
die Erholungsurlaubsverordnung und „andere Tarifverträge“ ermöglichen. Das bedeutet mehr Freizeit für Familie
und Freunde.
Beseitigung weiterer
Ungerechtigkeiten
Ein weiteres Verdienst der
GDL ist es, dass die Beamten
bei der DB den Arbeitnehmern nach Eisenbahnbetriebsunfällen hinsichtlich der Fortzahlung der variablen Entgeltbestandteile gleichgestellt
sind. Werden zugewiesene
Beamte durch posttraumatische Belastungsstörungen
vorübergehend dienstunfähig, erhalten sie nunmehr
für bis zu sechs Wochen die
durchschnittlichen variablen
Entgeltbestandteile der dem
Unfall vorausgegangenen drei
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10. bis 12. Mai 2016
Monate aus Sonn-, Feiertags-, Nachtarbeits- und der
Schichtzulagen wie ihre tarifbeschäftigten Kollegen. Voraussetzung für die Zahlung
ist, dass das traumatisierende
Ereignis bei der Beamtenunfallfürsorge angezeigt und als
Dienstunfall anerkannt wird.
Mit der Beseitigung der ursprünglichen Ungerechtigkeit
zulasten der Beamten haben
die GDL und ihre Personalräte
an dieser Stelle ein weiteres
wichtiges Ziel erreicht. Damit
nicht genug. Durch erfolgreiche Tarifpolitik erreichte die
GDL, dass der im DB-Lokomotivführertarifvertrag (LfTV)
verankerte „Besondere
Rechtsschutz“ zur sachgerechten Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche, die im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis, beispielsweise
bei Eisenbahnunfällen, entstehen können, auch den zugewiesenen Beamten gewährt wird.
Auch für Beamte Schutz
bei Betreiberwechsel
Durch den Abschluss des Betreiberwechseltarifvertrages
durch die GDL und aktuell
durch das Vergaberechtsmodernisierungsgesetz wird den
Beschäftigten im Schienenpersonennahverkehr beim
ausschreibungsbedingten
Verlust ihrer Arbeitsplätze das
Recht zum Wechsel zu gleichen Bedingungen zum neuen Betreiberunternehmen
eingeräumt. Von Anfang an
hat die GDL gefordert, dass
auch für die verbeamteten
Beschäftigten Regelungen
zum Betreiberwechsel geschaffen werden. Beamte
müssen bei einem Betreiberwechsel ebenso wie tarifliche
Arbeitnehmer die Chance erhalten, zum neuen Betreiber
zu wechseln und damit
wohnortnah weiterhin beschäftigt zu werden. Diese
Forderung konnten die GDL
und ihre Personalräte in Verhandlungen mit der DB und
dem BEV erfolgreich umsetzen. Danach können wechselwillige Beamte bei einem Betreiberwechsel mit Zustimmung der DB und des neuen
Betreibers durch § 29 Bundesbeamtengesetz für den Zeitraum des Verkehrsvertrages
zum neuen Betreiber zugewiesen werden. Über ihre
Rechte und Pflichten werden
sie in einem entsprechenden
Merkblatt informiert. Entscheidend für die Zustimmung des Bundeseisenbahnvermögens dürfte in jedem
Einzelfall die jeweilige tarifliche Situation beim aufnehmenden Unternehmen sein,
weil daraus die Höhe der Personalkostenerstattung an das
BEV berechnet wird. Von daher kommt den einheitlichen
tariflichen Rahmenregelungen (BuRa-ZugTV) im gesamten Schienenpersonennahverkehr auch hier eine überproportionale Bedeutung zu.
Doch auch für die Beamten,
die sich für eine befristete
Zuweisung zu einem DrittEisenbahnverkehrsunternehmen entscheiden, sind die
tariflichen Bestimmungen
des aufnehmenden Betreibers gerade in arbeitszeitlicher Hinsicht von entscheidender Bedeutung.
Transparente Dienstpostenvergabe
Rückblickend war die Beförderungssituation in den vergangenen zehn Jahren wenig
erfreulich. Ursächlich hierfür
sind unter anderem zwei frühere Vorruhestandsregelungen, mit denen in den Sanierungsjahren der DB der da-
mals für notwendig angesehene Personalabbau durch ein
frühzeitiges Ausscheiden beschleunigt werden sollte. Dieses Sanierungsinstrument
führte dazu, dass seit dem
Auslaufen der Regelung praktisch nur noch wenige altersbedingte Abgänge zu verzeichnen waren. In der Folge
fehlte es an freien Dienstpostenbewertungen und entsprechenden Beförderungsmöglichkeiten. Weit gravierender wirkte sich jedoch die
Altersteilzeit alter Regelung
aus, die den eigentlichen Beförderungsstau auslöste. Mit
Ablauf des Jahres 2019 müsste dieses Kapitel jedoch endgültig beendet sein, denn
dann werden die letzten betroffenen Beamten aus der
Ruhephase ihrer Altersteilzeit
in die verdiente Pensionierung übergeleitet und machen so die Bewertungen für
erneute Vergaben frei.
Tatsache ist, dass schon heute
mehr Bewertungen vergeben
werden, als es in der jüngsten
Vergangenheit der Fall war.
Für die GDL-Personalräte ist
dies der Auftrag, sehr genau
hinzuschauen und beharrlich Transparenz einzufordern, um einer Fehlentwikklung bei der Vergabe von
Bewertungen sehr frühzeitig
entgegenwirken zu können.
Die Möglichkeit, das nächsthöhere Beförderungsamt zu
erreichen, stellt das Kernelement im Beamtenrecht dar,
um dem Leistungsgedanken
des Beamtenrechts gerecht zu
werden.
GDL tritt selbstbewusst
mit eigenen Listen an
Die GDL-Kandidaten werden
sich mit aller Kraft für die Personalratsarbeit und die Belange aller zugewiesenen Beam-
ten einsetzen. Unter dem
Motto GDL: stark – unbestechlich – erfolgreich bitten
die GDL-Kandidaten um Ihre
Stimme. Zugewiesene Beamte wählen danach in den
Dienststellen sowie zusätzlich den Besonderen Hauptpersonalrat bei der Präsidentin des BEV in Bonn. Die Spitzenkandidaten der GDL für
den Besonderen Hauptpersonalrat und bei den Dienststellen sind auf der Rückseite aufgeführt.
Die Personalratswahl
nutzen – GDL wählen
Die Besonderen Personalräte
der GDL machen keine leeren
Worte, sondern halten, was
sie versprechen. Während andere beispielsweise mit ihrer
Politik zum Streikrecht für
Beamte das gesamte Berufsbeamtentum schwächen und
allzu oft Seite an Seite mit
den Arbeitgebern und Dienstherrn stehen, vertreten die
Kollegen der GDL die Interessen der Beamten engagiert,
wirkungsvoll und offensiv. Je
stärker die GDL aus den Personalratswahlen hervorgeht,
umso größer sind die Chancen
auf eine schlagkräftige Interessenvertretung.
Sie haben es gleich doppelt in
der Hand: Als Wähler entscheiden Sie mit Ihrer Stimme
nicht nur, wer Sie bei der DB
und dem BEV vertritt, sondern
auch über die Mehrheitsverhältnisse in den Personalvertretungen. Üben Sie deshalb
Ihr Wahlrecht aus und geben
Sie Ihre Stimme den Kandidaten der GDL!
Gewerkschaft
Deutscher Lokomotivführer
Baumweg 45
60316 Frankfurt am Main
www.gdl.de
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2016
Personalratswahlen
– stark, unbestechlich, erfolgreich –
GDL-Kandidaten des Hauptpersonalrats
Enno Petersen
Michael Dittmann
Thomas Voglgsang
Stefan George
Lokomotivführer S-Bahn
Hamburg, Jahrgang 1962
Lokomotivführer DB Regio,
Rheinland, Jahrgang 1971
Lokomotivführer DB Cargo,
Mannheim, Jahrgang 1958
Lokomotivführer DB Fernverkehr, Kassel, Jahrgang 1967
Die bisher erzielten Erfolge sprechen für sich. Doch die
Personalräte der GDL bleiben dran. Mit Sachkunde, Fachwissen und der Durchschlagskraft einer erfolgreichen Gewerkschaft im Rücken setzen sie sich auch künftig ein für:
• mehr Planstellen, um die Beförderungssituation
zu verbessern,
• laufbahngerechte Beförderung für alle Beamte,
• Zahlung von tariflichen Zulagen an Beamte,
Peter Langhammer
Lokomotivführer DB Cargo,
Nürnberg, Jahrgang 1962
• Anwendung der tariflichen Bestimmungen zum Betreiberwechsel. Somit Schutz vor ausschreibungsbedingtem Verlust des Arbeitsplatzes und das Recht auf Wechsel zum
neuen Betreiberunternehmen auch für Beamte.
Jörg Dreyer
Lokomotivführer DB Cargo,
Hannover, Jahrgang 1965
Harald Vorhauer
Christian Wrublewsky
Thomas Hupfeld
Peter Garke
Lokomotivführer DB Fernverkehr, Dortmund, Jahrgang 1954
Lokomotivführer DB Regio,
Saarbrücken/Homburg,
Jahrgang 1966
Lokomotivführer DB Fernverkehr, Kassel, Jahrgang 1962
Werkmeister DB Regio, S-Bahn
Stuttgart, Jahrgang 1962
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Personalratswahlen 2016
GDL wählen – Zukunft gestalten
GDL-Spitzenkandidaten der BEV-Dienststellen
Dienststelle Mitte
Dienststelle Nord
Thomas Hupfeld
Christian Wrublewsky
Jörg Dreyer
Peter Pagels
Lokomotivführer DB Fernverkehr, Kassel, Jahrgang 1962
Lokomotivführer DB Regio,
Saarbrücken/Homburg, Jahrgang 1966
Lokomotivführer DB Cargo,
Hannover, Jahrgang 1965
Kundenbetreuer DB Regio,
Niedersachsen/Bremen,
Jahrgang 1963
Ich trete ein für transparente
Regeln bei Personalentscheidungen, vor allem bei Beförderungen und im Rahmen der
Vergabe von Leistungsstufen.
Ich werde mich für eine abzugsfreie Absenkung des
Versorgungseintrittsalters für
Beamte im Schicht- und
Wechseldienst einsetzen.
Dienststelle Süd
Mir liegt an einer fairen und
gerechten Behandlung aller
Beamten. Besonders wichtig
ist mir die Verbesserung der
Beförderungssituation.
Bei Sorgen und Nöten der
Kollegen werde ich helfen und
vermitteln. Besonders wichtig
ist mir, dass die Bahn zu ihren
Beamten steht.
Dienststelle West
Thomas Voglgsang
Wolfgang Schustereder
Harald Vorhauer
Johann Begon
Lokomotivführer DB Cargo,
Mannheim, Jahrgang 1958
Lokomotivführer DB Regio,
Oberbayern, Jahrgang 1956
Lokomotivführer DB Fernverkehr, Dortmund, Jahrgang 1954
Lokomotivführer DB Cargo,
Gremberg, Jahrgang 1953
Ich werde den Kollegen mit
Informationen über beamtenrechtliche Besonderheiten
und Änderungen beratend zur
Seite stehen.
Mein Motto: keine „Zweiklassengesellschaft“ bei der
DB. Auch die Beamten sollen
von tariflichen Verbesserungen profitieren.
Ich will durch größtmögliche
Erreichbarkeit eine intensive
Betreuung vor Ort gewährleisten, vor allem bei Zurruhesetzungen nach Dienstunfällen.
Bei Arbeitszeit, Urlaub und
Zulagen haben die Beamten
bisher stark von der Tarifarbeit der GDL profitiert. Diesen
Kurs will ich fortführen.