Eigenverbrauch von Solarstrom im Vormarsch – trotz Widerstand

Swissolar
Schweizerischer Fachverband für Sonnenenergie
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Medienmitteilung vom 22. Februar 2016
14. Nationale Photovoltaiktagung vom 22./23. Februar in Bern
Eigenverbrauch von Solarstrom im Vormarsch – trotz Widerstand
Bern, 22. Februar 2016. Es ist kaum mehr bestritten, dass Photovoltaik zukünftig eine
zentrale Rolle in der schweizerischen Stromversorgung spielen wird. Wie rasch dies geschieht, hängt jedoch massgeblich von der Energiestrategie 2050 ab, die zurzeit im Parlament beraten wird. Derweil zeigt sich am Markt ein rasch wachsendes Interesse am Eigenverbrauch des Solarstroms durch die Produzenten. Leider wird diese erwünschte
Entwicklung von immer mehr Energieversorgern durch Tarifbestimmungen sabotiert. An
der Nationalen Photovoltaiktagung 2016 mit rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
diskutieren Forscher, Anwender, Politiker und Vertreter der Elektrizitätsbranche über diese und andere aktuelle Themen.
Rund 60‘000 Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) mit einer Gesamtleistung von 1.35 Gigawatt
sind in der Schweiz installiert. Sie decken mehr als 2 Prozent des Strombedarfs. Das ist aber
erst der Anfang: In der Schweiz muss bis in spätestens 20 Jahren der heutige Atomstrom-Anteil
von 40% ersetzt werden. Solarstrom kann mindestens zwei Drittel davon liefern. Dafür braucht
es eine Fläche von rund 100 Mio. Quadratmetern, was weniger als einem Viertel der vorhandenen Dachflächen entspricht.
Warten auf die Energiestrategie 2050
Zur fristgerechten Erreichung dieses Ziels müssten jährlich 600-800 Megawatt PhotovoltaikLeistung installiert werden, also mehr als doppelt so viel wie 2015. Mit den in der Energiestrategie 2050 vorgesehenen Fördermassnahmen – insbesondere die Erhöhung der KEV-Abgabe auf
2.3 Rp./kWh – würde die dafür notwendige Voraussetzung geschaffen. Ein Inkrafttreten der neuen Bestimmungen ist leider nicht vor 2018 zu erwarten.
Viele Energieversorger sabotieren den Eigenverbrauch
Der Eigenverbrauch des selbst produzierten Solarstroms kombiniert mit der Einmalvergütung
ermöglicht dank den rasch gesunkenen Kosten den wirtschaftlichen Betrieb von Anlagen und
stösst auf rasch wachsendes Interesse – immer öfter auch in Kombination mit dezentralen
Stromspeichern. Ab 2018 soll die Einmalvergütung auch für Anlagen über 30 kW (ca. 200 m2)
verfügbar sein, womit auch Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft davon profitieren könnten. Ein
von Swissolar in Auftrag gegebenes und an der Tagung vorgestelltes Gutachten1 zeigt auf, dass
der Eigenverbrauch von immer mehr Energieversorgern behindert wird. Zu den typischen Gegenmassnahmen zählen tiefe Rückliefertarife für überschüssigen Strom, Leistungstarife, zusätz1
Diskriminierende Tarifstrukturen – es droht ein Ausbaustopp der Photovoltaik. Was die üble Nachrede von der
„Entsolidarisierung durch Photovoltaik“ in Wirklichkeit bezweckt. Gutachten Dr. Rudolf Rechsteiner, Februar
2016.
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liche Anschlussgebühren und hohe Zählerkosten. Im Extremfall kann dies eine Solaranlage unrentabel machen. Nationalrat Roger Nordmann, Präsident von Swissolar, kritisiert diese Entwicklung scharf: „Gewisse rückwärtsgewandte Stromunternehmen mit einem sowjetischen Geist hintertreiben den Ausbau der dezentralen Nutzung der erneuerbaren Energien und sabotieren damit die Energiestrategie 2050“.
Innovative Schweizer Solarwirtschaft
Schweizer Forschung und Industrie im Bereich Photovoltaik zählt schon seit Jahren zur Weltspitze. An der Tagung werden verschiedene aktuelle Entwicklungen zur Steigerung des Wirkungsgrads, zur Anwendung neuer Zellmaterialien und zur optimalen Integration der Anlagen ins
Stromnetz vorgestellt. Eine Spezialität der Schweiz ist weiterhin die Integration der Photovoltaik
in die Gebäudehülle, eine Thematik, der ein ganzer Referatsblock gewidmet ist.
Innovation ist auch bei der Elektrizitätswirtschaft und den Solarinstallateuren gefragt, angesichts
der sich rasch wandelnden Rahmenbedingungen. Neue Geschäftsmodelle sind deshalb ein weiteres Schwerpunktthema der diesjährigen Tagung, wo etwa der Eigenverbrauch im Mehrfamilienhaus oder der Einbezug von Solar-Überschüssen in Smart Grids vorgestellt werden.
Über die Nationale Photovoltaiktagung
Die jährlich durchgeführte Veranstaltung wird von Swissolar gemeinsam mit dem Verband Schweizerischer
Elektrizitätsunternehmen (VSE) und dem Bundesamt für Energie (BFE) organisiert. Die rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus der Solarbranche, der Elektrizitätswirtschaft, der Forschung, der Architektur
und der Politik.
Weitere Informationen: www.swissolar.ch/pv2016
Über Swissolar
Swissolar vertritt als Branchenverband die Interessen von 500 Verbandsmitgliedern mit rund 8‘000 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden. Swissolar setzt sich für eine schnell wachsende Nutzung von Solarenergie in der Schweiz ein. Diese
wird zur Stromerzeugung, zur Beheizung von Gebäuden sowie zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Der
Grundstein für den Verband wurde bereits 1978 gelegt. Swissolar zählt damit zu den ersten Solarorganisationen
weltweit.
Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 220-mal mehr Energie als wir brauchen. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein.
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