DER MENSCH GEHT AN SEINE WÄSCHE

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DER MENSCH GEHT AN SEINE WÄSCHE
ÖKOLOGISCH BEWUSSTE TEXTILPFLEGE
Strenggenommen beginnt bereits kurz nach dem Kauf
eines Kleidungsstückes seine Wiederverwertung: Wenn
der Pulli, das Hemd oder die Hose nach mehrmaligem
Tragen schmutzig geworden sind, werden sie nicht
weggeworfen, sondern gewaschen oder gereinigt. Mit
der richtigen Pflege behält das Kleidungsstück seine
ursprüngliche Form und Farbe und kann lange getragen werden.
REINE WÄSCHE, REINES GEWISSEN
Vergleich:
Umweltbelastung beim Selberwaschen
und Reinigen von 1 kg Oberbekleidung
Belastung
Haushaltswäsche
Reinigung
Stromverbrauch
1 KWh
0,54 KWL
Heizöl/Gas
0 KWh
0,34 KWh
Wasserverbrauch
30 l
0,8 l
Abfall im
Abwasser
53 g (Waschmittel, Weichspüler, Schmutz)
280 Mikrogramm Lösemittel
Wiederaufzubereitender Abfall
0g
12 g Tenside /
Schmutz
Emissionen in die
Luft
0,4 Kg
0,3 Kg CO2
1 g Lösemittel
Quelle: Forschungsinstitut Hohenstein
Chemiefasern sind pflegeleichter
als Baumwolle. Bei der Wäsche
und Pflege ist daher der Energieverbrauch geringer.
Für unsere Großmütter war das Wäsche waschen noch
ein mühseliges Geschäft: in aller Herrgottsfrühe hieß es,
den Kessel anzuheizen, um dann den ganzen Tag über in
der feucht-heißen Waschküche zu stehen und die Wäschestücke von Hand zu rubbeln. Glücklicherweise ist die
Textilpflege heute einfacher. Wir lassen waschen. Entweder die Waschmaschine, die heute in fast jedem Haushalt
zu finden ist, oder den Profi von der Textilreinigung.
Rund fünf Stunden pro Woche, so
eine Spiegel-Umfrage, wird in den
deutschen Haushalten gewaschen
und gebügelt.
WEISSE WESTE HAUSHALTSWÄSCHE ?
Die meisten meinen, selber zu waschen sei umweltfreundlicher und günstiger als die Kleidung in die Wäscherei oder Reinigung zu geben. Doch rechnet man die
Zeit, die man braucht, um die Wäsche zu sortieren, aufund abzuhängen und vor allem um sie zu bügeln, dann
ist das Waschen im Haushalt gar nicht mehr so günstig.
Und verglichen mit einer Profi-Waschmaschine verbraucht eine voll beladene Haushaltswaschmaschine
trotz Sparprogramm mehr Wasser. Im Allgemeinen liegen die günstigsten Wasserverbräuche für Baumwollwäsche im Haushalt bei bis zu 14 l/kg, im Gewerbe bei 7
bis 14 l/kg. Hinzu kommen Waschmittel, Weichspüler
oder Vorbehandlungsmittel, die nach dem Waschen ins
Abwasser gelangen und die Kläranlagen belasten. Pro
Kilogramm Wäsche aus Wolle, Seide oder anderen „wetclean-fähigen“ Textilien können bis zu 40 Liter Wasser,
85 Gramm Waschmittel und 0,5 kwh Energie aufgewendet werden. Bei der Textilreinigung dagegen wird die
Reinigungsflotte im Kreislauf geführt und die Lösemittel
wieder zurückgewonnen. Durch Verbesserung der Maschinentechnik wurde von 1985 bis 1993 der Lösemittelverbrauch in der Reinigungsbranche um über 90 Prozent
reduziert.
Waschtag im Mittelalter
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DIE SAUBERMACHER
DER NATION
Tenside
Setzen die Oberflächenspannung
des Wassers herab, um besser
zwischen Schmutzpartikel und
Textiloberfläche zu gelangen.
Tenside werden aus Erdöl oder
nachwachsenden Rohstoffen
hergestellt.
Obwohl die Industrie in den vergangenen Jahren einiges
für den Umweltschutz getan hat, wirkt sich doch jeder
Waschvorgang auf die Umwelt aus. Entscheidende Größen, auf die der Verbraucher Einfluss hat, sind
• die Menge des Waschmittels,
• die Temperatur und der Wasserverbrauch beim
Waschprogramm,
• die Trommelfüllung,
• der Einsatz von Trocknern und
• die Bügeltemperatur.
Enzyme
Wirken in geringen Mengen, lösen
gezielt unterschiedliche Verschmutzungen (Proteasen: eiweißhaltige
Flecken wie Kakao, Blut, Ei;
Amylasen: stärkehaltige
Verschmutzungen, z.B. Pudding,
Soße; Lipasen: lösen fetthaltige
Flecken). Enzyme werden in der
Regel gentechnisch hergestellt.
Bleichmittel
Entfernen Flecken, beugen dem
Vergilben vor, farbunechte Textilien
können verblassen.
Optische Aufheller
Vermitteln dem Auge ein strahlendes Weiß,
indem unsichtbares UV-Licht in sichtbares Licht
umgewandelt wird. Die in geringen Mengen in
den Textilwaschmitteln verwendeten optischen
Aufheller sind zwar schlecht biologisch abbaubar,
werden jedoch in den Kläranlagen durch
Adsorption am Klärschlamm zu deutlich mehr als
90 % eliminiert. Auf der Grundlage ökotoxikologischer Daten und der in Gewässern bzw.
Böden zu erwartenden Konzentrationen ergeben
sich kein Hinweise auf ökologische Probleme.
Duftstoffe
Verleihen der Wäsche
„frischen“ Duft.
WASCHEN STRAHLEND WEISS UM JEDEN PREIS?
Es wird daran gearbeitet, die Umweltbelastung durch
Waschmittel europaweit zu reduzieren. Die Association
Internationale de la Savonnerie, de la Détergence et des
Produits d’Entretien (A.I.S.E.) hat einen Kodex mit Zielen
erstellt, die die Waschmittelindustrie zwischen 1997 und
2002 umsetzen soll.
1994 produzierten die Waschmittelhersteller in Deutschland rund 650 Tausend Tonnen Waschmittel im Wert von
etwa 2,5 Milliarden Mark (1,28 Mrd. €). Voll-, Fein- oder
Wollwaschmittel, Color-, Bunt-, Kompaktwaschmittel
oder Baukastensysteme buhlen um die Gunst der Kunden.
Megaperls, „Ultrawaschkraft“, Anti-Aging-System oder
Zwei-Phasen-Tabs sagen den Fleckenzwergen den Kampf
an, waschen die weißeste Wäsche noch weißer, schützen
sie vor dem Ausbleichen und die Hausfrau vor der Schande, das Trikot des Sohnes nicht mehr sauber gekriegt zu
haben. Wer soll da noch durchblicken und zum richtigen,
sprich umweltfreundlichsten Waschmittel greifen?
Gerüststoffe (Enthärter, Builder)
Binden gelösten Schmutz und den
Kalk im Wasser und verhindern
deren Ablagerung an Wäsche und
Waschmaschine.
Nach den Forderungen der A.I.S.E.
sollen unter anderem
• durch neue Rezepturen fünf Prozent
Energie eingespart werden
• Verbrauch und Verpackungsaufkommen bei Waschmitteln um
zehn Prozent pro Kopf gesenkt
werden
• der Pro-Kopf-Verbrauch der organischen Inhaltsstoffe von Waschmitteln um zehn Prozent reduziert
werden, sofern technisch möglich.
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GEBRAUCHSÖKOLOGIE
TEXTILPFLEGE
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ABC DER
WASCHMITTELTYPEN
Umwelttipps, die sich gewaschen
haben:
• Waschmaschine immer vollständig füllen. Eine halbe Füllung
(Sparprogramm) spart nur 1/3
Wasser und Waschmittel.
• Exaktes Dosieren schont
Umwelt und Geldbeutel.
• Moderne Waschmittel machen
die Vorwäsche überflüssig. Stark
verschmutzte Wäsche vorher
einweichen und Flecken separat
mit Gallseife o.ä. behandeln.
• Haushaltskochwäsche nur noch
bei ansteckenden Krankheiten
oder Säuglingswäsche. Enzymhaltige und bleichaktivierte
Waschmittel reinigen auch bei
niedrigen Temperaturen. Je nach
Material, Verschmutzungsart und
Einsatzzweck genügen 60°C,
normalerweise auch schon 40°C.
Voll- bzw. Universalwaschmittel (Pulver) enthalten alle
nebenan aufgeführten Grundsubstanzen. Sie sollten nur
bei stark verschmutzter, weißer oder fleckiger Wäsche
eingesetzt werden, da sie Bleichmittel und optische Aufheller enthalten. Sie sind aggressiv zu Wolle und Seide.
Flüssige Vollwaschmittel enthalten keine Bleichmittel, so
dass bleichbare Flecken nicht entfernt werden.
Fein- oder Buntwaschmittel sind für farbige Textilien
die richtige Wahl.
Colorwaschmittel schonen die Farben und vermindern
die Gefahr des Anfärbens anderer Wäscheteile. Sie entfernen bleichbare Flecken jedoch schlechter als Vollwaschmittel da sie kein Bleichmittel enthalten.
Wollwaschmittel ohne Bleichmittel und Enzyme eignen
sich besonders für die Handwäsche, sie sind jedoch oft
unnötig gefärbt oder parfümiert.
Baukastensysteme bestehen aus den drei Komponenten
Basiswaschmittel (mit waschaktiven Tensiden und teilweise Enzymen), Enthärter und Bleichmittel. Die einzelnen Bestandteile können je nach Bedarf eingesetzt werden. Dadurch wird die Gewässerbelastung reduziert.
• Weichspüler können Parameter
wie den Griff, das antistatische
Verhalten, das Knitterverhalten
und die Lebensdauer von
Färbungen positiv beeinflussen.
• Hartnäckige Flecken gezielt
vorbehandeln.
Fast alle Waschmittel gibt es
mittlerweile auch als Kompaktwaschmittel. Der Vorteil:
• Sie enthalten keine überflüssigen Füllstoffe und reduzieren
die Abwasserbelastung
• Für die gleiche Waschleistung
muss weniger Pulver transportiert werden, es wird weniger
Transportenergie benötigt.
• Kleinere Verpackung spart
unnötiges Material.
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DIE RICHTIGE
TEXTILPFLEGE
GUT GEFÜLLT IST VIEL GESPART
Neben der Wahl und Dosierung des Waschmittels sind
die Temperatur und der Wasserverbrauch des Waschprogramms und die Trommelfüllung zu berücksichtigen.
Während Maschinen noch vor zehn Jahren etwa 140 Liter Wasser pro Waschgang schluckten, kommen sie heute
mit weniger als ein Drittel aus. In Punkto Energieverbrauch schreibt der Gesetzgeber dem Handel vor, jedes
ausgestellte Gerät mit dem EU-Energielabel zu kennzeichnen. Der Buchstabe A steht für äußerst sparsame
Geräte; Energiefresser sind am G zu erkennen, wobei
heute nur noch Geräte mit A bis C auf dem Markt sind.
Auch die Trommelbeladung ist entscheidend. In der Regel fasst eine Trommel rund fünf Kilogramm. Durchschnittlich stopfen die Deutschen jedoch nur drei Kilo
Wäsche in die Waschmaschine - da verbrauchen selbst
sparsame Maschinen mehr Wasser und Energie als nötig.
DAMIT QUALITÄT HÄLT,
WAS SIE VERSPRICHT
Bilder, Kreise, Zahlen, Punkte, durchgestrichene Symbole
- manch ein Verbraucher versteht beim Blick auf die
Pflegekennzeichnung nur Bahnhof. Für alle, die gelernt
haben, die Etiketten im Kleidungsstück richtig zu lesen,
sind die Symbole der Weg zu langlebiger Kleidung denn was nützt die beste Qualität, wenn sie falsch behandelt wird? Wer das ABC der richtigen Textilpflege
beherrscht, wird länger Freude an der Ware haben.
Die modische Materialvielfalt kann
Probleme mit sich bringen, denn
jede Faser reagiert im Prinzip beim
Waschen, Trocknen oder Bügeln
anders. Es ist daher gerade beim
Kauf solcher Textilien wichtig, auf
die Pflegekennzeichnung zu
achten. Stücke ohne Kennzeichnung sollte man immer links
liegen lassen. Dies gilt auch für
Billigtextilien aus dem Ausland.
Unechte Farbstoffe können ausbluten und die gesamte Wäsche
verfärben.
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TEXTILPFLEGE
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ZEICHEN FÜR EIN
LANGES LEBEN
DIE WICHTIGSTEN PFLEGEKENNZEICHEN
Wird z. B. 60°C Maschinenwäsche empfohlen, ist eine
Handwäsche die schlechtere Lösung, da bei der Maschinenwäsche das Waschmittel besser wirken kann und die
höhere Temperatur den Schmutz besser ausspült. Generell gilt: Waschmittel ist nicht gleich Waschmittel. So
sollte bunte Wäsche stets mit Colorwaschmittel gewaschen werden, da Vollwaschmittel die Wäsche ausbleicht.
Tipp: Entfernen Sie das in den
meisten Kleidungsstücken eingenähte Etikett mit den Pflegesymbolen nicht, damit Sie auch später
noch nachschauen können, wie
das Kleidungsstück optimal zu
behandeln ist.
Unter der Internet-Adresse
http://www.textilecare.de erhält
man eine breite Palette von
Informationen zum Thema
Textilpflege.
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GETROCKNET
UND GEPLÄTTET
TROCKNEN - ZU VIEL HEISSE LUFT?
Wichtig ist:
10.000 Umdrehungen pro Minute,
wenn im Trockner getrocknet
werden soll.
Die umweltfreundlichste, billigste und gewebeschonendste
Art, Wäsche zu trocknen, ist noch immer die gute alte
Wäscheleine. Jedoch zerstört das UV-Licht der Sonne den
optischen Aufheller und es beginnen Vergilbungsprozesse.
Doch wenn Garten, Balkon oder Trockenboden fehlen, ist
der Wäschetrockner oft die einzige Alternative. Lange als
Energiefresser verschrieen, ist sein Energieverbrauch
mittlerweile akzeptabler geworden. Grundsätzlich gilt: Je
intensiver (je höher die Drehzahl beim Schleudern) die
Wäsche geschleudert wird, desto weniger Wasser enthält
die Wäsche und desto kürzer ist die Trockenzeit - das spart
Energie.
Moderne Geräte haben einen Feuchtefühler, der die Restfeuchte fühlt und danach die benötigte Trockenzeit bemisst. Das ist sparsamer als die Steuerung der Trockendauer nach Zeit.
BÜGELN, DA BISTE PLATT
Parameter für Haltbarkeit von
Bekleidung
• Qualität der Rohstoffe
• Zusammensetzung des Gewebes
• Qualität der Verarbeitung
• Ausrüstung/Veredlung
• Pflegehäufigkeit
• Pflegebedingungen (Temperatur,
Waschmittel)
• Tragedauer
• mechanische Beanspruchung
beim Tragen
• Reparaturfreundlichkeit.
Jeder Stoff reagiert anders die Pflegesymbole
informieren darüber, wie
wie ein Textilmaterial
gebügelt werden darf.
Geplättet wird aber nur Bett- und Tischwäsche. Kleidungsstücke werden in Form gebügelt. Damit die guten
Stücke wieder wie neu werden, muss man etwas Übung
haben und wissen, bei welchen Temperaturen die Fasern
richtig gebügelt werden können. Durch eine falsche Bügelbehandlung kann sonst ein Textil sehr früh reif für
die Entsorgung sein. Zu hohe Bügeltemperaturen können
zu Verfärbungen, Vergilbung oder auch zur Anschmelzung führen. Hoher Druck kann Glanz verursachen und
durch falsches Dämpfen können Textilien ihre Form verlieren. Unerwünschte Knitter, die beim Tragen, beim Waschen, Reinigen oder Trocknen entstehen, können durch
eine fachgerechte Bügelbehandlung wieder entfernt werden. Wärme, Feuchtigkeit (Dampf) und Druck sind die
drei Faktoren, die beim Bügeln von Naturfasern zusammenspielen.
Zuordnung der Fasern zu den Bügelsymbolen
nicht bügeln
110°C
150°C
200°C
Polyethylen
Polychlorid
Modacryl
Polypropylen
Polyamid
Polyacryl
Elasthan
Acetat
Wolle
Angora
Mohair
Alpka
Kamelhaar
anderes Tierhaar
Viskose
Polyester
Cupro
Modal
Lyocell
Baumwolle
Leinen
Ramie
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PROFIS PFLEGEN
FEINES BESSER
Flecken machen Kleidung unansehnlich und geben ihnen
ein schmuddeliges Image. Es lohnt sich daher, empfindliche Kleidungsstücke regelmäßig dem Profi der Textilreinigung anzuvertrauen und den Flecken keine Chance
zu geben.
Bei der häuslichen Wäsche geraten empfindliche Textilien aus Naturfasern oft aus der Form, da die Fasern im
Wasser quellen. Im Reinigungsprozess dagegen holen die
Lösemittel bestimmte Schmutzarten wie fettige und ölige
Verschmutzungen auch ohne Wasser schonend von der
Faser - Form und Farbe bleiben.
NIX WIE WEG MIT DEM FLECK
Es sind weniger die Flecken, die der Textilreinigung
Kopfzerbrechen bereiten, sondern der Stoff. Denn die
heutigen Fleckentferner, die sogenannten Detachiermittel, entfernen so gut wie jeden Schmutz. Je nach Material kann es jedoch zu Faserschädigungen und Farbveränderungen kommen. Je empfindlicher die Färbung und die
Fasern des Textils, desto milder müssen die Detachiermittel sein. Manche Flecken gehen gar mit der Textilfaser eine chemische Verbindung ein, so daß sie sich auf
normalen Textilien so gut wie nicht entfernen lassen,
wenn man das Kleidungsstück nicht schädigen möchte.
DAS IST DIE LÖSUNG ORGANISCHE LÖSEMITTEL
Steht im Pflegekennzeichen ein F
im Kreis, soll mit KWL gereinigt
werden.
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Für fetthaltige Verschmutzungen sind die organischen
Lösemittel der Textilreinigung wahre Spezialisten. Fettflecken auf der Krawatte, ein speckiger Kragen am Sakko
oder Sonnencreme auf dem Skianzug - kein Problem für
Perchlorethylen und Kohlenwasserstofflösemittel (KWL).
Für die Textilreinigung sind nach dem 1993 in Kraft getretenen Verbot der Fluorkohlenwasserstoffe nur noch
diese Lösemittel erlaubt. Die Reinigungsmaschinen sind
vollkommen dicht, so dass keine Dämpfe der Reinigungsmittel entweichen. Perchlorethylen hat eine höhere
Reinigungskraft, dafür sind die Kohlenwasserstofflösemittel besser für besonders empfindliche Textilien und
Färbungen geeignet. Die Pflegesymbole geben Auskunft
darüber, welches Lösemittel für das Kleidungsstück geeignet ist.
Frische Flecken nie „sauberrubbeln“, sondern höchstens mit
einem feuchten Tuch abtupfen.
Beim Rubbeln wird die Faser
aufgeraut und damit der Fleck
so richtig hineingerieben.
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SONDERBEHANDLUNG
FÜR BESONDERE
TEXTILIEN
VIELE MÖGENS NASS
Es gibt viele Materialien, die gerne richtig nass werden,
um wasserlöslichen Schmutz zu entfernen, der nicht in
organischen Lösemitteln löslich ist. Deshalb wird in der
modernen Textilpflege nicht nur mit organischen Lösemitteln, sondern auch mit Wasser gereinigt. Im Unterschied zur normalen Haushaltswäsche ist dabei die mechanische Einwirkung auf die Textilien geringer, so dass
diese geschont werden. Das W im Kreis zeigt: Dieses
Textil sollte nicht zu Hause gewaschen werden, die
schonende Nassreinigung beim Textilprofi ist jedoch kein
Problem.
Die Nassreinigung pflegt schonend waschbare Hemden, Blusen,
Hosen, Röcke, Shirts, Jeans,
Pullis, Anoraks, Daunenjacken
und -mäntel, Jogging- und Skianzüge, Regenbekleidung, Möbelbezüge, Daunenbetten, Schaumstoffauflagen und viele andere
Textilien. Dabei wird zwischen
normaler Ware, empfindlichen
und sehr empfindlichen Textilien
unterschieden.
DOPPELT GESCHÜTZT HÄLT BESSER
Eine Zusatzleistung beim Textilreiniger sollte man sich
nicht entgehen lassen: Die Imprägnierung. Vor allem
Sport-, Regen- und Winterbekleidung ist zwar vom Hersteller bereits wasserabweisend ausgerüstet oder wasserdicht konstruiert. Die Nachimprägnierung unterstützt jedoch den Schutz vor Wind, Wetter, Kälte und Nässe und
erhält den hohen Tragekomfort der Stücke.
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GEBRAUCHSÖKOLOGIE
TEXTILPFLEGE