Weidenbusch zeigt klare Kante

Weidenbusch zeigt klare Kante
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Weidenbusch zeigt klare Kante
Eine zwischenzeitlich scharfe Debatte zum Thema Asyl fand dank des
stellvertretenden Landrats Ernst Weidenbusch (CSU) noch ein
versöhnliches Ende bei der Bürgerversammlung in Grasbrunn.
Asyl: Beschwerden bei Bürgerversammlung
Eine zwischenzeitlich scharfe Debatte zum Thema Asyl fand dank des stellvertretenden
Landrats Ernst Weidenbusch (CSU) noch ein versöhnliches Ende bei der Bürgerversammlung
in Grasbrunn.
Von Nico Bauer
Grasbrunn – Es war die zweite Bürgerversammlung binnen zwei Wochen in Grasbrunn: Zwar
kam nur eine überschaubare Anzahl Bürger, aber die Diskussion hatte es in sich. Hauptthemen
waren die Radwege und natürlich das Thema Asyl.
Matthias Schulz-Sempten wohnt am Schusterweg, wo der Landkreis Wohnungen für
Asylbewerber anmieten könnte. Er wollte wissen, wie die Gemeinde zu so einem Investor für
Asylbewerberplätze stehe. „Es gibt keine Argumente dafür und dagegen“, sagte der
Bürgermeister. Das gelte dann auch für jeden denkbaren Standort in der Gemeinde.
Der ebenfalls im Schusterweg lebende Werner Trinkl wurde dann deutlicher und sprach sich
gegen die Unterbringung von Asylbewerbern aus: „Die Ängste werden uns zugestanden, aber
nicht beseitigt. Ich habe keine Lust, mich mit einer anderen Kultur auseinanderzusetzen“,
meinte er.
Bei dem Punkt hakte der stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch ein. Er erhob sich von
seinem Platz am Podium und trat zum Mikrofon, um Klartext zu sprechen: „Lieber wohne ich
neben acht Asylbewerbern als neben acht Hetzern. Und sie können auch nichts dagegen
machen, wenn neben ihnen ein Prozesshansl einzieht.“
http://webviewer.merkur.de/muenchnermerkur/3804/article/329813/35/6/render/?read... 05.10.2015
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Der Vertreter des Landkreises verwies auf die lokalen Gegebenheiten am Schusterweg mit
Kindereinrichtungen und einem Spielplatz daneben. Das alles schreie nur danach, hier
Familien mit Kindern unterzubringen. Der Landkreis habe nicht allzu viele Möglichkeiten
dieser Art. Werner Trinkl hätte diese Aussage von Weidenbusch am liebsten schriftlich
gehabt. Mit Familien auf der Flucht könnte der Anlieger dann auch leben in den vier
Wohnungen, in denen der Landkreis voraussichtlich 16 Personen unterbringen kann.
Deutliche Worte sprach auch Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) bei seinen Ausführungen
zum Thema Asyl. Er habe Verständnis für die Ängste von Bürgern, bitte aber angesichts der
vielen Krisenherde auf der Welt um „eine sachliche Auseinandersetzung“. Bis Ende 2016
sollten 180 Flüchtlinge im Gemeindegebiet untergebracht werden, man dürfe dies nicht
überbewerten: „Das entspricht 2,6 Prozent der Bevölkerung und führt sicher nicht zu einer
Islamisierung der Gemeinde Grasbrunn.“
Neue Nachrichten hatte Bürgermeister Korneder zum Thema Radweg: Viele Bürger wünschen
sich eine Verbindung zwischen Grasbrunn und Neukeferloh. Intensive Gespräche hätten
gezeigt, dass ein durchgehender Grunderwerb der benötigten Fläche auf absehbare Zeit nicht
möglich sei. Der Teilerwerb sei in der jüngsten Gemeinderatssitzung nichtöffentlich abgelehnt
worden. Stattdessen hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, eine alternative Route
zu prüfen: über den Schwabener und den Neukeferloher Weg.
Hierzu meldete sich Matthias Geier: Diese Alternative werde bereits jetzt gut genutzt, sie sei
zudem sicherer. „Der zuerst angedachte Weg war der schlechteste überhaupt“, sagte Geier.
Beim Thema Radwege hakte auch Andreas Voßberg ein, der das Engagement des
Bürgermeisters in Frage stellte: „Wenn ich Sie so höre, dann denke ich, dass Sie nur so
sprudeln vor Aktionismus. Aber was tun Sie eigentlich persönlich?“ Derart provoziert platzte
Klaus Korneder kurz der Kragen: „Wollen Sie mich verarschen?“ Dann fasste er sich und
antwortete sachlich: Er habe in seinem Amt, den Auftrag, für den Radweg über Grundstücke
zu verhandeln „und dann gibt es die Lösung Ja oder Nein. Wenn es nicht geht, sucht man eine
andere Lösung“.
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