Wenige kennen unseren Beruf

Datum: 28.08.2015
Vaduzer Medienhaus
9490 Vaduz
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Medientyp: Tages- und Wochenpresse
Auflage: 10'338
Erscheinungsweise: 6x wöchentlich
Themen-Nr.: 540.003
Abo-Nr.: 1088177
Seite: 7
Fläche: 72'378 mm²
«Wenige kennen unseren Beruf»
2,5 Tonnen Sauce, Blockschule und Schichtarbeit gehören zum Beruf des Lebensmitteltechnologen dazu. Dass dieser Job viel Abwechslung
mit sich bringt, wissen die Triesnerin Selina Girstmair und Sandro Kurath aus Flums. Beide absolvieren die Lehre bei der Hilcona AG in Schaan.
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Die Triesnerin Selina Girstmair
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Kurath aus Flums absolvieren die Lebensmitteltechnolgie-Lehre bei der Hilcona AG Schaan.
NINA ANDERSON
Ich war sofort von diesem Beruf meine zweite Lehre, nämlich als
überzeugt und vor wenigen Wo- Lebensmitteltechnologe bei der
chen trat ich schliesslich meine Hilcona AG in Schaan.
Selina Girstmair: Ich besuchte Lehrstelle an.
einen Berufsinformationsabend, Sandro Kurath: Ich bin bereits ge- Wissen die Leute, was ein Lebensbekam eine Visitenkarte der Hil- lernter Koch. Ich suchte jedoch mitteltechnologe macht?
cona und kurz darauf durfte ich noch mehr berufliche Herausfor- Selina Girstmair: Die wenigsten
einen Schnuppertag als Lebens- derung und wollte mich deshalb Menschen können sich unter
mitteltechnologin absolvieren. weiterbilden. Nun absolviere ich unserem Beruf etwas vorstellen.
Frau Girstmaier, Herr Kurath, wie
sind Sie zu Ihrer Lehrstelle gekommen?
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Es dauert immer eine Weile, bis logen lernte ich zum Beispiel die eine grosse Saucenanlage, wo
ich erklärt habe, was ich in der Lernenden aus den Bereichen Suppen und Saucen hergestellt
KV und Informatik kennen. Aus- werden. Der Tank kann 2,5 TonLehre überhaupt mache.
Sandro Kurath: Lebensmitteltech- serdem nahmen alle neuen nen fassen. Die Saucen wandern
nologen verarbeiten Rohproduk- Lehrlinge am Lehrlingslager in vom Haltetank in den Kühltank
te in genussfertige Lebensmittel. Ebnit bei Dornbirn teil. Die At- und werden dann direkt in der
Dabei kommen verschiedene mosphäre innerhalb der Firma Firma abgepackt und sterilisiert.
Technologien zum Einsatz, wie finde ich sehr angenehm und Schichtarbeit ist in der Lebensmitzum Beispiel die Pasteurisierung alle sind hilfsbereit. Bei der Ar- telindustrie üblich. Ist dies ein Prooder die Sterilisation. Ich muss beit darf ich schon viel Verant- blem für junge Menschen wie Sie?
jedes Mal schmunzeln, wenn je- wortung übernehmen: Wir Selina Girstmair: Auf diesen Punkt
mand unseren Job verwechselt. haben alle Orte besucht, welche wurden wir gleich am Anfang
Manche denken nämlich, wir in den Lehrjahren wichtig sind. hingewiesen. Mir persönlich
seien Lebensmittelinspektoren, Zuerst wird vorgezeigt und macht dies nichts aus. Bei der
die Restaurants auf Hygiene genau erklärt. Anschliessend Frühschicht muss ich dann zwar
überprüfen.
darf ich selbst ausprobieren und mitten in der Nacht zur Arbeit,
mithelfen. Zum Beispiel darf ich habe aber bereits um 1 Uhr
Wie fühlt es sich an, ein Lehrling zu alleine Zutaten abwägen und in
nachmittags Feierabend. Zu
sein und nicht mehr jeden Tag in
die Behälter schaufeln.
Hause mache ich ein kurzes Nider Schule zu sitzen?
ckerchen und anschliessend
Selina Girstmair: Es ist auf jeden Welche Aspekte umfasst die Lehre
kann ich den kompletten NachFall eine grosse Umstellung. Ich des Lebensmitteltechnologen?
mittag und Abend geniessen.
verbrachte vier Jahre mit meinen Sandro Kurath: Unsere AusbilSandro Kurath: Ich sehe die
Schulfreunden und sah sie jeden dung ist sehr vielseitig und abTag. In der Lehre lerne ich un- wechslungsreich. Grundsätzlich Schichtarbeit ebenfalls als Vorglaublich viele neue Leute ken- gibt es bei der Hilcona drei gros- teil. Mein Schlafrhythmus passt
nen. Ich bin oft nervös, aber se Abteilungen: Tiefkühlproduk- sich ziemlich schnell an. Man
auch neugierig. Obwohl ich tion, Pasta und frische Conveni- muss seine Freizeit aber auch
meine Schulzeit in vollen Zügen ence wie Salat und Birchermüsli flexibel planen können. Wir ergenossen habe, freue ich mich, sowie die Fertiggerichte. Weitere halten jeweils einen Arbeitsplan
Verantwortung zu übernehmen Bereiche sind das Lager, Labor für die kommenden drei Wound dass ich von meinen Eltern und Chemie, die Entwicklung chen. In den Lehrjahren gibt es
nicht mehr so abhängig bin. Mit sowie die Technik. Wir lernen entweder Früh- oder Spätder Lehre beginnt für mich der zudem, die Produktionsmaschi- schicht. Momentan arbeite ich
Ernst des Lebens.
nen einzurichten. Alle drei Mo- in der Salatabteilung. Dort beSandro Kurath: Durch meine ab- nate gibt es einen Wechsel zwi- ginnt die Schicht um 2 Uhr in
geschlossene Lehre als Koch be- schen den Abteilungen. Nach 1,5 der Nacht, damit die Produkte
sitze ich im Gegensatz zu Selina Jahren müssen sich die Lehrlinge am Morgen pünktlich bei den
Kunden im Regal stehen.
Erfahrung, was den Lehrlingsall- nach persönlichem Interesse
tag betrifft. Am Anfang fühlte ich spezialisieren. Bei mir fiel die Auch in der Berufsschule läuft es
mich aber auch ziemlich unsi- Wahl auf die Salatabteilung.
cher. Ich war dauernd auf Hilfe
und Tipps angewiesen. Mittler- Ist die Hilcona wie eine riesige
weile bin ich im dritten Lehrjahr, Küche oder wie kann man sich die
fühle mich selbstsicher und darf Dimensionen vorstellen?
anders als in den meisten anderen
Lehren. Wie gefällt Ihnen der soge-
nannte Blockunterricht?
Selina Girstmair: Am 14. Septem-
ber startet die Berufsschule das
viel Verantwortung übernehmen. Sandro Kurath: Im Schaan haben erste Mal in diesem Jahr. Drei
wir rund 900 Mitarbeitende. In
Wochen lang werden wir den
Frau Girstmair, wie sahen die ersten der Erbsen- und Bohnensaison Blockunterricht am Strickhof Au
von Juli bis September gibt es in
Wochen bei der Hilcona AG aus?
in Wädenswil besuchen. Man
Selina Girstmair: Am ersten und diesem Bereich rund um die Uhr kann pendeln oder in einer Art
zweiten Arbeitstag trafen sich Schichtbetrieb. Da kommen wir Internat übernachten. Ich stelle
locker auf rund 300 000 Dosen.
alle Lehrlinge des Betriebs.
mir das toll vor.
Neben den Lebensmitteltechno- Dann gibt es zum Beispiel auch
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Sandro Kurath: Die Zeit in der Be-
rufsschule vergeht wie im Flug.
Durch den Blockunterricht verbringt die Klasse sehr viel Zeit
zusammen. Man lernt einander
sehr gut kennen. Während dieser
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sieren. Eine höhere Fachschule Selina Girstmair: Wer sich für Lekönnte ich mir gut vorstellen. bensmittel und deren VerarbeiDort kann man Lehrlingsaus- tung interessiert, ist hier genau
bildner oder Lebensmittelinge- richtig. Der Beruf bringt viel Ab-
nieur werden. Als Nächstes rückt wechslung mit sich und die Mitfür mich aber die Lehrabschluss- arbeiter sind nett und hilfsbereit.
Wochen bekomme ich zwar prüfung immer näher. Ausser- Für mich persönlich ist dies
mehr Schlaf, trotzdem freue ich dem werde ich demnächst drei etwas vom Wichtigsten. Schichtmich viel mehr auf die Arbeit als bis vier Wochen in der Abteilung arbeit und Blockunterricht muss
auf die Berufsschule.
für Entwicklung verbringen. Da- man jedoch bewusst in Kauf
nehmen. Neben der Lehre zur
rauf freue ich mich schon.
Lebensmitteltechnologin gibt es
Herr Kurath, haben Sie schon konin der Produktion auch noch die
krete Pläne für die Zukunft?
Frau Girstmair, welchen LehrstelSandro
Kurath:
Nach meiner
lensuchenden würden Sie die Lehre
Lehre möchte ich mich auf jeden zur Lebensmitteltechnologin emp-
Ausbildung zum Anlagenführer
oder zum Automatiker.
Fall weiterbilden oder speziali- fehlen?
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