15 Punkte für eine Willkommensstruktur in

PRESSEMITTEILUNG der Amadeu Antonio Stiftung und Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
Inland/ Asylpolitik/ Kinderrechte/ Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
"Tausende geflüchtete Jugendliche in Deutschland de facto unbetreut“ - Amadeu Antonio
Stiftung und Deutsches Kinderhilfswerk veröffentlichen Handreichung „15 Punkte für eine
Willkommensstruktur in Jugendeinrichtungen"
Berlin, 03.11.2015. Die ju:an-Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit
der Amadeu Antonio Stiftung und das Deutsche Kinderhilfswerk fordern zusätzliche
Ressourcen für die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, um Strukturen und Qualität
in der Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen sicherzustellen. Dazu hat die
Amadeu Antonio Stiftung mit Unterstützung des Deutschen Kinderhilfswerkes jetzt einen
„15-Punkte-Plan“ für eine Willkommensstruktur in Jugendeinrichtungen veröffentlicht. Die
Handreichung liefert konkrete Handlungsempfehlungen, um eine nachhaltige
Willkommenskultur für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung in der Jugendarbeit zu
stärken.
„Im Moment werden Tausende der jungen Geflüchteten de facto nicht betreut oder wissen
nicht einmal, dass sie ein Recht auf einen Vormund haben, der sich für ihre Interessen
einsetzt. Die Städte sind überlastet, die Kommunen kaum vorbereitet. Gerade jetzt sind
Jugendeinrichtungen gefordert. Jugendarbeit muss sich an Kinderrechten orientieren“,
fordert Judith Rahner, Projektkoordinatorin der ju:an-Praxisstelle. „Wir brauchen qualitative
Standards und starke Strukturen. Der 15-Punkte-Plan gibt dazu praxisorientierte
Hilfestellungen.“
„Der 15-Punkte-Plan zeigt, was die Kinder- und Jugendarbeit ganz konkret dazu beitragen
kann, die in der UN-Kinderrechtskonvention verbrieften Kinderrechte zu wahren“, betont
Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Einrichtungen
der Jugendarbeit müssen nun die Chance nutzen, ihre grundlegenden Prinzipien –
Partizipation, Freiwilligkeit, Niedrigschwelligkeit und Offenheit – in der Arbeit mit
minderjährigen Geflüchteten zu stärken.“
Zum Hintergrund:
Bis Ende des Jahres werden sich Schätzungen zufolge ca. 30.000 unbegleitete Kinder und
Jugendliche mit Fluchterfahrung in Deutschland aufhalten. Dazu kommen Kinder und
Jugendliche, die mit ihren Familien da sind. Dem stehen rund 30.000 Einrichtungen der
Kinder- und Jugendhilfe gegenüber. Am 1. November 2015 trat die Neuregelung zur
Inobhutnahme und bundesweiten Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten
in Kraft, die eine gleichmäßigere Verteilung der Jugendlichen im gesamten Bundesgebiet und
den einzelnen Bundesländern vorsieht.
Mit dem 15-Punkte-Plan erhalten Verantwortliche von Bildungsverwaltungen sowie
Fachkräfte und Akteure der Kinder- und Jugendarbeit praktische Handlungsempfehlungen
für die Öffnung von Jugendeinrichtungen im Sinne des Kindeswohls. Die Themen reichen
von der Gestaltung kompetenter und tragfähiger lokaler Netzwerkstrukturen über die
Bedürfnisse queerer Geflüchteter bis hin zu einem wirksamen Eintreten gegen Rassismus und
Rechtsextremismus im Sozialraum.
Die Handreichung „15 Punkte für eine Willkommensstruktur in Jugendeinrichtungen“ wurde
mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ finanziert und kann bei der
Amadeu Antonio Stiftung bestellt oder unter http://www.projekt-ju-an.de/15-punkte-plan
heruntergeladen werden.
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Weitere Informationen und Rückfragen:
Amadeu Antonio Stiftung
Judith Rahner
[email protected]
Pasquale Rotter
[email protected]
Tel.: +49-30-24088615
Uwe Kamp, Pressesprecher des Deutschen Kinderhilfswerkes
Tel.: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Mail: [email protected]
Internet: www.dkhw.de und www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu
stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Die
gemeinnützige Stiftung steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse.
Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. ist seit mehr als 40 Jahren eine bundesweit tätige Kinderrechtsorganisation
und Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland. Der gemeinnützige Verein finanziert sich
überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an 50.000 Standorten in Deutschland.
Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert und initiiert Projekte zu Kinderrechten, zur Beteiligung von Kindern und
Jugendlichen und für die Überwindung von Kinderarmut in Deutschland.