Seit der Besiedelung des Oberen Loisachtals dürfte der Wank als

Weidewirtschaft
am Wank
Seit der Besiedelung des Oberen Loisachtals dürfte der Wank als Weide
für das Vieh genutzt worden sein. Die Bewohner nutzten jeden gerodeten Fleck bis in Höhen von über 2000 m und zogen mit ihren Herden,
je nach Vegetationsphase, berg- oder talwärts.
Bis zum heutigen Tag wird das Partenkirchner Weidevieh während des
Sommers auf die sogenannte „Heimweide“ am Fuße des Wanks aufgetrieben. Diese erstreckt sich vom Gasthof Panorama bis hinauf zur Eckenhütte und hinunter ins Hasental. Hier bleibt das Vieh bis Ende Juni. Dann
wird es aufgeteilt. Die Hälfte wird zur Wettersteinalm aufgetrieben und
die andere Hälfte kommt auf die Esterbergalm. Hier verbringen etwa 14o
Stück Jungvieh, Mutterkühe und Kälber sowie 20 Pferde verteilt über das
„Bergela“ unterhalb des Fricken, den Rindberg, den Ameisberg und den
Roßwank den Sommer, bevor am 2. Sonntag im September wieder abgetrieben wird.
Das Weidegebiet für die Schafe befand sich auf der südlichen Seite des
Wanks, am Schafberg. Die zuschlagsberechtigten Bauern aus Partenkirchen, Wamberg, Graseck, Schlattan, Höfle und Gschwand durften in der
Zeit vom 15. Mai bis 30. Juni und vom 1. September bis zum Tag des heiligen Gallus, dem 16.Oktober 6oo Schafe auftreiben. In den Hochsommermonaten weideten die Tiere im hinteren Reintal.
In den Jahren um 1860 wurden die Weiderechte für die Schafhaltung
mit dem königlichen Forstamt neu geregelt und die Auftriebszahlen sowie das Weideterrain festgelegt. Diese haben bis heute Bestand. In den
Nachkriegsjahren ab 1945 waren bis zu 2000 Schafe unter der Aufsicht
des Hirten der Weidegenossenschaft auf der Alm am Wank. Immerhin
konnte ein Sack Schafwolle für einen Sack Mehl eingetauscht werden. In
den neunziger Jahren weideten noch bis zu 1000 Tiere.
Im Jahre 1991 wurde im Zuge der Trennung von Wald und Weide „am
Zeil“ eine neue Schafalm geschaffen. Der Baumbestand war im Jahr davor dem Wirbelsturm Wibke zum Opfer gefallen. Heutzutage grasen hier
auf der 42 ha großen Weidefläche noch etwa 550 Stück.
Auftrieb der Schafe durch die Ballengasse zur Bockhütte im Reintal
Die in der Weidegenossenschaft Partenkirchern vereinigten Bauern bemühen sich mit großem finanziellen Einsatz und Aufwand, im Sinne ihrer Vorfahren die kleinstrukturierte Landwirtschaft am Leben zu erhalten.
Die Almbauern leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser wunderbaren Kulturlandschaft mit ihrer einzigartigen Fauna und Flora zum
Wohle von Gästen und Einheimischen.
Ökologisches Leitbild Wank der Lokalen Agenda 21,
unterstützt vom Markt Garmisch-Partenkirchen.
Text: Appler/Straub Bilder: Strobel/Erhardt
Gestiftet von:
Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen
Karl Wörndle (Schafhirte) morgendlicher Aufbruch, von der Schafalm ins Reintal