Stimmbandoperationen - HNO-Praxis Dr. Thiele in Zschopau

OP-Ratgeber
Operationen am Kehlkopf
Liebe Patientin, lieber Patient,
um ein optimales Ergebnis nach Operationen am Kehlkopf zu erhalten, bitten wir Sie, folgende
Punkte zu berücksichtigen:
1. Vor der stationären Aufnahme
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Ein Hinweisblatt zum allgemeinen Verhalten vor Operationen im HNO-Bereich haben Sie
erhalten. Hier sind auch Festlegungen getroffen, welche Ihrer ggf. dauerhaft
einzunehmenden Medikamente abzusetzen oder umzustellen sind.
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Vor der stationären Aufnahme erfolgt die ärztliche Untersuchung sowie die Aufklärung
über das operative Vorgehen, Risiken und alternative Therapieverfahren. Sie erhalten zur
schriftlichen Dokumentation ein Formular, welches durch Sie ausgefüllt und
unterschrieben (Achtung: meistens mehrere Unterschriften notwendig!) werden muss.
Achten Sie bitte auch darauf, dieses Formular rechtzeitig beim Arzt zum Verbleib in Ihrer
Akte abzugeben. Der späteste Zeitpunkt zur Abgabe ist der Tag der stationären
Aufnahme. Hier nehmen es die Pflegekräfte der Station in Empfang.
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Wir benötigen Informationen über ggf. vorliegende Allergien, speziell auf Medikamente.
Wenn Sie einen Allergiepass besitzen, legen Sie diesen bitte beim Arztgespräch vor.
Nützlich wäre außerdem ein ggf. vorhandener Nothilfe-/Blutgruppenpass.
2. Stationärer Aufenthalt und Operation
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Der stationäre Aufenthalt dauert je nach Ausmaß des Kehlkopfeingriffes i.d.R. 3 Tage
(bei größeren Eingriffen an den Stimmbändern bis zu einer Woche). Die Entlassung wird
jedoch immer von Ihrem Befinden und dem Untersuchungsbefund nach der Operation
abhängig gemacht, so dass der Entlassungszeitpunkt individuell unterschiedlich sein
kann.
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Das entfernte Kehlkopfgewebe wird histologisch (feingeweblich) untersucht. Das
Ergebnis kann Ihnen jedoch erst ca. 7 bis 10 Tage später mitgeteilt werden, da für die
Untersuchung diese Zeitspanne benötigt wird.
3. Verhalten nach der Operation
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Am Operationstag sollten Sie die Bettruhe einhalten. Sollten Sie nach der Operation
schwer Luft bekommen oder Blut husten bzw. ausspucken, rufen Sie bitte umgehend
eine Schwester (gilt für den gesamten stationären Aufenthalt). Der Arzt wird die
notwendigen Untersuchungen durchführen und geeignete Behandlungsmaßnahmen
einleiten.
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Halten Sie bitte ab dem Operationszeitpunkt für 5 Tage Stimmruhe ein (absolutes
Schweigen), damit die Wundflächen an den Stimmbändern bzw. im Kehlkopf heilen
können.
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Nach der Operation ist es möglich, dass Sie ein leichtes Kratzen bzw. einen leichten
Druckschmerz im Hals verspüren oder leichte Schluckbeschwerden haben. Diese
Beschwerden dauern meist nur wenige Stunden oder Tage an. Wenn Sie beim Essen
jedoch regelmäßig husten müssen oder sich leichter als sonst verschlucken und wenn
die Schmerzen stärker sind, teilen Sie dies bitte möglichst bald dem Arzt mit.
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Bei der täglichen Visite wird Ihr behandelnder Arzt den Kehlkopf untersuchen, um den
Heilungsverlauf zu kontrollieren.
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In einigen Fällen ist es notwendig, dass der Patient zur Unterstützung des
Heilungsverlaufes inhalieren muss. Bitte halten Sie die verordneten Inhalationszeiten
sorgfältig ein, damit der Heilungsverlauf nicht gefährdet wird. Das Inhalieren kann auch
nach der Entlassung noch notwendig sein.
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Bei unkomplizierten Fällen erfolgt die Entlassung am Folgetag nach der Operation. In
einzelnen Fällen ist jedoch ein längerer stationärer Aufenthalt notwendig. Am ersten Tag
nach der Operation wird im Rahmen der Morgenvisite Ihr Kehlkopf erneut untersucht,
und Ihr Arzt teilt Ihnen mit, ob Sie entlassen werden können.
4. Nach Entlassung
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Sie erhalten am Entlassungstag einen Wiedervorstellungstermin in der Praxis, bei
welchem Ihnen das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung mitgeteilt und eine
Kontrolle des Kehlkopfbefundes durchgeführt wird.
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In einigen Fällen ist eine gezielte Behandlung der Stimme zur Verbesserung der
Stimmqualität bzw. Stimmbelastbarkeit notwendig.
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Im Anschluss an die stationäre Behandlung wird durch den Arzt über eine ggf. weiterhin
notwendige Arbeitsunfähigkeit entschieden.
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Sollten Probleme oder Zwischenfälle nach der Entlassung auftreten, finden Sie auf dem
allgemeinen Informationsblatt entsprechende Hinweise und die wichtigsten
Rufnummern.
Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir gerne zur Verfügung.
Das HNO-Team bedankt sich für Ihre Mitarbeit.