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IT-Unternehmen zieht nach Freital
Der Leiterplatten-Bestücker Elbatronic will rund eine Million Euro in einen Neubau stecken – und sucht nun
Personal.
05.10.2015 Von Tobias Winzer
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Freital.
Mit einer handelsüblichen Nähmaschine hat das nicht viel gemein.
Die Hardware, die Kay Anders gerade zusammenbaut, wird schon
bald eine riesige Strickmaschine eines Chemnitzer Unternehmens
steuern. Demnächst kommt diese Technik der Firma Elbatronic nicht
mehr aus dem Felsenkeller im Plauenschen Grund, sondern mitten
aus Freital. Ende 2016, so hofft Geschäftsführer André Roßberg, ist
der Neubau im Technologiepark an der Lutherstraße fertig und der
Umzug geschafft. 1,1 Millionen Euro sollen investiert werden. „Wir
sind hier an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen“, sagt Roßberg, der
das Unternehmen vor drei Jahren gegründet hat. Die Firma mit 14
Mitarbeitern hat sich auf das Bestücken von Leiterplatten in kleinen
und mittelgroßen Serien spezialisiert. Die Leiterplatten, die mit
Dioden und Verbindungen ausgestattet werden, kommen zum
Mit einer Lupe kontrolliert Elbatronic­Mitarbeiter Kay Anders, dass alle
Drähte und Verbindungen gut sitzen. Dieses Steuersystem soll in
einer Strickmaschine eingesetzt werden.
© Karl­Ludwig Oberthür
Beispiel in Schlössern für Spinde zum Einsatz, regeln den Sound in
Gitarrenverstärkern oder steuern die Stromabgabe von Solaranlagen.
Rund 10 000 Leiterplatten bestückt Elbatronic pro Monat. Außerdem
bietet das Unternehmen komplette Steuersysteme, wie das für die
Strickmaschine, an. Die Leiterplatten sind dann nur ein kleiner Teil
der Konstruktion.
„Wir sind ein junges und kleines Team und damit wahnsinnig flexibel“, sagt Roßberg. Während große Leiterplatten­Bestücker
kaum auf spontane Änderungswünsche der Kunden eingehen könnten, sei das für seine Firma kein Problem. Zu den
Auftraggebern gehören Unternehmen aus ganz Deutschland. Rund 2,4 Millionen Euro Umsatz macht Elbatronic in diesem Jahr.
2016 soll die Drei­Millionen­Marke geknackt werden.Für die Expansionspläne ist der derzeitige Sitz im Felsenkeller zu klein.
Gerade einmal 300 Quadratmeter hat Roßberg dort Platz. In dem Neubau im Technologiepark wird die Produktionsfläche auf 800
Quadratmeter erweitert. Auf der zusätzlichen Fläche soll eine zweite Produktionslinie für die Leiterplatten­Bestückung aufgebaut
werden. Außerdem soll es künftig mehr Raum für den Zusammenbau der kompletten Steuersysteme geben. Danach ist aber
Schluss mit der Expansion, weil Elbatronic seine Flexibilität beibehalten möchte.
Der Umzug nach Freital hat für Roßberg auch persönliche Gründe. „Ich komme aus Freital“, sagt der 38­Jährige. Außerdem
würden 80 Prozent der Mitarbeiter in Freital und Umgebung wohnen. Für sie verringere sich der tägliche Weg zur Arbeit. Bereits
seit einiger Zeit war der Unternehmer auf der Suche nach einem Standort für den neuen Firmensitz und schaute sich unter
anderem in den Gewerbegebieten Gittersee und Kesselsdorf um. „Dort hat es nicht gepasst“, sagt er.In der Zeitung erfuhr er vom
Technologiepark in Freital, der bis Anfang dieses Jahres anstelle der alten Windbergarena entstand. Er nahm Kontakt zu
Technologiepark­Chef und Baubürgermeister Jörg­Peter Schautz auf. Beide Seiten wurden sich einig, und Elbatronic kaufte ein
2 000 Quadratmeter großes Grundstück in der Mitte des Gewerbegebietes. „Die Stadt hat uns zum Beispiel super unterstützt,
was die Baugenehmigung angeht“, so Roßberg.
Er rechnet in den kommenden Wochen mit dem Papier. Baustart soll dann Ende Februar sein. „Wir haben etwas Futuristisches
geplant“, sagt Roßberg. Der Trakt mit Büros und Besprechungszimmern ragt aus der Produktionshalle heraus und wird farblich
getrennt.Damit auch bei der Produktion alles rund läuft, ist der Geschäftsführer auf der Suche nach zwei neuen Mitarbeitern.
Außerdem wird im kommenden Jahr erstmals ein eigener Lehrling ausgebildet. „Gute Mitarbeiter, die sich auf unserem Gebiet
auskennen, werden immer gesucht.“
Artikel­URL: http://www.sz­online.de/nachrichten/it­unternehmen­zieht­nach­freital­3215819.html