Einzelne psychiatrische Störungsbilder Störung des

Gefängnisversorgung
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14.10.2015
Dorothea Stiefel
Zentrum für Kinder- und Jugendforensik, Konsiliar- und Liaisontherapie
Kinder/Jugendforensische Versorgung
inhaftierter Jugendlicher (Bsp. Kt. Zürich, U-Haft)
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Schweigepflicht
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Allgemeines
Prüfung
1. Vorlesungsnotizen
2. Folien (aufgeschaltet)
3. Artikel (runterladbar über UZH):
Plattner, B, Aebi, M, Steinhausen HC & Bessler, C (2011).
Psychopathologische und komorbide Störungen inhaftierter
Jugendlichen in Österreich – Implikationen für einen
jugendpsychiatrischen Versorgungsauftrag im Strafvollzug.
Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie.
39(4): 231-242.
Lambie Ian, Randell Isabel (2013): The impact of incarceration on
juvenile offenders. Clinical Psychology Review 33 : 448-459
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Allgemeines
Ziel der Vorlesung
•
Die wichtigsten Krankheitsbilder jugendlicher Inhaftierter
•
Unterschied Psychopathologie zwischen straffälliger Jugendlicher und
Erwachsene
• Unterschied bzgl. Psychopathologie weibliche versus männliche
straffällige Jugendliche
• Einblick U-Haft-Alltag Jugendlichenstation Gefängnis Limmattal
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Exkurs: Bedeutung für die forensische
Psychiatrie ?
20. Jahrhundert
Straftäter
Psychisch krank
Psychisch
Kranke
Straftäter
Psychiatrie
Gefängnis
Forensische
Psychiatrie
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Exkurs: Bedeutung für die forensische
Psychiatrie?
Trend
21. Jahrhundert
20. im
Jahrhundert
Straftäter
Psychisch krank
Psychisch
Kranke
Straftäter
Psychiatrie
Gefängnis
Forensische
Psychiatrie
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Exkurs: Bettenzahlen Psychiatrie
Forensische Psychiatrie
1970
Akutbetten Deutschland
1:4
1:30
Allgemeine Psychiatrie
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2010
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Inhalt der Vorlesung
Teil I: Theorie
1.
2.
3.
4.
5.
Einleitung
Uebersicht über psychiatrische Störungsbilder inhaftierter Jugendlicher
Häufigste Störungsbilder bei Jugendlichen
Komorbiditäten der verschiedenen Störungsbilder
Facit
Teil II: Praxis
1.
2.
3.
4.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Gefängnis-Versorgung im Kanton Zürich
Gefängnis Limmattal (GfL): Demographische Daten
KiJuPsy Behandlungsmodell
Zusammenfassung, Facit
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Inhalt der Vorlesung
Teil I: Theorie
1.
2.
3.
4.
5.
Einleitung
Uebersicht über psychiatrische Störungsbilder inhaftierter Jugendlicher
Einzelne Störungsbilder
Komorbiditäten der verschiedenen Störungsbilder
Facit
Teil II: Praxis
1.
2.
3.
4.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Gefängnis-Versorgung im Kanton Zürich
Übersicht Gefängnis Limmattal (GfL): Demographische Daten
KiJuPsy Behandlungsmodell im Gefängnis Limmattal
Zusammenfassung, Facit
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Einleitung
=?
Die psychiatrische Versorgung jugendlicher Straftäter
muss ein zentraler Schwerpunkt der forensischen Kinderund Jugendpsychiatrie sein >>
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Einleitung
Psyche ist dimensional aufgebaut
 Wo hört Normalität auf?
 Was ist Exzentrik?
 Was ist Genialität?
? Wie definiert man die Grenzen ?
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Einleitung
ICD-10
International Classification of
Diseases der WHO, Version 10
Standardisierung
Dimensionales  Kategoriales System
Checkliste mit Ein-/ Auschlusskriterien
• Genaue Umschreibung der Krankheitsbilder
• Spezifisch fürs Kindes/Jugendalter
 Reduktion der «Willkür»
 Ermöglicht Diskussion/Dialog
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Inhalt der Vorlesung
Teil I: Theorie
1.
2.
3.
4.
5.
Einleitung
Uebersicht über psychiatrische Störungsbilder inhaftierter Jugendlicher
Einzelne Störungsbilder
Komorbiditäten der verschiedenen Störungsbilder
Facit
Teil II: Praxis
1.
2.
3.
4.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Gefängnis-Versorgung im Kanton Zürich
Übersicht Gefängnis Limmattal (GfL): Demographische Daten
KiJuPsy Behandlungsmodell
Zusammenfassung, Facit
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Übersicht : Psychiatrische Störungsbilder
inhaftierter Jugendlicher (Plattner et al, 2011; Wiener Studie)
1:5
(>)
=
<
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Übersicht : Psychiatrische Störungsbilder
inhaftierter Jugendlicher (Plattner et al, 2011; Wiener Studie)
1:5
(>)
=
<
>>
>>
>>>
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Übersicht : Psychiatrische Störungsbilder
inhaftierter Jugendlicher (Studie Plattner, Wien 2011)
=
=
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Inhalt der Vorlesung
Teil I: Theorie
1.
2.
3.
4.
5.
Einleitung
Uebersicht über psychiatrische Störungsbilder inhaftierter Jugendlicher
Einzelne Störungsbilder
Komorbiditäten der verschiedenen Störungsbilder
Facit
Teil II: Praxis
1.
2.
3.
4.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Gefängnis-Versorgung im Kanton Zürich
Übersicht Gefängnis Limmattal (GfL): Demographische Daten
KiJuPsy Behandlungsmodell
Zusammenfassung, Facit
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Oppositionelles aufsässiges Verhalten
Struwwelpeter
Sieh einmal, hier steht er Pfui! Der S t r u w w e l p e t e r !
An den Händen beiden
Ließ er sich nicht schneiden
Seine Nägel fast ein Jahr.
Kämmen ließ er nicht sein Haar.
"Pfui!" ruft da ein jeder:
"Garstger S t r u w w e l p e t e r !"
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Oppositionelles aufsässiges Verhalten
Kriterien / Symptome:
 Aufsässiges, ungehorsames, trotziges,
provokatives Verhalten
 Trotz mit Provokation  Konfrontation
 Missachtung von Anforderungen und
Regeln von Erwachsenen
 Geringe Frustrationstoleranz, schnell
zornig werdend
 Übelnehmerisch, Schuld andern
zuweisend
 Früher Beginn, charakteristischerweise
< 9-10 LJ
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Oppositionelles aufsässiges Verhalten
– Cave:
Deutlich mutwilliges und ungezogenes Verhalten reicht nicht für die
Diagnosestellung
– Fehlen: schweren dissozialen, aggressiven Handlungen,
die das Gesetz oder die Rechte anderer verletzen >>>
Kriterien für sog. Störung des Sozialverhaltens (SSV)
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Störung des Sozialverhaltens (SSV)
Der böse Friedrich
Der Friederich, der Friederich,
Das war ein arger Wüterich!
Er fing die Fliegen in dem Haus
Und riss ihnen die Flügel aus.
Er schlug die Stühl und Vögel tot,
Die Katzen litten große Not.
Und höre nur, wie bös er war:
Er peitschte seine Gretchen gar!
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Störung des Sozialverhaltens (SSV)
Symptome
– Lügen
– Weglaufen
– Schuleschwänzen (<13. LJ)
– Stehlen, Einbruch
Kriterien
• Einzelne dissoziale / kriminelle Handlungen genügen nicht!
• Andauerndes Muster dissozialen, aggressiven Verhaltens
• Vorliegen von schweren dissozialen, aggressiven Handlungen
• Gesetze und Regeln brechend
• Charakteristischerweise > 9-10 LJ
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(später als oppositionelles V.)
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Störung des Sozialverhaltens (SSV)
Symptome
– Raub, Erpressung
– Unterschriftenfälschung
– Schlägereien, Streitereien, Auseinandersetzungen
– Absichtliche Destruktivität, Sachbeschädigung:
mit Waffen: Flasche, Messer, Ziegelstein
– Tyrannisieren: Einschüchterung, Belästigung
– Quälen, Grausamkeiten, Tierquälerei
– Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Störung des Sozialverhaltens (SSV)
Wichtig: Störung des Sozialverhaltens
– nicht „blosser Ungehorsam oder kindlichen Unfug“
– tiefgreifendere Verhaltensstörungen
 psychiatrische Erkrankung
Störungsbild, klassifiziert
F 91.0
Kriterien müssen erfüllt sein
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS =
Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitäts-Syndrom
Zappelphilipp
Ob der Philipp heute still
Wohl bei Tische sitzen will?"
Also sprach in ernstem Ton
Der Papa zu seinem Sohn,
Und die Mutter blickte stumm
Auf dem ganzen Tisch herum.
Doch der Philipp hörte nicht,
Was zu ihm der Vater spricht.
Er gaukelt
Und schaukelt,
Er trappelt
Und zappelt
Auf dem Stuhle hin und her.
"Philipp, das mißfällt mir sehr
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS =
Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitäts-Syndrom
Hans-guck-in-die Luft
Wenn der Hans zur Schule ging,
Stets sein Blick am Himmel hing.
Nach den Dächern, Wolken, Schwalben
Schaut er aufwärts allenthalben:
Vor die eignen Füße dicht,
Ja, da sah der Bursche nicht,
Also dass ein jeder ruft:
"Seht den Hans Guck-in-die-Luft!"
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS versus ADS
A D
H S
Hyperaktivität, Impulsivität
Unterscheide:
A D
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S
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Hyperaktivität,
Impulsivität
Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & ADS
Für beide gilt:
Aetiologie / zugrundeliegende Faktoren:
•
Genetische Prädisposition 70-80%
(Genforschung : mehrere, voneinander unabhängige
Chromosomenabschnitte mit Risikogenen)
•
Psychosoziale Faktoren (Rauchen, Alkohol in der SS & genet.
Prädisposition)
•
Neurobiologische Faktoren
(sws. Unteraktivierung mehrerer
Regelkreise  Mangel an Noradrenalin, Dopamin (Serotonin)
Frühkindliche Störung:
• Beginn i. d. R. vor dem 7. Lebensjahr
Seite 30• Geburtsgebrechen
14.10.2015 Zentrum für Kinder- 
und Jugendforensik,
KonsiliarundFinanzierung
Liaisontherapie
IV anerkannt

durch IV
Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & ADS
Für beide gilt:
Überproportionale Häufung an Verzögerung der
motorischen und sprachlichen Entwicklung
- linkisch, unkoordiniert
- Willensäusserungen erschwert
 «Handicap im sozialen Umfeld»
Präfrontalhirnreifung (übergeordnete Steuerung)
später abgeschlossen (ca. 2 Jahre)
Seite 31
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & ADS
Für beide gilt:
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14.10.2015
Verzögerte Reifung
der
Steuerungsfunktion
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & ADS
Folgen 
1. Symptom: Aufmerksamkeitsdefizit
– Frühere Auffassung: «Verminderte Konzentrationsfähigkeit.»
– Heute differenziertere Ansicht:
» Aufmerksamkeit grundsätzlich gegeben
» Bei Interesse gute bis überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit
 «Hyperfokussierung»
» Hyperfokus:
» Nicht steuerbar
» Interessens- und Motivationsabhängigkeit 
» Kann zu falschen Erwartungen und Missverständnissen führen:
Annahme:
» «Der hat nur keine Lust, ist einfach ein Faulpelz»
» «Du könntest, wenn du wolltest»
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & ADS
Folgen 
1. Symptom: Aufmerksamkeitsdefizit
Wenn kein Interesse/Hyperfokus vorliegt:
– Erhöhte Ablenkbarkeit
» Überall «sich einmischen», «dabei sein»
» Hausaufgaben schwierig
» Mangelnde Ausdauer / Durchhaltewille bei Beschäftigungen
» Tendenz, von einer Tätigkeit zur nächsten zu wechseln, ohne etwas
zu Ende zu bringen
» Veträumtheit
– Schusseligkeit
– Vergesslichkeit, «bei einem Ohr rein, beim andern raus»
– Desorganisiertheit, «Sachen nicht beieinander»
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS
Folgen  2. Symptom: Hyperactivity / Zappeligkeit
• Motorische Unruhe, überschiessende Akitvität, Nervosität:
• Ständig in Bewegung, Bewegungsdrang:
o Rumrutschen auf Stuhl
o Stuhlwippen
o Nicht Stillsitzen, Rumlaufen /-rennen
o Fingerspielen/Trommeln/Fusszittern
• «Sack voll Flöhe»
Folgen  3. Symptom: Impulsivität
• Dreinreden, Satz abschneiden, Ungeduld, nicht Aufstrecken können
• Hören sich lieber selber, Schwatzhaftigkeit, Logorrhoe («Wortdurchfall»)
• «Sache nicht auf den Punkt bringen»
• Keine guten Zuhörer
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS
Folgen 
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3. Symptom: Impulsivität
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & ADS
ADHS
ADS
Aufmerksamkeitsdefizit
Hyperaktivität,
Impulsivität
Aneckendes Verhalten:
Fallen auf, sind unbequem
gehen NICHT unter
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Hyperaktivität,
Impulsivität
Nicht-aneckendes Verhalten,
angepasst:
Tagträumerei, aus dem Fenster
gucken, Abwesenheit
gehen unter
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & ADS
«Positive Seite» des ADHS
•
•
•
•
•
Kreativität, Unkonventionalität, Genialität
Begeisterungsfähig, Unternehmungslustig
«Anreisser», neue Lösungen
Wagemutigkeit
 Fortschritt : letztlich «darwinistischer Vorteil»
Künstler
Manager >>
Negative Seite mit sekundären Komplikationen:
– Verminderte Frustrationstoleranz
– niedriges Selbstwertgefühl
– Schul- / Berufsversager
– Schwierigkeiten mit Vorgesetzten / Lehrern
– Schwierigkeiten in der Peergroup
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–    dissoziales Verhalten
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & ADS
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & ADS
Positive Seite des ADHS
•
•
•
•
Kreativität, Unkonventionalität, Genialität
Begeisterungsfähig, Unternehmungslustig
Wagemutigkeit
(Letztlich «darwinistischer Vorteil»)
«Negative»
Künstler
Manager
Seite mit sekundären Komplikationen:
– Verminderte Frustrationstoleranz
– niedriges Selbstwertgefühl
– Schul- / Berufsversager
– Schwierigkeiten mit Vorgesetzten / Lehrern
– Schwierigkeiten in der Peergroup >>>
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(   dissoziales Verhalten   
dissoziale
Verhaltensstörung)
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Konsiliar- und Liaisontherapie
Einzelne psychiatrische Störungsbilder
ADHS & SSV 
Hyperkinetische SSV
F 91.0
Störung des
Sozialverhaltens
F 90.0
ADHS
&
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F 90.1 Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Hyperkinetische SSV und Rückfall
Störung des SV
&
Junges Alter
Grössere
Wahrscheinlichkeit
für Re-Inhaftierung
(-Delikte)
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
SSV >>>> Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Extremfall:
Störung des Sozialverhaltens () dissoziale Persönlichkeitsstörung
•
Synonyma: Dissozial = antisozial = amoralisch = soziopathisch = psychopathisch
•
Wichtige Unterscheidung: Persönlichkeitsstörung
≠ Persönlichkeitszüge
≠ charakterliche Konstitution
≠ Persönlichkeitsänderung
– Tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren
Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen
– Persönlichkeitsstörung hat verschiedene „Schattierungen“:
ICD-10-Klassifizierung : paranoid (= ängstlich); schizoid (= einzelgängerisch, begrenzte Möglichkeit
Gefühle auszudrücken); emotional instabil; narzisstisch; histrion (= hysterisch); anankastisch (=
zwanghaft) usw.;
− entsprechende Kriterien nach ICD-10 müssen erfüllt sein
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
SSV >>>> Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Extremfall:
Störung des Sozialverhaltens () dissoziale Persönlichkeitsstörung
•
SSV in der Kindheit und Jugend stützt die Diagnose, muss aber nicht
zwingend vorgelegen haben!!
•
Diagnose erst im frühen Erwachsenenalter angemessen (Reifung
Frontalhirn)
Kriterien nach ICD-10
⇒
Allg. Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung:
 Tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster,
 die sich in starren Reaktionen auf
 unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Dissoziale Persönlichkeitsstörung
⇒
Spezifische Kriterien nach ICD-10:
 Geringe Frustrationstoleranz, niedrige Schwelle für
aggressives Verhalten
 Missachtung sozialer Normen und Regeln,
Verantwortungslose Haltung
 Schuld andern zuschreibend
 fehlendes Schuldbewusstsein
:
 Unfähigkeit zu dauerhaften Beziehungen, obschon keine
Schwierigkeit, sie einzugehen
 Gefühlskälte, herzlos gegenüber Gefühlen der andern
Seite 45
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Dissoziale Persönlichkeitsstörung
„psychopathy traits“
SelbstbeantwortungsFragebogen
ICU = Interview of Callous
Unemotional Traits
(callous = gefühllos)
Neue Forschung
Subgruppe mit katastrophaler Legalprognose:
Studien zeigen: „psychopathy traits“ ist
Prädiktor für Kriminalität.
Seite 46
14.10.2015
Zentrum für Kinder- und Jugendforensik, Konsiliar- und Liaisontherapie
Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Antisoziale Persönlichkeitsstörung
Seite 47
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Zentrum
Kinderund Jugendforensik,
Konsiliarund Liaisontherapie
Sass, H.für
(2003).
Persönlichkeit,
Persönlichkeitsstörung
und Verantwortung:
Forensichpsychiatrische und
anthropologische Aspekte. In S. Herpertz & H. Sass (Hrsg.), Persönlichkeitsstörungen (S. 177-182). Stuttgart:
Thieme.
Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Risikokalkulation
bei Jugendlichen
Adolecent
limited type
offenders
Seite 48
14.10.2015
Life span
Der Unfug ist das
Privileg der Jugend
auf dem Weg zur
Anpassung
Kurt Imhof, Soziologe, TA,
August 2008
offenders
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Faustregel
Risikokalkulation
bei Jugendlichen
Adolecent
limited type
offenders
Life span
80 % Strafsensibilität
Tat per se Strafe genug
20%
«Schwellentäter»
Abmachung formulieren,
Regelhalten
4%
Strafe nützt nichts 
psychologisch-psych
Gründe
offenders
40-60% aller Delikte
Seite 49
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Substanzmissbrauch
Männlich
(N = 275)
Gesamt
(N = 333)
Normal
Bevölkerung
Störungen
Weiblich
(N = 58)
Substanzmissbrauch
Störung
75.9% (44)
> 53.8% (148)
57.7% (192)
25:1 0.4 – 3.5%
Alkoholmissbrauch
12.1% (7)
=16.4% (45)
15.6% (52)
10:1 1 – 3.5%
Drogenmissbrauch
74.1% (43)
>49.1% (135)
53.5% (178)
25:1 0.4 – 3%
Beschaffungskriminalität
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??
Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Substanzmissbrauchs- Störung
Art / Qualität
Weich
Unterscheide
Suchtpotential
Hart
Mono-
PolyToxikomanie
Anzahl / Quantität
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Substanzmissbrauchs-Störung
Unterscheide verschiedene Substanzklassen (unvollständig):
•
Cannabis:
THC (Tetra-Hydro-Cannabinol)
» Marihuana/Gras: getrocknete Blüten/jungen Blättern der
weiblichen Pflanze
» Haschisch/Shit: getrockneter Harz aus den
Drüsenhaaren der Pflanze
•
Narkotika:
Heroin, Morphium, Opium, Methadon, Codein …
•
Tranquilizer:
Valium, Temesta, Rohypnol …
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Substanzmissbrauchs-Störung
Unterscheide verschiedene Substanzklassen (unvollständig):
•
Stimulantien:
Ritalin (Methylphenidat), Poppers (Amylnitrit), Speed (Amphetamin),
Metamphetamin:
» Pillen (Yaba, Thaipille, Pervitin®),
» kristallines Pulver (Crystal, Ice, Pico)
» freie Base (Meth)
•
Kokain
Schnupfen, Rauchen (Crack/Freebase), Spritzen; Kauen, Tee
•
Halluzinogene:
LSD, Mushrooms (Psylocibin), Kakteenarten (Mescalin),
Exstasy= MDMA (3,4-Methylendioxymethamphetamin)
•
Schnüffelstoffe:
„Glue“, Klebstoff, Lachgas…
•
Varia:
Steroide, Appetitzügler, k.o. -Tropfen…
Seite 53
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Substanzmissbrauchs-Störung
Drogenkonsum: häufig der Selbstmedikation bei Verhaltensstörung
•
Cannabis, Narkotika, Tranquilizer => sedierende Wirkung  ADHS
•
Stimulantien, Kokain => aufputschend  Depression
•
psychosoziales Umfeld => Flucht vor Realität, „Welt vergessen“
Folgen (vor Beginn Delinquenz)
• Amotivationssyndrom, Gedächtnislücken
• Psychische und physische Abhängigkeit
• Desintegration aus Beruf  Familie  der Gesellschaft
• Integration in dysfunktionales (Drogen) Milieu
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Substanzmissbrauchs-Störung
•
Folgen
– Abhängigkeit  Beschaffungskriminalität, Drogenmilieu
Studie Plattner et al. 2011:
81.5% der drogenabhängigen Jugendlichen wurden
beschuldigt, Suchtmitteldelikte verübt zu haben.
– Körperliche Erkrankungen, z.B.
• Durch Nebenwirkungen:
Herz-Kreislauf (Blutdruck,
Rhythmusstörungen 
Herzinfarkt)
• Durch Schadstoffe/Toxine:
Schaden an Leber, Niere, Hirn
• Durch intravenöse Applikation: Gelbsucht (Hepatitis), HIV
Seite 55
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Substanzmissbrauchs-Störung
•
Folgen in der Haft durch Entzugserscheinungen nach:
– Langdauernder Missbrauch von:
• Halluzinogenen:
– Psychotische Prodromalsymptomatik
• von Cannabis:
– Psychotische Prodromalsymptomatik
– Schlafstörungen, Anspannung, Nervosität
– Harte Drogen:
• Schwerer Entzug mit der
• Gefahr der Entwicklung medizinischer Gefahrensituationen
– Illegaler Erwerb von Substanzen im Gefängnis
Seite 56
14.10.2015
Zentrum für Kinder- und Jugendforensik, Konsiliar- und Liaisontherapie
Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Affektive Störungen, Angststörung
Weiblich
(N = 58)
Affektive Störung
39.7% ( 23)
> 21.1% ( 58)
24.3% (81)
Major Depression
22.4% (13)
14.5% (40)
15.9% (53)
Dysthymie
19.0% (11)
11.6% (32)
12.9% (43)
Angststörung
70.7% ( 41)
 Trennungsangst
Männlich
(N = 275)
Gesamt
(N = 333)
Störungen
> 39.6% ( 109)
45.0% (150)
Normalbevölkerung
~ 8:1
0.1 – 6.4%
~ 11:1 1 – 8%
48.3% (28)
14.5% (40)
20.4% (68)
1 – 5%
Soziale Phobie
10.3% (6)
5.5% (15)
6.3% (21)
1 – 4.6%
Generalisierte Angst
25.9% (15)
12.7% ( 35)
15.0% (50)
0.5 – 3.6%
53.4% ( 31)
25.1% ( 69)
30.0% (100)
6 – 8%
Posttraumatische
 Belastungsstörung
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Affektive Störungen, Angststörung
•
Trennungsangst und posttraumatische Belastungsstörung weisen auf
vergangene traumatische (Säuglings-/ Kleinkind- /Kindheits-) Erlebnisse hin
Familiärer Missbrauch und Vernachlässigung (Plattner et al, Studie Wien 2011)
− 50% Trennung / Verlust eines Familienmitglied
− 40% Missbrauch: körperlich und/oder emotional
− 30% Vernachlässigung: körperlich und/ oder emotional
− 15% Missbrauch: sexuell
•
Angst und Depression häufig „ko-morbid“ mit anderen Störungen
•
„Internalisierende“ Störungen => unbemerkt  unbehandelt
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Einzelne psychiatrische Störungsbilder
Affektive Störungen, Angststörung
•
Scheinbar angepasste Jugendliche ⇒ werden übersehen
•
Depressive und ängstliche Jugendliche werden häufig Opfer von
Übergriffen durch Mitinsassen 
o Notfallmässige Beurteilung der
«Hafterstehungsfähigkeit»
(< 14j.)
o Einzelzellen
o Strikte Trennung von:
o > / < 18Jährige
o ♀ von ♂
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Zentrum für Kinder- und Jugendforensik, Konsiliar- und Liaisontherapie
Inhalt der Vorlesung
Teil I: Theorie
1.
2.
3.
4.
5.
Einleitung
Uebersicht über psychiatrische Störungsbilder inhaftierter Jugendlicher
Einzelne Störungsbilder
Komorbiditäten der verschiedenen Störungsbilder
Facit
Teil II: Praxis
1.
2.
3.
4.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Gefängnis-Versorgung im Kanton Zürich
Übersicht Gefängnis Limmattal (GfL): Demographische Daten
KiJuPsy Behandlungsmodell
Zusammenfassung, Facit
Seite 60
14.10.2015
Zentrum für Kinder- und Jugendforensik, Konsiliar- und Liaisontherapie
Komorbide Störungen bei inhaftierten Jungen
ADHS und
SubstanzVerhaltensstörungen Missbrauch
N = 205 (74.5 %) N = 148 (53.8%)
Jungen N = 275
Keine psychiatrische Störung
N = 36 (13.1%)
>1/10
Eine psychiatrische Störung
N = 68 (24.7%)
1/4
77 205 128
20
(28%)
(46.6%) (7.3%)
(74.5%)
Affektive
Störungen
N = 58 (21.1%)
Angst
Störungen
N = 109 (40.0%)
Seite 61
14.10.2015
Zentrum für Kinder- und Jugendforensik, Konsiliar- und Liaisontherapie
Zwei komorbide
psychiatrische Störungen
N = 88 (32.1%)
1/3
Drei komorbide
psychiatrische Störungen
N = 56 (20.4%)
1/5
Vier komorbide
psychiatrische Störungen
N = 27 (9.8%)
1/10
Komorbide Störungen bei inhaftierten Mädchen
ADHS und
SubstanzVerhaltensstörungen Missbrauch
N = 46 (79.3%)
N = 44 (75.9%)
Mädchen N = 58
Keine psychiatrische Störung
N = 5 (8.6%)
<1/10
Eine psychiatrische Störung
N = 5 (8.6%)
<1/10
6 46 40
(10.2%)
(69%)
(79.3%)
4
(6.8%)
Affektive
Störungen
N = 23 (39.7%)
Angst
Störungen
N = 41 (70.7%)
Seite 62
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Zentrum für Kinder- und Jugendforensik, Konsiliar- und Liaisontherapie
Zwei komorbide
psychiatrische Störungen
N = 12 (20.7%)
1/5
Drei komorbide
psychiatrische Störungen
N = 19 (32.8%)
1/3
Vier komorbide
psychiatrische Störungen
N = 17 (29.3%)
1/3
Psychiatrische Störungen im Vergleich
Jungen versus Mädchen
Jungen N = 275
Keine psychiatrische Störung
>1/10
N = 36 (13.1%)
Eine psychiatrische Störung
¼
N = 68 (24.7%)
Zwei komorbide
psychiatrische Störungen
1/3
N = 88 (32.1%)
Drei komorbide
psychiatrische Störungen
1/5
N = 56 (20.4%)
Mädchen N = 58
>
>
>
<<
63
Eine psychiatrische Störung
N = 5 (8.6%)
<1/10
Zwei komorbide
psychiatrische Störungen
N = 12 (20.7%)
1/5
Drei komorbide
psychiatrische Störungen
N = 19 (32.8%)
1/3
Vier komorbide
Vier komorbide
psychiatrische Störungen
psychiatrische Störungen
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1/10
N = 27 (9.8%)
N = 17 (29.3%)
1/3
<<<
Seite
Keine psychiatrische Störung
N = 5 (8.6%)
<1/10
Inhalt der Vorlesung
Teil I: Theorie
1.
2.
3.
4.
5.
Einleitung
Uebersicht über psychiatrische Störungsbilder inhaftierter Jugendlicher
Einzelne Störungsbilder
Komorbiditäten der verschiedenen Störungsbilder
Zusammenfassung, Facit
Teil II: Praxis
1.
2.
3.
4.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Gefängnis-Versorgung im Kanton Zürich
Übersicht Gefängnis Limmattal (GfL): Demographische Daten
KiJuPsy Behandlungsmodell
Zusammenfassung, Facit
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Zusammenfassung
•
Mädchen >>> Knaben
•
Inhaftierte >>>> Normalbevölkerung
•
Oft > 1 Störung (83% der Mädchen, 73% der Knaben)
•
Verhaltensstörungen
•
Seite 65
•
Häufigste Diagnose
•
seit dem Kleinkindalter
•
Häufig mit Komorbiditäten: Drogen, Depression, Angst
Die Störungen führen bereits vor der Haft zu ausgeprägten
Funktionsdefiziten und sind häufig ein wesentlicher
Auslösefaktor für Kriminalität
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Facit
1. Psychiatrische Betreuung von inhaftierten Jugendlichen
dringend indiziert
2. Es handelt sich vielfach um kinder- und jugendpsychiatrische
Diagnosen, die nur durch forensische Kinder und
Jugendpsychiater und -psychologen hinlänglich behandelt
werden können  Forderung nach Spezialisten
3. Mehrfach-Belastungen/Bedürfnisse der Jugendlichen 
Betreuungsansatz vielschichtig und individualisiert:
multidisziplinär, multimodal  «RNR» (risk, need, responsivity)
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Facit
4. Frühe Behandlung lohnt sich –
Vorteile des Schweizer Jugendstrafrechts:
•
ab 10 Jahren
•
Täter- nicht Tatstrafrecht
•
Flexible Ausgestaltung der Strafen und Massnahmen
•
Erziehungsstrafrecht mit fürsorgerechtlichem Anteil
•
Spezial- vor Generalprävention
•
Nicht primär Strafe, sondern:
– Reintegration
– Verminderung Rückfallgefahr
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Inhalt der Vorlesung
Teil I: Theorie
1.
2.
3.
4.
5.
Einleitung
Uebersicht über psychiatrische Störungsbilder inhaftierter Jugendlicher
Einzelne Störungsbilder
Komorbiditäten der verschiedenen Störungsbilder
Facit
Teil II: Praxis
1.
2.
3.
4.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Gefängnis-Versorgung im Kanton Zürich
Übersicht Gefängnis Limmattal (GfL): Demographische Daten
KiJuPsy Behandlungsmodell
Zusammenfassung, Facit
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KiJuFo «Gefängnisversorgung « im Kt. ZH
Gefängnis Limmattal (GfL)
Gefängnis Dielsdorf
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Seit 2010
Männergefängnis
U-Haft, kein Vollzug
Eigene Jugendabteilung
Ambulante Versorgung
3-4x/Woche; Pikettdienst
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Seit 2010
Frauengefängnis
U-Haft, kein Vollzug
Keine Jugendabteilung
Konsiliarische Versorgung
«on demand»
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Demographische Daten GfL
Seite 70
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Demographische Daten GfL
Seite 71
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Inhalt der Vorlesung
Teil I: Theorie
1.
2.
3.
4.
5.
Einleitung
Uebersicht über psychiatrische Störungsbilder inhaftierter Jugendlicher
Einzelne Störungsbilder
Komorbiditäten der verschiedenen Störungsbilder
Facit
Teil II: Praxis
1.
2.
3.
4.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Gefängnis-Versorgung im Kanton Zürich
Übersicht Gefängnis Limmattal (GfL): Demographische Daten
KiJuPsy Behandlungsmodell
Zusammenfassung, Facit
Seite 72
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Zentrum für Kinder- und Jugendforensik, Konsiliar- und Liaisontherapie
Kinder- und Jugendpsychiatrisches
Behandlungsmodell
Seite 73
14.10.2015
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Kinder- und Jugendpsychiatrisches
Behandlungsmodell
•
•
Eintritt
– mittels standardisierter Instrumente Erhebung von:
• Psychopathologie  Diagnostik ( Sofortmassnahme)
• psychosozialem Hintergrund
Im Verlauf
1. Psychiatrische (ärztliche) Versorgung
• Sprechstunde bei Bedarf mit variabler Länge:
– Psychoedukation
– Medikation
– störungsspezifische psychotherapeutische Intervention
• Nachsorge bei / vor Austritt:
– Kontaktaufnahme mit nachbetreuenden Institutionen
» Medikation
» Verlauf
• Krisenmanagement bei Eigengefährdung (Suizidalität) /
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Fremdgefährdung
– Einweisung in eine psychiatrische Klinik
Kinder- und Jugendpsychiatrisches
Behandlungsmodell
Seite 75
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Kinder- und Jugendpsychiatrisches
Behandlungsmodell
Erstbeurteilung
bei Eintritt
Jugendlicher
Psychosoziales Umfeld
• Psychopathologische
Befunderhebung
• Klinische Einschätzung
im Gespräch
• Hilfsmittel: MINI-KID
•
•
•
•
Gegenwart
Vergangenheit – Zukunft
Beruf – Privat
Hilfsmittel: MCSI
Auswertung im Verlauf
Selbstbeurteilung: Charakter
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• Untermauerung der Erstdiagnose
• Standardisierte Fragen
Zentrum für•Kinderund Jugendforensik, Konsiliar- und Liaisontherapie
Forschungszwecke
• Hilfsmittel: JTCI, ICU
Krisenmanagement
Kinder- und Jugendpsychiatrisches
Behandlungsmodell
•
Eintritt
– mittels standardisierter Instrumente Erhebung von:
• psychosozialem Hintergrund
• Psychopathologie  Diagnostik ( Sofortmassnahmen) >
•
Im Verlauf
1. Psychiatrisch- psychologische Versorgung
• Sprechstunde bei Bedarf mit variabler Länge:
– Allgemeinbefinden
– Medikation (Schlaf, Anspannung, ADHS, Depression)
• Regelmässige Therapie
• Supportive Begleitung: Skills, Psychoedukation
• Störungsorientiert
• Deliktorientiert
• Nachsorge bei / vor Austritt:
– Kontaktaufnahme mit nachbetreuenden Institutionen
» Medikation, Verlauf
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• Krisenmanagement bei Eigengefährdung (Suizidalität) /
Fremdgefährdung  Einweisung in eine psychiatrische Klinik
Inhalt der Vorlesung
Teil I: Theorie
1.
2.
3.
4.
5.
Einleitung
Uebersicht über psychiatrische Störungsbilder inhaftierter Jugendlicher
Einzelne Störungsbilder
Komorbiditäten der verschiedenen Störungsbilder
Facit
Teil II: Praxis
1.
2.
3.
4.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Gefängnis-Versorgung im Kanton Zürich
Übersicht Gefängnis Limmattal (GfL): Demographische Daten
KiJuPsy Behandlungsmodell im Gefängnis Limmattal
Facit
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Facit
Haft
Eingangsdiagnostik
psychiatrische Behandlung:
medikamentös, störungsorientiert
forensische Behandlung:
deliktorientierte Therapie
Forensisch-psychiatrische
Nachbetreuung
Fokus Rückfallsprävention
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Facit
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Facit
Seite 81
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Facit
Seite 82
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Facit
Seite 83
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Facit
Seite 84
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Facit
Seite 85
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Kontaktadresse
Dorothea Stiefel, Dr. med.
Leitende Ärztin
Klinik für
Kinder- und Jugendforensik, PUK
Neptunstrasse 60
8032 Zürich
Tel: ++41 43 556 40 40
E-mail: [email protected]
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