KUNDENNUTZEN VERDEUTLICHEN UND KUNDEN ERREICHEN

BERUFSBILDUNGSEXPORT 2014
KUNDENNUTZEN VERDEUTLICHEN
UND KUNDEN ERREICHEN
BEX
meta
Berufsbildungsexport
BERUFBILDUNGSEXPORT 2014:
ÜBERSICHT HANDLUNGSLEITFÄDEN
1. Schlüsselpartner für den Berufsbildungsexport auswählen
2. Die Zusammenarbeit mit Schlüsselpartnern erfolgreich gestalten
3. Kundengerechte Zertifizierungsmodelle entwickeln
4. Bedarfsermittlung systematisch gestalten
5. Kosten im Griff halten
6. Erlös­ und Preismodell gestalten
7. Vertriebswege auswählen und nachhaltiger Akquiseerfolg
durch höhere Kundenzufriedenheit
8. Kundennutzen verdeutlichen und Kunden erreichen
9. Qualität sichern
BEX
meta
Berufsbildungsexport
2
KUNDENNUTZEN VERDEUTLICHEN UND
DIE FÜNF LEITFRAGEN
KUNDEN ERREICHEN
S. 06
Leitfrage 1:
Was sind die Anforderungen an eine erfolg­
reiche Positionierung und wie sollte ein
Nutzen­versprechen formuliert werden?
S. 16
Leitfrage 2:
Welche Ziele sollen mit Kommunikations­
S.22
Wie können die Zielgruppen der
Kommunikation klassifiziert werden?
Leitfrage 4:
S.28
sein, muss eine aktive und zielgrup­
zu überlegen, wie man sich gegenüber
penspezifische Kommunikation die
potentiellen Kunden im Ausland positio­
­Internationalisierung eines Berufsbil­
nieren möchte und mit welchen konkre­
dungsexporteurs begleiten. Im Rahmen
ten Nutzenversprechen man an sie
des Meta­projektes wurden Experten­
­herantritt.
Berufsbildungsexport zur Verfügung?
Leitfrage 5:
gezeigt, dass sich viele Bildungsexporteure
Ist dieser Schritt erfolgt, müssen die Ziele
wenig Gedanken über ihre Kommunikations-
und die Zielgruppen der Kommunika­
und Positi­onierungs­strategie machen. In
tions­aktivitäten festgelegt werden. Erst
den ­wenigsten Fällen wurde ein
danach wird die Frage erörtert, über welche
Kommunikations­konzept entwickelt. In
Kommunikationskanäle die Adressaten
vielen Bereichen der beruflichen Bildung
erreicht werden sollen und ob sich diese
ist die Überwindung rechtlicher und büro­
Kanäle für die Umsetzung der angestrebten
kratischer Hürden entscheidend, um auf
Kommunikationsziele eignen.
den oftmals stark reglementierten Ziel­
Welche Kommunikationskanäle stehen im
4
Kommunikations­konzepts ist es wichtig,
interviews dazu durchgeführt. Sie haben
aktivitäten erreicht werden?
Leitfrage 3:
Um im Ausland nachhaltig erfolgreich zu
S. 30
märkten tätig sein zu können. Die
Das Ziel des vorliegenden Handlungsleit­
­Kommunikation sollte trotzdem mit­
fadens ist es, angehenden Bildungsexpor­
bedacht werden. Bei der Entwicklung
teuren mögliche Vorgehensweisen bei
eines schlüssigen
der Kommunikationsplanung aufzuzeigen.
Welche Instrumente eignen sich zur Erreichung
Fraunhofer MOEZ
Hans-Günter Lind
der jeweiligen Kommunikationsziele?
Berufbildungsexport
Phone +49 341 9733-230
Neumarkt 9-19
Fax +49 341 9733-149
D-04109 Leipzig
[email protected]
5
LEITFRAGE 1
Was sind die Anforderungen an eine erfolgreiche Positionierung
und wie sollte ein Nutzenversprechen formuliert werden?
Für eine erfolgreiche Kundenansprache
1. Die Anforderungen an eine
verwendet werden. Die im Rahmen der
Positionierungsstrategie langfristig anzu­
ist es wichtig, ein möglichst detailliertes
­erfolgreiche Positionierung
SWOT-Analyse identifizierten Stärken des
legen. So wird gewährleistet, dass sich
Kommunikationskonzept zu entwi­
Eine erfolgreiche Positionierung beant­
eigenen Bildungsangebots sind darauf zu
die Positionierung im Zielmarkt und bei
ckeln. Dieses Konzept stellt den Rahmen
wortet vorrangig die folgenden Fragen:
durchleuchten, ob sie aus der Kunden­
den Zielgruppen „festsetzen“ kann.
für alle Kommunikationsaktivitäten dar
Was leistet die angebotene Bildungs­
perspektive relevant sind.
Schließlich ist darauf zu achten, dass man
und spiegelt die Positionierung des
dienstleistung, und für welche Zielgruppe
Erfüllen sie die Erwartungen und Bedürf­
sich gegenüber (potentiellen) Konkurren­
­eigenen Unternehmens wider.
ist sie interessant?
nisse der potentiellen Kunden bezüglich
ten abgrenzt und das Leistungsangebot
der angebotenen Bildungsdienstleistung?
unterscheidbar bleibt.
In einem ersten Schritt wird die Frage
Die Positionierung stellt den Ausgangs­
Zudem ist es ratsam, eine
­geklärt, wie man sich als Berufsbildungs­
punkt für eine erfolgreiche Vermarktung
exporteur gegenüber internationalen
dar. Sie soll die angebotene Berufsbil­
Kunden positionieren will. Besteht hier­
dungsdienstleistung mit bestimmten As­
über Klarheit, wird im nächsten Schritt
soziationen verbinden. Hierfür müssen
überlegt, welche konkreten Nutzenver­
zunächst die Stärken und Schwächen
sprechen und Kernbotschaften an die
des eigenen Leistungsangebots analysiert
Zielgruppe gerichtet werden sollen. In ei­
werden (mit Hilfe einer Stärken- und
nem letzten Schritt werden der Zielgruppe
Schwächenanalyse (SWOT)). Eine kritische
dann „Beweise“, in Form von Einzel­
Selbstanalyse hilft, die im Vergleich zur
aussagen, geliefert, um die getroffenen
Konkurrenz vorhandenen Vorteile, die so­
Aussagen zu belegen.
genannte „Unique Selling Proposition
(USP)“ zu identifizieren. Diese USP kann
und sollte für die eigene Positionierung
6
Der hierarchische Zusammenhang zwischen Positionierung,
Kernbotschaften und Einzelaussagen fasst das Schaubild zusammen:
1. P OSI T I ON IERUNG
2. KERNBOTSCHAFTEN
3. EI NZEL AUSSAGEN
Quelle: Vgl. Bruhn (1997), S. 127
7
LEITFR AGE 1: WAS SIND DIE ANFORDERUNGEN AN EINE
ERFOLGREICHE POSITIONIERUNG
U N D W I E S O L LT E E I N
NUTZENVERSPRECHEN FORMULIERT WERDEN?
E X K U R S : P O S I T I O N I E R U N G S S T R AT E G I E N
Die nachfolgende Checkliste fasst die wichtigsten Punkte zusammen,
DEUTSCHER BERUFSBILDUNGSEXPORTEURE
die in Verbindung mit der Positionierung beachtet werden sollten.
Deutsche Berufsbildungsexporteure setzen bei ihrer Positionierung
sehr stark auf die Qualität der angebotenen Dienstleistung. G
­ erade
Checkliste I: Positionierung – Anforderungen und Voraussetzungen
auf den von Berufsbildungsexporteuren als besonders attraktiv einge­
stuften Märkten in Asien (z. B. China oder Indien) ist das üblich.
Wurden die Stärken und Schwächen des
Deutsche Bildungsanbieter gehen davon aus, dass die Ausbildung dort
verbessert werden kann. Wenn diese Einschätzung von den potentiellen
Kunden in den Zielländern geteilt und anerkannt wird, kann ­
„Made in Germany“ durchaus ein Baustein der Positionierung sein.
Spätestens, wenn mehrere deutsche Bildungsanbieter im gleichen
eigenen L­ eistungsangebots analysiert?
Welche Aspekte der angebotenen­
Berufsbildungs­dienstleistung sind für die
Ist die angestrebte Positionierung
seinen Vorteil ein. Aus diesem Grund sollten die besonderen Stärken
­überhaupt attraktiv bzw. relevant
stehen.
Einer der Bildungsanbieter positioniert sich zum Beispiel im Interview,
indem er die deutschen Bildungsinhalte an die kulturellen Gegeben­
heiten im Zielland anpasst. Unter der bereits geschilderten Voraussetzung,
dass der Kunde im Zielland einer Ausbildung nach deutschem Vorbild
√
Zielgruppe besonders wichtig?
­Zielland mit ähnlichen Angeboten tätig werden, büßt dieses Element
des eigenen Leistungsangebots bei der Positionierung im Vordergrund
√
√
für den Kunden?
Ist die Positionierungsstrategie
langfristig angelegt?
Wurde die Positionierung der
Konkurrenz berücksichtigt?
√
√
Quelle: In Anlehnung an Fuchs (2003), S. 63f.
positiv gegenübersteht, kann das eine erfolgversprechende
­Positionierung sein.
8
9
LEITFR AGE 1: WAS SIND DIE ANFORDERUNGEN AN EINE
ERFOLGREICHE POSITIONIERUNG
U N D W I E S O L LT E E I N
NUTZENVERSPRECHEN FORMULIERT WERDEN?
2. Was ist ein Nutzenversprechen und wie sollte es formuliert sein?
Aus der gewählten Positionierungsstrategie werden zielgruppenspezifische
Die nachfolgende Checkliste Anforderungen an ein Nutzen­
Kernbotschaften abgeleitet. Diese Botschaften sollen der Zielgruppe einen
versprechen fasst die zu beachtenden Aspekte nochmals zusammen.
spezifischen Nutzen versprechen. Dieses Versprechen beinhaltet Aussagen
zu den wesentlichen Vorteilen, von denen der Käufer der Berufsbildungs­
dienstleistung profitiert. Folgende Aspekte sind zu beachten:
1. Das gegebene Versprechen muss glaubhaft sein. Bei einem Nutzen­
versprechen handelt es sich zunächst um eine Behauptung, dass die angebo­
tene Bildungsdienstleistung bestimmte Eigenschaften und Merkmale be­
Checkliste II: Anforderungen an ein Nutzenversprechen
Kann das Nutzenversprechen durch das
Leistungsangebot nachvollziehbar bestä­
Wurden die Kommunikationsziele und
Zielpersonen festgelegt
sitzt. Deshalb ist es notwendig, dass das Nutzenversprechen glaubhaft und
plausibel belegt werden kann. Die wichtigsten Argumente, die für den Kauf
der Bildungsdienstleistung sprechen, müssen herausgearbeitet werden.
­Dabei sollte sich der Bildungsexporteur bei der Formulierung der Kern­
botschaft auf wenige, zentrale Aussagen fokussieren.
2. Die Kommunikationsbotschaft muss auf das Kommunikationsziel und die
Adressaten abgestimmt sein (zum Thema Kommunikationsziele und Ziel­
√
tigt bzw. glaubhaft vermittelt werden?
√
(siehe Kapitel „Kunden erreichen“)?
Wie soll die Kommunikation übermittelt
werden? Steht die reine Vermittlung von
Informationen im Vordergrund oder sol­
√
len die Botschaften zusätzlich emotionale
Quelle: Eigene Darstellung
Komponenten enthalten?
gruppen siehe Ausführungen in Leitfrage 2 und 3). Sie darf nicht im Wider­
spruch zur allgemeinen, kommunikativen Positionierung stehen.
3. Es ist zu klären, auf welche Art und Weise die Botschaft überbracht wer­
den soll. Über welche Kanäle werden die Zielgruppen angesprochen? Wird
zum Beispiel eine „nüchterne“, rein an Fakten orientierte Informationsver­
mittlung bevorzugt, oder soll der potentielle Kunde zusätzlich auf einer
emotionalen Ebene angesprochen werden?
10
11
LEITFR AGE 1: WAS SIND DIE ANFORDERUNGEN AN EINE
ERFOLGREICHE POSITIONIERUNG
U N D W I E S O L LT E E I N
NUTZENVERSPRECHEN FORMULIERT WERDEN?
Die Checkliste Formulierungstipps für ein Nutzenversprechen gibt im
EXKURS: DIE NUTZENVERSPRECHEN DEUTSCHER BERUFSBIL­
Folgenden einige Tipps bei der Formulierung von Nutzenversprechen. Wie
DUNGSEXPORTEURE
bereits erläutert, sollte der Nutzen möglichst konkret definiert und so ein­
fach wie möglich formuliert sein, zum Beispiel durch ein „Hauptver­
Im Rahmen des Metaprojekts wurden Experteninterviews durchgeführt.
sprechen“ und einige, wenige untermauernde Argumente. Es ist darauf zu
Sie zeigen, dass die befragten Berufsbildungsexporteure unterschiedliche
achten, dass es keine Gelegenheit für Fehlinterpretationen gibt. Das ist vor
­Ansätze verfolgen, um potentiellen Kunden den Dienstleistungnutzen zu ver­
allem bei der Kommunikation auf internationalen Zielmärkten, nicht zuletzt
deutlichen. Ein Bildungsanbieter betont, dass seine Schulungen im technischen
aufgrund des interkulturellen Umfelds, von hoher Bedeutung. Das Nutzen­
Bereich, die Produktionseffizienz der Auszubildenden erhöht und diese zu­
versprechen sollte immer in der Landessprache erfolgen. Zudem muss es
sätzlich in Umweltschutzthemen (Vermeidung von Verschmutzungen, sparsa­
konkurrenzfähig sein, also im Wettbewerb mit den Argumenten der Kon­
mer Ressourceneinsatz) sensibilisiert. Da Umweltschutz keineswegs ausschließ­
kurrenz mithalten können. Das Versprechen sollte positiv formuliert sein:
lich in westlichen Industrieländern, sondern auch in immer mehr Entwick­
der Versuch, die Schwächen im eigenen Bildungsangebot durch verstärkte
lungsländern ein Thema ist, kann dieses Argument einen Zusatznutzen für
Kommunikation „auszugleichen“ führt am Ziel vorbei.
den potentiellen Kunden darstellen. Das kann mit dem Kauf der Bildungs­
Checkliste III: Formulierungstipps für ein Nutzenversprechen
Ist es konkret?
√
Ist es einfach formuliert?
√
Ist es eindeutig und lässt keinen Raum
für Fehlinterpretationen?
√
ist dies zum Beispiel durch eine Lehrwerkstatt, bei der die Auszubildenden
­ihre Fähigkeiten den Interessenten „live“ vorführen.
Herausforderungen: die angebotenen Dienstleistungen haben einen imma­
teriellen Charakter. Sie sind nicht „greifbar“. Das Ergebnis der Dienst­
√
Ist es konkurrenzfähig?
√
Ist es positiv formuliert?
√
12
quent beachten, dass alle Versprechen glaubwürdig zu belegen sind. Möglich
Die Kommunikation im Berufsbildungsexport steht vor besonderen
Wird es in der Landessprache gegeben?
Quelle: Vgl. Fuchs (2003), S. 66
dienstleistung einhergehen. Berufsbildungsexporteure sollten dabei konse­
leistung ist „indirekt greifbar“, da nach Abschluss der Schulungen zum
­Beispiel Zertifikate vergeben werden. Diese Zertifikate können für verschie­
dene Kundengruppen, zum Beispiel Auszubildende oder auftraggebende
Unternehmen, einen hohen Stellenwert besitzen und deshalb Teil des Nutzen­
versprechens sein.
13
LEITFRAGE 2
Kommunikationsziele – Eckpunkte
Zielgruppe
Welche Ziele können mit Kommunikationsaktivitäten erreicht werden?
Angabe der Zielart
Festlegung der Adressaten (zum Beispiel:
Festlegung konkreter Ziele, die mit Hilfe
Unternehmen, öffentliche Einrichtungen
der Kommunikation erreicht werden
oder potentielle Auszubildende.).
Damit Marketingmaßnahmen internatio­
Werden neue, internationale Märkte
­sollen (zum Beispiel: Die Erhöhung des
nal Erfolg haben können, sind die konkret
­erschlossen, sind neue Kundengruppen,
Bekanntheitsgrades der angebotenen
Räumlicher Bezug
zu erreichenden Ziele festzulegen. Im
die das Leistungsangebot bisher unge­
­Berufs­bildungs­dienstleistung.).
Festlegung des Zielorts, an dem die
­Anschluss ist zu entscheiden, welche
nutzt ließen, anzusprechen. Deshalb
Instru­mente und Kanäle zur Kunden­
­spielen in diesem Kontext folgende Ziele
Quantifizierung des Ziels
ren sind (zum Beispiel: im ganzen Zielland
ansprache eingesetzt werden sollen. Dabei
eine Rolle: Das Wecken des Bedarfs bei
Festlegung von quantifizierbaren Zielen
oder Konzentration auf eine bestimmte
sollten die Ziele drei Anforderungen erfüllen:
potentiellen Kunden und der Aufbau
(zum Beispiel: 20 Prozent der Zielgruppe
Region oder Stadt.).
­einer positiven Einstellung gegenüber der
sollen die angebotene Dienstleistung
angebotenen Bildungsdienstleistung.
kennen.).
1. Die Kommunikationsziele
­Kommunikationsaktivitäten durchzufüh­
­orientieren sich an den allgemeinen
3. Die Kommunikationsziele sind
durch Marketing erreichbar
­Unternehmenszielen
2. Die Kommunikationsziele sind
Objektbezug
Die Kommunikationsziele stehen „im
Sinn der Kommunikationsziele ist es, die
präzise formuliert
Festlegung des Objekts, auf das die
Dienste“ der allgemeinen Unterneh­
im Geschäftsmodell definierten, allgemei­
Zur effizienten Umsetzung sollten
­Kommunikation abzielt (zum Beispiel: auf
mensziele. Hinter den allgemeinen Unter­
nen Unternehmensziele zu unterstützen.
­Kommunikationsziele präzise formuliert
das Leistungsangebot, das eigene Unter­
nehmenszielen stehen letztendlich ökono­
Folgerichtig sind die Kommunikationsziele
sein. Es ist zu gewährleisten, dass sie von
nehmen oder eine Marke.).
mische Ziele wie zum Beispiel die Umsatz­
an diesen auszurichten. Verfolgt ein Berufs­
allen am Kommunikationsprozess Betei­
bildungsexporteur das Ziel, internationale
ligten richtig interpretiert werden und es
Zeitbezug
die Erhöhung des Marktanteils. Kommu­
Märkte zu erschließen, sollten
zu keinen Missverständnisssen kommt.
Festlegung eines Zeitrahmens, innerhalb
nikationsaktivitäten leisten einen indirek­
dessen die Ziele zu erreichen sind (zum
ten Beitrag, um diese Ziele zu erreichen.
­Kommunikations­ziele derart formuliert
sein, dass sie dieses Vorhaben optimal
Aus diesem Grund sollten die Ziel­
­unterstützen.
formulierungen nachfolgende Eckpunkte
steigerung, die Gewinnerhöhung oder
Beispiel: innerhalb von sechs Monaten).
beinhalten.
14
15
LEITFR AGE 2: WELCHE ZIELE KÖNNEN MIT
­K O M M U N I K A T I O N S A K T I V I T Ä T E N E R R E I C H T W E R D E N ?
Im Marketing sind drei Typen von Zielen
Seite Vertrauen und / oder ein besseres
definiert, die durch die Kommunikation
Image aufgebaut wird.
erreichbar sind:
III. Konativ-orientierte Ziele
I. Kognitiv-orientierte Ziele
Konative Ziele haben zur Aufgabe, kon­
Steht bei den Marketingaktionen eines
krete Handlungen (zum Beispiel: telefoni­
Bildungsexporteurs die Vermittlung von
sche Nachfragen) beim Kommunikations­
Informationen und das Wecken von Auf­
empfänger auszulösen. Dabei geht es
merksamkeit im Vordergrund, handelt es
nicht nur um den erstmaligen Kauf der
sich um kognitiv-orientierte Ziele. Die
Dienstleistung, sondern auch um zukünf­
Kommunikationsinstrumente werden so
tige Aufträge. Außerdem soll ein positives
ausgewählt, dass sie dazu geeignet sind,
Weiterempfehlungsverhalten gefördert
potentielle Kunden auf das eigene Leis­
werden. Konativ-orientierte Ziele zu errei­
tungsangebot aufmerksam zu machen
chen, stellt eine besondere Herausforde­
und die übermittelten Informationen
rung für die Kommunikation dar.
beim Empfänger„zu speichern“.
Tabelle 1 fasst die verschiedenen Arten
II. Affektiv-orientierte Ziele
Bei den affektiv-orientierten Zielen geht
es darum, bei den Adressaten eine positive
Einstellung zum Leistungsangebot oder
zum eigenen Unternehmen zu erzeugen.
Die potentiellen Kunden sollen hier zu­
sätzlich auf einer emotionalen Ebene an­
gesprochen werden, damit auf der einen
16
von Kommuni­kationszielen zusammen.
Tabelle 1: Kommunikationsziele
Kognitive
Affektive
Konative
Zielsetzungen
Zielsetzungen
Zielsetzungen
•Aufmerksamkeit
•Positive ­Einstellung
•Auslösen einer
wecken
•Informations­
vermittlung
•Aufbau von
­Vertrauen
•Emotionale ­Wirkung
Kaufhandlung
•Wiederkauf
•Beeinflussung des
•Imagewirkung
Weiter­­empfehlungs­
verhaltens
Quelle: Vgl. Fuchs (2003), S. 66
E X K U R S : E R K E N N T N I S S E A U S D E M M E TA P R O J E K T B M B F
– FÖRDERSCHWERPUNKTE „BERUFSBILDUNGSEXPORT
DURCH DIE ANBIETER“
Häufig standen in den Interviews mit Berufsbildungsexporteuren
folgende Kommunikationsziele im Vordergrund:
1. Bekanntheitsgrade im Zielland aufbauen und steigern;
2. Aufbau eines positiv besetzten Unternehmensimage etablieren,
zum Beispiel in dem positive Einstellungen wie Vertrauen und
­Sympathie aufgebaut und gefestigt werden;
3. Informationen zum eigenen Leistungsangebot vermitteln;
4. Nutzen des Angebotes darstellen.
17
LEITFR AGE 2: WELCHE ZIELE KÖNNEN MIT
­K O M M U N I K A T I O N S A K T I V I T Ä T E N E R R E I C H T W E R D E N ?
Angehende Bildungsexporteure können diese Erkenntnisse als Quelle für
LEITFRAGE 3
die eigenen Kommunikationsziele nutzen. Dabei soll die nachfolgende
Wie klassifiziert man die Zielgruppen im Berufsbildungsexport?
Checkliste Anforderungen an ein Nutzenversprechen dabei unter­
stützen, die wichtigen, zu prüfenden Punkte zum Thema Kommuni­
kationsziele zusammenzutragen.
Checkliste IV: Anforderungen an ein Nutzenversprechen
Stehen die Kommunikationsziele im Einklang mit den
­allgemeinen Unternehmenszielen?
√
Nachdem sich der Bildungsexporteur im
tentielle Adressaten. Die Hauptzielgrup­
Rahmen einer Situationsanalyse einen
pen sind Unternehmen und öffentliche
Überblick über die anzusprechenden Ziel­
Bildungseinrichtungen. Manchmal richtet
gruppen verschafft hat, geht es nun dar­
sich die Kommunikation an den Konsu­
um, sie anhand ihrer Eigenschaften zu
menten der Ausbildung – vor allem in
gruppieren.
den Fällen, in denen dieser selbst der
Sind die Ziele präzise formuliert im Hinblick auf:
• die Zielart?
• die Quantifizierbarkeit?
• den zeitlichen Rahmen?
Im Berufsbildungsexport gibt es viele po­
√
• das Objekt der Kommunikation?
• die Zielgruppe?
• den räumlichen Bezug?
­zahlende Kunde ist. Bei den erstgenannten
Tabelle 2 auf Seite 20 illustriert, nach
Hauptzielgruppen kommuniziert der
welchen Kriterien die Zielgrupppen unter­
Bildungs­exporteur mit Menschen und
teilt werden können. Dabei wird zwischen
nicht mit Organisationen. Dies kann man
Fällen, bei denen es sich bei den Kunden
sich zunutze machen, denn Mitarbeiter in
um Privatpersonen handelt und Fällen,
Organisationen reagieren auf dieselbe Art
in denen die Zielgruppe gewerb­liche bzw.
und Weise auf Marketingaktivitäten wie
öffentliche Einrichtungen sind, unter­
Festlegung der Kommunikationsziele…
der Privatkonsument. Das bedeutet im
schieden.
• Wissensvermittlung?
Umkehrschluss, dass man sich gewissen­
• Positive Einstellung schaffen?
• Handlungen auslösen?
√
haft über die relevanten Kommunikations­
empfänger zu informieren hat.
Quelle: In Anlehnung an Fuchs (2003), S. 62
18
19
LEITFRAGE 3: WIE KL ASSIFIZIERT MAN DIE
­Z I E L G R U P P E N I M B E R U F S B I L D U N G S E X P O R T ?
Tabelle 2: Segmentierungsmöglichkeiten von Zielgruppen
Segmentierungsmöglichkeiten von Zielgruppen
Zielgruppe Privatpersonen
Zielgruppe gewerbliche/öffentliche
Einrichtungen
Demografische und
Psychologische Kriterien
­sozio­öknonomische Merkmale
Hierbei geht es um die Erfassung der
Privatpersonen und die am Entschei­
­Motive, Einstellungen, Verhaltens­
dungsprozess beteiligten Personen in
eigenschaften und Persönlichkeitsmerk­
­Organisationen können nach Merkmalen
male der Zielgruppe. Je mehr dazu in Er­
wie Alter, Geschlecht, Vor-/ Ausbildung,
fahrung gebracht wird, desto zielgerich­
1. Demografische Kriterien
1. Branchenbezogene Kriterien
Einkommen etc. segmentiert werden.
teter kann die Kundenansprache erfolgen.
•Geschlecht, Alter, geografische
•Branche, Konkurrenzintensität,
­Kriterien etc.
­Allerdings lassen diese Merkmale bei Mit­
Allerdings lassen sich diese Merkmale nur
­Konjunktur, Bedarfshäufigkeit der
arbeitern von Unternehmen und sonsti­
schwer erheben. Ist es aus Zeit- und / oder
Dienstleistung
gen Organisationen keine Rückschlüsse
Kostengründen unmöglich, diese D
­ aten
auf deren Entscheidungsmotive oder
selbst zu recherchieren, besteht nur die
­-befugnisse zu. Deshalb spielt die Erfas­
Möglichkeit, sich auf eigene Plausibilitäts-
sung von personenbezogenen Kriterien
und Wahrscheinlichkeitsüberlegungen zu
dort eine eher untergeordnete Rolle.
verlassen.
2. Sozioökonomische Kriterien
2. Unternehmensbezogene Kriterien
•Einkommen, Beruf, Ausbildung etc.
•Umsatzgröße, Mitarbeiterzahl,
­Ausstattung, vorhandenes Budget
3. Psychologische Kriterien
3. Gruppenbezogene Kriterien
•Motive, Einstellungen
•Größe Einkaufsgremium, Rollen­
verteilung, Arbeitsaufteilung
4. Verhaltenskriterien
4. Personenbezogene Kriterien
•Dienstleistungsbezogene Kriterien
•Demografische, sozioökonomische,
•Kommunikationsbezogene Kriterien
•Preisbezogene Kriterien
Quelle: In Anlehnung an Meffert (2012), S. 107
20
psychologische Verhaltenskriterien
Die lokalen Begebenheiten im Zielland
und vor allem der kulturelle Kontext sind
bei der Beurteilung der Zielgruppen um­
fassend zu berücksichtign. Es ist nachteilig,
den interkulturellen Kontext unberück­
sichtigt zu lassen und sich obwohl das
­eigene Leistungsangebot grundsätzlich
Anklang findet, dadurch zu qualifizieren.
21
LEITFRAGE 3: WIE KL ASSIFIZIERT MAN DIE
­Z I E L G R U P P E N I M B E R U F S B I L D U N G S E X P O R T ?
Verhaltenskriterien
Gruppenbezogene Kriterien
Checkliste V: zu den gruppenbezogenen Merkmalen –
Bei den Verhaltenskriterien steht die Ana­
Bei den gruppenbezogenen Merkmalen
Beispiel Buying-Center
lyse der von Privatpersonen tatsächlich
geht es um die Analyse von Unterneh­
bzw. in der Vergangenheit durchgeführten
men und Bildungseinrichtungen und den
Aktivitäten im Vordergrund.
dort vorherrschenden Entscheidungspro­
Wurden alle am Entscheidungsprozess beteiligten
Personen und Instanzen ermittelt?
Wurden die Rollen und Funktionen der
zessen.
beteiligten Personen geprüft?
Nach welchen Kriterien entscheidet sich
der potentielle Kunde gewöhnlich für die
Die Zielgruppe der Unternehmenskunden
angebotene Bildungsdienstleistung? Wel­
sowie die Kunden aus dem öffentlichen
che Kommunikationsmedien nutzen Kun­
Sektor verfügen über ein „Buying
den, um sich zu informieren? Welche Rol­
­Center“.
le spielen die Preise für die Auswahlent­
scheidung?
Wurden die Hierarchie- bzw. die Machtverhältnisse
√
√
innerhalb des Buying Center analysiert?
√
Wurden die Informationskanäle der Entscheider identifiziert?
√
Quelle: In Anlehnung an Homburg (2010), S. 224 f.
Das bedeutet, dass es im Normalfall mehr
als einen „Entscheider“ gibt, den es argu­
Die Analyse der Zielgruppekommunikation ist äußerst wichtig. Eine präzise
mentativ zu überzeugen gilt. Die Heraus­
Definition von Kommunikationszielen läuft ins Leere, wenn der Adressat
forderung besteht darin, herauszufinden,
entweder nicht festgelegt oder falsch analysiert wurde. Die Checkliste VI auf
wer diese Entscheider sind, welche Rolle
Seite 24 stellt die in diesem Zusammenhang zu prüfenden Punkte nochmals
sie innerhalb ihrer Organisation innehaben
zusammenfassend dar.
und über welche Kommunikations­kanäle
sie sich typischerweise informieren. Die
nachfolgende Checkliste listet wichtige
Analyseschritte diesbezüglich auf.
22
23
LEITFRAGE 3: WIE KL ASSIFIZIERT MAN DIE
­Z I E L G R U P P E N I M B E R U F S B I L D U N G S E X P O R T ?
LEITFRAGE 4
Checkliste VI: Zielgruppen der Kommunikation
Welche Kommunikationskanäle stehen im ­Berufsbildungsexport
Welche Merkmale besitzen die Zielgruppen?
zur Verfügung?
Zielgruppe Privatpersonen:
• demografische?
• sozioökonomische?
Stehen die Ziele und die Zielgruppen der Kommunikation fest, ist als
√
­nächstes zu prüfen, welche Kommunikationskanäle den Bildungs­export­
• psychologische?
euren zur Verfügung stehen. Je nach den festgelegten Kommunikations­
• psychografische?
zielen und Zielgruppen kann dabei der Einsatz von unterschiedlichen Kanälen
• Verhaltensmerkmale?
ratsam sein. Gerade bei der Ansprache von Unternehmenskunden oder
­öffentlichen Einrichtungen ist dies geboten. Es gibt dort im Regelfall mehrere
Zielgruppe Unternehmen / öffentliche Einrichtungen
Entscheidungsträger. Diese beschaffen sich ihre Informationen möglicher­
• branchenbezogene?
• unternehmensbezogene?
• gruppenbezogene?
• personenbezogene?
Quelle: Eigene Darstellung
√
weise über verschiedene Quellen.
Die Herausforderung besteht nun darin, die besten Kanäle auszuwählen.
Tabelle 3 auf Seite 26 listet die im Berufsbildungsexport gängigen Kommu­
nikationskanäle auf, um zukünftigen Bildungsexporteuren einen ersten
Überblick über die vorhandenen Optionen zu liefern.
24
25
L E I T F R AG E 4 : W E L C H E KO M M U N I K AT I O N S K A N Ä L E S T E ­
H E N I M ­B E R U F S B I L D U N G S E X P O R T
ZUR VERFÜGUNG?
Tabelle 3: Kommunikationskanäle im Berufsbildungsexport
Direktansprache
Messen / Internet
Über Dritte
• Eigene Internetseite
• Internetrecherche nach
potentiellen Kunden
• Social Media ­
• Auslandshandelskammer
im Zielland
• Durch Vertriebspartner
• Infos durch Netzwerk­
kontakte im Bildungs­
bereich
• Mund-zu-Mund­
Propaganda
• Kundenlisten von Part­
nern zur Direktakquise
• Infos von Behörden und
Botschaften
• Kontaktgenerierung
durch Verbände
• Kontaktdaten durch
externe Dienstleister
(zum Beispiel iMove
Consultants etc.)
Veranstaltungen
• Durch Geschäfts­
führer / eigene Vertriebs­
mitarbeiter
• Teilnahme an Delegati­
onsreisen ins Ausland
(organisiert von Indust­
rie- und Handelkammer
(IHKs), iMove, Ministe­
rien etc.)
• Ansprache von Unter­
nehmen, die in (Fach-)
Zeitschriften inseriert
haben
• Bewerbung aus
­Aufschreibungen bzgl.
Berufsbildungsprojekten
im Ausland
• Mailings
• Eigener Messeauftritt
• Besuch von Berufs­
bildungs- und Fachmessen
• Vorträge auf
­Konferenzen
Printmedien
• Anzeigen in (Fach-)
­Zeitschriften
• Infobroschüren
• Angebotskataloge
E X K U R S : B E D E U T U N G V O N E I N W E G ­O R I E N T I E R T E N
KO M M U N I K AT I O N S K A N Ä L E N G E G E N Ü B E R D I A L O G ­
ORIENTIERTEN K ANÄLEN IM BERUFSBILDUNGSEXPORT
Die Auswertung der durchgeführten Interviews zeigt, dass im Berufs­
bildungs­export die persönliche Kommunikation eine hervorgehobene Rolle
spielt. Dies verwundert nicht, da es sich bei Bildungsdienstleistungen um
komplexe und somit erklärungsbedürftige Produkte handelt. Einwegorien­
tierte Kommunikationskanäle spielen dagegen eine tendenziell geringere
Rolle als zum Beispiel in der Konsumgüterindustrie.
Quelle: Eigene Darstellung
Wie aus Tabelle 3 ersichtlich wird, gibt es eine Vielzahl an Kommunikati­
Tabelle 4: Einweg- und dialogorientierte Kommunikationskanäle im
onskanälen, die im Berufsbildungsexport zum Einsatz kommen können.
­Berufsbildungsexport
Diese sind wiederum zu unterscheiden in Kanäle, die eine geringe bzw.
­keine Dialogmöglichkeit bieten und welche, die eine dialogorientierte
Einwegorientierte Kanäle
Interaktive, dialogorientierte Kanäle
­Ausrichtung haben.
•Anzeigen in Fachzeitschriften
•Direktmarketing (Mailings)
•Angebotskataloge
•Messen / Ausstellungen
Tabelle 4 stellt wichtige einweg- und dialogorientierte Kommunikations­
•Audiovisuelle Kommunikationsmittel
•Informationsveranstaltungen
kanäle zur Verdeutlichung einander gegenüber.
•Fachaufsätze
•Persönliche Ansprache
•Online-Kommunikation
•Kongresse, Seminare
Quelle: Eigene Darstellung
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LEITFRAGE 5
Tabelle 5: Eignung von Kommunikationsinstrumenten im Hinblick auf die
Welche Instrumente eignen sich zur Erreichung der
Kommunikationsziele
Kommunikationsziele
jeweiligen Kommunikationsziele?
„kognitive Ziele“
Die vorangegangenen Antworten auf die Leitfragen zeigten auf, wie man
sich als Berufsbildungsexporteur positionieren kann, wie Kommunikations­
Instrumente
ziele festgelegt werden, wie man Zielgruppen unterteilt und welche
Aufmerk­
samkeit
wecken
Produkt­
wissen
erhöhen
­Kommunikationskanäle im Berufsbildungsexport zur Verfügung stehen.
Fachzeitschriftenanzeigen
√
­Dabei eignen sich einige der erwähnten Kommunikationsinstrumente im
Public Relations
√
Berufsbildungskontext tendenziell besser als andere, in Bezug auf bestimmte
Fachaufsätze/ Vorträge
√
­Kommunikationsziele.
Direktmarketing
(zum Beispiel (E-)Mailings)
√
Messen / Ausstellungen
√
Flyer / Broschüren / Produktbzw. Angebotskataloge
√
Onlinekommunikation
(Internet, Social Media,
CDRoms)
√
Personale Kommunikation
(zum Beispiel per Telefon
oder direkt vor Ort)
√
Informationsveranstaltun­
gen / Demonstrationen
√
√
Verkaufsförderung (zum
Beispiel kostenlose
­S eminare)
√
√
Tabelle 5 ordnet den Kommunikationszielen geeignete Instrumente der
Kundenansprache zu. Es handelt sich dabei ausdrücklich um Tendenzaussagen.
Je nach konkreter bzw. inhaltlicher Ausgestaltung der Instrumente können
diese jeweils auch andere als die dort genannten Ziele erreichen. Die
­Tabelle soll angehenden Bildungsexporteuren jedoch erste Anhaltspunkte
liefern, welche Instrumente sich zur Erreichung bestimmter Ziele anbieten.
„affektive Ziele“
Vertrauens­
aufbau / Emotionale
Ebene
Image­
ziele /
positive
Einstellung
„konative Ziele“
Kunden­
nutzen
Verhalten
beein­
flussen
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
√
Quelle: in Anlehnung an Fuchs (2003), S. 73
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LEITFRAGE 5: WELCHE INSTRUMENTE EIGNEN SICH ZUR
E R R E I C H U N G D E R J E W E I L I G E N KO M M U N I K AT I O N S Z I E L E ?
Hat der Berufsbildungsexporteur, unter Berücksichtigung der Kommunikati­
4. Effektivität und Kosteneffizienz: Gerade kleinere Bildungsexporteure,
onsziele und der Zielgruppe, eine Vorauswahl bezüglich der einzusetzen­
die in der Regel nur über begrenzte finanzielle Ressourcen verfügen,
den Kommunikationsinstrumente getroffen, werden diese noch im Hinblick
müssen sicherstellen, dass Kosten und Nutzen des Kommunikations­
auf ihre grundsätzliche Eignung für die Kundenansprache im Ausland ge­
instruments in einem vernünftigen Verhältnis stehen.
prüft. Dabei sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:
5. Rechtliche Beschränkungen: In einigen Ländern gibt es rechtliche
1. Verfügbarkeit der Kommunikationskanäle im Zielland: Kommuni­
­Beschränkungen bezüglich des Einsatzes bestimmter Kommunikations­
kationswege, die sich im Inland bewährt haben, stehen im Zielland wo­
instrumente- bzw. kanäle. Eine Erkenntnis aus den Interviews des
möglich gar nicht zur Verfügung oder sind aus verschiedenen Gründen
­Metaprojekts, dass es in China in bestimmten Branchen nicht erlaubt ist,
nicht praktikabel. Dies ist bei der Kommunikationsplanung zu berück­
potentielle Auszubildende durch Werbemaßnahmen direkt anzusprechen.
sichtigen.
In Kombination mit Tabelle 5 auf Seite 29 soll die Checkliste VII auf Seite 32
2. Qualität und Eignung der Kommunikationskanäle: Es besteht die
Bildungsexporteure dabei unterstützen, die Eignung der vorhandenen
Gefahr, dass die geplanten Kommunikationsinstrumente zwar grund­
Kommunikationskanäle im Vorfeld der internationalen Aktivitäten gewis­
sätzlich im Zielland einsetzbar sind, aber dennoch nicht genutzt werden
senhaft prüfen zu können.
sollten; beispielsweise weil sie dort nicht in der erforderlichen Qualität
In Anlehnung an Perlitz (2004), S. 300 ff.
zur Verfügung stehen oder weil sie aufgrund kultureller Begebenheiten
nicht in Frage kommen.
3. Zielgruppenrelevanz: Es könnte sein, dass sich die Adressaten der
Kommunikation im Zielland über andere Informationskanäle als ähnliche
Zielgruppen im Ausland informieren. Deshalb ist zu prüfen, ob die ange­
dachten Kommunikationskanäle, die Zielgruppe im Ausland wirklich er­
reichen.
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LEITFRAGE 5: WELCHE INSTRUMENTE EIGNEN SICH ZUR
E R R E I C H U N G D E R J E W E I L I G E N KO M M U N I K AT I O N S Z I E L E ?
Checkliste VII: Prüfung der internationalen Eignung der
Zusammenfassung
­Instrumente im Auslandseinsatz
schwerpunkt „Berufsbildungsexport durch deutsche Anbieter“
durchgeführten Befragungen legen den Schluss nahe, dass viele
Berufsbildungsexporteure ihre Kommunikationsaktivitäten ver­
Effektivität /
Kosteneffizienz
Qualität / Eignung der
Kommuni­kationskanäle (inkl.
Berücks. kultureller Kontexte)
Rechtliche Beschränkungen?
Zielgruppenrelevanz:
Wird Zielgruppe erreicht?
Instrumente
Verfügbarkeit der
Kommunikationskanäle
im Zielland
Die Ergebnisse der im Rahmen des Metaprojekts zum Förder­
nachlässigen bzw. ihnen einen unzureichenden Stellenwert ein­
räumen. Zwar wird von fast allen Befragten mehr oder weniger
Kommunikation betrieben, allerdings unsystematisch und ohne
Fachzeitschriftenanzeigen
im Vorfeld eine strukturierte Kommunikationsplanung durchzu­
Public Relations
führen.
Fachaufsätze/ Vorträge
Direktmarketing
Das Ziel dieser Broschüre ist es, angehenden Bildungsexporteuren
Messen/Ausstellungen
mithilfe von Übersichten, Checklisten und Praxisbeispielen die
Flyer / Broschüren/Produktbzw. Angebotskataloge
Grundlagen einer systematischen Kommunikationsplanung zu
Onlinekommunikation
vermitteln.
Personale Kommunikation
Informationsveranstaltun­
gen/Demonstrationen
Verkaufsförderung
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33
ZUSAMMENFASSUNG
Die nachfolgende Abbildung liefert zum Abschluss nochmals einen
Literaturverzeichnis
Überblick über die dabei durchzuführenden Schritte; ausgehend
von der Definition der Kommunikationsziele bis hin zur Prüfung der
Bruhn, M.: Kommunikationspolitik, München 1997
Kommunikationsinstrumente im Hinblick auf ihre internationale
Fuchs, W.: Management der Business-to-Business-Kommunikation, Wiesbaden 2003
Tauglichkeit.
Anforderungen an die Kommunikationsziele
berücksichtigen
Homburg, Ch.: Sales Excellence, 6. Auflage, Wiesbaden 2010
Meffert, H./ Bruhn, M.: Dienstleistungsmarketing, 7. Auflage, Wiesbaden 2012
Kommunikationsziele festlegen
Perlitz, M.: Internationales Management, 5. Auflage, Stuttgart 2004
Zielgruppen auswählen und analysieren
Eignung der Kommunikationskanäle im
Hinblick auf die Kommunikationsziele prüfen
Eignung der Kommunikationskanäle
im Zielland prüfen
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35
IMPRESSUM
Danksagung:
Dieser Leitfaden ist im Rahmen des Metaprojektes „Berufsbildungs­
export durch deutsche Anbieter“ entstanden, das vom Bundes­
ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde.
Der Leitfaden beinhaltet die Überlegung der Autoren.
Herausgeber:
Fraunhofer-Zentrum für Mittel- und Osteuropa (MOEZ)
Städtisches Kaufhaus, Neumarkt 9-19, 04109 Leipzig
Telefon: +49 341 231 039 0
Fax: +49 341 231 039 190
E-Mail: [email protected]
Website: www.moez.fraunhofer.de
Redaktion: Prof. Dr. Thorsten Posselt (V.i.S.d.P.), Hans-Günther Lind
Grafisches Konzept: Albrecht Gäbel ([email protected])
Alle Abbildungen, wenn nicht anders angegeben
© 2014, Fraunhofer MOEZ
Das Fraunhofer MOEZ legt großen Wert auf eine ausge­wogene
­Darstellung der geschlechterspezifischen Bezeichnungen.
Sollten im Text vereinzelt männliche Bezeichnungen gewählt worden
sein, so ist dies aus Gründen der besseren Lesbarkeit geschehen.
Copyright: Fraunhofer MOEZ 2014
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