Ältere Menschen zieht es an den Bodensee

1 Medienmitteilung
Ältere Menschen zieht es
an den Bodensee
Gute Gesundheitsdienstleistungen, angenehmes Klima, schöne Landschaft –
das suchen immer mehr ältere Menschen. Für «Altersmigrantinnen» und
«Altersmigranten» ist die Bodenseeregion attraktiv. Welche Folgen damit
verbunden sind, untersucht ein neues Forschungsprojekt der Internationalen
Bodensee-Hochschule. Beteiligt sind die Hochschule Kempten und die Fachhochschule Vorarlberg.
Dank des Begriffs «Floridarisierung» hat die Altersmigration eine breite internationale Wahrnehmung erfahren. Ältere Menschen fühlen sich nicht mehr dauerhaft an ihre Heimat gebunden – sie streben nach «Sehnsuchtsorten» mit guten Gesundheitsdienstleistungen, besonderen klimatischen oder landschaftlichen Reizen oder Orte, die Ruhe und Erholung
versprechen. Das Phänomen lässt sich auch an touristischen Hotspots der Bodenseeregion
beobachten.
Untersuchungen im Allgäu und in Vorarlberg
Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH konnte dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt «Altersmigration und Gesundheitstourismus als Treiber des regionalen Strukturwandels» Fördergelder zusagen. Beteiligt sind die Hochschule Kempten und die Fachhochschule
Vorarlberg. Das Forscherteam beider Hochschulen untersucht die soziodemografischen Veränderungen aufgrund der Altersmigration in den Bodenseeraum – zunächst in den Regionen
Allgäu und Vorarlberg. Das Projekt will die Folgen abschätzen sowie Chancen und Risiken
diskutieren. Aus den Erkenntnissen des Projekts können anschliessend konkrete Massnahmen angestossen werden – beispielsweise die Entwicklung altersaffiner Dienstleistungen im
Gesundheitstourismus.
Integration ins Gemeinwesen
An Orten wie etwa Bad Wörishofen altert die Wohnbevölkerung nicht nur mehr im klassischen Sinne: Zunehmend ziehen ältere Menschen hinzu, die nicht über familiäre oder gewachsene soziale Bindungen vor Ort verfügen. Sie nutzen die Vorzüge und Infrastrukturen,
ohne diese bislang aktiv mitgestaltet zu haben – sind Konsumenten an einem neuen Ort. Wie
können sie integriert und Teil des Gemeinwesens werden? Wie verändert ihre Anwesenheit
das Gemeinwesen dauerhaft? Die Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass die
Bodenseeregion in Zukunft vermehrt von Zuzügen aus benachbarten Ballungsräumen betroffen sein wird.
Bürgerinnen und Bürger beteiligen
Das Regionalprojekt der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH umfasst Themen in vier
Bereichen: Infrastruktur (Wohnen, Barrierefreiheit, Nahversorgung), gesellschaftliche Teilhabe (Nachbarschaft, Gemeinde, Dialog zwischen Generationen), kulturelles Gestalten sowie Gesundheit und Pflege. Da es sich um ein anwendungsorientiertes Regionalprojekt handelt, geht es nicht einfach um eine Studie, die Expertenwissen hervorbringen soll. Viel mehr
geht es um eine Entwicklungsperspektive, die betroffene Bürgerinnen und Bürger und gute
Projekte vor Ort einbezieht.