fokus photokina startet durch – imaging ökosystem in

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PHOTO PRESSE
DAS INSIDERMAGAZIN
FÜR ERFOLGREICHES
FOTOBUSINESS
N–03 10–03–2016
SEIT 1945
FOKUS PHOTOKINA STARTET DURCH – IMAGING ÖKOSYSTEM IN DER PRAXIS MARKT LEICA KOOPERIERT MIT
HUAWEI PORTFOLIO STARKE STILLS – BPP IPQ 2016 BUSINESS SEO AUDIT – SCHADENSERSATZBERECHNUNG
PRODUKTE NEUHEITEN: PENTAX – SIGMA – TAMRON PRAXIS HENSEL – MANFROTTO – PROFOTO
FOKUS
IMAGING ÖKOSYSTEM
DIE FOTOPRAXIS VON MORGEN
Die grenzenlose Vernetzung neuer und etablierter Unternehmen, Technologien sowie Marketing- und Vertriebsstrukturen,
dazu Partnerschaften diesseits und jenseits der Imagingbranche sowie über alle nationalen und kulturellen Grenzen hinweg –
diese Strategie hat der PIV (Photoindustrie-Verband) als ein zukunftssicherndes Konzept formuliert.
Was aber bedeutet das für die Konsumenten, für die Fotografen von morgen?
Der Finger auf dem Auslöseknopf bewegt sich. Klick – der im elektronischen Sucher oder auf dem Display einer Kamera festgelegte Ausschnitt
der Wirklichkeit wird auf einem lichtempfindlichen Sensor aufgezeichnet, als Datensatz weiterverarbeitet und dieser landet schließlich auf
einem Speichermedium. Egal, ob Kamera oder Smartphone, dieses digitale Fotoprinzip ist in etwa bei allen Aufnahmegeräten gleich. Bis jetzt.
Zukünftig eingebunden in das Imaging Ökosystem, sieht
der Prozess des Fotografierens ganz anders aus. Durch die grenzenlose
Vernetzung stehen dem Fotografen völlig neue Möglichkeiten zur
Verfügung. »Das Imaging Ökosystem erschafft eine innovative Art des
Fotografierens, die auf Daten basiert, die zahlreiche Netzwerke vor,
während und nach der eigentlichen Aufnahme zur Verfügung stellen«,
erläutert Rainer Führes, Vorsitzender des Photoindustrie-Verbandes.
Das bedeutet für die Fotopraxis: Standort, Wetterdaten, Jahreszeit/Sonnenstand, Informationen über ähnliche Bilder im Internet,
Analyse der individuellen Bildpräferenzen des Autors aus den eigenen
Bilddaten, aber auch aus Buchkäufen oder Filmdownloads – das alles
und mehr führt, verbunden mit den produktseitigen Informationen über
Kamera, Objektiv und Zubehör, zu einer präzisen Empfehlung für den
Fotografen: Wann man wie das Bild am besten aufnehmen sollte oder ob
ein anderer Standort vielversprechender ist. Gekoppelt an hochkomplexe
und leistungsfähige Algorithmen wird in Zukunft sogar der Bildausschnitt durch Führung mittels Pfeilen auf dem Display oder per Voice
Control so weit optimiert werden können, dass das Bild einem allgemeinen Harmonie- und Bildästhetik-Verständnis entspricht. Die Voraussetzung für ein solches Leistungsportfolio: Die Einbindung der Aufnahmegeräte mittels Internet in ein Imaging Ökosystem, das sich aus
diversen Quellen bedient und die Daten zu einer praxisrelevanten
Empfehlung bündelt. Ein solches System ist dabei kein starres Konstrukt,
sondern optimiert und ergänzt sich ständig.
FAZIT 1
DAS IMAGING ÖKOSYSTEM
EMPFIEHLT DEM FOTOGRAFEN
ALLE MITTELBAREN UND
UNMITTELBAREN FAKTOREN, DIE
FÜR EINE PERFEKTE AUFNAHME
EINE ROLLE SPIELEN.
Das Positive eines Imaging Ökosystems zeigt sich für den Konsumenten
jedoch nicht nur in der Fotopraxis, sondern bereits in der Produktentwicklung. Blicken wir kurz zurück: Bisher war die Imagingindustrie –
wie praktisch alle anderen Industrien auch – linear aufgebaut:
Am Anfang stand eine Idee, die anschließend in Produkte umgesetzt und
vom Konsumenten gekauft und genutzt wurde. In der Imagingbranche
der Zukunft, so der PIV, wird diese lineare Verkettung durch eine komplex verbundene Vernetzung abgelöst. Beispielsweise werden auf diese
Weise die Aufnahmedaten der Kameras genutzt, um, erstens, die kamerainterne Software ständig den individuellen Anforderungen des Fotografen anzupassen (ein sich selbst verbesserndes System). Zweitens, um den
Herstellern wichtige Daten zu liefern, die die Produkte schon während
des Herstellungsprozesses optimieren.
FAZIT 2
DIE WELTWEITE PRODUKTNUTZUNG OPTIMIERT
KONTINUIERLICH DAS PRODUKT
SELBST.
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Die Potenziale des Imaging Ökosystems gehen noch weiter. Rainer
Führes: »Zukünftig fungieren Kameras als funktionales ‚Zubehör’ des
menschlichen Auges und des gesamten Wahrnehmungsapparates.
Das heißt im ersten Schritt, dass die Kamera Bilder (Foto und Video)
liefert, die vom menschlichen Auge abgekoppelt sind wie Aufnahmen
mit Action- oder Dashcams und Multicopteraufnahmen aus ungewöhnlicher (Luft-) Perspektive.« Im zweiten Schritt könnte das Auge über ein
Implantat direkt mit der Kamera verbunden sein – praktisch Virtual
Reality beziehungsweise Augmented Reality 2.0 ohne die heute notwendigen Spezialbrillen. Das bedeutet in der Praxis für Fotografen: Absolute
Kontrolle über jegliche Art von Bildaufnahme und letztlich das Loslösen
des Bildinhaltes von den Vorgaben der Wirklichkeit – und damit das
Erschaffen ganz neuer Erlebniswelten.
Die größten Potenziale für Imaging Ökosysteme sieht der PIV primär in
geschäftlichen und wissenschaftlichen Anwendungen, also in Businessto-Business-Lösungen. »Denn für die Amateurfotografie spielen Faktoren
eine Rolle, die sich nicht in Algorithmen fassen lassen und die sich ab
einem bestimmten Punkt der Optimierung durch Vernetzung entziehen:
Leidenschaft, Emotion und Individualität. Deshalb gehen wir davon
aus, dass es parallel einen gegenläufigen Trend zum Big Data basierten
Empfehlungsverhalten geben wird, da sich die Menschen den Spaß an
ihren eigenen Entscheidungen während der Bildaufnahme nicht abnehmen lassen werden. Das ist gut so. Und inwieweit der Mensch selbst
mit seinen biologischen Parametern ein Teil des Imaging Ökosystems
werden kann – das ist heute noch reine Fiktion«, fasst Rainer Führes
zusammen.
FAZIT 3
FAZIT 4
DAS MENSCHLICHE AUGE
VERKNÜPFT SICH IMMER MEHR
MIT DER KAMERA, WODURCH
DIE WAHRNEHMUNGSMÖGLICHKEITEN DRASTISCH
GESTEIGERT WERDEN UND
DIE ANLEITUNG ZUM FOTOGRAFIEREN IN ECHTZEIT PASSIERT.
FOKUS
FOTOGRAFIE WIRD IMMER
DIE FAKTOREN LEIDENSCHAFT,
EMOTION UND INDIVIDUALITÄT
BEINHALTEN. DIESE EIGENSCHAFTEN SIND TEIL IHRES
EIGENEN IMAGINGSYSTEMS.
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FOKUS
PHOTOKINA 2016
GRENZENLOS DURCH DIE
BILDERWELTEN
Gut acht Monate vor der photokina, der internationalen Leitmesse für die gesamte Foto-, Video- und Imagingbranche,
präsentieren die Veranstalter ein neues Konzept sowie eine neue Kampagne für die Messe.
Unter dem Claim »Imaging unlimited« soll sich die photokina weiter zu einem content- und lösungsorientierten Event entwickeln.
»Die photokina steht für die unbegrenzten Möglichkeiten des Imaging.
Durch Smartphones und Tablets ergeben sich neue, bildbegeisterte
Zielgruppen, die wir mit dem Konzept erreichen wollen«, so Katharina C.
Hamma, Geschäftsführerin der Koelnmesse GmbH. »Das Konzept
schöpft das gesamte Potenzial der Imaging-Branche aus und bietet im
sich wandelnden Imaging-Umfeld Chancen für ein nachhaltiges Wachstum.« Der Photoindustrie-Verband e.V., Mitveranstalter der photokina,
zeigt sich ebenso überzeugt. »Mit der Neuausrichtung und ihrer Fokussierung auf Zukunftsthemen und strategische Wachstumsfelder der
Branche haben wir die Weichen für den Ausbau und die Stärkung der
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photokina als internationale Leitmesse gestellt«, so Christian MüllerRieker, Geschäftsführer des Verbandes. Sichtbar wird das Konzept
zunächst durch die neue Werbekampagne, die durch einen frischen,
dynamischen Auftritt überzeugt. Die Farbwelt und das Key Visual
bringen dies bildstark zum Ausdruck. Der neue Auftritt ist bereits online
unter www.photokina.de zu sehen. Flankiert wird der neue Werbeauftritt
durch PR-Maßnahmen, Social-Media-Aktionen und Events, die bereits
vor der Messe aufmerksamkeitsstark in der Stadt Köln präsentiert
werden.
Fotografiert und gefilmt wird heute immer und überall. Jeder
der ein Smartphone, ein Tablet oder natürlich auch eine Kamera besitzt,
kann seine Welt unbegrenzt in außergewöhnlichen und spannenden
Bildern festhalten. Mit »Imaging unlimited« und dem neuen Key Visual
bringt die photokina genau das zum Ausdruck. Die Farbwelt in Rot
und Cyan gibt der Veranstaltung einen dynamischen, frischen Auftritt.
Die beiden Farben stehen im Kontrast zueinander und erzeugen
durch ihre Gegensätzlichkeit höchste Leuchtkraft und Farbwirkung.
Das Spannungsfeld unterstreicht das Grenzenlose des Claims »Imaging
unlimited«.
Um das neue Konzept der photokina in die breite Öffentlichkeit
zu tragen und die Messe stärker erlebbar zu machen, sind Events in
der Stadt und auf der photokina sowie neue Themen geplant. Bei Live
Performances, in der Copter World oder der Action Hall haben die
Besucher die Möglichkeit, selbst Teil von »Imaging unlimited« zu werden
und neue Kamera-, Film- und Fototechniken auszuprobieren. Das Thema
Bewegtbild rückt im Rahmen eines Kurzfilmfestivals und durch Kooperationen mit Influencern aus der Branche, wie zum Beispiel den aus
YouTube bekannten AlexiBexi, in den Fokus. Die Stadt Köln wird die
Messe darüber hinaus mit einem photokina Festival in Form von Fotoaktionen, Workshops und Großprojektionen feiern.
INTERVIEW
TOP-EVENT FÜR PROFESSIONALS
Die Profis von morgen im Fokus, die Profis von heute als eine Kernzielgruppe:
Über das neue Konzept der photokina sprachen wir mit Markus Oster, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse GmbH.
I – Wolfgang Heinen
Herr Oster, photokina 2016 – was sind die wichtigsten
Branchenthemen, die auf der internationalen Leitmesse im
September präsentiert werden?
MARKUS OSTER – Mit dem neuen Konzept »photokina – Imaging
unlimited« gehen wir zusätzlich zu den bekannten Themen einen großen
Schritt weiter und integrieren die aktuellsten Entwicklungen der Branche
in die Veranstaltung. Es wird einen deutlichen Ausbau im Bereich
der Fotocopter inklusive eines Testparcours sowie bei Video und Film
inklusive Ton und der dazugehörigen Software geben. Zusätzlich spielen
Virtual und Augmented Reality, Wearables und Smart Home eine
stärkere Rolle. Auf der Piazza werden wir neben der Fernoptik einen
weiteren Bereich für Astrokameras installieren, den wir »photokina
zoom« nennen. Die neuen Themen sprechen verstärkt eine jüngere Zielgruppe an, ohne dass wir die Professionals vernachlässigen. Ein Teil
dieser Zielgruppe sind schließlich auch die Professionals von morgen.
Mit dem neuen Konzept möchten wir den Nachwuchs an die photokina
heranführen.
Speziell für Professionals, wie sieht nach heutigem Stand das
Aussteller-Portfolio aus? Welche Profi-Anbietergruppen kommen
im Herbst nach Köln?
MARKUS OSTER – Wie eingangs bereits erwähnt, werden wir die
gesamte Bandbreite der photokina wie bisher fortführen – natürlich auch
für die Profis. Speziell für Professionals sind neben den Kameras alle
Hersteller aus den Bereichen der Objektive, Stative, Filter, Taschen, der
Beleuchtung und Lichttechnik, von der gesamten Fotostudioausstattung
über professionelle Bildbearbeitung bis hin zu Speicherung und Ausgabe
interessant. Das Thema Video spielt hier ebenfalls eine große Rolle und
wird professioneller: Wir freuen uns, dass Arri und Atomos erstmals
mit eigenen, großen Ständen vertreten sein werden. Auch der Fotocopter-Bereich dürfte für Profis hochinteressant sein. Neben dem Weltmarktführer DJI wird aus den USA unter anderem auch 3DR vertreten
sein. Mit weiteren jungen, innovativen Unternehmen führen wir Gespräche, sodass die Fachbesucher viele spannende Präsentationen erwarten
dürfen.
FOKUS
Zum Rahmenprogramm: Wird es wieder eine Professional Bühne
geben? Welche Themen stehen dort im Fokus?
MARKUS OSTER – Nach dem großen Erfolg auf der photokina 2014
werden wir das Angebot der Professional Bühne weiter ausbauen.
Das Prinzip bringt den Berufsfotografen echten Mehrwert: In kurzen
Vorträgen und Diskussionen werden von ausgewiesenen Fachleuten
des jeweiligen Themas die wichtigsten Profi-Trends präsentiert und
konkrete Lösungen gezeigt. Dazu gehören alle Facetten des Marketings,
Bildhonorare und -rechte, neue Business-Ideen für Profis, Nutzung
von Social Media, Markttrends, Erfolgsstories, Tipps für den beruflichen
Start in Professional Photo und vieles mehr.
Und wie kommt man am besten zur photokina 2016?
Wie funktionieren Anreise und Besuchsplanung am einfachsten?
MARKUS OSTER – Durch die zentrale Lage und die direkten Anbindungen an den Kölner Flughafen und den ICE Bahnhof Köln Messe/Deutz
finden unsere Besucher perfekte Bedingungen vor: Unser Partner Eurowings führt auch nationale Flüge durch, durch die die Koelnmesse aus
Nord-, Ost- und Süddeutschland preisgünstig und schnell zu erreichen
ist. In Kooperation mit der Deutschen Bahn bietet die Koelnmesse
Sonderkonditionen zur photokina an und im öffentlichen Nahverkehr
gilt die Eintrittskarte als kostenloser Fahrausweis für Busse, S-Bahnen,
U-Bahnen und Züge. Die Stadt und die photokina bieten viele Gründe,
um länger zu bleiben. Auch hier ist die Koelnmesse behilflich: Über ein
Online-Buchungssystem können Besucher Übernachtungsmöglichkeiten
buchen, die ihren Bedürfnissen entsprechen.
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PORTFOLIO
STILLLIFE-FOTOGRAFIE
NICHT NUR
MIT DER
PINZET TE
REDEN
Planen, komponieren, tüfteln, Schaum schlagen, reden und
immer wieder auf den Monitor schauen: Stilllife-Fotografen sind
eine ganz besondere Spezies. Wir haben uns mit Jürgen
Herschelmann über die Eigenheiten seines Berufsstandes
unterhalten – und warum in Zukunft der Fotograf zum AllroundRegisseur mutiert.
I – Wolfgang Heinen
Wie bist Du Profifotograf geworden und was fasziniert
Dich am Bereich Stillife?
JÜRGEN HERSCHELMANN – Das war reiner Zufall. Ich habe schon
immer gerne fotografiert und mir mit dem Abiturgeld eine Olympus
OM 2 gekauft. Mit dem ersten belichteten Film bin ich zur Entwicklung
ins örtliche Fotostudio gegangen. Der Meister sah mich, die Kamera
und sagte: Hey, du knipst mit demselben System wie wir hier im Betrieb,
JÜRGEN HERSCHELMANN hat nach dem Abitur
eine Lehre als Fotograf gemacht und ist danach für
acht Semester an die FH Dortmund gegangen, um
Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt
Fotografie zu studieren. Bereits in den letzten zwei
Semestern konnte Herschelmann für Plattenfirmen
wie Sony, PolyGram oder EMI fotografieren, sodass
der Schritt zur Selbstständigkeit gleich nach dem
Abschluss des Studiums folgen konnte. Seit nun
25 Jahren als Profi unterwegs, liegen seine Schwerpunkte in der Werbung, Stillife und im Editorial.
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willst du eine Fotografenlehre machen? Nach der abgeschlossenen Lehre
habe ich vier Jahre in Dortmund an der FH Visuelle Kommunikation
studiert. Ab dem 6. Semester habe ich eine Fotomappe erstellt und bin
damit losgezogen. Dadurch bekam ich die ersten Jobs schon vor dem
Ende des Studiums. Und so wurde ich dann ohne Vorwarnung Berufsfotograf. Mein zweites Hobby neben der Fotografie war die Modelleisenbahn. Das Schaffen von Miniaturwelten – da liegt Stilllife nahe, denn
auch dort bastelt man im Detail stundenlang herum.
Wie dürfen wir uns den Ablauf eines Auftrages bei Dir vorstellen?
Wieviel Aufwand/Zeit steckt hinter den gemachten Bildern?
Verrate uns bitte Deine Herangehensweise.
JÜRGEN HERSCHELMANN – Grundsätzlich ist gute Vorplanung alles
– und dann rasche Improvisation, wenn sich während des Fotografierens
etwas ganz anders entwickelt als gedacht. Und da ich eher ein technischer
Studiofotograf bin und nicht der Available-Light-Sonnenstrahlen-
MARKT
LEICA CAMERA UND HUAWEI
KOOPERIEREN
DEUTSCH-CHINESISCHE
FREUNDSCHAFT
Leica Camera und der chinesische CE-Gigant Huawei vereinbaren eine langfristige Technologie-Partnerschaft im Bereich
der Smartphone-Fotografie. Das sitzt: Marken-Urgestein und Innovationstreiber verheiraten sich. Aber die Liaison – man könnte sie mit
jeweils engen Branchen-Scheuklappen auch als Fremdgehen bezeichnen – hat neben Liebesglück auch die ein oder
andere Überraschung in petto. Spätestens dann, wenn Nachwuchs kommt.
T – Wolfgang Heinen
»Die Huawei Consumer Business Group (BG) und die Leica Camera AG
haben den Beginn einer langfristig angelegten strategischen Allianz
bekannt gegeben. Ziel dieser ambitionierten Technologie-Partnerschaft
ist die enge Zusammenarbeit im Bereich Optical Engineering sowie die
gemeinsame Entwicklung innovativer Lösungen, um das bestmögliche
Bildergebnis im Segment der Smartphone-Fotografie zu erzielen und
diese auf die nächste Qualitätsstufe zu heben.« So steht es in der offiziellen Pressemitteilung. Und das ist tatsächlich ein Paukenschlag: Das
traditionellste aller fotografischen Traditionsunternehmen kooperiert mit
einem Mobile-Elektronik-Hersteller, dessen Namen noch vor wenigen
Jahren niemand kannte und mit dem auch heute noch Otto-Normalverbraucher nicht viel anzufangen weiß. Dabei sind die Chinesen eine
Macht: Mehr als 108 Millionen Mobiltelefone haben sie im vergangenen
Jahr verkauft und mit fast 10 Prozent Marktanteil sind sie hinter Samsung und Apple die Nummer drei im Weltmarkt. Und auf dem Heimatmarkt China läuft es wie geschnitten Brot, da macht Huawei vor allem
den Samsung-Koreanern in Sachen Mobilgeräte die Hölle heiß.
Was aber soll bei der Kooperation zwischen beiden auf den
ersten Blick extrem unterschiedlichen Unternehmen herauskommen?
Richard Yu, CEO von Huawei Consumer BG, erklärt dazu etwas nebulös:
»Mit dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit bieten wir unseren
Kunden die besten Elemente zweier professioneller Marken als harmo-
nische Einheit: die Verbindung von Innovation und Design, die Verbesserung der Nutzererfahrung und die anhaltende Inspiration eines
beeindruckenden technologischen Fortschritts durch außerordentliche
Premium-Bildqualität. Leica ist eine Legende im Bereich der Fotografie,
kein anderer Hersteller hat die Industrie so revolutioniert wie dieses
Unternehmen.« Nun, in Sachen Revolution fallen uns eigentlich nur zwei
Dinge ein: Die Entwicklung des Kleinbildformates – das ist bekanntermaßen schon ein paar Jahre her – und die konsequente Premiumisierung
der Marke in den letzten Jahren – das ist der persönliche Verdienst
von Andreas Kaufmann. Oliver Kaltner, CEO der Leica Camera AG,
kommentiert: »Die Technologie-Partnerschaft mit Huawei bietet Leica
Camera eine hervorragende Möglichkeit, seine ausgewiesene optische
Expertise in neue Produktsegmente einfließen zu lassen und spannende
Geschäftsfelder im Bereich Mobile Devices zu erschließen. Smartphones
leisten einen immens wichtigen Beitrag für die Fotografie und eröffnen
Leica einen wichtigen Zugang zu neuen Zielgruppen und
Anwendungsszenarien.«
Klar gesagt: Für diesen Schritt gebührt Kaltner eine gehörige
Portion Respekt. Man kann sich in Kenntnis der Firmenstruktur und
-philosophie in Wetzlar vorstellen, wie sie ihn mit großen Augen angeschaut haben und kurzfristig in Schnappatmung verfallen sind, als sie das
erste Mal von den Plänen hörten. So ein Ding kann nur jemand durchziehen, der wie Oliver Kaltner von außen kommt und weiß, wie die digitale
Wirtschaft funktioniert (er war vorher u. a. bei Sony und Microsoft).
Was aber wird konkret passieren? Wir vermuten zunächst das
Naheliegende, was Sony mit Zeiss und Nokia mit Schneider bereits
exerziert haben: Von Leica gerechnete und entwickelte Mini-Objektive,
auf denen Leica steht und die wahrscheinlich in China produziert
werden, zieren in Zukunft Huawei Smart-Devices. Das wird aber längst
nicht alles sein, was die Kooperation hergeben soll. Das ein oder andere
gemeinsame Produkt wie ein Edel-Handy unter Leica Flagge – sehr
wahrscheinlich.
Oliver Kaltner – CEO Leica Camera
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PORTFOLIO
IPQ
INTER
NATIONAL
QUALI
FIZIERT
Bei der diesjährigen bpp convention in Köln wurden wieder
Portraitfotografen mit den IPQ-Qualifikationen ausgezeichnet.
– Die International Photographic Qualifications (IPQ)
sind Leistungsbewertungen für die professionelle Portrait- und
Hochzeitsfotografie, die auf der Basis international angewandter
Bewertungskriterien jetzt auch in Deutschland durchgeführt
werden. Fotografen, die diese Bewertungen für ihre Fotografie
erhalten wollen, können sich in drei Kategorien bewerben:
Portrait Photography, Wedding Photography, Creative People
Photography. In jeder Kategorie gibt es drei unterschiedliche
Qualifikationsstufen mit verschiedenen Auszeichnungen:
Stufe 1 – International Photographer of High Performance (HP)
Stufe 2 – International Photographer of High Quality (HQ)
Stufe 3 – International Photographer of Excellence (E)
T – Linda Schröder
F – Heike Beyerlein, Ludmilla Naumann, Enric Mammen, Sascha Gast, Dominika Stollenwerk, Ruth Clalüna-Zbinden
Anlässlich der bpp convention in Köln schafften folgende sechs Fotografinnen
und Fotografen aus Deutschland und der Schweiz die begehrten Qualifikationen:
– Kategorie Portrait Level 1
Heike Beyerlein – HPbpp / Ludmilla Naumann – HPbpp / Enric Mammen – HPbpp / Sascha Gast – HPbpp / Dominika Stollenwerk – HPbpp
– KATEGORIE CREATIVE PEOPLE LEVEL 3
Ruth Clalüna-Zbinden (Schweiz) – Ebpp
Ruth Clalüna-Zbinden war in diesem Jahr die einzige Fotografin, die es auf Anhieb auf Level 3 der IPQ-Kriterien geschafft hat.
Wir zeigen eine Auswahl der besten Fotos der sechs Fotografen und Fotografinnen.
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Clalü
Ruth
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JETZT
MITMACHEN
UND
GEWINNEN!
DER
GROSSE
PHOTO PRESSE
LESERTEST
AUFRUF
Die ZEISS Milvus Objektivfamilie mit präzisem manuellen Fokus überzeugt durch ihre hohe Abbildungsqualität über alle Brennweiten. Sie sind
die Antwort von ZEISS auf den aktuellen Trend der immer höher auflösenden Sensoren, die Objektive mit immer höherer Abbildungsqualität erfordern.
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Weitere Informationen
zu den Objektiven: zeiss.de/milvus
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PRODUKTE
PENTAX K-1
GANZ BESONDERE PROFIKAMERA
Ricoh Imaging präsentiert mit der neuen Pentax K-1 die erste Pentax 35 mm Vollformatkamera. Sie bietet hervorragende Bildqualität,
macht aber vor allem durch ein bisher einmaliges Bediensystem in bewährt wetterfester Bauweise neugierig.
T – Wolfgang Heinen
Als neues Flaggschiff der Pentax K-Serie verfügt die Pentax K-1 über
einen CMOS-Sensor im Format 35,9 x 24 mm mit einer effektiven
Auflösung von 36,4 Megapixeln. Die für diese Kamera speziell entwickelte Pentax Imaging Technology garantiert feinst auflösende Bilder mit
einem großen Kontrastumfang – auch in hohen Empfindlichkeitsbereichen. Dank des 35 mm Sensors ermöglicht diese Kamera den kreativen
und aus der KB-Fotografie bekannten Einsatz der Schärfentiefe.
Eine spezielle Korrekturfunktion minimiert die Beugungsunschärfe.
Die Kamera verfügt über ein gehäuseintegriertes Shake Reduction
System, mit dem Pentax Kameras seit Beginn der K-Serie ausgestattet
werden. In der Pentax K-1 wird erstmalig ein 5-achsiges System zur
Vermeidung von Verwacklungen verwendet – das bringt bis zu 5 Blendenstufen. Darüber hinaus dient die bewegliche Sensoreinheit auch
als Simulator für die »Pixel Shift Resolution« – eine Funktion zur
optimierten Nutzung des Bayer-RGB Sensors, die durch Pixelverschiebung eine besonders detaillierte Auflösung ermöglicht.
Und da schauen wir mal genauer hin – bis in den Weltraum:
Mit der Sensorshift-Funktion kann mittels Sensorverschiebung die
Wirkungsweise eines Shiftobjektivs in je 24 Stufen (insgesamt 1,5 mm) in
horizontale und vertikale Richtung simuliert werden – ideal für Architekturaufnahmen. Mit der gleichen Technik arbeitet die achtstufige
Horizontalkorrektur (+/- 1°), mit der die horizontale Ausrichtung des
Sensors eingestellt werden kann. Diese Funktion wird auch für die
integrierte Astrotracerfunktion verwendet. Bei Astro-Langzeitaufnahmen wird dadurch die Erddrehung durch Bewegung des Sensors ausgeglichen, sodass Sterne als feste Punkte anstatt verwischte Streifen
abgebildet werden. Finden wir sensationell.
Des Weiteren wurde bei der Pentax K-1 besonderer Wert auf
eine optimale und intuitive Kamerabedienung gelegt. Schauen wir mal
aufs Display: Durch die spezielle Konstruktion ist ein Schwenken nicht
nur nach oben um 90 Grad, sondern in alle anderen Richtungen um
35 Grad (zu den Seiten) bzw. 45 Grad (nach unten) möglich. Dabei bleibt
das Display immer in der optischen Achse, wodurch vor allem das
Arbeiten in der Makro-Fotografie erleichtert wird. Eine weitere Neuheit
wird auf Druck der Beleuchtungstaste sichtbar. Es wird nicht nur, wie
üblich, das Statusdisplay an der Kameraoberseite beleuchtet, sondern
mehrere LEDs erhellen das rückwärtige Bedienfeld, das Kamerabajonett,
das SD-Kartenfach und die Fernauslöserbuchse. Damit hat bei K-1
Fotografen die oft lästige Stirnlampe ausgedient und die Kamera bietet
auch bei Dunkelheit ein hohes Maß an »Bedienbarkeit«.
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Daran knüpft auch das neue »Smart Function System« an: Zwei zusätzliche Einstellräder auf der Kameraoberseite vereinfachen die Bedienung
wichtiger Funktionen um ein Vielfaches. Aber auch die Möglichkeit, viele
Tasten, Räder und Menüfunktionen im Quick-Menü ganz nach eigenen
Vorlieben zu gestalten, machen die Kamera ausgesprochen praktikabel.
Nicht zuletzt machen fünf User Programmplätze die Kamera zu einem
Werkzeug für alle, die neben einem klassischen und ergonomischen
Gehäusedesign eine Kamera benötigen, die schnell und übersichtlich in
der Handhabung ist – eben eine klassische Spiegelreflexkamera für den
täglichen Einsatz.
PRAXIS
ARCHITEKTURFOTOGRAFIE
BESONDERES GESPÜR
Seine Bilder sind geprägt von einer großen Leidenschaft für Architektur und einer immensen Liebe zur Fotografie:
Timo Klein reist als Manfrotto Ambassador rund um die Welt, um urbane Eindrücke asiatischer Großstädte einzufangen.
T – Linda Schröder
F – Timo Klein
Timo Klein wurde 1980 im Rheinland geboren, von 2004 bis 2008
absolvierte er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Köln. Als
Jugendlicher wollte er stets DJ werden und jobbte in einem Fotogeschäft,
um sich einen zweiten Plattenspieler kaufen zu können. Inzwischen
reist Timo Klein als freischaffender Fotograf rund um den Globus.
»Zu meinen Reisezielen gehören insbesondere Städte wie Bangkok, Hong
Kong, Manila, Peking, Saigon, Shanghai oder Singapur.« Hong Kong
übt dabei von all den besuchten Megastädten eine ganz besondere
Anziehungskraft auf ihn aus, erklärt Klein. »Die verschachtelten Wohnblöcke bilden hier aufgrund des limitierten Platzes eine Einheit. Immer
wiederkehrende gleiche Formationen und Arrangements, welche nahezu
endlos in die Höhe ragen, prägen das Bild einer Stadt.«
Mit seiner Begeisterung für asiatische Großstädte hält Klein
nicht hinterm Berg und setzt sich immer gerne mit der Architektur und
den Lebensbedingungen der Menschen vor Ort auseinander. Seine Arbeit
ist von einer analysierenden und strukturierenden Vorgehensweise und
einem besonderen Gespür für die Atmosphäre einer Stadt bei Tag wie
nach Anbruch der Dunkelheit geprägt. Sein Stil umfasst die Darstellung
TIMO KLEIN
wurde 1980 im Rheinland geboren, von 2004 bis 2008
absolvierte er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften
in Köln. Er verband seitdem seine Leidenschaft für
Architektur mit seiner Freude an der Fotografie und arbeitet
als freischaffender Fotograf und Berater.
timokleinphotography.com
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von Strukturen und Wiederholungen, die Verdichtung von urbanem
Raum, ein hohes Maß an Planung, intensive und gute Vorbereitung und
das Erreichen scheinbar nicht erreichbarer Perspektiven – eben das, was
in der Realität gerade ist, ist auch in seinen Fotos zu sehen.
Bei der Architekturfotografie geht es Klein insbesondere darum,
den Sinn und Zweck einer Architektur herauszuarbeiten und mit seinen
Fotos zu unterstützen. Er beschäftigt sich darüber hinaus auch mit dem
Material, dem strukturellen Aufbau und den Besonderheiten von Architekturen. Seine absoluten Photo-Basics, also das, was definitiv zu Kleins
Standardausrüstung gehört, sind Kamera, Stativ, Powerclamp, mehrere
Objektive, Stirnlampe und – für alle Fälle – Moskitospray.
Ausgestellt wurden Klein’s Werke bereits vielfach: Seine »Urban
Views« im Hessisches Landesmuseum und der Stiftung Schader in
Darmstadt. Seine Reihe »Dream Houses« bei den Wiesbadener Fototagen,
»Deltatrees« beim International Nature Film Festival Gödöllö in Ungarn,
»Compact Life« innerhalb der Art.Fair – Blooom Awards, Köln, sowie
»Cityscapes« und »Compact Life« im KAP Forum und in der Rotonda
Galerie in Köln.
Compact PRAXIS
Life
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PRAXIS
HENSEL CIRCULIGHT
DAS SONNENSTUDIO
Ein gigantisches, drehbares Lichtzelt, das das Sonnenlicht nahezu perfekt simuliert und die Autofotografie damit
wetterunabhängig macht, drastisch beschleunigt und neue Marktsegmente erschließt: Mit dem Circulight hat Harry Ruckaberle,
Leiter der Debeos Studios, Lichtgeschichte geschrieben.
Wir haben mit ihm über seine von Hensel produzierte und vertriebene Erfindung gesprochen.
T – Peter Schuffelen
Was braucht es für innovative Lösungen? Eine Unzulänglichkeit, jemand,
der diese erkennt und versucht Abhilfe zu schaffen, indem er die Dinge
von Grund auf neu denkt. In unserer Geschichte hört dieser jemand auf
den Namen Harry Ruckaberle, seines Zeichens gelernter Karosseriemodellbauer, Tüftler, fotografischer Quereinsteiger und nun Leiter Fotografie der ISS Debeos Studios in Sindelfingen, die Presseaufnahmen und
Kampagnenmotive für Mercedes Benz und andere große Autohersteller
aus dem süddeutschen Raum produzieren. »Studios, die auf Autofotografie spezialisiert sind, sehen eigentlich immer gleich aus«, sagt Ruckaberle.
»Ein großer Himmel mit Lichtwannen, die von der Decke hängen, dazu
Stellwände und verschiedene Lichtformer. Wegen der rechteckigen Lichtquellen kommt es auf den Autos allerdings zwangsläufig zu Lichtabrissen.
Dass heutige Fahrzeuge viel weniger Ecken und Kanten haben als Autos
aus den 70er Jahren, verstärkt diesen Effekt. Ins Karosseriedesign integrierte Stoßfänger und Leuchten mögen der Aerodynamik und Sicherheit
zugute kommen, für die herkömmliche Art der Autofotografie sind sie
aber zumindest im Studio ein Problem«, sagt Ruckaberle. »Um es zu
veranschaulichen: Versuchen Sie mal eine Kugel so auszuleuchten, dass
kein Lichtabriss entsteht – ein Ding der Unmöglichkeit.«
Den findigen Schwaben ließ das Problem nicht los. Er experimentierte mit Lichtglocken und anderen Gedankenkonstrukten, eher
ihm die Idee mit dem überdimensionalen Lichtzelt kam.
Ruckaberle baute ein Modell im Maßstab 1:4 und war von den ersten
Tests so angetan, dass er gleich noch einen Prototyp im heutigen Maßstab anfertigte: Eine rund 13 Meter hohe und 2,80 Meter breite Flächenleuchte mit einer Gesamtleuchtfläche von mehr als 25 qm, die langsam
um eine runde Studiofläche kreist, auf der das zu fotografierende Automobil steht. Bereits die ersten Shooting-Ergebnisse waren so vielversprechend, dass Ruckaberle seine Erfindung patentieren ließ. Dann ging er
mit seinen Entwürfen zu den Ingenieuren von Hensel, um das finale
Produkt produzieren zu lassen, »aus Praktikabilitäts- und Sicherheitserwägungen, aber auch weil ich wusste, dass Hensel innovativen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen ist«, sagt er. 2010 brachte Hensel die
inzwischen auf den Namen Circulight getaufte rotierende Großlichtwanne auf den Markt.
Das Circulight: Ein gigantisches, drehbares Lichtzelt, das die Sonne ins Studio holt.
Perfekte Illusion. Ruckaberle fotografierte die komplette Mercedes S-Klasse nacheinander unter dem Lichtzelt. Das finale Composing wirkt wie ein One Shot.
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