Buchpatient Januar bis Mai 2016

Sie können sich ab einer Summe von 50 € an der
Restaurierung beteiligen. Wir freuen uns über jede
Spende. Bitte überweisen Sie Ihren Geldbetrag an:
Empfänger: Bibliotheken der Stadt Mainz
IBAN: DE58550501200000000331
BIC: MALADE51MNZ
Verwendungszweck:
Amt 42 - Spende Buchpatenschaft Nr. 35
Bitte vermerken Sie den Verwendungszweck, damit
Ihre Spende auch korrekt zugeordnet werden kann.
Eine Spendenbescheinigung erhalten Sie automatisch
bei Spenden über 100 Euro.
Bitte wenden Sie sich bei Fragen und Interesse an der
Übernahme einer Patenschaft an die Leiterin des
Bereichs Handschriften, Rara, Alte Drucke und
Bestandserhaltung, Dr. Annelen Ottermann.
06131/122650 oder
[email protected]
Die Mainzer Bibliotheksgesellschaft e. V. unterstützt als
gemeinnütziger Verein auf vielfältige Weise die
Bibliotheken der Stadt Mainz. Ausführliche Informationen
zur Arbeit der Bibliotheksgesellschaft senden wir auf
Anfrage gerne zu.
Auskünfte unter 0 61 31 - 12 26 49 oder
[email protected]
www.mainzerbibliotheksgesellschaft.de
Kultur und Bibliotheken
Wissenschaftliche Stadtbibliothek
Rheinallee 3 B | 55116 Mainz
Tel 0 61 31 - 12 26 49 oder 12 26 51
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Eingang für Gehbehinderte: Greiffenklaustraße
(über den Schulhof des Schlossgymnasiums, bitte klingeln!)
Buslinien: 9 | 58 | 70, Haltestelle Kaisertor/Stadtbibliothek
Parkmöglichkeiten: Kaiserstraße und Rheinufergarage
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Wie Sie Buchpatin/Buchpate werden können:
Bibliotheken der Stadt Mainz
Wissenschaftliche Stadtbibliothek
Unser aktueller
Buchpatient
Folge 5: Januar – März 2016
Bibliotheken der Stadt Mainz
Wissenschaftliche Stadtbibliothek
Gérard de Vivre: Dialogues françois-flamengs,
traigtans du faict de la marchandise …
Rees: Derick Wylicks, 1585 (VD16 ZV 27245)
Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz:
Sign. 585/10 (Rarasammlung)
Gerard de Vivre hatte seine Heimat Gent während der
absolutistischen Politik der Spanier verlassen. Er ließ
sich in Köln nieder, wo er sich als Sprachlehrer
verdingte und Rektor der französischen Schule wurde.
Vivres Werke zu Grundzügen, Grammatik und Wortlehre
des Französischen richteten sich an seine
deutschsprachigen Schüler. Daneben verfasste er
mehrere Bücher zur französisch-niederländischen
Konversation für Kaufleute. In diese Kategorie gehören
die zweisprachigen Dialogues françois-flamengs. Das
Buch wurde 1585 im niederrheinischen Rees bei Derick
Wylicks van Santen gedruckt. Vor seiner Tätigkeit als
Drucker hatte der aus Xanten gebürtige Wylicks in
Deventer als Buchhändler und Buchbinder gearbeitet.
In dem bereits 1573 verfassten französischen Vorwort
führt der Autor aus, dass es zwar eine Fülle von
Lehrbüchern für die Jugend zum Erlernen der
französischen Hochsprache gebe, aber kaum eines, das
sich mit den Alltagsdialogen und der Handelssprache
beschäftige.
Es handelte sich also um ein Buch für die Hand des
Kaufmanns, und dazu passt die äußere Gestalt der
vorgestellten Ausgabe in der Mainzer Stadtbibliothek:
der Buchblock im Oktavformat erhielt einen flexiblen
Pergamentumschlag als Einband. Er machte das Buch
leichtgewichtig, verlieh ihm aber zugleich wenig Schutz
vor mechanischer Beschädigung – die Spuren sind
heute unverkennbar! Über den Kreis der Handelsleute
hinaus fanden die Dialoge auch Eingang in die
Bibliothek eines Bettelordens: die Mainzer Franziskaner
inventarisierten das Buch im Januar 1717;
möglicherweise wurde es ihnen von einem Mainzer
Kaufmann geschenkt oder von einem Konventualen bei
Eintritt in den Orden mitgebracht.
Das Exemplar, das tatsächlich in aktiver Benutzung war, wie
die umfangreichen handschriftlichen Notizen am Schluss
deutlich zeigen, ist nach Ausweis der elektronischen Kataloge
weltweit ein Unikat.
Vor allem im Bereich der ersten und letzten Seiten, die sich
vom Buchblock gelöst haben, ist das Papier des
kleinformatigen Bändchens lappig und weist intensive
Gebrauchsund
Griffspuren
auf.
Verschmutzung,
Wasserränder, Ölflecke, Eselsohren und Einrisse führten dazu,
dass das Buch bis auf weiteres aus der Benutzung genommen
werden musste. Zudem sind die Lederbünde gebrochen, und
die flexible Pergamenthülle ist stark geschrumpft, verzogen,
rissig und löchrig.
Im Rahmen der
geplanten
Restaurierung wird
der Buchblock
zunächst trocken
gereinigt und
anschließend die
erste und letzte Lage
sowie der hintere
Spiegel ausgelöst,
gewässert und
nachgeleimt. Bei der
Papierbehandlung
werden Eselsohren
geglättet, Fehlstellen
ergänzt und Risse
geschlossen.
Die besonders geschädigten ersten und letzten Seiten werden
nach der erforderlichen Nassbehandlung wieder in den
Buchblock eingefügt, der neu abgeleimt und hinterklebt wird.
Die Pergamenthülle erfährt in der Klimakammer eine
behutsame Regenerierung, wodurch sich das geschrumpfte
Material dehnt, glatt und geschmeidig wird und die Fehlstellen
ergänzt werden können. Zum mechanischen Schutz und zur
Gewährung eines stabilen Mikroklimas erhält das Exemplar
am Schluss eine Bindemappe aus säurefreiem Karton.
Die Gesamtkosten für die Restaurierung belaufen sich auf
1.296,62 €. Durch Ihre Spende tragen Sie dazu bei, dass
dieses Kulturgut erhalten bleibt und wieder benutzbar wird.