02.03.2015
Hepatitis A – Labordiagnostik im Serum
Methodenumstellung bei HAV-IgG-Antikörpernachweis
Die Seroprävalenz gegen Hepatitis A-Virus in Deutschland beträgt bei den 18-79jährigen durchschnittlich
48,6 % (BGB 5/6-2013). Die antiHAV-Prävalenz steigt mit dem Alter an und liegt bei den 70-79jährigen bei
über 80 %.
Zur Labordiagnostik einer Hepatitis A-Infektion finden überwiegend serologische Testverfahren Anwendung.
Dabei werden Teste zum Nachweis von IgG-Antikörper (antiHAV-IgG) und IgM-Antikörper (antiHAV-IgM)
eingesetzt. Molekularbiologische Methoden (PCR) stehen für die Diagnose einer akuten, frischen Infektion
zur Verfügung.
Hauptindikationen für die Diagnostik sind der Verdacht auf eine akute Infektion bei klinischem Bild einer
Hepatitis, nach Kontakt zu einem Hepatitis A-Infizierten und zum Nachweis von Immunität gegen Hepatitis A
(früher durchgemachte Infektion und Impfung).
NEU
Die bisherige quantitative Nachweismethode für IgG-Antikörper wird auf eine qualitative Methode, analog
den IgM-Antikörpern, umgestellt.
Befundinterpretation:
AntiHAV-IgM
negativ
positiv
AntiHAV-IgG
negativ
schwach positiv/
positiv
akute Infektion nicht anzunehmen
bei entsprechendem klinischem Bild akute Hepatitis A
kein Hinweis auf eine durchgemachte Infektion bzw. Impfung
Hinweis auf eine zurückliegende Infektion/Impfung. Bei Verdacht
auf eine akute Infektion ergänzend IgM-Antikörper-Nachweis/PCR
(Stuhl) durchführen.
Bei Fragestellung Immunantwort nach Impfung:
schwach positiv
Immunität ist nicht gesichert anzunehmen
positiv
Immunität ist anzunehmen (nach vollständiger Grundimmunisierung)
Immunität nach Impfung:
Laut STIKO/SIKO sollte bei Personen die vor 1950 geboren wurden eine serologische Vortestung (antiHAVIgG) erfolgen, um eine unnötige Impfung zu vermeiden.
Nach einer Impfung/Immunisierung sind laut STIKO keine Impferfolgskontrollen vorgesehen (Ausnahme
Patienten mit Immundefizienz).
Laut Literatur gibt es keine systematischen Untersuchungen zu fundierten Titerangaben nach Impfung.
In klinischen Studien zeigten gesunde Impflinge eine Serokonversionsrate von > 99 %, so dass eine
Impferfolgskontrolle nicht notwendig ist.
Literatur:
Prof.W.Jilg Hepatitis A-Serologie
Bundesgesundheitsblatt 5/6- 2013
STIKO/SIKO Impfempfehlungen Stand 2014
Vaccine 18 (2000) 2029-2032
Hepatology, Vol.56, No.2, 2012
Ansprechpartner: Dr.med. Heike Hummel
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