Geschäftsbericht 2014

hotelleriesuisse
Geschäftsbericht 2014
ZUM GESCHÄFTSBERICHT
In Anlehnung an das Jahresthema 2014 von hotelleriesuisse bildet die Nachhaltigkeit den «grünen» Faden
des vorliegenden Geschäftsberichts. Die skizzierten
Nachhaltigkeits-Projekte sorgen über die Branche
hinaus für Gesprächsstoff – und stehen symbolisch
für das Engagement unserer Mitglieder und Partner
im Bereich der Nachhaltigkeit. Ihnen gebührt ein
grosser Dank für ihre Leistungen und das Vertrauen
im Geschäftsjahr 2014.
Über hotelleriesuisse
hotelleriesuisse ist das Kompetenzzentrum für die Schweizer Hotellerie und vertritt als Unternehmerverband die Interessen der national und international ausgerichteten Hotelbetriebe. Seit 1882
steht hotelleriesuisse gemeinsam mit seinen knapp 3000 Mitgliedern, davon 2000 Hotels, für eine
qualitätsbewusste und zukunftsorientierte Schweizer Hotel- und Beherbergungswirtschaft. Die
von hotelleriesuisse klassierten Betriebe repräsentieren 65 Prozent der Schweizer Hotelbetten und
generieren 75 Prozent der Logiernächte. hotelleriesuisse ist in allen Landesteilen und Sprachregionen
präsent und beschäftigt 95 Mitarbeitende.
Unsere Kernaufgaben
ƒƒ Schweizer Hotelklassifikation
ƒƒ Wirtschaftspolitische Interessenvertretung
ƒƒ Nachwuchsförderung, Aus- und Weiterbildung
ƒƒ Interessenvertretung der Hotelbranche in der Sozialpartnerschaft
ƒƒ Herausgabe der unabhängigen Fachzeitung htr hotel revue
Unsere Vision
Die Schweizer Hotellerie ist das leistungsstarke Herz des Schweizer Tourismus.
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hotelleriesuisse
Inhaltsverzeichnis
4 Situationsbericht des Präsidenten und des CEO
7Verbandsorgane
8 Bildung: Gezielte und nachhaltige Nachwuchsförderung
10Partnerschulen
13 Organisation der Geschäftsstelle
14 Wirtschaftspolitik: Politische Weichenstellungen für die Schweizer Hotellerie
15 «Gut für alle» – 40 Jahre L-GAV
16 HOTELA: Sozialversicherung der Hotellerie auf Kurs
21 Kommunikation: Drehscheibe für kommunikative Dienstleistungen
22 Mitglieder: Unter guten Sternen
24 htr hotel revue: Starke Online-Präsenz – hochkarätige Gäste beim MILESTONE 2014
27 Kommentar zur Jahresrechnung 2014
28Bilanz
29Erfolgsrechnung
30 Bericht der Revisionsstelle
33 Umweltmanagement: hotelleriesuisse verbessert seine CO2-Bilanz
hotelleriesuisse
Situationsbericht des Präsidenten
und des CEO
Guglielmo L. Brentel
Dr. Christoph Juen
Ein verregneter Sommer, ein sonniger Herbst, späte
Winterfreuden: Diese Wettervoraussetzungen haben
die Schweizer Hotellerie gefordert. Übers Jahr resultiert
ein Plus von 0,9 Prozent, was angesichts der miserablen Sommermonate als ansprechendes Resultat gewer-
sind ein Weg, um den schwierigen Rahmenbedingungen mit dem starken Franken zu trotzen, die richtige
Nische für seinen Betrieb zu finden und konsequent
auf Qualität zu setzen. Sie erlauben auch, Emotionen und Erlebnisse statt den Preis in den Vorder-
tet werden darf.
grund zu stellen. hotelleriesuisse hat in den letzten
Jahren zusammen mit Partnern an Lösungen gearbeitet, die dem Hotelier das Leben leichter machen.
Mit dem L-GAV hat der Arbeitgeber innerhalb eines
geordneten Rahmens ein durchaus flexibles Instrument zur Hand, das zudem Weiterbildungen von
Mitarbeitenden honoriert. Das professionelle und
mit Europa harmonisierte Klassifikationssystem von
hotelleriesuisse garantiert ein hohes Qualitätslevel und
erleichtert dank der Spezialisierungen eine gezielte
Vermarktung. Die Schweizerische Gesellschaft für
Hotelkredit verfügt über Mittel zur finanziellen Förderung von innovativen Konzepten in der Hotellerie und
Schweiz Tourismus treibt die Erschliessung neuer, vom
Euro unabhängiger Gästemärkte voran. Noch nicht mitgezogen hat die Politik. Den anlässlich der Krise von
2011 geäusserten Absichten müssen dringend Taten
folgen. Regulierungslust und Bürokratisierungswut
sind ungebremst und verunmöglichen Fortschritte bei
der Verbesserung der Rahmenbedingungen.
Das Wetter können wir genauso wenig beeinflussen
wie das Weltgeschehen oder die Währungspolitik. Als
Verband betätigen wir die Rädchen, die sich von uns
bewegen lassen und die eine entsprechende Wirkung
für die Tourismusbranche entfalten. In den Wahlkampf
gegen die Mindestlohninitiative haben wir viel Kraft
investiert und wurden mit einer deutlichen Ablehnung
belohnt. Dasselbe gilt für die Ecopop-Initiative, die die
knappe Zustimmung zur Masseneinwanderungsinitiative
von Anfang Jahr nicht bestätigt hat. Die Frage, wie
und woher wir genügend gut ausgebildetes Personal
rekrutieren können, beschäftigt seit diesem Jahr sicher
noch mehr als zuvor. Kreative Ideen sind gefragt, um
die Jugend für die Berufe in der Hotellerie zu begeistern. Mit den ersten Schweizer Berufsmeisterschaften
SwissSkills, die über alle Branchen hinweg organisiert
wurden, bot sich eine hervorragende Plattform für die
Präsentation unserer Berufe. In dieselbe Richtung geht
der von hotelleriesuisse nun ebenfalls gesamtschweizerisch organisierte Tag der offenen Türen «Please
Disturb». Motivierte Berufsleute sind die besten Botschafter für Nachwuchs in unserer Branche.
Gerade in schwierigen Zeiten erwartet das Mitglied
von uns mehr als das Erfüllen klassischer Verbandsaufgaben. Wir sind gefordert, neue Ideen zu entwickeln
Für den einzelnen Hotelier gilt dasselbe wie für den
Verband: Er muss an den Rädchen drehen, die er selber
bewegen kann. Für den Hotelier steht die Zufriedenheit
der Gäste zuoberst, für uns die Zufriedenheit unserer
Mitglieder. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass
die Zufriedenheit auch in schwierigen Zeiten hoch
bleibt oder sogar noch wächst.
und zu verbreiten. Manchmal hilft ein Blick in die
Vergangenheit, in welcher man zum Beispiel auf das
urschweizerische Allmendprinzip stösst: Die Bauern
pflegen Kooperationen, die eine Symbiose aus Sozialismus und Kapitalismus darstellen. Kooperationen
Guglielmo L. Brentel
Dr. Christoph Juen
PräsidentCEO
STEFAN LANZ, GENERAL MANAGER HOTEL SCHEUBLE
, ZÜRICH
«Durch laufende und
systematische Massnahmen
konnten wir unseren
Energieverbrauch und
somit unsere Betriebskosten
drastisch senken.»
Power, People und Partner
2009 wurde das Hotel Scheuble als «Energie Pionier» ausgezeichnet und 2011 erhielt
es den Preis «Hotel Energie PLUS» der Zürcher Hoteliers. Die beiden Zürcher Hotels,
das Hotel Scheuble und das Hotel Alexander, haben sich als erste Hotels gemeinsam
CO2 befreit. Das Engagement des Hotels Scheuble basiert zudem auf dem eigenen
Nachhaltigkeitskonzept «THE POWER, PEOPLE & PARTNER» – Energieverbrauch
senken, Mitarbeiter fördern und Partner fordern.
www.scheuble.ch
RENÉ DOBLER, CEO SCHWEIZERISCHE STIFTUNG FÜR SOZIALTOURISMUS
«Reisebedürfnisse von Menschen
mit Beeinträchtigungen und
Behinderungen sind ein
zentrales Element unseres
sozialtouristischen Auftrages.»
«Ferien – zugänglich für alle»
Mit dem Ziel, die Schweizer Jugendherbergen hindernisfrei zu gestalten, hat die
gleichnamige Organisation gemeinsam mit der Stiftung «Denk an mich» im November
2013 das Projekt «Ferien – zugänglich für alle» lanciert. Einbezogen wird das ganze
Dienstleistungspaket der Schweizer Jugendherbergen – von der Informationsbeschaffung im Internet bis hin zu den Betrieben. Menschen mit Behinderungen steht
damit ein attraktives Ferienangebot innerhalb der Landesgrenzen zur Verfügung.
Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und soll Signalwirkung für die Schweizer
Tourismusbranche haben.
www.denkanmich.ch/ferien-zugaenglich-fuer-alle
7
hotelleriesuisse
Verbandsorgane
Entscheide der
Delegiertenversammlung
24. Juni 2014, Davos
ƒƒ Genehmigung der Jahresrechnung 2013
ƒƒ Ernennung zum Ehrenmitglied:
Kurt Ritter, langjähriger CEO Rezidor
Hotel Group
27. November 2014, Bern
ƒƒ Genehmigung des Budgets 2015
ƒƒ Genehmigung der Anpassungen im
Reglement über die Schweizer
Hotelklassifikation und die Verwendung der entsprechenden Garantiemarken
ƒƒ Genehmigung Kriterienkatalog
2015–2020 der Schweizer Hotelklassifikation
ƒƒ Wiederwahlen Unabhängige Rekursinstanz, 3. Amtsperiode (Präsident: Hans Krebs; Mitglieder: Thierry Geiger, Monika Gasser, Roger Jutzi)
ƒƒ Wiederwahlen Verbandsleitung,
3. Amtsperiode: Anne-Marie Minder, Patrik Scherrer
ƒƒ Ersatzwahlen Verbandsleitung,
1. Amtsperiode: Jörg Arnold,
Urs Zimmermann
ƒƒ Wahl neuer Präsident, 1. Amtsperiode: Andreas Züllig
ƒƒ Ernennung zum Ehrenmitglied:
Guglielmo L. Brentel
Delegiertenversammlung
An der Delegiertenversammlung am 24. Juni 2014 in
Davos gab vor allem die von langer Hand geplante
Erhöhung des Mitgliederbeitrages zu reden. Aufgrund der im Vorfeld geführten Gespräche und der
Voten an der Versammlung entschied sich die Verbandsleitung, das Traktandum um ein Jahr zurückzustellen. In einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus
den Regionen wurde im zweiten Halbjahr intensiv
über den zukünftigen Mittelbedarf des Verbandes diskutiert. Mit Kurt Ritter, ehemaliger CEO der
Rezidor Hotel Group, wurde ein Hotelier zum Ehrenmitglied ernannt, der im Ausland viel für das Image
der Schweizer Hotellerie geleistet hat. Der 7. Tag der
Schweizer Hotellerie befasste sich mit der Interkulturalität von Mitarbeitenden und Gästen und deren
Chance. Nach einem Grusswort von Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, und
einem Inputreferat von Prof. Winfried Ruigrok, Dozent
an der Universität St. Gallen, diskutierten Branchenvertreter unter Leitung von Anna Maier die verschiedenen Aspekte eines multikulturellen Arbeitsumfelds.
Die Delegiertenversammlung vom 27. November 2014
stand ganz im Zeichen der Neuwahlen in der Verbandsleitung. Die Delegierten wählten Andreas Züllig,
Gastgeber und Eigentümer des Hotels Schweizerhof
in Lenzerheide, zum neuen Präsidenten. Jörg Arnold,
General Manager Hotel Storchen in Zürich, und Urs
Zimmermann, Direktor Hotel Dellavalle, Brione, nehmen
neu Einsitz in der Verbandsleitung. Der abtretende Präsident, Guglielmo L. Brentel, wurde zum Ehrenmitglied
ernannt. Am Nachmittag fand der Pre-Event zum Swiss
Hospitality Investment Forum statt, das nächstes Jahr
im Rahmen der Igeho erstmals stattfindet.
Verbandsleitung
Die zukünftige Finanzierung des Verbands war auch
für die Verbandsleitung eines der vorrangigen Themen.
Weiter galt es, die nötigen Richtungsentscheide für
den Vollzug der Klassifikation 2014 zu fällen und neue
Optionen für die htr hotel revue zu finden. Resultate
dazu sind im nächsten Jahr zu erwarten.
Beirat
Das Thema Mitgliederbeitragserhöhung wurde auch
im Beirat rege diskutiert. Interessiert nahmen die Teilnehmenden zudem Kenntnis von den wirtschaftspolitischen Tätigkeiten in diesem für die Branche wichtigen
Abstimmungsjahr sowie von den Fortschritten der Bildungsstrategie von hotelleriesuisse.
Ehrenmitglieder
Alberto Amstutz (Orselina), Paul Barraud-Braun
(Lausanne), Rosmarie und Emanuel Berger (Unterseen), Christoffel Brändli (Landquart), Guglielmo
L. Brentel (Rapperswil-Jona), Robert O. Bucher (ChêneBougeries), Jean-Jacques Cevey (Montreux), André
L. Chollet (Lausanne), Francis Clivaz (Versoix), Dumeni
Columberg (Disentis/Mustér), Ernst Frauchiger (Valbella), Freddy Girardet (Féchy), Rosemarie GruberHofer (St. Niklaus), Urs Hitz (Binningen), Gottfried
F. Künzi (Herrenschwanden), François Ph. Lachat
(Porrentruy), Hans C. Leu (Eglisau), Kurt Ritter (Unterseen), Marius Robyr (Chermignon), Samuel Salvisberg
(Chexbres), Georges Schneider (Val-d‘Illiez), Herbert
A. Schott (Genf), Christian Seiler (Zermatt), Marco
Torriani (Bellevue/Montreal), Walter Trösch (Valbella),
Lydia und Martin Vogel (Ennenda), Jacques Zurbuchen
(Ovronnaz).
BILDUNG
Gezielte und nachhaltige
Nachwuchsförderung
FAIRTRADE IM SCHULHOTEL REGINA
INTERLAKEN
Fairtrade ist nicht nur in der Branche ein Thema,
sondern fand im Berichtsjahr auch Eingang ins
Schulhotel. Um die Lernenden auf den fairen
Handel einzustimmen, wurden im Regina Interlaken im 3. Lehrjahr drei entsprechende Unterrichtslektionen integriert. Im Herbst richteten
Lernende für das ganze Haus ein Frühstücksbuffet
mit Fairtrade-Produkten an. Das Thema wird
künftig vom Internat weitergeführt – beispielsweise mit Früchten für die Pausenverpflegung,
Frühstücksartikeln oder ganzen Fairtrade-Menus,
welche als solche gekennzeichnet werden. Für
den Herbst 2015 ist eine Ausweitung auf alle
temporären Schulhotels geplant. Die Lernenden
werden somit sensibilisiert und tragen die Nachhaltigkeit in die Ausbildungsbetriebe weiter.
www.hotelbildung.ch/schulhotels
Das Geschäftsfeld Bildung hat sich auch 2014 mit
Überzeugung für eine zeitgemässe Aus- und Weiterbildung in der Branche engagiert. Unsere Mitglieder
können auf eine umfassende Dienstleistung ihres Verbandes im Bereich Bildung zählen.
2014: Jahr der Berufsbildung und der Jubiläen
Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und
Innovation (SBFI) hat 2014 zum Jahr der Berufsbildung
erklärt. Als Höhepunkt haben im September in Bern
die ersten nationalen Berufsmeisterschaften SwissSkills stattgefunden. hotelleriesuisse hat im Rahmen
der Hotel & Gastro formation (die Bildungsinstitution
der Branchenverbände) am Anlass teilgenommen.
Über 150 000 Besucherinnen und Besucher haben
den rund 1000 jungen Berufsleuten während der
fünftägigen Wettkämpfe über die Schultern gesehen.
Erstmals waren neben den Köchen und den Restaurationsfachleuten die Hotelfachleute (HOFA) an einer
solchen Berufsmeisterschaft vertreten.
anschliessend der EQR (Europäischer Qualifikationsrahmen) ab 2016 die internationale Vergleichbarkeit
von Bildungsabschlüssen erleichtern.
Umfangreiches Betreuungsangebot in der
Grundbildung
Die Grundbildung stellt einen wichtigen Pfeiler der
Aufgaben von hotelleriesuisse dar. Mitglieder, die
ihre Lernenden in einer unserer Berufsfachschulen
respektive im Schulhotel ausbilden lassen, erhalten
eine umfangreiche Betreuung. So haben die Mitarbeiterinnen des Fachbereichs Grundbildung & Betreuung
2014 über 340 Lehrbetriebe besucht, die rund
800 Lernende ausbilden. Im Rahmen von UpdateVeranstaltungen wurden zirka 200 Berufsbildnerinnen
und Berufsbildner auf den neusten Stand bezüglich
gesetzlicher und fachlicher Entwicklungen gebracht.
Zudem konnten im Rahmen des Lehrmeisterkurses von
hotelleriesuisse «Learning by doing» einige neue Ausbildungsverantwortliche für unsere Branche gewonnen
werden.
Der Beruf HOFA feierte 2014 zudem 40 Jahre eidgenössische Anerkennung. Dieses Ereignis wurde im
Herbst zusammen mit dem Jubiläum «50 Jahre Schulhotelsystem» gewürdigt. Die Schaffung der Grundausbildung HOFA sowie des Schulhotelsystems sind
wichtige Meilensteine im langjährigen Engagement
von hotelleriesuisse in der Grundbildung.
Vielseitige Marketingaktivitäten
«Karriere beginnt mit einem Klick» – mit diesem
Slogan wirbt die neue Plattform hotelbildung.ch für
die Aus- und Weiterbildung in unserer Branche. Die
Online-Plattform wurde vollständig überarbeitet und
wird 2015 auch einen physischen Auftritt erhalten.
Ein neues System, das die internationale Vergleichbarkeit von Abschlüssen vereinfachen soll, wurde
2014 initiiert – der Nationale Qualifikationsrahmen
NQR. hotelleriesuisse hat sich zusammen mit Partnern am Pilotprojekt des SBFI beteiligt und für mehrere Abschlüsse anhand einer numerischen Hierarchie
Probeeinstufungen vorgenommen. In unserer hochgradig mobilen Branche wird der NQR und daran
Mit der Schaffung des Teilbereichs Marketing & Verkauf
Bildung hat hotelleriesuisse sein Engagement in der
Vermarktung von Grund- und Unternehmerbildung
noch deutlicher unterstrichen. Das Nachwuchsmarketing wird erfolgreich über den Auftritt berufehotelgastro.ch vorangetrieben. hotelleriesuisse hat
2014 verschiedene weitere Bildungsaktivitäten umgesetzt. So beispielsweise den Tag der offenen Zimmer-
9
türen «Please Disturb», der im März 2014 erstmals
national ausgetragen wurde. Über 270 Hotels ermöglichten einem interessierten Publikum einen Blick hinter
die Kulissen. Am ersten national ausgetragenen Career
Day in Bern nahmen über 180 Jugendliche, die kurz vor
dem Lehrabschluss standen, teil. Für beide Anlässe hat
direkt nach der Durchführung im Jahr 2014 die Organisation für das nächste Jahr begonnen.
hotelleriesuisse ist davon überzeugt, dass den rückläufigen Lernendenzahlen in unserer Branche nur
durch eine konsequente Erneuerung und Modernisierung der Berufsbilder begegnet werden kann. Im
Rahmen seines strategischen Mandats bei Hotel &
Gastro formation hat sich hotelleriesuisse deshalb
stark dafür eingesetzt, sowohl den sich in Entwicklung befindenden neuen Beruf (Arbeitstitel) als auch
die bestehenden Berufsbilder voranzubringen und
auf die Bedürfnisse der Branche und des Nachwuchses
auszurichten.
Bildungspartner: Erweiterung des Netzwerks
2014 erhielt das Netzwerk der Hotel-Handelsschulen
mit der Hotelière Franziska Anderegg eine neue Präsidentin der Prüfungskommission. Im Verbund der Hotelfachschulen (HF Thun, HF Passugg und EHL) stand die
Konsolidierung der Beziehungen im Fokus. Neue und
bewährte Köpfe setzen zusammen alles daran, eine
Ausbildung auf gewohnt hohem Schweizer Niveau
anzubieten.
hotelleriesuisse konnte 2014 mit den Hotelfachschulen
GATE in Nepal und YHI in China sein internationales Netzwerk von «Affiliate Schools» ausbauen. Die
Zusammenarbeit mit den drei Partnerschulen (GATE
in Nepal, YHI in China und ICHM in Australien) wird
weiter intensiviert.
Unternehmerbildung auf Kurs
Das Nachdiplomstudium (NDS) zur Hotelmanagerin
und zum Hotelmanager NDS HF ist nach wie vor die
etablierte Weiterbildung für jede Hotelunternehmerin
und jeden Hotelunternehmer. Wie jedes Jahr waren
auch 2014 drei Zyklen des NDS aktiv. Im Rahmen des
abschliessenden Zyklus 39 konnten 16 Diplomandinnen und Diplomanden ihre Urkunde entgegennehmen.
22 Studierende des Zyklus 40 haben ihre Module mit
hohem Engagement absolviert und knapp 30 Berufsleute aus der Hotellerie haben mit Zyklus 41 ihre Weiterbildung begonnen. Der Studiengang erfreut sich
nach wie vor grösster Beliebtheit. Die Inhalte, technischen Hilfsmittel und didaktischen Konzepte werden
ständig weiterentwickelt.
Veränderungen als Konstante
Das Jahr 2014 stand erneut im Zeichen der Veränderung. So wurde im Frühjahr die Organisation des
Geschäftsfeldes den heutigen Anforderungen angepasst und in fünf Fachbereiche (Grundbildung &
Betreuung, Berufsfachschule Schulhotels, Unternehmerbildung, Marketing & Verkauf Bildung, Bildungspartner) gegliedert. Im Zuge dieser Reorganisation
wurde auch beschlossen, das Büro Bellinzona per
Ende 2014 zu schliessen und die Aufgaben neu
aufzuteilen. Mitte des Jahres wurde der bisherige
Leiter Bildung pensioniert und er hat seine Aufgaben
seinem Nachfolger übergeben. Zudem wurde eine
neue stellvertretende Leiterin Bildung ernannt.
PARTNERSCHULEN
Ecole hôtelière de Lausanne (EHL)
In Zusammenarbeit mit der Universität Houston und der Polytechnischen Universität Hongkong lancierte die EHL
einen neuen Master of Science HES-SO in Global Hospitality Business. Dieses Programm ist einzigartig und wird
auf drei Kontinenten durchgeführt. Im Rahmen dieses Studiengangs werden zukünftige internationale Manager
für die Hospitality Branche ausgebildet, um sie auf Positionen mit internationaler Ausrichtung vorzubereiten.
Bei diesem Ausbildungsgang und den gemischten Klassen tauchen sie in verschiedene Kulturen ein, arbeiten an
einem realen Forschungsprojekt und haben die Möglichkeit, drei Berufszertifikate zu erwerben. Gemeinsam mit
STR Global gründete die EHL das Lausanne Hospitality Research Center (LHRC).
Hotelfachschule Thun
Im Herbst 2011 haben die ersten Studierenden den Bildungsgang der Hotelfachschule Thun nach einem revidierten
Konzept begonnen. Diese Revision war nötig, weil mit dem altrechtlichen System der behördliche Rahmenlehrplan
nicht erfüllt gewesen wäre. Anfang Dezember 2014 ging dieser von einem Expertenteam begleitete Referenzlehrgang erfolgreich zu Ende. Dank den Anpassungen wie beispielsweise der Verlängerung der Ausbildung um
ein Semester erhalten die Studierenden einen klaren Mehrwert.
ICHM
Est. 1992
International College of Hotel Management
International College of Hotel Management (ICHM)
Anfang 2014 verlieh die australische Regulierungsbehörde dem ICHM eine Reakkreditierung für die Dauer von
sieben Jahren. Später wurde das ICHM in Adelaide auch von Experten von hotelleriesuisse geprüft und erzielte
erneut ein positives Ergebnis. Im September wurden 64 Absolvierenden aus 22 Ländern das Diplom von hotelleriesuisse sowie das Bachelor-Diplom verliehen. Zum ersten Mal absolvierte ein australischer Student ein Praktikum
in der Schweiz.
Swiss School of Tourism and Hospitality (SSTH)
Nach der Übernahme durch die EHL und hotelleriesuisse stand das Jahr 2014 an der SSTH in Passugg im Zeichen
der Weichenstellung und Profilschärfung. Im März übernahm Knut Rupprecht die Direktion der Schule. Durch
seinen Impuls wird nach einer Neuüberarbeitung der Lehrgänge praktisches Arbeiten noch höher gewertet.
Von der Erfahrung der Profis lernen, dieses Credo wird auch in der Küche verstärkt umgesetzt: Per Ende 2014
übernahm Gion Martin Fetz (vorher Dolder Grand) den Posten als Executive Chef an der SSTH.
Global Academy of Tourism & Hospitality Education (GATE)
2014 war ein historisch bedeutendes Jahr für GATE. Ein Auditteam, zusammengesetzt aus Vertretern der
Universität Zürich, der EHL und einem unabhängigen Auditoren des ICHM, führte ein umfassendes Audit in GATE
in Nepal durch, um die Qualität der Ausbildungsstandards zu überprüfen. GATE wurde zur ersten Partnerschule
von hotelleriesuisse in Asien ernannt. Der Diplomfeier in Nepal wohnten Christoph Juen, CEO hotelleriesuisse,
und Ueli Schneider, Leiter Bildung hotelleriesuisse, sowie der nepalesische Tourismusminister und viele weitere
Führungspersonen der Tourismusbranche Nepals bei.
Yangzhou Hospitality Institute (YHI)
Im September 2014 öffnete das Yangzhou Hospitality Institute (YHI) für die ersten 112 Studierenden erstmals
seine Tore. Das YHI erhielt bereits grosse Unterstützung von der Branche und unterschrieb 14 Vereinbarungen
mit bekannten Hotelmarken wie Marriott, Accor, Kempinski und BTG-Jinguo in China. Der Investor des YHI
besitzt mehrere Hotels in China und versicherte, künftig Beschäftigungsmöglichkeiten für Studierende des YHI
anzubieten. Ein weiterer wichtiger Schritt für das YHI ist die kürzlich mit der Emirates Academy getroffene
Absichtserklärung für zukünftige Bildungsprojekte der Studierenden.
CONRAD CADONAU, GESCHÄFTSLEITER STIFTUNG LA CAPRIOLA
«Herzlichkeit und Freundlichkeit sind unerlässliche
Tugenden für eine gewinnende
und wertschätzende Gastfreundschaft. Diese Werte sind
Angelegenheiten des Herzens,
unabhängig der kognitiven
oder physischen Begabungen
und Fähigkeiten.»
Lernende spenden vierstelliges Trinkgeld an Stiftung «La Capriola»
Im Juni 2014 servierten angehende Hotel- und Gastrofachleute der Schweizerischen
Schule für Touristik und Hotellerie (SSTH) geladenen Gästen im Rahmen ihrer
praktischen Prüfung im Schweizerhof Lenzerheide ein Prüfungsmenu. Anstelle eines
Trinkgeldes hatten die Gäste die Möglichkeit, einen Betrag zugunsten der Stiftung
«La Capriola» zu spenden. Die Stiftung bildet seit über zehn Jahren Jugendliche mit
Handicaps zu Berufsleuten aus und ermöglicht ihnen so die Integration in den regulären
Arbeitsmarkt. Auch nach der Ausbildung werden die Jugendlichen weiter begleitet,
etwa bei der Jobsuche oder als Ansprechpartner für künftige Arbeitgeber. Die Aktion
der SSTH generierte insgesamt 1000 Franken.
www.lacapriola.ch
MICHAEL STUTZ, DIREKTOR HOTEL CHESA ROSATSCH
, CELERINA
«Innovative Produzenten
sollen ihr Handwerk fortsetzen
können, damit uns auch
vergessene Nahrungsmittelsorten erhalten bleiben.»
Slow Food
Das Restaurant Stüvas Rosatsch im Hotel Chesa Rosatsch in Celerina hat im Sommer
2013 die Grundsätze von Slow Food eingeführt. Damit steht der Betrieb für Genuss,
umweltfreundliche Lebensmittelproduktion und biologische Vielfalt. Über 98 Prozent
der Zutaten kommen aus dem Engadin, dem Bündnerland sowie anderen Schweizer
Regionen und dem nahen Veltlin. Das Restaurant setzt auf hochwertige Produkte
von Kleinstproduzenten. Die Speisekarte ist damit vollständig von der regionalen
Verfügbarkeit der Produkte bestimmt. An sogenannten «Slow Tables» haben die Gäste
zudem die Möglichkeit, die Produzenten persönlich kennenzulernen und Näheres
über ihr Handwerk zu erfahren.
www.rosatsch.ch
13
GESCHÄFTSSTELLE
Organisation der Geschäftsstelle
Organigramm per 31.12.2014
Delegiertenversammlung
Beirat
Verbandsleitung
Guglielmo L. Brentel, Präsident,
Anne-Marie Minder, Vizepräsidentin,
Werner Affentranger, Thomas Egli,
Pierre-André Michoud,
Patrik Scherrer, Andreas Züllig
Kommunikation
Manuel Staub***
Wirtschaftspolitik
Christophe Hans***
Assistenz CEO
Sandra Heim***
CEO
Dr. Christoph Juen*
Nachhaltigkeit
Sonja Seiffert
Zentrale Dienste
Marc Kaufmann**
Jaques Biner*** (Stv.)
Bildung
Dr. Ueli Schneider**
Nicole Meier*** (Stv.)
Rechtsdienst
Marc Kauffmann
Berufsfachschule Schulhotels
Daniel Thomet
Mitglieder
Thomas Allemann
Daniel Beerli *** (Stv.)
htr hotel revue
Thomas Allemann
Dr. Christoph Juen (Stv.)
Finanzen
Jacques Biner
Grundbildung & Betreuung
Barbara Holzhaus
Klassifikation/QMS
Daniel Beerli
Redaktion
Gery Nievergelt***
HR und interne Dienste
Ursula Imhasly Bevc***
Unternehmerbildung
Daniel Plancic
Mitgliederbetreuung
Barbara König
Verlag
Barbara König***
Informatik
Gabriel Thomet***
Marketing & Verkauf Bildung
Nicole Meier
Partnerschaften
Thomas Allemann
Bildungspartner
Dr. Ueli Schneider
Daten-Erfa
Barbara Friedrich
Mitglieder und htr hotel revue
Thomas Allemann**
* Vorsitzender der Geschäftsleitung
** Mitglied der Geschäftsleitung
*** Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung
ƒƒ Per Ende 2014 waren 95 Mitarbeitende (7790 Stellenprozente) für hotellerie-
suisse tätig.
ƒƒ hotelleriesuisse beschäftigt insgesamt acht Lernende und zwei Praktikanten.
Ein Hotelpraktikum als wertvolle Erfahrung
Im Rahmen des Leitbildes, das hotelleriesuisse 2012
lancierte, wurden 2013 die wichtigste Zielgruppe, die
Mitglieder, in den Fokus gerückt. Um die Bedürfnisse
der Mitglieder aus erster Hand kennenzulernen, erhielten alle Mitarbeitenden von hotelleriesuisse zwischen
August 2013 und September 2014 die Möglichkeit,
ein Hotelpraktikum zu absolvieren. Zahlreiche Mitarbeitende haben davon profitiert und sind während
jeweils dreier Tage in eine neue Tätigkeit eingetaucht.
Jeder Mitarbeitende konnte aus 39 Hotelbetrieben in
verschiedenen Regionen der Schweiz frei wählen. Im
Rahmen des Praktikums lernten die Mitarbeitenden
die wichtigsten Abläufe in einem Hotel kennen und
erhielten Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche. Sie waren fester Bestandteil des Teams und unterstützten dieses im abwechslungsreichen Hotelalltag.
Die gesammelten Erfahrungen sowie der spannende
Austausch wurden von den Mitarbeitenden wie auch
von den Praktikumsbetrieben sehr geschätzt.
WIRTSCHAFTSPOLITIK
Politische Weichenstellungen für die
Schweizer Hotellerie
NACHHALTIGE ENTWICKLUNG
IN DER HOTELLERIE
Das von hotelleriesuisse in Auftrag gegebene
Nachhaltigkeitsmonitoring zeigt erstmals umfassend auf, wo die Schweizer Hotellerie steht und
wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt
hat. Die Ergebnisse weisen auf einen heterogenen Verlauf hin. In allen drei Nachhaltigkeitsdimensionen zeigt sich die Branche insgesamt
nicht allzu dynamisch, aber in der Nische kommt
Bewegung auf. Eine wachsende Anzahl von
Betrieben betrachten Ökologie und Nachhaltigkeit als wichtige Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit. Damit eröffnen sich für die Branche neue
Chancen: Vielen Gästen sind die ökologischen
und sozialen Auswirkungen ihrer Reisetätigkeit
zunehmend wichtig.
www.hotelleriesuisse.ch/nachhaltigkeit
Gesetz über Zweitwohnungen
hotelleriesuisse befürwortet den Gesetzesentwurf des
Bundesrates, der sowohl die Forderung der Initianten
als auch die Bedürfnisse der hauptsächlich betroffenen
Regionen und auch der Hotelbranche berücksichtigt.
Der Gesetzesentwurf unterstützt einerseits den Strukturwandel, da sich die Hoteliers über den Verkauf von
Zweitwohnungen refinanzieren können. Andererseits
wird der Umbau von Hotels in Zweitwohnungen gestattet, was zur Sanierung der Branche beitragen kann. Der
Ständerat hat das Zweitwohnungsgesetz in einer ersten
Lesung im Rahmen seiner Herbstsession behandelt. Er
hat sich dagegen ausgesprochen, unwirtschaftliche
Beherbergungsbetriebe in Wohnungen umnutzen
zu können. hotelleriesuisse hat im Herbst sowohl die
Ständeräte als auch die Mitglieder der Kommission für
Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats
(UREK-N) ausführlich informiert. Zum Jahresende hat die
UREK-N entschieden, im erwähnten Punkt auf den Vorschlag des Bundesrates zurückzukommen. Das Gesetz
wird in der ersten Jahreshälfte 2015 vom Nationalrat
behandelt.
Umsetzung der Initiative «Gegen Masseneinwanderung»
Das Jahr 2014 war von einem Richtungswechsel in
der Einwanderungspolitik geprägt. hotelleriesuisse
setzte sich mit Nachdruck gegen die Initiative «Gegen
Masseneinwanderung» ein, denn gut 43 Prozent der
Beschäftigten im Gastgewerbe sind ausländische Mitarbeitende. In den übrigen Wirtschaftsbereichen sind es
zum Vergleich 24 Prozent. Die Initiative erschwert eine
flexible Rekrutierung von Personal, insbesondere auch
von in der Branche bereits heute schwer zu findenden
Fachkräften.
Im vergangenen Jahr hat sich hotelleriesuisse an mehreren Arbeitsgruppen beteiligt und konkrete Vorschläge
zur Umsetzung der erwähnten Initiative unterbreitet. Sie
hat sich mehrfach gegenüber Dachverbänden und dem
Bundesrat eingeschaltet, damit letzterer eine Gesetzesvorlage verabschiedet, in der die spezifischen Bedürfnisse der Branche berücksichtigt werden.
Nein zum Mindestlohn und Nein zu Ecopop
Neben der Initiative zur Masseneinwanderung hat
das Stimmvolk über fünf andere Themen abgestimmt,
die für hotelleriesuisse von Bedeutung sind. Der
Verband hat sich im Rahmen der Abstimmungskampagne mit Erfolg gegen die Initiative «Für den
Schutz fairer Löhne» engagiert. Die Festlegung von
Mindestlöhnen ist Sache der Sozialpartner, welche
die Gegebenheiten und Bedürfnisse der Branche am
besten kennen. Der allgemein verbindlich erklärte
Gesamtarbeitsvertrag der Branche kennt seit Jahrzehnten Mindestlöhne. In der Initiative «Schluss mit der
MWSt-Diskriminierung des Gastgewerbes» von GastroSuisse wird gefordert, dass der MWSt-Satz für das
Gastgewerbe identisch mit dem für Grundnahrungsmittel ist. hotelleriesuisse hat diese Initiative unterstützt, da deren Annahme eine Diskussion über den
einheitlichen Satz ermöglicht und somit eine langfristige Lösung bei der Mehrwertsteuer geschaffen
hätte.
Die Initiativen «Ecopop – Stopp der Überbevölkerung –
zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen»,
«Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre» und
«Rettet unser Schweizer Gold» hat hotelleriesuisse
sowie das Stimmvolk alle abgelehnt.
Forschung und Innovation
In den Bereichen Forschung und Innovation fungiert hotelleriesuisse als Bindeglied zwischen den
Forschungspartnern und der Branche. Im Jahr 2014
hat das Kompetenzzentrum fast 200 Anfragen
von Studenten, Schülern, Hoteliers und Beratern
beantwortet.
15
L-GAV UND RECHT
«Gut für alle» – 40 Jahre L-GAV
AUF DER SICHEREN SEITE IN DER
HOTELLERIE
Die Leitlinie «Gute Verfahrenspraxis im Gastgewerbe» vermittelt einen Überblick über die
wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen und
Verordnungen in der Lebensmittelsicherheit
und konkrete Mindeststandards für die tägliche Arbeit im Hotelbetrieb. Bei der Erarbeitung
der Hygiene-Leitlinie hat sich hotelleriesuisse
insbesondere zum Ziel gesetzt, eine Leitlinie
zu erstellen, die nachhaltig ist. So bezieht die
Hygiene-Leitlinie ökonomische, ökologische und
soziale Aspekte mit ein, lässt sich leicht aktualisieren und ist auf eine langfristige Anwendung
ausgelegt. Gemeinsam mit Diversey Consulting
bietet hotelleriesuisse entsprechende Schulungsangebote an.
www.hotelleriesuisse.ch/sicherheit
Unter dem Motto «Gut für alle» feierte der Schweizer
L-GAV sein 40-jähriges Bestehen. Von dieser sozialen
Errungenschaft profitieren heute über 200 000 Arbeitnehmende in rund 27 000 Betrieben. Gemeinsam
übernehmen die Arbeitgeberverbände hotelleriesuisse,
GastroSuisse und die SCA Swiss Catering Association
mit den Arbeitnehmerverbänden Hotel & Gastro
Union, Unia und Syna die Verantwortung für zeitgemässe Arbeitsbedingungen und die Förderung
der Professionalität im Schweizer Gastgewerbe.
Schritt für Schritt
Die Erfolgsgeschichte des L-GAV beginnt 1917, als die
Union Helvetia erstmals Bestrebungen in Bezug auf
einen Gesamtarbeitsvertrag unternimmt. 1919 wurde
der erste Landes-Gesamtarbeitsvertrag ratifiziert. Er war
gültig bis 1921, wurde danach jedoch nicht mehr erneuert. 1947 wurden die Sozialverhältnisse über den sogenannten «Mehrstädte-Gesamtarbeitsvertrag» geregelt, welcher in Zürich, Bern, Basel und Lausanne
gültig war. Aufgrund von dessen Erfolg folgten auch
in weiteren Städten solche Verträge. 1954 regelte ein
«Mehr-Regionen-Gesamtarbeitsvertrag» die Arbeitsbedingungen in den Regionen, wo bisher kein GAV abgeschlossen werden konnte. 1988 folgten Fortschritte
in Bezug auf die Gleichstellung von Mann und Frau,
indem Mindestlöhne für alle Beschäftigten im Schweizer
Gastgewerbe geschlechtsunabhängig eingeführt wurden. Köchinnen und Köche wurden ebenfalls dem GAV
unterstellt. 1998 wird der Vertrag für allgemein verbindlich erklärt. Ab Oktober 2010 wurden fünf Wochen Ferien eingeführt, Aus- und Weiterbildungen werden stark
subventioniert und ab dem 1. Januar 2012 kam für alle
der 13. Monatslohn ab dem ersten Arbeitstag hinzu.
Mindestlöhne
Im Rahmen der Lohnverhandlungen im Herbst 2013
haben die Sozialpartner entschieden, die Mindestlöhne
per 1. Januar 2014 um die durchschnittliche Jahres-
teuerung der Jahre 2009 bis 2012 anzupassen. Die
Erhöhung der Mindestlöhne belief sich auf insgesamt
0,2 Prozent. Für Saisonbetriebe galt die Erhöhung
auf die Sommersaison 2014 und für Saisonbetriebe,
welche das ganze Jahr geöffnet haben, spätestens
ab 1. Mai 2014. Per 1. Januar 2015 wurden die Mindestlöhne nicht erhöht und bleiben für das Jahr 2015
unverändert.
Rechtsberatung
Im Berichtsjahr wurde ein leichter Rückgang der
Rechtsfragen verzeichnet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Mindestlöhne für das kommende
Jahr unverändert bleiben und der L-GAV keine weiteren Änderungen vorsieht. Die Abnahme ist primär bei
Auskünften an die Arbeitnehmer festzustellen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Anfragen per E-Mail leicht
zugekommen. Erfreulich ist ebenfalls, dass vermehrt
Anrufe aus der Westschweiz empfangen wurden. Am
häufigsten wurden Auskünfte zu Fragen rund um Kündigungen, Sperrfristen und Mindestlöhne gegeben.
Auskünfte Rechtsberatung 2014
(E-Mail und Telefon)
Übrige
32 | 0,6 %
Arbeitnehmer
410 | 7,3 %
Arbeitgeber
5197 | 92,1 %
Auskünfte
Total 5639
Ø 4 70 pro Monat
Ø23 pro Tag
HOTELA
Sozialversicherung der Hotellerie auf Kurs
Die AHV-Ausgleichskasse, die Familienausgleichskasse (FAK), die Krankenkasse, die Versicherungen AG
und die Vorsorgestiftung der HOTELA verzeichneten
2014 eine erneut positive Entwicklung. Besonders
erfreulich ist das Kundenwachstum in den meisten
Versicherungsbereichen. So vermeldete die AHVAusgleichskasse Ende 2014 einen Zuwachs von
71 Betrieben gegenüber dem Vorjahr. Die Kundschaft
der Vorsorgestiftung vergrösserte sich sogar um 76
Betriebe. Dank einer ausgezeichneten Performance
bei den Anlagen konnte die Vorsorgestiftung im Jahr
2014 den Deckungsgrad von 94,3 Prozent auf über
101 Prozent steigern. Zu diesem Erfolg trugen die
neue Anlagestrategie und die neue Anlageorganisation der HOTELA entscheidend bei. Im Zuge der neuen Organisation wurde auch die Zusammensetzung
der Anlagekommission verändert. Präsident der seit
Januar 2014 paritätisch besetzten Kommission ist
Marc Kaufmann, Mitglied der Geschäftsleitung von
hotelleriesuisse.
Noch näher bei den Kunden
Die Kunden optimal betreuen und administrativ entlasten: Diese Strategie setzt die HOTELA Schritt für
Schritt weiter um. Dazu gehört die Straffung der
eigenen Organisation. Per 1. Juli 2014 reduzierte das
Unternehmen die Zahl der Direktionen. Die Kundenbetreuung und der Dienstleistungsbereich haben in
der Geschäftsleitung nun noch mehr Gewicht. Wie
kundenorientiert die Mitarbeitenden agieren, zeigt
der «Prix Goéland», den die HOTELA im Mai 2014
entgegennehmen durfte. Dieser Preis zeichnet das
Westschweizer Unternehmen mit dem freundlichsten
Telefonempfang aus. Verliehen wird er von der Ecole
de Management et de Communication ESM, die 665
mittlere und grosse Firmen bei mehreren Kontakten
getestet hat.
Ausbau der Online-Dienstleistungen
Mit HOTELA Full lancierte die HOTELA im Frühling
2014 ein umfassendes Lohnmanagement-System.
Es richtet sich vor allem an kleinere Betriebe, wird
inzwischen aber auch von grösseren Unternehmen
genutzt. HOTELA Full ergänzt das bereits bestehende
Versicherungsmanagement-Tool HOTELA+ perfekt.
Die beiden innovativen Online-Plattformen sind eng
vernetzt und vereinfachen die Abwicklung von Versicherungsereignissen sowie die Lohnadministration
erheblich.
«Simplify your Business»
Die HOTELA ist überzeugt, dass für Unternehmen der
Schlüssel zum Erfolg in der Vereinfachung liegt, in
der Konzentration aufs Wesentliche. Dies bringt sie in
ihrem neuen Werbeauftritt mit dem Slogan «Simplify
your Business» zum Ausdruck. Sowohl auf Inseraten
als auch im Geschäftsbericht würdigen bekannte
Vertreter verschiedener Branchen die Leistungen der
HOTELA. Ihre Statements sind ein starkes Zeichen der
Solidarität mit ihrer Sozialversicherung.
Fünf unter einem Dach
Die HOTELA ist Spezialistin für alle fünf Sozialversicherungen. Sie ist die Verbandsausgleichskasse
von hotelleriesuisse und versichert die Mitarbeitenden aller hotelleriesuisse Mitgliederbetriebe. Seit fast
70 Jahren steht die HOTELA im Dienst ihrer Gründerverbände, zu denen neben hotelleriesuisse, der
SRV, Swiss Snowsports und senesuisse gehören. Fünf
Sozialversicherungen unter einem Dach – das Konzept
der HOTELA garantiert ihren Kunden eine umfassende
Deckung, schafft Synergien, verringert den administrativen Aufwand und reduziert die Kosten.
MARION PATZELT UND TORBEN SCHWARZ, DIREKTION
BIOHOTEL UCLIVA
, WALTENSBURG
«Mit unserer langjährigen
nachhaltigen Betriebsführung
beweisen wir, dass sich
Tourismus und Umweltschutz
nicht widersprechen.»
Öko-Pionier
Unter dem Vorsatz des «sanften Tourismus» wurde 1983 das Ucliva als erstes Ökohotel
der Schweiz eröffnet. Es verfolgt seither das Ziel, die Natur in der Surselva und
die Umwelt zu schützen und für die nächsten Generationen zu erhalten. So verfügt das
Hotel über einen grossen Warmwasserspeicher, der primär durch die Wärmerückführung der Kühl- und Tiefkühlanlagen gespeist wird. 100 Quadratmeter Sonnenkollektoren bringen weiteres Warmwasser hinzu. Den Rest übernimmt seit 1996 eine
Holzschnitzelheizung. Als Biohotel werden in der Küche ausschliesslich Bioprodukte
verarbeitet – wenn immer möglich aus der Region. Auch soziale Fairness wird gross
geschrieben. Nach dem Grundsatz «Gute Arbeit muss auch gut bezahlt werden»
erhalten alle Mitarbeitenden ein Gehalt das über dem Mindestlohn liegt.
www.ucliva.ch
DR. CHRISTOPH JUEN, CEO HOTELLERIESUISSE
«Es gilt, wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit mit einem
ökologischen und sozialen
Verantwortungsbewusstsein
in Einklang zu bringen.»
Taten statt Worte
Im Rahmen der Nachhaltigkeits-Charta des Schweizer Tourismus und der
verbandseigenen Nachhaltigkeitsstrategie engagiert sich hotelleriesuisse gezielt für
nachhaltiges Handeln in der Branche. Ein Kernanliegen ist die konsequente Steigerung
der Ressourcen- und Energieeffizienz. Damit leistet der Verband direkt und indirekt
einen Beitrag zur Stärkung der Kostenbasis in den Hotelbetrieben und schafft
Rahmenbedingungen zur Verkleinerung des ökologischen Fussabdruckes. Auch intern
setzt der Verband auf eine ökologische Betriebsführung, die schrittweise verankert
wird. 2011 hat hotelleriesuisse die ISO-Zertifizierung nach 14001:2004 erhalten und
entsprechende Ziele zur Reduktion der Umweltbelastung definiert. Dabei werden die
Mitarbeitenden aktiv in die entsprechenden Verbesserungsprozesse einbezogen.
Gemäss dem Prinzip «Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren» ist hotelleriesuisse
seit 1. Januar 2014 klimaneutral.
www.hotelleriesuisse.ch/nachhaltigkeit
DIE GEMEINSCHAFT DES BEAU-SITE, HÔTEL-PENSION BEAU-SITE,
, CHEMIN SUR MARTIGNY
«Das Hôtel Beau-Site bietet
vor allem ein schönes Erlebnis,
eine neue Art zu arbeiten
und die Möglichkeit, einen
Betrieb in der Gemeinschaft an
einem besonderen Ort zu
führen, wo die Achtung vor
dem Menschen und der Natur
im Vordergrund steht.»
Ruhepol
Das authentisch gestaltete Hotel aus dem Jahr 1912, im Herzen der Alpen in
Chemin-Dessus bei Martigny gelegen, positioniert sich als ökologische Einrichtung,
die sich ganz der Musse seiner Gäste verschrieben hat. Die 13 Zimmer sind schlicht und
stilvoll eingerichtet. Auf Fernseher und Radio wird bewusst verzichtet – dafür gibt
es eine hauseigene Bibliothek. Im Bistro kann man vegetarische Bio-Küche geniessen.
Sonnenkollektoren und eine Pelletheizung gewährleisten die Wärmeversorgung.
www.chemin.ch
21
KOMMUNIKATION
Drehscheibe für kommunikative
Dienstleistungen
BIKE TO WORK
Im Fahrtwind zur Arbeit – mit Rückenwind
durch den Arbeitstag. Mit diesem Slogan führte
Pro Velo Schweiz auch 2014 die Aktion «bike to
work» durch. Seit der Lancierung 2005 stiegen
die Teilnehmerzahlen kontinuierlich. Im Berichtsjahr nahm hotelleriesuisse bereits zum dritten
Mal teil. Die beiden Teams mit je vier Teammitgliedern haben sich während des Monats Juni
einen fairen sportlichen Wettkampf geliefert
und insgesamt 896 Kilometer erfahren. Mit der
Teilnahme an der Aktion verfolgt hotelleriesuisse
das Ziel, das nachhaltige Bewusstsein der Mitarbeitenden für Gesundheit und Bewegung und
die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu
fördern.
www.biketowork.ch
Die Schweizer Hotellerie stiess auch 2014 auf grosses
Medieninteresse und erzielte eine entsprechend hohe
Medienresonanz. So beantwortete die Medienstelle von
hotelleriesuisse rund 300 Anfragen. Damit bewegt sich
der Verband auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.
Die Themen waren vor allem durch die für den Tourismus und die Hotellerie bedeutsamen Volksabstimmungen geprägt. Aber auch die Position des Verbands
gegenüber Online-Buchungsplattformen und Airbnb
wurde 2014 oft nachgefragt.
e-Newsletter – stets gut informiert
Der elektronische Newsletter, der seit Anfang 2012
im Einsatz ist, hat sich als offizielles Sprachrohr an
die Mitglieder etabliert. Unter den rund 8600 Abonnenten, die 2014 monatlich mit dem e-Newsletter
bedient wurden, befinden sich aber auch weitere
interessierte Kreise wie etwa die Medienschaffenden.
Mit dem Newsletter informiert der Verband über seine
Positionen zu aktuellen Geschehnissen auf politischer
und wirtschaftlicher Ebene und seine Aktivitäten,
beispielsweise in den Bereichen Bildung, Klassifikation
und Recht, sowie Angebote der Preferred Partner.
Einheitlicher Webauftritt
Nachdem im Vorjahr das Projekt für die Anpassung
der Regionalverbands-Webseiten an das Corporate
Guglielmo L. Brentel an der Jahresmedienkonferenz von Schweiz Tourismus
Design des Verbands erfolgreich gestartet werden
konnte, wurden 2014 vier weitere Webseiten entsprechend umgesetzt. Damit zeigen sich nun die Webseiten
vom Kantonalen Hotelier-Verein Aargau, von Hotellerie
Bern+ Mittelland, vom Hotelier-Verein Berner Oberland, von hotellerie ostschweiz, von hotelleriesuisse
Ticino, vom Walliser Hotelier-Verein, von der Association Romande des Hôteliers und von Zentralschweiz
Hotels im einheitlichen Erscheinungsbild. Mit der neuen
Webseite von Luzern Hotels wurde das Design zudem
auch bei einer Sektions-Webseite übernommen.
Anlässe von und mit hotelleriesuisse
Auch im Berichtsjahr hat hotelleriesuisse zahlreiche
Events mit grossem Erfolg durchgeführt sowie an
wichtigen Branchenanlässen teilgenommen. Im Rahmen der Jahresmedienkonferenz von Schweiz Tourismus vertrat Guglielmo L. Brentel die Interessen der
Schweizer Hotellerie. Der MILESTONE. Tourismuspreis
Schweiz wurde im November im Kursaal Bern zum
15. Mal vergeben. Die strahlenden Preisträger, renommierten Referenten und zahlreichen Gäste trugen zu
einem unvergesslichen Anlass bei. Weitere wichtige
Meilensteine für den Verband waren der Auftritt von
hotelleriesuisse an der ITB sowie der Lobby-Anlass
Polit-Dîner im Dezember.
OMBUDSSTELLE
Offenes Ohr für Gäste und Gastgeber
Die Ombudsstelle behandelt Anfragen und Beschwerden zur gesamten schweizerischen Hotellerie
und ist für Gäste und Hoteliers kostenlos.
Ombudsfälle in der Übersicht
Reklamationen aus der Schweiz
Reklamationen aus Europa
Reklamationen aus Übersee
Total Reklamationen
Lösung gefunden
Keine Lösung gefunden
2014
110
35
22
167
2013
114
41
14
169
153
14
156
13
MITGLIEDER
Unter guten Sternen
AUSGEZEICHNET
Da Gäste bei der Hotelwahl vermehrt Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen, hat hotelleriesuisse 2013 die Spezialisierungen «Green Living»
und «Sustainable Living» ins Leben gerufen.
Während bei «Green Living» vor allem Massnahmen im Bereich der Ökologie gefordert
sind, deckt die Spezialisierung «Sustainable
Living» alle Dimensionen der Nachhaltigkeit
ab. Die Vergabe der Spezialisierungen stützt
sich vollständig auf bestehende Umwelt- und
Nachhaltigkeitslabels oder -zertifikate ab. Seit
der Einführung dieser beiden Spezialisierungskategorien konnten über 100 Hotels mit der
Spezialisierung «Green Living» und fast 50 mit
der Spezialisierung «Sustainable Living» ausgezeichnet werden.
www.hotelleriesuisse.ch/spezialisierungen
2014 war für die Klassifikation ein Übergangsjahr.
Die neue Gültigkeitsdauer der Hotelsterne und der
neue Auditrhythmus wurden rollend eingeführt und die
Revision der Hotelklassifikationskriterien 2015–2020
abgeschlossen. 2014 wurden deshalb nur rund
450 Hotels auditiert; künftig werden es jeweils rund
720 Betriebe pro Jahr sein. Damit wird auch die 2013
eingeleitete Professionalisierung des Normenvollzugs
finalisiert.
Abschluss Reorganisation der Gremien
Mit der Einführung des Reglements der Expertengruppe
für Normentwicklung (ENOR) und den Anpassungen
der Strukturen der Unabhängigen Rekursinstanz (URI)
konnte die Reorganisation aller Gremien der Schweizer
Hotelklassifikation abgeschlossen werden. Der Umbau
der URI erfolgte mit dem Ziel, eine stringente Struktur zum Nationalen Auditorenpool (NAP) zu schaffen
und dem grossen Rückgang der Rekurse Rechnung zu
tragen. Ab 2015 setzt sich die URI deshalb nur noch
aus vier Mitgliedern und dem Präsidenten zusammen.
Analog dem Modell des NAP werden aus diesem Gremium ab 2015 zwei Mitglieder als lizenzierte LeadAuditoren sowie drei Mitglieder als Co-Auditoren
fungieren. Der NAP ist dabei für die erstinstanzliche
und die URI für die zweit- und somit letztinstanzliche
Überprüfung der Klassifikationskriterien zuständig.
Revision Hotelklassifikationskriterien
2015–2020
Unter der Führung der Schweiz wurde die neuste
Revisionsphase des europäischen Kriterienkataloges
abgeschlossen. Auch die Schweizer Anpassungen, die
insbesondere die Kriterien der Basiskategorie Swiss
Lodge betreffen, wurden entsprechend vorgenommen. Die Delegierten von hotelleriesuisse stimmten
den Kriterien vollumfänglich zu. Damit kann die Einführung wie geplant Anfang 2015 erfolgen. Bei der
Revision der europäischen Kriterien wurde ein klarer
Akzent auf den Themenbereich Schlafkomfort gesetzt.
Weitere Anpassungen fanden in den Bereichen Internet-Konnektivität, Gästesicherheit und Nachhaltigkeit
statt. Die neuen Kriterien wurden vor der Einführung
bei rund 25 Hotels getestet.
Nachdem das Sekretariat der Hotelstars Union 2013
von hotelleriesuisse geführt wurde, erfolgte im Sommer 2014 die ordentliche Übergabe dieser Geschäfte
an Österreich.
Gute Noten für hotelleriesuisse
Gemäss einer bei den Hotelmitgliedern durchgeführten Umfrage sind die Hoteliers sehr zufrieden mit der
Arbeit des Verbands. So werden beispielsweise Services wie Weiterbildung, Rechtsdienst, hoteljob.ch
oder auch die htr hotel revue als sehr wichtige Dienstleistungen mit sehr guter Qualität beurteilt. Auch die
Lobby-Themen, die hotelleriesuisse betreut, werden als
sehr wichtig eingestuft und die Behandlung derselben
erhält mehrheitlich gute bis sehr gute Noten. Zudem
geniesst die Klassifikation einen hohen Stellenwert.
Diese wird auch künftig als ein wichtiges Instrument
für die richtige Positionierung am Markt erachtet.
Entwicklung der Mitgliedschaften
Die Mitgliederzahlen blieben 2014 stabil. hotelleriesuisse konnte im Berichtsjahr 78 neue Hotelmitglieder gewinnen. Diesen Eintritten stehen 84 Austritte
gegenüber, die mehrheitlich auf Betriebsschliessungen zurückzuführen sind. Insgesamt resultiert ein
erfreulicher Zuwachs von 678 Zimmern und 1653
Betten. Per Ende 2014 verzeichnete hotelleriesuisse somit 2000 Hotelmitglieder, was einer Veränderung von –6 Betrieben gegenüber dem Vorjahr
entspricht. In der Kategorie Restaurants sind 2014
66 neue Betriebe dazugekommen.
23
Mitgliederbestand 2014
Kat. P | 10 %
307
Kat. H | 68 %
2000
Kat. U | 7 %
207
Kat. R | 15 %
Hotels Kat. H
464
Restaurants
Kat. R
Unternehmungen
Kat. U
Persönliche Mitglieder Kat. P
NACHHALTIGE PARTNER
Den Nachhaltigkeitsgedanken teilt hotelleriesuisse auch mit seinen Partnern: Schwob, Saviva,
Swisscom (Preferred Partner); Max Havelaar,
myclimate, Diversey Consulting (Kooperationspartner); HUBERT (Business Partner). Eine
Zusammenarbeit findet unter anderem mit folgenden Organisationen statt: Stiftung «Denk
an mich», Claire & George Hotelspitex, United
Against Waste, Öbu/Proofit, Energie-Agentur
der Wirtschaft (EnAW).
swisshoteldata.ch – mehr als eine Datenbank
2014 wurde swisshoteldata.ch als umfassendes
Hotelverzeichnis realisiert. Dabei werden alle relevanten Hotelinformationen auf einer einzigen Plattform
verwaltet und müssen künftig nicht mehrfach aktualisiert werden. Im Rahmen unserer Beteiligung an der
Switzerland Travel Center AG und der strategischen
Partnerschaft mit Schweiz Tourismus ermöglicht die
Datenbank eine Konzentration der Daten sowie eine
maximale Datenveredelung. Der Aufwand für den
Hotelier soll dadurch massiv reduziert werden. Dank
bestehenden und geplanten Schnittstellen stehen
diese Daten auch Regionalverbänden, Tourismusorganisationen und weitern touristischen Leistungsträgern
zur Verfügung. Alle Mitglieder von hotelleriesuisse
haben unentgeltlichen Zugang zur Schweizer Hoteldatenbank. Seit November 2014 werden die Daten zudem
als Hotelportraits im elektronischen Hotelverzeichnis
ebenfalls auf www.swisshoteldata.ch publiziert.
70 Jahre ERFA: Austausch fördern
2014 feierten die ERFA-Gruppen von hotelleriesuisse
ihr 70-Jahre-Jubiläum. 1944 wurde auf Initiative von
Hans Schellenberg die erste ERFA-Gruppe gegründet
mit dem Ziel, den Erfahrungsaustausch unter gleichgesinnten Hoteliers zu fördern. Heute betreut hotelleriesuisse 15 ERFA-Gruppen mit rund 165 Teilnehmern.
Wer nicht aktiv in einer ERFA-Gruppe teilnimmt, kann
seine Betriebskennzahlen dennoch jährlich mit den
Benchmark-Zahlen der ERFA-Gruppen vergleichen lassen oder einen anonymen Lohnvergleich vornehmen.
Mit dem STAR Benchmarking bietet hotelleriesuisse
zudem ein online basiertes Tool zur monatlichen Beurteilung der Preisstrategie und zur Messung der eigenen
Performance im Bereich Auslastung, Durchschnittspreis, RevPAR und Marktanteil. Aktuell nutzen rund 450
Betriebe dieses Tool, das Mitgliedern von hotelleriesuisse gratis zur Verfügung steht.
Partnerschaften ausbauen und weiterführen
Partnerschaften spielen bei hotelleriesuisse eine zentrale Rolle. Entsprechend wurde die Zusammenarbeit
mit den bestehenden Partnern im Berichtsjahr weiter
gepflegt und vertieft. Mit den verschiedenen Partnerschaftsmodellen verfolgt hotelleriesuisse das Ziel,
die Branche durch die Bündelung von Kompetenzen
zu stärken und einen Mehrwert für die Mitglieder zu
schaffen. Seit Mitte 2014 ist Samsung Electronics Switzerland neuer Preferred Partner von hotelleriesuisse.
Dank der Preferred Partnerschaft mit Saviva konnte
hotelleriesuisse zudem mit der Migros eine Zusammenarbeit im Rahmen des Cumulus Extra Programms
eingehen. Diese Plattform öffnet den Mitgliedern
von hotelleriesuisse exklusiv einen Markt von rund
2,8 Millionen Cumulus-Teilnehmern. Das gemeinsame
Beraternetzwerk von hotelleriesuisse und CURAVIVA zählt 97 Beratungsunternehmen, davon 64
mit Hotelkompetenz. Die drei Expertenforen «Input»
erfreuten sich mit rund 60 Teilnehmern pro Anlass
grosser Beliebtheit und waren alle in kürzester Zeit
ausgebucht.
htr hotel revue
Starke Online-Präsenz – hochkarätige
Gäste beim MILESTONE 2014
Die Erfolgsbilanz für die htr hotel revue im Jahr 2014
ist vor allem im Online-Bereich erfreulich. Für das
Stellenportal www.hoteljob.ch konnte das anvisierte
Umsatzziel übertroffen werden. Auch die Zugriffszahlen sind mit durchschnittlich über 40 000 Visits
pro Monat sehr positiv und gegenüber dem Vorjahr
deutlich höher ausgefallen. Gleichzeitig erfreuen
sich das Newsportal www.htr.ch wie auch die
wöchentlich erscheinenden htrNews stetig wachsender Beliebtheit.
Die Gewinner des MILESTONE 2014
Die im Jahr 2013 eingeleiteten Massnahmen mit
dem Schwerpunkt All-Media beginnen zu greifen.
So besuchen mittlerweile pro Monat durchschnittlich über 30 000 Nutzer die Webseite und informieren
sich täglich über die Aktualitäten der Branche. Bis
Ende Jahr wird htr.ch die Schwelle von einer Million
Seitenaufrufen deutlich überschritten haben. Das ist
beachtlich, wenn man die überschaubare Grösse der
Tourismusbranche in Betracht zieht.
Zur Umsetzung der All-Media-Strategie zählt auch
die Herausgabe des Magazins hotel gourmet welten, das 2014 sechsmal der htr hotel revue beigelegt
war. Mit einem optimierten optischen Auftritt, dem
Beizug prominenter Kolumnisten sowie exklusiven
Geschichten aus Hotellerie und Gastronomie konnte
das Magazin die Beachtung weiter steigern.
Herausfordernd bleibt die Situation beim Stellenmarkt
im Print. Die gedruckten Stelleninserate werden je
länger, je mehr nur noch gezielt für Kaderstellen
genutzt, da das gedruckte Inserat auch Kandidaten
anspricht, welche nicht aktiv auf Stellensuche sind.
Dank der Kooperation mit der Hotellerie et Gastronomie Zeitung wird der gedruckte Stellenmarkt Woche
für Woche an bis zu 40 000 Empfänger versendet
und deckt so den für Fachstellen interessanten Markt
optimal ab. Die Fach- und Praxisberichte, welche
sowohl auf der Stellen- wie auch auf der Immobilienseite angeboten werden, gewährleisten eine hohe
Beachtung für die Beilage PROFIL.
Als guter Jahrgang erwies sich der MILESTONE.
Tourismuspreis Schweiz 2014. Beim bedeutendsten
Tourismuspreis der Schweiz, der von der htr hotel
revue und hotelleriesuisse ausgerichtet wird, zählte
die Hotellerie zu den grossen Gewinnern. Drei der
sechs Milestones, die für innovative Projekte vergeben werden, gingen an die Hoteliers. Zu einem
gesellschaftlichen Höhepunkt wurde die Preisverleihung im Berner Kursaal auch dank neuer Bühnengestaltung und prominenter Gäste wie Bundesrätin
Doris Leuthard, Staatssekretärin Marie-Gabrielle
Ineichen-Fleisch vom Seco oder SRG-Generaldirektor
Roger de Weck.
Informationen zum MILESTONE gibt es unter
www.htr-milestone.ch.
DANIEL SCHNEITER, ENAW-COACH
«Die von uns vorgeschlagenen
Massnahmen müssen
wirtschaftlich sein.»
Leuchtturm – Energieeffiziente Bündner Hotels
Vor dem Hintergrund der bis ins Jahr 2020 massiv steigenden CO2-Abgabe hat
hotelleriesuisse Graubünden im März 2013 das Projekt «Leuchtturm – Energieeffiziente Bündner Hotels» lanciert. Ziel des Projekts ist, so viele Hotelbetriebe wie
möglich zu motivieren, an einem Programm der Energie-Agentur der Wirtschaft
(EnAW) teilzunehmen und sich so durch eine Zielvereinbarung mit dem Bundesamt
für Umwelt von der CO2-Abgabe befreien zu lassen. Das Echo ist überwältigend:
Bis heute haben sich 98 touristische Betriebe verpflichtet, ihren Energieverbrauch und
damit den CO2-Ausstoss bis 2020 massiv zu reduzieren. Die beteiligten Hotelbetriebe
bieten 35 Prozent der Zimmer der Bündner Hotellerie an und verzeichnen 50 Prozent
der Übernachtungen. Diese Leuchtturm-Betriebe setzen Nachhaltigkeit in die Tat
um: Bis 2020 sparen die Leuchtturm-Hotels 68 Gigawattstunden fossile Energie und
26 Gigawattstunden Strom, 18 100 Tonnen CO2 und 22 Millionen Franken.
Das Engagement der Leuchtturm-Hotels ist schweizweit vorbildlich. 2014 gewann das
Projekt den Umweltpreis im Rahmen des MILESTONE. Tourismuspreis Schweiz in
der Kategorie Umwelt. Im Januar 2015 wurde das Projekt vom Bundesamt für Energie
mit dem Watt d’or 2015 in der Kategorie Gesellschaft ausgezeichnet.
www.leuchtturm-hotels.ch
SUSANNE GÄUMANN, GESCHÄFTSLEITERIN CLAIRE & GEORGE STIFTUNG
«Die zahlreichen, positiven
Rückmeldungen bestätigen,
dass Claire & George Hotelspitex eine Lücke deckt.
Der Bedarf nach individuellen
Ferien mit ambulanter Pflegeunterstützung wird aufgrund
der demografischen Entwicklung weiter zunehmen.»
Gepflegter Urlaub für alle
Claire & George Hotelspitex ermöglicht individuelle Ferien im Hotel für junge und
alte Menschen mit pflegerischem Unterstützungsbedarf, zum Beispiel aufgrund
alters-, gesundheits- oder unfallbedingter Einschränkungen. Die 2013 gegründete
Claire & George Stiftung fungiert dabei als Vermittlungsplattform zwischen
Ferienanbietern, Kunden und Anbietern von ambulanten Pflege- und Unterstützungsdienstleistungen. Aktuell verfügt die Stiftung über 50 Hotelpartner in der ganzen
Schweiz. hotelleriesuisse ist im Stiftungsrat vertreten und unterstützt das Bestreben
der Stiftung, pflegebedürftigen Gästen und ihren mitreisenden Ehepartnern, Eltern,
Kindern oder Freunden gemeinsamen, gepflegten Urlaub zu ermöglichen. Im
vergangenen Jahr wurden 1000 Logiernächte vermittelt.
www.claireundgeorge.ch
27
KOMMENTAR JAHRESRECHNUNG
Kommentar zur Jahresrechnung 2014
Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2014 beläuft sich auf 25,8 Millionen Franken und bleibt damit hinter den
Erwartungen für das Jahr 2014 zurück. Dank der Umsetzung der Bildungsstrategie und verschiedener Sparmassnahmen konnte das Geschäftsjahr mit einem besseren Ergebnis als erwartet, einem Aufwandsüberschuss
von 77 000 Franken, geschlossen werden. Der prognostizierte Verlust beläuft sich auf über 400 000 Franken.
Im Vergleich zum Budget wird beim Umsatz eine Abweichung von 400 000 Franken verzeichnet. Diese lässt
sich mit den weiterhin sinkenden Einnahmen aus den Werbe- und Stelleninseraten der Wochenzeitschrift
htr hotel revue erklären, was einmal mehr die Situation auf dem Markt widerspiegelt. Die anderen Leistungen und
Beiträge konnten stabilisiert beziehungsweise durch ungeplante Einnahmen kompensiert werden. Dabei handelt
es sich um Projekte, die von Innotour unterstützt werden, um Handelspartnerschaften sowie um Verträge, die
im Rahmen der Ausbildung geschlossen wurden. Des Weiteren wurde das Geschäftsjahr 2014 von ausserordentlichen, nicht periodischen Erträgen getragen.
Dank der Umsetzung der Bildungsstrategie wurden deutliche Einsparungen bei den Personalkosten erzielt. Die
Aufwendungen für Verwaltung, IT, Public Relations und Marketing sowie die Projektkosten liegen insgesamt
unter den Prognosen. Die direkten Kosten wurden ebenfalls deutlich gesenkt, insbesondere in den Schulhotels
und bei der htr hotel revue. Die Gesamtkosten wurden um fast eine Million Franken reduziert.
Eine nicht unwesentliche Anzahl an Projekten wurde in den verschiedenen Geschäftsbereichen mithilfe der aus
zweckgebundenen Beiträgen gebildeten Reservefonds finanziert. Dabei sind insbesondere die Einführung der
Bildungsplattform, die Förderung der Berufe bei den SwissSkills, dem Career Day sowie der Hotelschau Please
Disturb, der MILESTONE, die ITB in Berlin, die Mitgliederumfrage, die Unterstützung bei der Abstimmungskampagne sowie Publikationen und Studien zugunsten der Branche zu nennen.
Nach Verbuchung des Ausgabenüberschusses betrug das ungebundene Kapital per 31. Dezember 2014 rund vier
Millionen Franken oder 23,3 Prozent der Bilanzsumme.
Das gesamte Eigenkapital des Verbandes, das heisst die Summe aus ungebundenem und zweckgebundenem
Kapital, ist trotz des Verlustes von 77 000 Franken am Ende des Geschäftsjahres 2014 um 190 000 Franken
gestiegen.
hotelleriesuisse
Bilanz per 31. Dezember 2014
Aktiven
Umlaufvermögen
31.12.2014
31.12.2013
in Tsd. CHF
in Tsd. CHF
Flüssige Mittel
120
418
Wertschriften
301
301
5 819
5 224
126
208
Debitoren aus Lieferungen und Leistungen
Übrige Forderungen
Verbandsbetriebe, Stiftungen
Transitorische Aktiven
2
80
1 132
764
7 500
6 995
Anlagevermögen
Sachanlagen
Mobilien, Einrichtungen, Fahrzeuge
Immobilien
749
854
5 560
5 758
Finanzanlagen
Wertschriften
Total Aktiven
Passiven
Fremdkapital
3 230
2 896
9 540
9 508
17 039
16 503
31.12.2014
31.12.2013
in Tsd. CHF
in Tsd. CHF
Kurzfristige Bankverbindlichkeiten
418
0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
674
959
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
300
300
Übrige Kreditoren
678
461
Transitorische Passiven
4 118
3 699
Mittel- und langfristige Verbindlichkeiten
4 475
4 875
Rückstellungen
204
227
10 867
10 521
Verbandskapital
Zweckgebundenes Kapital
Reservefonds für Interessenvertretung
424
450
Reservefonds für PR und Marketing
512
442
Reservefonds für Aus- und Weiterbildung
1 271
1 047
2 207
1 939
4 042
4 125
Ungebundenes Kapital
Kapital am 1. Januar
Mehraufwand
Kapital am 31. Dezember
Total Passiven
–77
–82
3 965
4 042
17 039
16 503
29
Erfolgsrechnung 2014
Ertrag
2014
2013
in Tsd. CHF
in Tsd. CHF
Handelsertrag
3 085
3 338
Dienstleistungsertrag
9 794
9 772
12 838
13 139
Beiträge und Erträge aus Lizenzen
Erträge aus Rückerstattungen
Aufwand
Aufwand für Material, Waren und Dienstleistungen
144
191
25 861
26 439
2014
2013
in Tsd. CHF
in Tsd. CHF
Materialaufwand
1 098
1 076
Aufwand für Drittleistungen
3 640
3 955
4 737
5 031
11 357
11 499
2 263
2 293
Personalaufwand
Personalaufwand
Sozialversicherungsaufwand
Übriger Personalaufwand
705
595
14 326
14 388
Sonstiger Betriebsaufwand
Raumaufwand
778
829
Unterhalt mobile Sachanlagen, Leasing
28
27
Fahrzeugaufwand
10
10
Sachversicherungen
34
24
Energie- und Entsorgungsaufwand
37
37
Verwaltungs- und Informatikaufwand
2 961
3 132
Werbeaufwand
1 666
1 689
Übriger Betriebsaufwand
472
359
Finanzaufwand
110
106
Abschreibungen
Ordentliches Betriebsergebnis
Ausserordentlicher und betriebsfremder Erfolg
432
495
6 528
6 709
271
311
2014
2013
in Tsd. CHF
in Tsd. CHF
Ausserordentlicher und betriebsfremder Ertrag
1 923
1 712
Ausserordentlicher und betriebsfremder Aufwand
2 271
2 105
–348
–393
–77
–82
Gesamtergebnis, Mehraufwand BERICHT DER REVISIONSSTELLE
hotelleriesuisse, Schweizer Hotelier-Verein (SHV), Bern
Als Revisionsstelle haben wir die beiliegende Jahresrechnung von hotelleriesuisse, Schweizer Hotelier-Verein (SHV), bestehend aus
Bilanz und Erfolgsrechnung (Seiten 28 und 29), für das am 31. Dezember 2014 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft.
Verantwortung der Verbandsleitung
Die Verbandsleitung ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten
verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen
oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Vorstand für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungsmethoden
sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich.
Verantwortung der Revisionsstelle
Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere
Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen
Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung
frei von wesentlichen falschen Angaben ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen
des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen
oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber
um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung
der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine
Würdigung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine
ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden.
Prüfungsurteil
Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für das am 31. Dezember 2014 abgeschlossene Geschäftsjahr dem schweizerischen Gesetz und den Statuten.
Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften
Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbaren Sachverhalte vorliegen.
In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den
Vorgaben der Verbandsleitung ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahresrechnung existiert.
Wir empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.
KPMG AG
Martin HirsigerCristan Haldi
Zugelassener Revisionsexperte, Leitender Revisor
Gümligen-Bern, 27. Februar 2015
Zugelassener Revisionsexperte
SIMON V. UND GABRIELA JENNY, DIREKTION
HOTEL CASTELLO DEL SOLE
, ASCONA
«Die Kombination von Ruhe
und Natur sowie der Genuss
von lokalen, authentischen
Landwirtschaftsprodukten aus
dem Eigenanbau sind Werte,
die der Hotelgast der Zukunft
immer stärker nachfragt – im
Castello del Sole findet er sie.»
Naturprodukte aus erster Hand
Das Castello del Sole ist eingebettet in das rund 150 Hektar grosse Landwirtschaftsgebiet «Terreni alla Maggia». Neben dem Naturschutzgebiet an der Maggia-Mündung
hat hier eine ökologische Landwirtschaft seit dem 16. Jahrhundert Tradition.
Hochwertige Produkte wie Weine, Risotto-Reis, Getreide für Pasta, Kartoffeln,
Spargeln und Obst werden für den Eigenverbrauch im Castello del Sole sowie für den
Weiterverkauf produziert. Hier wird auch der erste und einzige Schweizer Reis
angepflanzt. Das jüngste Produkt, die «Pasta Nostrana Ticinese», wird ebenfalls aus
eigenem Hartweizen hergestellt.
www.castellodelsole.ch
KURT BIERI, VERANTWORTLICHER FÜR NACHHALTIGKEIT, SUNSTAR HOTELS
«Nicht nur davon reden,
sondern umsetzen, im Interesse
unserer Natur – auch in
wirtschaftlich schwierigen
Zeiten für die Ferienhotellerie.»
Klimaneutrale Ferien
Mit der am 1. Mai 2008 eingeführten kompletten Klimaneutralität ist Sunstar weltweit
die erste Hotelgruppe, die den gesamten CO2-Ausstoss ihrer Schweizer Hotels
vollständig kompensiert. Sunstar berechnet jährlich die CO2-Emmissionen aller
Energieträger sowie Lebensmittel, Verkehr, Reinigung, Abfallentsorgung und weiterer
Dienstleistungen. Treibhausgase werden mit einem definierten Faktor in CO2
umgerechnet. Derzeit resultieren daraus jährlich 5538 Tonnen oder rund 19 Kilogramm
pro Übernachtung. Diese Menge wird in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzstiftung
myclimate in Projekten speziell CO2-sensitiver Länder kompensiert. Auf freiwilliger
Basis haben Sunstar-Gäste zudem die Möglichkeit, ihre An- und Abreise klimaneutral
zu gestalten. Auch dieser Beitrag kommt denselben myclimate-Projekten zugute.
www.sunstar.ch
33
UMWELTMANAGEMENT
hotelleriesuisse verbessert seine CO2-Bilanz
Ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen ist für
die Tourismuswirtschaft von grundlegender Bedeutung. hotelleriesuisse engagiert sich deshalb aktiv für
eine nachhaltige Entwicklung auf den Ebenen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Auch innerhalb des
Verbands setzt hotelleriesuisse auf eine ökologische
Betriebsführung. 2011 hat hotelleriesuisse die ISOZertifizierung 9001 und 14001 erhalten und wurde im Berichtsjahr rezertifiziert. Damit verpflichtet
sich der Verband zur kontinuierlichen Verbesserung
seines Qualitäts- und Umweltmanagementsystems.
Ganz nach dem Prinzip «Vermeiden – Reduzieren –
Kompensieren» ist der Verband seit 1. Januar 2014
klimaneutral. Zudem verfolgt hotelleriesuisse das Ziel,
als Verband eine Vorbildfunktion für die Tourismusbranche zu übernehmen.
Seit 2012 erhebt hotelleriesuisse Daten zur CO2-Bilanz.
Erstmals ermöglichen diese Daten einen Vergleich zwischen den Jahren 2012 und 2013. Wie die folgenden
Grafiken zeigen, fallen insbesondere die Bereiche
Mobilität, Heizöl (Brennstoffverbrauch) und Elektrizität sowie Papier und Drucksachen ins Gewicht.
Fairtrade-Aktivitäten
2014 hatten die Mitglieder von hotelleriesuisse die
Möglichkeit, an den Max Havelaar-Aktionen «Fairtrade
Break(fast)» und «Wir kochen fair & klimafreundlich»
teilzunehmen. Im Rahmen dieser Aktionen wurden die
Gäste mit regionalen, saisonalen Produkten aus fairem
Handel bedient. Auch verbandsintern hat man sich an
diesen Aktionen beteiligt und die Mitarbeitenden zu
einem Fairtrade Break(fast) eingeladen.
120
100
CO2 -Fussabdruck
Dank der ökologischen Betriebsführung konnte der
Fussabdruck von hotelleriesuisse gesamtheitlich verbessert werden. Während die CO2 -Emissionen 2012
bei insgesamt 319 Tonnen lagen, betrugen sie 2013
279 Tonnen. Dies entspricht einer Reduktion um
6,8 Prozent.
t CO2e
80
60
40
20
2012
2013
Br
en
ns
to
ffv
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nd
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erk
eh
r
0
2012
2013
UMWELTMANAGEMENT
200 000
180 000
160 000
140 000
120 000
100 000
80 000
60 000
40 000
20 000
185 148
32 936
2012
Heizöl Liter
Pendelverkehr
18 245 km (Motorrad)
Strom- und Energieverbrauch
Der Energieverbrauch innerhalb des Verbands blieb
stabil. Durch den Bezug von 100 Prozent zertifiziertem Ökostrom «naturemade star» aus dem Wasserkraftwerk Aarberg der BKW Energie AG seit Anfang
2013 konnten die CO2 -Emissionen um rund 90 Prozent
reduziert werden. Mit dem zertifizierten Ökostrom wird
zusätzlich ein Ökofonds unterstützt, der beispielsweise
die Renaturierung von Gewässern fördert. Der Verbrauch von Heizöl konnte leicht reduziert werden.
183 126
26 837
2013
Elektrizität kWh
Geschäftsverkehr
49 258 km (Flugreisen)
252 980 km (PW)
220 899 km (PW)
107 710 km (ÖV)
878 582 km (ÖV)
2 t CO2 (Motorrad)
10,6 t CO2 (Flugreisen)
77 t CO2 (PW)
73 t CO2 (PW)
1,16 t CO2 (ÖV)
23 t CO2 (ÖV)
28
hotelleriesuisse 2013, Angaben in km und CO2-Emissionen
28 × rund um die Erde
Äquatorumfang 40 075 km
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0
Geschäfts- und Pendelverkehr 2013
Der Anteil Tonnen CO2 -Emissionen des Geschäftsverkehrs machen 30 Prozent, der des Pendelverkehrs
34,5 Prozent am gesamten Fussabdruck von hotelleriesuisse aus. Mit den zurückgelegten Kilometern kann
die Welt beim Geschäftsverkehr 10-mal, beim Pendelverkehr 28-mal umrundet werden. Mit verschiedenen
Massnahmen fördert hotelleriesuisse die Nutzung des
öffentlichen Verkehrs – beispielsweise durch die Finanzierung eines Halbtax-Abonnements für Mitarbeitende
oder die Wahl von Sitzungs- und Veranstaltungsorten
mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr.
10
10 × rund um die Erde
Äquatorumfang 40 075 km
16,98
9,85
2012
2013
Publikationen und Drucksachen
Publikationen und Drucksachen 2012/2013
Aufgrund der gezielten Sensibilisierung der Mitarbeitenden und entsprechender Massnahmen konnte der
Papierverbrauch 2013 bei Drucksachen und Publikationen um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr reduziert
werden.
Impressum
ƒƒ Herausgeber: hotelleriesuisse, Bern
ƒƒ Konzept/Redaktion: Kommunikation hotelleriesuisse
ƒƒ Gestaltung: SUPERSCRIPT GmbH, www.superscript.ch
ƒƒ Fotos: hotelleriesuisse, z.V.g., Alain D. Boillat,
swiss-image.ch_Lucia Degonda, swiss-image.ch_Christof Sonderegger
ƒƒ Druck: Courvoisier-Attinger Arts graphiques SA, Biel
ƒƒ Auflage: 5000 Exemplare (4000 in Deutsch, 1000 in Französisch)
Bern, Mai 2015
PERFO RMAN CE
neutral
Drucksache
No. 01-15-695995 – www.myclimate.org
© myclimate – The Climate Protection Partnership
Farbbildseiten (5/6, 11/12, 17/18, 19/20,
25/26, 31/32) auf Cordenons Flora Anice
Recycling gedruckt
Textseiten (Umschlag, 3/4, 7/10, 13-16,
21-24, 27-30, 33/34) auf Refutura blauer
Engel Recycling gedruckt
hotelleriesuisse – Kompetent. Dynamisch. Herzlich.
Monbijoustrasse 130
Postfach
CH-3001 Bern
Telefon+41 31 370 41 11
Telefax+41 31 370 44 44
[email protected]
www.hotelleriesuisse.ch