Magazin für die Region Bodensee Blumiges vom Rorschach w w w.b lu m en ho f.b lo gs po t.c h 01 03 15 NUMMER Region Rorschach mit Thal, Altenrhein, Staad, Rorschacherberg, Goldach, Untereggen, Mörschwil, Rheineck, Steinach, Tübach, Horn, Wienacht Entwicklungshilfe Sanfter Kampf gegen Malaria . . . . . .ab Seite 4 Das fliegende Museum Alles rund ums Fliegen in Altenrhein . . . . . ab Seite 8 Ein Herz für Glockenklänge «Wenn der Klöppel den Schlagring küsst…» . . . . .ab Seite 20 Frühlingserwachen im Blumenhof Rorschach Wir helfen bei: verstopftem Küchenablauf verstopftem WC-Ablauf Unsere Dienstleistungen: Kanalunterhaltsarbeiten – spülen Schächte saugen Rückstau in der Waschküche Löwenstrasse 57 9400 Rorschach Tel. 071 841 62 72 Fax 071 845 17 35 [email protected] www.kanalprofis.ch Kanal-Inspektion (TV) überschwemmtem Keller (Heizung) Dichtheitsprüfungen überlaufenen Schächten 24-Service / Leitungscheck Patricia Eisenhut Geschäftsführerin 2 | seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Dauerhafte Haarentfernung mit der neusten Technologie schmerzfrei und effektiv! 20% auf jede Behandlung im März! 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Einstein Ihr Post- und Dienstleistungsunternehmen Ihr Post- und Dienstleistungsunternehmen • Postalische Ihr Post- undDienstleistungen Dienstleistungsunternehmen Postalische Dienstleistungen ••Postalische Dienstleistungen Tourismusbüro Tourismusbüro / Internetcorner Papeterieartikel ••Tourismusbüro Verkauf von Bodensee-Erlebniskarten ••Papeterieartikel Papeterieartikel Lebensmittel ••Verkauf von Bodensee-Erlebniskarten Verkauf von Bodensee-Erlebniskarten Dorfstrasse 11, CH-9423 Altenrhein Dorfstrasse Altenrhein Tel. +41 (0)7111, 855CH-9423 19 47, www.postaltenrhein.ch Tel. +41 (0)71 (0)71 855 855 19 19 47, www.postaltenrhein.ch www.postaltenrhein.ch Dorfstrasse 11, CH-9423 Altenrhein Tel. +41 47, Tel. +41 (0)71 855 19 47, www.postaltenrhein.ch PostServicesFelix.indd 1 GOLDACH Te l . 0 7 1 8 4 4 3 0 0 0 www.landigoldach.ch Seniorenfahrzeug „Mobil Comfort HS-559“ SERVICES Altenrhein GmbH Felix Bischofberger «…beim Nuri gibts die besten Kebabs und Dürüms…» Fr. 1995.— POST U NE Fr. 285 0.— Seniorenfahrzeug „Mobil Comfort HS-898“ Bleiben Sie Mobil mit der LANDI. LA N D I ... angenehm anders! GEDANKEN ZUR ZEIT | 3 seeseiten | märz 2015 | nr. 1 EMRK mit der Souveränität der Schweiz nicht mehr kompatibel ? Als 1945 der grosse Krieg zu Ende war und Europa in Trümmern lag, sagten sich die Menschen: «Nie wieder!» und machten sich ans Werk. Wie konnte man den Frieden unter den Völkern für die Zukunft sicherstellen? Man musste zunächst einmal miteinander reden. Das geschah 1949 in London: Dort wurde am 5. Mai der Europarat gegründet. Und in diesem Rahmen ergab sich dann die Idee: «Wir müssen uns auf gemeinsame Werte einigen. Wenn alle das gleiche Bild vom hohen Wert jedes einzelnen Menschen haben, werden wir einander gar nicht mehr bekriegen können.» Und das hat sich ja seither als richtig herausgestellt. Nur ist ein Bild von Werten zu verschwommen, um in der Praxis etwas bewirken zu können. Diese Werte mussten klar definiert werden, in Form von Rechten, die jedem Einzelnen zustehen und die der Staat, in dem er lebt, ihm garantieren muss. So entstand die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK). Inzwischen haben 47 Staaten, darunter auch die Schweiz, dieses Dokument unterzeichnet und somit als verbindlich anerkannt. Das bedeutet, dass 820 Millionen Menschen ihre damit verbrieften Rechte ungehindert wahrnehmen können. Sollte das einmal nicht der Fall sein, so kann jeder dieser 820 Millionen den Europäischen Menschenrechts-Gerichtshof in Strassburg anrufen, der als oberste Instanz entscheidet, ob ein Verstoss gegen die Konvention vorliegt oder nicht. Die RichterInnen werden vom Europarat aus drei Kandidierenden gewählt, die jeder Mitgliedsstaat vorschlägt. Für die Schweiz ist es momentan Helen Keller. Es handelt sich also nicht um «fremde», sondern um gemeinsam ernannte Richter. Wer sie unbedingt als «fremd» bezeichnen will, der bedenke bitte, dass sie das für alle 47 Länder auch wären. Von einer Bevormundung speziell der Schweiz kann keine Rede sein. Allerdings mögen manche Urteile zunächst auf Unverständnis stossen; das liegt daran, dass seit der Entstehung der EMRK Situationen aufgetreten sind, mit denen damals noch niemand rechnen konnte. Sie müssen im Geist der Konvention angegangen werden, auch wenn der Text dazu noch keine spezifischen Artikel enthält. Da wäre zum Beispiel die Frage nach den Rechten gleichgeschlechtlicher Paare; die pränatale Untersuchung auf Erbkrankheiten; die Frage nach dem Verhältnis von Vorschriften der EMRK zu den Bestimmungen neu unterzeichneter Verträge wie Schengen-Dublin. Auch in solchen Fällen muss der Gerichtshof entscheiden, und er tut das mit wegweisenden Urteilen, die den Veränderungen in der Gesellschaft Rechnung tragen und die Menschenrechte ständig erweitern. In letzter Zeit hat er in einigen Fällen für den Einzelnen entschieden und die Schweizer Behörden gerügt. Das ist im Jahr 2013 von 1210 Entscheiden genau neun Mal vorgekommen. Natürlich verfährt er genauso bei den 46 anderen Ländern, die an solchen Urteilen auch keine Freude haben. Aber keines ist bis jetzt auf die Idee gekommen, deswegen gleich die EMRK zu kündigen, wie das neuerdings bei uns vorgeschlagen wird. Gewiss, die Menschenrechte sind weitgehend auch in der Verfassung verankert, aber das ist bei den 46 anderen Ländern auch so. Nochmals: Die EMRK ist eine Wertegemeinschaft, die den Frieden in Europa sichert und die Rechte des Einzelnen auf höchstem Niveau gewährleistet. Man muss sich gut überlegen, ob unser Land sich aus dieser Gemeinschaft verabschieden soll. Denn – es muss einmal so deutlich gesagt werden – einen Vertrag wie die EMRK kündigt man nur, um ungerügt dagegen verstossen zu können. Etwas anderes ist dabei nicht zu «gewinnen». Für die Amnesty-Gruppe Rorschach: Judith Vuillemin, Gallusstr. 6, Steinach IMPRESSUM Druck Seeseiten, Signalstrasse 16, CH-9400 Rorschach www.seeseiten.ch, [email protected] Auflage Redaktion/Leserbriefe Inseratenannahme Seeseiten, Signalstrasse 16, CH-9400 Rorschach Tel./Fax 071 841 27 57 / 50, [email protected] Raiffeisenbank Rorschacherberg 90-2263-4, CH17 8129 6000 0106 2143 9 Nächste Ausgabe Nr. 2/15 (April) wird am 22. 4. 15 verteilt. Redaktionsschluss ist der 13. 4. 15 St.Galler Tagblatt AG, St.Gallen 27 000 Exemplare, brutto in alle Haushaltungen von: Altenrhein, Goldach, Horn, Rheineck, Rorschach, Rorschacherberg, Staad, Steinach, Thal, Mörschwil, Tübach, Untereggen, Wienacht. Erscheinungsweise «seeseiten» erscheint in den Monaten Februar, April, Juni, August, Oktober und Dezember in allen Haus haltungen der Region (auch mit Werbestopp-Kleber). EDITORIAL Gott sei Dank leben wir in einem Land, das seit Napoleon von Kriegen und Wirren verschont wurde. Gut, einverstanden – der Mindestkurs wurde aufgehoben, die Wirtschaft und die Tourismus-Branche sind am Boden zerstört, namhafte Firmen drohen bereits mit Abwanderung, und, fast schlimmer noch, Fasnacht gehört für dieses Jahr der Vergangenheit an – im Grossen und Ganzen sind wir ein einig Volk von Schweizern. Doch zum Glück haben wir noch unsere Fussballfans, über die unsere Presse immer wieder zu berichten weiss. Wie neulich der als Jude verkleidete Luzerner Spassvogel, der dem Ersten St.Galler Staatsanwalt arg zu schaffen macht und die Schweizer Medienlandschaft mit vielen vollgeschriebenen Spalten aufwertet. Nun hat sich der «Möchtegern-Jude» reumütig entschuldigt. Doch aus der Sicht des israelischen Gemeindebundes ist so eine Tat absolut inakzeptabel, wie er im «Echo der Zeit» zu verstehen gab. Staatsanwalt Hansjakob wird nun in einem komplizierten mehrere hundert Seiten umfassenden Bericht den Tatbestand mittels Überwachungskameras analysieren. Die Frage lautet: Wer wurde lächerlich gemacht? Die St. Galler Fans oder die Juden? Eine fast unlösbare Knacknuss – ich bin zuversichtlich, dass sich auch in diesem Fall unser Rechtssystem durchsetzen wird; ein paar Wochen intensivster Recherche mit den bekanntesten Psychologen wird die Schuldfrage klären und den Delinquenten hoffentlich gehörig teeren und federn… Wie lächerlich mutet dagegen die Empörung der ewig Gestrigen an, die sich darüber aufregen, dass über 60 Prozent der 11- bis 14-jährigen Kids regelmässig Pornos übers Internet reinziehen. Sollen die doch froh sein, dass wenigstens unsere Sexindus trie den Eltern und den armen Lehrern die heikle Aufklärungsarbeit abnimmt… Und ausserdem – dieser innovative Wirtschaftszweig generiert jährlich für unser Land einen Umsatz von 50 bis 100 Millionen. Also, wirtschaftlich und erzieherisch alles im grünen Bereich. Kein Grund zur Sorge. In diesem Jahr wird «seeseiten» zehn Jahre alt. «Eins zwei drei im Sauseschritt, läuft die Zeit, wir laufen mit.» An dieser Stelle möchten wir allen von Herzen danken, die mitgeholfen haben, «seeseiten» zehn Jahre zu schenken. Selbstverständlich in erster Linie unseren Inserenten und B. Locher als Gründungsmitglied, welche unser Magazin zehn Jahre lang die Treue gehalten haben. Geschätzte Leserinnen und Leser – geniesst die ersten warmen Sonnenstrahlen und freut Euch am fröhlichen, den nahen Frühling ankündigenden Gesang der vielen kleinen und grossen Schweizer Vögel! 10 Jahre: Ihr Seeseiten-Team 4 | ENTWICKLUNGSHILFE seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Ein St. Galler Ehepaar setzt sich auf den Komoren für die Bekämpfung der Malaria ein Sanfter Kampf gegen Malaria Im Jahr 2010 besuchte Ladina Graf den medizinischen Kurs «Natürliche Medizin in den Tropen» in Deutschland bei Dr. Hans-Martin Hirt, dem Gründer der Firma Anamed. Der Schwerpunkt des Kurses war die Bekämpfung der Malaria mit der Pflanze Artemisia annua anamed A-3 und deren Anbau, Kultivierung, vegetative Vermehrung und Verarbeitung. Die Ferienidylle trügt: Die dichtbesiedelten Komoren gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. I m Frühling 2011 starteten wir, Markus und Ladina Graf, eine Abklärungsreise auf die Komoren, um vor Ort die medizinische Situation und Versorgung besser abklären zu können. Es war offensichtlich, dass Malaria die grösste Gefahr ist und die höchste Todesrate im Land verursacht. Diese Tatsache wurde uns in Gesprächen mit dem Commissair de la Santé bestätigt. Ebenso war es offensichtlich, dass kein Verständnis der Übertragung der Krankheit vorhanden war und somit die Menschen auch nicht in der Lage sind sich zu schützen (zum Beispiel herumliegender Müll ermöglicht tausenden von Anopheles-Mücken die Vermehrung, und fehlende oder falsch montierte Moskitonetze bieten keinen Schutz). Vorneweg ein paar allgemeine Informationen über die Komoren: Die Komoren liegen im Indischen Ozean, zwischen Mosambik und Madagaskar. Sie umfassen drei der vier Hauptinseln des Komorenarchipels. Diese sind Grand Comore, Anjouan und Moheli. Die vierte Insel, Mayotte, ist ein «Übersee-Departe- ment» Frankreichs und wird ebenfalls von der Union beansprucht. Die Komoren wurden 1975 von Frank reich unabhängig und erlebten seither eine politisch instabile Geschichte. Ihre schätzungsweise 750 000 Einwohner sind von gemischter, vorwiegend ostafrikanischer und arabischer Abstammung und grösstenteils Muslime (99,9%). Das Klima ist tropisch und weist eine Durchschnitts temperatur von 27 Grad Celsius aus. Anjouan ist die dritt-dichtbesiedeltste Insel der Welt. Es wird geschätzt, dass sich in zwanzig Jahren die Bevölkerung verdoppelt. Die hohe Arbeitslosigkeit führt zu Auswanderung, vor allem nach Mayotte und Madagaskar. Die Komoren gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Sozialfürsorge und Gesundheitswesen weisen erhebliche Lücken auf. Unterernährung ist einer der Gründe für die hohe Säuglingssterblichkeit (2004: 5,2%). Malaria ist weit verbreitet. 2004 hatte das Land 15 Ärzte pro 100 000 Personen. Vor gut zwei Jahren sind wir aus unserem Heimatland der Schweiz ausgewandert mit dem Ziel, ein Gesundheitsprojekt auf den Komoren, der Insel Anjouan, aufzubauen. Anjouan ist flächenmässig ca. halb so gross wie der Bodensee. Sich auf vierzig Kilogramm Gepäck pro Person zu beschränken ist eine rechte Herausforderung, zumal ein beachtlicher Teil mit Utensilien für unser Projekt gefüllt wurde. Gleich zu Beginn mussten wir den Commissair de la Santé für unser Projekt gewinnen. Business-Plan vorlegen, Budget präsentieren sowie ihn von der Wirksamkeit der Pflanze Artemisia annua anamed überzeugen. Problemlos erhielten wir das Visum für ein Jahr. Malaria: hohe Sterberate Die Malaria lässt jedes Jahr 200 Millionen Menschen erkranken, 630 000 Menschen starben im Jahre 2013 laut der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation). Täglich sterben heute weltweit 1370 Kinder. Für den Menschen lebensgefährlich ist vor allem der Erreger Plasmodium falciparum, diese Form ist auch unter dem Namen «Malaria Tropika» bekannt, und mit dem haben wir hier zu kämpfen. Die Anopheles-Mücke überträgt die Malaria von einem kranken Menschen auf den gesunden Menschen. Arthemisia annua anamed (A-3) zerstört diesen gefährlichen Erreger im Blut der Kranken und verhindert, dass eine Mücke die Krankheit auf Gesunde übertragen kann. seeseiten | märz 2015 | nr. 1 ENTWICKLUNGSHILFE | 5 Beipackzettel ohne Nebenwirkungen: Einheimische der Komoren studieren die Gebrauchsanleitung des «Malariatees». Artemisia annua anamed ist eine Hybridpflanze, eine Kreuzung zwischen der Chinesischen und Vietnamesischen Wildpflanze, gemacht in einem deutschen Labor. Unsere Artemisia annua anamedPflanze wird leider häufig mit dem Wildtyp verwechselt. Der Artemisinin-Gehalt in den Blättern von der Artemisia annua anamed ist jedoch 20-mal höher als der in den Wildtypen. Projekte wie unseres gibt es schon über 170 in 75 verschiedenen Ländern. Eine unabhängige amerikanische Studie der Universität Massachusetts hat bewiesen, dass der Tee, den wir hier produzieren, im Vergleich zu den Pillen mit Artemisinin wirkungsvoller und kostengünstiger ist. Schlussfolgerungen vom Labor für medizinische Zoologie, Institut für Mikrobiologie, Universität von Massachusetts, Amherst, Massachusetts, Vereinigte Staaten von Amerika im Dezember 2012: «In der Tat legen die Ergebnisse nahe, dass die Behandlung mit Artemisia annua wirkungsvoller ist als das im Labor hergestellte Medikament, das sowohl teuer als auch ineffizient ist. Unser Ansatz würde die Kosten der Gesundheitsversorgung drastisch reduzieren, nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in den Industrienationen. Darüber hinaus könnte die Verwendung von Artemisia annua vor Ort umgesetzt werden, ein Plan für die Pflanzenzucht, Verarbeitung und Validierung des Wirkstoffgehaltes wurde in unserem früheren Bericht beschrieben. Dies wiederum könnte grosse, sozioökonomische Impulse für die Entwicklungsländer freisetzen, die die grösste Last der Malaria zu tragen haben.» Ein Tee mit hoher Wirkung Artemisia annua anamed ist die Therapie mit mehreren Polyphenolen und Flavono- iden gegen Malaria. Die Wirksamkeit des Tees basiert auf dem Zusammenspiel von 29 Sesquiterpene und 36 verschiedenen Flavonoiden und ätherischen Ölen. Es ist nicht möglich, eine Resistenz aufzubauen. In den letzten 2000 Jahren wurde nie eine Resistenz gegen eine natürliche Pflanze nachgewiesen. Der Artemisia annua anamed-Tee ist erwiesenermassen effizienter (siehe oben). Zudem erzeugt er keine Nebenwirkungen. Therapie auch für die Ärmsten Unsere Vision ist, dass Malaria therapierbar ist und weiterhin therapierbar bleibt und diese Therapie auch den Ärmsten zugänglich bleibt. Mit unserem Projekt können sie eines Tages unabhängig von aussen ihr eigenes Heilmittel gegen Malaria herstellen. Unser Ziel ist es nämlich, das Projekt in den nächsten Jahren in die Hände der Einheimischen zu übergeben. Wir schulen verschiedene Personen im Anbau der Pflanze, Pflege, Vermehrung (vegetative Vermehrung), Ernte, Verarbeitung und Gewinnung des Teepulvers und der korrekten Anwendung desselben. Zusammen mit unserem einheimischen Supervisor haben wir alle 33 GesundheitsZentren (2 Spitäler, 6 Zentren und 25 Posten) besucht. Fünf Gesundheitsposten waren nur zu Fuss erreichbar. Wir haben insgesamt 4675 km zurückgelegt bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h. Das medizinische Personal wird zuerst über das Projekt informiert sowie über die neue Möglichkeit der Malaria-Bekämpfung und deren Vorteile: keine unangenehmen Nebenwirkungen, keine Resistenzen möglich, keine Übertragung der Krankheit auf unsere Nächsten usw. Auch findet eine Schulung über den medizinischen Verlauf und die Wirkung des Tees innerhalb des Menschen im Blut zyklus statt. Des Weiteren müssen die Ärzte und das medizinische Fachpersonal eine «Fiche de Santé» ausfüllen. Wir möchten damit den Verlauf und die Entwicklung der Malaria im Allgemeinen beobachten und statistische Unterlagen bekommen. Ebenso möchten wir vor allem auch auf «gehäuftes Vorkommen» in bestimmten Regionen reagieren können. Es ist auch die Aufgabe des medizinischen Personals, die Menschen über die Einnahme des Tees genau aufzuklären. Jeder Patient erhält eine umweltfreundliche Papiertüte gefüllt mit dem Tee. Auf diesen sind die Vorbereitung und die Einnahme des Tees für Analphabeten mit Piktogrammen versehen und auf Französisch als auch in Shindzuani (die lokale Sprache) beschrieben. Ein wirkungsvoller Tee statt Chemie Bis heute besuchten wir 66 Dörfer und führten 85 Informationsanlässe durch; so erfahren sie von der neuen Möglichkeit, sich mit dem Artemisia annua anamed-Tee gegen Malaria zu schützen. Wir werden mit viel Wohlwollen in der Bevölkerung aufgenommen und sie ist sehr dankbar für unsere Arbeit. Dass sie sich mit einem Tee kurieren können, passt voll und ganz in ihre Kultur. Noch heute ziehen die Komorer einen Tee aus der Natur einem chemischen Produkt vor, was uns natürlich sehr entgegenkommt. Wir konnten bereits 385 Behandlungen verkaufen, was unsere Erwartungen für das erste Jahr weit übersteigt. 6 | ENTWICKLUNGSHILFE Vision einer Besserstellung für Menschen in Armut Die Zusammenarbeit mit der einheimischen ONG (Hilfswerk) Naipenda und PartnerAid Schweiz ist ausgezeichnet. Wir sind froh und dankbar mit zwei so tollen und professionellen Partnern zusammen arbeiten zu dürfen. Naipenda ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO), eingetragen in Moroni, der Hauptstadt der Komoren. Datum der Gründung ist der 11. April 2012. Die NGO NAIPENDA wurde von Komorern gegründet. Der Verein PartnerAid Schweiz wurde 1988 gegründet und ist ein unabhängiges Hilfswerk für internationale Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe. Unsere Vision: Menschen in Armut soll der Zugang zu Ressourcen ermöglicht werden, der ihnen Perspektiven gibt und zu einer nachhaltigen Verbesserung ihrer Lebenssituation führt. Die Gründer der NGO Naipenda haben den Wunsch, soziale Probleme wie Krankheiten, Analphabetismus, Mangel an angemessenem Wohnraum und Armut entgegenzutreten. Die lokalen Möglichkeiten gegenüber ausländischen Märkten wieder zu stärken. Die NGO dient als Plattform für Projekte von lokaler und internationaler Entwicklung in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft, Umweltschutz, etc., auf Mikroprojekte ausgerichtet, zum Wohle der darbenden Bevölkerung. In Zukunft möchte sich die NGO auch im Sozial-Business engagieren. Präsident: Djaanfar Ahmed Abou. Am 25. November 2014 konnten wir das Büro von Naipenda Comores mit einer sympathischen Zeremonie einweihen. Dies war vor allem auch für Naipenda ein wichtiger Meilenstein. Die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium ist nach wie vor sehr gut. Aber wir haben bei einem letzten Treffen mit den lokalen Ärzten und Verantwortlichen in der Bekämpfung der Malaria herausgefunden, dass sie gewisse Vorschriften der WHO bezüglich der Handhabung in der Bekämpfung der Malaria einhalten müssen. Es gebe da ein gewisses Protokoll, das sie befolgen müssen. So ist ihnen, das behaupten die Ärzte vor Ort, nicht erlaubt, unseren Tee über die Spitäler und Gesundheitszentren zu verkaufen. Die WHO hat hier und allgemein in Afrika ein Monopol bezüglich der Medikamente im Kampf gegen die Malaria. Dieses Protokoll konnten wir aber bis heute nicht einsehen. Wir haben jetzt zusammen mit dem Commissair de la Santé, der uns sehr wohl gesinnt ist, einen Antrag an die WHO gestellt. Wir erklären darin unser Projekt und unsere Ziele und dokumentieren auch all die Vor- teile unserer Pflanze, wie zum Beispiel, dass keine Resistenzen gebildet werden können. Die WHO ist sich der kritischen Situation bezüglich der Resistenzen bewusst. So gab es bereits Resistenzen mit Chloroquine und Mefloquine oder Sulphadoxine und Pyrimethamine (Fansidar) und ebenso mit Artemisenin in Kombination mit einem anderen Präparat, so genannte ACT-Präparate. All diese Resis ten zen sind lebensgefährlich. Bereits heute können vor allem in Afrika aufgrund dieser Resistenzen zu viele Medikamente nicht mehr gebraucht werden. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und bei täglich 1370 Todesfällen bei Kindern müssen wir alle am gleichen Strick ziehen und gemeinsam die Malaria bekämpfen. Wir setzen uns dafür ein, dass unser Projekt von der WHO akzeptiert und anschliessend in dieses Protokoll integriert wird. Dieses Projekt ist bis heute ausschliesslich aus privaten Spenden finanziert worden. Wer sich daran beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen, uns über folgendes Konto zu unterstützen: 90-219-8 der St. Galler Kantonalbank, Partneraid Schweiz, IBAN CH 92 0078 1255 5017 6030 5 mit Vermerk Malariabekämpfung. Weitere Infos unter www.partneraid.ch. Vielen herzlichen Dank für Ihr Interesse seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Blumiges vom Blumenhof Christian Schoch Neugasse 6, Rorschach, T 071 845 25 25 Neues Interieur für den «Blumenhof» Vor einem Jahr wurde ich von Thomas Lanter, dem Inhaber der Schreinerei Lanter in Rorschach, auf meine Faszination für altes Holz angesprochen. Er habe noch einen Stapel Antikholz aus dem Umbau eines Schlosses in der Umgebung an Lager, aus dem sich etwas machen liesse. In Zusammenarbeit mit dem Blumenhofteam und unter kundiger Anleitung von Schreiner Noldi Steinlin ist in den vergangenen Wochen aus den alten, dunklen Balken und Brettern ein neues Interieur für unser Blumengeschäft entstanden. Wir haben gesägt, gefräst, gebürstet und geschraubt. Unser Team war noch nie im Leben so staubig. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Entstanden sind Möbel in einem schlichten, zeitgemässen Design. Es dominieren klare Formen, die das alte, verwitterte Holz noch besser zur Geltung bringen. Die warmen Brauntöne des Mobiliars werden durch das Oliv-grau der Wände noch zusätzlich unterstrichen. Im neu gestalteten Innenbereich wirken die zarten Farben der ersten Frühlingsblumen noch strahlender und die verschiedenen Grüntöne der Zimmerpflanzen entfalten ihre beruhigende Schönheit noch besser. Wir freuen uns jeden Tag über unseren neu gestalteten Arbeitsplatz und wir sind sehr gespannt, wie Ihnen unser gediegenes Interieur gefällt. Schauen Sie doch einfach einmal vorbei. Seien Sie herzlich gegrüsst von Christian Schoch und seinem «Blumenhof»-Team. REGION | 7 seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Musical-Woche «andersch» mit Spiel, Sport, Workshops, Fun & TeensSpecial für Kinder aus der Region zen, vom Scheinwerferlicht geblendet werden und am Schluss einen Applaus geniessen – das und noch viel mehr erleben die Kinder in der Musical-Woche. Die Vorbereitungen laufen jeweils am Nachmittag und Abend im Gebäude der eg-Rorschach, Kirche die bewegt. In den vergangenen Jahren wurden die Musical-Wochen von vielen Kindern aus der ganzen Region sehr gerne besucht und die Aufführungen fanden begeisterten Anklang. Einmal ein richtiger Star sein: Kinder und Jugendliche im Scheinwerferlicht an der letztjährigen Aufführung «ÜBERALL» der eg-Rorschach im Warteggpark. Es ist bereits eine langjährige und beliebte Tradition: die Kindermusicalwoche der eg-Rorschach in der ersten Frühlings ferienwoche. Jeweils 80 bis 100 Kinder aus der Region, vom kleinen Kindergarten bis Ende Oberstufe, erleben eine spannende Woche, gefüllt mit Musik, Singen, Theater, Tanz, Sport, Spiel und Spass. Damit will die eg-Rorschach Begabungen, Gemeinschaft und das Miteinander fördern und eine sinnvolle Freizeitgestaltung anbieten. Es ist ihr Anliegen, Familien zu unterstützen und Kinder ganzheitlich zu fördern. Wie ein Star auf der Bühne auftreten, im Chor mitsingen, Theater spielen, tan- Aufführungen: Samstag, 11. April, um 18 Uhr und Sonntag, 12. April, um 11 Uhr in der eg-Rorschach, im Warteggpark, Rorschacherberg. bei ns sind schon da Über 90 Kids/Tee e Plätze frei! – nur noch wenig Infos und Anmeldung: www.eg-rorschach.ch [email protected] oder Telefon 071 841 28 60 Leben gestalten: Lebenssatt – Grund genug für begleiteten Suizid... Donnerstag, 12. März, 20 Uhr im EKZ, Signalstrasse 34, Rorschach Selbstbestimmt leben und selbst bestimmt sterben? Tatsache ist, dass sich eine Mehrheit der Mitglieder der grössten Sterbehilfeorganisation der Schweiz, Exit, laut einer internen Umfrage genau dies wünscht. Was heisst das für den Einzelnen und die Gesellschaft, wenn sich jemand am Ende seines Lebens sieht und nicht mehr weiterleben möchte? Kommt man als alter Mensch unter Druck, sein Leben ab- kürzen zu müssen, um den Angehörigen nicht mehr zur Last zu fallen? Oder ist die Aussicht auf ein selbstbestimmtes Ende die letzte grosse Freiheit, die einem bleibt, um Leid und Schmerzen zu umgehen oder hinter sich zu lassen? Hausarzt Dr. med. Markus Lüscher und Spitalpfarrer Dr. theol. Pius Helfenstein gehen darauf ein ohne die Antwort vorwegzunehmen, geben Raum für Diskussion und nehmen Bezug auf ihre Erfahrungen. Mit Suppe helfen, eine Aktion der christlichen Kirchen in Zusammen arbeit mit der Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg Geniessen Sie eine währschafte Suppe, zubereitet mit viel Liebe in der HPV-Küche sowie Kaffee und Kuchen an einem unserer Standorte in Rorschach und Rorschacherberg und unterstützen Sie dabei die RomaKindertagesstätte in Durres/Albanien. Materielle Armut, keine Perspektive, Gewalt, Zerfall der Familienstrukturen – das ist das traurige Umfeld für viele Kinder im Romaviertel von Durres. Mitten in diesem Quartier steht jedoch die Kindertages- stätte «Nehemia». Dort werden Kinder im Alter von 4 bis 15 Jahren jeden Tag rundum betreut – sie erhalten etwas zu essen, folgen dem Schulunterricht und werden medizinisch untersucht. Die Feuerwehr und die Kirchen von Rorschach und Rorschacherberg danken Ihnen herzlich! Wann? Samstag, 25. April, von 11.30 bis 14 Uhr. Wo? in Rorschach und Rorschacherberg. Rorschach: Marktplatz, evang. Kirchgemeindezentrum an der Signalstrasse 34, Blumenhüsli an der Goldacherstrasse 20 und im «Treppenhaus» an der Kirchstras se 3. – Rorschacherberg: Kaplanei Wi len-Wartegg, Bierglasmuseum an der Hof strasse 84. Wir wünschen Ihnen «En Guete»! 8 | REGION seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Am Dreiländereck in Altenrhein Das «Fliegende Museum» Das im Dreiländereck gelegene Fliegermuseum Altenrhein ist seit seiner Gründung vor mehr als 20 Jahren zu einer Kultstätte mit dem Schwerpunkt Schweizer Militäraviatik geworden. Rund zweitausend Flugbegeisterte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz besuchen jedes Jahr das Fliegermuseum Altenrhein und lassen sich von den immer noch flugtüchtigen Legenden der Schweizer Luftwaffe faszinieren. Hawker Hunter Mk. 68, Ambri 2013. D ie Idee, an historischer Stätte in Altenrhein ein Museum mit flugtüchtigen Maschinen einzurichten, entstand in den 1980er Jahren in der wiederbelebten Antique Airplane Association of Switzerland (AAA). Deren damaliger Präsident H.P. Köstli und der Vizepräsident Roger Strebel beschäftigten sich erstmals mit dieser Vision. Köstli hatte im Jahre 1984 eine Venom DH-112 aus Liquidationsbeständen der Luftwaffe übernommen. Darüber hinaus bestand die Aussicht, auch in Zukunft solche Flugzeuge mit der Unterstützung des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) flugtauglich erhalten zu können. Zwei Vampire, ein Vampire-Trainer, eine Bücker, eine Piper L4 und die ehemalige Twin Bonanza der FFA Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein AG ergänzten bald die Sammlung. Alle Maschinen waren eng mit der Geschichte des Flugplatzes Altenrhein verbunden. Ein zunächst ins Auge gefasster Neubau für ein Museum musste allerdings aus Kostengründen immer wieder verschoben werden. Nach dem Entscheid des Bundesrates zur Verschrottung der Hawker HunterFlotte, gingen die bis dahin von der Flugund Fahrzeugwerke Altenrhein AG (FFA) in Altenrhein durchgeführten Wartungsaufträge des Militärdepartements verloren. Sehr bald standen die grossen Wartungshallen in Altenrhein leer. Im März 1994 formierte sich der Verein Fliegermuseum Altenrhein (VFMA). Sein Ziel: Zwei Exemplare des legendä ren Kampfjets Hawker Hunter der Nachwelt flugtüchtig zu erhalten. Sie waren dem Museum von der Eidgenossenschaft geschenkt worden. Weitere Besitzer von Flugzeugklassikern waren ebenfalls bereit, ihre wertvollen Maschinen im Museum einzustellen. Dies war für das Fliegermuseum der Anlass, die ehemaligen Hallen der FFA in Miete zu übernehmen. Zur Trennung des Museums vom Liegenschaftsbetrieb wurde die Genossenschaft Fliegermuseum Alten rhein (GFMA) gegründet. Sie errichtete bereits 1997 mit Hilfe von Sponsoren und Genossenschaftern einen Erweiterungsbau. Als einziges Museum dieser Art in Europa zeigt das Fliegermuseum Altenrhein flugtüchtige Exponate, die mehr oder we- REGION | 9 seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Triebwerke für De Havilland Venom und FFA P-16. niger regelmässig geflogen werden. Jedes Jahr tragen sich Vereinsmitglieder für einen Mitflug in einem der Militärjets oder sonstigen Oldtimer in die Warteliste ein. Einige Hundert haben sich schon vom Virus «Fliegen in einem Militärjet» anstecken lassen; manche haben inzwischen ihren x-ten Flug absolviert. Ausser dem Erhalt der Flugtüchtigkeit alter Militärmaschinen verfolgt das Fliegermuseum Altenrhein mit ebenso grossem Engagement die Dokumentation der Geschichte • des Flugplatzes St. Gallen-Altenrhein, • der Dornier Werke GmbH und der Flugund Fahrzeugwerke Altenrhein AG • sowie die Ausstellung von Exponaten der Schweizer Luftwaffe aus der Zeit ihrer engen Zusammenarbeit mit dem Flugplatz Altenrhein; • ausserdem die Würdigung der Ostschweizer Aviatikpioniere. Pilatus PC-7 und Boeing Stearman vor den Churfirsten. Grosse Ausstellungshalle mit Mirage 3S (Vordergrund). Boeing Stearman über dem Walensee. Fotosammlung Eine aus der Gründerzeit stammende Fotosammlung mit 1525 Bildern hat das Fliegermuseum Altenrhein im Jahr 2011 dem Staatsarchiv des Kantons St.Gallen übergeben (www.fliegermuseum.ch). Dieses hat die zum grossen Teil auf fotografischen Glasplatten aufgenommenen Sujets mittlerweile vollständig digitalisiert. Sie zeigen die Entstehung des Flugplatzes Altenrhein und der Dornier Werke GmbH. Unter anderem auch den Bau des legendären Luftschiffs DO-X. Die Aufnahmen sind über die Internetseite des Staatsarchivs einer breiten Öffentlichkeit für Forschungsoder sonstige Zwecke zugänglich: http:// scope.staatsarchiv.sg.ch/suchinfo.aspx Die bisher angemieteten Räume hat das Fliegermuseum Altenrhein inzwischen in Erbpacht übernommen. Jetzt wartet man auf die Genehmigung zum Bau eines grosszügig dimensionierten Neubaus. In diesem soll auch mindestens ein Exemplar des für die Ausmusterung vorgesehenen Kampfjets Northrop F5 Tiger der Schweizer Luftwaffe ausgestellt werden. Harry Rauch 10 | seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Hundesalon – Boutique Hundesalon | Baden | Scheren | Trimmen | Pflegen ob trendy, elegant oder ausgefallen Hundeboutique | alles für den Hund Kaffee-Ecke UHREN UND BIJOUTERIE Hafenplatz, Rorschach Hundefutter www.federerbijou.ch St. Gallerstr. 2 (Avia-Tankstelle) | 9403 Goldach | Tel. 071 840 00 43 Steuererklärung Steuererklärung Steuererklärung Steuererklärung vorzüglicher Kundenservice vorzüglicher Kundenservice Ich komme zu Ihnen nach Hause vorzüglicher Kundenservice Beratung inklusive Ich komme zu Ihnen nach Hause Ich komme zu Ihnen nach Hause vorzüglicher Kundenservice Beratung inklusive Beratung inklusive Ich komme zu Ihnen nach Hause Bifangstrasse 9, 9323 Steinach Beratung inklusive T 071 446 41 50, [email protected] rorschacherstrasse 412 · 9402 mörschwil tel. 071 866 11 39 · fax 071 866 11 64 · [email protected] dach & wand Bifangstrasse 9, 9, 9323 Steinach Bifangstrasse 9323 Steinach T 071 446 41 50, [email protected] Bifangstrasse 9, 9323 Steinach T 071 446 41 50, [email protected] T 071 446 41 50, [email protected] Kanton St.Gallen Weiterbildungszentrum Rorschach-Rheintal Kar r iere gefällig? 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Übrigens: • für den Alphalive-Kurs braucht es kein Vorwissen über die Bibel • der Kurs wird weltweit in den unterschiedlichsten Kirchen und Konfessionen angeboten – ist also offen für alle • weitere Informationen über AlphaliveSchweiz finden Sie im Internet unter www.alphalive.ch Der nächste Kurs beginnt am Dienstag, 28. April um 19.00 Uhr in den Räumen der eg-Rorschach, von Blarer Weg 3 (Wartegg park) Rorschacherberg. Infos und Anmeldung: Therese Lechner 071 840 08 38 / info@eg-rorschach. ch. Wertvolles Dokument entdeckt: Erster Sommerfahrplan der Rorschach-Heiden-Bahn «Bierquelle»-Eigentümer Werner Willi (links) und Wirt Destan Rashiti freuen sich über die hinter den holzgeschindelten Aussenfassaden entdeckten alten Zeitungen. Bei Umbauarbeiten im und am Restaurant «Bierquelle» an der Obereggerstrasse in Heiden wurden zahlreiche, als Isolationsmaterial dienende alte Zeitungen und Werbematerial aus den 1870er Jahren entdeckt. Als wertvolles Dokument ist der erste, ab 1. Juni 1876 gültige Sommerfahrplan der im Herbst 1875 eröffneten Rorschach-Heiden-Bahn (RHB) zu werten. Die Zahnradbahn beförderte damals mit Dampflokomotiven und doppelstöckigen Aussichtswaggons Passagiere vom Boden see ins Appenzeller Vorderland. Peter Eggenberger Wunder der Schöpfung: Explosivster Käfer der Welt Brachinus crepitans (oder explodens) ist ein kleiner Käfer, vielleicht einen Zentimeter lang. Aber wehe, eine Ameise oder eine Spinne attackiert ihn. Dann wird der Bombardierkäfer zum Chemiker und mixt in seinem Hin- Landesweit ein Begriff: Aus für legendäre «Hecht»-Nussgipfel 100 Grad heisses Gift: Wehe , wer ihm zu nahe kommt… terleib einen explosiven Cocktail aus Wasserstoffperoxid und Hydroquinon, angereichert mit Enzymen: eine kleine Bombe, die jeden Fressfeind abschüttelt. So wird das kleine Insekt zum «explosivsten Käfer» der Welt. Nach fast 35jähriger Tätigkeit verabschiedeten sich Hansueli und Gabi Zürcher Ende 2014 von der Bäckerei «Hecht» in Wolfhalden. Einst wurde in Wolfhalden über ein Dutzend Bäckereien gezählt. Überlebt hat einzig der «Hecht» im Dorf, der per Ende 2014 seine Pforten schloss. Sie sind legendär, die «Hecht»-Nussgipfel, auf die jetzt verzichtet werden muss. Von weither kamen Kundinnen und Kunden nach Wolfhalden, um sich mit dieser einzigartigen Spezialität einzudecken, die Ausserrhoder Parlamentarier regelmässig auch ins Bundeshaus brachten. «Die Trennung von der liebgewordenen Arbeit und den treuen Kunden fällt uns nicht leicht. Die Belastung während rund 35 Geschäftsjahren, das spürbar werdende Alter und damit letztendlich Gesundheitsüberlegungen zwingen uns aber zu diesem Schritt», begründen Hansueli und Gabi Zürcher ihren Entscheid. «Leider zeichnet sich bis jetzt keine Nachfolgelösung ab. Die allfällige Übergabe einer Kleinbäckerei samt Café mit all ihren Traditionen ist in der heutigen Zeit nicht einfach», erklärt das Bäcker-Ehepaar, das sich des Danks seiner treuen Kundschaft aus nah und fern gewiss sein darf. Peter Eggenberger 12 | seeseiten | märz 2015 | nr. 1 BAU E N – U M BAU ser ? s a W Kein danke ! Nein l Ich ho n… Haustechnik AG de Paul & Roland Forster Kamorstrasse 5 Sanitär | Heizung | Lüftung Umbauten | Reparaturen Text · Rorschacherberg · St. Gallen Staad Tel. 071 858 58 88 · www.willibauag.ch 9400 Rorschach Tel. 071 841 60 46 Concrete4you Rudolf Dudler AG Kies – Beton – Mörtel Rietlistrasse 1 · 9422 Staad · [email protected] Preiswerte Massivholztische Reitbahnstrasse 36a 9400 Rorschach Telefon 071 841 12 01 Fax 071 855 75 11 www.guebeli-holzbau.ch [email protected] Grösse, Holzart und Form frei wählbar. Wir beraten Sie gerne. GUTMANN PLATTENBELÄGE www.gutmann-plattenbelaege.ch Besuchen Sie uns in unserer Ausstellung! 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Dieses Jahr wird campiert, getanzt, gegrillt und ganz einfach viel gelacht… Mit dem Stück «Camping-Fründe» entführen wir Sie in die Welt der Profi-Camper, Amateur-Grilleure, neugierigen Nachbarn, liebeskranken Italiener und Möchtegern-Pfadfinder. «Wo man campt, da lass dich ruhig nieder…» Das gilt jedoch nur, wenn alle ihren Frieden haben. Die Zuschauer werden unweigerlich in Campingplatz-Gäste verwandelt. W er meint, dass Campen nur im Sommer funktioniert, der irrt gewaltig. Zusammen mit der Ostschweizer Theatergruppe Spielwitz werden die Zelte aufgeschlagen und der Grill eingeheizt. Doch nicht nur die Bühne wird zum Campingplatz, auch neben der Bühne sind die Schauspieler in ihren Rollen anzutreffen und verwandeln damit die Zuschauer zu Campingplatz-Gästen, beispielsweise in der Spielpause. Doch während der Spielzeit ist das Leben auf dem Zeltplatz schön – sommerliche Temperaturen, Sonnenschein und eine Bratwurst auf dem Grill. Herr und Frau Stämpfli geniessen ihre Ferien, wie jedes Jahr, gut gelaunt auf ihrem Stammplatz – zusammen mit ihren Zeltnachbarn, Hauptrollen: Roman Ebneter als Ingo Moser Silvia Giger als Alexandra Moser Kurt Heller als Armin Stämpfli Edith Mühlmann als Gisela Stämpfli Patrik Fischer als Stefan Gerber Hildi Jung als Sandra Gerber Peter Zingg als Markus Wipf Andrea Luchsinger als Karin Wipf Selina Küng als Gina Wipf Eric Aebi als Luca Campanille Severin Pfeffer als Animateur Nebenrollen: Alina Luchsinger, Janice Luchsinger, Annika Fischer, Jasmin Fischer REGION | 15 seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Tournee-Daten, Reservation Goldach Samstag, 7. März 2015,20 Uhr Aula Oberstufen Zentrum Die Theatergruppe Spielwitz lädt Sie ein zu einem unvergesslichen CampingGenuss. Lassen Sie sich überraschen! den Gerbers. Mit der Ankunft der extrovertierten Frau Moser zieht aber erstmals Donnerwetter auf. Sich um jeden Handgriff zu schade, beordert sie ihren Pantoffelhelden für dies und jenes. Erschöpft und langsam an seine Grenzen stossend, erwachen bei ihm langsam, aber sicher Rachegelüste. Als eines Morgens dann auch noch die Familie Wipf ihr Zelt aufschlägt, gerät die friedliche Stimmung noch mehr aus den Fugen. Denn es wird schnell klar, dass Herr Wipf nicht ganz freiwillig Campingferien macht. Degersheim Evang. Kirchgemeindehaus Abendsponsor Hablützel AG Freitag, 13. März 2015,20 Uhr Teufen Lindensaal Samstag,21. März 2015,20 Uhr Mörschwil Gemeindezentrum Freitag, 27. März 2015,20 Uhr Samstag,28. März 2015,20 Uhr Campingbar, Kiosk, Animations-DJ und Türoffnung jeweils eine Stunde vor Spielbeginn. Erwachsene Fr. 28.– / Kinder (bis 15 Jahre) Fr. 14.– Der Vorverkauf startet am 13. Januar 2015. Reservieren Sie sich Ihre Tickets unter www.spielwitz.ch oder per Telefon unter Tel. 071 841 81 01 (Buchhandlung Bigler, Öffnungszeiten: Di–Fr 9.00-11.30 Uhr / 14.00–18.00 Uhr). Während seine Frau und seine Tochter Gina ihren Spass haben, beschäftigt sich der Vater mit der Verfolgung von Platzwart Luca, dem Verehrer von Gina. Zum Unheil des eifersüchtigen Vaters verliebt sich Gina über beide Ohren in den hübschen Platzwart. Es wird immer turbu- lenter auf dem bisher idyllischen Campingplatz. Schon bald ist das Chaos perfekt und es scheint kein gutes Ende zu nehmen – wäre da nicht diese eine Sache, die alles nochmals auf den Kopf stellt. Doch zuviel sei nicht verraten. Trachtengruppe Rorschacherberg: Grosses Waldfest am 25. April Singen, Tanzen, Musizieren Die Trachtengruppe Rorschacherberg will die Trachten erhalten, Volkslied, Volkstanz, Heimattheater und die alten Bräuche pflegen. Im Jahr 1974 wurde unser Verein gegründet. Er zählt heute 44 Mitglieder und besteht aus Chor, Kindervolkstanz- gruppe und Erwachsenentanzgruppe. Die Mitglieder kommen aus Rorschacherberg, Rorschach, Goldach und den umliegenden Gemeinden. Die Trachtengruppe Rorschacherberg ist Mitglied der St. Gallischen und der Schweizerischen Trachtenvereinigung. Das traditionelle Liedergut zu pflegen macht uns Freude. Wir üben jede zweite Woche am Mittwoch um 20.15 Uhr im Schulhaus Wildenstein. Männer und Frauen jeden Alters sind bei uns herzlich willkommen. Unsere Dirigentin gibt ihr Bestes, damit es in unserer Gruppe nie langweilig wird! Verbie sind vierzg gfüllti Jöhrli! Hejoo, es isch gsi gar nöd so gföhrli. Nun stönd mer scho im Zweinullföfzeh, hoffentli bringt’s üs of gueti Weg. Scho hüt machet mer ufmerksam, am 25. April, blieb doch nöd deham. Mer hend im Rorschacherberg es Waldfest planet, mer gönd of sicher, sind drom i de Mehrzweckhalle. Komm tanz mit! Unsere quirlige Tanzleiterin hat uns voll im Griff. In unserer Volkstanzgruppe sind Paare und Einzelpersonen jeden Alters willkommen. Wir tanzen jeden 2. Dienstag um 20.15 Uhr in der Schulanlage Klosterguet. Unsere Kindertanzgruppe steht allen Mädchen und Buben ab der ersten Klasse offen. Für die Kinder ist das Tanzen sehr wertvoll. Die Kindertanzgruppe leistet einen grossen Beitrag im Verein und ist voll integriert. Das Geübte zeigen die Kinder an verschiedenen Anlässen. Die Kindertrachten werden zur Verfügung gestellt. www.trachtengruppe-rorschacherberg.ch Debie sind Jagdhornblöser Hubertus vo St. Galle, dezue singe und tanze mit Chlie und Gross, tüend bueche, es chömet sicher alli in Gnoss. Au Theaterlüüt probet, sind voll im Saft, weret gse, er chönd tanke för Eui Chraft. Mit Tanze und Singe bliibet mer in Schwung, falls Dir das zueseit, öb alt bisch oder jung, meld Dich eifach, oder chumm ofene Sprung. 16 | REGION seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Stadtharmonie Eintracht Rorschach Eintracht sucht den Musicstar «Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an.» Dieses Zitat von E.T.A. Hoffmann vermittelt uns, dass die Sprache an Grenzen stösst, an der die Musik den Part übernimmt und weiter in die Gefühlswelt eindringt. Sprache wie auch Musik wird von Menschen gemacht und Menschen, die die Stadtharmonie Eintracht in der Vergangenheit geprägt haben und auch heute noch prägen, verdanken wir, dass die Eintracht auch noch nach über hundert Jahren für Stadt und Region einen kulturellen Auftrag übernehmen kann. Die Eintracht feiert die hervorragende Platzierung (2. Rang 1. Klasse Harmonie) am Kantonalen Musikfest in Diepoldsau 2014. F rühlingskonzert: Samstag, 25. April 2015 um 20 Uhr im evangelischen Kirchgemeindehaus in Rorschach. Das Frühlingskonzert der Stadtharmonie Eintracht Rorschach steht dieses Jahr unter dem Motto «Eintracht sucht den Musicstar». Gesucht werden Jugendliche und junggebliebene Erwachsene, die Freude an Musik haben und sich gerne auf der Bühne präsentieren. An den beiden Samstagen vom 7. und 21. März 2015 finden die Vor ausscheidungen statt. Die besten fünf Finalisten haben dann die Chance, im ersten Teil des Frühlingskonzertes um den Titel «Musicstar» zu singen. Dem Sieger winken professionelle Aufnahmen im Tonstudio. Im zweiten Teil des Konzertes wartet die Eintracht mit fetzigen Melodien und Rhythmen aus dem neu einstudierten Un- terhaltungsprogramm auf. Der absolute Höhepunkt des Abends werden aber die Auftritte der Sängerin Bettina Müller sein, die von der Eintracht im Big Band Stil begleitet wird. Bettina Müller, bekannt aus der Fernsehsendung «The Voice of Switzerland», wohnt in Rorschach und wird auch in der Jury ihre Stimme vertreten. Bettina Müller, bekannt aus «The Voice Of Switzerland». Aus der Geschichte Im Jahre 2004 durfte die Stadtharmonie Eintracht Rorschach das hundertjährige Bestehen feiern. Die Gründungszeit der Eintracht 1904 fällt in die Hochblüte der Industrialisierung. Industrie, Handwerk und Gewerbe liefen in Rorschach um 1900 auf Hochtouren. Arbeiter aus dem In- und Ausland liessen sich in der Stadt nieder, wodurch die Bevölkerung rasch zunahm. Vor diesem Hintergrund spielte sich die Gründung der Eintracht ab. Der Chronist der Stadtmusik Rorschach beschreibt die Abspaltung einer kleinen Gruppe von Musikanten von der Bürgermusik, wie sich die Stadtmusik damals nannte. Dieser Verein im Verein nannte sich zuerst «Alpenrösli» und später «Eintracht». Aus den sieben Grün- REGION | 17 seeseiten | märz 2015 | nr. 1 dungsmitgliedern entwickelte sich über das letzte Jahrhundert hinweg die heutige Stadtharmonie Eintracht Rorschach. Wie aus der Chronik zu erfahren ist, kämpfte die Eintracht immer wieder mit Mitgliederschwund. Auch heute ist es unser Bestreben, die Register mit jungen Kräften besetzen und ausgleichen zu können. Die Zukunft gehört der Jugend! Wir sind uns bewusst, dass für den Fortbestand der Eintracht die Nachwuchsförderung eine zentrale Rolle spielt. Darum ist es uns ein besonderes Anliegen, vermehrt die Zusammenarbeit mit der regionalen Jugendmusik «Young Winds» zu suchen. Schon im Jahre 2010 wie auch letztes Jahr gestalteten wir das Winterkonzert zusammen mit der Nachwuchsband. Unsere jungen Musikantinnen und Musikanten sind es gewohnt, schon früh eine grosse Verantwortung in musikalischer und menschlicher Hinsicht zu tragen, spielen sie doch schnell eine tragende Rolle im Verein. Diese Verantwortung bringt den jungen Menschen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, das sich im Alltag von grossem Nutzen erweist. Es ist jeweils eine Freude zu sehen und zu hören, wie unser Dirigent Suso Mattle mit Humor und pädagogischem Geschick die jungen Nachwuchstalente zu Höchstleistungen anzuspornen vermag. Und nicht nur die Jungen profitieren von der motivierenden Art unseres Dirigenten, sondern auch die gesetzteren Musikantinnen und Musikanten erleben mitreissende Proben und Konzerte, die animieren, das Beste aus sich und den Instrumenten zu holen. Jahresprogramm 2015 Das Musizieren in der Eintracht soll Spass machen und die Menschen einander näher bringen. Wir möchten eine erfüllende Kameradschaft pflegen und eine angenehme Bereicherung zum oft harten Berufsalltag schaffen. Darum organisieren wir jeweils ein abwechslungsreiches Jahresprogramm, das nicht nur Events im musikalischen Bereich umfasst, sondern auch besondere Erlebnisse ausserhalb des Musizierens erlaubt. Wir treffen uns an der Neujahrsbegrüs sung im Januar und erledigen unsere Geschäfte an der Hauptversammlung Anfang März. Das Frühlingskonzert mit Unterhaltungsmusik im April und das Winterkonzert in symphonischer Richtung im Dezember (dieses Jahr zusammen mit der Brass Band Bürgermusik Untereggen) sind Die Eintracht und die Young Winds vereint am Winterkonzert 2014 unsere musikalischen Höhepunkte. Dazu summieren sich zahlreiche musikalische Verpflichtungen für die Stadt oder auch für andere Vereine, die wir aus Gründen der kulturellen Bereicherung unserer Region mit Freude übernehmen. Als Gastwirt treten wir jeweils am Stadtfest im Juni und am Coop Beach Event im August auf. Vermehrt suchen wir auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen. Im Mai/Juni 2016 sind Unterhaltungskonzerte mit dem Chor über dem Bodensee unter dem Motto «Let’s swing» geplant. Gegenwart Damit ein Verein wie die Stadtharmonie Eintracht Rorschach über hundert Jahre lang existieren kann, dazu braucht es Vereinsmitglieder, die gewillt sind, zusammenzustehen und einander zu unterstützen. Das betrifft nicht nur das musikalische Schaffen, sondern auch die organisatorischen Belange. Der Verein ist kein Schmuckstück, das man zeigen und bewundern kann, sondern ein lebendiger Organismus, der am Leben erhalten werden muss. Unser Verein darf aber nicht nur in sich existieren, sondern muss wandlungsfähig bleiben. Er muss offen für Neues sein und über die Grenzen hinweg denken und handeln. Der Dank gilt all jenen Mitgliedern, die sich ihrer Verantwortung bewusst waren und den Verein als Ergänzung zu ihrem privaten und beruflichen Umfeld mitgestalteten und auch heute noch mitgestalten. Die Stadtharmonie Eintracht Rorschach braucht aber auch die Unterstützung der Bevölkerung in ideeller und auch finanzieller Art. Was wären Konzerte ohne Publikum? Wir sind dankbar für die Unterstützung der Stadt und der verschiedenen Organisationen rund um Rorschach, denn wir benötigen die finanzielle Beteiligung unserer Passivmitglieder, Gönner und Sponsoren, damit die stetig steigenden Ausgaben gedeckt werden können. Unser Musikverein ist in Rorschach und Umgebung fest verankert und bietet in kultureller und sozialer Hinsicht ein beträchtliches Angebot. Nur dank der grosszügigen Unterstützung durch unsere zahlreichen Fans werden wir auch in Zukunft das kulturelle Leben unserer Stadt bereichern dürfen. Weitere Informationen unter: www.eintracht-rorschach.ch. Unsere Bankverbindung: PC 90-148338-7. Ihre Stadtharmonie E intracht Rorschach MODEHAUS Damen- & Herrenmode modisch • elegant • sportlich Hauptstrasse 81 • 9400 Rorschach Tel./Fax 071 845 45 35 18 | DENKPAUSE Denk(…) pause Der folgende Artikel wurde freundlicherweise von der Zeitschrift «idea Spektrum» zur Verfügung gestellt. Botschafter von Gottes Liebe im Bundeshaus Gebet im Bundeshaus Wachablösung der seltenen Art während der Sondersession der eidgenössischen Räte: Annette Walder und Ernest Geiser sind neu «offizielle» Beter im Bundeshaus. Sie ersetzen die verstorbene Maria Wyss und den Westschweizer Jean-Claude Chabloz. Dritter in «Gottes Wandelhallen-Lobby» bleibt Beat Christen. «Im Namen Gottes des Allmächtigen»: Mit diesem Aufruf beginnt die Bundesverfassung. Und im Auftrag dieses Allmächtigen verstehen sie ihren Gebetsdienst: Beat Christen seit 1992, Jean-Claude Chabloz seit 1999, Annette Walder und Ernest Geiser seit 2013. Im Bundeshaus erklärten sie nun, was es für sie heisst, zu Gottes Lobby im Parlament zu zählen. Beat Christen: Den Ausdruck «Lobbyist des lieben Gottes» hat 1979 der Gewerkschafter Ernst Leuenberger geprägt. Er hatte verstanden, dass ich das Reich Gottes im Bundeshaus repräsentieren möchte. Jean-Claude Chabloz: Ich verstand mich hier im Bundeshaus weniger als Lobbyist, sondern als einer, der die Gnade Gottes weitergeben möchte. Ernest Geiser: Ich zähle mich nun zu einer Gruppe, die sich im Bundeshaus einsetzt mit Gebet und Gesprächen und die Gott bezeugen möchte. Annette Walder: Ich möchte einfach eine Botschafterin sein, ein Brief von Gottes Liebe hier im Bundeshaus. Wie haben Sie sich auf Ihren neuen dienst vorbereitet? Annette Walder: Vor allem im Gebet. Gott sagt in den Sprüchen, er wolle Herzen lenken wie Wasserbäche, auch das Herz des Königs. So möchte ich im Gebet dazu beitragen, dass Gottes Wille geschieht. Ernest Geiser: Seit vielen Jahren pflege ich das Gebet für die Obrigkeit. Ich sage seit Langem auch, dass ich in einer Hand die Bibel halten will und in der andern die Zeitung. Dieses Spannungsfeld hat mir stark geholfen in dieser Vorbereitung. seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Auf welches biblische Wort stützen Sie sich? Annette Walder: Zuerst auf 1. Timotheus 2, Verse 1 und 2, wo wir aufgefordert werden, für die Autoritäten zu beten. Dann aber auch auf Sprüche 30, 28 im Sinne der kleinen Eidechse, die in den Königspalästen ist. Ernest Geiser: Ich denke an das Wort von Jesus in der Bergpredigt, wir sollten Salz und Licht der Erde sein (Matth. 5,13–14). Sie gelten laut «Tagesanzeiger» als «exotische Interessenvertreter». Wessen Interessen vertreten Sie denn in erster Linie? Beat Christen: Ich vertrete die Werte des Reiches Gottes. Jean-Claude Chabloz: Ich bin ein Christ, das heisst, dass Christus in mir wohnt. Ich wollte im Bundeshaus immer in erster Linie Jesus vertreten, aber ich vertrat auch die Evangelikalen und das Welschland. Annette Walder: Ich will die Interessen der Bibel vertreten, die Botschaft des Sieges von Golgatha. Ernest Geiser: Ich denke an die Wurzeln unserer Gesellschaft und die christlichen Werte. Dazu haben wir viel zu sagen. Ihre Vision als Gottes Lobbyist im Bundeshaus? Jean-Claude Chabloz: Viele Politiker mögen zu Gott finden. Ich kämpfte nicht für eine Gemeinde oder für eine Partei, sondern für Jesus. Beat Christen: Ich sehe in der Bibel, dass sich ein Volk dann Gott zuwendet, wenn sich die Regierung an Gott wendet. Meine Vision sind darum Politiker, die sich direkt an Gott wenden und mit ihm kommunizieren. Ernest Geiser: Mitten in den Fragen, die hier behandelt werden, möge Hoffnung aufkommen. Gott möge im Bundeshaus die Herzen leiten und führen. Annette Walder: Meine Vision ist, dass hier wirklich mit Gottes Hilfe regiert wird. Als jetzt die Session begann, hat es geklingelt. Da dachte ich: Jetzt wäre doch ein Gebet dran! Der praktizierte christliche Glaube möge wieder eine Selbstverständlichkeit werden in der Politik. Was erwarten Sie von der Präsenz Gottes im Bundeshaus? Annette Walder: Gott hat gute Gedanken und gute Pläne für unser Land. Ich erwarte darum, dass sein Wille geschieht! Er wird auch unsere Politiker benützen, damit sein Heilsplan in unserm Land Realität werden kann. Ernest Geiser: Ich erwarte, dass Gott auch in den Herzen der Politiker gegenwärtig ist und dass die Stimme Gottes gehört wird. Beat Christen: Ich will niemanden hier bekehren. Das ist Chefsache! Ich erwarte, dass Gott selber sichtbar handelt. Jean-Claude Chabloz: Gottes Gegenwart möge uns zurückführen zu unsern Wurzeln und zu unserer Berufung, damit wir auch für andere Nationen zum Segen werden können. Herr Chabloz, welches ist Ihr Fazit zu Ihrem langjährigen Dienst im Bundeshaus? Welche «Frucht» sehen Sie? Jean-Claude Chabloz: Es ist nicht einfach, Früchte zu benennen. Doch es gibt einige Politiker, die Schritte zu Gott hin gemacht haben. So sagte mir ein Parlamentarier, er sei jetzt auf dem Weg zu Jesus. Und es berührt mich, dass vermehrt Kirchen und Gemeinden Interesse zeigen an dem, was wir hier im Bundeshaus für unser Land tun. Gesprächsleitung: Andrea Vonlanthen Sie beten während der Session: Annette Walder (57), Maur ZH, folgt als Beterin auf die nach schwerer Krankheit verstorbene Maria Wyss. Die gelernte Dolmetscherin für Englisch und Russisch leitet das Gebetsnetz Deutschschweiz bei «Gebet für die Schweiz». Zu ihrer Berufung sagt sie: «Selber wäre ich nie auf diese Idee gekommen. Beat Christen hat mich nach dem Tod von Maria Wyss angefragt. Ich sagte zuerst ab, doch er hat insistiert. Gleichzeitig wurde ich auch von anderer Seite angesprochen: ‹Warum gehst du eigentlich nicht ins Bundeshaus?› Ich wollte dann von Gott eine klare Zusage, und er hat sie mir gegeben.» Ernest Geiser (64), Tavannes BE, ersetzt den 72-jährigen Jean-Claude Chabloz aus Vionnaz VS. Der diplomierte Agroingenieur und Theologe ist Pastor in Tavannes. Zu seiner Berufung: «Als ich 20 Jahre alt war und erstmals abstimmen konnte, gab es die grossen Diskussionen um die Zukunft des Berner Jura. Ich habe damals gespürt, wie wichtig es ist, dass man sich mit der Politik beschäftigt und auch dafür betet. Das hat mich geprägt und mir dann auch die Antwort erleichtert, als ich für diesen Dienst angefragt wurde.» Beat Christen (69), bleibt als dritter Beter im Bundeshaus. Seit 1992 in diesem Dienst, wirkt er heute auch als Generalsekretär der Parlamentarischen Gruppe «Christ und Politik». REGION | 19 seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Vor 70 Jahren verstorben – heute immer noch unvergessen Zum Tod von Kräuterpfarrer Künzle Der Schweizer Pfarrer und Naturarzt Johann Künzle (1857–1945) ging als der «Kräuterpfarrer» in die Geschichte der traditionellen Pflanzenheilkunde ein. Am 9. Januar 1945 verstarb der legendäre Kräuterpfarrer Johann Künzle. Als origineller Heilkundiger und Geistlicher ist er bis heute unvergessen. gesichts des erbärmlichen Zustands des Gotteshauses trat er eine dreiwöchige Bettelreise nach Belgien an, wo er das für die Renovation benötigte Geld auftrieb. Lebensretter über dem Walensee Ab 1890 wirkte er in Amden hoch über dem Walensee. Für den Kräuterpfarrer war die unkomplizierte Hilfe als Naturarzt selbstverständlich, zumal der nächste studierte Arzt im fernen Näfels GL wohnte und oft viel zu spät oder gar nicht in Amden eintraf. Mit seinen Methoden profilierte sich Künzle auch hier immer wieder als Lebensretter. Bild: Peter Eggenberger Johann Künzle war ein origineller Mensch und hochverdienter Naturarzt, dessen weiss-wallender Bart sein Markenzeichen war. D er 1857 geborene Johann Künzle wuchs in St. Gallen auf. Vater Anton war Gärtner und Landwirt, und dank ihm kannte der aufgeweckte Knabe schon in frühester Jugend eine ganze Reihe von Kräutern und Pflanzen. Ab 1877 absolvierte er an der Universität Löwen (Belgien) und später am Priesterseminar in St. Gallen das Theologiestudium. Seine erste Stelle als Kaplan trat er 1891 in Mels an. Schwerkranken auf die Beine geholfen Vertieft befasste sich Künzle jetzt mit der Heilkraft der Pflanzen. Doch lassen wir ihn selbst erzählen: «Als Seelsorger kam ich zu vielen Kranken, für die nach dem Dafürhalten der Ärzte keine Hilfe mehr möglich war. Ich nahm dann meine Kräuterkenntnisse zusammen und brachte in vielen Fällen auch Schwerkranke wieder auf die Beine.» Stationen im Toggenburg Von 1883 bis 1885 wirkte Künzle im toggenburgischen Kirchberg. Dann übernahm er die Pfarrei von Libingen. An- Durchbruch in Herisau Ab 1907 betreute er die Katholiken von Herisau. Im punkto freier Heiltätigkeit liberalen Appenzell Ausserrhoden Herisau schaffte Künzle aber auch den eigentlichen Durchbruch zum anerkannten Naturheiler. Wangs und Zizers 1909 trat er die Pfarrstelle in Wangs im St. Galler Oberland an. 1920 entschied sich der jetzt 63-jährige Kräuterpfarrer endgültig für die Naturmedizin. Künzle zog sich nach Zizers GR zurück, wo er Patienten aus aller Welt empfing und heilte. Ecksteinpredigt in Herisau Wie an allen seinen Wirkungsorten blieb Künzle auch in Herisau unver- gessen. Als sich 1936 die neue katholische Kirche im Bau befand, wurde der volkstümliche Geistliche trotz vorgerückten Alters kurzerhand nach Herisau geholt, wo er die Ecksteinpredigt zu halten hatte. Fast 88jährig, verschied der legendäre Kräuter pfarrer am 9. Januar 1945. « Wenn die Menschen das Unkraut nicht nur ausreissen, sondern einfach aufessen würden, wären sie es nicht nur los, sondern würden auch noch gesund. Johann Künzle 20 | PEOPLE seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Glockensachverständiger Timotheus Miros Bättig Sein Herz schlägt für die Glocken Es ist bitter kalt an diesem Morgen des 14. Februar 2015. Franz Kuhn, der Mesmer der Pfarrkirche St. Kolumban, öffnet uns die schwere, eisenbeschlagene Stahltüre zur ehemaligen Schatzkammer und zum Aufgang zur Glockenstube. «Achtung Kopf einziehen!» Die Warnung kommt zu spät – der Aufstieg ist eng. Zehn Glockenschläge später erreichen wir ein kompliziertes Getriebe. Glockensachverständiger Timotheus Miros Bättig neben seiner Lieblingsglocke auf dem Turm der Pfarrkirche St.Kolumban in Rorschach. T imotheus erklärt mir voller Begeis- und Augen auf! In fünf Sekunden schlägt terung: «Das ist das alte Uhrwerk. die Antoniusglocke. Sie hat ein Gewicht Es ist nicht mehr in Betrieb. Die von 1236 kg…» Den Rest kann ich nicht Uhr samt Glocken werden heute per Funk mehr vernehmen. Heiliger Bimbam! – mit modernster Technik angetrieben.» Gerade noch rechtzeitig kann ich meine Es ist faszinierend: Zahlreiche Zahnräder Ohren zuhalten. Der laute Schall durchgreifen ineinander, kleine und grosse, mes- dringt jede Zelle meines Körpers, der Ton singbeschlagen und mit Schmiernippeln schwingt in meinen Kopf und pflanzt sich versehen, steuerten sie früher zuverlässig weiter, hinaus in die Lüfte… und hörbar die Zeit… TiEin anderer Hammer motheus erklärt mir das schlägt unbarmherzig Wenn der Klöppel den Uhrwerk. Schade – die Schlagring küsst, und alle Glocke zwei, die der Heimoderne Technik hat in Glocken voller Harmonie klin ligen Maria Mutter Gottes diesem Getriebe die Zeit gewidmet ist. Dann ist feigen, tritt eine innere Ruhe für immer angehalten. erliche Stille. Zwei Meter Dann sind wir oben ein und ich fühl mich wie im über meinem Kopf hängt angekommen. Majestä- siebten Himmel…» drohend die grösste der tisch und geduldig warten fünf Glocken. «Die heilidie fünf mächtigen Glocken nur darauf, ge Dreifaltigkeitsglocke oder Bürgerglocke dem Städtchen Rorschach die richtige hat ein Gewicht von 4518 Kilo. Sie wurde Stunde zu schlagen. «Vorsichtig, Ohren zu im Jahr 1931 in Staad durch die Glocken- « giesserei Fritz Hamm gegossen.» Ich staune. Timotheus ist ganz in seinem Element. Mit glänzenden Augen versucht er mir ausgiebig und vergeblich beizubringen, mit welchen Tonlagen die verschiedenen Glocken zusammen harmonieren. Erstaunliche Zahl Dann erzählt mir mein Freund, dass er einmal das Gewicht sämtlicher Glocken der drei Kirchen in Rorschach zusammengezählt hat. Dabei ist er auf ein erstaunliches Ergebnis gekommen: Alle Glocken von Rorschach erreichen ein Gesamtgewicht von 33333,3 kg… Ob sich hier die Glockengiesser wohl heimlich abgesprochen haben? Begeisterung für Glocken Timotheus hat schon früh seine Liebe zu Kirchenglocken entdeckt. Schon als fünfjähriger Junge interessierte er sich leiden- PEOPLE | 21 seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Timotheus hat kürzlich sogar eine eigene Firma gegründet! Und eine schöne Fahne gehört dazu… schaftlich für allerlei Glocken mit seinen vielfältigen Tonfarben. «Mein erstes Klang erlebnis hatte ich 1999. Damals durfte ich mit Peter Jehle zusammen auf den Turm der Pfarrkirche St. Kolumban. Das erste Mal diese wunderschönen Klänge der Glocken zu hören, war für mich faszinierend.» Ein anderes Mal war es Timotheus vergönnt, in der Seelenkapelle den Glockenstrang zu ziehen. «Danach rief mich Franz Kuhn, ich solle mal mitkommen. Am Läutcomputer durfte ich punkt zwölf Uhr eigenhändig die Dreifaltigkeitsglocke erklingen lassen.» Die Begeisterungsfähigkeit von Timo ist ansteckend. Seither empfinde ich das Läuten der Kirchenglocken nicht mehr als unangenehm, sondern immer wieder als ein Klangerlebnis besonderer Güte. Ich bin auch dankbar, wenn es wieder vorbei ist... Timotheus Wissen über alle grösseren Kirchen und ihre Klangkörper ist einmalig. Um ihn zu testen, spielte ihm ein Freund 20 Kirchenglocken der näheren Umgebung über Youtube vor. Sein geschultes Gehör liess ihn Glocke um Glocke auf Anhieb nach Name und Gewicht erkennen. 18 Geläute konnte er genau mit den richtigen Tonfolgen den entsprechenden Glocken und ihren Kirchen zuordnen. Ausflug nach Pfeffikon Vor drei Jahren, an einem sehr heissen Sommertag, unternahm ich mit meinem Freund Timotheus einen Ausflug auf dem Motorrad nach Pfeffikon LU, um das Mittagsplenum aufzunehmen. Timotheus hatte die Reise mit Hilfe seiner Schweizerkarte sehr gut vorbereitet. Pfeffikon wäre unmittelbar in der Nähe der Stadt Luzern, dessen war sich Timo ganz sicher. Nach einer wunderschönen Fahrt über den Klausenpass erreichten wir schliesslich Luzern. «Jetzt sind wir bald da», ermunterte mich Timo. In einer halben Stunde müssten wir bei der Kirche sein. Doch kein Wegweiser und kein Schild kündigte uns den gesuchten Ort an. Schliesslich fanden wir über Ein kleiner Teil der umfangreichen, vielfältigen Uhrensammlung. Umwege unser Pfeffikon LU: es befand sich nicht in der Nähe von Luzern, weit geöffnetem Fenster mit den schönssondern genau 35,4 Kilometer weiter an der ten Glockentönen. An besonderen FestGrenze zum Kanton Aargau. Als endlich tagen stellte Timotheus einen Altar mit der Kirchturm auftauchte, war es fast 14.30 einem Kreuz sowie zwei grossen Kerzen Uhr. Doch mein Freund hatte Glück: Um samt Hostienschale auf. Dabei liess er sein 18 Uhr kündigten die Kirchenglocken den Plenum in höchster Lautstärke ertönen, Sonntag an. Dreieinhalb Stunden Warten dass es hin und wieder zu kleineren Reklabedeuten für Timo nicht Langeweile, son- mationen kam. Doch die meisten fanden dern Vorfreude. Während dieser Zeit in- das Läuten grossartig. Leider musste bald spizierte er die Kirche und filmte von innen darauf der Kirchenpräsident der Timo und aussen, und ich machte ein ausgiebiges, theus-Pfarrkirche sein Amt abgeben. «Seiungestörtes Nickerchen auf dem schattigen ne» Kirche wurde wegen Renovation der Grabe des ehrwürdigen Fräuleins Agnes Fassade kurzerhand geschlossen. Arnold, bis endlich das Sonntagseinläuten In eigener Regie der langen Warterei ein Ende bereitete. Timotheus hat bisher schon über 180 Kirchengründung Filme ins Youtube gestellt. Es ist erstaunWie viele Menschen in der Schweiz gibt es, lich – das Fachwissen hat er sich selbst die eine eigene Kirche gegründet haben? beigebracht. Seine Filme schneidet er Timotheus ist einer von diesen. Im Jahre am Computer, beschriftet sie fachmän2008 eröffnete er an der Thalerstrasse in nisch und stellt sie dann ins Internet. Im Rorschacherberg seine eigene Pfarrkirche Youtube ist er als «Willisauer GlockenSt.Timotheus. Eine grosse Uhr, ein Weih- freund» bestens bekannt. Sein Bürgerort wasserbecken, ein schönes Glockengeläute ist Willisau, seine Lieblingsglocke ist die und für die Übertragung ein 100-Watt- Wetterglocke der Pfarrkirche Peter und Lautsprecher – was braucht es mehr? Im- Paul zu Willisau, er trinkt sehr gerne mal mer, wenn der Kirchenpräsident in seiner einen Kafi Träsch mit Original Willisauer Kirche weilte, beschenkte er die Bergler Zwetschgenwasser und knabbert dazu die mittels der Lautsprecherbox stündlich bei harten Willisauer Ringli... Timotheus Miros Bättig Geboren: 24. Juli 1992 • Kindergarten in Flawil • Schule: Wiggenhof, Rorschacherberg • Anlehre als Hauswart im Atelier am Gärtnerweg, Goldach • Seit 2012: Hauswart im Atelier am Gärtnerweg 2008: Gründung der kath. Pfarrkirche St. Timotheus, Rorschacherberg Dezember 2013: Verabschiedung der Pfarrei St.Timotheus mit eineinhalbstündigem Glockengeläute • Hobby: Uhren Berufung: Glockensachverständiger 2014: Gründung des «Kompetenz-Zentrums für Glocken Bättig AG». Der Uhrenliebhaber Neben seiner Tätigkeit als Glockensachverständiger ist Timotheus auch Uhrenliebhaber. Alles was tickt, tackt, gongt und kuckuckt, wird in die Sammlung aufgenommen. In seinem Zimmer und Büro ticken zirka 250 Uhren, 15 Wanduhren schlagen im genauen Abstand von einer Minute den Viertel-, Halb- und Ganzstundenschlag. Auf meine erstaunte Frage, ob er nachts noch schlafen könne, nickt er eifrig. «Nur wenn eine Uhr einmal aussteigt, erwache ich sofort. Sonst pfuse ich wie ein Herrgöttchen!» Willi Nänni 22 | KULTUR seeseiten | märz 2015 | nr. 1 Aufsteigende Band «Starköl» in Rorschach Rocken, was das Zeug hält… Freitag, 13.Februar 21.45 Uhr, im Conrad Sohm Club in Dornbirn: vier Schweizer Rockmusiker gehen auf die Bühne, um ihr Bestes zu geben. Die erste Nummer, ein knallharter Rocksong namens «Hard Ride», macht den Auftakt. Nach dem zweiten Song begrüsst Lead-Sänger Beni das Publikum: «Guätä Obig Conrad Sohm, sind ihr ready für chli Rock’n’Roll ?» nicht, es geht darum, Spass an der Musik zu haben, das Publikum zu begeistern und einfach die Sau raus zu lassen. Erstes offizielles Konzert im «Schweizerhof» in Rorschach Dritter Platz in Dornbirn Die mitgereisten Fans und das heimische Publickum grölen und jollen, und die Hard Rock-Show geht weiter. Nach 30 Minuten Power-Hardrock ist der Auftritt zu Ende, die Musiker bedanken sich beim Publikum und verlassen die Bühne. Anlass für das Konzert war die Vorrunde des österreichischen Rock- und Metal-Wettbewerbs «Metalchamp». Bis nach Mitternacht treten noch weitere Bands auf. Dann ist es soweit, die Sieger des Abends werden genannt. Völlig unerwartet steht die Band Starköl an dritter Stelle! Dank der Unterstützung der mitgereisten Fans und einer soliden Leis tung auf der Bühne qualifizieren sich die Rorschacher Rocker somit für das Viertel finale im Südtirol. Doch wer genau ist die Band Starköl? Um das herauszufinden, gehen wir zurück zum 31. Januar 2013 in eine Scheune im Rorschacherberg. An diesem kalten Win- terabend finden sich Steve Bosshard (Bass), Marc Bosshard (Schlagzeug) und Beni Bruderer (Gitarre und Gesang) zusammen, um über die weitere musikalische Tätigkeit zu beraten. Die drei Musiker spielten schon zuvor einige Konzerte in dieser Besetzung mit Unterstützung von Gastmusikern. Nun machen sie Nägel mit Köpfen, gründen eine richtige Band und nennen sich «Starköl». Dieser Name geht auf die schwedische Bezeichnung für Starkbier zurück. Geprobt wurde zu Beginn in einer Scheune an der Hofstrasse. Mit Verstärkern aus den 60er Jahren beschallten sie die ganze Nachbarschaft. Die ersten eigenen Lieder entstanden und der eigene musikalische Stil wurde entwickelt. Dieser Stil orientiert sich stark an Rock- und Punk-Bands aus den 70er und 80er Jahren, wie «Motörhead», «AC/DC», «Guns’n’Roses» oder den «Ramones». Neben eigenen Liedern spielt die Band auch Coversongs aus den guten alten Zeiten. Ein fixes Ziel verfolgt die Band Feuertaufe im «Schweizerhof» Da Sänger und Gitarrist Beni zum Militär musste und die Band zeitweise nur noch im Gästezimmer der Grosseltern von Steve und Marc proben konnten, wurde die Priorität auf das Songwriting gelegt. Im Frühling 2014 konnte Starköl einen Proberaum in Rorschach nahe der Eisenbahnlinie beziehen und wieder Gas geben. Im Mai 2014 folgte der erste offizielle Auftritt als Gastband beim Frühschoppen im «Schweizer hof» Rorschach. Eine gelungene Feuertaufe. Kurz darauf stiess der Rheintaler Gi tarrist Jaro zur Band und übernahm von da an den Part des Lead-Gitarristen. Der nächste Auftritt fand am «Openair Rock the Wolves» in Wolfhalden statt. Im Herbst zeigte die Band auch ihre soziale Ader und spielte ein Konzert mit akkustischen Gitarren am Herbstmarkt der evangelischen Kirche in Rorschach für einen guten Zweck. Ende Dezember luden die Musiker alle Freunde und Verwandten zu einem Konzert in ihren Proberaum ein, um das Jahr mit lauten Tönen ausklingen zu lassen. Erste EP Kaum war auch Silvester vorbei und das neue Jahr angebrochen, waren die Musiker schon wieder fleissig. Im «Abla MusicStudio» in Rorschach wurde die erste EP aufgenommen, die im Frühling 2015 veröffentlicht werden soll. Eine Woche nach dem Erfolg in Dornbirn spielte Starköl ihr zweites Konzert im «Schweizerhof» in Rorschach, einem Geheimtipp für Rockund Blues-Fans. Nun blicken die vier Musiker in eine spannende und laute Zukunft voller Rock ’n’ Roll. Das nächste bestätigte Konzert findet am 6. Juni 2015 im Pavillon am See in Rorschach statt. seeseiten | märz 2015 | nr. 1 UNTERNEHMEN UNSERER REGION | 23 Wenn der Ehering im Ablauf verschwindet… nigung nicht zu oft beanspruchen muss. An folgende Regeln müsste sich laut Patricia Eisenhut jeder halten: «Beispielsweise sollte kein Fett in den Küchenablauf geschüttet werden. Oder manchmal landet Kinderspielzeug in der Toilette und wird weggespült. Und Katzenstreu gehört in den Abfallsack, aber nicht ins WC.» Nie mehr verstopfte Leitungen: Die hochmodernen Fahrzeuge der Kanalprofis stehen bereit für den Einsatz. D ie Arbeitstage sind sehr abwechslungsreich. Klingelt bei den Kanalprofis das Telefon, muss man immer auf Überraschungen gefasst sein. Beispiele gefällig? Ein Gold-Ehering fiel in einen Lavaboablauf und galt seither als verschwunden. Fünf Jahre nach dem Missgeschick entdeckte ein Mitarbeiter der Kanalprofis während der Ablauf-Reinigung den Ring und übergab ihn der glücklichen Kundin wieder. «Manchmal ruft uns auch die Feuerwehr», erklärt Geschäftsführerin Patricia Eisenhut. So lautete ein Auftrag beispielsweise «Schacht saugen». Dieser vermeintliche Kleinauftrag entpuppte sich als ganztägiger Einsatz. Denn mehrere Boote waren abgebrannt und der angerichtete Schaden sehr gross. Seit Juli 2000 führt Patricia Eisenhut die Firma Kanalprofis. «Derzeit beschäftigen wir zehn Mitarbeiter und einen Lernenden (siehe Box). Wir investieren fortlaufend in neue Technologien, wie zum Beispiel die Anschaffung neuer Fahrzeuge mit Wasserrecycling, um den Frischwasserverbrauch zu reduzieren oder in die Kameratechnik.» Auch die stete Weiterbildung ihres Teams ist der Chefin der Kanalprofis wichtig. Regelmässig finden interne Weiterbildungen und Mitarbeiter-Kurse statt. Denn der Trend zur Digitalisierung macht auch im Kanalreinigungsgeschäft nicht Halt. Wer in der Kanalreinigung arbeitet, muss auch mit Tieren umgehen können. Ratten gehören fast zur Tagesordnung. Doch auch Katzen mussten schon geborgen werden. Patricia Eisenhut: «Eine war in einen Schacht gefallen und wir konnten sie aus ihrer misslichen Lage befreien.» Die grössten Fehler im Haushalt Abwasserleitungen können im Laufe der Zeit durch Ablagerungen verstopfen und zu einem Rückstau oder auch zu einer Überschwemmung führen. Um dem vorzubeugen, empfehlen Fachleute die regelmässige Kontrolle und die Reinigung der Abwasserkanäle. Dies verlängert die Lebensdauer der Anlagen und beugt unerwünschten Schädlingen und Bakterien vor. Natürlich kann jeder Einzelne viel tun, damit er die fachmännische Kanalrei- Regelmässige Rohrreinigung spart Kosten Die Kanalprofis reinigen alle Abwasserrohre einer Liegenschaft und auf dem Grundstück: die Abläufe im Badezimmer oder die des Daches genauso wie den Bodenablauf in der Waschküche oder die Fallstränge, Sicker- und Grundleitungen bis zum Anschluss an die öffentliche Kanalisation. Wer nun denkt, er könne es selbst, soll es probieren. Wichtig ist: Chemische Mittel allein helfen den Rohren wenig. Sie reinigen bestenfalls den Siphon, aber nicht die Leitungen. Die Produkte fliessen meist durch die Rohre hindurch, ohne wirklich ihren Job zu machen und Wirkung zu zeigen. Drähte können abbrechen und im Rohr hängen bleiben. Wer wirklich Kosten sparen möchte, lässt regelmässig alle Lei tungen von Profis überprüfen. Neue Lehre: Entwässerungspraktiker Entwässerungstechnologe Bei den Kanalprofis werden auch Lernende ausgebildet. Seit August 2014 gibt es einen neuen Lehrberuf – den Entwässerungspraktiker / -technologen. «Unser ganzes Team freut sich auf die neue Her ausforderung. Diese Ausbildung ist wichtig, da sie unseren Beruf professioneller und angesehener dastehen lässt», sagt Patricia Eisenhut. Die Ausbildung dauert zwei resp. drei Jahre. Wichtige Voraussetzungen für Interessierte: Er arbeitet gerne mit den Händen, ist teamfähig und zuverlässig. Er arbeitet präzise, ist körperlich fit und sehr flexibel. Zudem sollte er sich auch an den Umgang mit Kunden gewöhnen. Der Beruf gilt eher als Männerdomäne, doch Frauen wären sehr willkommen. Patricia Eisenhut: «Ich würde mich freuen, wenn sich auch mal eine Frau für diese Lehre bei uns bewerben würde.» 24 | seeseiten | märz 2015 | nr. 1
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