Schlösser und Paläste

Schlösser und Paläste
1
Schlösser
und Paläste
Schloss
Palast
Ostseeküste, Ermland und Masuren
Zentral- und Ostpolen
Südpolen
Niederschlesien und Großpolen
Schlösser und Paläste
Ritterliche Vergangenheit
und aristokratischer Luxus
Schlösser und Paläste in Polen sind Zeugnisse der großen, aber
auch wechselvollen Geschichte des Landes. Besichtigungen
gleichen einer faszinierenden Reise durch die Jahrhunderte.
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olen ist ein Land der Schlösser und
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Bauten sind dort zu finden – mal zentral in
der Stadt gelegen, mal versteckt inmitten einer
traumhaften Landschaft. Sie sind ein Spiegelbild
der wechselhaften Geschichte Polens und zählen
zu den größten touristischen Att raktionen des
Landes.
Die Ordensritter bauten im Mittelalter mächtige
Burgen. Polnische und preußische Adelige, große
Landbesitzer und reiche Fabrikherren ließen
sich prachtvolle Schlösser errichten, mit denen
sie Macht und Einfluss zum Ausdruck brachten.
Die Bauwerke sind ein Spiegelbild der Architekturgeschichte – auf gotische Burgen folgten
Residenzen, die vom Stil der Renaissance, des
Barocks oder des Klassizismus geprägt waren.
Immer wieder wurden sie im Stil der jeweiligen
Zeit um- und angebaut. Auch die sie umgebenden Parklandschaften spiegelten die Vorlieben
der jeweiligen Zeit wider. ▶
3
▶ Manche Schlösser und Paläste haben die wechselhaften Ereignisse der
vergangenen Jahrhunderte gut überstanden, andere fielen Naturgewalten oder kriegerischen Auseinandersetzungen zum Opfer, wurden zerstört
und sorgsam wieder aufgebaut. Zu Letzteren gehört das Königsschloss
in Warschau, das nach dem Zweiten Weltkrieg mit großem Einsatz der polnischen Bevölkerung originalgetreu rekonstruiert wurde.
Zahlreiche Schlösser und Paläste geben heute als Museen einen Einblick
in das ritterliche, aristokratische oder großbürgerliche Leben vergangener Jahrhunderte, andere werden als Kultur- und Veranstaltungszentren
genutzt oder sind der Sitz öffentlicher Einrichtungen. In den vergangenen
Jahrzehnten wurden viele historische Schlösser, Paläste und Herrenhäuser
von privaten Investoren sorgsam saniert und in moderne Hotels verwandelt. Gäste können dort nicht nur „schlafen wie die Grafen“, sondern auch
fürstlich speisen oder sich im Wellnessbereich nach allen Regeln der Kunst
verwöhnen lassen.
www.polishcastles.eu
www.en.polska.pl/Castles,and,palaces,11804.html
Schlösser und Paläste
Viele Zeugnisse
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Schlösser und Paläste 7
Malbork
Die größte Backsteinburg der Welt
Der Deutsche Orden errichtete diese gewaltige Festung am
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ie seit 1270 erbaute Marienburg im heutigen Malbork war Sitz der
Hochmeister des Deutschen Ordens, später zeitweilig Residenz polnischer Könige. Seit 1997 gehört die in Pommern gelegene größte
Backsteinburg der Welt dem UNESCO-Weltkulturerbe an. Das in Vorburg,
Mittel- und Hochschloss gegliederte gotische Bauwerk fasziniert bis heute
durch seine schiere Größe, aber auch durch allerlei architektonische Meisterleistungen wie den
Sommerremter im Mittelschloss, dessen Fächergewölbe durch eine einzige Säule getragen wird.
Die mächtigen Mauern, Gräben, Zugbrücken und
Tore sollten die Burg vor Angreifern schützen.
Im Kapitelsaal des Hochschlosses wurden die
Hochmeister des Ordens gewählt und die wichtigsten Entscheidungen gefällt. Die nach den
Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs restaurierte
Marienburg zählt zu den größten Touristenattraktionen im Norden Polens.
zamek.malbork.pl
visitmalbork.pl
malbork.com.pl
www.polen.travel/de/
unesco/
Golub-Dobrzyń
Wo die Ritter ihre Schwerte kreuzen
Die ehemalige Ordensburg ist heute vor allem bekannt als Austragungsort historischer Ritterturniere.
D
ie hoch über dem heutigen Golub-Dobrzyń und dem Fluss Drwęca
gelegene Burg wurde von den Ordensrittern Ende des 13. Jahrhunderts erbaut und erlebte 400 Jahre später ihre Blütezeit als
Residenz von Anna Wasa, der Schwester des polnischen Königs Sigismund
Wasa. Sie ließ die Burg im Stil der Renaissance umbauen. Heute wird die
mächtige vierflügelige Anlage als Museum und lebendiges Kulturzentrum
genutzt. Vor der in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern gelegenen Burg
wird jedes Jahr das größte historische Ritterturnier im Mitteleuropa ausgetragen. Zahlreiche Zuschauer verfolgen gebannt die Gefechte der Ritter
zu Fuß und zu Pferde, die Wettbewerbe im Bogenschießen oder waghalsige
Stunt-Shows. Konzerte und ein mittelalterlicher Markt runden das Spektakel ab. Die Burg bietet Gästen einfache Unterkünfte und ein Restaurant.
www.zamekgolub.pl
Schlösser und Paläste 9
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Reszel
Kunst und Erholung in einer alten Burg
Die ehemalige Residenz der ermländischen Fürstbischöfe ist
heute ein weit über die Region hinaus bekanntes Kulturzentrum.
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ie im 13. Jahrhundert von Ordensrittern erbaute Burg in Reszel
(Rößel) diente später den Fürstbischöfen, den geistlichen und weltlichen Herren des Ermlandes, als Residenz. Schon seit Jahrzehnten
ist die von Wäldern und Seen umgebene Burg ein bekannter Treffpunkt
von Malern und Bildhauern. Die Galerie für zeitgenössische Kunst, heute
eine Zweigstelle des Museums von Ermland-Masuren, zeigt in ihren Räumen
Arbeiten polnischer und ausländischer Künstler. Die vierflügelige Anlage
beherbergt zudem ein Schlosshotel. Die komfortable Einrichtung der Gästezimmer wird durch einige originelle Möbel des bekannten Bildhauers
Bolesław Marschall abgerundet. Das Burgrestaurant verwöhnt die Gäste mit
regionalen Spezialitäten. Bei Veranstaltungen und Konferenzen feiert man
gerne in den unterirdischen Verliesen und auf dem Burghof.
www.reszel.
muzeum.olsztyn.pl
www.zamek-reszel.
com/home-de/
Das Königsschloss in Warschau
Denkmal der polnischen Geschichte
Die ehemalige königliche Residenz wirkt von außen streng und
entzückt umso mehr durch eine reiche Innenausstattung.
D
ie Sigismundsäule vor dem Warschauer Königsschloss erinnert
an Sigismund III. Wasa, der 1596 die polnische Hauptstadt von
Krakau nach Warschau verlegen ließ. Italienische Architekten
planten für ihn ein barockes Schloss am westlichen Ufer der Weichsel.
Seine Nachfahren ließen den Prachtbau am Rande der Altstadt später
umbauen und erweitern. Im Jahr 1791 wurde im Schloss die erste demokratische Verfassung in Europa verabschiedet. Die im Zweiten Weltkrieg
vollständig zerstörte und geplünderte fünfflügelige Anlage wurde seit
den 1970er Jahren mit tatkräft iger Hilfe polnischer Bürger aus dem Inund Ausland wieder aufgebaut. Gemeinsam mit der Warschauer Altstadt
zählt das Schloss heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die prächtigen Innenräume, darunter der Ratssaal, der Große Versammlungssaal oder der
Rittersaal, wurden vollständig im Stil des 18. Jahrhunderts wiederhergestellt und mit wertvollen Gemälden ausgestattet. Das Schloss dient heute
als Museum, wird aber auch für Kunstausstellungen, Konzerte und andere
Veranstaltungen genutzt.
Gemeinsam mit der wiederaufgebauten
Altstadt gehört auch das Warschauer
Königsschloss zum UNESCO-Weltkulturerbe.
www.zamek-krolewski.pl/en
www.zamek-krolewski-panoramy.art.pl
Schlösser und Paläste 13
Plakate
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Schlösser und Paläste 15
Wilanów
Sommerpalast am Rande Warschaus
Am barocken Sommerpalais von Wilanów im Süden Warschaus
endet der Königsweg. Eine der ersten öffentlichen Kunstsammlungen Polens ist dort entstanden.
D
ie barocke Residenz war ein Geschenk von König Jan III Sobieski
an seine Frau Marysieńka. Die barocke Ausstattung glorifiziert die
Siege des polnischen Königs, der als Feldherr 1683 die Schlacht gegen
die Türken vor Wien gewann, und preist die Tugenden seiner Gemahlin. Später
gehörte das Sommerschloss zum Besitz bedeutender polnischer Adelsfamilien.
Stanisław Kostka Potocki gründete dort Anfang des 19. Jahrhunderts eine der
ersten öffentlich zugänglichen Kunstsammlungen in Polen. Willy Brandt nächtigte 1970 vor seinem spektakulären Kniefall im Schloss. Die Anlagen werden
heute museal genutzt. Die Kunstsammlung enthält alte Vasen und chinesisches Porzellan, aber auch Bilder von Lucas Cranach und Peter Paul Rubens.
In der ehemaligen Reithalle befindet sich das weltbekannte Plakatmuseum.
Der im Barockstil angelegte und später umgestaltete Schlosspark lädt zum
Flanieren ein. Eine besondere Pracht ist die Magnolienblüte im Frühjahr.
www.wilanow-palac.art.pl
www.postermuseum.pl/en/
Königlicher Łazienki-Park
Warschaus schönster Garten
Klassizistische Architektur verbindet sich auf wunderbare Weise
mit einem märchenhaften Garten.
D
er Łazienki-Park, der Park der Bäder, liegt am Königsweg, der die Altstadt mit dem Sommerpalast in Wilanów verbindet. Er ist die größte
und schönste Parkanlage Warschaus und die beliebteste Naherholungsfläche der Stadt. Die barocke Gartenanlage war vom polnischen König
Stanisław August Poniatowski 1764 übernommen worden. Er ließ den auf
einer künstlichen Insel gelegenen Palast zur königlichen Residenz umbauen.
Heute können Besucher die historischen Innenräume besichtigen. Spazierwege führen vorbei an Teichen und Bächen zu den im Park verstreuten
klassizistischen Bauwerken. Pfauen präsentieren ihren Federschmuck vor
der Kulisse des im antiken Stil erbauten Theaters. Zu Füßen des Denkmals
für Fryderyk Chopin genießen im Sommer zahlreiche Besucher die Musik
des großen Komponisten.
www.muzeum.warszawa.pl
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König August Poniatowski
lud Künstler und
Intellektuelle in seine
Residenz ein. Bis heute gilt
der Łazienki-Park als ein
bedeutender Ort für das
Kulturleben von Warschau.
www.lazienki-krolewskie.pl
www.nieborow.art.pl
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Schlösser und Paläste 19
Nieborów
Noble Residenz mit zauberhaften Gärten
Das frühere Schloss der Fürsten Radziwiłł beeindruckt durch seine
reiche Ausstattung und wertvollen Kunstsammlungen. Unweit davon
verzaubert der romantische Garten Arkadia die Besucher.
D
as im Osten der Woiwodschaft Łódzkie (Lodsch) gelegene Schloss
ist ein Meisterwerk des Architekten Tylman van Gameren. Lange
Zeit befand sich die von einem Barockgarten umgebene Residenz im
Besitz der Familie Radziwiłł. Wie die bedeutende polnische Magnatenfamilie
dort einst lebte, können Besucher beim Gang durch die prachtvoll ausgestatteten Schlossräume erahnen. Stilmöbel und Kunstwerke des 17. bis frühen
20. Jahrhunderts sind dort ausgestellt. Michał Piotr Radziwiłł gründete 1881
neben dem Schloss eine Majolika-Manufaktur, deren dekorative Keramiken
sich großen Interesses erfreuten. Bis heute wird die Tradition der Keramikherstellung dort gepflegt. Unweit von Nieborów ließ Helena von Radziwiłł
Ende des 18. Jahrhunderts ihr Arkadia anlegen, einen romantischen Landschaftspark im englischen Stil, der bis heute zu den bedeutendsten Werken
der Gartenkunst in Europa zählt.
Janowiec Lubelski
Malerische Ruine an der Weichsel
Unweit des bekannten Renaissance-Städtchens Kazimierz Dolny
erheben sich am anderen Ufer der Weichsel die Ruinen des
Schlosses von Janowiec.
A
m Bau der mächtigen Weichselfestung in der Woiwodschaft Lubelskie
(Lubliner Land) waren bedeutende Architekten wie der Italiener Santi
Gucci und der Niederländer Tylman van Gameren beteiligt. Die leuchtend weiße Schlossruine bildet heute die stimmungsvolle Kulisse für Filme
und Kulturveranstaltungen. Teile des einstigen Renaissancebaus wurden saniert. Dort zeigt das Muzeum Nadwiślańskie eine Ausstellung zur Geschichte des Schlosses. In der Nähe wurden einige regionaltypische Holzbauten
versammelt, die ebenfalls vom Museum genutzt werden. In einem mehr als
100 Jahre alten Speicher wird eine ethnografische Ausstellung gezeigt, eine
Scheune aus der gleichen Zeit für Konzerte und Theateraufführungen genutzt.
Ein Adels-Gutshof des 18. Jahrhunderts ist mit Möbeln der damaligen Zeit
ausgestattet. Janowiec Lubelski liegt inmitten eines touristischen Dreiecks,
das aus den Orten Puławy, Kazimierz Dolny und Nałęczów gebildet wird.
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www.kazimierzdolny.eu
Białystok
Das polnische Versailles
Mit seiner reich verzierten Fassade, den luxuriösen Gemächern
und einem barocken Park gilt der nach französischem Vorbild
entstandene Palast von Białystok als das polnische Versailles.
Der Palast wird heute von der renommierten
Medizinischen Universität Białystok genutzt.
In den Innenräumen befindet sich ein
Medizin- und Pharmaziehistorisches Museum.
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D
er unweit des Marktplatzes gelegene Palast der Familie Branicki
wurde Ende des 17. Jahrhunderts durch den königlichen Hofarchitekten Tylman van Gameren errichtet. Er wird heute von der
Medizinischen Universität genutzt, steht aber für Besucher offen. Bei
Führungen kann man neben den repräsentativen Palasträumen auch den
historischen Keller sowie die Sammlungen des Museums zur Geschichte
von Medizin und Pharmazie besichtigen. Der symmetrisch angelegte Park
mit einem Netz von Alleen, herrlichen Blumenbeeten, Springbrunnen, Pavillons und antiken Skulpturen lädt zu Spaziergängen ein. Die weitläufige
Parkanlage bildet im Sommer die stimmungsvolle Kulisse für zahlreiche
Veranstaltungen.
www.umb.edu.pl
www.ogrodbranickich.bialystok.pl
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Schlösser und Paläste 25
Das Lubliner Schloss
Schauplatz der Weltgeschichte
Auf einer Anhöhe am Rande der Lubliner Altstadt erhebt sich das
Schloss, in dem 1569 die Union von Polen und Litauen besiegelt
wurde.
I
n der ehemaligen königlichen Residenz wurde Geschichte geschrieben.
Im Jahr 1569 wurde dort die polnisch-litauische Adelsrepublik gegründet, damals einer der mächtigsten Staaten in Europa. Große Teile
des Schlosses wurden im 19. Jahrhundert im neogotischen Stil neu gebaut
und dienten fortan als Gefängnis. Heute beherbergen die Räume die wertvollen Kunstsammlungen des Lubliner Stadtmuseums. Aus den Anfangszeiten
des Schlosses blieben der romanische Turm mit seinen mächtigen Mauern
sowie die kleine gotische Dreifaltigkeitskapelle erhalten. Sie ist mit einzigartigen Wandmalereien im byzantinischen und altrussischen Stil geschmückt.
Nur wenige Schritte sind es von dem repräsentativen Schloss in die lebhafte
Altstadt mit ihren lebendigen Gassen.
www.zamek-lublin.pl
Kozłówka
Museum des sozialistischen Realismus
Neben Malereien und Skulpturen, wertvollen Möbeln sowie Glas,
Keramik und Silber beherbergt das Schloss von Kozłówka auch
eine Galerie des sozialistischen Realismus.
L
enin, Stalin und andere sozialistische Führer, heldenhafte Arbeiter
und Soldaten haben im ehemaligen Wagenschuppen des Schlosses von
Kozłówka ihren Ruhesitz. Die einzigartige Galerie des sozialistischen
Realismus versammelt rund 1.600 Arbeiten aus der Abteilung Agitation und
Propaganda und wirft damit einen Blick auf die Anfangszeit der ehemaligen
Volksrepublik Polen. Einen Kontrast dazu bilden die prachtvollen Innenräume des Schlosses mit ihrer weitgehend im Original erhaltenen Ausstattung
aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Das nördlich von Lublin gelegene Schloss wurde Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut und ist von einer eleganten Parkanlage umgeben. Es zählt zu den am besten erhaltenen Residenzen
in Polen.
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www.muzeumzamoyskich.pl
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(Heiligkreuz).
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Krzyżtopór
Ein Kalender als Bauplan für ein Schloss
Vor dem Bau von Versailles galt Krzyżtopór als größter Palast
in Europa. Sein Besitzer wollte damit Macht und Reichtum
demonstrieren.
I
m Namen des Palastes finden sich die beiden Symbole des Wappens der
Ossoliński-Familie, „krzyż” (Kreuz) und „topór” (Beil). Beim Bau der frühbarocken Anlage orientierte sich sein Besitzer an den Eckdaten eines
Kalenders. Die vier Basteien stehen für die vier Jahreszeiten, die Zahl der
großen Säle entsprach der Zahl der Monate, die der kleineren Räume der
Wochenzahl. Der Palast hatte so viele Fenster wie das Jahr Tage. Krzysztof Ossoliński wollte damit seinen Reichtum zur Schau stellen, und so gab
es sogar im Pferdestall Kristallspiegel sowie Krippen aus Marmor. Seinem
Besitzer brachte der Palast wenig Glück, er starb bereits ein Jahr nach Fertigstellung, sein einziger Nachfahre fiel wenig später in einer Schlacht, das
Bauwerk wurde bald darauf von schwedischen Truppen stark zerstört.
www.swietokrzyskie.
travel/de/
www.krzyztopor.org.pl
Kurozwęki
Ein Hauch von Wildem Westen
Das Restaurant des Schlosshotels bietet als besondere Spezialität
Bisonfleisch. Die Tiere weiden gleich in der Nähe.
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olens Wilder Westen liegt in der Woiwodschaft Świętokrzyskie
(Heiligkreuz). Nahe dem Schloss von Kurozwęki weiden rund 80 amerikanische Bisons, die Besucher bei einer Bison-Safari per Jeep oder
Planwagen aus nächster Nähe beobachten können. Wertvolle Araber-Pferde
stehen für Ausritte zur Verfügung. Ein Höhepunkt ist das jährliche Festival
„Wilder Westen in Kurozwęki“ mit Reitkunstvorführungen, Bogenschießen
Bullenreiten und anderen Attraktionen. Eine weitere Attraktion für Besucher
ist das riesige Maislabyrinth. Das 600 Jahre alte Schloss mit seiner Fassade im
Stil von Barock und Renaissance beherbergt ein kleines Museum und bietet
komfortable Gästezimmer. Zu den Spezialitäten des Hotelrestaurants gehört
Bisonfleisch von der eigenen Herde.
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www.kurozweki.com
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Chęciny
Ruinen mit großer Vergangenheit
Die drei majestätischen Türme der Burgruine sind ein weithin
sichtbares Wahrzeichen der Woiwodschaft Świętokrzyskie
(Heiligkreuz).
D
ie im 13. Jahrhundert errichtete Burg
wurde in späteren Jahrhunderten zum
Schloss ausgebaut und als königliche
Residenz genutzt, diente aber zeitweilig auch
als Gefängnis. Die durch Brände und feindliche
Angriffe zerstörte Anlage ist heute ein beliebtes
Ausflugsziel für Touristen in der Region. Charakteristisch für die Anlage sind der viereckige Turm
und die beiden runden Basteien, deren Spitzen
aus Ziegelsteinen geformt sind. Vor der Burgruine
fi nden in den Sommermonaten zahlreiche Veranstaltungen statt. Unweit der Burg liegt mit der
berühmten Tropfsteinhöhle Raj (Paradies) eine
weitere Attraktion der Woiwodschaft.
www.zamekcheciny.pl
www.zamki.res.pl/checiny.htm
Schlösser und Paläste 33
Schlösser und Paläste 35
Wawel
Symbol der polnischen Geschichte
Die Wawel-Anhöhe mit Königsschloss und Kathedrale ist eine
der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Kraków (Krakau).
I
m Wawelschloss hoch über der Weichsel
residierten seit dem 11. Jahrhundert die
Könige Polens. Auch nach der Verlegung der
Residenz nach Warschau im Jahre 1611 wurden
Polens Herrscher dort gekrönt. In der Krypta
der Kathedrale fanden sie sowie viele andere
bedeutende Persönlichkeiten des Landes ihre
letzte Ruhestätte. Der als Weltkulturerbe der
UNESCO geschützte Wawel ist ein Symbol für die
mehr als tausendjährige Geschichte Polens. Seine
heutige Form im Stil der Renaissance erhielt das
Schloss im 16. Jahrhundert. Ein Rundgang führt
Besucher durch die privaten Königsgemächer
und Repräsentationsräume, in die Schatzund Waffenk ammer sow ie zur wert vollen
Sammlung von flämischen Wandteppichen aus
dem 16. Jahrhundert. Der Schlosshof mit seinen
herrlichen Arkadengängen wird im Sommer für
Klassikkonzerte im Freien genutzt.
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www.wawel.krakow.pl/en/
Baranów Sandomierski
Perle der polnischen Renaissance
Die Anlage in der Woiwodschaft Podkarpackie (Karpatenvorland)
zählt zu den schönsten Renaissancebauten des Landes und wird
heute als Hotel genutzt.
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ach Plänen des bedeutenden italienischen Architekten Santi Gucci
entstand Ende des 16. Jahrhunderts unweit der Weichsel ein prachtvoller Palast im Stil der Spätrenaissance. Nach dem Vorbild des
Krakauer Wawelschlosses wurde der Innenhof mit seinen Arkadengängen
angelegt. Vier runde Basteien markieren die Begrenzungen der vierflügeligen Schlossanlage, die von einem barocken Park umgeben ist. Neben den
historischen Innenräumen können Besucher auch eine geologische Ausstellung sowie archäologische Objekte besichtigen. Eine besondere Attraktion ist
die nächtliche Führung bei Kerzenlicht. Ein Teil der Schlossräume wurde in
komfortable Hotelzimmer verwandelt. Weitere Gästezimmer stehen in einem
Nebengebäude zur Verfügung.
www.baranow.com.pl/de
Schlösser und Paläste 37
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www.zamek-lancut.pl
Schlösser und Paläste 39
Łańcut
Musik erfüllt den Palast
Eine der herrlichsten aristokratischen Residenzen in Südpolen
verwandelt sich regelmäßig in ein Konzerthaus der Extraklasse.
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in Spaziergang durch die mit stilvollen Möbeln vergangener Jahrhunderte ausgestatteten Säle des Schlosses gleicht einer faszinierenden
Reise in eine andere Zeit. Die barocke Residenz von Łańcut in der
Woiwodschaft Podkarpackie (Vorkarpatenland) ist mit den Namen von
einigen der bedeutendsten polnischen Adelsfamilien verbunden. Unter
der Füstin Izabela Czartoryska entwickelte sich das Schloss zu einem der
wichtigsten gesellschaftlichen Zentren im damaligen Galizien. An die jahrhundertealte Musiktradition knüpft das Musikfestival im Schloss und Park
von Łańcut an. Das gesamte Anwesen wird heute als Museum genutzt.
Neben den Schlossräumen selbst ist vor allem der ehemalige Pferdeschuppen mit einer der weltweit größten Sammlungen von Pferdekutschen
sehenswert. In der ehemaligen Synagoge befindet sich heute die jüdische
Sammlung des Schlossmuseums.
Wiśnicz Nowy
Palazzo in fortezza
Die mächtigen Rundtürme des Schlosses von Nowy Wiśnicz
lassen erahnen, dass der Bau nicht nur repräsentativen Zwecken
diente, sondern auch der Verteidigung.
D
ie Geschichte des Schlosses von Wiśnicz reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die Befestigungen wurden Anfang des 17. Jahrhunderts
noch einmal verstärkt und das Schloss von einer modernen Bastion
umgeben. Insgesamt 80 Kanonen dienten dem Schutz der Anlage, die Vorräte
sollten reichen, um einer dreijährigen Belagerung standzuhalten. Dennoch
fiel der Bau 1655 kampflos an schwedische Truppen, die dort wüteten. Nach
dem Wiederaufbau diente das in der Woiwodschaft Małopolska (Kleinpolen)
gelegene Schloss weiter als Residenz bedeutender polnischer Adelsfamilien.
Vor einigen Jahren hat die Gemeinde die Gebäude übernommen und dort
ein historisches Museum eingerichtet. Bei Ritterturnieren und höfischen
Tänzen lebt die Vergangenheit wieder auf.
www.zamekwisnicz.pl
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www.czorsztyn.com
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Schlösser und Paläste 43
Niedzica und Czorsztyn
Burgromantik am Stausee
Als die mittelalterlichen Burgen von Niedzica und Czorsztyn
entstanden, wand sich zu ihren Füßen noch ein kleiner Fluss – heute
liegen sie am Rande eines riesigen Stausees.
U
nweit der Burg von Niedzica staut eine riesige Mauer das Wasser
des Dunajec-Flusses. Der so entstandene Czorsztyn-Stausee dient
nicht nur dem Hochwasserschutz und der Elektrizitätsgewinnung,
sondern ist auch ein beliebtes Naherholungsgebiet. Von der Spitze des Burgfrieds reicht der Blick über den See auf den Höhenzug des Pieniny-Gebirges.
Die mittelalterliche Grenzfeste ist gut erhalten. In einem Teil der Räume
werden Exponate zur Geschichte des Schlosses, archäologische Funde
und eine Folterkammer gezeigt. Verbunden ist das Schloss mit einer Legende
um einen Schatz der Inkas, den ein Nachfahre des nach Peru ausgewanderten früheren Schlossbesitzers dort versteckt haben soll. Von der Anlegestelle
bei Niedzica verkehren Ausflugsboote zur romantischen Burgruine von
Czorsztyn am anderen Ufer des Sees.
Krasiczyn
Visionen von der Ordnung der Welt
In der Architektur des Renaissanceschlosses spiegelt sich das
Weltbild seines früheren Besitzers wider.
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ier runde Basteien bilden die Begrenzungen der vierflügeligen
Schlossanlage und symbolisieren die Säulen der Macht. Die „göttliche Bastei“ ist mit einer Kuppel bedeckt und enthält eine Kapelle.
Die Attika der Papstbastei hat die Form einer Krone, wie sie von den Oberhäuptern der katholischen Kirche getragen wurde. Die Königsbastei, die von
sechs Türmchen bekrönt ist, wirkt wie ein Schloss im Schloss und beherbergte die Königszimmer. Die Adelsbastei trägt eine typisch polnische Attika mit
vielen schlanken Türmchen. Sgraffitos zieren die Außenwände des unweit
von Przemyśl in der Woiwodschaft Podkarpackie (Vorkarpatenland) gelegenen Schlosses. Im großen, von einem Arkadengang umgebenen Hof finden
häufig Veranstaltungen statt. Im Schlosspark sind Bäume und Pflanzen aus
allen Teilen der Welt versammelt.
Schloss Krasiczyn liegt nur 10 km von Przemyśl entfernt,
einer Kleinstadt nahe der polnisch-ukrainischen Grenze
mit einer reichen kulturgeschichtlichen Vergangenheit.
Schlösser und Paläste 45
www.krasiczyn.com.pl/de
Pieskowa Skała
Renaissancepracht zwischen Kalkfelsen
Von den mittelalterlichen Burgen auf der „Route der Adlerhorste“
blieb nur Pieskowa Skała erhalten – zwischenzeitlich verwandelt
in ein Renaissanceschloss.
www.pieskowaskala.pl
www.orlegniazda.pl
Schlösser und Paläste 47
A
ls ehemalige Wehrburg diente sie dem Schutz der Grenze zwischen Polen und Schlesien und des Handelswegs zwischen Krakau
und Breslau. Im 16. Jahrhundert wurde das gotische Bauwerk in ein
herrliches Renaissanceschloss verwandelt. Malerisch erhebt es sich zwischen
Kalkfelsen des Krakau-Tschenstochauer Jura. Der Arkadenhof wurde dem des
Krakauer Wawelschlosses nachempfunden, weshalb Pieskowa Skała gerne
auch als „Kleiner Wawel“ bezeichnet wird. Die repräsentativen Schlossräume
beherbergen seit 1970 einen Teil der Sammlungen der Krakauer Residenz.
Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten sind ab 2016 wieder europäische
Kunstwerke aus dem 15. bis zum 19. Jahrhundert zu sehen. In unmittelbarer
Nähe des Schlosses reckt sich majestätisch die 25 Meter hohe Herkuleskeule
in die Höhe. Der Monolith gehört zu den ungewöhnlichsten Felsformationen
im Nationalpark des Krakau-Tschenstochauer Juragebirges.
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Polen präse
www.zamek-ogrodzieniec.pl
www.park-ogrodzieniec.pl
Schlösser und Paläste 49
Ogrodzieniec
Das Mittelalter wird lebendig
Auf dem höchsten Gipfel des Krakau-Tschenstochauer Jura türmen
sich die imposanten Ruinen der ehemaligen Wehrburg.
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ie auf etwa 515 Meter Höhe gelegene Burg von Ogrdodzieniec ist eine
der wichtigsten Stationen auf der „Route der Adlerhorste“. Dieser
Wanderweg führt entlang einer Kette mittelalterlicher Wehrburgen,
die zum Schutz der polnischen Grenze und der Handelswege im KrakauTschenstochauer Jura gebaut wurden. Die malerische Ruine ist ein beliebtes
Fotomotiv und bot bereits mehrfach die Kulisse für Filmaufnahmen. Das aus
weißem Kalkstein errichtete Bauwerk passt sich der Farbe und Form der
kahlen Felsen an. Einen starken Kontrast bildet das Grün der umliegenden
Wiesen. Die während der polnisch-schwedischen Kriege mehrfach zerstörte Burg ist heute als romantische Ruine ein beliebtes Ausflugsziel. In den
Sommermonaten wird bei Ritterturnieren das Mittelalter wieder lebendig.
Die Felsen ringsum ziehen zahlreiche Kletterfreunde an.
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Pszczyna
Ein Besuch bei Telemann
Anfang des 18. Jahrhunderts wirkte Georg Philipp Telemann als
Kapellmeister auf Schloss Pless. An den berühmten Komponisten
erinnert eine Konzertreihe im Spiegelsaal des Schlosses.
D
as in der Woiwodschaft Śląsk (Schlesien) gelegene Schloss von
Pszczyna (Pless) gehörte seit Mitte des 19. Jahrhunderts den Grafen
von Hochberg und Pless, die es nach französischem Vorbild im
neobarocken Stil umbauen ließen. Das Schlossmuseum zeigt heute die weitgehend erhalten gebliebene Inneneinrichtung der damaligen Zeit. Zu sehen
sind auch die Räume, die der deutsche Kaiser Wilhelm II. während des Ersten
Weltkriegs zeitweilig bewohnte. Eingebettet ist das Schloss in einen großen
Park, der im Stil eines romantischen Gartens angelegt wurde. Gepflegte Spazierwege führen vorbei an Bächen und Seen sowie zu dem chinesischen Tor
oder dem Teepavillon. An den Schlosspark schließt sich das Grün des örtlichen Golfplatzes an. Am Rande des Parks befindet sich ein Wisentgehege, das
schon zu Zeiten der Grafen von Hochberg und Pless gegründet worden war.
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Schlösser und Paläste 51
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www.slaskie.travel/de-DE
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Schlösser und Paläste 53
Gołuchów
Ein „Loire-Schloss“ in Großpolen
Die Besitzerin Izabela Działyński hatte eine Vorliebe für die französische Kultur und schuf sich ihr kleines Stück Frankreich in Gołuchów.
M
it seinen spitzen Türmchen und steilen Schieferdächern erinnert
es an die berühmten Schlösser der Loire. Tatsächlich wirkten Architekten und Künstler aus Frankreich beim Umbau des Schlosses
Gołuchów mit. Wo einst bedeutende polnische Adelsgeschlechter lebten, empfängt heute eine Zweigstelle des Nationalmuseums von Poznań (Posen) seine
Besucher. Zu sehen sind die repräsentativen Schlossräume sowie Teile der umfangreichen Kunstsammlung der früheren Besitzer, darunter eine große Zahl
antiker Vasen. Das Schloss umgibt ein 162 Hektar großer Park im englischen Stil.
Mit insgesamt 1.500 verschiedenen Arten von Bäumen und Sträuchern gilt er als
größter dendrologischer Garten der Woiwodschaft Wielkopolska (Großpolen).
www.mnp.art.pl/en/museum/branches/
goluchow-castle-museum/
Książ
Die Perle Niederschlesiens
Nach der Marienburg und dem Wawel ist Książ (Fürstenstein) das
drittgrößte Schloss in Polen. Verbunden ist es besonders mit dem
Namen der Prinzessin Daisy, einer schillernden Persönlichkeit.
D
ie imposante Anlage thront auf einem Hügel am Rande von
Wałbrzych (Waldenburg). Die Geschichte des Schlosses reicht zurück
bis ins 14. Jahrhundert, später wurde es immer wieder erweitert und
umgebaut. Unter Daisy von Pless war Schloss Fürstenstein ein Treffpunkt der
europäischen High Society. Die britische Adelige hatte 1891 den damaligen Besitzer des Schlosses, Hans Heinrich von Pless, geheiratet. Durch ihr soziales
Engagement erfreute sie sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung. Bei einer
Führung durch Schloss und Park können sich Besucher auf die Spuren der
schillernden Lady begeben. Zu sehen sind bei dem Rundgang auch die prachtvollen barocken Repräsentationsräume des Schlosses. Auf dem weitläufigen
Gelände des Schlosses gibt es heute mehrere Hotels. Die herrschaft lichen
Räume werden für Konzerte, Kongresse und Bälle genutzt.
Eine Touristenroute führt
zu geheimnisvollen Tunneln unter
dem Schloss, die während des Zweiten
Weltkriegs angelegt wurden. Man vermutet,
dass dort eine Kommandozentrale
der Nazis entstehen sollte.
www.ksiaz.walbrzych.pl
Schlösser und Paläste 55
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dort 9 9 Türme.
www.moszna-zamek.pl
Schlösser und Paläste 57
Moszna
Willkommen in der Belle Époque
Mit seinen spitzen Türmchen und Giebeln wirkt Moszna (Moschen)
wie ein Märchenschloss und bezaubert die zahllosen Besucher.
D
as in der Woiwodschaft Opolskie (Oppelner Land) gelegene Schloss
erhielt seine heutige Form an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Belle Époque hat das eklektische Bauwerk geprägt.
Während der barocke Mittelteil nach einem Brand originalgetreu wiederaufgebaut wurde, entstanden die beiden äußeren Flügel im Stil der Neogotik
und Neorenaissance. Viele dekorative Elemente sind geprägt von der Kunst
des Jugendstils. Nach dem Vorbild der italienischen Renaissance wurde
der Schlossgarten angelegt, der in einen großen Park übergeht. Jedes Jahr im
Frühjahr findet dort das Festival der blühenden Azaleen statt. Das Schloss
und seine reizvolle Umgebung werden darüber hinaus für zahlreiche Konzerte und Kunstveranstaltungen genutzt. Im Schloss entstanden Gästezimmer
sowie ein Restaurant.
Kórnik
Büchersammlungen in einer romantischen
Umgebung
Das unweit von Poznań (Posen) gelegene Schloss beherbergt eine
der wertvollsten Büchersammlungen in Polen. Im Schlosspark von
Kórnik wachsen zahlreiche seltene Baumarten.
D
ie Geschichte von Schloss Kórnik reicht bis ins 14. Jahrhundert
zurück. Im 19. Jahrhundert wurde es nach Plänen des berühmten
preußischen Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel im Tudorstil umgestaltet. Der letzte Besitzer, Władysław Zamoyski, vermachte das Schloss
dem polnischen Volk. Heute befinden sich dort ein Museum mit wertvollen Stilmöbeln und einer bedeutenden Gemäldesammlung. Das Schloss
beherbergt zudem eine wertvolle Bibliothek der Polnischen Akademie der
Wissenschaften. Ein Wassergraben umgibt die gesamte Anlage. Rund um
das Schloss entstand im 19. Jahrhundert das älteste und größte Arboretum
Polens. Auf 40 Hektar Fläche wachsen im Schlosspark Bäume und Sträucher aus aller Welt. Berühmt ist Kórnik besonders für seine prachtvollen
Rhododendren.
Schlösser und Paläste 59
www.kornik.pl
Schlösser und Paläste 61
Zamek Czocha
Eine Ritterburg als beliebte Filmkulisse
Die Burg von Czocha (Tzschocha) mit ihrem mächtigen Rundturm
ist der Inbegriff einer mittelalterlichen Ritterburg und wird deshalb
auch gerne als Filmkulisse genutzt.
D
ie im 13. Jahrhundert erbaute Wehrburg wurde bei einem Brand
im 18. Jahrhundert zerstört. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts ließ
sie ein Dresdener Unternehmer in ihrer früheren Pracht wiederherstellen. In der monumentalen Burg in der Woiwodschaft Dolnośląskie
(Niederschlesien) befindet sich heute ein Hotel. Bei Ritterkämpfen lebt das
Mittelalter wieder auf, ein Ritterverein hat hier seinen Sitz. Die Atmosphäre früherer Jahrhunderte kann man auch bei einem stilvollen Abendessen
mit altpolnischen Gerichten im Rittersaal oder dem denkmalgeschützten
Fürstensaal genießen. Im historischen Weinkeller wird Honigwein, ein
traditionelles polnisches Getränk, zur Verkostung angeboten. Rundgänge durch die Burg führen auch zum ehemaligen Folterkeller. Wer nachts
durch die Gänge des Schlosses schlendert, sollte aufpassen. Zuweilen ist
dort das Schlossgespenst, die „weiße Dame“, auf leisen Sohlen unterwegs.
www.zamekczocha.com
Schloss Rydzy
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und Wrocław
(Breslau).
Schlösser und Paläste 63
Rydzyna
Barocke Perle in Großpolen
Die Säle des Palastes bezaubern durch ihren reichen Schmuck.
Wunderschöne Skulpturen und monumentale Fresken erfreuen
das Auge des Betrachters.
D
ie ehemaligen königlichen Hofarchitekten Simone Giuseppe Belotti
und Pompeo Ferrari lieferten die Pläne für das prunkvolle Schloss
im Zentrum der Residenzstadt Rydzyna. Es befand sich im Besitz
bedeutender polnischer Adelsgeschlechter. Mehrere Jahrzehnte dauerte es,
das 1945 ausgebrannte Schloss in seiner vollen Pracht wiederherzustellen.
Die vorbildlichen Sanierungsarbeiten wurden durch die Plakette „Europa
Nostra“ gewürdigt. In den herrlichen Barockräumen werden heute neben Stilmöbeln, Skulpturen und historischen Gemälden auch Jagdtrophäen und eine
Sammlung exotischer Schmetterlinge ausgestellt. Im größten Barockschloss
der Woiwodschaft Wielkopolskie (Großpolen) befindet sich ein nobles Hotel.
www.zamek-rydzyna.com.pl
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Autor: Paweł Wroński
Redaktion: Maja Laube, Marta Olejnik
Titelbild: Motiv aus der Werbekampagne der POT
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Warszawa 2014
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