Herunterladen - Evangelischer Kirchenkreis Berlin

Paul-Gerhardt-Brief
Ev. Kirchengemeinde Alt-Schöneberg
Nr. 2 | April - Mai 2015 | 27. Jahrgang
Geistliches Wort
Liebe Gemeindeglieder und Freunde
in Alt-Schöneberg,
ein paar Mal habe ich sie schon bewusst offen stehen lassen - die Tür, die
direkt hinter dem Altar der Dorfkirche
zur Sakristei führt.
Nachdem es kein großes Altarbild
mehr gibt, steht der Altar vor der frisch
gestrichenen weißen Wand, in der sich
diese Tür befindet. Das ist ein durchaus
schöner, sehr aufgeräumter Anblick,
weil das schwarze Kruzifix des Altares
dadurch ganz anders in den Blick rückt.
Ich habe in Gottesdiensten diese Tür
gerne offen stehen lassen, weil dadurch
der Blick auf die schlichten bunten Glasfenster der Sakristei frei wird.
Für mich hat das eine hohe Symbolkraft.
Durch das Kreuz wurde uns die Tür
geöffnet. Die Tür zu einer neuen Dimension von Leben, das den Tod nicht mehr
zu fürchten braucht.
Das Kreuz ist auf diesem Hintergrund zu
verstehen. Gottes Licht der Auferstehung
scheint schon jetzt in unser Leben und
will die Dunkelheit unseres Leidens
und unseres Kreuzes, das wir zu tragen
haben, in ein anderes Licht stellen.
Wenn wir im Gottesdienst auf das Kreuz
Jesu schauen, will es uns Kraft für den
Alltag geben. Gott ist auch im Leiden
2
durch Jesus an unserer Seite. Er weiß,
was Leiden bedeutet.
„Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn
gewesen.“
Dieser Ausspruch eines Menschen, der
auf Jesus am Kreuz geblickt hatte, ist
der Monatsspruch für April. Er findet
sich im Matthäusevangelium 27,54 und
ist nicht, wie man vermuten könnte,
einem seiner Jünger zuzuordnen.
Es ist das Bekenntnis eines römischen
Hauptmannes, der sich dem Kaiser
verpflichtet hatte. Einem Kaiser, der den
Ehrentitel „Sohn Gottes“ trug und als
solcher verehrt werden wollte.
Es war also nicht nur eine religiöse,
sondern auch eine politische Aussage.
Nicht lange danach sind Christen dafür
verfolgt worden, wenn sie den Kaiser
nicht als „göttlich“ anerkannten,
sondern zu Jesus als ihrem „HERRN griechisch: Kyrios“ standen.
Was hatte dieser römische Hauptmann
gesehen, dass er zu dieser Aussage
kam?
Vielleicht war es die Art und Weise,
wie Jesus all dieses Leiden trug oder
es waren die Naturgewalten wie das
Erdbeben und die wundersamen Erschei-
nungen nach seinem Tod, die ihn dies
erkennen ließen.
Auf jeden Fall muss für den Hauptmann plötzlich diese andere Dimension
erkennbar geworden sein, sonst hätte er
nicht diesen für ihn so gefährlichen Satz
gesagt.
Die Karwoche und die Ostertage laden
uns ein, uns miteinander feierlich an
diese Ereignisse zu erinnern und sie zu
verinnerlichen, damit sie uns Kraft für
unser Bekennen, Handeln und Entscheiden im Alltag geben.
Am Gründonnerstag feiern wir unseren
Gottesdienst zu Tisch. Wir erinnern uns
an das jüdische Sedermahl, den Vorbereitungsabend auf das Passahfest, das
Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat,
und wir feiern das heilige Abendmahl
mit Brot und Wein. Dies hat Jesus uns
zum Zeichen gegeben, dass er seinen
Leib und sein Blut für uns zur Erlösung
von Schuld und Tod gegeben hat.
Am Karfreitag blicken wir auf das Kreuz.
Im Vormittagsgottesdienst wird uns
die Musik von „stabat mater“ einstimmen, zu deutsch: „Es stand die Mutter
schmerzerfüllt“. Wir können unserer
eigenen Trauer über den Tod nachfühlen
und uns durch Brot und Wein trösten
und stärken lassen.
Nach dem stillen Samstag kommen
wir früh am Ostermorgen um 6.00 Uhr
in der Dorfkirche zusammen, feiern die
alte Osterliturgie, freuen uns, über das
sich verbreitende Osterlicht und bekennen gemeinsam: „Christ ist erstanden
von der Marter alle. Des solln wir alle
froh sein. Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.“
Ich denke, ich werde dann auch wieder die Tür zur Sakristei offen stehen
lassen, damit wir alle das dunkle Kreuz
im farbenfrohen Licht des Ostermorgens
sehen können.
Es grüßt Sie Pfarrerin Birgit Dierks
3
Was gibt es Neues?
Abschied …
Liebe Gemeinde,
nun habe ich mich Ihnen gerade im
Dezember vorgestellt, da werde ich mich
Ende April auch schon wieder von Ihnen
verabschieden müssen.
Am Sonntag, 26. April, werde ich meinen
letzten Gottesdienst halten und damit
meine fast halbjährige Vertretungszeit
in der Kirchengemeine Alt-Schöneberg,
aber auch meine Zeit im Kirchenkreis
Schöneberg beenden.
Der Grund liegt darin, dass ich am
1. Mai 2015 eine unbefristete Stelle
als Referentin für missionarische
Gemeinde­entwicklung bei der Arbeitsgemeinschaft missionarische Dienste
(AMD) im Evangelischen Werk für
Diakonie und Entwicklung antreten werden. Ich freue mich darauf, auf meinem
Spezialgebiet arbeiten und im Bereich
der Evangelischen Kirche Deutschland
neue Erfahrungen sammeln zu dürfen.
In der Zeit, in der ich bei Ihnen tätig war,
habe ich mich bemüht, der Gemeinde zu
helfen, wichtige Schritte in Bezug auf
einen Neuanfang weiterzukommen. Das
war eine spannende und dichte Zeit,
die mir stets viel Freude gemacht hat.
Ich hoffe, dass ich Ihnen damit geholfen
habe, und wünsche Ihnen für den weiteren Weg Gottes Segen und Begleitung.
4
Der Monatsspruch für Mai aus Philipper
4,13 mag Sie dabei leiten: „Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt.“
Es grüßt Sie von Herzen Ihre Pfarrerin im
Birgit Dierks
Pfarrstellenbesetzung
Da die Bewerbungsfrist für die Pfarr­
stelle am 2. März endete, könnte es
sein, dass es nach Redaktionsschluss
des Paul-Gerhardt-Briefes schon Nachricht darüber gibt, wer als Pfarrerin oder
Pfarrer der Gemeinde vom Konsistorium
zur Wahl präsentiert wird. Wann deroder diejenige dann ihren Dienst
aufnehmen kann, wird sich erst danach
herausstellen.
Aus diesem Grund sind im Gottesdienstplan von Mai noch nicht für alle
Gottesdienste der Name des Predigers/
der Predigerin angegeben. Für eine
Gottesdienstvertretung ist aber in jedem
Fall gesorgt.
Bitte beachten Sie hierfür die Aushänge
im Schaukasten und die Abkündigungen
im Gottesdienst.
Ökumene
Liebe Freunde der evangelischen
Gemeinde Alt-Schöneberg,
vor mehr als 80 Jahren hat die alt-katholische Gemeinde Berlin in der Dorfkirche
Alt-Schöneberg ein Zuhause gefunden.
Nachdem sie zuerst im Deutschen Dom
zu Gast war, später dann im „Grauen
Kloster“, erfuhr sie in Ihrer Dorfkirche
herzliche Gastfreundlichkeit und über
die Jahre hinweg eine Heimat. Die
Kontakte zwischen unseren Gemeinden
vertieften sich - was vor allem daran
lag, dass es in beiden Gemeinden
Menschen ökumenischen Willens gab,
die auf das Verbindende schauten und
etwas gemeinsam machen wollten.
Seit 1985 laden sich unsere beiden
Kirchen auch offiziell gegenseitig zum
Abendmahl ein - trotz unterschiedlicher
theologischer Traditionen - das ist zwischen katholischen und evangelischen
Christen weltweit bis heute einmalig!
Sechs gemeinsame Gottesdienste im
Jahr, die ökumenische Bibelwoche,
der Pfingstgottesdienst beim Rathaus
Schöneberg, das gegenseitige Besuchen
der jeweils anderen Gottesdienste auch
unter der Woche und vieles andere mehr
zeugen bis heute von der Verbindung
unserer Gemeinden.
In diesem Jahr möchten wir unsere
Gemeinschaft weiter vertiefen und
gestalten daher die Kar- und Ostertage
gemeinsam - in gegenseitiger Einladung.
In der Detmolder Straße 4 feiern
wir: Gründonnerstag (2.4.) nach der
Eucharistiefeier ab ca. 19.30 Uhr herz­
liche Einladung zur Ölbergstunde und zur
Nacht des Wachens. Die ganze Nacht
wird als Gebetsnacht mit Elementen
aus Taizé und Kunst gestaltet. Jede und
jeder kann zwischendurch dazukommen
und auch wieder gehen, wann er oder
sie möchte. Den Abschluss bildet ein
kleines Frühstück um 6 Uhr.
Ostersamstag (4.4.) um 21 Uhr Nacht­
lesung und Stille in der Detmolder
Straße 4.
In der Dorfkirche Alt-Schöneberg
feiern wir: Ostersonntag (5.4.) um
6 Uhr ökumenische Osternacht mit Taufe
von Gaetan Pegny
Sonntag (12.4.) um 10.30 Uhr (!!!)
Eucharistiefeier mit Feier der Erstkommunion
Sonntag (19.4.) um 10.30 Uhr Eucha­
ristiefeier mit anschließender Gemeindeversammlung und Zukunftswerkstatt
Da Ökumene kein Selbstläufer ist,
ermuntere ich zudem aktiv meine
Gemeindemitglieder, mehr bei Ihnen im
Gottesdienst mitzufeiern, und umgekehrt lade ich Sie herzlich ein, bei uns in
der Detmolder Straße 4 (Wilmersdorf)
mitzufeiern:
Regulär sind unsere Gottesdienste am
Sonntagmorgen um 10.30 Uhr und am
Mittwochabend um 18 Uhr. Am letzten
Sonntag im Monat feiern wir Familiengottesdienst.
Seien Sie herzlich Willkommen!
Ihr Ulf-Martin Schmidt
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Vorstellung des Vorsitzenden …
des erweiterten Bevollmächtigtenausschusses Matthias Altfeld
Seit 2007 bin ich Gemeindeältetester
in der Philippus-Nathanael Kirchengemeinde. Dort war ich zunächst drei
Jahre im Personal- und anschließend
bis heute im Finanzausschuss tätig. Seit
März 2014 bin ich Kreiskirchenältester
und Beauftragter für Diakonie im Kirchen­kreis Schöneberg. Zu mir persönlich
kann ich vermerken, dass ich seit 2002
verheiratet und Vater zweier Söhne
von fünf und zehn Jahre bin. Ich bin als
Rechtsanwalt in eigener Kanzlei mit den
Schwerpunkten Arbeits- und Sozialrecht
tätig. Seit September letzten Jahres, als
sich abzeichnete, dass die Gemeinde in
unruhige Zeiten geraten wird, habe ich
angefangen, die Gemeinde kennen und
schätzen zu lernen.
Die Gemeinde Alt-Schöneberg hat vier
attraktive Arbeitsbereiche, die miteinander verzahnt werden müssen. In loser
Reihenfolge und ohne Wertung sind dies
die Kirchenmusik, die Familienkirche die
Ökumene und die kiebez vgh gGmbH
mit ihren Angeboten Kiezcafé, Kleiderkammer und Lebensmittelausgabe. Mit
jedem dieser vier Bereiche macht die
Gemeinde Angebote, die deutlich über
die Straßenzüge ihres Einzugsbereichs
hinaus gehen und in der Region und im
Kirchenkreis von Bedeutung sind. Leider
wurde die Zusammenarbeit in der
Vergangenheit nicht so gepflegt, wie
6
es wünschenswert gewesen wäre. Die
wichtigste Aufgabe ist aus meiner Sicht
daher, diese Gemeinde­bereiche miteinander in Kontakt zu bringen und in ein
Ganzes zu integrieren. So ist es bereits
erfreulich zu sehen, wie die kiebez vgh
gGmbH mit ihrem Mittagsangebot die
Familien­kirche nach deren Gottesdienst
am ersten Sonntag im Monat unterstützt,
und es wäre schön, wenn das gute
Beispiel Nachahmer finden würde. Auch
die kiebez-Arbeit benötigt Unterstützung.
Die Ökumene hat im Kirchenkreis noch
keinen Ort gefunden, an dem sie verankert ist. Die Gemeinde Alt-Schöneberg
ist wegen ihrer Lage dazu prädestiniert.
Sie ist örtlich verbunden mit Baptisten
und Katholiken und traditionell mit der
Gemeinde der Alt-Katholiken. Außerdem
hat sie eine äthiopische und japanische
Gemeinde zu Gast.
… und Bericht von der ersten Sitzung
In der Sitzung vom 17. Februar 2015
beschloss der Kreiskirchenrat für die
Leitung der Gemeinde Alt-Schöneberg
einen erweiterten Bevollmächtigten­
auschuss zu berufen. Eine kleinere
Aufgabe ließe sich auch ohne einen
BVA lösen, die Grundordnung unserer
Kirche sieht dafür die Verwaltung durch
den Gemeindekirchenrat einer Nachbar­
gemeinde vor. In Alt-Schöneberg aber
soll es möglichst schnell wieder zu einer
eigenverantworlichen Gremienarbeit
durch engagierte Gemeindeglieder kommen.
Die Leitung der Gemeinde soll
wieder vornehmlich von den
Gemeindegliedern selbst
geleistet werden. Sie sind die
Experten vor Ort, die auch für
eine stärkere Verzahnung der
einzelnen Bereiche sorgen
können. Dem BVA gehören
acht berufene Personen an:
Pfrn. Birgit Dierks, Pfarramt,
stv. Vorsitzende,
Frau Patricia Roncoroni,
Herr Fabian Lenzen,
Herr Lutz Roggemann,
Herr Klaus Wiangke,
Herr Eberhard Glöckner und
Frau Andrea Lehmann-Scherrer.
Als beratende Mitglieder
wurden Herr Harmut Hunt
und Frau Grünberg hinzugezogen.
Als Vertreter des Kirchenkreises bin ich
zugleich Vorsitzender des Gremiums.
Die erste Sitzung verlief in erfreulich
offener Atmosphäre. Gleich zu Anfang
sprachen wir über die Diskussions- und
Kommunikationskultur, wie wir sie
uns vorstellen, wie wir untereinander
umgehen und wie wir mit der Gemeinde
kommunizieren möchten. Große Einigkeit besteht darin, dass nur die Dinge,
7
die ihrer Natur nach der Vertraulichkeit
bedürfen wie etwa Personalia nicht nach
außen getragen werden. Die Gemeinde
soll aber unbedingt umfassend über die
Arbeit des BVA unterrichtet werden.
Hinsichtlich der Organisation wurde auf
die Bildung von Ausschüssen verzichtet.
Es stellen sich aber Ansprechpartner
für bestimmte Aufgabenbereiche der
Gemeinde zur Verfügung. Dies sind für
Finanzen: Wiangke, Roggemann,
Grünberg
Personal: Altfeld, Grünberg
Bau/Immobilien: Dierks, Lenzen
Diakonie: Altfeld
kiebez: Lenzen, Hunt
Ökumene: Dierks
Kita: Roncoroni
Kirchhof: Lenzen, Glöckner
Gemeindefeste: Wiangke, LehmannScherrer
Familienkirche: Lehmann-Scherrer,
Roncoroni, Lenzen
Kirchenmusik: Roggemann, Grünberg
Gemeindeblatt: Glöckner
Wie in jeder Gemeinde mit Gemeinde­
kirchenrat stehen die Miglieder des
BVAs den Gemeindegliedern als
Ansprech­partner zur Verfügung.
Die einzelnen Gemeindegruppen sind im
Gemeindebeirat vertreten. Die Kommunikation zum BVA erfolgt über die beiden
Vorsitzenden des Gemeindebeirats, die
ständige beratende Mitglieder des BVA
sind. Gruppen, die noch nicht im Gemeindebeirat vertreten sind, werden
8
gebeten an den Vorsitzenden des
Gemeindebeirats Herrn Hunt heranzutreten.
Weitere Themen der ersten Sitzung des
erweiterten BVA waren:
n der Bericht über den aktuellen Stand
der Verhandlungen zur Abgabe des
George-Bell-Hauses und der PaulGerhardt-Kirche. Pfn. Dierks wurde
beauftragt, die Verhandlungen mit den
bisherigen Akteuren zur Abgabe des
George-Bell-Hauses fortzusetzen
n Planung der Zusammenarbeit in der
Region der Kirchengemeinden AltSchöneberg, Apostel-Paulus und Zum
Heilsbronnen für die Bereiche Kinder,
Konfirmanden, Jugend und Familien.
Hierzu werden in nächster Zeit weitere
Treffen stattfinden
n der Entwurf für ein mögliches Konzept
zur Zusammenarbeit mit der Gemeinde
der Alt-Katholiken. Zu dem Thema
werden zunächst weitere Veranstaltungen in der Gemeinde stattfinden
n letztlich waren noch Personalia, der
Haushaltsplan, eine Gebührenänderung für den Kirchhof sowie die Bezuschussung des Organovino Projekts im
Bereich Kirchenmusik zu beschließen.
Über die Arbeit des BVA und die Fortschrittte der Gemeindeentwicklung wird
weiter regelmäßig berichtet.
Herzlich grüßt Sie
Matthias Altfeld
Informationen aus der Gemeindearbeit
Offener Info-Gemeindeabend am
Donnerstag, 26. März, um 19.00 Uhr
Thema: Ökumenische Kirchengemeinschaft mit den Alt-Katholiken
Wer sind die Alt-Katholiken? Was
glauben sie und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zu
evangelischen Gemeinden? Mit diesen
Fragen wollen wir uns an einem Offenen
Informationsabend beschäftigen.
Anlass ist aktuell die Überlegung, ob wir
auch räumlich wieder enger mit der Altkatholischen Gemeinde zusammenarbeiten möchten. Dazu gibt es ja bereits
eine fast 80-jährige Tradition.
Im ersten Teil des Abends soll die
Sachinformation zum Thema „Alt-katholisches Glaubens- und Kirchenleben“
stehen. Im zweiten Teil des Abends
informieren wir über bestehende
Ideen einer Zusammenarbeit unter dem
Stichwort „Wir geben unserer Kirchengemeinschaft ein Zuhause“. Es gibt die
Möglichkeit zu Fragen und Rückmeldungen und zum Abwägen von Pro und
Contra.
Herzliche Einladung an alle Interessierten zum Donnerstag, 26.3.2015 von
19.00 – 21.00 Uhr im Paul-GerhardtSaal.
B. Dierks
Diakoniestation
Schöneberg
 Ambulante Krankenpflege
 Dienstleistungen und Hilfe im
Haushalt
 Tagespflege
 Wohngemeinschaften für Menschen
mit Demenz
 Zusätzliche Betreuungsleistungen
für Menschen mit Demenz
 Soziale Beratung und
Kostenklärung
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Es ist leider Krieg!
Vor 200 Jahren, am 21. Januar 1815 (geboren am 15.8.1740), starb der Dichter,
Journalist, Übersetzer und Redakteur
Matthias Claudius. Er hat zwei der zu
Recht berühmtesten und bekanntesten
deutschen Lieder geschrieben. Das
hier veröffentlichte „Kriegslied“ und
das sanfte, aber auch düstere „Der
Mond ist aufgegangen“. Letzteres ist
auch in unseren Gesangbüchern unter
der Nummer 842 enthalten. Schon in
der Schule haben wir es mit Inbrunst
gesungen allerdings meistens nur bis zur
dritten Strophe. Aber gerade der Schluss
enthält eigentlich die wichtigste Aussage
des Liedes. Wenn wir uns eine Pause
des Nachdenkens gönnen, müssen wir
feststellen, dass gerade diese Strophe
bis heute an Aktualität nichts verloren
hat: „Verschon uns, Gott! Mit Strafe, /
Und laß uns ruhig schlafen! / Und unsere
kranken Nachbarn auch!“ Kümmern
wir uns denn um unseren Nachbarn? In
einer immer kälter werdenden Gesellschaft, in der die Kluft zwischen Arm
und Reich immer größer wird. Und kommen uns nicht auch manchmal Zweifel
an der Langmut, an der Geduld Gottes,
der dies und das menschliche Elend um
uns herum in der Welt zulässt? Wo ist
diese gerechte Strafe Gottes? Müssen
darunter immer wieder nur die Armen,
Schwachen, Wehrlosen leiden?
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Das neben stehend abgedruckte „Kriegslied“ mit dem scharfen, aufschrecken‚
den Weckruf “ s ist Krieg!“, das 1778
erstmalig erschien, ist ein Gedicht, das
die Frage nach den Ursachen, aber auch
nach der Verantwortung dafür stellt. Es
beschreibt in einer gewollt drastischen
Sprache die Schrecken eines Krieges.
Angesichts der vielen, zahllosen,
schrecklichen Kriege in unserer Welt,
der vielen, zumeist unschuldigen Opfer,
des Elends und Leids, der abertausenden von Flüchtlingen müssen wir uns in
Deutschland, in der westlichen Welt,
der Frage stellen, ob wir doch nicht nur
Zuschauer sind und viel zu wenig zur
Verhinderung von Kriegen unternehmen
oder wie wir diese Flüchtlinge bei uns
willkommen heißen. Die Zeilen dieses
Gedichts sollten uns nicht nur aufrütteln
sondern auch zum Nachdenken zwingen.
Es gibt keine private Nische, in die wir
uns zurückziehen können, als hätten
wir mit all dem nichts zu tun. Deshalb
erschien es mir wichtig Ihnen, verehrte
Gemeindeglieder und Leser unseres
Gemeindebriefes, dieses Gedicht nicht
vorzuenthalten.
Lesen Sie also diese Zeilen in Ruhe
und ziehen Sie bitte entsprechenden
Schlussfolgerungen.
Eberhard Glöckner
Kriegslied
‚
‚
s ist Krieg! s ist Krieg!
O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
‚
s ist leider KriegUnd ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!
Was sollt
ich machen,
wenn im Schlaf
mit Grämen
Und blutig, bleich
und blaß,
Die Geister der
Erschlagenen zu
mir kämen,
Und vor mir weinten,
was?
Wenn wackre
Männer, die sich
Ehre suchten,
Verstümmelt und
halb tot
Im Staub sich vor
mir wälzten und
mir fluchten
In ihrer Todesnot?
Wenn tausend tausend Väter,
Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?
Wenn Hunger,
böse Seuch
und ihre Nöten
Freund, Freund
und Feind ins Grab
Versammelten und
mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?
Was hülf mir Kron
und Land und Gold
und Ehre?
Die könnten mich
nicht freun!
‚
s leider Krieg und ich begehre
Nicht schuldig
daran zu sein!
11
Der »Hit«-Komponist der Reformation
Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte
Martin Luther 95 Thesen gegen den
Missbrauch des Ablasses. Der berühmte
Thesenanschlag Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg gilt als Beginn
der Reformation. Am 31. Oktober 2017
jährt sich dieses Ereignis, zugleich die
Geburtsstunde einer neuen Kirche, zum
500. Mal.
Aus diesem Anlass haben wir in unseren Gemeindebriefen wiederholt Persönlichkeiten vorgestellt, die im Sinne
der Lehren Luthers wirken und sich
hervorragende Verdienste um unsere
protestantische Kirche im nationalen
wie internationalen Maßstab erworben
haben. Sie stehen stellvertretend für
die vielen namenlosen Christen, die
seit dieser Zeit unsere Kirche mit ihrem
Glauben, ihrem Engagement, ihren Ideen
und Initiativen prägen.
Nachdem wir Ihnen in unserer Ausgabe
Nr.5/14 Friedrich Siegmund-Schultze
(1885-1969) vorgestellt haben, möchten
wir Sie diesmal wieder etwas weiter
zurück in die Geschichte unserer Kirche
entführen.
Wer ist der bedeutendste Berliner
Komponist? Mit dieser Frage kann man
sicherlich nicht nur Laien, sondern auch
Musikkenner in Verlegenheit bringen.
Der Name Felix Mendelssohn Bartholdy
fällt uns ein. Aber er hat nur in seiner
Jugend in Berlin gelebt. Den größten
12
Teil seiner Lebensleistung vollbrachte
der gebürtige Hamburger jedoch in
Leipzig. Also wer? Nach einigem Nach­
denken kristallisiert sich ein Name
heraus: Johann Crüger.
Schlagen wir Gottesdienst- und Kirchenbesucher die Gesangbücher auf, stoßen
wir unweigerlich auf seinen Namen. Er
ist der Schöpfer von solchen eingängigen Melodien zu Liedern wie „Jesus
meine Freude“, „Wie soll ich dich empfangen“, „Schmücke dich, o liebe Seele“
und viele andere. Doch auch Sie werden
sich häufig gefragt haben, wer dieser
Johann Crüger war, der die außergewöhnliche Fähigkeit besaß, solche
einzigartigen Melodien zu komponieren,
die als die „Hits“ dieser Zeit galten und
bis heute nichts an ihrer Popularität
verloren haben.
Johann Crüger wurde am 9. April 1598
in Groß Breesen nördlich von Guben in
der Niederlausitz in einem protestantischen, begüterten Elternhaus, geboren.
Die Liebe zum Gesang, zur Musik und
zur lateinischen Sprache entdeckte er
an der Lateinschule in Guben. Doch
bereits im Alter von 15 Jahren ging er,
wie die Handwerksburschen seiner Zeit,
auf „Walz“, also auf Wanderschaft, um
die Musik und alles, was dazu gehörte,
wie ein Handwerker zu lernen, eigentlich untypisch für jemanden, der das
Orgelspiel erlernen wollte. Diese Reise
führte ihn bis nach Breslau, Bayern,
Böhmen, Sachsen, Österreich, Ungarn,
um nur einige Stationen zu erwähnen. In
Böhmen lernte der Lutheraner sogar in
einem Jesuitenkolleg und in Regensburg
begann seine ernsthafte musikalische
Ausbildung, wobei der dortige Kantor
und Lehrer allerdings nur geringes
musikalisches Talent vermutete. 1615
betrat er erstmalig Berlin, wo er als
17-Jähriger als Hauslehrer bei einer
angesehenen Adelsfamilie wirkte und
sich am Berlinischen Gymnasium auf
sein Theologiestudium vorbereitete,
eine der Voraussetzungen, um als Kantor
tätig zu sein.
1620 finden wir Johann Crüger dann
an der Universität zu Wittenberg, jener
berühmten Bildungsanstalt, die den
Ausgangspunkt der Reformation bildete
und noch immer vom Geist Luthers und
anderer großer Reformatoren durchdrun-
gen war. In diese Zeit fällt seine erste
größere Komposition mit dem etwas
umständlichen Titel „Musikalischer
Meditationen erstes Lustgärtlein“. 1622
beendete er sein Studium, nachdem ihn
die Honoratioren Berlins zum Kantor zu
St. Nikolai sowie gleichzeitig zum Berlinischen Musikdirektor berufen hatten. In
dieser Funktion wirkte er vorwiegend am
Gymnasium zum Grauen Kloster, dessen
Überreste gerade erst durch Archäologen
wiederentdeckt wurden, als Leiter des
Kirchenchores, Organist, Vorsänger und
Lateinlehrer. Crüger war erst 24!
Es war eine schwere Zeit für die Stadt
Berlin. Seit 1618 tobte der Dreißigjährige Krieg, wenn auch noch fern von
Berlin, aber Tod, Not, Elend, Seuchen,
Hungersnöte waren auch hier schon
allgegenwärtig. Am unmittelbarsten
berührten Johann Crüger jedoch die
religiösen Streitereien der tief zerstrittenen protestantischen Gemeinde in Berlin
(nachzulesen u. a. in der Lebensbeschreibung Paul Gerhardts in früheren Ausgaben unseres Gemeindebriefes).
Während seiner ausgedehnten Wanderschaften durch Teile Europas hatte er
viele Religionen und Glaubensrichtungen
kennen gelernt, denen er offen, lern­
begierig, respektvoll gegenüber getreten
war, deren Musik er in sich aufsog und
die auch ihm und seinem Glauben mit
Toleranz begegneten. Diese Erfahrungen ließen in ihm die Erkenntnis reifen,
dass es nicht darauf ankam, wie jemand
betete, wenn nur der Glauben an Gott
13
ehrlich war. Insofern war Johann Crüger
ein Vorreiter oder, wenn Sie so wollen,
ein Vordenker der Ökumene.
Sein musikalisches Schaffen war
neben seiner Tätigkeit als Kantor und
Musikdirektor in seinen ersten Jahren
in Berlin vom Verfassen musiktheoretischer Schriften für den Musikunterricht geprägt, wobei er neben eigenen
Erkenntnissen alles zusammenfasste,
was andere bereits publiziert hatten.
Als Ergebnis daraus veröffentlichte
er die „Synopsis musica“, damals die
erste vollständige Kompositionslehre.
Er sammelte Choräle, er komponierte
selbst und suchte aus diesem Fundus
248 Lieder aus, die Eingang in das erste
lutherische Gesangbuch der Doppelstadt
Berlin und Cölln fanden, und das 1641
herausgegeben wurde.
Um 1640 entstanden zudem viele
Melodien, die auch in unseren Gesangbüchern zu finden sind.
1643 kam es zu einer schicksalhaften
Begegnung zwischen Johann Crüger und
Paul Gerhardt, dem späteren Pfarrer an
St. Nikolai (ab 1657) und bedeutendsten
Dichter evangelischer Kirchenlieder
nach Luther; einer Begegnung, die sie
nicht nur zu engen Freunden und Seelen­
verwandten werden ließ, sondern für
beide die fruchtbarste Phase ihres
künstlerischen Schaffens einleitete. Sie
hatten sich gesucht und gefunden! Hier
wurden auf wundersame Weise die
außerordentlichen musikalischen und
kompositorischen Fähigkeiten Johann
14
Crügers mit den einmaligen Fähigkeiten
des Dichters Paul Gerhardt zu einer
Symbiose vereint, die es in dieser Weise
zwischen zwei „Künstlern“ vorher nicht
gegeben hatte und es auch nie wieder
geben sollte! Johann Crüger verband
die einprägsamen Texte seines Freundes
mit Melodien, die damit den Weg in die
breite Öffentlichkeit fanden. In Crügers
berühmtem Gesangbuch „Praxis pietatis
melica“ (1647), das zu Crügers Lebzeit
allein zehn Auflagen erlebte, wurden
15 gemeinsam entstandene Lieder
veröffentlicht.
Aber genügen ein Gesangbuch, viele
schöne Melodien oder eine herausragende Kompositionslehre, um jemanden
als bedeutenden Musikschaffenden
zu ehren? Es sind eben nicht nur die
großen, vielen Werke die einen Komponisten berühmt machen. Melodien
wie die von Johann Crüger konnte und
kann nicht jeder schreiben. Aber woher
kommt diese Meisterschaft? Eine wesentliche Grundlage dafür ist, natürlich
neben seinem Talent, dass er während
seiner Wanderschaft viele unterschied­
liche Musikstile kennengelernt hatte,
die in sein Schaffen Eingang fanden,
und den Menschen immer wieder „aufs
Maul“ geschaut hat, wie es Luther so
schön treffend formulierte, und damit
erkannte, welche Musik für eine lebendige, volksnahe Kirche benötigt wird. Es
sind Lieder von großer Überzeugungskraft, frisch, klar und gemeinsam mit
Paul Gerhardts Texten einfach zu lernen
und zum Mitsingen, zum Mitsummen,
auch für die Masse der damaligen
Bevölkerung, die nicht schreiben oder
lesen, geschweige denn Noten lesen
konnte. Diese Musik leistete einen
außerordentlichen Beitrag zum geistigen
Leben dieser Zeit. Diese Lieder konnte
der Hausherr auch bei den Hausandachten mit seinem „Gesinde“ singen, und
sie fanden damit eine weite Verbreitung
auch unter denen, die keine Möglichkeiten hatten, regelmäßig Gottesdienste
zu besuchen. Und nicht nur das: Ganz im
Sinne Luthers trugen sie dazu bei, dass
der Protestantismus an Anziehungskraft
gewann, als eine frische, lebendige
Glaubensrichtung daherkam, die sich
wohltuend von überholten Vorstellungen
und Ritualen befreite, eine Religion für
die Menschen, und die nur durch diese
leben kann.
Die Melodien Johann Crügers prägen
die Musik der Gottesdienste und
erreichten eine Höhe, eine Qualität, wie
sie nie wieder, auch nicht mit aufwendigen Werken (auch nicht durch Heinrich
Schütz), erreicht werden sollte.
Johann Crüger wirkte bis zu seinem Tode
1662 als hochgeschätzter, hochangesehener Kantor an St. Nikolai zu Berlin.
Er hat nicht nur den Protestanten, den
Gläubigen ein unschätzbares Lebenswerk hinterlassen, das wir entsprechend
würdigen, ehren und am Leben erhalten
sollten.
Eberhard Glöckner
Kirchenasyl = Scharia?
Schütze uns, barmherziger Gott! Die
Scharia ist durch unsere Kirchentüren
eingedrungen! Bundesinnenminister
de Maizière (CDU) (evangelisch), hat
kürzlich der staunenden Christen- und
Menschheit, die (frohe) Botschaft
überbracht, dass das Kirchenasyl der
evangelischen und katholischen Kirche
nichts anders wäre als das islamische
Recht der Scharia! Schließlich, so seine
Argumentation, stellen sich die Kirchen
über geltendes Gesetz und mit religiösen Vorschriften könne man sich nun
mal nicht darüber hinwegsetzen! Kirchenasyl steht also nach dieser abstrusen,
absurden Behauptung des Innenministers in einer Reihe mit einem Zwangsrecht, das Ehrenmorde, Steinigungen,
Auspeitschungen, Zwangsehen oder die
gravierende Einschränkungen der Rechte
von Frauen vorsieht, um nur einiges aus
diesem Angebots­katalog zu nennen.
Wer die Flüchtlingspolitik (falls diese
überhaupt diese Bezeichnung verdient)
der Bundesregierung in der letzten Zeit
verfolgt, der gelangt zur der Erkenntnis,
dass das Kirchenasyl das kleinste der
Probleme ist. Es ist allenfalls ein Nebenschauplatz, aber eine wirkungsvolle
Form, unter hohem, enormem Einsatz
der Gemeinden und deren Glieder einer
sehr begrenzten Anzahl von Flüchtlingen
Schutz vor der Willkür von Beamten,
vor Ungerechtigkeiten, vor Gefahr und
Strafe zu leisten, die diesen Menschen
16
drohen, sollten diese aufgrund von
Fehlern abgeschoben werden.
Schauen wir uns doch mal kurz das bisherige Kirchenasyl an: Keine Rede kann
davon sein, dass es sich um „Hunderte
von Fällen handelt“, wie de Maizière
behauptete. In Deutschland hatten
Anfang Januar 359 Flüchtlinge in rund
200 Gemeinden (von 2.5000 evangelischen und katholischen Gemeinden
in Deutschland) Aufnahme gefunden,
davon 109 Kinder (nach Angaben der
ökumenischen Arbeits­gemeinschaft
„Asyl in der Kirche“). Ein Massenphänomen ist das bei Gott wahrlich nicht.
Diese mutigen Pfarrer und Gemeindeglieder, die in Übereinstimmung mit
ihrem gelebten Glauben handeln, stellen
sich aus humanitären, barmherzigen,
solidarischen Gesichtspunkten zwar
gegen das Gesetz. Aber können denn
formal rechtliche Gründe im Vordergrund stehen, wenn es um Schicksale
von Menschen geht, die vor Krieg,
Terror, Folter, Repressalien aus ihren
Heimatländern flüchten mussten und
nun wieder dahin abgeschoben werden
sollen? Schließlich geht es hier nicht um
Kriminelle oder - wie es so schön heißt
- um „Wirtschaftsflüchtlinge“. Es geht
also um Einzelfälle, es geht um unterschiedliche menschliche Schicksale, es
geht darüber hinaus auch um Menschen,
die sich schon in unserer Gesellschaft
integriert haben, wie es doch gewünscht
wird, und diesen soll im Einklang mit
dem Recht und nicht gegen das Gesetz
geholfen werden, eben weil Ämter
Fehler bei Entscheidungen begehen,
überlastet sind oder ihre verantwortungsvolle Tätigkeit als reine Routinesache ansehen. Die meisten Menschen,
denen Kirchenasyl bisher gewährt
wurde, durften in Deutschland bleiben.
Es ist also äußerst verwerflich, diese
Menschen und das Kirchenasyl pauschal
zu kriminalisieren. Außerdem sind es
ja auch keine Menschen, die irgendwo
untertauchen. Soviel ich weiß, stehen
jedem die Kirchen- und Gemeindetüren offen, die Behörden wissen also
genau, wo sich diese Menschen aufhalten, können sie jederzeit besuchen,
mit ihnen reden, sich vielleicht über ihre
Schicksale eingehender informieren.
Angesichts des Aufstiegs von AfD als
Konkurrent von rechts oder der Parolen
der „Pegida-Demonstrationen“ und
deren Ableger scheinen insbesondere
die Unions-Parteien, mit dem „C“ wie
christlich im Namen, die Nerven zu verlieren. Statt sich aber mit solch einem
Nebenschauplatz wie dem Kirchenasyl
abzugeben, sollten diese (und damit
auch die gesamte Bundesregierung) sich
endlich ernsthaft mit der Ausarbeitung
einer Flüchtlingspolitik beschäftigen, die
diesen Namen auch verdient und damit
gleichzeitig ihren „christlichen“ Werten
in gelebter, tätiger Form entsprechen.
Aber noch immer fehlt es an inhaltlichen
Auseinandersetzungen. Alles, was wir
bisher erleben müssen, ist Aktionismus
und Populismus, wie es gerade der
Innenminister wieder so schön anschaulich vorgelebt hat. Eberhard Glöckner
Herzliche Einladung zu den
April 2015
Mittwoch, 1. April - Karwoche
18.15 Uhr: Passionsandacht/Dorfkirche
Liturgie: Pfarrerin Birgit Dierks
Musik: Sebastian Brendel
Donnerstag, 2. April Gründonnerstag
18.15 Uhr: Tischabendmahl und
Sederfeier/Paul-Gerhardt-Kirche
Liturgie: Pfarrerin Birgit Dierks und Team
Musik: Sebastian Brendel
Familien mit Kindern herzlich
eingeladen.
Freitag, 3. April - Karfreitag
10.00 Uhr: Musik im Abendmahls­
gottesdienst/Paul-Gerhardt-Kirche
Mit Stabat Mater/Pergolesi
Liturgie: Pfarrerin Birgit Dierks
Musik: Sebastian Brendel
15.00 Uhr: Ökumenische Andacht zur
Sterbestunde Jesu/Dorfkirche
Liturgie: Dekan Ulf-Martin Schmidt und
Pfn. Birgit Dierks
Samstag, 4. April - Ostersamstag
21.00 Uhr: Beginn der Nachtwache mit
den Lesungen der Osternacht in der
alt-katholischen Gemeinde, Detmolder
Straße 4, 10715 Berlin
Änderungen vorbehalten.
Bitte beachten Sie die Aushänge.
18
Sonntag, 5. April - Ostersonntag
6.00 Uhr: Ökumenischer Osterfrühgottesdienst/Dorfkirche
Anschl. Frühstück im Paul-Gerhardt-Saal
Liturgie: Pfn. Birgit Dierks und Dekan
Ulf-Martin Schmidt
Musik: Thomas Noll
11.00 Uhr: Familienkirche in der
Paul-Gerhardt-Kirche
Liturgie: Pfarrerin Birgit Dierks & Team,
Musik: Frank Schreiber
Anschl. Osterfrühstück & Kirchencafé im
Paul-Gerhardt-Saal
Montag, 6. April - Ostermontag
10.00 Uhr: Abendmahlsgottesdienst in
der Dorfkirche
Liturgie: Pfarrerin Birgit Dierks
Orgel: Thomas Noll
Freitag, 10. April Andacht zum Wochenschluss
18.15 Uhr: Dorfkirche
Anschli. Einladung zum Freitagskreis
Liturgie: Pfarrerin Dagmar Tilsch
Orgel: Sebastian Brendel
Sonntag, 12. April Quasimodogeniti
10.30 Uhr: Gottesdienst mit Eucharistie
und Erstkommunion der alt-katholischen
Gemeinde in der Dorfkirche
Predigt: Dekan Ulf-Martin Schmidt
Musik: Frank Schreiber
Donnerstag, 16. April - Taizéandacht
19.30 Uhr: Paul-Gerhardt-Kirche
Gottesdiensten in Alt-Schöneberg
Sonntag, 19. April –
Misericordias Domini
10.00 Uhr: Gottesdienst mit den
Osterchorälen aus dem Orgelbüchlein
von J.S. Bach in der Paul-Gerhard-Kirche
Predigt: Pfarrerin Tilsch
Orgel und Leitung: Sebastian Brendel
10.30 Uhr: Gottesdienst der alt-katho­
lischen Gemeinde in der Dorfkirche
Liturgie und Predigt:
Dekan Ulf-Martin Schmidt
Sonntag, 26. April - Jubilate
10.00 Uhr: Taufgottesdienst mit Abendmahl in der Paul-Gerhardt-Kirche
Predigt: Pfarrerin Birgit Dierks
Orgel: Thomas Noll
Tag/Datum/Zeit
Mi, 01.04.,18.15
Do, 02.04.,19.30
Fr, 03.04.,10.00
Sa, 04.04.,23.00
Anschließend Kaffeetrinken im
Paul-Gerhardt-Saal
Mai 2015
Sonntag, 3. Mai - Kantate
11.00 Uhr: Familienkirche mit Gästen
aus Chichester und viel Musik in der
Paul-Gerhardt-Kirche
Liturgie: Team
Musik: S. Brendel / F. Schreiber
Anschl. herzliche Einladung zum
Mittagessen & Kirchencafé im PaulGerhardt-Saal
Fortsetzung auf Seite 20
Kollektenplan für April 2015
Zweck
Ausgang: Laib und Seele Hauptstraße
Ausgang/amtlich: Interreligiöser Dialog
Reihen/amtlich: Offene Altenarbeit und Behindertenhilfe (je ½)
Ausgang: Chichester
Ausgang/amtlich: Jugendsozialarbeit und Sozialdiakonische
Kinder- und Jugendarbeit (je ½)
So, 05.04.,11.00 Reihen/amtlich: Jugendsozialarbeit und Sozialdiakonische
Kinder- und Jugendarbeit (je ½), Ausgang: Arbeit mit Eltern und Kindern
Mo, 06.04.,10.00 Reihen/amtlich: Diakonenausbildung am Wichern-Kolleg des
Johannesstiftes, Ausgang: Laib und Seele Hauptstraße
Fr, 10.04.,18.15
Ausgang: Blumen/Kerzen
So, 12.04.,10.00 Reihen/amtlich: Besondere Aufgaben des Kollektenverbundes der UEK
Ausgang: Besuchsdienst
So, 19.04.,10.00 Reihen/amtlich: Hospizarbeit, Ausgang: Kirchenmusik
So, 26.04.,10.00 Reihen/amtlich: Missionarische Dienste, Ausgang: Paul-Gerhardt-Brief
19
Fortsetzung von Seite 19
Donnerstag, 7. Mai - Taizéandacht
19.30 Uhr: Paul-Gerhardt-Kirche
Freitag, 8. Mai Andacht zum Wochenschluss
18.15 Uhr: Dorfkirche
Anschließend Einladung zum
Freitagskreis
Orgel: Sebastian Brendel
Sonntag, 10. Mai - Rogate
10.00 Uhr: Abendmahlsgottesdienst in
der Dorfkirche
Predigt: Pfn. Dagmar Tilsch
Orgel: Thomas Noll
Donnerstag, 14. Mai - Himmelfahrt
10.00 Uhr: Abendmahlsgottesdienst in
der Dorfkirche
Sonntag, 17. Mai - Exaudi
10.00 Uhr: Abendmahlsgottesdienst in
der Paul-Gerhardt-Kirche
Orgel: Sebastian Brendel
Tag/Datum/Zeit
So, 03.05.,11.00
Fr, 08.05.,18.15
So, 10.05.,10.00
Do, 14.05.,10.00
So, 17.05.,10.00
So, 24.05.,10.00
So, 31.05.,10.00
20
Donnerstag, 21. Mai - Taizéandacht
19.30 Uhr: Paul-Gerhardt-Kirche
Sonntag, 24. Mai - Pfingstsonntag
10.00 Uhr: Abendmahlsgottesdienst in
der Dorfkirche
Orgel: Sebastian Brendel
Montag, 25. Mai - Pfingstmontag
10.00 Uhr: Regionaler ökumenischer
Gottesdienst vor dem Rathaus
Schöneberg
Sonntag, 31. Mai - Trinitatis
10.00 Uhr: Predigtgottesdienst in der
Dorfkirche
Predigt: Pfn. Tilsch
Orgel: Frank Schreiber
Änderungen vorbehalten.
Bitte beachten Sie die Aushänge.
Kollektenplan für Mai 2015
Zweck
Reihen/amtlich: Kirchenmusik, Ausgang: Chichester
Ausgang: Blumen/Kerzen
Reihen/amtlich: Berliner Missionswerk in den Partnerkirchen
Ausgang: Arbeit mit Senioren
Reihen/amtlich: Suchthilfe, Ausgang: Inventar Dorfkirche
Reihen: GAW/Wasserfilter für brasilianische Indianerdörfer
(nach Entscheidung des BVA), Ausgang: Kirchenmusik
Reihen/amtlich: Bibelmissionarische Arbeit der Landeskirche
Ausgang: Gemeindearbeit
Reihen/amtlich: Besondere Aufgaben der EKD,
Ausgang: Paul-Gerhardt-Brief
B
B
Bitte unbedingt notieren
B
19. April um 10.00 Uhr
Osterchoräle aus dem
Orgelbüchlein von J. S. Bach,
Orgel: Sebastian Brendel,
Ort: Paul-Gerhardt-Kirche.
B
Damit wir klug werden. Psalm 90,12
Deutscher Evangelischer Kirchentag,
Stuttgart 3.6. bis 7.6.2015
Teilnahme unter www.kirchentag.de oder
in unserem Gemeindebüro anmelden.
B
1. bis 4. Mai
Besuch vom Chor unserer Partnergemeinde Chichester
Es werden noch Übernachtungsmöglichkeiten für
drei Nächte gesucht. Bitte in unserem Gemeindebüro
melden.
B
17. Mai um 19.00 Uhr
Instrumentalkonzert des Kreiskirchenorchesters Schöneberg
mit Werken von Bach und Mozart
in der Paul-Gerhardt-Kirche.
B
25. Mai um 11.00 Uhr
Ökumenischer Pfingstgottesdienst
des Kirchenkreises vor dem
Schöneberger Rathaus.
B
Jeden ersten und dritten
Donnerstag im Monat, 19.30 Uhr
Eine Taizé-Andacht findet in der
Paul-Gerhardt-Kirche statt.
B
24. Mai um 18.00 Uhr
Orgelnacht Tempelhof-Schöneberg
der Glaubenskirche Kirche
Tempelhof. Weitere Informa­
tionen: Kirchenkreis Schöneberg,
Tel. 21 91 99 07
B
12. bis 14. Juni
Ausflug der Familienkirche nach
Schönwalde. Interessenten bitte
schnell unter [email protected] melden. Es gibt nur
begrenzte Platzkapazität!
21
Aus der Gemeinde
Arbeit mit Eltern und Kindern im
George-Bell-Haus
Familientreff: jeden 1. und 3. Freitag
im Monat, 15 -16.30 Uhr, Familienetage.
Krabbelgruppe (Kinder zwischen = und
3 Jahren): Immer dienstags vormittags
von 10 bis 12.30 Uhr, Familienetage.Kita
Räume: Dominicusstraße 21a
Öffnungszeiten: Mo - Do 6.30 - 17.00 Uhr,
Fr 6.30 - 16.00 Uhr
Betreuungsangebot: Krippe 1 - 2 Jahre,
Elementar 3 - 4 J., Vorschule 5 - 6 J.
Freitagskreis
Der Freitagskreis trifft sich jeweils am
ersten Freitag des Monats immer um
19.00 Uhr im Paul-Gerhardt-Saal auf
unserem Kirchengelände. Die vorher
stattfindende Abendandacht beginnt
Eine „Viertel“ Pfarrerin
Wir begrüßen Pfarrerin Dagmar Tilsch
und freuen uns, dass sie bis auf
weiteres zusätzlich zum bestehenden
Pfarramt Vertretungen für Gottesdienste
und Beerdigungen für Alt-Schöneberg
übernimmt.
Dies geschieht in einem Dienstumfang
von 25 %. Deshalb wird sie auch
außer­halb der Gottesdienste und Amtshandlungen nicht im Gemeindealltag
erscheinen.
22
jeweils 18.15 Uhr in der Dorfkirche. Alle
sind auf das Herzlichste eingeladen. Wir
freuen uns auf Sie!
Weitere Informationen erhalten Sie in
unserem Gemeindebüro zu den bekannten Öffnungszeiten oder telefonisch
unter 781 71 96.
Seniorenclub im Paul-Gerhardt-Saal
immer mittwochs von 14.30 - 16.30 Uhr
im Paul-Gerhardt-Saal
Frau Anni Rahmel berät Sie gern,
einfach die Telefonnummer 7817196
anrufen oder noch besser, einfach mitmachen. Jeder ist herzlich eingeladen
und willkommen.
Kirchenmusik
Neuer Chor Alt-Schöneberg:
Jetzt mitsingen!
Der „Neue Chor Alt-Schöneberg“
besteht aus ca. 70 SängerInnen aller
Alterstufen, von 18 - 80. Derzeit proben
wir die „Petite-Messe Solennemme“
von Rossini. Wer mitsingen möchte,
ist herzlich zu den Proben eingeladen:
mittwochs 19.30 - 20.30 Uhr im PaulGerhardt-Saal.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.neuer-chor-alt-schoeneberg.de
oder telefonisch bei Kantor Sebastian
Brendel: 0160-94714690
Orchester: montags von 20 - 22 Uhr im
Paul-Gerhardt-Saal
Sprechstunden und Anschriften
Ev. Kirchengemeinde Alt-Schöneberg
Kirchenmusik
Hauptstraße 47- 48, 10827 Berlin,
Tel. 030/781 71 96, Fax 782 03 45
[email protected]
n Kantorenteam
Sebastian Brendel, 0160 94 71 46 90
[email protected]
Frank Schreiber, 0151 40 13 22 34
[email protected]
Thomas Noll, 44 73 13 20
[email protected]
n Orchester & Chor
Hauptstraße 47/I, Tel. 78 70 96 85
Förderverein für Kirchenmusik:
http://neuer-chor-alt-schoeneberg.de
Gemeinde- und Kirchhofsbüro
n Matthias Lichtenberg,
Sabine Witte, Hauptstraße 47/I
Tel. 030/781 71 96, Fax 782 03 45
Bürozeiten: Mo, Di, Do, Fr 9-13.00 Uhr
n Pfarrerin Birgit Dierks
Hauptstraße 47/I, Tel. 0171/443 21 45,
[email protected]
Arbeit mit Eltern und Kindern
Fanni Fritsch
Hauptstraße 48/II, Tel. 030/781 71 96
www.alt-schoeneberg.de/familie
Kindertagesstätte & Hort
kiebez.vgh gGmbH - Gesellschaft für
kiezbezogene Gemeindearbeit
Hartmut Hunt
Hauptstraße 48/I, Tel. 0177 30 17 3 17,
99 54 52 76, [email protected],
www.kiebez.de
Leben mit Kindern gGmbH
Ev. Kindertagesstätte Alt-Schöneberg
Leiterin: Katrin Schubert
Dominicusstraße 21a, 10823 Berlin
Tel. 784 67 64, Fax 78006050,
www.lemiki.de, [email protected]
Laib und Seele
Diakoniestation Schöneberg
Kleiderkammer und Kiezkaffee
Hauptstraße 47/III,
Tel 70 72 47-0, Fax- 33
www.diakoniestation-schoeneberg.de
Krankenpflege, Hauspflege, Soziale
Beratung
Hauptstr. 48/I, Ausgabe- und Öffnungs­zeiten: Di/Fr ab 14.30 Uhr, Kiezkaffee:
Di/Fr, 10-15 Uhr, Do 10-14 Uhr
Aktion der Berliner Tafel, der Kirchen
und des rbb
Info: Hartmut Hunt, Hauptstraße 48/I,
Lebensmittelausgabe freitags,
Empfang ab 13.30 Uhr, Tel. 781 58 87
23
Geburtstag ist noch lange kein
Grund, älter zu werden
Peter Silie
Geburtstage
Anerli, Christa
85 Jahre
Behrendt, Bodo
70 Jahre
Benamara-Nordmann, Angelika 75 Jahre
Bianchi, Elisabeth
94 Jahre
Böttcher, Gerhard
91 Jahre
Böttcher, Renate
80 Jahre
Burkhardt, Ursula
92 Jahre
Dambeck, Werner
92 Jahre
Dräger, Heinz-Jürgen
75 Jahre
Dräger, Renate
70 Jahre
Fulda, Mathilde
75 Jahre
Gammisch, Gertrud
90 Jahre
Gumtow, Werner
75 Jahre
Hartmann, Ingrid
91 Jahre
Heidorn, Hannelore
80 Jahre
Heukäufer, Rolf-Dieter
70 Jahre
Hübener, Gisela
85 Jahre
Kreft, Hella
94 Jahre
Kretzschmar, Günter
85 Jahre
Dr. Kropfinger-von Kügelgen,
Klaus
85 Jahre
Kühlken, Annemarie
97 Jahre
Malik, Michael 75 Jahre
Mattheß, Jutta
75 Jahre
Müller, Marianne
80 Jahre
Münster, Thorsten
70 Jahre
Nowatzke, Gisela
80 Jahre
Peters, Wally
Rau, Johannes
Sandkamm, Ingrid
Scharf, Britta
Schlösinger, Margot
Schmidt, Evelyn
Schulze, Marianne
Stümmel, Käthe
Trylus, Ursula
Vetter, Margarete
Weeger, Ursula
92 Jahre
75 Jahre
75 Jahre
70 Jahre
75 Jahre
80 Jahre
75 Jahre
90 Jahre
85 Jahre
98 Jahre
94 Jahre
Meistens belehrt erst der Verlust
uns über den Wert der Dinge
Arthur Schopenhauer
Bestattungen
Otto Roestel
90 Jahre
Horst Hess
55 Jahre
Horst Stenzhorn
76 Jahre
Gerhard Niemeier
64 Jahre
Herta Butterbrodt
82 Jahre
Annemarie Rohr
78 Jahre
Ursula Kuhn
87 Jahre
Gisela Meißner
74 Jahre
Marion Negro
74 Jahre
Ursula Gerloff
79 Jahre
Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Name
oder der Ihrer Angehörigen im Gemeinde­blatt erwähnt wird, teilen Sie dies bitte
dem Gemeindebüro mit (Telefon 7817196).
Gemeinsam und geborgen
in familiärer Atmosphäre
Evangelische Pflegeeinrichtung
in Wilmersdorf – ganzheitliche Pflege
in allen Pflegestufen
Besuchen Sie uns!
Barbara von Renthe-Fink Haus
Bundesallee 33, 10717 Berlin
Kontakt: Jutta Hahn, Telefon (030) 8 60 06 – 106
Barbara
von Renthe-Fink
Haus
Wohnen und Pflege
im Alter
www.bvrf.de
Besuchsdienstkreis Alt-Schöneberg
1 Jahr n 4 Geburtstagfeiern n 6 Frauen n 53 Besuche n 194 Briefe
WER? Wir sind unternehmungslustige
Frauen aller Altersgruppen.
WIE? Wir bringen Blumen, hören zu,
spenden Trost, trinken gemeinsam Kaffee, erzählen und singen.
WAS? Wir besuchen Gemeindeglieder,
schreiben Briefe und organisieren viermal jährlich einen GeburtstagskaffeeNachmittag.
WARUM? Gott hat so viele Gesichter. Es
ist sehr bereichernd sein Angesicht im
Gegenüber jener Menschen zu entdecken, die uns nicht durch Familienbande,
Freundschaft oder anderweitige Verbindungen bekannt sind. Gerade ältere
Menschen sind oft einsam. Ein Besuch,
ein Gespräch bietet immer die Gelegenheit Gottes Liebe in unserem Handeln zu
bezeugen.
WANN? Wir treffen uns alle 6-8 Wochen. Nächster Termin: 29. April 2015
um 11.00 Uhr
WO? Wir treffen uns in der Kirchengemeinde Alt-Schöneberg im Paul-Gerhardt-Saal. Neugierig geworden? Wir
freuen uns über Mitwirkende!
Kontakt:
Laura Paschirbe oder Gemeindebüro
[email protected]
030 781 7196
Superintendentin
Dr. Birgit Klostermeier verabschiedet
Am Sonntag, dem 4. Januar 2015, hat
der Kirchenkreis Berlin-Schöneberg
von seiner Superintendentin Dr. Birgit
Klostermeier Abschied genommen. Frau
Klostermeier tritt am 1. Februar eine
neue Stelle als Landessuperintendentin
in Osnabrück an.
Am 4. Januar versammelten sich abends
etwa 300 Gäste in der St. Matthäuskirche,
um dabei zu sein, als Birgit Klostermeier
im Gottesdienst von Generelsuperinten­
dentin Ulrike Trautwein entpflichtet
wurde. An dem stimmigen Gottesdienst
waren außer den beiden Protagonistinnen noch diverse Pfarrerinnen und
Pfarrer des Kirchenkreises sowie eine
(relative spontane) Kirchenkreis-Band
beteiligt.
Im Anschluss an den Gottesdienst mit
Entpflichtung folgte die Verabschiedung.
Neben den Grußworten von Präses
Rainer Lother, Bezirksbürgermeisterin
Angelika Schöttler und Superintendentin
Isolde Böhm präsentierten Mitarbeitende
aus Gemeinden und Kirchenkreis teils
sehr persönliche Spotlights auf Birgit
Klostermeier. Einen Höhepunkt des
Abends markiert die Geschenk-Übergabe: Zu dem von Matthias Lichtenberg
wunderbar gesungenen Schlager „Ich
hab noch einen Koffer in Berlin“ wurde
26
ein schicker Koffer mit Präsenten aller
Gemeinden und Einrichtungen überreicht.
Darin fanden sich viele schöne Erinnerungsstücke, aber auch Kuriositäten
wie ein Fön, denn die guten Ideen der
Superintendentin beim Föhnen sind im
Kirchenkreis bereits sprichwörtlich. Als
Abschluss des bunten Programms fanden
sich Mitarbeitende und Pfarrer zum
Spontan-Chor, um Jens Martin Krüger
und Band beim Rap „Ich will nicht nach
Berlin“ zu begleiten, Augenzwinkern
inbegriffen. Zuletzt gab es minutenlange
standing ovations für die scheidende
Superintendentin - ein berührender Moment, der die große Verbundenheit des
Kirchenkreises zu seiner nun ehemaligen
Chefin eindrucksvoll belegte.
Vorstellung des neuen
Leitungsteams
Mit dem 1. Februar geht das Amt des
Superintendenten auf den bisherigen
Stellvertreter Pfarrer Burkhard Bornemann über. Für die Übernahme seiner
neuen kreiskirchlichen Aufgabe wird
er zu 50 % von seinem Dienst als
Gemeinde­pfarrer der Zwölf-ApostelGemeinde freigestellt. Als amtierender Superintendent leitet Burkhard
Bornemann den Kreiskirchenrat und
präsentiert die evangelische Kirche in
Schöneberg gegenüber anderen kirch­
lichen Einrichtungen und der Stadt­
öffentlichkeit.
Der neue Superintendent wird bei seiner
Arbeit von einer Gruppe von Personen unterstützt, die Leitungsverantwortung für
einzelne Aufgabenbereiche übernehmen:
Neuer Stellvertreter des amtierenden
Superintendenten wird Pfarrer Dr.
Christopher Zarnow. Er vertritt den
Kirchen­kreis Schöneberg in den
Fusionsverhandlungen mit Tempelhof.
Außerdem übernimmt er die inhaltliche
Leitung der Pfarrkonvente und der pastoralen Fortbildung.
Pfarrer Manfred Moll ist der erste Ansprechpartner für Belange der kreiskirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bei Bedarf führt er Orientierungsgespräche mit den Pfarrerinnen und Pfarrern
und moderiert übergemeindliche Kooperationsprozesse. Außerdem vertritt er
den Kirchenkreis im „Forum Elisabeth“.
Schließlich wird das dreiköpfige Leitungsteam bei seinen inhaltlichen Aufgaben
im Übergang bis Ende April beraten,
begleitet und moderiert von Birgit
Dierks, die zur Zeit als Pfarrerin in
der Kirchengemeinde Alt-Schöneberg
tätig ist.
Das Konzert von Bach bis Mozart
und von Oboe bis Horn
Wer montagabends über an der PaulGerhardt-Kirche vorbei und über den Hof
zum Gemeindehaus geht, hört zarte ineinander verwobene Klänge an sein Ohr
dringen, manchmal auch eine prägnante
Melodie oder einen kräftigen strahlenden Schlusston: das KirchenkreisOrchester probt im Paul-Gerhardt-Saal.
Seit über zehn Jahren bereichert das
Streichorchester, das sich aus etwa
zwanzig engagierten Laienmusikern
zusammensetzt, nicht nur in Alt-Schöne­
berg, sondern im ganzen Kirchenkreis
Gottesdienste, Konzerte und andere
27
kirchenmusikalische Veranstaltungen.
Zusammen mit dem Neuen Chor AltSchöneberg führt das KirchenkreisOrchester regelmäßig Oratorien,
Messen und andere geistliche Musik
auf.
Das Kirchenkreis-Orchester erarbeitet
unter der Leitung von Kantor Sebastian
Brendel in diesem Frühjahr ein anspruchsvolles Konzertprogramm: Neben
dem Konzert für Oboe d’Amore BVW
1055 von Johann Sebastian Bach
werden das Hornkonzert KV 495 von
Wolfgang Amadeus Mozart und dessen
geistliche Motette „Exsultate, Jubilate“
am 17. Mai 2015 um 19 Uhr in der PaulGerhardt-Kirche erklingen.
Bachs Konzert für Oboe d’amore ist aus
einem Konzert für Cembalo rekonstruiert
worden - Bach hatte ein bestehendes
Oboenkonzert zur Aufführung mit einem
Cembalo durch eine Studentengruppe
bearbeitet. Das ursprüngliche Konzert
für Oboe ist nicht überliefert, da es
Bach wohl wichtiger war, den damals
neuen und von ihm mitentwickelten Einsatz des Cembalos als konzertierendes
Instrument zu dokumentieren. Das
Kirchenkreis-Orchester führt die rekonstruierte ursprüngliche Version mit Oboe
d’amore auf.
„Exsultate, Jubilate“ komponierte
Mozart 1773. Das Werk gleicht einem
„Instrumentalkonzert“ für Singstimme
und passt deshalb genau in den Bogen,
28
der in diesem Konzertprogramm zwischen
Bachs Oboenkonzert und Mozarts Hornkonzert aufgespannt wird. Unmittelbar
danach verfasste Mozart sein erstes
eigenständiges Instrumentalkonzert,
ein Violinkonzert (KV 207). Das Werk
kann damit als Frühwerk unter Mozarts
Konzertkompositionen gelten. Sonntags
traf sich Mozart mit anderen Musikern
bei dem Baron van Swieten, um dort
„unbekannte alte Musik“ zu spielen,
vorzugsweise von Bach und Händel.
Möglicherweise setzte er sich hier
auch mit den Instrumentalkonzerten
Bachs auseinander und entwickelte die
Gattung des Instrumentalkonzerts in den
folgenden Jahren weiter.
Das Hornkonzert KV 495, das das
Kirchenkreis-Orchester mit der Solistin
Jessica Hill aufführen wird, entstand
1786. Dies war eine Zeit technischer
Innovationen des Instruments, auf die
Mozart reagierte, die er in seiner Komposition herausstellte und kontrastierte.
Zugleich geht die Komposition auf
die spielerischen Fähigkeiten des Komponisten Leutgeb ein, dem das Stück
gewidmet ist.
Das Kirchenkreis-Orchester führt die drei
Konzerte am 17. Mai 2015 um 19 Uhr
in der Paul-Gerhardt-Kirche auf. Karten
sind zu 8/10 € im Vorverkauf und an der
Abendkasse erhältlich.
Katharina E. Franke
29
Neues von der Arbeit unserer
Gemeinde mit unseren Kindern
Silvia Urban und ich werden uns an der
Gründung einer neuen Krabbelgruppe
(Kinder zwischen = und 3 Jahren) versuchen. Termin: Immer dienstags
vormittags von 10 bis 12.30 Uhr.
Die erste Gruppe fand sich am
17. März 2015 zusammen. Wir
freuen uns auf jeden, der gute
Laune und vielleicht
eine Spende für das
gemeinsame Frühstück
mitbringt.
Unser Ausflug nach
Schönwalde ist gebucht. Termin:
12. bis 14. Juni 2015.
Vollverpflegung ist
gewährleistet, was
uns hoffentlich ein
maximales Wohlfühlausspanngemeinschaftsgenießen
bescheren wird. Die
Teilnehmerzahl ist hausbedingt auf
29 Personen begrenzt, also um schnelle
Anmeldung wird gebeten. Sprecht mich
an oder mailt mir ([email protected]).
Wie bereits im vergangenen Jahr
werden wir mit Jung und Alt einen
Ostergarten gestalten, der in der Kirche
ausgestellt werden soll. Termin:
30
Gründonnerstag, dem 2. April 2015, um
16 Uhr im Paul-Gerhardt-Saal.
Ich werde eine Liste auslegen, da
Anmeldungen für die Vorbereitung
und Materialbeschaffung sehr
hilfreich sind. Ich hoffe, Ihr und
Eure Kinder haben Lust und
Interesse, dabei zu sein.
Unser Altartuch ist fertig! Bunt, schön
und mit dem Schriftzug der aktuellen
Jahreslosung versehen ist es in unseren
Familiengottesdiensten zu bewundern
und wird uns von jetzt ab durch das Jahr
begleiten.
Ich hoffe, wir sehen uns.
Ihre Fanni Fritsch
George Bell - Ein außergewöhnlicher
Mensch und Geistlicher 10. Teilvon Eberhard Glöckner
Am 27. Oktober 1945 traf George Bell,
aus Bünde in Westfalen kommend, dem
Sitz der britischen Administration in
Deutschland, auf dem Lehrter Bahnhof
in Berlin ein.
Tief bewegt nahm er bei seiner Ankunft
das Schicksal, das Elend und die Hoffnungslosigkeit der Flüchtlinge wahr,
die bei ihrer Flucht auf diesem Bahnhof
gestrandet waren.
Wie schon in Stuttgart und auf seiner
Fahrt quer durch Deutschland war er
auch in Berlin schockiert über das Ausmaß der Zerstörungen durch den gerade
zu Ende gegangenen 2. Weltkrieg, den
er mit allem ihm gebotenen Mitteln
verhindern wollte und es doch nicht
vermochte. Unter dem Eindruck des
Erlebten gründete er nach seiner Rückkehr in England die bedeutende Hilfs­
organisation „Christian Aid“ (Christliche
Hilfe), die sich zum Ziel setzte, humanitäre Hilfe für Menschen zu leisten, die
besonders unter dem Krieg und seinen
Folgen gelitten haben.
Diese nichtstaatliche Entwicklungshilfeorganisation besteht in der Gegenwart
aus einem Zusammenschluss von
41 britischen und irischen Kirchen,
die Hilfsprojekte, die Bekämpfung von
Armut, die Entwicklung sozialer Projekte
und Hilfe bei Katastrophen vorwiegend
in Südamerika, in der Karibik, im Nahen
Osten sowie in Asien und Afrika auf ihre
Fahnen geschrieben hat. Der Wahlspruch der Organisation lautet: „Wir
glauben an ein Leben vor dem Tod“.
Christian Aid setzt sich nachdrücklich
dafür ein, dass sich die Welt ändern
muss, so dass jeder ein selbstbestimmtes Leben führen kann, frei von Not
und Armut. Unabhängig von Glauben
oder Nationalität sollte jeder Mensch
dieser Erde gleiche Rechte haben und in
Würde und Freiheit sein Leben gestalten
können. Ziele also, die sich auch George
Bell zu Lebzeiten gesetzt hatte und nach
denen er immer strebte.
Anlass seines Berlin-Aufenthaltes war
der erste ökumenische Gottesdienst
auf deutschem Boden nach Ende des
Krieges. Er fand am 28. Oktober 1945
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um 14.00 Uhr in der mit 1.600 Besuchern
völlig überfüllten, kriegsbeschädigten
Marienkirche in Mitte, also im sowje­
ti­schen Sektor, statt. Es sprachen
Bischof Dibelius von der Evangelischen
Kirche Deutschlands, Bischof George
Bell, der russisch-orthodoxe Erzbischof
Alexander, der selbst unter der deutschen Besetzung seiner Heimat gelitten
hatte, sowie Probst Heinrich Grüber, ein
führenden Vertreter der Bekennenden
Kirche, ein überzeugter, unerschrockener
Antifaschist, der im KZ Sachsenhausen
inhaftiert und gefoltert wurde.
An dem Gottesdienst nahmen ebenfalls
Vertreter von Freikirchen Deutschlands
teil, so u. a. die Heilsarmee.
Hier nun Auszüge aus seiner Predigt, in
der er sich erneut als hervorragender
ökumenischer Brückenbauer auch für
Deutschland erwiesen hat:
„Mit großer Freude predige ich heute
in einer deutschen Kirche (…). Ich
reiche euch die Hand der Bruderschaft
(…). Furchtbare Dinge wurden im Krieg
getan, als die Völker wider einander
kämpften (…) Hass trat an die Stelle der
Liebe, Falschheit an die Stelle der Wahrheit und die Gott als freie menschliche
Wesen berief, wurden als Sachen und
Sklaven benutzt. Und jetzt ist die Ernte
gekommen. Die Wind gesät haben,
haben Unwetter geerntet, und die die
Nation mit götzendienerischer Leiden­
schaft anbeteten, haben Ruin und
Leiden über Unschuldige und Schuldige
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in unerhörtem Ausmaß gebracht. Die
Bedrohung durch Krieg und die ungerechten Taten, die zum Krieg führten,
hängen noch über der Menschheit und
allenthalben sind die Herzen der Menschen zerstört. Wie kann die drohende
Gefahr überwunden werden? Ich weiß
nur einen gewissen Weg; wenn wir ihn
nur betreten wollten! Es ist der Weg des
Christus, es ist der Weg der Vergebung
und Liebe. Vergeltung bedeutet die
Straße des Todes. Gerechtigkeit des
Gesetzes reicht allein nicht aus. Wir
brauchen Gerechtigkeit und Liebe.“
Im weiteren Verlauf betonte er, dass es
nicht nur den Deutschen an Liebe und
Gerechtigkeit gemangelt hat, dass alle
Buße tun müssen. Und er führte weiter
aus: „Und wenn Christus der einzige
Weg ist, die Bedrohung durch Krieg und
Grausamkeit zu überwinden, dann ist
die weltweite Kirche Christi solch eine
Gemeinschaft, die die Schranken der
Völker überwindet. Dann ist hier kein
Jude noch Grieche, Beschneidung noch
Unbeschnitten sein, Barbar, Skythe,
Sklave oder Freier. Sondern Christus ist
alles in allen. Weil ich überzeugt bin
von der Wirklichkeit der Universalität,
vertraue ich darauf, dass die Kirchen
der ganzen Welt mit den Kirchen in
Deutschland zusammenarbeiten werden
für die Wiedergenesung Deutschlands
und für seinen Glauben an Gott, seinen
Glauben an die Menschheit und seinen
Glauben an sich selbst; und dass sie [die
Kirchen der Welt] bis an den Rand ihrer
Kräfte zur Hilfeleistung für Deutschland
in seinem augenblicklichen bitteren
Elend bereit sein werden und ebenso
zur Hilfeleistung an alle Not leidenden
Länder nach Maßgabe ihrer Bedürftigkeit. Möge Gott uns noch einmal alle
zusammenführen in Christo, der unser
Friede ist.“ (Kurt Anschütz, BefreiungBesetzung-Versöhnung. Die Arbeit
ausländischer Christinnen und Christen
nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin,
Berlin 2001, Edwin Robertson, Unshakeable Friend. George Bell and the German
Churches, London 1995).
Im selben Jahr hielt er eine leidenschaftliche Rede in Basel über Europa,
Deutschland und die Kirchen. Darin
hieß es u. a.: „Die Einheit Europas ist
das eigentliche Anliegen. (…) Und wir
müssen auf Europas Einheit nicht primär
vom politischen, sondern zuerst vom
kulturellen und dann vom wirtschaft­
lichen Standpunkt aus blicken (…) Die
christliche Kirche, sei sie protestantisch,
katholisch oder orthodox, hat heute
überall eine schwere Aufgabe (…). In
Deutschland brachten beide, die protestantische und die katholische Kirche
es nicht fertig, dem Volk jene starke
moralische Grundhaltung zu geben, die
es befähigt hätte, ein solches Regime
wie das Hitler-Regime unmöglich zu
Der Verlust eines Angehörigen trifft jeden von uns
schmerzhaft. Aber nicht nur
die emotionale Belastung,
auch die Kosten für eine
würdevolle Bestattung wiegen in solchen Momenten
schwer. Seit der Streichung
des gesetzlichen Sterbegeldes müssen die Angehörigen einen hohen Beitrag
aus eigener Tasche zahlen.
Denken Sie jetzt an später.
AXA Generalvertretung
Dieter Nain
Wilhelmshöher Str. 24
12161 Berlin
Tel.: 030 8512610
Fax: 030 8594865
[email protected]
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machen. Vor allem die protestantische
Kirche hat zu wenig Interesse für soziale
Fragen, Arbeit, Wohnfragen und Frieden
gezeigt und war dem Staat gegenüber
zu unterwürfig, und die Deutschen sind
- allgemein gesprochen - so gelehrig,
so undemokratisch vom Temperament
her, dass die Verantwortung der Kirchen
um so größer ist, wenn sie dem Volk das
Evangelium verkündet und die Herrschaft Gottes über den Staat und über
das ganze menschliche Leben betont“
(zitiert nach B. Klappert, U. Weidner:
Schritte zum Frieden: theologische Texte
zu Frieden und Abrüstung, 1983).
Mit seiner Teilnahme an der Ratstagung der EKD in Stuttgart sowie am
Ökumenischen Gottesdienst hat George
Bell demonstriert, dass die Kirchen
Deutschlands nach den Schrecken der
vergangenen Zeit wieder in der internationalen Gemeinschaft der Kirchen
willkommen sind. Welch eine Geste fünf
Monate nach Ende der Naziherrschaft!
Aber gleichzeitig: welch ein Vertrauens­
beweis gegenüber unseren Kirchen und
seinen Gliedern, dass diese aus den
Fehlern der Vergangenheit lernen, der
sicherlich nicht überall in Europa auf
Zustimmung und, wer kann es verdenken, auch auf Ablehnung stieß.
Seiner wegweisenden Predigt in der
Marienkirche sowie dem Inhalt seiner
Rede in Basel ist auch nach 70 Jahren,
angesichts der aktuellen Weltlage, der
sozialen Schieflagen in vielen Ländern
der Erde, auch in Deutschland, nichts
hinzuzufügen. Die Aufgaben für die
Kirchen, wie sie George Bell umrissen
hat, haben sich nicht geändert; im
Gegenteil, eine verantwortliche eigenständige, nachdrückliche Kirchenpolitik,
die sich als Korrektiv zur offiziellen
Politik der Mächtigen dieser Erde versteht und zum Wohle der Menschheit
agiert, ist heute wichtiger denn je. Ein
bedeutendes Mittel zur Erhöhung sowie
der Wirksamkeit dieser „Schlagkraft“,
und das hat George Bell immer wieder
betont, ist die Universalität der Kirchen,
d. h. der Ökumene. Diese Ökumene
beginnt in unseren Köpfen, an der Basis,
und besteht nicht nur aus einem gemeinsamen, jährlichen Gottesdienst am
Rathaus Schöneberg sondern sollte zum
wichtigen Bestandteil unserer tagtäglichen, gelebten Gemeindearbeit werden,
frei von Misstrauen oder Vorurteilen.
George Bell hat, und das habe ich
mehrmals in verschiedenen Teilen dieser
Serie betont, immer wieder auch von
anderen Religionen oder Kirchen gelernt
und diese Erkenntnisse in seine Tätigkeit
einbezogen. Auch wir sollten in diesem,
seinem Sinne verfahren und kleinkariertes Denken oder auch Borniertheit über
Bord werfen.
Lesern Sie im nächsten Teil, so Sie
mögen, wie sich George Bell für Flüchtlinge und Vertriebene sowie gegen die
atomare Aufrüstung einsetzte.
Impressum
Herausgeber:
Ev. Kirchengemeinde Alt-Schöneberg,
Pfarrerin Birgit Dierks (V.i.S.d.P.)
Redaktion: Eberhard Glöckner
Tel. 030/31 98 28 89, redaktion-as@
schoeneberg-evangelisch.de
Gestaltung: Ele Joswig,
www.wissens-design.com
Titelbild: Jan Hermel
Foto Seite 11: IESM, pixelio.de
Foto Seite 16: Dieter Schütz, pixelio.de
Foto Rückseite: Gemeindebrief
Druck: Druckerei Schmohl & Partner
Auflage: 750 Exemplare
Der Gemeindebrief erscheint
zwei­monatlich und kostenlos.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge
entsprechen nicht in jedem Fall der
Redaktionsmeinung.
Redaktionsschluss für Nr. 3/2015:
11. Mai 2015
Bankverbindung:
Ev. Kirchengemeinde Alt-Schöneberg
Kirchenbank
BIC: GENODEF1EK1
IBAN: DE68 5206 0410 0103 9035 32
Bei Spenden bitte Verwendungszweck
angeben.
Ev. Kirchengemeinde Alt-Schöneberg
Hauptstraße 47-48, 10827 Berlin
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E-Mail: [email protected]
www.alt-schoeneberg.de
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Denk ich an Gott
mit heitrem Sinn
Denk ich an Gott mit heitrem Sinn,
dass er mir Seel‘ und Leben
und alles, was ich hab`und bin,
ja, selbst den Sohn gegeben:
So wallt mein Herz in mir:
Du bist mein Gott ich danke dir,
mein Gott, ich will dich preisen!
Denk‘ ich an Jesum, der sogar
sein Herz mit mir geteilet,
und mich, der voll Sünden war,
mit seinem Blut geheilet,
so jauchzt mein gläubig Herz in mir:
Du bist mein Gott, ich danke dir,
mein Gott, ich will dich preisen!
Gedenk‘ ich, was der Geist getan,
der Jesum mich lehrt kennen,
der schaffet, dass ich glauben kann,
und Gott selbst Vater nennen,
so wirkt er frohes Lob in mir:
Du bist mein Gott, ich danke dir,
mein Gott, ich will dich preisen!
Philipp Friedrich Hiller (1699-1769)