Seite 16 | Ratgeber DOKTOR EROS Lieber Ratgeber Ich, 21, kam als Vierjähriger mit Eltern und Schwester ins Land. Wir sind Ägypter, koptische Christen. (In meiner muslimisch geprägten Heimat gibt es das Christentum.) Ich lese oft deine Spalte der Mutter vor. Das Problem: Schweizer Rassismus macht mich zum Aussenseiter! Weder Schulkameraden noch KollegInnen wollen mit mir zu tun haben. Auch die Mädchen lehnen mich völlig ab. Nun sagte mir eine Schweizerin, gleich alt wie ich, ich solle nicht mehr um sie werben, sie sähe mit mir keine Zukunft. Krasser Rassismus pur, oder? Karim Lieber Doktor Eros Ich arbeite seit 9 Jahren in der Filiale eines national tätigen Lebensmittelkonzerns. Der Job gefällt mir, das Umfeld ist prima und die KollegInnen sind nett. Nun ist da aber ein Problem aufgetaucht: eine neue Mitarbeiterin, 39, gemäss Personalakte, zog in die Buchhaltung, und es dauerte nicht lange, bis ich rausfand, dass sie früher im 'Milieu' - Massagesalon - tätig war und sogar als gelegentliche Pornodarstellerin ihre Brötchen verdiente. Ich meine, das geht doch nicht! Solch' eine moralisch tiefstehende Person kann doch nicht die Reputation einer ganzen Belegschaft ruinieren, einfach so! Wie denkst du darüber, da muss man doch was tun? Kevin, 32 Lieber Karim Nach Erhalt deines Mails galt es für mich rauszufinden, ob du überhaupt 'echt' bist. Mein Misstrauen erachte ich als berechtigt; wie oft kommt es schon vor, dass ein junger, eingewanderter koptischer Christ mit ägyptischem Migrationshintergrund meine Spalte liest? Ergebnis: Ja, du bist echt und bist ausserdem ein ungemein höflicher, netter junger Mann. Wir trafen uns in einer Beiz, und du entschuldigtest dich dafür, dass du kein Geld habest, um die Konsumation - 1 Glas Wein für mich, Tee für dich - zu bezahlen. Ich fand das nett formuliert und war von deiner freundlichen Art angetan. Aber nur solange, bis ich mehr zu deiner Biografie erfuhr. Karim, du bist das klassische Produkt (d)einer nie stattgefundenen Erziehung. Jedenfalls nicht nach hiesigem Werturteil. Du kannst aber nichts dafür, alle Schuld liegt bei deinen Eltern, die dir jedwede Akzeptanz hiesiger Lebensform unter Prügelandrohung verboten. Ich hatte Kontakt mit deinen ehemaligen (bedauernswerten, oh ja) Lehrern und Ausbildern und vernahm unisono: unzuverlässig, schlampig in jeder Form der Ausübung, beratungsresistent, keine schulische wie Auffällig, wie genau du weisst, wo du im Milieubereich suchen musst... Lieber Kevin Nimm das 'lieber' nicht so wörtlich, es ist eine Floskel hier in deinem Falle. Du bist kein gar so 'Lieber', sonst ergingest du dich nicht in künstlicher Empörung über eine Frau, der es nicht beschieden war, so trittsicher wie du auf dem schmalen Grad von Sitte und Moral allzeit zu wandeln. Eher glaube ich, du ähnelst dem Pharisäer, der in Negierung eigener Schwäche sprach: «HERR, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die anderen!» Ach, Kevin, richte nicht gnadenlos über sie, bevor du ihre Geschichte nicht kennst. Es mag ihr etwas widerfahren sein, das ihr solch' Tun aufzwang, und dass sie jetzt über den soliden Job den Weg zurück sucht, zeugt ja von neuer Einsicht. Gefallenen extrem, rücksichtslos ein Körperteil Vernunft, Einsicht Erbfaktor Er outet Rassismus, wo keiner ist berufliche Autorität anerkennend, renitent und - tut mir leid, Karim verlogen in fast jedem geäusserten Wort. Man legte mir Beweise vor, auch schriftliche, und nichts davon kannst du 'wegerklären'. Du bist nicht führbar, egal von welcher Seite oder Institution solch' Bemühen kam. Du tust nur, was du willst und erwartest, dass alle anderen sich deinem Lebensstil beugen. Aber das tut die Gesellschaft nicht, Karim. Weder Lehrer noch berufliche Ausbilder akzeptierten, dass du ihnen sagtest, wie sie ihren Job zu dei- } Die Gesellschaft fügt sich dir nicht - nie und nimmer. Mister Schweiz Abk.: 2006 (Mi- geboren guel San) Ort nordwestl. Buchs (SG) Verkehrsmittel (Kurzw.) Schweizer Schwinger (Martin) Kurort im Berner Oberland Spital existenz möglich - aus! Wenn also die junge Schweizerin dir sagte, sie sähe keine Zukunft mit dir, so war dies keine Kränkung, sondern die Benennung eines Faktums. Karim, wache auf: vor 10 Tagen verlorst du deinen dritten (!) Hilfsarbeiterjob im 2015 - was gibt es da noch zu rütteln und zu deuten? Beuge dich den Gepflogenheiten deines Gastlandes und die Probleme werden verschwinden. Tue es nicht, und über kurz oder lang wirst du verschwinden in die Niederungen sozialer Armut und leicht voraussehbarer Straffälligkeit. Herzlichst, der Ratgeber Fragen an: «Ratgeber» Verlagshaus Zehnder AG, Postfach 30, 9501 Wil oder völlig diskret via E-Mail: [email protected] Turnübung Europäerin schweiz. Maler † 1814 Schweizer Männername Zeitraum von 10 Jahren Math.: ein Ganzes 4 Muskelzusammenziehung Teil der Stunde Kameraeinstellung (Film) schweiz. Arzt (Théoph.) † 1689 Zürichs Schutzheilige Gipfel südl. v. Grindelwald Geruch; Geschmack Engeln hilft 'mann' auf die Beine, man tritt sie ihnen nicht unterm Leib weg. Leere nicht kübelweise Dreck gegen sie aus und verspritze keine Moralinsäure unter Hochdruck. Rhetorisch: Du, Kevin, noch nie die Dienste des Milieus beansprucht, nie den Kopf voll lüsterner Intention solcher 'Damen' nachgesehen? Mich deucht, dein Bekenntnis zu hoher Moral rührt eher von fehlender Chance zur Unmoral her - erwischt? Lasse die Frau in Ruhe, wirf sie nicht zurück durch gemeines Outing. Zeige dich dir selbst von neuer Seite, Kevin, indem du Gnade gewährst. Schweige, wo nichts besser wird, wenn du sprichst. ~ schweiz. weisse Rebsorte Schweizer Maler † 1738 Schweizer Starkomiker (Marco) } Beuge dich, und deine Probleme verschwinden... Singvogel 2 belg. Kriminalromanautor † zer Rassismus', auf den du dich in Erklärung deiner Sorgen zu Unrecht berufst. Man lehnt euch nicht wegen eures 'Migrationsstatus' ab, wohl aber ob eueres ureigenem Verhaltens. Da ist keine friedliche Ko- Es genügt nicht, in unaufhörlichem Wortschwall zu beteuern, man sei guten Willens man muss es beweisen...! 3 Bodenentwässerung ~ nem Frommen zu erledigen hätten. Deine früh aufgetauchten und dann nie mehr verschwundenen Probleme mit dem Umfeld sind hausgemacht, und dies liegt weniger an dir als an den Eltern. Weil die vom ersten Augenblick des Aufenthaltes sich darauf versteiften, alles abzulehnen, was ihnen unser Lebensstil, unsere Gesetze und Gebräuche auferlegten. Ihre Haltung übertrugen sie auf ihre zwei Kinder, darum hat deine Schwester denselben Kummer wie du. Nix da also von 'Schwei- Windbluse mit Kapuze Kanton Urteile nicht über diese }Frau, bevor du ihre Geschichte nicht kennst ~ Mittel gegen Körpergeruch (Kw.) Flaumfedern Indianerzelt österr. Kloster an der Donau Anzeige des Kalenders Pflanzenwuchsform Gebetsschlusswort skand. Münze schweiz. Maler (Cuno) † 1961 männlicher franz. Artikel Nachkomme www.swissregiokombi.ch Flugzeugbesatzung (engl.) Abschnitt Abk.: Int. AutoGarten- mobil- Abk.: bauaus- bauform abgeschlossen stellung Zweitschrift Segelbegriff Nebenbuhler 1 ® Gesichtsteil 1 slv1814.50-14 2 3 4 5 6 Rätsel lösen und Bargeld gewinnen! So können Sie mitmachen: slv1814.50-14 per SMS: 14/ 2015 altes schweiz. Hohlmass franz.: von 5 ugs.: Lump Erzähltalent Gewinnen 1 4 in5 bar!6 2 Sie3 Fr. 200.- Dein Doktor Eros Sex-Probleme? Mailen Sie an: [email protected] oder als Briefpost: Doktor Eros, Verlag, Postfach 30, 9501 Wil Zuger Woche | Mittwoch, 1. April 2015 LWR plus Lösungswort an 919 senden (CHF 1.50/SMS) Beispiel: LWR BAUM per Telefon: 0901 919 888 (CHF 1.50/Anruf vom Festnetz) per WAP: http://win.wap.919.ch/lwr (nur mit Handy möglich) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es wird keine Korrespondenz geführt. Einsendeschluss: Sonntag 24:00 Uhr 6 AUFLÖSUNG DES RÄTSELS H M E G S B E R A T E R WU R F U NK E EDE L E I LAT RAD I A L NEULAND S T I E L VHS DOZ ENT KANTON H A E L E N GA S UHR SPENDE P U W O MO D E L BAUAMT E TAGE F E H NET ZEN H F I RMA ENGE L S ARABER ULK KREN OBLAT E T I RGE L SUL Z Therme (1-6) Gewinner / in KW 12 Alfred Mader Lösungswort: THERME slv1814.54-12 Charly Pichler Lieber Daniel Vasella Lieber Jörg Reinhardt Um Himmels und der Vernunft Willen beenden Sie beide, ehemaliger wie gegenwärtiger Präsident von Novartis, Ihren Schulbubenstreit, der sich auf dem Niveau zweier zurückgebliebener Pennäler bewegt und Sie der Lächerlichkeit preisgibt. Man weiss zwar, worum Sie sich streiten, aber nicht warum. Sie beide können vor lauter Geld nicht mehr laufen, und da beharken Sie sich öffentlich wegen einiger weniger Milliönchen? Sie, Herr Vasella, zählen seit 1999 zu den weltweit bestbezahlten Managern. Nur allein im 2007 verdienten Sie 29 Mio Franken. Ihnen, Herr Reinhardt, stopft man als Vasella-Nachfolger bestimmt nicht weniger in den nimmersatten Rachen. Ich schätze mal vorsichtig, jeder von Ihnen hat mein Jahresgehalt um 9.15 erreicht, wenn er um 9 Uhr sein Tagwerk begann. Und da beharken Sie sich wegen eines Grundstücks im Kanton Zug, von dem Sie beide bislang nicht zu sagen vermochten, wozu Sie es auf Teufel und Dummheit komm' raus benötigen? Nun stelle ich, mit keinen Millionen verwöhnt aber im Gegensatz zu Ihnen beiden mit Restbestand von Denkvermögen gesegnet, die rhetorischen Fragen: - Wozu brauchen Sie, Herr Vasella das Riesengrundstück - Sie leben ja in den Staaten? - Wieso pochen Sie, Herr Reinhardt ebenfalls und ausgerechnet auf denselben Besitz? - Warum engagierten Sie, Herr Vasella, zwei Liegenschaftsschätzer, die einen Preis nach Ihrem Gusto festlegen sollten? - Wieso folgten Sie, Herr Reinhardt, flugs Vasellas Beispiel? Nun entscheidet das Zuger Gericht, und ich frage bange: Zahle ich mit meinem Steuerbatzen indirekt diesen Quark mit? Weiters frage ich: Waren Sie, Daniel Vasella, zur Führung Ihres Milliardenkonzerns mit Verantwortung über Abertausende Beschäftigte überhaupt befähigt, angesichts Ihres heutigen Kindskopf-Verhaltens? An Sie, Herr Reinhardt, ergeht die Frage ebenso. Inzwischen kletterte das Problem auf neue Höhe: Novartis Ehrenpräsident Vasella musste auf Reinhardts Geheiss sein Büro bei Novartis gegen eines tauschen, das direkt neben der Toilette liegt. Naja, vom Niveau des Ganzen her gesehen, eigentlich ein geographisch logischer Entscheid. E-Mail: [email protected]
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