Du gehörst dazu!

OKULI 2015
Material für die Gemeindearbeit
Du gehörst dazu!
Foto: CBM
Textauslegungen zu Lukas 17,11-19
Dr. Frank Otfried July
Ilse Junkermann
Winfried Kretschmann
Die zehn Aussätzigen
15
„Die zehn Aussätzigen“ aus Lukas 17
(Lutherübersetzung 1984)
Einer aber unter ihnen, als er sah, dass
er gesund geworden war, kehrte er um
und pries Gott mit lauter Stimme
11
Und es begab sich, als er nach Jerusalem
wanderte, dass er durch Samarien und
Galiläa hin zog.
16
und fiel nieder auf sein Angesicht zu
Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war
ein Samariter.
12
Und als er in ein Dorf kam, begegneten
ihm zehn aussätzige Männer; die standen
von ferne
17
Jesus aber antwortete und sprach: Sind
nicht die zehn rein geworden? Wo sind
aber die neun?
13
und erhoben ihre Stimme und sprachen:
Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser!
18
Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?
14
Und als er sie sah, sprach er zu ihnen:
Geht hin und zeigt euch den Priestern!
Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein.
19
Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin;
dein Glaube hat dir geholfen.
Impressum
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Redaktion: Gisela Matthes, Friederike Hofmann
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2
© 2015 Christoffel-Blindenmission
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Inhalt
Impressum ________________________________ 2
Vorwort – Dr. Rainer Brockhaus _____________ 3
Grußwort – Winfried Kretschmann __________ 4
Blick auf den Text – Dr. Frank Otfried July ____ 6
Vorwort
Bibelarbeit – Ilse Junkermann ______________ 10
Liebe Freundinnen und Freunde der
Christoffel-Blindenmission,
Andacht – Dieter Bouws ____________________ 14
Bartimäus – Ein Kindermusical _____________ 15
in unserem diesjährigen Okuli-Magazin geht es um
die Geschichte der zehn Aussätzigen. Sie stehen am
Rand der Gesellschaft, niemand hilft ihnen. Niemand
– außer Jesus. Er hört sie, er heilt sie und er signalisiert: Du gehörst dazu!
Das ist ein echtes Wunder, für uns unerreichbar.
Aber: Vielleicht können wir kleine Wunder bewirken. Gemeinsam können wir Menschen helfen, vom
Rand der Gesellschaft wieder in ihre Mitte zu treten. Wir können dazu beitragen, dass Menschen in
den Armutsregionen dieser Welt eine Chance bekommen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen
und Hoffnung zu schöpfen.
So wie Francis, der langsam erblindete und nichts
dagegen unternehmen konnte. Er hatte einfach
nicht das Geld, um sich operieren zu lassen. In unserem Partnerkrankenhaus in Moshi ist dank unserer Spender das kleine Wunder geschehen: Francis
kann wieder sehen.
Unterrichtsvorschläge für den
Konfirmandenunterricht –
Andreas Schultheiß ________________________ 16
Liturgische Texte – Rudi Saß ________________ 22
Unser Team Kirche ________________________ 24
Angebot des Teams Kirche
für Ihre Kirchengemeinde __________________ 25
Das hat Ihre Spende bewirkt _______________ 27
Kollektenvorschlag ________________________ 28
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In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine fruchtbare
Auseinandersetzung mit unseren Textauslegungen.
Ich bedanke mich schon jetzt, dass Sie die Kollektenbitte auf der Rückseite des Okuli-Magazins nutzen,
um Menschen wie Francis ihr persönliches kleines
Wunder zu ermöglichen.
Herzliche Grüße und Gottes Segen
Ihr
Fotos (2): CBM
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Solche Geschichten machen Mut. Umso schöner,
wenn wir dann noch verstehen, woher diese Hilfe
tatsächlich kommt – so wie der Samariter, der nach
seiner Heilung umkehrt und sich bei Jesus bedankt.
Wenn wir gemeinsam erkennen, dass es Gott ist,
der die Hilfe der CBM-Spenderinnen und -Spender
und der CBM-Partner ermöglicht, dann werden wir
ebenfalls geheilt – auf eine ganz andere und wunderbare Weise.
Dr. Rainer Brockhaus
– Geschäftsführer –
Der 84-jährige Francis Itasi aus Tansania litt am Grauen
Star. Nach gelungener Operation kann er wieder sehen.
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Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg
Winfried Kretschmann
Ministerpräsident des Landes
Baden-Württemberg
Grußwort
Heilende Begegnungen
Der Deutsche Evangelische Kirchentag ist so alt wie
die Bundesrepublik Deutschland. Und über die
Jahrzehnte sind von Kirchentagen immer wieder
fruchtbare Diskussionen angestoßen und wichtige
Impulse in Politik und Gesellschaft hineingetragen
worden. Ich freue mich deshalb sehr auf dieses große Zusammentreffen engagierter Bürgerinnen und
Bürger im Glauben. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, dieser Satz Martin Bubers mag vom
3. bis 7. Juni 2015 in Stuttgart einmal mehr seine
tiefe Bedeutung erweisen.
Das Okuli-Magazin 2015 steht unter der Überschrift
„Die zehn Aussätzigen“ (Lukas 17,11-19). Jesus heilt
diese zehn Aussätzigen. Er wendet sich ihnen, den
Ausgegrenzten, den Hilfesuchenden, zu. Er macht
es möglich, dass sie wieder in die menschliche Gemeinschaft zurückkehren können. Eine im umfassenden Sinne des Wortes heilende Begegnung.
Und wir Christinnen und Christen von heute? – Sind
wir nicht zur Nachfolge Jesu aufgerufen? – Sind wir
nicht aufgerufen, im Verfolgten und Ausgestoßenen, im Armen, Kranken und Behinderten Christus,
unseren Herrn, zu erkennen?
Für die CBM ist die Frage „Was können wir tun, um
anderen in ihrer Not und ihren Beschwernissen zu
helfen“ eine tägliche Herausforderung. Und das
seit über 100 Jahren. So hat sich die 1908 von Ernst
Jakob Christoffel gegründete Entwicklungshilfeorganisation zum Ziel gesetzt, auf Basis christlicher
Werte dafür zu kämpfen, die Lebenssituation von
blinden, gehörlosen, geistig sowie körperlich behinderten Menschen zu verbessern.
Diese Hilfesuchenden gibt es heute wie damals. Es
handelt sich weniger um Aussätzige, aber etwa um
Bürgerkriegsflüchtlinge, die alles verloren haben.
Es handelt sich um Menschen in Entwicklungsländern mit schweren körperlichen Leiden, denen mit
einfachen medizinischen Mitteln geholfen werden
könnte. Es handelt sich um HIV-Infizierte, um alte
Menschen, um Menschen mit Behinderungen und
chronisch Kranke, die in unseren reichen Gesellschaften vergessen und gemieden werden, weil sie
einem auf Leistung und Gesundheit getrimmten
Idealbild nicht entsprechen. Ausgrenzung ist kein
Phänomen, das nur in armen Ländern vorkommt.
Es gibt sie mitten unter uns.
Diesem Thema wird sich mit Sicherheit auch der
Deutsche Evangelische Kirchentag 2015 in Stuttgart
widmen. Die Kirchentagslosung „damit wir klug
werden“ (Ps 90,12) lässt sich auf vielfältige Weise
auslegen. Der Glaube, verstanden als Quelle der
Klugheit und damit als wichtige Hilfe, um den Blick
für das Wesentliche und Notwendige zu schärfen:
Wer ist mein Nächster? – Was kann ich tun, um
seine „Not zu wenden“? Klugheit setzt Aufmerksamkeit und Wachsamkeit voraus, aber auch Einschätzungs- und Urteilsvermögen für das, was in
bestimmten Situationen gefordert ist und was in
meinen Möglichkeiten steht. Diese Frage haben
wir uns auch als Gesellschaft insgesamt zu stellen.
Ich möchte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,
den prominenten Unterstützern und allen freiwilligen Helfern und Spendern dafür herzlichen Dank
und Anerkennung sagen!
Winfried Kretschmann
– Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg –
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© 2015 Christoffel-Blindenmission
Unter dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“ ist
die CBM inzwischen in fast 70 Ländern aktiv und
leistet unschätzbare Dienste von der Katastrophenhilfe über die Bereiche Existenzsicherung, Bildung
und Prävention bis hin zu den jährlich hunderttausenden augenmedizinischen Versorgungen und
Operationen, die für die betroffenen Menschen so
viel Erleichterung bedeuten.
Winfried Kretschmann
Foto: CBM
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Grußwort
Dank Spenderinnen und Spendern aus Deutschland konnte Francis sich operieren lassen – er selbst hätte sich die
Operation nicht leisten können.
5
Foto: Gottfried Stoppel EMH
dere Bedeutung spielt auch die Bewegung: hin zu
den Priestern, zurück zu Jesus.
Der Reihe nach: Als Jesus in ein Dorf kommt, rufen
Menschen, die an Lepra erkrankt sind, laut um Erbarmen. Mit ihrer Krankheit sind sie gezwungen,
sich außerhalb der Dorfgemeinschaft aufzuhalten.
Ihre Krankheit hat auch psychische Folgen. Sie werden ausgegrenzt und sind schon so gut wie für tot
erklärt.2 Sie sind lebendige Tote. In die Beziehungslosigkeit verbannt. Vergessen und verloren.
Der Ruf nach Erbarmen zeigt, dass es für sie um
mehr geht als um die äußerliche, schwere körperliche Krankheit. Sie suchen nach Anerkennung. Nach
Wiederaufnahme in die Gemeinschaft. Nach neuer
Beziehung. Sie suchen den weiten Raum neuen Lebens. Sie wollen erkannt und beim Namen gerufen
werden. „Hab Erbarmen, nimm mich an!“ Die Leprakranken bitten Jesus um Rehabilitation. „Schau
auf uns, lass uns nicht fallen!“ – „Stell uns als Menschenwesen, als Kinder Gottes wieder her.“
Landesbischof
Dr. h. c. Frank Otfried July
Blick auf den Text
„damit wir klug werden“… – Jesus heilt zehn
Aussätzige
Lukas 17,11-19 Die zehn Aussätzigen
(Lutherübersetzung 1984)
Die Kirchentagslosung lässt schon jetzt erahnen,
wie vielfältig sie ist. Sie lautet: „damit wir klug werden“. Sie steht in Psalm 90,12 und dort heißt es im
Zusammenhang: „Lehre uns bedenken, dass wir
sterben müssen, auf dass wir klug werden“ (nach
der Luther-Übersetzung). Ich halte die Losung für
besonders vielfältig, weil sie sich auf so viele verschiedene Lebensbereiche beziehen lässt, in denen
wir es nötig haben „klug zu werden“. Dabei denke
ich an die wirtschaftlichen Zusammenhänge, an
die Bewahrung der Schöpfung und einen aufmerksamen Umgang mit Nahrungsmitteln.
Wir können die ganze Last und das soziale Aus der
Leprakranken kaum erahnen oder nachfühlen. Wir
Die Erzählung in Lukas 17,11-19 besteht aus zwei
Einzelgeschichten. Zuerst steht die Heilung einer
Gruppe von Leprakranken im Mittelpunkt (Lukas
17,12-14). Dann, im zweiten Teil, geht es um den
einen Samariter, der zu Jesus zurückkehrt, um sich
zu bedanken (Lukas 17,15-19). Jesus kommt auf
dem Weg nach Jerusalem an Samarien und Galiläa
vorbei. Er durchzieht das Grenzgebiet. Diese geografische Angabe zu Beginn des Abschnitts gibt zugleich einen Hinweis auf das Außergewöhnliche,
das folgen wird. In mehrerlei Hinsicht lassen sich
Grenzüberschreitungen1 beobachten. Eine beson-
1
2
Obwohl Fati Hassan (63) aus dem Niger mit 40 Jahren
an Lepra erkrankte, hat sie nie aufgegeben.
Vgl. auch die Überschrift bei Traugott Roser, 14. Sonntag nach Trinitatis, Lukas 17,11-19, Heilvolle Grenzüberschreitung, in: Predigtstudien 2008 /2009, Zweiter
Halbband, hg. v. Wilhelm Gräb, Stuttgart, 127.
Vgl. Traugott Roser, 14. Sonntag nach Trinitatis, Lukas 17,11-19, Heilvolle Grenzüberschreitung, in: Predigtstudien 2008/2009, zweiter Halbband, hg. v. Wilhelm
Gräb, Stuttgart, 128.
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© 2015 Christoffel-Blindenmission
„damit wir klug werden“ – zum einen stehen die
biblischen Geschichten insgesamt unter diesem
Motto, in der Bedeutung: „damit wir glauben“,
„damit wir unser Leben auf Gott ausrichten“, „damit wir ein gelingendes Leben führen“. Zum anderen bergen die biblischen Geschichten viele einzelne
Glaubenswahrheiten auf dem Weg zu diesem Ziel.
Welche Klugheit bringt uns also die Erzählung von
den Zehn Aussätzigen näher?
Blick auf den Text
Fotos (2): CBM
Dr. Frank Otfried July
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Ibrahim (62) verlor sein linkes Bein im Alter von 25 Jahren. Er betreibt einen „Garten des Lebens” im Niger.
Indem die zehn sich aufmachen, werden sie gesund
– aber werden sie auch heil?
wissen allerdings, dass es auch in unserer heutigen
Welt Ausgrenzungen von Menschen aus der sozialen Gemeinschaft oder Gesellschaft gibt. Dies kann
sehr verschieden aussehen. In manchen Ländern
dieser Welt fallen Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder schweren Krankheiten ganz
durchs Raster. HIV, Blindheit, Lähmung, Lepra …
Ebenso bei Menschen mit psychischen Erkrankungen. Andere Menschen sind verunsichert, nehmen
Abstand, halten Distanz.
Als Jesus die Kranken hört, ruft er ihnen zu, sie sollten zu den Priestern gehen und sich ihnen zeigen.
Dieses Ritual geht auf 3. Mose 14,2f. zurück, wo es
heißt: „Dies ist das Gesetz über den Aussätzigen,
wenn er gereinigt werden soll. Er soll zum Priester
kommen, und der Priester soll aus dem Lager gehen,
und feststellen, dass die kranke Stelle am Aussätzigen heil geworden ist.“ Jesus bleibt auf den ersten
Blick in der Ordnung. Keine Sonderbehandlung.
Kein Ausnahmetatbestand. Aber er tritt in Beziehung. Er rät ihnen den bekannten Weg. Er gibt den
entscheidenden Impuls: Er gibt ihnen das Zutrauen, sich auf den Weg zu machen. Er erneuert und
bestätigt in ihnen den Glauben daran, dass sie gesund werden können.
Nun folgt der zweite Teil der Erzählung. Einer der
zehn genesenen Menschen kommt zu Jesus zurück.
Es ist ausgerechnet ein Samariter, ein Bewohner aus
der Region Samarien, ein Fremder. Offensichtlich
hat Jesus dies zuvor nicht gemerkt, oder es war ihm
nicht wichtig. Nun kommt der Mann zurück und
bedankt sich bei Jesus. Dieser ist nicht zufrieden. Er
fragt, wo denn die anderen geblieben sind?
Dreh- und Angelpunkt der Begebenheit ist die
Dankbarkeit. Es ist außergewöhnlich, dass Jesus für
sein Handeln ganz ausdrücklich Dankbarkeit erwartet. Bei der Heilung des Gelähmten sagt er abschließend nur: „Steh auf, nimm dein Bett und geh
heim“ (Lukas 5,23). Bei der Heilung der Tochter des
Jaïrus ruft er die Eltern gar dazu auf, niemandem
etwas zu sagen (Lukas 8). Hier fordert er aber den
Schritt zu sich zurück. Lobend erwähnt wird der Samariter, der diesen Schritt bereits vollzieht. Warum
ist Jesus die Dankbarkeit so wichtig? Welche Perspektive, welche Klugheit und Einsicht möchte er
den Menschen schenken?
7
Blick auf den Text
Dr. Frank Otfried July
1. Die Heilung verändert den ganzen Menschen
2. Der Glaube trägt Früchte
Ohne die Umkehr des Samariters ist die Heilung
nicht als ganzheitlich zu betrachten. Sie wäre rein
äußerlich. Die zehn Menschen machen sich auf den
Weg und sie werden mutmaßlich rein. Ob sie tatsächlich bei den Priestern ankommen, wird nicht
berichtet. Schon der Impuls loszugehen hilft ihnen.
Sie gewinnen Zutrauen in sich selbst. Ihre Krankheit legen sie offenbar ab. Aber zieht das auch eine
nachhaltige Änderung nach sich? Lernen sie aufs
Neue, in Beziehung zu leben – mit Gott und den
Menschen? Der Samariter dagegen hält inne. Ihm
wird klar, welch großes Geschenk er erhalten hat.
Das Gefühl der Dankbarkeit beinhaltet die Erkenntnis, dass man nicht alles selbst in der Hand
hat, dass man sich nicht selbst erfinden oder machen
kann. Sondern dass Leben, Gesundheit und Erfolg
geschenkt sind.
Der Samariter kehrt zurück. Er bringt Jesus gegenüber seine Dankbarkeit zum Ausdruck. Der Glaube,
den Jesus sich wünscht, ist keine Einbahnstraße.
Nächstenliebe wird gefördert durch das gegenseitige Geben und Nehmen. Der Samariter, der Rettung erfahren hat, gibt seiner Freude Ausdruck. In
ihm ist neue Beziehungsfähigkeit entstanden. Andere Menschen hatten sie ihm genommen, ihn für
beziehungsunwürdig erklärt. Gott schenkt sie ihm
zurück und traut sie ihm neu zu. Man kann davon
ausgehen, dass er sich in Zukunft auch für andere
engagieren wird. Sein Danken resultiert aus dem
Bewusstsein für das Gute, das er erfahren hat.
Dadurch, dass der Samariter zurückkehrt, wird es in
seiner Bewegung deutlich sichtbar, dass sich auch
in seinem Innersten etwas verändert hat. Dies ist
die Grundlage für ein besseres, heilendes Leben,
das Jesus sich wünscht. Er denkt nach und kommt
zu der Erkenntnis, die Nähe Jesu zu suchen. In Jesus
erkennt er den Grund seiner Heilung.
Die Heilung der Aussätzigen war an keinerlei Bedingungen geknüpft. Es war auch kein Unterschied
zu spüren zwischen Juden und Samaritern. Aber
ganz von selbst bleibt es nicht dabei, einfach nur
das Geschenk der Heilung anzunehmen. Wer beschenkt wurde, möchte selbst zum Schenkenden
werden.
Aufgrund seiner Hörprobleme konnte Tomaths aus Sambia früher oft nicht mitspielen und fühlte sich einsam.
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Wer an Jesus glaubt, der bleibt nicht allein und lebt
vor sich hin. Der christliche Glaube fördert die Gemeinschaft und das Miteinander.
Blick auf den Text
Dr. Frank Otfried July
3. Vorurteile werden abgebaut
Der Evangelist Lukas betont in der Erzählung besonders, dass es ein Samariter ist, der zu Jesus zurückkehrt. Das vorbildliche Verhalten eines Fremden.
Indirekt ruft der Evangelist Lukas dazu auf, jedem
alles zuzutrauen. Er durchbricht die Grenzen und
ruft zur Offenheit auf. Unerwartetes passiert. Vom
Schubladendenken ist Abstand zu nehmen.
Damit wird der Horizont erweitert zu einem inklusiven Denken. Auch und gerade dem Samariter ist
zuzutrauen, dass er sich im Sinne Jesu verhält: Er
kehrt um und dankt. Die Erzählung stellt die gewöhnlichen Erwartungen auf den Kopf. Ausgerechnet der Fremde kommt zu Jesus zurück. Dadurch
wird sein Verhalten als besonders vorbildlich
betont.
Fotos (2): CBM
„damit wir dankbar werden …“
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Die Klugheit, von der die Kirchentagslosung aus
Psalm 90 spricht, erscheint hier in der Form der
Dankbarkeit. Sie ermöglicht ein Leben im Glauben,
das nachhaltig, offen für andere und gemeinschaftsfördernd ist. Das Danken hat auch immer etwas mit Denken zu tun.3 Erst derjenige, der sich
denkend bewusst wird, was ihm geschenkt ist,
kann dafür dankbar sein. Erst wer aufmerksam ist
für das, was um ihn herum geschieht, kann dafür
dankbar sein.
Dank Hörgeräten kann Tomaths nun bei vielen
Aktivitäten wieder mitmachen.
hinein“ (aus dem Lied: Vergiss nicht zu danken dem
ewigen Herrn, mit dem Text von Heino Tangermann5). Ja, durchs Denken und dann durchs Danken eröffnet sich ein neuer Horizont: Leben im Angesicht Gottes.
Ähnlich wie in den Klage-Psalmen entwickelt sich
die Erzählung vom dankbaren Samariter von der
Klage zum Lob.4 Zuerst rufen die Kranken nach Erbarmen, dann übertrifft der Samariter diese Rufe mit
seinem Lob an Lautstärke. Das Lob übertönt die
Klage. Wie wir bei Hiob erkennen, ist es entscheidend, sich – auch mit seiner Klage – überhaupt an
Gott zu wenden. Wer Gott gegenüber klagt, der
hat sich schon aus dem Staub erhoben. Wer Gott
gegenüber klagt, sieht mitten im Leid und der außergewöhnlichen Situation schon etwas vom Angesicht Gottes, das Hoffnung und neue Freiheit verspricht. Schon in der Klage können die ersten Spuren des neuen Tages vorhanden sein. Die Klage hat
ihren Ort, sie wird ausgesprochen vor Gott. Und
dann kann sich auch die Klage in Lob verwandeln.
Die Essenz der Erzählung lässt sich ganz im Horizont der Kirchentagslosung verstehen, womit wir
wieder am Anfang wären: „damit wir klug werden“. Der Vorsatz der Kirchentagslosung heißt ja:
„Lehre uns, unsere Tage zu zählen.“ Ein sinnerfülltes Leben führt der, der sich dankend an die Güte
Gottes erinnert. Der jeden Tag neu aus der Hand
Gottes empfängt und weiß, dass Gott uns immer
Beziehung schenkt und somit Heilung mitten im
Leben und im Sterben. Das macht uns frei, die Gefängnisse der Beziehungslosigkeit bei uns und anderen zu öffnen und im diakonischen, medizinischen, missionarischen Handeln, Helfen und Dienen
die heilende Freiheit der Kinder Gottes zu zeigen.
„damit wir klug werden“ – Gott sei Dank!
Ein Gesangbuchlied kommt mir in den Sinn. Darin
heißt es: „Durchs Danken kommt Neues ins Leben
Bis zum Kirchentag 2015 – so Gott will und wir leben!
3
Vgl. Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext, Zur Perikopenreihe I, Berlin 2008, 320.
Vgl. Traugott Roser, 14. Sonntag nach Trinitatis, Lukas 17,11-19, Heilvolle Grenzüberschreitung, in: Predigtstudien 2008/2009, Zweiter Halbband, hg. v. Wilhelm
Gräb, Stuttgart, 129.
5
Evangelisches Gesangbuch. Ausgabe für die Evangelische Landeskirche in Württemberg, Stuttgart 1996, 1114.
4
9
Ilse Junkermann
Landesbischöfin der
evangelischen Kirche
in Mitteldeutschland
Bibelarbeit
Was ist so ungewöhnlich an einem Samariter in
Samaria? Oder: Von der Bedeutung des Fremden
für das Eigene.
Jesus akzeptiert dieses Schubladendenken nicht.
Denn es zwingt die einen dazu, „aussätzig, aussätzig!“ zu rufen. Und es verhindert, dass die anderen
Wunder erleben können. Jesus hört den Ruf nach
Erbarmen. Und er erbarmt sich ihrer.
Weshalb erzählt Lukas diese Geschichte? Möchte er
den Zeigefinger heben und vor Undankbarkeit
warnen? Zehn Menschen werden geheilt und nur
einer von ihnen kehrt um und bedankt sich ausdrücklich bei Jesus. Wo sind die anderen neun?
Weshalb kehren nicht alle zurück, um Jesus ihren
Dank zu zeigen? Die Frage ist wichtig, warum nur
ein einziger der Geheilten zu Christus umkehrt. Sie
führt ins Zentrum dessen, was Lukas erzählen
möchte. Allerdings: Eine moralische Verurteilung
der anderen neun Geheilten geht damit nicht einher. Eine solche Folgerung würde meines Erachtens
an der eigentlichen Pointe der Geschichte vorbeigehen. Deshalb ist es wichtig, genau hinzuschauen,
was wirklich im Bibeltext steht.
In der griechischen Sprache ist das Wort für „Erbarmen“ verwandt mit dem Begriff für unsere Eingeweide. Wenn wir sagen: „Es geht mir an die Nieren,
wenn ich dich so sehe!“, dann spüren wir genau
jene Regung, welche die Bibel mit dem großen Wort
„Barmherzigkeit“ beschreibt. Wer sich erbarmt, der
lässt es zu, dass das Schicksal eines anderen Menschen ihn berührt. Wer sich erbarmt, der lässt etwas
von sich dem Wohlergehen eines anderen Menschen zugutekommen: seinen Mut und sein Engagement, auch seine Wut und seine Leidenschaft.
Das ist nicht unbedingt das, was landläufig unter
„Barmherzigkeit“ verstanden wird. Aber genau das
können wir an unserer Geschichte lernen: Barmherzigkeit ist kein schwächliches Zurückweichen
vor den Härten des Lebens. Vielmehr ist Barmherzigkeit die mutige Auseinandersetzung mit dem,
was auf einem Leben lastet.
Jesus lässt die gebotene Distanz zwischen sich und
den aussätzigen Männern nicht gelten. „Und als er
sie sah“, heißt es im Bibeltext. Wir tun gut daran,
über diese schlicht klingende Aussage nicht hinwegzulesen. „Und als er sie sah“ – sie dürfen sich nicht
nähern, doch ER sieht sie trotzdem. Sie stehen „von
ferne“ – ER nimmt sie trotzdem wahr. Sie sollen eigentlich rufen „aussätzig, aussätzig!“ – doch sie
halten sich nicht an diese Anweisung.
Jesus hat den Mut, dem Mut dieser Aussätzigen
standzuhalten. Jesus hat den Mut, die Schubladen
geschlossen zu lassen, in die Menschen einander so
oft sortieren, damit sie fein säuberlich voneinander
unterschieden werden können.
Alle zehn waren aussätzig gewesen. Sie waren
krank und sozial isoliert zugleich. In schäbigen Behausungen lebten sie draußen vor dem Dorf, außerhalb der Gemeinschaft. Wenn ihnen jemand zu
nahe kam, mussten sie laut rufen: „Aussätzig, aussätzig!“ Keiner sollte ihnen versehentlich begegnen
müssen. Alle sollten genügend Abstand halten
können.
Doch bei dieser Begegnung mit Jesus rufen sie nicht:
„Aussätzig, aussätzig!“. Bei dieser Begegnung beschwören sie nicht ihre Krankheit und Isolation. An
diesem Tag haben sie Mut. Sie haben Mut, mit einer
positiven Veränderung ihrer Situation zu rechnen.
Sie rufen den anderen nicht zu: „Bleibt, wo ihr seid,
damit ihr bleiben könnt, wie ihr seid und wir euch
nicht anstecken!“ Vielmehr rufen sie laut: „Jesus,
lieber Meister, erbarme dich unser! Jesus, lass es zu,
dass wir zu dir und zu den anderen kommen! Jesus,
finde dich nicht damit ab, dass wir hier draußen
sind und die anderen sind drinnen im Dorf!”
Das ist das erste Wunder in unserer Geschichte: dass
sie so rufen; dass sie auf Hilfe und Nähe hoffen.
Wie häufig bekommen Menschen genau anderes
zu hören: „Bleibt, wo ihr seid, damit wir bleiben
„Geht hin und zeigt euch den Priestern!“, sagt Jesus
zu allen zehn Männern. Die Umstehenden halten
den Atem an: „Geht hin und zeigt euch den Pries-
10
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Foto: Viktoria Kühne
können, wie wir sind! Bleibt in eurer Förderschule.
Dort seid ihr doch am besten aufgehoben! Was sollen Kinder oder Jugendliche mit einer körperlichen
oder geistigen Behinderung in einer ‚normalen’
Schule?!“ „Bleibt in Syrien! Es ist zwar schlimm, was
euch dort geschieht, aber was wollt ihr hier bei
uns?! Wir sind nicht schuld an dem Krieg, der euch
bedroht.“ „Bleibt in eurer Vergangenheit stecken:
Ihr wart damals in der Partei, ihr habt vor 1989
eure Vorteile gehabt. Was wollt ihr denn heute in
der Kirche?!“ „Bleibt unter euresgleichen!“ So werden Menschen in Schubladen gesteckt. So fühlen
sich doch alle am wohlsten, oder?
Bibelarbeit
Foto: CBM
Ilse Junkermann
Mithilfe seiner neuen Brille kann der stark kurzsichtige Nirmal aus Nepal wieder am Unterricht teilnehmen.
Anwesenheit des Mitschülers mit Handicap in ihrer
Schulklasse niemals lernen würden.
© 2015 Christoffel-Blindenmission
tern!“ ‚Ihr Aussätzigen, geht hin zu den Reinen, den
Heiligen, zu denjenigen, die getrennt vom ‚gemeinen Volk‘ ihren Gottesdienst verrichten und dabei
nicht gestört werden dürfen. Geht hin zu denjenigen, die auf keinen Fall von Unreinen, von Aussätzigen berührt werden dürfen!’
Flüchtlinge begegnen den Einheimischen und diese
sehen plötzlich die Geschichten ihrer Eltern und
Großeltern über die Flucht damals aus Schlesien
oder Ostpreußen mit ganz neuen Augen. Und wer
schon einmal die Chance hatte, an einem Gespräch
teilzunehmen, wo nicht die Rechthaberei die Gesprächsleitung innehatte, sondern der Wunsch, –
gegenseitig! – zuzuhören, der wird solch ein Gespräch niemals in seinem Leben wieder vergessen.
Wie können wir es Jesu gleichtun und die Schubladen geschlossen halten? Wenn Menschen mit
Handicap, wenn die Rahmenbedingungen für sie
stimmen, zusammen mit „Normalen“ eine Schulausbildung absolvieren können. Wenn Flüchtlinge auch
in der deutschen Provinz auf Mitmenschen treffen,
die ihnen offen, neugierig und gastfreundlich begegnen. Wenn zwei Männer miteinander sprechen,
die vor 1989 „Klassenfeinde“ waren.
Im Gesetz des Mose war vorgeschrieben, dass vom
Aussatz Geheilte sich den Priestern zeigen sollten, um
von diesen die Bestätigung ihrer Heilung zu empfangen (vgl. 3. Mose, Kapitel 13 und 14). Doch die
zehn hier sind aussätzig und können eigentlich nirgendwohin gehen, wo sich andere Menschen befinden. „Zeigt euch den Priestern!“ Das heißt also: ‚Setzt
euch über das sonst Übliche hinweg, macht euch auf
den Weg!’ Und die zehn aussätzigen Männer laufen
tatsächlich los. Jetzt sind sie schon ein wenig geübt
darin, Grenzen und Distanzen zu überwinden.
Die Pointe in der biblischen Geschichte ist, dass
jetzt nicht nur die Aussätzigen ein Wunder erleben.
Vielmehr können auch die „Reinen“ ein Wunder
erleben. Von Inklusion haben nicht nur Menschen
mit Behinderung etwas. Auch und gerade die sogenannten „Normalen“ können Dinge über sich
selbst und über das Leben lernen, die sie ohne die
11
Bibelarbeit
Ilse Junkermann
Immer wieder wird von Jesus berichtet, dass er bei
seinen Wanderungen durch Palästina auch durch
Samarien zog. Das war zwar der kürzeste Weg von
Galiläa im Norden des Landes nach Jerusalem im
Süden. Doch viele der jüdischen Landsleute Jesu
vermieden diesen Weg. Sie nahmen lieber einen
Umweg durch das Jordantal in Kauf, um den Kontakt zu den Samaritern zu vermeiden. Diese galten
bei den Juden als Volk, deren Vorfahren vom rechten Glauben abgewichen waren, weil sie sich mit
den heidnischen Nachbarvölkern eingelassen hatten
(vgl. Johannesevangelium Kapitel 4).
Das ist das zweite Wunder in unserer Geschichte:
Diese zehn Menschen finden den Mut, ihre Schublade nicht nur mit ihren Worten, sondern auch mit
ihren Füßen und mit ihrem ganzen Körper zu verlassen. Sie laufen wirklich los. Und indem sie loslaufen Richtung Jerusalem, hin zu den Reinen, die
ihnen jetzt keine Angst mehr einflößen, spüren sie
unterwegs, dass sie geheilt sind.
Und jetzt geschieht noch ein drittes Wunder: Einer
von diesen zehn war doppelt aussätzig gewesen und
er wird jetzt doppelt geheilt. Das mindert die ersten
beiden Wunder nicht ab, die alle zehn Menschen
erfahren haben, ganz im Gegenteil. Die anderen
neun gehen unverzüglich zu den Priestern in Jerusalem und bekommen dort ihre Heilung bestätigt.
Der eine hingegen, der umkehrt, hatte in zwei
Schubladen gesteckt. Indem er umkehrt, wird er
auch aus seiner zweiten Schublade befreit. Er war
ein „Samariter“, heißt es im Bibeltext und Jesus
hebt dies ausdrücklich hervor.
Jesus wundert sich, dass nur dieser Samariter noch
einmal umkehrt, um sich ausdrücklich bei IHM zu
bedanken und damit Gott die Ehre zu geben. „Steh
auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen“, sagt
Christus zu ihm und nur zu ihm.
Natürlich wird die Heilung aller zehn damit nicht
rückgängig gemacht. Fröhlich waren die anderen
neun unterdessen bei der Gesundheitsbehörde an-
12
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Beatrice aus Togo hat eine Gehbehinderung. Sie freut sich, dass sie mithilfe eines Darlehens bald ein Restaurant
eröffnen kann.
Bibelarbeit
Ilse Junkermann
Immer mehr Bürgerinnen und Bürger engagieren
sich für eine echte Willkommenskultur Flüchtlingen
und Fremden gegenüber – und die Kirchen am
Sonntagvormittag sind nicht voller als sonst üblich.
Echte Gespräche kommen in Gang über die Zeit vor
1989 und vermutlich wird auch dabei nur eine von
zehn Begegnungen in einem christlichen Gemeinderaum stattfinden.
gekommen. Längst waren sie wieder in ihre Dörfer
und Familien nach Hause gegangen.
Einer von ihnen hatte verstanden, woher der Mut
gekommen war, die Schubladen zu verlassen, und
er war ausdrücklich zu dem umgekehrt, von dem
dieser Mut stammte.
Das ist zwar bedauerlich, aber nicht schlimm: Jesus
hört alle zehn, seine Barmherzigkeit gilt unteilbar
allen. Er nimmt den Mut der Menschen auf und gibt
ihnen den Impuls, nicht nur mit Worten, sondern
auch mit ihren Füßen die Schublade zu verlassen,
in die sie gesteckt worden waren. Bei neun von
zehn dieser Schubladen-Überwindungswunder
mag unklar bleiben, aus welchen Kräften diese
Wunder geschehen. Entscheidend ist, dass diese
Wunder geschehen: Wenn dann noch der eine
oder die andere zu Jesus umkehrt und Gott die
Ehre gibt, umso mehr Grund zur Freude und zum
Lob Gottes!
Fotos (2): CBM
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Der biblische Text spricht hier mit großer Nüchternheit eine Tatsache aus, die uns nicht gefallen muss:
Zehn werden geheilt und nur einer von ihnen
bringt diese Heilung tatsächlich mit Gott in Verbindung.
Das erleben wir auch so manches Mal: Dass wir uns
über „Heilungen” freuen und zugleich ein wenig
auch bedauern, dass nicht präsent ist, woher die
Heilung rührt: Immer mehr Menschen mit Behinderungen erhalten auch in Deutschland die Möglichkeit, am öffentlichen Leben teilzunehmen und
nur wenige verstehen, dass eine Wurzel dieser veränderten Einstellung in der Gesellschaft aus der
Mitte des Evangeliums stammt.
Seit Allen eine inklusive Schule in Manila besucht, hat er viel gelernt. Sein Klavierspiel bewundern alle.
13
Foto: privat
und gleichzeitig große Hoffnung setzen diese zehn
in Jesus. Sonst sprächen sie ihn nicht mit „Meister“ an.
Jesus sieht sie. Er hört also nicht nur ihr Schreien,
ihr Flehen um Hilfe. Er sieht den ganzen Menschen,
nicht nur den Kranken, den Aussätzigen – und das
ist schon der erste Schritt hin zur Heilung.
Dieter Bouws
Pastor, Vorsitzender des
Missionsausschusses der
Ev.-altref. Kirche
Heute ist Lepra eine heilbare Krankheit. Zur Zeit
Jesu war man hilflos. Darum wurden Erkrankte ausgesetzt. Sie mussten sich fernhalten. Sie waren nicht
mehr Teil der Familie, der Dorfgemeinschaft. Ihre
Rolle beschränkte sich darauf, aussätzig, aus der
Gesellschaft ausgegrenzt zu sein. Jesus nun bleibt
nicht auf „Hörweite“. Er sieht die Hilferufenden als
vollwertige Menschen. Und er weist ihnen den ersten Schritt hin zu einem Leben in der Gemeinschaft.
Nur die Priester waren damals in der Lage, die Tür
zur Gemeinschaft der Gesunden wieder zu öffnen,
indem sie die Heilung feststellten.
Andacht
Die zehn Aussätzigen – und die „geschuldete“
Dankbarkeit
„Undank ist der Welten Lohn!“ An dieses Sprichwort
werde ich beim Lesen von Lukas 17 erinnert. Dank
erwarte ich ja auch, wenn ich Geld spende, beispielsweise an die Christoffel-Blindenmission. Wenn
das erwartete Dankschreiben ausbliebe, minderte
das womöglich meine Spendenfreude. Ich bedanke
mich doch auch, wenn mir geholfen wird! So eine
„Sekundärtugend“ wie Dankbarkeit darf ich doch
erwarten!
Nun aber trennt sich die Schicksalsgemeinschaft
dieser zehn. Was sie verband, war die Krankheit,
der Status der Ausgegrenzten. Nur einer macht sich
auf den Rückweg – und ist damit den anderen voraus. Nur einer nimmt wirklich wahr, was da an ihm
geschehen ist. Und so laut er mit den anderen um
Hilfe geschrien hat, so laut lobt er jetzt Gott für die
erfahrene Rettung. So wie Jesus ihn wirklich gesehen hat, ihn als ganzen Menschen würdigt, so
nimmt er nun auch Gott wirklich wahr. Er lobt Gott.
Gleichzeitig zeigt er Jesus gegenüber seine Dankbarkeit. Gott loben führt zum Danken.
Irgendwo im Nirgendwo ist Jesus unterwegs. In einem kleinen, armseligen Bergdorf zwischen Samarien und Galiläa trifft er auf zehn Aussätzige. Wie
es damals Vorschrift war, bleiben die Erkrankten auf
Distanz. In Hörweite, damit Gesunde nicht angesteckt werden, schreien sie und bitten den „Meister“ Jesus um Hilfe. Eine gehörige Portion Respekt
Fotos (2): CBM
„Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.“
Jetzt erst ist ihm wirklich geholfen. Das hat dieser
eine den anderen neun voraus. Und dann ist dieser
eine auch noch ein Samariter. Keiner, dem man so
ein Verhalten zutraut. Überrascht und beschämt
werde ja auch ich oft von Menschen, die ich nicht
zu „den Frommen“ zähle. Dieser Geheilte verändert
mich. Er lädt mich ein, gemeinsam mit ihm Gott zu
loben. Mein Blick geht weg von der „geschuldeten“ Dankbarkeit mir gegenüber hin zum gemeinsamen Lob Gottes. So gesehen bin auch ich ein Geheilter!
Rachel gießt die Pflanzen im „Garten des Lebens“
ihres Mannes Hamadou, der aufgrund einer
Meningitis-Erkrankung seit neun Jahren gehörlos ist.
14
© 2015 Christoffel-Blindenmission
„Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben?“ Jesus vermisst
bei den neun anderen nicht den Dank ihm gegenüber. Plötzlich wird mir deutlich: Hier geht es gar
nicht um ausbleibende, um „geschuldete“ Dankbarkeit. Meine Erwartungen sind zweitrangig. Erst
dadurch, dass dieser eine Gott lobt, kommt die Heilung für ihn an ihr Ziel. Erst jetzt ist er wirklich heil.
Meine Rolle als „Spender“ lerne ich neu zu verstehen.
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© 2015 Christoffel-Blindenmission
Khalil Gibran
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mehr, als die meisten der heutigen Menschen diese
Krankheit nur von Bildern oder aus Film-Dokumentationen kennen. Sie erscheint ähnlich der Pest
oder Cholera so fremd und fern wie eine Krankheit
aus vorindustrieller Zeit. Längst besiegt oder doch
verbannt aus unserer modernen Zivilisation, scheint
sie nicht zu existieren. Tatsächlich ist die Lepra wieder im Kommen. Freilich nicht in Westeuropa. In
Indien, so weisen neueste Statistiken aus, erkranken
jährlich 130.000 Menschen neu. Da die Krankheit in
Europa kein Problem darstellt, ist es zu einem jahrzehntelangen Forschungsstillstand gekommen, der
im krassen Gegensatz zu tatsächlich notwendigen
neuen Erkenntnisfortschritten steht. „Wir wissen
vieles bei der Lepra noch nicht. Wir wissen seit
2.000 Jahren noch nicht, wie sie genau übertragen
wird“, sagt Burkard Kämm, Geschäftsführer der
Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (Fr. 29. Januar 2014, „Die Ausgestoßenen“). So könnte man
trotz globaler Vernetzung mit der alten Redensart
behaupten: Aus den Augen, aus dem Sinn. AUSSATZ.
Andreas Schultheiß
evang. Pfarrer i.R., Hamburg
1988 bis 2001 Referent am Pädagogisch-Theologischen Institut der heutigen Nordkirche (früher
Nordelbische Ev.-Luth. Kirche), Schwerpunkte Sonderpädagogik, Integration und inklusiver KU
Unterrichtsvorschläge für
den Konfirmandenunterricht
Vor dem Hintergrund der lukanischen
Geschichte vom dankbaren Samariter
Lk. 17,11-19
Stigma und Lebenskunst
Der dankbare Samariter – Vorbemerkung
Die Geschichte hat nichts Spektakuläres und scheint
auf den ersten Blick nicht geeignet, junge Menschen
von den Stühlen zu reißen. Mir selbst kommen Erinnerungen an traditionelle kirchliche Laienspiele,
in denen eine solche Geschichte in der Danksagung
des in doppelter Weise Ausgegrenzten – Aussätziger
und (!) Samariter – gipfelt. Das alles vor dem schwarzen Hintergrund von neun (9!) Undankbaren.
Wenn sich der Clou der Geschichte in dieser schlichten, tatsächlich viel zu kurz greifenden Moral erschöpfte, bräuchten wir uns nicht weiter mit ihr zu
befassen. Sie gehörte dann schon eher auf den
Müllhaufen von kirchlicher Bigotterie und neutestamentlicher Antijudaismen. Untersuchen wir
indes das Verhalten des Samariters genauer, vernachlässigen wir die Frontstellung der Juden gegen
die Samariter ebenso wie die der frühen Christen
gegen die Juden, mutmaßen wir, was sich in seinem
Verhalten anderes ausdrückt als eine konventionelle symbolische Geste, die die unendliche Kluft
zwischen Heiler und Geheiltem eher aufdeckt als
schließt, dann können wir auf interessante Aspekte
stoßen, die direkt die Lebenswelten von Jugendlichen tangieren. Aus didaktischer Sicht wäre die
Geschichte dann allerdings weniger literarisch – im
Sinne der großen „Erzählungen“, die für sich sprechen – zu verwenden, denn als Reservoir lebensrelevanter Fragestellungen zu nutzen. Dessen ungeachtet sollen als Alternative zu den hier präferierten Unterrichtsvorschlägen direkte Umgänge mit
dem Text skizziert werden.
Die Identifikation von Aussatz und Lepra ist erst im
13. Jahrhundert belegt. In der Welt des alten Israel
weist der Aussatz als Sammelbegriff („Za’arad“,
„Lepra“ in der Septuaginta) auf verschiedene Formen von Verunreinigungen hin – Hautkrankheiten,
Schimmel an den Hauswänden, verdorbene Kleidung – deren Träger unter Kontrolle des Priesters für
die Beseitigung Sorge zu tragen hat (vgl. Leviticus 13
u. 14). Die zeitweilige Isolierung wäre somit als eine
dem damaligen Erkenntnisstand entsprechende
Quarantänemaßnahme zu werten. Diese Praxis ist
auch in der Aufforderung Jesu wiederzuerkennen,
die Geheilten sollten sich den Priestern zeigen.
In der rabbinischen Auslegungstradition der Tora
tritt ein Deutungselement hinzu, das in seiner
Zweischneidigkeit gleichermaßen kreative wie zerstörerische Potenziale freisetzen kann. Es stellt die
Frage nach dem Eigenanteil des Erkrankten an seiner Krankheit. Dem Träger einer Hautkrankheit etwa
wird unterstellt, er könne sie selbst verschuldet haben – z.B. durch üble Nachrede. Im 19. Jahrhundert
kommt – vertreten etwa durch Rabbiner Samson
Einleitung
Mit der Lepra verbindet sich häufig eine fast ins
Mystische gesteigerte Vorstellung von Leiden. Umso
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© 2015 Christoffel-Blindenmission
Den Hauch einer Vorstellung von dem Charakter
dieser Krankheit und dem ihr folgenden sozialen
Elend kann man etwa in dem Lepramuseum des
wunderschönen norwegischen Städtchens Bergen
spüren. Gründer des einstigen Hospitals war der
norwegische Arzt G. H. Hansen, dem 1873 als Erstem
der Nachweis des Lepra-Erregers („Mycobacterium
Leprae“) gelang. Hier kann man eine gewisse Vorstellung von der Einsamkeit und Trostlosigkeit „ausgesetzter” Menschen bekommen.
Ideen für die Arbeit mit Konfirmanden
Andreas Schultheiß
Foto: CBM
Rafael Hirsch – eine Deutung in den Blick, die Erkrankungen dieser Art als Spiegel inneren Ungleichgewichts versteht und die Aufgabe der Heilung dem
Priester anstelle des Arztes zuweist. Man wird dies
als kritische Rückwende gegenüber den herrschenden medizinischen Diskursen verstehen müssen, in
denen sich ein modernes, auf naturwissenschaftlicher Erkenntnis basierendes Krankheitsverständnis
allmählich immer stärker durchsetzt. Im Schatten
der wissenschaftlichen Erforschung der Krankheit
und ihrer objektiven Ursachen steht allerdings die
Abkehr von dem Menschen, der leidet und geheilt
werden möchte. Michel Foucault beschreibt diesen
Paradigmenwechsel in seiner Gegenüberstellung
von moderner Klinik und traditionellem Spital.
Luz Jacinto und ihre Großmutter Faustina wurden
vom Grauen Star geheilt.
Klinik
Interessanterweise finden wir in der biblischen
Erzählung gewissermaßen eine antike Spiegelung
dieser gegensätzlichen Ausrichtungen. Für den Samariter im Gegensatz zu seinen neun Gefährten erschöpft sich Heilung offensichtlich nicht in der Befreiung von den Symptomen seiner Krankheit. Deshalb neige ich dazu, die Haltung, die das Neue Testament als Dankbarkeit apostrophiert, als Erkenntnis
der Unverfügbarkeit des Lebens zu deuten. Es ist die
Bescheidenheit oder Demut gegenüber dem Leben,
das mir geschenkt oder geliehen ist und in dem das
Ich zurücktritt. Ich gehöre mir nicht selbst, sondern:
I c h l e b e.
Man hat es mit Krankheiten zu tun, deren
Träger einem gleichgültig sind; gegenwärtig
ist die Krankheit selber und zwar in dem Körper, der ihr eigen ist und der nicht der Körper
des Kranken ist, sondern der, ihrer Wahrheit.
Der Kranke ist (nur) Medium.
Der Kranke ist ein Akzidens seiner Krankheit,
das vorübergehende Subjekt, dessen sie sich
bemächtigt hat.
Spital
Diese beiden Elemente – Aussonderung aufgrund
von Krankheit oder anderen Abweichungen von einer vermeintlichen Normalität und die damit verbundene Meidung oder Diskriminierung der Betroffenen; und auf der anderen Seite die Wertschätzung
des Lebens und der Leiblichkeit als (unverfügbares)
Geschenk sind nach meiner Auffassung die beiden
großen Themen der Geschichte. Und die Kunst des
Lebens – als die message von Lk. 17,11-19 – bestünde darin, das So-und-nicht-anders-Sein meines
Lebens als Geschenk zu begreifen und schöpferisch
zu gestalten.
(Hier befinden sich Menschen) Individuen,
die Träger der Krankheit sind.
(Die) Aufgabe des Spitalarztes (besteht darin), die Krankheit im Kranken aufzudecken.
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Der Kranke ist Subjekt seiner Krankheit. Es
handelt sich um einen Fall.
Zitiert nach einem Referat von Elisa Kirsten/
Matthias Reber über „Michel Foucault: Die
Geburt der Klinik“ (2007/2008)
Jugendliche in einer schwierigen Lebensphase
– didaktische Erwägungen
Die vielen „Medizinen“, die zum Teil schon in den
Zwanzigerjahren und verstärkt in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden –
soziale Medizin, Psychosomatik, Beziehungsmedizin,
patientenzentrierte Medizin usw. – dürften als
pointierte Antworten auf eine herzlose medizinische
Praxis verstanden werden.
Der Schule ist es bis heute nicht gelungen, die
schwierigste Phase im Leben junger Menschen
didaktisch kreativ zu gestalten. Generation um
Generation von enervierten LehrerInnen bzw.
Erwachsenen allgemein arbeitet sich an ihren Ausfällen ab, pendelt zwischen Bestrafung und Resig-
17
Ideen für die Arbeit mit Konfirmanden
nation, Verständnislosigkeit und hilflosen Angeboten. Vielleicht steht das Ausmaß der Irritationen,
denen Jugendliche in der Pubertät unterworfen
sind und die sie gegenüber ihrer Umwelt auslösen,
tatsächlich in keinem Verhältnis zur natürlichen
Empathiefähigkeit von Menschen, die diese Phase
ihres Lebens glücklich hinter sich gelassen haben.
Immerhin hat der Konfirmandenunterricht Spurenelemente der Initiationsriten vorindustrieller
Gesellschaften bewahrt und ist nach seinem Selbstverständnis immer auch Begleitung junger Menschen in einer schwierigen Lebensphase. Und hier
gibt es Berührungen mit den durch den Text aufgeworfenen Fragen. Worum geht es?
gang unseren Blick auf die Haltung des Samariters.
Versuchen wir, gemeinsam mit den Jugendlichen
den eigentlichen Grundgedanken der Dankbarkeit
– dass ich lebe – zu entschlüsseln: wir als mögliche
Leergelassene und Geschädigte einer zur reinen
Formelhaftigkeit erstarrten Dankbarkeitserziehung,
sie als mögliche Irregeleitete und Geschädigte einer
unbegrenzten Wunscherfüllung. Und wenn es gelingt, diese beiden Fragestellungen ineinander zu
verschränken, erfassen wir die Struktur der biblischen Geschichte: Stigma und Lebenskunst.
Didaktisch-methodische Umsetzung
A. Unterrichtsvorschläge zum Thema „Stigma und
Lebenskunst“ vor dem Hintergrund von Lukas 17,
11-19
Jugendliche im Konfirmandenalter werden auf
empfindliche Weise mit ihrer Leiblichkeit konfrontiert. Sie verlieren ihr vertrautes Körperschema und
es braucht Jahre, bis sie sich in ihrem nunmehr veränderten Körper wieder zu Hause fühlen. Begleitet
werden sie von extrem widersprüchlichen Gefühlen – „manisch-depressiv“ möchte man sagen –, von
Ängsten vor gefährlichen Krankheiten und gleichzeitig von einer schonungslosen Ausreizung des eigenen Körpers, von rigorosen Moralvorstellungen
und gleichzeitig von einem ungezügelten Aufbegehren gegen geltende Ordnungen. In einem Augenblick finden sie sich hässlich und möchten sich
am liebsten in einem Mauseloch verkriechen, um
sich im nächsten Moment geradezu zur Schau zu
stellen. Alles das – keineswegs neu! – offenbart eine ruhelose Suche nach einem festen Grund, nach
Orientierung, nach Anerkennung und insofern die
Notwendigkeit freundschaftlicher Begleitung durch
verstehende Erwachsene.
Im KU kann diese Problematik, wenn nicht direkt,
so doch an einem Thema zur Sprache kommen. Die
Geschichte von den zehn Aussätzigen wirft – sozusagen als Extrembeispiel – einen Blick auf Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Verfasstheit
und/oder eines seelischen Ungleichgewichts völlig
isoliert sind.
Im Folgenden werden drei Varianten (A, B und C) im
Umgang mit Lukas 17,11-19 vorgestellt. Varianten
A und B entfalten die Themen Aussonderung/Aussatz und Dankbarkeit unter der Überschrift Stigma
und Lebenskunst. Die Variante C befasst sich direkt
mit dem biblischen Text.6
Variante A: Der Umgang mit dem Stigma
Eine Doppelstunde (= 1½ Zeitstunden): Umgang
mit dem Stigma, entfaltet an drei Beispielen. Gearbeitet wird in zwei Gruppen.
Erstellt aus dem euch zugänglichen Material ein
Porträt von Conchita Wurst – Gewinner/in beim European Songcontest 2014 – in Form eines (fingierten)
Interviews, das Auskunft gibt über sein/ihr besonderes Leben. Präsentiert das Interview im Plenum,
entweder in Form eines Videos (= eines gefilmten
Rollenspiels), eines direkt vorgetragenen Rollenspiels oder als schriftlichen Text, den ihr mit verteilten Rollen vortragt. Bei dem Erstellen des Interviews
lasst euch von folgenden Fragen leiten: Wie war ihre/seine Kindheit? Wann ist ihr/ihm klar geworden,
dass sie/er irgendwie anders ist? Wann und warum
hat sie/er sich geoutet? Wie war die Reaktion der
Eltern und der Freunde/Freundinnen? Welche Reaktion war besonders schmerzlich, welche besonders
schön? Wie kommt sie/er mit ihrem/seinem besonderen Leben klar? Wenn ihr eine Frage nicht zu beantworten wisst, überlegt, wie eine Antwort lauten
k ö n n t e.
Ich verzichte in diesem Zusammenhang auf einen Unterrichtsvorschlag, der sich explizit und ausführlich mit der Lepra-Krankheit befasst. Aber ich halte die
Thematisierung für sehr sinnvoll, wenn man als Unterrichtende/r über besondere Verbindungen zu entsprechenden Hilfsorganisationen, ÄrztInnen usw. verfügt oder einfach einen besonderen Zugang zu der Problematik hat.
18
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Aufgabe der Gruppe 1:
Betrachten wir also gemeinsam mit den jugendlichen Menschen von heute in vergleichbarer Lage
und versuchen wir, uns einzufühlen in ihre psychische Disposition. Fragen wir, was Abweichung von
einer wie auch immer begründeten Körpernorm für
die Betroffenen bedeutet. Machen wir den „Wahnsinn der Normalität“ (Arno Gruen) selbst zum Thema
und damit die subjektiven Leiden der Jugendlichen
besprechbar. Lenken wir in einem zweiten Arbeits-
6
Andreas Schultheiß
Ideen für die Arbeit mit Konfirmanden
Andreas Schultheiß
Aufgabe der Gruppe 2:
Auszüge aus einer Gebetsanweisung im
Talmud:
Wenn er aufwacht, sagt er: Mein Gott, der
Odem, den du in mich gegeben hast, ist rein.
Wenn er den Hahnenschrei hört, soll er sagen:
Gelobt sei, der dem Hahn Einsicht gab, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden.
Wenn er seine Augen öffnet, soll er sagen:
Gelobt sei, der die Augen der Blinden auftut.
Wenn er sich zurechtsetzt, soll er sagen:
Gelobt sei, der die Gebundenen löst.
Wenn er sich ankleidet, soll er sagen:
Gelobt sei, der die Nackten kleidet.
Wenn er sich aufrichtet, soll er sagen:
Gelobt sei, der die Gebeugten aufrichtet.
Wenn er auf die Erde tritt, soll er sagen:
Gelobt sei, der die Erde über dem Wasser
befestigt.
Wenn er einen Schritt macht, soll er sagen:
Gelobt sei, der die Tritte eines Mannes ausrichtet.
Wenn er seine Schuhe anlegt, soll er sagen:
Gelobt sei, der mir alles schafft, was ich bedarf.
Wenn er seinen Gürtel bindet, soll er sagen:
Gelobt sei, der Israel mit Stärke umgürtet.
Wenn er seine Hände wäscht, soll er sagen:
Gelobt sei, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns über das Abspülen der Hände
geboten.
Wenn er sein Gesicht wäscht, soll er sagen:
Gelobt sei, der die Bande des Schlafes von
meinen Augen und den Schlummer von meinen Wimpern beseitigt.
Informiert euch anhand zugänglicher Informationsquellen über das heutige Leben der Roma und Sinti
in Deutschland. Beachtet dabei auch die besondere
Bedeutung, die die Musik im 20. und 21. Jahrhundert bei den Roma und Sinti spielt. Stellt eure Ergebnisse, angereichert durch Musikbeispiele, im
Plenum vor und versucht, das Besondere an dem
Leben dieser Menschen – im Gegensatz zur Mehrheitsgesellschaft – herauszustellen. Worin liegen
die wichtigsten Unterschiede? Warum ziehen die
Roma und Sinti ihre Lebensweise dem Leben der
Mehrheitsgesellschaft vor? Warum werden Roma
und Sinti nach wie vor in Europa verfolgt und diskriminiert?
Variante B: Wofür danken?
Eine Doppelstunde, Arbeit in drei Gruppen an drei
Beispielen.
Aufgabe der Gruppe 1:
Beschäftigt euch mit den jüdischen Gebetsanweisungen. Erstellt nach diesem Muster gemeinsam
eine eigene Liste von den Dingen im Alltag – vom
Aufstehen bis zum Schlafengehen –, von denen ihr
meint, dafür müsste man dankbar sein.
Aus Reinhold Mayer, Der babylonische Talmud,
München 1963, S. 495 - 497
Beschäftigt euch mit der Haiku-Dichtung.
Diese Dichtung entstand im 16. Jahrhundert in Japan.
Ein Haiku besteht im Japanischen immer aus demselben Muster: ein dreizeiliges Gedicht aus 17 Silben
in der Anordnung 5 – 7 – 5.
Es beschreibt in der Regel eine winzige Begebenheit,
ein Gefühl oder eine Beobachtung, die immer mit
der Natur zusammenhängt.
Wählt aus den fünf Haikus eins und versucht, mit
Wasserfarben und einem breiten, weichen Pinsel
darzustellen, was ihr bei diesem Haiku vor euren
Augen seht. Danach überlegt, was alle fünf Haikus
gemeinsam haben und welche Stimmung in ihnen
ausgedrückt ist.
Foto: CBM
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Aufgabe der Gruppe 2:
Sajila (17) aus Indien vor der Operation: Sie hatte
eine starke Augenfehlstellung.
19
Ideen für die Arbeit mit Konfirmanden
Andreas Schultheiß
Aufgabe der Gruppe 3:
Ach, welch ein Tag!
Welch Frühlingsseligkeit in allem!
Ja, selbst der lahme Bettler sieht heut glücklich
aus!
KITO
Nehmt den Regenstock zu Hand, sodass er senkrecht nach unten zeigt. Nachdem völlige Ruhe eingetreten ist, neigt ihn ganz langsam immer mehr,
bis der Inhalt des Stocks zu rieseln beginnt. Stoppt
die Sekunden, bis der gesamte Inhalt durchgerieselt
ist. Ermittelt, wer von euch die längste Zeit schafft.
Nun formuliert schriftlich, welche verschiedenen
Klänge/Geräusche ihr während des Rieselns wahrnehmt.
Zwischen den Resten
Meines abgebrannten Hauses
Lugen blühende Veilchen hervor …
SHOKYÜ-NI
Danach beschäftigt euch mit dem Gedicht „Der
Regenstock“ des irischen Lyrikers Seamus Heaney.
Vergleicht seine und eure Beschreibungen. Beantwortet die Frage: Was will Seamus Heaney der Person, die er in dem Gedicht anspricht, mitteilen?
Oh, liebliche Kirschblüten!
Nur ihr allein
Gebt mir noch Willen zu leben.
CHIGETSU-NI
Auch im ärmlichen Kittel
Sind wir prächtig und schön
In dieser herrlichen Mondnacht!
CHIYO-NI
Der Regenstock
Seamus Heaney
Dreh ihn herum, und das, was dann geschieht,
Ist eine Weise, die du nie für lauschenswert
gehalten hättest. In einem Kaktus rauschen
Ach, welche Lust,
die Schuhe in der Hand
im sommerlichen Fluss zu waten!
BUSON
Schauer, Sturzbach, Brecher und Rückfluss
Herab. Du stehst da wie eine Flöte,
Auf der das Wasser spielt, du schüttelst ihn
noch mal,
Aus: Ihr gelben Chrysanthemen, Japanische
Haiku, Wien, 1963
Und decrescendo rinnt’s durch alle Oktaven,
Wie eine Traufe, die vertröpfelt. Und jetzt
kommt
Ein Sprühgeriesel aus dem erfrischten Laub,
Dann feine Feuchtigkeit aus Gras und Gänseblümchen;
Dann Glitzer-Nieseln, Seufzer-fast von Luft.
Dreh ihn nochmals um. Was dann geschieht,
Nur trockne Same sind, die durch einen Kaktus
rieseln?
Du bist wie ein Reicher, der in den Himmel
eingeht
Durch das Ohr eines Regentropfens. Hör jetzt
wieder zu.
Aus Seamus Heyney: Die Hagebuttenlaterne,
München 1995
Gowtham (r.) kann trotz seiner Sehbehinderung zur
Schule gehen. Durch die Unterstützung seiner sehenden Schüler lernt er sehr gut.
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© 2015 Christoffel-Blindenmission
Verliert nichts dadurch, dass es schon einmal,
Zweimal, zehn-, tausendmal geschehen.
Wen schert’s, wenn, was das Ohr beglückt,
Ideen für die Arbeit mit Konfirmanden
Andreas Schultheiß
B. Arbeit am Text Lukas 17,11-19
Fotos (2): CBM
Wie aus den einleitenden Ausführungen hervorgeht,
halte ich, gerade was diesen speziellen Text angeht,
die klassischen Auslegungsformen für problematisch.
Man muss meiner Ansicht nach den Text g e g e n
den Strich bürsten, um seine Schätze zu entdecken.
Das heißt gewissermaßen im Sinne der Dekonstruktion (Jacques Derrida) jegliche Selbstverständlichkeit, und natürlich die Wahrhaftigkeit der Botschaft insgesamt infrage stellen.
Trotz Autismus geht es Madhushree aus Indien gut.
Alternative: Erfindet eine Biographie von einem
der zehn Männer.
Schreibt in der Ich-Form. Schreibt, wie ihr über die
anderen Personen denkt.
Verschiedene dramatische Methoden der Textbearbeitung haben in den vergangenen Jahrzehnten
Einzug in die Schul- und Gemeindepädagogik gehalten: Bibliodrama, Bibliolog, Bibeltheater. Alle
diese Formen ermöglichen eine subjektive authentische Annäherung an den Text und erzeugen somit
eine wohltuende Deutungsvielfalt.
2. Zwischen den Zeilen lesen
Bei Briefen, Aussagen von Politikern, Grundsatzerklärungen usw. sind wir gewohnt, nach dem zu forschen, was nicht gesagt wird, was also tatsächlich
fehlt oder eben zwischen den Zeilen steht. Gerade
in Briefen oder Reden kann sich hier manchmal die
eigentliche Botschaft verbergen. Man muss keine
böse Absicht unterstellen, aber davon ausgehen,
dass jeder Text einen Subtext enthält.
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Die Gemeinschaft verbindet nicht der – womöglich
noch einzig wahre – Glaube, sondern die Suche
nach der nie zu erfassenden Wahrheit. Den bereits
erwähnten Deutungsformen, deren praktische Umsetzung ausreichend beschrieben wurde, möchte
ich zwei Herangehensweisen hinzufügen:
„Reframing“ und „Zwischen den Zeilen lesen“.
Aufgabe an die KonfirmandInnen:
Schreibt zwischen die Zeilen des Bibeltextes eure
Fragen und stellt Vermutungen darüber an. Etwa
nach folgendem Beispiel:
1. Reframing heißt wörtlich „neu rahmen“ und
meint, dass, wenn man eine Sache in einen neuen
Rahmen stellt, sie völlig anders erscheinen kann.
Reframing stellt bewusst das Augenscheinliche infrage. Für die Geschichte können sich etwa folgende Fragen stellen:
 Warum sollte die Dankbarkeit des Samariters
ausschließlich positiv gewertet werden?
 Welche möglichen Motive verfolgt der Samariter? Er könnte als besonders gerecht oder fromm
erscheinen wollen.
 Welche Motive könnten die neun leiten, gerade
nicht noch einmal zu Jesus zurückzukehren?
 Ist es zwingend ihre Undankbarkeit?
 Wieso soll die Heilung in jedem Fall positiv
sein? Gibt es Fälle, in denen sogenannte Heilung
genau das Verkehrte ist?
 Warum sollten Menschen mit einer Behinderung
in jedem Fall den Wunsch haben, von ihrer Behinderung befreit zu werden?
Der dankbare Samariter
11
Und es geschah, während Jesus nach Jerusalem unterwegs war, dass er durch das
Grenzgebiet von Samaria und Galiläa zog.
Was will Jesus in Jerusalem?
12
Und als er in ein Dorf hineinging, kamen
ihm zehn aussätzige Männer entgegen. Sie
blieben in einiger Entfernung stehen.
Warum bleiben die Männer auf Abstand?
13
und erhoben ihre Stimme und riefen: Jesus,
Meister, hab Erbarmen mit uns!
Warum rufen die Männer nicht: „Jesus, Meister, mach uns gesund“?
14
Und als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht
und zeigt euch den Priestern! Und es geschah,
während sie hingingen, dass sie rein wurden.
Warum sollen sich die Männer den Priestern
zeigen?
Aufgabe an die KonfirmandInnen:
Erzählt die Geschichte aus einer der drei folgenden
Perspektiven:
 Aus der Perspektive des Samariters
 Aus der Perspektive eines der neun übrigen
Männer
 Aus der Perspektive von Jesus
Aber: Es sollen eure Fragen und Vermutungen sein!
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Foto: privat
2. Entfaltetes Kyrie
Rudi Saß
Seemannsdiakon
Deutsche Seemannsmission
Kiel e.V.
Liturg: Herr, wie oft erflehen wir in scheinbar ausweglosen Situationen deine Hilfe, wie oft
kommst du uns entgegen, gehst mit uns
durch die schwierigsten Zeiten?
Und wenn es uns wieder gut geht, wenn
sich die Probleme gelöst haben, dann sind
wir schon wieder mit anderen Dingen beschäftigt und vergessen dich einfach.
Herr, erbarme dich und bleibe trotz allem
bei uns mit deiner Liebe, mit deiner Kraft,
mit deiner Hilfe.
Liturgische Texte
1. Psalm
2. Kyrie
3. Gloria
4. Eingangsgebet
5. Fürbittengebet
6. Liedvorschläge
Liturg: Kyrie eleison.
Gemeinde: Herr erbarme dich.
Liturg: Christe eleison.
1. Psalm 30 (in Auszügen)
Gemeinde: Christe erbarme dich.
Ich will dich rühmen, Herr,
denn du hast mich aus der Tiefe gezogen
Liturg: Kyrie eleison.
Gemeinde: Herr erbarm dich über uns.
Im sicheren Glück dachte ich einst:
Ich werde niemals wanken.
3. Entfaltetes Gloria
Herr, in deiner Güte
stelltest du mich auf den schützenden Berg.
Liturg: Weil Gott uns – trotz unserer Lieblosigkeit
ihm und unseren Mitmenschen gegenüber
– immer wieder annimmt, unsre Unzulänglichkeiten zudeckt und uns als Bruder und
Schwester zur Seite steht, darum wollen
wir heute Morgen und immer Gott loben und
ihn ehren.
Doch dann hast du dein Gesicht verborgen.
Da bin ich erschrocken.
Zu dir, Herr, rief ich um Hilfe,
ich flehte meinen Herrn um Gnade an.
Liturg: Ehre sei Gott in der Höhe.
Ich sagte:
Was nützt dir mein Blut, wenn ich begraben bin?
Kann der Staub dich preisen, deine Treue verkünden?
Gemeinde: Allein Gott in der Höh’ sei Ehr‘ …
Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt,
hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich
mit Freude umgürtet.
Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen.
Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen.
Nayrut und Fredy aus Peru haben eine seltene genetische Erkrankung.
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© 2015 Christoffel-Blindenmission
Höre mich, Herr, sei mir gnädig!
Herr, sei du mein Helfer!
Liturgische Texte
Rudi Saß
4. Eingangsgebet
Liturg: Gott, zu dir kommen wir heute Morgen mit
leeren Händen.
Fotos (2): CBM
Wir kommen, weil wir wissen, dass unser
Leben ohne dich nicht gelingen kann, weil
wir in unserem Leben immer wieder erfahren
haben, dass du unsere Orientierung, unsere
Hilfe und unsere Kraft bist.
So lass uns die Ruhe finden, mit der unser
Bruder Jesus immer wieder vor dich getreten
ist, um sich dann wieder neu seinen Mitmenschen zuzuwenden.
Exhilda Chinyama (Mitte) besucht eine Klasse für hörbehinderte Kinder in der Munali Girls School in Lusaka.
Stimme vereinen. Wer sonst könnte die Welt friedlich verändern?
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus,
der uns Freund und Bruder ist, von nun an
bis in alle Zeit.
Lass uns aufmerksam mitgehen, mit dir.
5. Fürbittengebet
Du hast die Stimmen der Einsamen, der Orientierungslosen, der Trauernden in der Nähe und in der
Ferne gehört, ihr Leiden ernst genommen und zu
deinem eigenen Leiden gemacht.
Wie die Aussätzigen rufen wir, Gott, zu dir.
Herr, hilf uns!
Lass uns zusammen mit offenen Augen und Ohren
durch die Welt gehen und das Notwendige, das,
was die Not wendet, tun. Wer sonst würde sich derer annehmen, die sich selbst nicht helfen können?
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Lass uns aufmerksam mitgehen, mit dir.
Du hast die Stimmen der Menschen gehört, die um
Hilfe gerufen haben. Die Blinden, die Gehörlosen,
die Aussätzigen, die am Körper und an der Seele
behinderten Menschen.
Lass uns mit dir zusammen ihre Stimmen hören und
helfen und heilen, wie du es getan hast. Wer sonst
sollte dir seine helfenden Hände in dieser Welt zur
Verfügung stellen?
Und alles, was uns auf der Seele liegt, aber noch
nicht ausgesprochen wurde, legen wir in das Gebet, das dein Sohn uns gelehrt hat und das wir an
diesem Morgen mit allen Christen auf der Welt zusammen sprechen:
Lass uns aufmerksam mitgehen, mit dir.
Vater unser …
Du hast die Situationen erkannt, in denen Menschen durch eigene oder durch die Schuld anderer
ausgegrenzt, beleidigt oder bedroht wurden.
6. Liedvorschläge:
1. Herr, gib du uns Augen …
(www.gesangbuchlieder.de)
2. Ins Wasser fällt ein Stein …
(Liederbuch Musicbox 139)
3. Hilf Herr, meines Lebens … (EG 419)
4. Brich mit den Hungrigen dein Brot (EG 420)
5. Komm in unsre stolze Welt (EG 428)
6. Ubi caritas/Wo die Liebe wohnt
(Taizéliederbuch Nr 15)
7. Wo ein Mensch Vertrauen gibt
(Liederbuch Musicbox 204)
8. Selig seid ihr (Liederbuch Musicbox 175)
9. Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen
(EG Regionalteile z.B. Württemberg 658)
10. Wo jemand spricht: Ich liebe Gott … (EG 412)
11. Gott liebt diese Welt … (EG 409)
Lass uns zusammen ihre Stimmen hören und daran
arbeiten, dass die Menschen sich gegenseitig achten
und auch ihre Eigenarten respektieren lernen. Wie
sonst könnte die Welt für alle Menschen zur Heimat
werden?
Lass uns aufmerksam mitgehen, mit dir.
Du hast dich den Mächtigen und vermeintlich Weisen
deiner Zeit in den Weg gestellt, ihnen einen Spiegel
vorgehalten, sie infrage gestellt.
Lass uns zusammen die Stimmen der Ohnmächtigen
hören und sie, wo wir es vermögen, mit unserer
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Unser Team Kirche
Ilona Karin
Team Kirche
„Nach mehrjähriger Tätigkeit als Justizbeamtin besuchte ich die Bibelschule
Wiedenest in Bergneustadt und war
danach zwei Jahre mit der AllianzMission im afrikanischen Mali. 1992
kam ich zur CBM. Mit dem Erlebnismobil war ich bundesweit unterwegs,
um sehenden Menschen zu ermöglichen, sich in die Lage eines blinden
Menschen zu versetzen.
Projekt-Besuche der CBM sind Grundlage der Vorträge und Gottesdienste,
die ich in Kirchengemeinden halte.
Mich fasziniert an der Arbeit der CBM,
dass mit wenig Geld so viel für Menschen mit Behinderungen in den Entwicklungsländern erreicht wird.”
„Als Gemeindepädagogin und Religionslehrerin gehört es zu meinen Aufgaben im Kirchenteam der ChristoffelBlindenmission, Material für die Gemeindearbeit zu entwickeln. Zum Einsatz unserer Angebote in Ihren Veranstaltungen berate ich Sie gern.
Außerdem biete ich Workshops und
Fortbildungen zum Thema ‚Behinderung verstehen‘ für Mitarbeitende in
Kirchengemeinden an. Dazu komme
ich auch gern in Ihren Kirchenkreis.”
Tel.: (0 62 51) 131- 2 86
Fax: (0 62 51) 131- 2 99
E-Mail: [email protected]
Tel.: (0 62 51) 131 - 2 91
Fax: (0 62 51) 131 - 2 99
E-Mail: [email protected]
Gisela Matthes
Team Kirche
Das etwas andere Kirchencafé
Fotos (9): CBM
Das „etwas andere Kirchencafé“ können Sie bei
ganz unterschiedlichen Veranstaltungen ohne großen Aufwand für alle Generationen einsetzen.
Gern helfen wir Ihnen dabei – leihen Sie einfach
unser Aktionspaket aus! Es enthält 30 Spezialbrillen, 30 Schürzen und eine Anleitung mit vielen
Tipps zur Umsetzung, Auswertung und Weiterarbeit am Thema Blindheit und Behinderung.
Bestellung:
Marzena Gergens
Telefon: (0 62 51) 131- 2 95
E-Mail: [email protected]
Mit den Materialien aus dem Aktionspaket kann
Blindheit simuliert und erfahren werden.
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© 2015 Christoffel-Blindenmission
Die Welt einmal mit anderen Augen sehen – oder
auch ganz ohne die Augen zu benutzen? Im etwas
anderen Kirchencafé bekommen die Gäste eine
Spezialbrille, die Erblindung durch Grauen Star
simuliert. Jetzt beginnt eine neue Erfahrung: Wie
findet man seinen Sitzplatz? Wie gießt man sich
Kaffee ein? Wie findet man das Essen auf dem
Teller? Wie finden sich blinde Menschen in ihrem
Alltag zurecht?
Angebote des Teams Kirche für Ihre Kirchengemeinde
Online-Shop
Unter www.cbm.de/material finden Sie eine Fülle
hilfreicher Materialien, die wir Ihnen kostenlos zur
Bestellung anbieten. Einige Beispiele sehen Sie auf
dieser Seite – darüber hinaus stehen Ihnen Broschüren, DVDs und Aktionsmaterialien für Ihre Arbeit
in der Gemeinde oder im Unterricht zur Verfügung.
Chris
Die Kinderzeitschrift
der Christoffel-Blindenmission liefert spannende und kindgerechte Einblicke in die
Arbeit der CBM und ist
vor allem für Kinder
zwischen fünf und
zwölf Jahren geeignet.
Materialkoffer „Blindheit verstehen“
Aktueller Jahresbericht
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Die Broschüre gibt Ihnen einen umfassenden Einblick in die Arbeit der CBM – mit
Jahresrechnung und
Arbeitsstatistik.
Wie finden sich blinde Menschen im Alltag zurecht?
Wie hängen Armut und Blindheit zusammen? Der
Materialkoffer ermöglicht eine spielerische Annäherung an diese Themen. Für Gruppen bis 30 Personen ab sechs Jahren – auch für Jugendliche geeignet.
Inhalt:
1. Auf allen Wegen orientieren – Taststock
2. Mit den Fingern lesen – Blindenschrift
(Braille-Schreibtafeln, Sattelstifte und Blindenschriftalphabete)
3. Im Alltag unterstützen – Hilfsmittel
(taktiles Lineal, Sockensammler, Euro-Cash-Test,
sprechende Tischuhr, Füllstandsanzeiger)
4. Mit den Händen „sehen“ – Tasterfahrungen
(Fühlmemory, Holzwürfel-Spiel, taktiles Menschärgere-dich-nicht-Spiel, taktiles Domino, taktile
UNO-Karten, taktile Welt-Karte)
5. Mit den Ohren „sehen“ – akustische Spiele
(Hörmemory, akustischer Fußball)
Blindenschrift-Alphabet
Probieren Sie es selbst einmal aus: Können Sie die
Buchstaben und Zahlen ertasten? Ideal für Schulunterricht und Gemeindegruppen.
Zum Verleih – bitte acht Wochen vorher bestellen!
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Angebot des Teams Kirche für Ihre Kirchengemeinde
Erntedankbroschüre
Film: Zum Helfen berufen
Neu!
Bilder sagen mehr als
tausend Worte. Eine direkte Begegnung mit
Menschen in Moshi im
afrikanischen Tansania
ermöglicht der Film
„Zum Helfen berufen“.
„Dankbar sein heißt
teilen“ – unsere Broschüre zum Erntedankfest enthält Ideen und
Vorschläge zur Vorbereitung des Festes in
der Gemeinde, zur Gestaltung eines Gottesdienstes und Infos für
eine Benefizaktion.
Erleben Sie die Arbeit
der CBM in Tansania
hautnah und erfahren
Sie mehr über unsere
Vision.
Krippenspiel und Martinsfest
Gottesdienstentwurf Bartimäus
Sind Sie auf der Suche
nach einem Krippenspiel für Ihre Christvesper oder nach Ideen
zur Gestaltung Ihres
Martinsfestes?
Wir haben kreative und
interessante Ideen für
Sie entwickelt, die Sie
als Arbeitserleichterung
nutzen können.
Die Geschichte vom
blinden Bartimäus (Markus 10,46-52) ist aktueller als man denkt.
Denn viele Menschen in
den ärmsten Ländern
der Welt leben heute
noch wie er: Armut,
Ausgrenzung, Diskriminierung und Perspektivlosigkeit gehören
zum Alltag.
In unserem Krippenspiel geht es um eine junge
Frau mit ihrem blinden Baby und um die Erkenntnis: Die Weihnachtsgeschichte passiert noch heute!
In unserem Gottesdienstentwurf für alle Generationen geht es um die Bedeutung dieser Geschichte für unser Handeln heute.
Unsere Broschüre zum
Martinsfest liefert Ihnen viele Ideen und
Anregungen – z. B. einen Gottesdienstentwurf, eine Bastelanleitung für ein Mini-Martinslicht und ein Rezept
für leckere Martinshörnchen.
Interessiert?
Bitte wenden Sie sich an
Marzena Gergens
Telefon: (0 62 51) 131- 2 95
E-Mail: [email protected]
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© 2015 Christoffel-Blindenmission
Wir stellen Ihnen unsere Angebote kostenlos zur Verfügung.
Fotos (6): CBM
Das hat Ihre Spende bewirkt
Ngalula ist auf dem besten Weg, sich ihren Traum zu erfüllen: Sie will unbedingt Schneiderin werden.
Ngalula will Schneiderin werden
und Faden. Dabei näht sie mit der linken Hand,
weil die Finger ihrer rechten Hand verkrümmt sind.
Eine kurze Hose, ein Jäckchen, eine kleine Handtasche und ein Kopfkissenbezug waren die schönen
Ergebnisse ihrer unermüdlichen Arbeit.
© 2015 Christoffel-Blindenmission
Im letzten Jahr haben wir Ihnen Ngalula-Gracia Kabanga vorgestellt, die in Kinshasa, der Hauptstadt
der Demokratischen Republik Kongo, lebt. Sie ist
inzwischen 17 Jahre alt. Ngalula hat bei der Geburt
eine Hirnschädigung erlitten und kann nicht laufen.
Das Ziel fest vor Augen
Über den CBM-Projektpartner Elikya hat Ngalula
einen Rollstuhl bekommen, sodass sie zur Schule
gehen konnte – das war vorher nicht möglich, weil
die Regelschule sehr weit weg war und öffentliche
Verkehrsmittel Ngalula nicht zur Verfügung standen. „Die Fahrer wollen uns nicht mitnehmen“, beklagte damals ihr Vater Innocent. Ihren Traum hatte
Ngalula trotzdem niemals aufgegeben: „Ich will
lernen, mit der Nähmaschine zu nähen!“
Ngalula hat im vergangenen Jahr fleißig daran gearbeitet, diesen Traum zu verwirklichen. Sie hat in
ihrem ersten Jahr in der Schule alle Grundlagen des
Nähens erlernt – zunächst einfach nur mit Nadel
Jetzt ist der große Moment gekommen: Im laufenden Schuljahr lernt Ngalula den Umgang mit einer
Nähmaschine. Sobald sie ihre Ausbildung erfolgreich absolviert hat, werden die Elikya-Mitarbeiter
versuchen, ihr eine Nähmaschine zu beschaffen.
Dann kann Ngalula ihren Lebensunterhalt als
Schneiderin bestreiten.
„Ich möchte die Freunde der CBM in Deutschland
herzlich grüßen“, sagt Ngalula. „Auch im Namen
meiner Familie! Wir sind alle sehr froh, dass ich die
Chance habe, mein Leben selbst in die Hand zu
nehmen. Ich habe mein Ziel fest vor Augen!“
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Kollektenvorschlag
Francis kann wieder sehen
Augenlicht schenken – viele mittellose Menschen
hoffen noch auf Hilfe
Fotos (2): CBM
Francis aus Tansania ist mehrfacher Vater und Großvater. Er hat immer für seine Familie gesorgt und
gearbeitet, zum Beispiel indem er sich um die Hühner kümmerte oder Holzschalen für den Verkauf
auf dem Markt schnitzte. Doch dann raubte ihm
der Graue Star die Sehkraft und die Selbstständigkeit. Eine Operation im nächsten Krankenhaus war
zu teuer. Er sah immer schlechter – immer wieder
gingen ihm Hühner verloren und beim Schnitzen
gelang ihm nur noch die Grobarbeit. Francis fühlte
sich nutzlos und als Belastung für seine Familie.
Eine Helferin des Programms für gemeindenahe
Rehabilitation in Tansania (Comprehensive Community Based Rehabilitation in Tanzania) wurde
auf Francis aufmerksam und überwies ihn an das
Kilimanjaro Christian Medical Center, eine von der
CBM geförderte Klinik in Moshi. Dort ist die Operation für mittellose Patientinnen und Patienten
kostenlos. Francis schöpfte neue Hoffnung. Zunächst operierten die Ärzte sein rechtes Auge – mit
überragendem Ergebnis: Francis kann wieder sehen.
Francis Itasi freut sich vor dem Hühnerstall, dass er
seine Tiere wieder selbst versorgen kann.
leicht, Menschen wie Francis mithilfe einer Operation die Sehkraft zurückzugeben. Aber in den Armutsregionen dieser Welt fehlen den Patienten
einfach die finanziellen Mittel. Mit Ihrer Kollektengabe können Sie solchen Menschen helfen und
dafür sorgen, dass blinde Menschen wieder sehen.
Zu Hause führte ihn sein erster Weg zum Hühnerstall. Er füttert seine Tiere jetzt ohne Probleme. Mit
gewohntem Geschick schnitzt er auch wieder Holzschalen. Francis strahlt vor Glück. Er hat neuen Lebensmut und lässt sich bald auch das andere Auge
operieren.
Eine Operation am Grauen Star kostet durchschnittlich nur 30 Euro. Da Kinder unter
Vollnarkose behandelt werden, kostet die
Operation bei ihnen 125 Euro.
Weltweit sind fast 20 Millionen Menschen jeden Alters durch Grauen Star erblindet. Eigentlich ist es
In den Armutsregionen dieser
Welt bedeutet eine Krankheit
wie Grauer Star für die meisten
Menschen lebenslange Blindheit.
Denn sie können sich die eigentlich einfache Operation nicht
leisten. Ein Mann wie Francis,
der es kaum ertragen konnte,
seine Familie nicht mehr unterstützen zu können, schöpft mit
der unverhofften Heilung neuen
Lebensmut. Gemeinsam können
wir vielen Menschen wie Francis
helfen – damit blinde Menschen
wieder sehen.
Bitte unterstützen Sie die Arbeit
der CBM mit Ihrer Spende.
Herzlichen Dank!
Kennwort: Grauer Star
28
E · 2192 · © 2015 Christoffel-Blindenmission
Kollektenbitte – Abkündigungstext
Rückmeldebogen
zu Arbeitsmaterialien für Kirchengemeinden
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kirchengemeinden,
durch Ihre Rückmeldung können wir unser Material verbessern. Daher freuen wir
uns, wenn Sie sich für die Beantwortung unseres Fragebogens fünf Minuten Zeit
nehmen. Vielen Dank! Bitte senden Sie den ausgefüllten Fragebogen – gerne auch
per E-Mail oder Fax – an:
CBM Deutschland e.V.
Marzena Gergens
Stubenwald-Allee 5
64625 Bensheim
Fax: (0 62 51) 131- 2 99
E-Mail: [email protected]
1. Welches Material haben Sie eingesetzt?
Broschüre Martinsfest
Broschüre Krippenspiel
Broschüre Erntedankfest
Broschüre „Das etwas andere Kirchencafé“
Broschüre Konfirmanden
Magazin Okuli
Kindergottesdienstentwurf
Gottesdienstentwurf „Bartimäus“
„Rodrigues Wunder“
Sonstiges: _______________________________
2. In welcher Kirchengemeinde haben Sie das Material verwendet?
Evangelische Landeskirche
Katholisches Bistum
Freikirche
Sonstiges: _______________________________
3. Wie haben Sie von dem Material erfahren?
CBM-Webseite
Newsletter
Kollegen
Kirchentag
CBM-Publikationen
wurde mir unaufgefordert zugeschickt
Sonstiges: _______________________________
4. Mit welchen Zielgruppen wurde das Material eingesetzt?
Kinder
Konfirmanden
Erwachsene
Senioren
Andere: ________________________________
bitte wenden ➦
5. Bei welchen Veranstaltungen haben Sie das Material verwendet?
Kindergottesdienst
andere Veranstaltung mit Kindern
Konfirmandenunterricht
Gottesdienst
Gemeindekreis
Gemeindefest
Kinderbibeltage
Seniorenkreis
Musical-Aufführung
Sonstiges: _______________________________
6. Wie hilfreich war das Material bei der Vorbereitung Ihrer Veranstaltung?
sehr gut
gut
ganz gut
nicht so gut
7. Welche Ideen aus dem Material haben Sie umgesetzt?
8. Was brachte die Arbeit mit dem Material den Teilnehmern Ihrer Veranstaltung?
Es hat eine komplett neue Sichtweise auf das Thema ermöglicht.
Es hat die bisherige Sichtweise auf das Thema verändert.
Die Arbeit mit dem Material brachte nur wenig Neues.
Die Arbeit mit dem Material hat gar nichts gebracht.
9. Welche Rückmeldungen und Anregungen wollen Sie uns noch geben?
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!