Wie rentabel ist die Erzeugung ohne Gentechnik für den Landwirt

Wie rentabel ist die Erzeugung
ohne Gentechnik für den
Landwirt?
- Kalkulationsgrundlagen -
Ludwig Asam
Ludwig Asam
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Gliederung
1. Vorstellung
2. Futterwert gentechnikfreier Eiweißfuttermittel
- importiert im Vergleich zu heimischen
3. Geflügel – Broilermast
4. Kalkulationsmodell Rind
5. Schwein
6. Geflügel - Legehennen
7. Fazit & Schlusswort
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Betriebsspiegel & Laufbahn
Student in Weihenstephan von 2004 - 2010
Neugründung Biobetrieb: Januar 2010
•18 ha Landfläche
– 12 ha Acker (gepachtete Biofläche)
– 6 ha Grünland (Umstellungsfläche)
•Tierbestand:
– Mutterkuhherde: Deutsche Angus (6 Kühe, 1 Stier)
– Mutterschafherde: Braunes Bergschaf & Texel (9 Mutterschafe, 1
Schafbock
Mitarbeiter beim FiBL Deutschland
Nebenerwerbslandwirt seit 2012
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Futtermittel für die Regionalinitiative und
Solidargemeinschaft UNSER LAND
Ziel: Regionale
Eiweißversorgung !
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Bewertung von Futtermitteln ist
unterschiedlich
• Lfl Futterwerttabellen – Bewertung
Eiweißfuttermittel
• Grundsatz: „Um die Rentabilität von GVOfreier Fütterung zu kennen, muss ich
meine Kosten kennen!“
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ANF in Ölsaaten und Leguminosen
Protease (Trypsin)
Lektine
Tannine
-inhibitor
Hämaglutinine
Polyphenoderivate
Hemmt die
Proteinspaltenden
Enzyme
Beeinträchtigt
die
körpereigenen
Abwehrkräfte
++/+++
Rapssaat
Rapsschrot
Glucosinolat
Sinapin
Verminderte
Futteraufnahme und
Proteinverdauung
Verminderte
Futteraufnahme,
Schilddrüsen- und
Leberschädigungen
Verursacht
fischartigen
Geruch der Eier
+
-
-
-
-
-
-
++++
++++
-
-
-
+++
++++
Erbse
-/+
+/++
+/++
-
-
Ackerbohne
-/+
+/++
+/++
-
-
Sojabohnen
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Verarbeitungsstandorte
> Speisesojaverarbeiter
> Ölmühlen für Soja
> Mittlere Aufbeitungsanlagen (Kapazität bis
ca. 10.000 t / Jahr)
> geplante Anlagen
mittlerer Kapazität
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Hydrothermische Behandlung
Arbeitsturm
Expander
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Ludwig Asam
Broilermast (=Hähnchenmast)
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Preise Broilermastfutter
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Broilerfütterung
Quelle: Tierzucht Vorlesung 2007, Dempfle
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Kosten in der Broilermast
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Kosten Mastbroilerfutter, Mischungsvergleich
Quellen: eigene Kalkulation,
Durchschnittspreise 2012/2.Hälfte
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Notwendige Mehrerlöse
Quellen: eigene Kalkulation, Durchschnittspreise
2012/2.Hälfte, Broilermast bis ca. 1650 g
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Rind – Milchvieh und Mast
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Grundfutterleistungen Rinder Milchproduktion
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Kosten der Grassilagegewinnung
Quelle: Dorfner & Hofmann (2008) in Vortrag H.Spiekers, LfL
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Rind – Bewertung Eiweißfuttermittel
NEL
(MJ/kg
TM)
nXP
(g/kg TM)
Maximale
Empfehlung
LfL (kg FM)
Preise in €
(2012/2.Hälfte)
Sojaschrot (GVO)
8,8
306
Allein
50 €
Rapsschrot
7,1
254
Allein
29 €
Biertreber, siliert
6,7
188
12
-
Erbsen
8,5
183
4
25 €
Ackerbohnen
8,6
194
4
25 €
Süßlupinen
9,2
217
4
26 €
Sojabohnen
(GVO-frei)
9,9
198
1,5
49 €
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Milchvieh: Ration für Kuh mit 7500kg
Jahresleistung
Quelle: Berechnungen Moosmeyer (2011) in „Heimische Eiweißträger in der
Fütterung, Schätzl, LfL
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Kraftfuttermengen bei
ausgeglichener Grundfutterration
Quelle: Schätzl 2012, LfL
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Mehrkosten Erzeugung bei
Äquivalenzpreisen
Grobfutterration:
maisbetont (75% Mais-,
25% Grassilage
Quelle: Schätzl 2012, LfL
maisbetont (75% Mais-,
25% Grassilage
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maisbetont (75% Mais-,
25% Grassilage
Zusätzliche Auszahlungspreise für
GVO-frei Milch
Mehrerlös Landwirt: 0,5 bis 1 Cent/kg Milch
Mehrkosten
abhängig von alternativer Fütterung
z. Bsp.: Luzernecobs/Rapsschrot, 0,5 Cent Mehrerlös:
0,25 cent/kg Mehrkosten Kraftfutter
0,1 cent/kg Mehrkosten Silo, Mischaufwand etc.
0,15 cent/kg Mehrerlös; ergibt bei Kuh mit 7500 kg Milch pro
Jahr
112,50 €/Kuh und Jahr Mehrerlös
Bestandesgröße: 50 Kühen
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5625 €/Jahr
Fazit – Rind (Milch)
• Erhöhung des Grasanteils im Grundfutter muss
angestrebt werden
• dadurch ist eine deutliche Reduzierung des EiweißKraftfutters zu erreichen (Bsp. 7500kg Kuh von 2,5
kg Sojaschrot auf 0,8!!!)
• Einsatz von allen Sojaersatz - Futtermitteln sehr gut
möglich (Rapsschrot, Ackerbohne, Kleegras frisch
bzw. gecobst)
• dadurch entstehen kaum Mehrkosten und auf
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Rindermast - Grundfuttergestaltung
Quelle: Dr. T. Ettle, A. Obermaier, S. Weinfurtner, LfL
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Rindermast
• Erhöhung des Grasanteils im Grundfutter muss
angestrebt werden
1/3 Grassilage halbiert den
Sojabedarf!!
• Einsatz von allen Sojaersatz - Futtermitteln möglich
(Rapsschrot, Ackerbohne, Kleegras frisch bzw.
gecobst)
• bei Weidegang oder 75%-100% Grassilage im
Grundfutter könnte auf Soja und
Ersatzeiweißfuttermittel komplett verzichtet werden
geringere Zunahmen sind die Folge
Quelle: LfL – Futterwerttabellen Rindermast 2012
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Schweinefleischproduktion
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Beispiel Schwein aktuell:
• 1 Mastschwein frisst ca. 60 kg Soja:
•
•
•
•
GVO Sojaschrot kostet
48 €/dt
GVO-freier Brasilianer
58 €/dt
Differenz:
10 €/dt
10 €/dt X 0,6 dt
= 6 €/Mastschwein
Schlachtgewicht von 100kg
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0,06 €/kg
Schweinefleisch Produktion
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Fazit Schwein
• Mehrerlöse sind hier mit am schwierigsten zu
erzielen (Großer Teil geht in den Export)
• Mischungen müssen exakt angepasst werden, falls
Rapsschrot verwendet wird
• Verfügbarkeit von heimischen Körnerleguminosen
zu gering
• Es braucht Metzger, die überzeugt vermarkten und
gute Produkte machen!
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Legehennen - Eierproduktion
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Rationsvergleich -GVO-Soja, GVOfrei & heimisches Eiweißfutter
Quellen: eigene Kalkulation,
Durchschnittspreise 2012/2.Hälfte
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Umrechnung von Futterkosten auf
Eikosten
zu beachtende Größe
Umtriebsperiode:
Haltungstage
Wert
Futterverbrauch/Tag
x Haltungstage:
Legeleistung/Umtrieb
Futterverbrauch/Ei
Einheit
365 Tage
335 Tage
125 g
40.535 g
280 Eier
150 g
Quellen: eigene Kalkulation,
Durchschnittspreise 2012/2.Hälfte
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=
83,6%
Notwendige Mehrerlöse beim Ei
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Beispiel
• Landwirt vermarktet 20% seiner gesamten Eier über
Unser Land
• Er bekommt hier einen Mehrerlös von 4 Cent/Ei
• 20% * 4 cent = 0,8 Cent
damit lohnt sich schon der Einsatz
vom heimischen Eiweißfutter mit allen
positiven Nebeneffekten regionaler Erzeugung!
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Fazit - Legehennen
• Kompletter Verzicht beim Geflügel von Soja schlecht
möglich
• Beim Frühstücksei achten die Deutschen sehr wohl
auf Futterherkunft und Haltung!
• Legehennenhalter in Österreich sind schon komplett
umgestellt
• Eier werden teilweise gar nicht mehr gelistet, wenn
sie nicht GVO-frei produziert wurden
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Schlusswort
„Wir haben kein
Produktionsproblem,
sondern ein
Vermarktungsproblem!“
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Homepage
Betrieb:
•www.asamhof-kissing.de
Alle Infos rund um den Sojaanbau
•www.sojainfo.de
Alternativen zu Glyphosat - mechanische
Unkrautregulierung:
•www.sojainfo.de
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Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!
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