Ausgabe 10/2016 Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im dbb - beamtenbund und tarifunion BTB Hessen bei 3. Seniorenpolitischen Fachtagung Die Bundesseniorenvertretung im dbb beamtenbund und tarifunion, mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Speck, hatte zur 3. Seniorenpolitischen Fachtagung im September 2016 nach Berlin eingeladen. Im dbb forum berlin fand die Tagung zum Thema „Hat der Generationenvertrag eine Zukunft?“ statt. Für den BTB Hessen nahm der Seniorenvertreter Bernd Mader teil. lem finanzierbaren Rente kommen, während Rentner auf der anderen Seite keine Kürzungen hinnehmen müssen. Um Altersarmut zu vermeiden ist die angestrebte 43-prozentige Rentenhöhe bis ins Jahr 2030 aus Sicht des dbb zu niedrig. Silberbach warnte auch vor weiteren Angriffen auf die Beamtenversorgung: „Die Lebensleistung der Beamtinnen und Beamten muss honoriert werden. Dazu gehört, das wichtige Problem der Altersarmut in Deutschland nicht immer „Die vergangenen Jahre haben bereits wesentliche gleich mit einer Debatte über vermeintliche PrivileKürzungen und Verschlechterungen sowohl bei der gien eines eigenständigen, verfassungsrechtlich geRente als auch bei der Beamtenversorgung gebracht“, schützten Versorgungssystems zu überziehen.“ so Wolfgang Speck in der Begrüßung. Beispielhaft zu nennen, die Anhebung der Regelaltersgrenze und Franz Müntefering Vorsitzender der Bundesarbeitsdie Absenkung des Renten- und Versorgungsni- gemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) veaus. Damit seien jedoch keine Herausforderungen beschrieb in seinem Vortrag „Generationengerechte gelöst und die Politik bleibt Antworten schuldig. „Mit Alterssicherung – verlässlich, solidarisch“ viele heutKonzepten, die die Halbwertzeit einer Legislaturperi- zutage existierende Begebenheiten, die negative ode haben, können Fragen nach der Ausgestaltung Auswirkungen auf das Renten- und Versorgungsnider Alterssicherung in 30 oder 50 Jahren kaum be- veau haben werden. Kernpunkte seiner Rede: „Wir antwortet werden. Wir wollen mit dieser Tagung heu- wollen auf unserem guten, hohen Niveau bleiben. te dazu beitragen, Licht ins Dunkel zu bringen und Der Demografische Wandel wird zu mehr Ungerechmögliche Lösungsansätze für eine langfristige Alters- tigkeit führen. Die Kosten für Gesundheit und Pflege sicherungspolitik zu zeigen“, so Speck weiter. werden die Einkommen schmälern. Früher lebten in einem „Haus“ drei Generationen, heute gibt es viele Der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Ulrich Gemeinschaften, die keine Kinder mehr haben. Seit Silberbach betonte, dass die drei kommunizierenden 1971 ist die Beamtenversorgung bei den Ländern! Röhren der Alterssicherung „Lebensleistung, EintrittsWir leben länger, im Durchschnitt 10 – 12 Jahre. Der alter und Rentenbeitrag“ auch künftig so verknüpft Altersdurchschnitt für Männer liegt jetzt bei 80,5 Jahwerden müssen, dass junge Leute auf der einen Seite ren. Frauen leben etwa 3 Jahre länger. In Deutschland noch in den Genuss einer vernünftigen und vor alverlassen jährlich 60.000 Schüler die Schulen ohne Herausgeber: BTB Hessen Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im dbb - beamtenbund und tarifunion B Thorwaldsenanlage 53 65195 Wiesbaden k [email protected] Verantwortlich: Landesvorsitzender Dr. Detmar Lehmann Oktober 2016 Ausgabe 10/2016 Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im dbb - beamtenbund und tarifunion Schulabschluss. Ganz grausam werden laut seinen Vermutungen die Jahre 2030 bis 2045 werden. Sein Lösungsvorschlag ist die betriebliche Altersversorgung um damit junge Beschäftigte in den Betrieben zu halten.“ dabei stets im Mittelpunkt: Einer immer größer werdenden Gruppe älterer Menschen, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden, steht eine vergleichsweise kleine Gruppe gegenüber, die mit ihrer Arbeit Rente und Versorgung finanzieren soll. Frau Prof. Dr. Gisela Färber von der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer, stellte die Frage „Hat der Generationenvertrag eine Zukunft?“ in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Ihr Resümee: „Die beste Rentenpolitik ist derzeit: eine gute beschäftigungssichernde Wirtschaftspolitik mit ausreichenden Löhnen und angemessenem Zinsniveau, eine weltoffene Migrationspolitik mit dem Ziel der Integration in die Arbeitsmärkte und eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und teilhabe der Menschen an sichernder Bildungspolitik!“ (Quelle: dbb Pressestelle/Bernd Mader) Nach Impulsvorträgen entfachte eine kontroverse Diskussion um die Zukunft der Alterssicherung auf dem Podium von Prof. Dr. Gisela Färber, Dr. Reinhold Thiede, Klaus Stiefermann, Dr. Christoph Hauschild, Wolfgang Speck um die Moderatorin der gesamten Veranstaltung Frau Katja Weber von radioeins/rbb. Ein Grundproblem, das den Generationenvertrag mehr und mehr vor eine Zerreißprobe stellt, stand Von links Wolfgang Speck, Vorsitzender der dbb Bundesseniorenvertretung in der Mitte Franz Müntefering, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen und der Seniorenvertreter des BTB Hessen Bernd Mader 15. Landesgewerkschaftstag 2016 BTB Hessen Kontrolle mit System – Fachwissen in der Nebenrolle Der 15. Landesgewerkschaftstag des BTB Hessen findet am 17. November 2016 in Gießen-Kleinlinden statt. Die Mitglieder erhalten persönliche Einladungen. Im öffentlichen Teil des Landesgewerkschaftstages suchen wir nach einem Comedy-Impuls von Frank Fischer in einer Podiumsdiskussion den Dialog mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Hochschulen und Gewerkschaft, um zukunftsfähige Lösungsansätze zum Leitthema zu finden. päischen Union (EU), der politischen und wirtschaftlichen Partnerschaft der europäischen Staatengemeinschaft finden fortdauernd Prozesse statt, um Wachstum, Stabilität und schließlich Wohlstand zu sichern. Der gemeinsame Binnenmarkt ist der wichtigste Wirtschaftsmotor der EU, der den weitgehend freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital sowie die Freizügigkeit der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht. In der Veränderung liegt Beständigkeit, so lässt sich Dies alles gibt es nicht zum Nulltarif, die Staatshausdie Situation in der öffentlichen Verwaltung am tref- halte sind allenthalben weit überreizt und bedürfen fendsten Beschreiben. Unter dem Einfluss der euro- dringend einer Konsolidierung. Das Zauberwort der Ausgabe 10/2016 Stunde heißt Schuldenbremse und geht einher mit der Diskussion um einen konsequenten Personalabbau in den Verwaltungen. Dieser fußt wiederum nicht, wie es sinnigerweise richtig wäre, auf einer solide durchgeführten Aufgabenkritik. Nein, oft wird gestrichen wo sich gerade eine Chance ergibt. Flankiert wird der Prozess zudem von einer Umstellung auf elektronische Informations- und Datenbearbeitung, wodurch herkömmliche Abläufe weitestgehend verdrängt werden. Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im dbb - beamtenbund und tarifunion Mit Blick auf die Verantwortlichkeit des Einzelnen, werden Rechtsvorschriften von Seiten der EU immer abstrakter formuliert und deren Umsetzung soweit als möglich systematisiert. Ist es nicht heute schon so, dass mit der umfassenden Digitalisierung von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft die Informationstechnik einen Stellenwert erreicht, der sie zu einem unumgänglichen Faktor gemacht hat? Sie deckt eine immense Breite ab und erfordert ein hohes Qualitäts-, Sicherheits- und Wirtschaftlichkeitsniveau. Maßnahmen der Verwaltung können längst nicht Und das nicht nur in Bereichen der allgemeinen Vermehr von Einzelinitiativen und Zufällen abhängig gewaltung, gerade auch in den Segmenten der techmacht werden. Vielmehr müssen Systeme betrachtet nisch-naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen ist und bewertet werden. Der Formulierung von Modudie elektronische Kommunikation heute schon zu eilen zur Systemkontrolle gehört die Gunst der Stunde. nem festen Bestandteil geworden. BTB Hessen Ausgabe 10/2016 Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im dbb - beamtenbund und tarifunion Fachgruppentag der Fachgruppe Vermessung und Landentwicklung Der Fachgruppentag wurde in diesem Jahr in Gießen – Klein-Linden durchgeführt. Als Ehrengäste konnte der Fachgruppenvorsitzende Frank Winkelmeyer den Vorsitzenden des dbb beamtenbund und tarifunion Landesbund Hessen Herrn Heini Schmitt und den stellvertretenden Landesvorsitzenden des BTB-Hessen sowie stellvertretenden Bundesvorsitzenden des BTB Herrn Christof Weier begrüßen. tente Ansprechpartner wahrgenommen“, sagt der stellvertretende Landesvorsitzende des BTB. Damit das so bleibt, ist in den Gremien eine aktive Mitgliederwerbung unumgänglich. Es ist wichtig in einer Gewerkschaft zu sein, um im öffentlichen Raum Gehör zu finden. Christof Weier überbrachte die Grüße des BTB Landesvorsitzenden Dr. Detmar Lehmann und des stellvertretenden Bundesvorsitzenden es BTB Maximilian Feichtner, die beide leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten und der Tagung alles Gute wünschten. Herr Weier betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Fachgruppen: „Sie sind das wichtigste Organ, von dem Impulse für die gewerkschaftliche Arbeiten ausgehen. Die regelmäßig erscheinenden Publikationen „Blitzlicht“ und das „BTB-magazin“ leben von der Veröffentlichung der Aktivitäten der Fachgruppen.“ Der BTB Hessen engagiert sich seit geraumer Zeit für die Belange der technischen Beschäftigten sowohl in verschiedenen politischen Gremien als auch im besoldungs- und tarifpolitischen Bereich. So war er in jüngster Vergangenheit u. a. im Dienstrechts- und im Tarifausschuss vertreten und hat aktiv an der Entgeltordnung Christof Weier, stellvertretender Bundesvorsitzender des BTB mitgewirkt. Kollege Weier unterstrich, dass der BTB HESSEN von der Politik nur dann wahrgenommen wird, wenn er in einem „gesunden Verband als starke Truppe“ auftritt. Nur über die Gewerkschaft ist es möglich, in den politischen Gremien Einfluss zu nehmen. Der öffentliche Dienst hat das Potential an Fachpersonal, die durch ihre Mitarbeit in der Gewerkschaft etwas bewegen können. Der Bundesverband entsendet Vertreter in die Fachgremien der Ministerien, die sich mit Fachwissen einbringen können. „Wir werden als kompe- Arbeit des dbb Hessen - Besoldungsanpassung In seinem Vortrag zur aktuellen Besoldungsanpassung der hessischen Beamten stellt der Vorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion Landesbund Hessen, Heini Schmitt, einleitend fest, dass die letzte Besoldungsanpassung in Anlehnung an den Tarifabschluss im Juli 2014 erfolgte. Nach dem Regierungswechsel wurde Ausgabe 10/2016 Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im dbb - beamtenbund und tarifunion ein neuer Koalitionsvertrag abgeschlossen, aus dem für die hessischen Beamten u. a. eine BesoldungsNullrunde und Beihilfebeschneidungen resultierten. Professor Battis hebt in seinem Gutachten zur Beamtenbesoldung besonders hervor, dass das Bundesverfassungsgericht in seinen jüngst ergangenen Entscheidungen zur Besoldung von Beamten, Richtern und Professoren enge Vorgaben für den Besoldungsgesetzgeber formuliert hat. Nach Ermittlungen des dbb sind die Einkünfte einer Beamten-Familie mit zwei Kindern in den unteren Besoldungsstufen vergleichbar mit einer Familie, die öffentlichen Leistungen (Grundsicherung) erhält. Das vom Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung enthaltene Abstandsgebot (Mindestabstand zur Grundsicherung) ist nach Ansicht des dbb hier nicht eingehalten und damit die Besoldungserhöhung nicht verfassungsgemäß. Die Alimentation genießt darüber hinaus auch einen relativen Normbestandsschutz. Heini Schmitt, Vorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion Landesbund Hessen und Frank Winkelmeyer, Vorsitzender der Fachgruppe Vermessung und Landentwicklung im BTB-Hessen (v.l.) Der hessische Ministerpräsident hat zwar weitere Nachbesserungen zugesagt, ein entsprechender Gesetzentwurf steht allerdings noch aus. Der dbb wird den Entwurf eines Besoldungsänderungsgesetzes zur gegebenen Zeit prüfen, kommenDer Besoldungsgesetzgeber ist verpflichtet, be- tieren und sich den Klageweg offen halten. stimmte Kriterien bei einer Besoldungsanpassung einzuhalten. Kürzungen oder andere Einschnitte in die Bezüge dürfen nur vorgenommen werden, wenn dies aus sachlichen Gründen gerechtfertigt ist. Diese Gründe müssen im Bereich des Systems der Besoldung liegen; allein der Hinweis auf Ausgabenreduzierungen aufgrund der Schuldenbremse genügen hier nicht. Diese Kriterien hat das Land Hessen bei der Besoldungsanpassung in diesem Jahr aus Sicht des dbb jedoch nicht eingehalten. Der Gesetzgeber hat zwar nachgebessert, was der dbb begrüßt, aber es bestehen immer noch große Mängel. Ausgabe 10/2016 Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im dbb - beamtenbund und tarifunion Ehrungen 25 Jahre: Udo Biefang, Dieter Finger, Norbert Fritz, Im internen Teil des Fachgruppentages wurden 26 Jürgen Georg, Astrid Hobein, Iris Horn, Peter KasseMitglieder der Fachgruppe Vermessung und Land- beer, Karin Küch, Heike Schmachtel, Karlheinz Troll, entwicklung durch den Fachgruppenvorsitzenden Edmund Weber. Frank Winkelmeyer geehrt. Der Vorsitzende der Fachgruppe dankte allen Jubilaren für ihre Treue und Ver- Fachgruppe wählt neuen Vorstand bundenheit. In den Vorstand der Fachgruppe wurden Frank WinDie nachstehend genannten Mitglieder wurden kelmeyer (Vorsitzender), Ursula Schindzielorz (stellv. durch Übergabe einer Urkunde für 50, 40 und 25 Vorsitzende), Wilfried Schaab (Schatzmeister), Marc Jahre Mitgliedschaft und den entsprechenden An- Trennheuser (Geschäftsführer) und die Beisitzer Diestecknadeln des BTB in Gold, Silber und Bronze aus- ter Finger, Norbert Fritz, Christian Horn, Boris Krah, Bernd Mader, Volker Merdan und Tobias Rhiel gegezeichnet: wählt. 50 Jahre: Gerhard Beaupain, Horst-Peter Bertinchamp, Herbert Grein, Helga Haas, Wolf Heidecke, Im Landesvorstand des BTB HESSEN wird die Fachgruppe künftig durch die Kollegen Wilfried Schaab Wilfried Kück, Wilfried Schaab, Horst Sdunneck. und Frank Winkelmeyer vertreten sein. 40 Jahre: Walter Achenbach, Karl-Wilhelm Backhaus, Heidi Schäfer/Wilfried Schaab Otto Dammer, Helmut Debus, Otto Hartung, HeinzJürgen Kampf, Petra Mihailovic. im Bild v.l.: Wilfried Schaab, Frank Winkelmeyer, Volker Merdan, Ursula Schindzielorz, Norbert Fritz, Bernd Mader, Christian Horn, Boris Krah, Marc Trennheuser, Tobias Rhiel
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