E-Magazin

Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
Inhalt
Freie Bahn für Akquisitions­
finanzierungen
2
Unternehmen profitieren von unverändert attraktiven Finanzie­
rungskonditionen
Bayer, Lanxess und Co.: Die großen Mega-Deals sind zurück. Die TreasuryAbteilungen übernehmen bei den hierfür notwendigen Akquisitionsfinanzierungen in der Regel eine Schlüsselrolle. Sie müssen eine Brückenfinanzierung auf die Beine stellen und diese in den folgenden Monaten in eine
langfristige Struktur überführen. Was ist derzeit bei Brückenfinanzierungen
und den folgenden Ausfinanzierungen möglich? Einiges, wie Banker aus
ihren Erfahrungen berichten.
6
5
9
Commerzbank: Mittelstandsbank adé
Markus Beumer verlässt die Commerzbank. CEO
Martin Zielke setzt auf Firmenkunden, sieht aber
speziell bei Privatkunden Wachstumsoptionen.
Top-Finanzierung
EnBW platziert Hybridanleihen in zwei
Währungen. Für die Karlsruher ist es der erste
Gang an den US-Dollar-Markt.
„Orderbuch war in 15 Minuten voll“
Novomatics Treasury-Chef Johannes Gratzl
spricht mit DerTreasurer über die erste Benchmark-Anleihe des Glücksspielkonzerns.
Aufmacher
5
9
2
Freie Bahn für Akquisitions­
finanzierungen
Unternehmen profitieren von attraktiven
Finanzierungskonditionen
Cash Management
3
Ementexx präsentiert neue CloudLösung
5Finanzierungsticker
6
5Top-Finanzierung
EnBW platziert Hybridanleihen
Commerzbank: Mittelstandsbank adé
Software
7
3Veranstaltungen
Finanzen & Bilanzen
Volatilität am Bondmarkt steigt
Anleiheemissionen von Lufthansa und
NordLB zurückgezogen
Frisches Kapital für Kyriba
30 Prozent Wachstum
Aktuelle Stellenangebote
10 Rauch wird Douglas-CFO
Neuer Finanzchef kommt von Henkel
10 Günter Tallner geht zur NordLB
Asset Management
11 Unternehmen setzen auf Fixed-IncomeBereich
Rentenanteil in Spezialfonds steigt
Personen & Positionen
Risiko Management
9
12 Teurer Hedging-Ausflug für Stadt
„Orderbuch war in 15 Minuten voll“
Novomatics Treasury-Chef Johannes Gratzl
über die erste Benchmark-Anleihe
Pforzheim
Verluste aus Swapgeschäften
Aufmacher 2
Bayer
Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
Paradebeispiel für das, was derzeit bei Brückenfinanzierungen möglich ist: Bayer hat für die Monsanto-Übernahme einen Brückenkredit in Höhe von 57 Milliarden Euro abgeschlossen.
Freie Bahn für Akquisitionsfinanzierungen
Unternehmen profitieren von attraktiven Finanzierungskonditionen / Brexit-Effekt überschaubar
B
ayer, Lanxess und Co.: Die großen MegaDeals sind zurück. Die Treasury-Abteilungen
übernehmen bei den hierfür notwendigen
Akquisitionsfinanzierungen in der Regel eine
Schlüsselrolle. Sie müssen eine Brückenfinanzierung auf die Beine stellen und diese in den
folgenden Monaten in eine langfristige Struktur
überführen. Was ist derzeit bei Brückenfinanzierungen und den Ausfinanzierungen möglich?
„Die Nachfrage und Bereitschaft auf Bankenseite, signifikante Brückenfinanzierungen
bereitzustellen, sind ungebrochen“, sagt Lars
G. Möller, Director Debt Capital Markets bei der
Credit Suisse in London. Paradebeispiel für das,
was derzeit möglich ist, ist der Brückenkredit von
Bayer in Höhe von 57 Milliarden Euro, den die
Leverkusener im Zuge der Monsanto-Übernahme
abgeschlossen haben. Bank of America Merrill
Lynch, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC und
JP Morgan würden jeweils kurzfristig 12,5 Milliarden Dollar finanzieren. Die Transaktionen von
Syngenta, Henkel und Evonik sind weitere Beispiele. „Die Finanzierungskonditionen sind dabei
unverändert attraktiv – insbesondere Unternehmen mit einem soliden Rating und einem starken
Bankennetzwerk profitieren von den guten Bedingungen“, sagt Möller weiter.
Die hohen Liquiditätsreserven der Banken
kommen den Unternehmen entgegen. „Das Umfeld ist auch für die Ausfinanzierung vorteilhaft“,
sagt Martin Hörstel, Bereichsvorstand Banking
Corporates und International Coverage bei der
HSBC. „Durch die hohe Liquidität auf den Kapitalmärkten steht Unternehmen gegenwärtig
die volle Klaviatur von Finanzierungsoptionen
zur Verfügung.“ Möller ergänzt: „Auch alternative Finanzierungsinstrumente wie Hybrid- oder
Wandelanleihen werden vom Kapitalmarkt stark
nachgefragt.“
Die Konditionen am Euro-Anleihemarkt sind
derzeit immer noch auf einem historisch niedrigen
Niveau. In Europa hat das EZB-Kaufprogramm erheblich zur guten Lage an den Anleihemärkten
»»Unternehmen steht gegen-
wärtig die volle Klaviatur von
Finanzierungsoptionen zur
Verfügung.“
Martin Hörstel, Bereichsvorstand Banking
Corporates und International Coverage, HSBC
beigetragen. „Durch die gestiegene Liquidität
haben sich nicht nur die Risikoprämien erheblich
reduziert und damit die Konditionen für die Emittenten verbessert“, sagt HSBC-Banker Hörstel.
„Auch das Ausfinanzierungsrisiko für Investmentgrade-Emittenten hat sich deutlich verringert,
soweit sie Anleihen nutzen, die dem Ankaufsprogramm der EZB unterliegen.“ Die Attraktivität der Anleihemärkte hat aber auch Folgen für
langfristige Bankdarlehen. Aufgrund dessen haben Term Loans „relativ an Bedeutung verloren“,
sagt Lars Möller. „Sie spielen weiter eine wichtige
Rolle, unter anderem da sie Unternehmen eine
flexiblere Rückführung ermöglichen“, ergänzt der
Credit-Suisse-Banker.
Aber auch andere Währungen sind für Unternehmen im Moment spannend: „Insbesondere
auch der Markt für US-Anleihen, sogenannte Yankee-Bonds, ist ein signifikanter Liquiditätspool“,
sagt Möller. Das zeigen aktuelle Transaktionen.
Mit Siemens, der Deutschen Telekom, BMW, der
Schaeffler-Holding und Henkel platzierten fünf
deutsche Unternehmen in der ersten Hälfte des
Monats September US-Anleihen. Der Anstieg ist
dramatisch: In den gesamten acht Monaten zuvor
waren mit Daimler und BMW lediglich zwei deutsche Emittenten aktiv.
Die befürchteten Verwerfungen nach dem
Brexit-Votum sind hingegen ausgeblieben. Das
Referendum hat zwar kurzfristig zu einer Verunsicherung und anschließend zu einer höheren
Volatilität geführt. Die hat sich Experten zufolge
inzwischen aber wieder normalisiert. „Allerdings
erwarten wir wiederholt kurzfristige Volatilität
durch den anhaltenden Newsflow, wie der Brexit
ausgestaltet sein wird“, sagt HSBC-Banker Hörstel. Die britische Premierministerin Theresa May
will die Austrittsverhandlungen mit der EU spätestens Ende März kommenden Jahres einleiten.
Inzwischen rechnet der Markt mit einer harten
Linie Großbritanniens.sap
Cash Management 3
Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
News
Ementexx präsentiert neue Cloud-Lösung
Renminbi nun
Reservewährung
Neuer Name für die Zahlungslösung des Cogon-Gründers Michael Scholz
Wirecard kooperiert mit
Commerzbank
Wirecard erweitert das
Portfolio der Commerzbank
um Zahlungsabwicklung
und Risikomanagement im
E-Commerce. Damit kann die
Bank ihren Geschäfts- und
Firmenkunden diese Leistungen ergänzend zum eigenen
Portfolio anbieten.
D
er Softwareanbieter Ementexx bietet seine Zahlungsverkehrslösung
jetzt auch als Cloud-Plattform an.
Das System nennt sich Ennoxx.Cloud
und lässt sich nach eigenen Angaben
„problemlos in bestehende Systemumgebungen integrieren“. Zudem
präsentiert der Frankfurter Systemanbieter, hinter dem Cogon-Gründer Michael Scholz steht, auch einen neuen
Namen für seine Enterprise Payment
Solution, die im vergangenen Jahr
auf den Markt kam: Ennoxx.Banking.
„Das ist ein neuer Name, unter dem
die verschiedenen Module zusammengefasst sind, die das reine Banking
auch teilweise überschreiten wie beispielsweise im Bereich E-Invoicing“,
erklärt Scholz gegenüber DerTreasurer.
Neben Standardprotokollen für die
Bankkommunikation wie Ebics und
FileAct unterstütze das System auch
die Kommunikation über FTP, FTPs,
SMB und via E-Mail.
Die neue Cloud-Lösung war aus
Scholz‘ Sicht der nächste logische
Schritt der Entwicklung. „Man kann
die E-Banking-Lösung jetzt installiert, gehostet oder als Cloud-System
­nutzen.“
Bisher wird die Lösung vor allem
im gehobenen Mittelstand und von
Großunternehmen sowie Banken ge-
Ementexx
Seit 1. Oktober ist der Renminbi die fünfte Währung im
Währungskorb des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Seit August letzten Jahres
wertet der Renminbi stark ab,
gegenüber dem Dollar etwa
um rund 3% innerhalb nur
einer Woche. „Ein günstigerer
Renminbi mag sich positiv auf
den Export auswirken, jedoch
hat China kein Interesse an
einer weiteren Abwertung“,
glauben die Währungsexperten von Ebury.
Michael Scholz will auch KMUs ansprechen.
nutzt. „Mit der Cloud-Lösung sprechen wir auch den kleineren Mittelstand an“, sagt Scholz. Vorbehalte
gegenüber dem System aus der Wolke
haben sich nach seiner Beobachtung
in den vergangenen Jahren gelegt.
Das hänge auch mit der zunehmenden
privaten Nutzung von Cloud-Services
zusammen.
Auf Sicherheit legt Scholz in Zeiten
von Cybercrime-Attacken hohen Wert.
Der durch eine personalisierte URL
erreichbare Service werde in einem
europäischen Sicherheitszentrum gehostet. Über Ennoxx.Banking tauschen
Banken und Unternehmen Kontoinformationen, Zahlungen, Bestätigungen
und viele andere Informationen untereinander aus. Nach wie vor sei es aber
nicht jedermanns Sache, diese sensiblen Informationen auszulagern.mad
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4 | DerTreasurer | Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016ANZEIGE
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informellen Austausch: Der Roundtable „DerTreasurer“ ist eine
exklusive Veranstaltung für Corporate Treasurer.
Programm
16.00 Uhr Registrierung der Teilnehmer
16.30 Uhr Begrüßung
16.45 Uhr Akquisitionsfinanzierung der Dematic-Transaktion
Frank Herzog, Head of Corporate Finance, Kion Group AG
17.30 Uhr How far is KYC Compliance pushing corporates?
Marisol Lopez, Head of Policy and Standards EMEA & Americas, Thomson Reuters
18.15 Uhr Neue Möglichkeiten im Iran:
was geht, was nicht?
Shaghayegh Smousavi, Managing
Director, CMS Hasche Sigle
19.00 Uhr Get-together
Moderation Desirée Backhaus, Redakteurin
von „Der Treasurer“
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
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30.09.2016 09:00:26
Finanzen & Bilanzen 5
Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
News
Top-Finanzierung
Tele Columbus passt
Kredit an
EnBW platziert Hybridanleihen in zwei Währungen
Lanxess
Lanxess beginnt M&AFinanzierung
Lanxess hat mit zwei Bonds
mit einem Volumen von 1
Mrd. Euro platziert. Mit den
neuen Mitteln will der Konzern die Brückenfinanzierung
für den Chemtura-Deal teilweise ablösen. Lanxess plant,
den US-Wettbewerber für 2,4
Mrd. Euro zu übernehmen.
Die neuen Bonds teilen sich
in zwei gleichgroße Tranchen
mit Laufzeiten von fünf
beziehungsweise zehn Jahren. Sie werden jeweils mit
0,25% und 1% verzinst. Für
den M&A-Finanzierungsmix
plant der Spezialchemiekonzern auch die Ausgabe von
Hybridanleihen.
va-Q-tec vollzieht den
Börsengang
Der Dämmstoffhersteller
va-Q-tec hat den Sprung
an die Börse geschafft.
Rund 6,7 Mio. Aktien hat
das Unternehmen platziert,
3,75 Mio. davon im Rahmen
einer Kapitalerhöhung. Dem
Unternehmen fließen brutto
rund 46,1 Mio. Euro zu. Zu
den bisherigen Eigentümern
gehört auch der PE-Investor
Zouk Capital. Das gesamte
Emissionsvolumen lag bei
82,9 Mio. Euro.
E
nBW macht den Anfang: Als erstes
deutsches Unternehmen platziert
der Energieversorger in diesem Jahr
Hybridanleihen. Die Karlsruher wagen
sich dabei sogar in zwei Währungsmärkte und begeben einen Bond in
Euro und einen in US-Dollar. Die Bonds
laufen rund 60,5 Jahre. Die EuroEmission hat ein Volumen von 725
Millionen Euro und wird bis zum ersten Kündigungstermin im April 2022
mit 3,375 Prozent verzinst. Platziert
wurde das Papier zu einem Emissionspreis von 99,399 Prozent. Der zwei
Tage zuvor platzierte US-Bond hat ein
Volumen über 300 Millionen Dollar
und wird mit 5,125 Prozent verzinst.
Der Ausgabepreis lag bei 100 Prozent.
Der Dollar-Hybrid ist auch für
EnBW eine Premiere. Der Konzern
hatte sich entschieden, auch diesen
Markt anzuzapfen und deshalb das
Volumen der Euro-Emission reduziert,
teilte die HSBC mit, die gemeinsam
mit BNP Paribas und J.P. Morgan die
Transaktion strukturiert hat. Die Plat-
EnBW/Uli Deck
Tele Columbus will die Konditionen seines syndizierten
Kredits über 1,38 Mrd. Euro
anpassen. Im Rahmen dessen
sollen Term Loans über 1,255
Mrd. Euro refinanziert werden. Einige Tranchen werden
zusammengeführt, die Laufzeit wird bis 2023 verlängert.
Welche weiteren Änderungen
am Kreditvertrag vorgesehen
sind, teilt das Unternehmen
nicht mit. Die 125 Mio. Euro
schwere Investitionskreditlinie sowie der Revolver über
insgesamt 125 Mio. Euro sind
nicht betroffen.
Die EnBW eröffnet den deutschen Hybridmarkt.
zierung wurde außerdem von BBVA,
RBS und Unicredit begleitet.
Mit dem Dollar-Bond, der ausschließlich Investoren außerhalb der
USA angeboten wurde, konnte EnBW
die eigene Investorenbasis diversifizieren. Der Konzern war in Hongkong,
Singapur und London auf Roadshow
gegangen und konnte viele asiatische
Investoren gewinnen. Sie machen
rund 40 Prozent der Investoren bei
der Dollar-Emission aus, die restlichen
kommen aus der EMEA-Region. Neben
der Verbreiterung der Investorenbasis
konnte EnBW mit der US-Transaktion
auch den Preisvorteil nutzen, der sich
im Moment auch bei herkömmlichen
Anleihen zwischen Dollar- und EuroEmissionen ergibt. Diese Chance ergriff vor kurzem auch die Deutsche
Telekom (siehe Ausgabe 18-2016).
Mit den neuen Mitteln will der
Energieriese bestehende Schulden
refinanzieren, teilt das Unternehmen
mit. Dabei fällt auch die Hybridanleihe
ins Auge, die EnBW 2011 begeben
und 2012 auf insgesamt 1 Milliarden
Euro aufgestockt hat. Die Anleihe, die
mit 7,375 Prozent aus heutiger Sicht
einen stattlichen Kupon hat, kann im
April 2017 von EnBW erstmals zurückgezahlt werden. Die Struktur der neuen
Bonds, die von Standard & Poor’s und
Moody’s zur Hälfte als Eigenkapital
anerkannt werden, entspricht im Wesentlichen dem Standard, der bereits
bei den 2014 begebenen Hybridanleihen des Konzerns angewendet wurde.
Allerdings verfügen die neuen Bonds
über eine zusätzliche Regelung: EnBW
kann die Bonds bereits drei Monate
vor dem ersten Call-Termin zu par
kündigen. Laut HSBC wurde diese
3-month-par-call-Option erst zum
zweiten Mal von einem europäischen
Hybrid­emittenten eingesetzt.ako
Volatilität am Bondmarkt steigt
Anleiheemissionen von Lufthansa und NordLB zurückgezogen / Markt weiterhin offen
E
igentlich galten die Bedingungen
für Anleiheemissionen in den vergangenen Wochen als überaus gut.
Doch dann zog die Lufthansa Anfang
der vergangenen Woche eine Anleiheemission über 500 Millionen Euro
zurück. Sie konnte sich mit den Investoren nicht auf einen angemessen
Preis einigen. Damit war der deutsche
Konzern das erste Unternehmen seit
über einem Jahr, das eine geplante
Euro-Transaktion wieder zurückgezogen hat. Marktexperten gehen davon
aus, dass der negative Ausblick bei
dem verbleibenden InvestmentgradeRating der Lufthansa von S&P sowie
die weiterhin angespannte Lage in der
gesamten Luftfahrtbranche die Investoren abgeschreckt haben könnten.
Hinzu kommt, dass die Anleger auf die
schwierige Verfassung der Deutschen
Bank reagierten. Von dieser Welle
wurde auch die NordLB erfasst, die
ebenfalls eine Emission wegen zu geringer Nachfrage absagen musste. Die
Landesbank hatte vor, einen siebenjährigen Bond auszugeben. Ob allein
die Turbulenzen rund um die Deutsche
Bank zu den geplatzten Emissionen
geführt haben oder ob die Emittenten
auch schlicht zu aggressiv gepreist
hatten, lässt sich schwer sagen.
Marktexperten gehen jedoch davon aus, dass es sich um Einzelfälle
handelt und der Markt weiterhin offen
ist. In jedem Fall zeigt sich, dass Anleger derzeit nicht mehr bereit sind, zu
jedem Preis zu zeichnen, obwohl die
EZB weiterhin als Großkäufer auftritt
und die Kaufgelegenheiten so einschränkt. Die Zentralbank hat in den
vergangenen Wochen ihr Engagement
am Primärmarkt deutlich ausgeweitet.
Mitte August lag der Anteil der Bonds,
den sie direkt bei der Emission kauft,
noch bei rund 6,5 Prozent. Einen Monat später sind es bereits etwa 10,9
Prozent. Das Angebot am Sekundärmarkt bleibt weiterhin begrenzt. Allerdings zeigt die abgesagte Emission der
Lufthansa auch eins: Die EZB ist nicht
bereit, eine Emission zu tragen, wenn
das Interesse der übrigen Investoren
fehlt. Den Regeln zufolge könnte sie
bis zu 70 Prozent einer Emission kaufen, wenn die Papiere unter das Kaufprogramm fallen.ako
Finanzierungsticker
+++ OfficeFirst nennt Details zum Börsengang +++ Steinhoff sammelt 2,4 Mrd.
mit Kapitalerhöhung und Aktienverkauf ein +++ Siegfried platziert Hybridanleihe
über 145 Mio. Euro +++ HSH Finanzfonds platziert Anleihe über 750 Mio. Euro
+++ Corestate Capital nennt Details zum Börsengang +++ Shop Apotheke
Europe legt Preisspanne für IPO fest +++ Bayer-Rating von Fitch bei A bestätigt,
weiterhin auf Watchlist +++
Finanzen & Bilanzen 6
Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
News
Commerzbank: Mittelstandsbank adé
VIB Vermögen platziert
Schuldschein
Markus Beumer verlässt die Bank / Zielke sieht bei Privatkunden Wachstumsoptionen
Sonova begibt neue
Anleihe
Der Schweizer Hörgerätehersteller Sonova hat einen
neuen Bond über 760 Mio.
Schweizer Franken ausgegeben. Die Emission teilt sich
in drei Tranchen, wovon eine
Nullkupon-Tranche durch eine
Platzierung über par eine
negative Rendite aufweist.
Mit dem Erlös wollen die
Schweizer die Übernahme
von AudioNova finanzieren.
D
ie Commerzbank plant einen radikalen Umbau. Wie bereits in der
vergangenen Woche bekannt wurde,
will Konzernchef Martin Zielke die Mittelstandsbank auflösen. Die kleineren
Unternehmenskunden bis zu Jahresumsätzen von 15 Millionen Euro sollen künftig dem Bereich „Privat- und
Unternehmerkunden“ zugeschlagen
werden. Die größeren Firmenkunden
und damit das Gros der Leser dieser
Publikation, werden künftig in der
Sparte Firmenkunden betreut, die mit
dem Investmentbanking zusammengelegt wird. Letzterer Bereich solle
aber schrumpfen, die „Handelsaktivitäten vereinfacht“ und auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet werden.
Besonders die Digitalisierung soll
einen hohen Stellenwert haben. „Jeder Prozess, der digitalisiert werden
kann, soll auch digitalisiert werden“,
betonte Zielke vor Journalisten in
Frankfurt. Damit reagiert der CEO auch
auf Zweifel aus dem Markt. Die Commerzbank habe zwar „Digitalisierung
als Trend erkannt, jedoch bisher nur
halbherzig umgesetzt“, schrieb ein Finanzverantwortlicher in einer Umfrage
des DerTreasurer-Schwestermagazins
FINANCE. Ein anderer erklärt in derselben Erhebung, er sehe eine „chro-
Commerzbank
Das Immobilienunternehmen
VIB Vermögen hat einen
Schuldschein begeben.
Aufgrund der hohen Nachfrage der Investoren konnte
die Gesellschaft 70 Mio. Euro
statt der ursprünglich geplanten 60 Mio. Euro einsammeln.
Mit den neuen Mitteln sollen
sowohl bereits begonnene als
auch neue Projekte finanziert
werden.
Markus Beumer verlässt die Bank.
nische Schwäche in IT-Systemen“. Die
„Integration mit der Dresdner Bank“
scheine „in Teilbereichen immer noch
nicht optimal abgeschlossen“.
Konzernchef Zielke sieht die größten Wachstumsmöglichkeiten der Bank
im Privatkundenbereich, den er leitete,
bis er Anfang Mai die Nachfolge von
CEO Blessing antrat. „Wir wollen bis
2020 im deutschen Bankenmarkt netto
zwei Millionen Neukunden gewinnen.“ Im Firmenkundenbereich nimmt
sich die Bank hingegen bereits als führend in Deutschland wahr. Zumindest
bezogen auf die Top-Klientel zeigte
sich bei einer FINANCE-Umfrage ein
leicht anderes Bild. Noch im Mai haben 135 befragte CFOs und Treasurer
die Deutsche Bank mit 77 Prozent an
die Spitze gewählt, die Commerzbank
folgt mit 74 Prozent. Zumindest bei
den kleineren Unternehmen im Mittelstand dürfte die Commerzbank allerdings die Nase vorn haben.
Zeitgleich mit der Neuordnung
verlassen prägende Gesichter der vergangenen Jahre die Commerzbank.
Mit Markus Beumer, der zwischenzeitlich als CEO gehandelt wurde,
verabschiedete sich Anfang Oktober
der langjährige Vorstand der Mittelstandsbank, Ziel unbekannt. Bereichsvorstand Tallner ist bereits zur NordLB
gewechselt (Seite 10). Die Leitung der
Firmenkundensparte übernimmt der
bisherige Investmentbanking-Chef Michael Reuther.mad
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Software 7
Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
News
Frisches Kapital für Kyriba
Bellin kooperiert mit
Accuity
30 Prozent Wachstum / In Deutschland kaum präsent
Der TMS-Anbieter Bellin
ist mit dem ComplianceSpezialisten Accuity eine
strategische Partnerschaft
eingegangen. Durch die
Zusammenarbeit sollen
Treasurer künftig getätigte
Zahlungen direkt im TMS mit
Sanktions- und Embargolisten
abgleichen können.
Swift stellt neuen FXService vor
Der Finanznachrichten­
dienstleister Swift hat die
Sibos-Konferenz genutzt, um
neue Produkte vorzustellen.
Darunter ist auch ein FX-Service, durch den Swift-Kunden
durchgängig die Performance
ihres Devisenhandels messen
können. Erster Kunde ist die
HSBC. Swift stellte zudem ein
Pilotprojekt für den Zahlungsverkehr vor sowie einen
neuen Cloud-Service zur Verbesserung der Compliance.
D
er
französisch-amerikanische
TMS-Anbieter Kyriba hat sich über
seine jüngste Finanzierungsrunde 23
Millionen US-Dollar (umgerechnet
20,5 Millionen Euro) neues Kapital
gesichert. Größter Investor der Runde
war die französische Investmentbank
BPI France, weitere bestehende Geldgeber wie die HSBC und Daher Capital
zogen mit. Kyriba will das Geld nutzen, um Produktinnovationen in den
Bereichen Risikomanagement, Supply
Chain Finance, Zahlungen, Cash Management und Bankenanbindung voranzutreiben. Außerdem soll mit den
Mitteln der Kundenservice verbessert
werden.
Die Kapitalerhöhung erfolgte im
Schwung der Halbjahreszahlen von
Kyriba. Der TMS-Anbieter hatte wenige Tage zuvor mitgeteilt, dass der
Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um
30 Prozent gewachsen sei. Absolute
Zahlen veröffentlichte die Gesellschaft
nicht. Im gleichen Zeitraum habe
Kyriba 96 neue Kunden gewonnen,
­
140 Unternehmen hätten die Lösung
zudem vollständig implementiert.
„Unser Fokus lag in den vergangenen
18 Monaten darauf, das Kyriba Professional Service Team zu verdoppeln, zu
dem jetzt mehr als 100 Mitarbeiter gehören“, sagt Fabrice Levy, Chief Client
Officer bei Kyriba.
In Deutschland spielt der TMSAnbieter allerdings kaum eine Rolle:
Von 100 im Frühjahr von dieser Publikation befragten Treasurern nutzt
gerade einmal ein Umfrageteilnehmer
das System. Im Markt wird spekuliert,
dass Kyriba sich den Zugang zum
deutschen Markt mittelfristig über
Übernahmen erkaufen könnte.
Kyriba ist nicht der einzige TMSAnbieter, der in den vergangenen Wochen eine Kapitalerhöhung durchgeführt hat. Der Private-Equity-Investor
Waterland war Mitte September bei
der Hamburger Hanse Orga eingestiegen. Bis 2020 will Hanse Orga seinen
Umsatz von rund 40 Millionen Euro
im vergangenen Geschäftsjahr verdoppeln. Das soll nun gemeinsam mit
Waterland gelingen.jae
IMPRESSUM
Verlag
FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH
Der F.A.Z.-Fachverlag
Frankenallee 68–72, 60327 Frankfurt am Main
E-Mail:[email protected]
HRB Nr. 53454, Amtsgericht Frankfurt am Main
Geschäftsführer:
Dr. André Hülsbömer, Hannes Ludwig
Redaktion: Markus Dentz (mad, verantwortlich),
Desirée Backhaus (deb), Jakob Eich (jae), Antonia Kögler (ako),
Sabine Paulus (sap), Katharina Schlüter (kas)
Telefon: (069) 75 91-32 52
Telefax: (069) 75 91-32 24
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Verantwortlich für Anzeigen:
Jessica Sauer
Telefon: (069) 75 91-32 04
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Herausgeber: Bastian Frien
Mitherausgeber:
BNP Paribas, Deutsche Bank, Reval, SEB AG,
treasury executives 53° gmbh
Partner:
ING Bank – Branch of ING-DiBa AG, Horváth & Partner GmbH,
Litreca AG, Omikron Systemhaus GmbH & Co. KG
Jahresabonnement: kostenlos
Erscheinungsweise
zweiwöchentlich (24 Ausgaben im Jahr)
Layout: Daniela Seidel, FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH
© Alle Rechte vorbehalten.
FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, 2016.
Die Inhalte dieser Zeitschrift werden in gedruckter und
­digitaler Form vertrieben und sind aus Datenbanken abrufbar.
Eine Verwertung der urheberrechtlich geschützten Inhalte
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Im Interview: Yanis Varoufakis
A New Deal for Europe – How to Revive the Promise
Der ebenso polarisierende wie faszinierende ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis erklärt im
On-Stage-Interview, warum er die europäische Einheit für stark gefährdet hält und wie er das Versprechen eines wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich vereinten Europas durch die Umsetzung seiner Vorstellungen einlösen will.
Yanis Varoufakis,
ehemaliger griechischer
Finanzminister
 Programmauszug
Die Impulsgeber an zwei Tagen in über 90 Roundtables

Christian Anzinger,
Head of Treasury,
DRÄXLMAIER Group
Michael Braun,
Group Treasury,
Head of Subsidiary
Financing,
Volkswagen AG
Rando Bruns,
Head of Group Treasury,
Merck KGaA
Steffen Diel,
SVP und Head of
Global Treasury,
SAP SE
Evelyne Freitag,
Geschäftsführerin
und CFO,
Goodyear Dunlop
D-A-CH Region
Torsten Kohrs,
Head of Group Treasury,
Deutsche Lufthansa AG
Eveline Lindner,
Head of Treasury,
OMV AG
Dr. Sven Vorstius,
Head of Capital Markets,
Bayer AG
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Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
ProSiebenSat.1
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 verliert zum 31.
März 2017 seinen Finanzchef
Gunnar Wiedenfels. Der
39-Jährige
wechselt als
CFO zum
US-Medienkonzern
Discovery
Communications nach New
York. Er war 2009 von der
Beratung McKinsey zu ProSiebenSat.1 gewechselt. Die
Suche nach einem Nachfolger
für Wiedenfels läuft bereits.
Ralf Peter Gierig wurde mit
sofortiger Wirkung zum
Deputy CFO ernannt. Der
51-Jährige war bislang
Executive Vice President
Group Finance & Investor
Relations.
Nicolas Peter wird zum 1.
Januar 2017 Finanzvorstand
von BMW. Er übernimmt
bei dem Automobilkonzern
die Nachfolge von Friedrich
Eichiner, der mit 61 Jahren in
den Ruhestand geht. Nicolas
Peter arbeitet bereits seit
1991 für den Autobauer.
Ab 2007 leitete er das Konzerncontrolling, und 2011
übernahm er die Leitung der
Vertriebsregion Europa.
Osram
Klaus Patzak wird neuer
CFO des
Baukonzerns
Bilfinger. Er
hat die
Position
Anfang
Oktober von Axel Salzmann
übernommen, der das Unternehmen Ende September
verlassen hat. Bilfinger hatte
Salzmann erst vor knapp
anderthalb Jahren zum CFO
ernannt. Wohin es Salzmann
zieht, ist nicht bekannt.
„Orderbuch war in 15 Minuten voll“
Novomatics Treasury-Chef Johannes Gratzl spricht mit DerTreasurer über die erste
Benchmark-Anleihe des Glücksspielkonzerns.
M
itte September hat Novomatic
erstmals einen Benchmark-Bond
emittiert. Der Glücksspielkonzern (Umsatz 2015: 3,9 Milliarden Euro), der in
Gumpoldskirchen bei Wien sitzt, nahm
dadurch 500 Millionen Euro ein. Die
Laufzeit beträgt sieben Jahre.
Die Mittel will Johannes Gratzl, der
seit 2010 das Group Treasury leitet, für
verschiedene Projekte nutzen: „Wir
wollen unsere Finanzierungsstruktur
optimieren und gezogene Kreditlinien
zurückführen“, erklärt er. Das Geld
aus der Anleihe soll auch dazu dienen,
die anstehende Übernahme des australischen Wettbewerbers Ainsworth
sowie mögliche weitere Transaktionen zu finanzieren. „Wir sind ein
expansives Unternehmen. Wir achten
daher darauf, dass unsere Finanzierungsstruktur mitwächst“, sagt Gratzl.
Die Anleihe ist nun eine wichtige neue
Säule. Teil der Finanzierungsstruktur
sind neben der soeben emittierten
Benchmark-Anleihe drei weitere Anleihen über insgesamt 600 Millionen
Euro, die größtenteils in Österreich
platziert wurden. Hinzu kommt ein
Schuldscheindarlehen über 275 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr
sowie revolvierende Kreditfazilitäten
über 440 Millionen Euro, die im kommenden Jahr neu strukturiert werden
sollen.
Novomatic
News
Johannes Gratzl ist seit 2006 für Novomatic tätig.
Er startete im Bereich Corporate Finance und stieg
2010 zum Leiter des Konzern-Treasury auf. Zuvor
war Gratzl für die österreichische Niederlassung
von T-Mobile im Finanzbereich tätig.
Mit dem neuen Bond plant das Novomatic-Treasury auch eine im kommenden Jahr fällige Anleihe mit einem
Volumen von 150 Millionen Euro zu
refinanzieren. Der Kupon des neuen
Papiers liegt bei 1,625 Prozent – wesentlich weniger als die 5 Prozent des
Vorläufers. „Wir hatten früher kupongetriebene Emissionen, die vor allem
Privatinvestoren angezogen haben“,
sagt Gratzl. Diese handeln Anleihen
erfahrungsgemäß aber wenig. „Dieses
Mal wurde die Anleihe jedoch zu 80
Prozent bei Fonds und Versicherungen platziert. Darüber hinaus führt
das größere Transaktionsvolumen zu
einer deutlich verbesserten Liquidität im Sekundärmarkt.“ Nur noch 40
Prozent kommen aus Deutschland und
Österreich. Begleitet haben die Transaktion Erste Group Bank, Raiffeisen
Bank International und Unicredit Bank
Austria.
Die Nachfrage nach dem Novomatic-Bond war Gratzls Angaben zufolge
enorm: „Das Orderbuch hatte nach
wenigen Minuten das Zielvolumen
erreicht.“ Insgesamt hätten bis zu
3,2 Milliarden Euro platziert werden
können. „Wir haben aber von Anfang
an gesagt, wir wollen nicht mehr als
die 500 Millionen Euro.“ Dafür konnte
Novomatic den Kupon deutlich drücken: „Wir sind mit 190 bis 200 Basispunkten an den Markt gegangen. Das
Pricing lag dann schlussendlich bei
170 Basispunkte über Midswaps, was
den Kupon von 1,625 Prozent ergab.“
Standard & Poor’s ratet den Bond mit
BBB im Investmentgrade.
Die Anleihe ist der erste Teil eines
Emissionsprogramms über 2 Milliarden Euro, das Novomatic Anfang
September gestartet hat. Eine weitere
Anleihe sei in näherer Zukunft zwar
nicht geplant: „Wir wollen aber zum
Frequent Issuer werden und flexibel
an den Markt gehen können“, erklärt
Gratzl.jae
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abgegeben. Er bleibt jedoch
weiterhin CFO des Unternehmens. Hocks Rückzug
ins zweite Glied hänge mit
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Personen & Positionen 10
Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
Rauch wird Douglas-CFO
HVB
Nun ist es offiziell: Robert
Schindler
wird neuer
Firmenkundenvorstand
der UnicreditTochter
Hypovereinsbank (HVB). Er
folgte damit bereits im September auf Lutz Diederichs,
der Ende Juli bekannt gegeben hatte, die Bank nach 27
Jahren zu verlassen. In den
Medien waren bereits vor
Wochen spekuliert worden,
dass Schindler die Nachfolge
antreten wird. Bankkenner
gehen davon aus, dass
Schindler seine Aufgabe in
Kontinuität zum Vorgänger
Diederichs führen wird. Mit
dem 43-jährigen gebürtigen
US-Amerikaner Guglielmo
Zadra bekommt die Bank
zudem einen neuen CFO. Er
folgt auf Francesco Giordano,
der Co-Chief Operating
Officer bei der Mutter Unicredit wird.
Neuer Finanzchef der Parfümeriekette kommt von Henkel
Günter Tallner
geht zur NordLB
D
D
ouglas bekommt zum
vier Jahre als Financial DiJahreswechsel
einen
rector des Henkel-Unternehneuen CFO. Michael Rauch
mensbereichs Beauty Care
wird zum 1. Januar 2017 die
gearbeitet.
derzeitige Finanzchefin Erika
Für den Düsseldorfer
Tertilt beerben. Tertilt habe
Konsumgüterhersteller ist
sich entschieden, die ParfüRauch bereits seit 2001 in
meriefilialkette aus persönli- Michael Rauch
unterschiedlichen Positionen
chen Gründen zu verlassen,
tätig, zum Beispiel von 2003
da sie nicht mit nach Düsseldorf vom bis 2005 als Vice President Finance
bisherigen Firmensitz Hagen umzie- der Region Norden in Stockholm und
hen wolle, teilte die Parfümeriefilial- von 2006 bis 2007 als Head of Conkette mit. Douglas hat seit Oktober trolling Henkel Adhesives Asia-Pacific
seinen neuen Stammsitz in der Lan- in Shanghai. Im März 2007 wurde der
deshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Diplom-Kaufmann schließlich Head of
Tertilt wird Douglas aber bis zum Jah- Corporate Finance bei den Düsseldorreswechsel erhalten bleiben, um eine fern. Dort platzierte er unter anderem
„problemlose Übergabe“ an Rauch Anleihen für den Konsumgüterkonsicherzustellen, wie es heißt.
zern, wie im Jahr 2009, inmitten der
Michael Rauch wechselt von Hen- Finanz- und Wirtschaftskrise (siehe
kel zu Douglas. Beim Konsumgüter- Ausgabe 6-2009).
konzern ist er derzeit als Corporate
Vor seinem Einstieg bei dem KonSenior Vice President und Financial sumgüterhersteller arbeitete Rauch
Director des Unternehmensbereichs beim Murnauer Unternehmen DCS
Adhesive Technologies (Lösungen für Automotive als Finance Director. Seine
Klebstoffe, Dichtstoffe und Funktions- Karriere begann er bei der KPMG Conbeschichtungen) tätig. Davor hat er sulting in München.sap
Henkel
News
ie NordLB hat einen neuen Firmenkundenchef gefunden: Günter Tallner wird den im November zur NRW
Bank wechselnden Eckhard Forst an
der Spitze des Firmenkundengeschäfts
der Landesbank mit Sitz in Hannover
ablösen. Es fehle lediglich noch die
erforderliche Erlaubnis der EZB, teilte
die NordLB mit. Der 54-Jährige Tallner verantwortet bei der Landesbank
künftig das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden und mit Spezialfinanzierungen. Tallner wechselt von
der Commerzbank, wo er derzeit noch
Bereichsvorstand der vor dem Umbau
stehenden Mittelstandsbank ist.
Neben dem Chefposten für das
Firmenkundengeschäft war bei der
NordLB auch die Position des Chief
Risk Officers vakant, da Thomas Bürkle
im Januar an die Spitze der NordLB
rücken wird, um den scheidenden
Gunter Dunkel zu beerben. Der neue
Risikovorstand wird nun Christoph
Dieng. Der 48-Jährige leitet bereits
seit September 2007 das Kreditrisikomanagement der Bank.phh
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Asset Management 11
Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
News
Unternehmen setzen auf Fixed-Income-Bereich
Europäische Anleger
verlieren Vertrauen
Rentenanteil in Spezialfonds steigt / Beste Performance bisher bei Immobilienfonds
Im September zeigten sich
europäische Investoren
besonders risikoscheu. Das
hat der Investor Confidence
Index von State Street Global
Exchange ergeben. Der Wert,
der sich aus den tatsächlich
erfolgten Transaktionen
ergibt, sank von 86,8 auf
84,9 Punkte. Als Grund für
das absteigende Vertrauen
in Europa sieht State Street
Global Investors die erhöhte
Volatilität, die durch das Ausbleiben einer Zinserhöhung
durch die EZB entstanden sei.
Im Gegensatz dazu zeigten
sich Investoren in Asien
besonders vertrauensvoll, der
Wert stieg dort von 105,9
auf 118,6 Punkte. Auch in
Nordamerika war die Stimmung tendenziell optimistisch
(Anstieg von 89,6 auf 92,3),
allerdings durch die Turbulenzen rund um die US-Wahl auf
niedrigem Niveau.
N
icht nur am kurzfristigen Laufzeit­
ende ist der Druck auf die Zinsen hoch. Bundesbankpräsident Jens
Weidmann hat deswegen gerade erst
Kritik an der Geldpolitik der EZB geäußert: Durch die Anleihekäufe der
Zentralbank hätte sie eine Mitverantwortung für den Druck auf das längere
Ende der Zinsstrukturkurve. Für Unternehmen wird es immer schwieriger,
Alternativen mit attraktiver Rendite
zu finden. Dennoch setzen Unternehmen derzeit weiterhin stärker auf das
Rentensegment denn auf die Aktienmärkte. Das hat die kontinuierliche
Analyse der Kapitalverwaltungsgesellschaft Universal-Investment ergeben,
die seit 2012 das bei ihr angelegte
Spezialfondsvermögen analysiert.
In den Spezialfonds der Unternehmen ist der Aktienanteil in diesem
Jahr auf rund 32 Prozent gesunken,
nachdem er im vergangenen Jahr zeitweise auf 36 Prozent gestiegen war.
Der Anteil liegt damit nur noch leicht
über dem Durchschnitt aller Anlegergruppen (30,8 Prozent).
Bei Investments in Renten zeigt sich
jedoch eine deutliche Diskrepanz zwischen Corporate-Anlegern und allen
anderen. Während die Investoren insgesamt ihren Rentenanteil auf einen
neuen Tiefstand von 47,4 Prozent
Performance von Spezialfonds der
Unternehmen* (in Prozent)
YTD
2 Jahre p.a.
3,88
3,50
3 Jahre p.a.
6,13
5 Jahre p.a.
10 Jahre p.a.
6,50
4,25
Quelle: Universal-Investment, *Stichtag: 31. August
2016
senkten, agierten Unternehmen gegen den Markttrend. Bei ihnen stieg
der Anteil auf 54,6 Prozent. Der Grund
liegt in ihrer Flexibilität: „Da klassische
Anleihen in den Hauptanlageregionen
USA und Europa zurzeit keine auskömmlichen Renditen ermöglichen,
suchen gerade die weniger stark regulierten institutionellen Investoren wie
Unternehmen nach Alternativen im
Fixed-Income-Bereich“, erläutert Markus Neubauer, Geschäftsführer von
Universal-Investment die Entwicklung.
„Diese Anleger wählen immer häufiger Private Debt, also Darlehen, die an
Unternehmen vergeben werden, meist
verbrieft und damit handelbar sind.“
Bei der Performance zeigt die
Suche nach Alternativen für Unternehmen bereits Wirkung. Ihre Spezialfonds erzielten im laufenden Jahr eine
Performance von rund 3,88 Prozent.
Im Durchschnitt aller Anlegergruppen
waren es nur 3,69 Prozent.
Am besten schnitten Immobilienfonds ab, die eine Wertentwicklung
von rund 8,83 Prozent erreichten. An
zweiter Stelle kamen Rentenfonds mit
einer Performance von 5,57 Prozent.
Private-Equity-Fonds, die im vergangenen Jahr mit 18,2 Prozent absolute
Überflieger waren, kommen in diesem
Jahr nur auf eine Entwicklung von
2 Prozent. Hedgefonds und DachHedgefonds entwickelten sich als einzige Assetklasse negativ.ako
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Ein Unternehmen der Crédit Mutuel Gruppe
Sämtliche vorstehenden Angaben dienen ausschließlich Ihrer sachlichen Information und stellen keine Kaufempfehlung der Crédit Mutuel Bankengruppe dar. Credit Mutuel
Euro Money Market Cash ist folgenden Risiken ausgesetzt: Kapitalverlustrisiko, Zinsrisiko, Kreditrisiko, Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatz von Finanzderivaten,
speziellen Risiken in Verbindung mit der Nutzung von Verbriefungsinstrumenten und Kontrahentenrisiko. Dieser Fonds richtet sich an Anleger, die eine kurzfristige
Anlagemöglichkeit für Barmittel suchen und gleichzeitig das Kapitalverlustrisiko so weit wie möglich senken wollen. Vor einer Anlage in diesen Fonds sollten Sie Ihren
Finanzberater zurate ziehen, der Ihnen helfen wird, die für Ihre Bedürfnisse passenden Produkte auszuwählen und Sie darüber hinaus über potenzielle Risiken informiert.
Die wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) und die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumente sind auf Anfrage beziehungsweise auf der Internetseite www.becm.eu
erhältlich. Die Organismen für gemeinsame Anlagen (OGA) werden von CM-CIC Asset Management verwaltet, einer von
der französischen Finanzmarktaufsicht AMF unter der Nummer GP 97-138 zugelassenen Verwaltungsgesellschaft, bei
der es sich um eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von € 3.871.680 handelt. Die von CM-CIC Asset Management
verwalteten OGA dürfen nicht an natürliche oder juristische US-Personen oder an US-Staatsbürger vertrieben werden.
Die Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Indikatoren für zukünftige Erträge.
Risiko Management 12
Ausgabe 19 | 6. Oktober 2016
News
Teurer Hedging-Ausflug für Stadt Pforzheim
Moody’s kooperiert mit
Euler Hermes
Stadt vergleicht sich mit Deutscher Bank und JP Morgan / Verluste aus Swapgeschäften
Deckungsschutz für
Forderungen
Anfang Oktober hat der
Kreditversicherer Atradius
mit Tokio Marine Kiln eine
neue Kooperation vereinbart.
Mit „CoverOnTop“ können
Kunden im besten Fall eine
100-prozentige Abdeckung
ihrer Risiken erhalten. Der
Deckungsschutz gilt für
­Insolvenz, Protracted Default
und auch politische Risiken,
sofern vertraglich vereinbart.
I
hren Ausflug in die Welt hochspekulativer Finanzprodukte muss die
Stadt Pforzheim teuer bezahlen. Der
Gemeinderat beschloss vor kurzem
in nichtöffentlicher Sitzung, den Vergleichsvorschlag des Landgerichts
Frankfurts anzunehmen. Dieser sieht
eine Schadensersatzzahlung der Deutschen Bank an Pforzheim in Höhe von
rund 7,7 Millionen Euro vor. Die Deutsche Bank hatte sich bereits Anfang
September vergleichsbereit erklärt. Für
die Stadt bedeutet der Vergleich einen
Verlust von rund 11 Millionen Euro.
Pforzheims
Oberbürgermeister
Gerd Hager (SPD) zeigte sich angesichts des Ausgangs des Swap-Desasters trotz des Verlustes erleichtert:
„Wer hätte 2009 – damals drohten
zeitweise sogar Verluste in Höhe von
77 Millionen Euro – geglaubt, dass wir
am Ende so viel erreichen würden, wie
wir jetzt erreicht haben: 80 Prozent
des Gesamtschadens von 56 Millionen
Euro konnten wir zurückholen.“ Dies
sei damals überhaupt nicht zu erwarten gewesen. Sowohl JP Morgan als
evolutionnow/Thinkstock/Getty Images
Euler Hermes und die Ratingagentur Moody’s arbeiten
künftig enger zusammen.
Über Euler Hermes Rating
wollen die beiden Unternehmen gemeinsam europaweit
neue, auf kleinere Unternehmen zugeschnittene Ratingdienstleitungen anbieten.
Moody’s hat zudem einen Anteil von 4,99 Prozent an Euler
Hermes Rating erworben.
Stadt Pforzheim: Verluste begrenzt.
auch die Deutsche Bank hätten über
Jahre keinerlei Vergleichsbereitschaft
gezeigt, so der Oberbürgermeister.
Hager ist froh, „endlich einen positiven Schlusspunkt unter diese leidige
Angelegenheit setzen“ zu können. Ein
weiterer Rechtsweg wäre zu riskant
gewesen: „Eine Ablehnung des Vergleichsvorschlags hätte zwangsläufig
zu einem Weg durch alle Instanzen geführt, der über Jahre angedauert hätte
und mit einem hohen Kostenrisiko verbunden gewesen wäre. Dabei hätten
wir keine Sicherheit gehabt, dass die
nächsten Instanzen die Rechtsauffassung des Landgerichts Frankfurt
teilen und erneut einen Schadenser-
satzanspruch der Stadt Pforzheim als
begründet ansehen“, so Hager.
Der dem aktuellen Rechtsstreit zugrundeliegende Sachverhalt ist komplex. Im Jahr 2006 drohte der Stadt
Pforzheim aus einem mit der Deutschen Bank abgeschlossenen Spread
Ladder Swap ein Schaden von 20
Millionen Euro. Um diesen drohenden
Verlust abzuwenden, schloss Pforzheim mehrere sogenannten „Spiegelswaps“ mit JP Morgan ab. Dieses
zweite Geschäft sollte sich als noch
desaströser als das erste erweisen: Der
Stadt Pforzheim entstanden Schäden
in Höhe von knapp 56 Millionen Euro.
Nach jahrelangem Streit einigten
sich Pforzheim und JP Morgan dann
Ende 2014 auf einen Vergleich: J.P.
Morgan erstattete der Stadt rund zwei
Drittel des entstandenen Schadens,
auf 18,7 Millionen Euro zzgl. Anwaltskosten blieb Pforzheim sitzen. Diesen
Schaden wollte sich Pforzheim nun
von der Deutschen Bank zurückholen.
Mit der aktuellen Einigung ist dies zumindest teilweise gelungen.kas
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