Chance Praxis

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Chance Praxis
Das Fachmagazin für junge Zahnmediziner
Wissenschaftspreis für Nachwuchswissenschaftler und
Zahnmedizinstudenten ausgeschrieben
Monia Geitz · Donnerstag den 29. September 2016
Gleich zwei Wissenschaftspreise schreibt die zahnmedizinische
Fachgesellschaft Gender Dentistry International ab sofort aus, die unter dem
Motto „Wissen fördern, Wissen fordern“ stehen. Der erste Preis, der Nolting
Award for Studies in Gender Dentistry, ist dotiert und richtet sich an
Nachwuchswissenschaftler beziehungsweise Studierende und Praktiker und
zeichnet Dissertationen, Promotionsarbeiten oder Masterthesen junger
Kollegen aus.
Der Nolting Award for Studies in Gender Dentistry ist dotiert und richtet sich an
Nachwuchswissenschaftler beziehungsweise Studierende der Zahnmedizin. Foto:
Shutterstock/Victorpr
Der andere zweite Preis, der GDI Award for Excellence in Gender Dentistry, ist
eine Ehrung, die Hochschullehrer für ihr Engagement in der Weiterentwicklung der
Erkenntnisse zu Gender Dentistry in Forschung und Lehre auszeichnet.
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Einreichungshinweise
„Nolting Award für Studies in Gender Dentistry“
Die Arbeiten zu geschlechterspezifischen Aspekten in der Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde sollten nicht älter sein als zwei Jahre (Publizierungszeitpunkt) und
in Form eines Zeitschriftenbeitrags mit der üblichen Gliederung eingereicht werden.
GDI Award for Excellence in Gender Dentistry
Die Bewerbungen sowie Vorschläge für den GDI Award for Excellence in
Gender Dentistry können ab sofort der anonymisiert bewertenden Jury per Mail an
[email protected] übermittelt werden.
Die Verleihung 2016 ist im Rahmen des Deutschen Zahnärztetags geplant.
Auch für den Preis 2018 werden ab sofort Bewerbungen angenommen.
Weitere Infos gibt es unter www.gd-i.org/
„Schon vor Gründung unserer Fachgesellschaft im Jahr 2011 haben wir gesehen, dass
nicht nur in der Medizin berechtigterweise immer öfter der Blick auf das
Geschlecht des Patienten fällt, wenn es um die für ihn beste Therapie geht“, sagt
PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Präsidentin des GDI, „sondern dass wir in
der Zahnmedizin ebenfalls Daten haben, die Konsequenzen einfordern.“
Zumindest da, so Gleissner, wo die Daten relevante Unterschiede erkennen lassen und
Anlass zu einer Überprüfung des Behandlungskonzepts einfordern. Nach wie vor
würden in der Zahnmedizin zu selten Studien geschlechterspezifisch ausgewertet:
„Beim Studiendesign sehen wir zwar, dass Daten von Frauen und Männern erhoben
wurden, fragen wir aber nach entsprechenden Auswertungen, stoßen wir immer
wieder auf Irritation. Das muss ein Ende haben – und auch dafür steht der
neue Wissenschaftspreis.
Wir fördern entsprechende Studien, aber wir fordern sie auch! Die bisher
zur Verfügung stehenden Daten liefern genug Anhaltspunkte, dass ein Arbeiten an
diesem Thema mehr als gerechtfertigt ist. Denen, die an weiteren Erkenntnissen
arbeiten, zollen wir Anerkennung und Dank. Dafür steht der neue Preis.“
„Endlich ist der Begriff Gender nicht mehr nur ein Schimpfwort“
Benannt ist der Nolting Award for Studies in Gender Dentistry nach seinem Stifter,
Dr. Tim Nolting M.Sc., Vizepräsident des GDI. „Als Sohn eines Endokrinologen
war mir eine differenzierte Blickweise auf die Prozesse des menschlichen
Körpers immer schon sozusagen mit dem Frühstücksbrot eingegeben,“ so Nolting.
„Alle Menschen sind doch individuell beispielsweise in Alter, Herkunft, aber eben
auch Geschlecht, und müssen auch so in der Diagnose und Therapie behandelt
werden. Ich habe lange nach Mitstreitern für diese Idee gesucht, die bei vielen damals
Kopfschütteln ausgelöst hat. Nun sind wir soweit, dass der Begriff „Gender” nicht
mehr wie ein Schimpfwort verwendet wird.“
Nicht nur der biologische Unterschied is twichtig
Unter Gender sei nicht nur der biologische Unterschied zu verstehen, sondern
eben auch der soziale Unterschied wie Bildung, soziales Umfeld, ethnischer
Einfluss und vieles mehr. „Ich habe immer angemahnt, dass man individuell
therapieren muss, nicht über einen Kamm scheren darf. Mit der Aufgabe als GDICopyright © 2016 Chance Praxis
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Vizepräsident sehe ich mich in der Verantwortung, andere zu ermutigen, ebenso
differenzierend an Patienten und Forschungsfragen heranzugehen.“
Der Preis soll junge Forscher anregen, auf die feinen Unterschiede zu achten
Mit der Stiftung des alle zwei Jahre verliehenen Förderpreises möchte er erreichen,
dass die entsprechende Herangehensweise in der Forschung einen größeren
Stellenwert erhält: „Dieser Preis soll junge Forscher anregen“, so Nolting, „den
Blick auch auf die feinen Unterschiede zu richten, damit unsere Therapie
individueller und damit treffsicherer wird.“ Die Gender Dentistry stecke zwar nicht
mehr in den Kinderschuhen, es sei aber noch ein weiter Weg, „bis wir wie
selbstverständlich in allen Bereichen damit umgehen. Ich bin begeistert, wieviel
wir vom ersten Ideenfunken bis heute schon erreicht haben und die gläserne
Gedankendecke in vielen Köpfen aufsprengen konnten, die vieles bisher verhindert
hat.“
Dieser Beitrag wurde publiziert am Donnerstag den 29. September 2016 um 11:56
in der Kategorie: Aktuelles.
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