Leseprobe - stores+shops

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MARKETING Food + Future coLab
Bild links: Die Good & Gather-Proudkte, sortiert nach Tageszeiten, wann sie „gebraucht“ werden
Bild Mitte: Die Waage in der O+G-Abteilung erkennt das Produkt und gibt entsprechende Nährwertinformationen
Bild rechts: Die Good & Gather-Produkte haben ein ultimativ schlichtes Design. Aufgedruckt sind nur gut lesbar
die Inhaltsstoffe
Fotos (3): Tiffany Knight
Nährwertangaben
in Echtzeit
Der US-Lebensmittelfilialist Target, das MIT Media Lab und die Designagentur Ideo
arbeiten in Boston an der Entwicklung von Techniken, mit deren Hilfe die Verbraucher
Lebensmittel kontrollierter auswählen und sich gesünder ernähren können.
von Vilma Barr
Das Food + Future coLab ist ein Gemeinschaftsprojekt des US-Einzelhandelsunternehmens Target, das 1.800 Filialen betreibt, der
in Boston ansässigen internationalen Designagentur Ideo und des MIT Media Lab, interdisziplinäres Kreativzentrum des Massachusetts
Institute of Technology.
Greg Shewmaker von Target sagt, man
möchte „neu erfinden“, wie Lebensmittel verkauft werden und den Verbrauchern Instrumente an die Hand geben, damit sie bewerten und fundiert darüber entscheiden können,
welche Lebensmittel sie auswählen und essen.
„Wir wollen eine radikale Transparenz für die
gesamten Branche zu schaffen“, so Shewmaker.
Seit März wird in einer Target-Filiale im
Bostoner Stadtteil Fenway der Prototyp eines
Systems getestet, in dem die ersten beiden
Ideen von coLab verwirklicht wurden. Zur
Stammkundschaft der Filiale gehören Studenten verschiedener Colleges und Universitäten in der Umgebung sowie Großstädter,
die in der Umgebung leben. Brian Cornell,
CEO von Target, bezeichnet die Filiale in Fenway als eine der „Kronjuwelen“ im Portfolio
des Unternehmens.
Gut lesbar
Das Team probierte dort sein Konzept „Good
& Gather“ aus. Hierbei werden die Inhaltsstoffe auffällig und gut erkennbar auf der Vorderseite der Lebensmittelverpackung angegeben
und nicht in kleiner Schrift auf der Rückseite, wo sie bei der normalen Umgebungsbeleuchtung in Lebensmittelgeschäften häufig
schwer zu lesen ist. „Trotz der Fortschritte in
Wissenschaft und Technik in den vergangenen 50 Jahren wissen wir heute weniger über
die Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, als
früher“, so Shewmaker. „Wir glauben, dass es
bei Lebensmitteln keine Geheimnisse geben
sollte. Unser Design konzentriert sich auf die
einfachen Elemente, aus denen menschliche
Mahlzeiten bestehen, die Zutaten.“
04 2016 stores+shops
Ein zweites Konzept, das den Kunden in
der Target-Filiale in Fenway nahegebracht wurde,
zielt darauf ab, Nährwertangaben „in Echtzeit“
bereitzustellen. Die Kunden scannen Obst oder
Gemüse, das sie kaufen möchten und erfahren den genauen Nährwert. Der Preis der Produkte richtet sich dann nach der Frische. Das
Unternehmen Ocean Optics, das sich auf die
Entwicklung besonderer Spektroskopiegeräte
spezialisiert hat, lieferte die Geräte, die bei der
ersten Vorführung benutzt wurden.
CEO Brian Cornell sagt: „Wir befinden
uns noch ganz am Anfang, doch das Interesse
ist groß, besonders bei den Studenten.“ Weitere derartige Pläne sind in Arbeit, darunter die
Erstellung einer Website zusammen mit Ideo,
die Verbraucher darüber informiert, wie Lebensmittel in den nächsten 15 Jahren angebaut, verkauft und konsumiert werden sowie Informationen zum „City Farming“ in Zusammenarbeit
mit dem Media Lab des MIT.
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Quelle: www.stores-shops.de