bioRe Geschäftsbericht 15-16

respectful
organic cotton
GESCHÄFTSBERICHt
remei AG 2015/16
Impressum
Verwaltungsrat
Patrick Hohmann
Helmut Hälker
Beat Bernet
Geschäftsleitung
Helmut Hälker
Marion Röttges (Stellvertretende Geschäftsführerin)
Herausgeber
Remei AG
Lettenstrasse 9
CH-6343 Rotkreuz
T +41 41 798 32 32
F +41 41 798 32 00
[email protected]
www.biore.ch
Redaktionsleitung: Martina Amsler, Remei AG
Korrektorat & Übersetzung: René Muhmenthaler
Gestaltung & Layout: Tanja Gschwandl, Remei AG
Bildredaktion: Tanja Gschwandl, Remei AG
Fotos: ©Naturaline, ©FLOCERT: Sala Lewis, ©Marius Born
Druck: Triner Media + Print
Titelbild: Naturaline by Melanie Winiger. Im August 2015 hat Melanie Winiger nach drei erfolgreichen
Damenkollektionen für Coop Naturaline ihren vierten Coup geplant: ihre erste Kollektion für den trendund umweltbewussten Mann.
English version? Just turn around the Annual Report!
GESCHÄFTSBERICHT
Remei AG 2015/16
August 2016
eDITORIAL DES PRÄSIDENTEN
Patrick Hohmann, Verwaltungsrat-Präsident & Gründer der Remei AG
Jede Phase geht einmal zu Ende. Es sei denn,
die Verwandlungskräfte sind so stark, dass eine
neue Phase eingeläutet werden kann. Mit der
Übergabe des operativen Geschäftes an Helmut
Hälker ist die Phase eines Aufbaus zu Ende
gegangen. Die bioRe® Anbauprojekte zeigen
sich stabiler, sie sind jedoch weiterhin jährlichen
Herausforderungen ausgesetzt. Die Märkte sind
weiterhin herausfordernd und erlebten im letzten
Jahr eine stürmische Zeit. Für Lieferanten aus
der Schweiz war es besonders schwierig, hat
sich doch die Währungsrelation innert Jahresfrist
massiv verschlechtert. Alles Gründe, um von den
Zielen abzusehen und einfachere Wege zu suchen.
Doch weit gefehlt. Helmut Hälker hat mit seinem
Team die Herausforderungen angenommen und
die Werte, für die die Remei AG einsteht, sogar
verschärft, beziehungsweise ausgebaut und in die
Tat umgesetzt wie zum Beispiel die Beachtung
der Menschenrechte. Und nicht nur dies, es ist
der Remei AG auch gelungen, massgebliche
Neukunden zu akquirieren.
Dies lässt uns zuversichtlich in die Zukunft
blicken, auch wenn wir im kommenden Jahr
verstärkt in Neuakquisitionen investieren müssen.
Aber wir haben dafür ein gutes Fundament, denn
heute sind wir vermutlich einer der ganz wenigen
Lieferanten, die Bio-Baumwolle aus Indien frei
von genveränderten Organismen anbieten
können. Das ist eine Teamleistung, auf die wir
stolz sind. Ihnen, liebe AktionärInnen, KundInnen,
LieferantInnen und MitarbeiterInnen, danke ich
herzlich für Ihre Unterstützung.
Inhalt
Bericht des Geschäftsleiters - Wo liegt der Unterschied?................................................................... 2
Ausblick - Wie machen wir den Mehrwert sichtbar?............................................................................... 3
Abschluss - Keine Überraschung: Stabile finanzielle Lage...................................................................... 4
Mitarbeitende - Was verbindet uns?...................................................................................................... 6
bioRe® Werte - Was steckt hinter Respectful Organic Cotton?.............................................................. 7
Risiko- und Qualitätsmanagement - Wie sichern wir eine nachhaltige Textilproduktion?.................. 10
Anbau - Wie produzieren wir echte Bio-Baumwolle?............................................................................. 13
Spinnerei - Wo verspinnen wir die bioRe® Baumwolle zu Garn?........................................................... 17
Konfektion - Umsatzsteigerung für mehr Flexibilität in der Supply Chain.............................................. 20
Kunden - Was ist Wert wert?................................................................................................................ 22
Finanzbericht
Bilanz..................................................................................................................................................... 28
Erfolgsrechnung..................................................................................................................................... 29
Geldflussrechnung................................................................................................................................. 30
Eigenkapitalnachweis............................................................................................................................. 31
Anhang zur Jahresrechnung.................................................................................................................. 32
Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes.................................................................................. 40
Bericht der Revisionsstelle..................................................................................................................... 42
13
22
20
17
Bericht des Geschäftsleiters
WO LIEGT DER UNTERSCHIED?
Helmut Hälker, CEO
Bereits über ein Jahr bin ich Geschäftsleiter der
Remei AG. Ein Unternehmen, das in ein System
kulturell vielseitiger Partnerschaften eingebunden
ist. Mit grosser Aufmerksamkeit habe ich die
Eindrücke, Bedürfnisse und Erwartungen der
unterschiedlichen Stakeholder aufgenommen,
verarbeitet und geordnet. Der Geschäftsgang
der Remei AG verlief im Geschäftsjahr
2015/16 verhalten. Doch der bestehende
Handlungsspielraum liess keine rasche und
wirksame Veränderung zu. Ich konzentrierte mich
also darauf, erfolgversprechendere Konzepte der
Marktbearbeitung zu studieren, gemeinsam mit
meinen Kolleginnen und Kollegen weiterzudenken
und Chancen aufzugreifen. Dies brachte einige
neue Perspektiven, die wir nutzen wollen.
Wir stehen als Handels- und Dienstleistungsunternehmen täglich in einem hart
umkämpften
Markt.
Dienstleister
gerieten
gar in ruinöse Situationen. Selbst etablierte
Traditionsunternehmen, die in eigener Regie
vertikal Sourcing betreiben, mussten erhebliche
Ertragseinbussen hinnehmen. Die Remei AG
bietet umfangreiche Serviceleistungen, die dem
Handel und den Marken einen echten Mehrwert
bringen und damit ihren Preis wert sind. Doch
unser Alleinstellungsmerkmal, die Wertigkeit
unserer Arbeit und unserer Textilien, wird durch
Wettbewerber verwässert. Marketinggetriebene
Mitbewerber
vermarkten
die
weitgehend
ungeschützten Begriffe bio oder fair auch
dann mit Erfolg, wenn die Produktionskette
unsere Standards nicht erfüllen würden. Für
unsere GeschäftskundInnen und vor allem die
EndkonsumentInnen ist der Unterschied zwischen
dem Qualitätssiegel bioRe® und anderen
vermeintlich nachhaltigen Initiativen oft nicht
deutlich. Dies gilt es durch geeignete Massnahmen
zu verhindern.
Deshalb haben wir eine Mission der Nachhaltigkeit
mit drei Schwerpunkten entworfen: Biologischer
Anbau von Baumwolle, soziale Unterstützung
der Menschen und Wirtschaftlichkeit. Das
Wohlergehen von bioRe® India und Tanzania
ist sowohl im Interesse der bioRe® Stiftung
als auch der Remei AG. Mit dem Ziel, eine
nachhaltige Balance zwischen Input (bioRe®
Baumwolle und Landwirtschaft) und dem Output
(Fertigprodukte, Service und Retail) auszubauen
und sicherzustellen, übernimmt die Remei AG
hierbei die Rolle des Netzwerkmanagers. Um
diese Balance zu halten sind die Finanzierung
und die Prozesssteuerung in der bioRe®
Wertschöpfungskette wichtige Stellschrauben.
Für unsere Mission, basierend auf den
Menschenrechten, werden wir einen Ansatz mit
dazugehörigen Prinzipien definieren. Dadurch
durchdringen die Menschenrechte die bioRe®
Werte, Ziele und Prozesse noch systematischer
und stärker als zuvor.
Mit diesen Schritten sehen wir der Entwicklung
einer Gemeinschaft mutiger, selbstinitiativer und
verantwortlich handelnder Menschen entlang
der gesamten bioRe® Wertschöpfungskette
hoffnungsvoll entgegen.
Die Kräfte unseres bestehenden Geschäftsmodells
und unserer Philosophie gilt es zu stärken.
2
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Ausblick
WIE MACHEN WIR DEN MEHRWERT SICHTBAR?
Helmut Hälker, CEO
Im aktuellen Geschäftsjahr setzen wir verschiedene
Kommunikationsmassnahmen um, die unsere
Leistungen und den damit verbundenen Mehrwert
für unsere Kundinnen und Kunden noch deutlicher
und begreifbarer vermitteln. Dies gilt sowohl für
Bekleidung als auch für Garn. Im Sinne einer
stringenten Kommunikation nach aussen soll
bioRe® immer den ersten Berührungspunkt
für unsere Stakeholder darstellen und damit
im Vergleich zur Unternehmensbezeichnung
‘Remei AG’ deutlich in den Vordergrund treten.
Inhaltlich heben wir die einzigartigen Mehrwerte
wie die lückenlose Rückverfolgbarkeit unserer
bioRe® Baumwolle und ‘bio & fair’ deutlich hervor
und verstärken deren Bedeutung durch eine
emotionale Darstellung in der Kommunikation.
Personell haben wir im Bereich Marketing und
Verkauf eine Situation geschaffen, in der sich
die Sales- und Product-ManagerInnen auf ihr
Marktsegment konzentrieren können.
Markt. Aktuell planen wir die Produkteinführung
in diesen Regionen und haben gemeinsam mit
Coop bereits erstes Kommunikationsmaterial
umgesetzt. Mit den Verkaufsaktivitäten beginnen
wir in wenigen Wochen.
Gerade bei Brands erkennen wir nach wie vor
ein grosses Potential. Für viele Brands bieten
wir mit unserer Erfahrung und umfangreichen
Serviceleistungen einen echten Mehrwert. Deshalb
haben wir auch hier die Verkaufsaktivitäten erhöht,
sodass wir mit einem leichten Wachstum rechnen
dürfen.
Finanziell rechnen wir für das Jahr 2016/17 mit
einem wesentlich höheren Aufwand bei einer
leichten Erhöhung der Umsätze und damit einer
Schmälerung des Gewinns.
Dem Garnsegment wird die Remei AG in Zukunft
höhere Bedeutung beimessen. Wir erachten ein
attraktives Garnlabel als starkes Verkaufsargument
und damit als essentiell für unsere Kundinnen
und Kunden. Zudem bauen wir das Garnportfolio
aus, sodass wir künftig unsere Garne über die
angestammten Märkte hinaus anbieten können.
Künftig messen wir der Marke Naturaline noch
mehr Bedeutung bei. Denn gemeinsam mit
COOP streben wir eine Internationalisierung der
Marke an.
Bei der internationalisierung von Naturaline
übernimmt die Remei AG, neben der
angestammten Verantwortung für Produktion und
Design, primär die Verantwortung für den Verkauf,
während COOP nach wie vor die Markenführung
beibehält. Das Projekt ‘Naturaline International’
ist geeignet, die in der Schweiz erfolgreiche
Kollektion im Ausland zu multiplizieren. In einem
ersten Schritt konzentrieren wir uns auf den
deutschsprachigen und den skandinavischen
3
Abschluss
KEINE ÜBERRASCHUNG: STABILE FINANZIELLE
LAGE
Helmut Hälker, CEO
Die Remei AG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015/16 einen Gewinn von CHF 547‘138 und
liegt damit im Durchschnitt der letzten fünf Jahre, wobei die starke Dürre in Tansania die
Bio-Baumwollproduktion massgeblich prägte.
Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2015/16
liegt im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Der
Unternehmenserfolg liegt in diesem Vergleich
etwas höher. Die geringen Baumwollernten in
Indien und Tansania stellten uns vor besondere
Herausforderungen
in
der
Disposition
und Lagerhaltung der Garne. Die BioBaumwollproduktion in Tansania wurde von
einem aussergewöhnlichen Ereignis geprägt.
Die starke Dürre in Tansania brachte nur eine
geringe Ernte hervor und dies zu relativ hohen
Kosten. Gleichzeitig entwickelt sich der BioBaumwollanbau in Indien nach dem GMO-Fall
im Jahr 2013 zwar kontinuierlich besser, verbleibt
jedoch noch weit unter den Erträgen von 2013.
So ging der Gesamtertrag der Rohbaumwolle um
25% zurück. Das Garngeschäft sank um 14%.
Im Geschäftsjahr 2014/15 durften wir von einem
ausserordentlichen Ertrag durch Coop Naturaline
bedingt durch das Naturaline-Jubiläumsjahr
profitieren. Dieser Ertrag ist im vergangenen
Geschäftsjahr entfallen und hatte sowohl auf den
Bekleidungs- als auch den Garnverkauf starken
Einfluss.
Dies hat den Rückgang des Gesamtumsatzes
um 21% auf CHF 18,3 Mio massgeblich geprägt.
Doch auch die starke Aufwertung des Frankens
hatte Einfluss auf den Umsatzrückgang.
Auf den Rückgang des Umsatzes haben wir
mit einem aktiven Kostenmanagement reagiert,
das die Schmälerung des Gewinns eindämmte.
Ausserdem sanken die Bauernprämien durch
die geringen Ernten von CHF 549’100 auf
CHF 446’105. Der Gewinn liegt mit CHF 547’138
um 26% unter dem Vorjahr.
Die Beurteilung der Risiken wurde durchgeführt,
zeigte aber keine signifikanten Änderungen
zum Vorjahr. Die Bestell- und Auftragslage liegt
auf Vorjahresniveau, wie auch die Anzahl der
Vollzeitstellen (Äquivalent).
Als Dank für den motivierten Einsatz und
das erbrachte Ergebnis erhalten unsere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Gewinnbeteiligung in der Höhe eines halben Monatslohns.
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
Differenz
Vorjahr (%)
Umsatz (CHF)
19‘824‘767
19‘709‘457
20‘684‘913
23‘033‘520*
18‘348‘809
-20%
Gewinn (CHF)
340‘976
-180‘161
277‘743
740‘603
547‘138
-26%
4‘592‘384
5‘377‘046
4‘978‘287*
3‘730‘870
-25%
Produktanteile Gesamtumsatz (CHF)
bioRe® Baumwolle
20%
bioRe Garn
23%
5‘879‘839
6‘115‘972
5‘274‘220
4‘881‘797*
4‘179‘213
-14%
bioRe® Bekleidung
57%
10‘419‘859
9‘001‘101
10‘033‘647
13‘173‘436*
10‘438‘726
-21%
®
3‘525‘069
*Korrektur: Um ein transparenteres Bild der Jahresrechnung zu ermöglichen wird die Bestandesänderung nicht fakturierter
Dienstleistungen ab dem Geschäftsjahr 2015/16 als separate Positionen in der Erfolgsrechnung ausgewiesen. Bislang erfolgte ein
Ausweis als Teil des Umsatzes. Die Zahlen vom Geschäftsjahr 2014/15 wurden entsprechend angepasst. Auf eine Anpassung der
übrigen Vorjahreszahlen, die hier ausgewiesen werden, wurde verzichtet.
4
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Gesamtumsatz nach Ländern
Schweiz
Deutschland
Differenz
Vorjahr (%)
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
10'080
11'170
11'232
12‘560
10‘945
-13%
2'050
1'349
1'255
1‘678
1‘339
-20%
Japan
651
1'162
905
1‘014
977
-4%
Türkei
18
1'188
985
1‘045
304
-71%
Diverse
Total (TCHF)
7'026
4'841
6'308
6‘737*
4‘784
-29%
19'825
19'709
20'685
23‘033*
18‘349
-20%
* Korrektur
Produktanteile Gesamtumsatz (%)
Gesamtumsatz nach Ländern (%)
20%
26%
Schweiz
bioRe® Baumwolle
Deutschland
Japan
bioRe® Garn 2%
57%
60%
5%
23%
Türkei
Diverse
bioRe® Bekleidung
7%
bioRe® Baumwolle
Schweiz
Türkei
bioRe® Garn
Deutschland
Diverse
bioRe Bekleidung
Japan
®
Umsatzentwicklung 2011/12 - 2015/16 (CHF)
25'000'000
20'000'000
15'000'000
10'000'000
5'000'000
2011/12
bioRe® Baumwolle
2012/13
2013/14
bioRe® BaumwollebioRe® Garn
bioRe® Bekleidung
bioRe® Garn
Total
bioRe® Bekleidung
2014/15
2015/16
Datenreihen4
5
Mitarbeitende
WAS VERBINDET UNS?
Monika Bircher, Head of Finance, IT & Human Resources
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Remei AG verbindet eine gemeinsame Vision und wir
sind stolz, tagtäglich für diese zu arbeiten. Dies zieht auch junge Menschen in die Remei AG.
Menschen und Menschlichkeit
Zu unseren unverzichtbaren Ressourcen gehören nicht nur natürliche Rohstoffe wie ein
fruchtbarer Boden und Wasser oder moderne
Maschinen für die industrielle Weiterverarbeitung
der Bio-Baumwolle. Auch Kompetenz in Form von
qualifiziertem Personal gilt es, nachhaltig zu fördern.
Wir glauben, ein Arbeitgeber ist immer nur so gut
wie seine Mitarbeitenden, die ihre Kraft, ihr Wissen
und ihr Talent einbringen und sich mit den Zielen
und Handlungen des Unternehmens identifizieren.
Wir haben es über die letzten Jahre geschafft,
ein Team aufzubauen, das eigenverantwortlich
und autonom agiert, das die bioRe® Werte tief
verinnerlicht hat und alle Entscheidungen und
Handlungen ganz selbstverständlich daran
orientiert. Ein Team, in dem jeder Mitarbeitende in
seine bzw. ihre Verantwortung hineingewachsen ist
und den Freiraum hat, darüber hinaus zu wachsen.
Mit einem Team von nur 22 Menschen bedienen
wir die internationale Supply Chain mit Textilien,
die höchste Ansprüche an Qualität, Ökologie und
Fairness erfüllen. Menschen und Menschlichkeit,
geprägt von einer gemeinsamen Vision, das ist
unser Kern-Potential für eine erfolgreiche Zukunft
als starkes Unternehmen.*
Junger Teamzuwachs
Seit August 2015 ermöglichen wir wieder einem
jungen Menschen den Einstieg in die Berufswelt.
Frau Melanie Iten absolviert bei uns die dreijährige
Berufslehre zur Kauffrau. Per Januar 2016 ist
Frau Salome Tscheulin als Assistentin Marketing
zu unserem Team gestossen. Sie unterstützt die
Marketing-Abteilung in allen Bereichen und führt
das Office-Management.
Per Ende August 2015 hat uns Frau Kathy Bättig
im Office-Management und per Ende März 2016
Herr Neeraj Singh, Supply Chain Manager/Cotton
& Yarn, verlassen. Wir bedanken uns bei diesen
Mitarbeitenden herzlich für ihr Wirken in der Remei
und wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft.
* Aus dem bioRe ® Magazin 02|15
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
Anzahl Mitarbeitende
18
21
21
22
22
Vollzeit
11
14
14
13
13
Teilzeit
7
7
7
9
9
Vollzeitäquivalent
15.2
18.1
18.2
19.3
19.9
Frauenanteil (%)
83%
82%
81%
77%
82%
Anzahl Austritte
8
1
4
3
2
Anzahl Eintritte
7
4
4
4
2
34.7
35.5
36.0
36.3
36.2
5.6
5.6
5.9
5.8
5.5
18
19
67
66
86.5
1
1
3
3
4
Durchschnittsalter
Durschnittliches Dienstalter
Anzahl Kranktage
Anzahl Kranktage pro Person (durchschnittlich)
Betroffene Personen
10
11
13
15
14
Verhältnis Mindestlohn zu Maximallohn
4.1
4.4
4.9
4.6
3.8
10'133
8'107
22'804
14‘276
21‘346
0.6%
0.5%
1.2%
0.60%
0.98%
Interne Schulungen
7
7
12
10
3
Interne Schulungen zu SA8000
2
2
2
2
2
Kosten Weiterbildung in CHF
Im Verhältnis zur Gesamtlohnsumme
6
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
bioRe® Werte
WAS STECKT HINTER RESPECTFUL ORGANIC
COTTON?
Martina Amsler, Marketing & Product Manager Corporate Wear
Was ist der Kern unserer Philosophie und unseres Handelns? Wir nehmen es wörtlich: Denn
der Kern ist der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur bei der Produktion von Textilien
aus Bio-Baumwolle. Und zwar aus Bio-Baumwolle der bioRe® Projekte in Indien und Tansania.
Und um diesen für uns essentiellen Rohstoff langfristig sicherzustellen, investiert die bioRe®
Stiftung sogar in die Saatgutforschung. Unsere bioRe® Werte reichen also vom Kern bis zur
Auslieferung der fertigen Textilien und bestimmen im Sinne von ‘Respectful Organic Cotton’
die Arbeitsweise sämtlicher Partner.
Biologische Baumwolle: Für ein gesundes und
selbstbestimmtes Leben der Bauernfamilien und
eine grosse biologische Vielfalt.
bioRe® verarbeitet Bio-Baumwolle aus den
bioRe® Anbauprojekten in Indien und Tansania.
bioRe® Bäuerinnen und Bauern bewirtschaften
ihre Baumwollfelder im Einklang mit der
Natur. Sie verwenden natürliche Dünger und
Pflanzenschutzmittel hergestellt aus hofeigenen
Rohstoffen und erhalten die Bodenfruchtbarkeit
durch Fruchtfolge.
Faire Produktion: Für eine respektvolle
Zusammenarbeit mit den Bauernfamilien und
Textilarbeiterinnen.
bioRe® arbeitet mit seinen Partnern über die
gesamte
Wertschöfpungskette
respektvoll
zusammen. Bäuerinnen und Bauern erhalten
von bioRe® eine Abnahmegarantie und eine
Prämie über dem konventionellen Marktpreis.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der
Entkernung bis zur Näherei haben sichere und
faire Arbeitsbedingungen.
Ökologisch und hautfreundlich: Für eine
gesunde Haut und eine intakte Umwelt.
bioRe® und seine Lieferanten erfüllen höchste
Ansprüche beim Färben und Drucken von
Textilien. Färbereien und Druckereien stellen
ein kontrolliertes Inputmanagement sowie eine
kontrollierte Abwasserreinigung sicher. Dies
schützt die Umwelt und die Gesundheit der
TextilarbeiterInnen und der KonsumentInnen.
CO2-neutral: Für den Klimaschutz.
bioRe® kompensiert sämtliche erzeugten CO2Emissionen vom Anbau über den Transport bis
zur Näherei. Die Kompensation findet bei den
Bauernfamilien der Anbauregionen in Indien und
Tansania durch den Bau von Biogasanlagen und
effizienten Kochöfen statt.
Rückverfolgbar bis zum Anbau: Für die Nähe
zu den Menschen, die dieses Kleidungsstück
gefertigt haben.
bioRe® versieht jedes Textil mit einer TraceabilityNummer. Im bioRe® Traceability Tool können
damit die Textilien online von der Näherei bis
zum Anbau zurückverfolgt werden. Grundlage
dafür sind starke Partnerschaften, die mit einer
transparenten und systematischen Arbeitsweise
die Rückverfolgbarkeit während der Produktion
bewahren.
Respectful Organic Cotton:
•
•
•
•
•
Biologische Baumwolle
Faire Produktion
Ökologisch & hautfreundlich
CO2-neutral
Rückverfolgbar bis zum Anbau
7
Anbau
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
Anbauprojekte nach EU 834/2007 zertifiziert
2
(100%)
2
(100%)
2
(100%)
2
(100%)
2
(100%)
Anbauprojekte nach NOP zertifiziert
2
(100%)
1
(50%)*
1
(50%)*
1
(50%)*
1
(50%)*
Entkernungsanlage nach EU 834/2007 zertifiziert
2
(100%)
2
(100%)
2
(100%)
2
(100%)
2
(100%)
Insgesamt registrierte Bäuerinnen und Bauern
8‘341
7‘954
4‘877
5‘598
5‘924
Tansania: registrierte Bäuerinnen und Bauern (inkl. Satellitenprojekt)
2‘808
2‘674
1'644
1‘896
2‘017
Indien: registrierte Bäuerinnen und Bauern (inkl. Satellitenprojekt)
5‘533
5‘280
3‘233
3‘702
3‘907
630'410
620'190
465'298
549‘100
446‘105
Betrag von Remei AG an die bioRe® Stiftung (CHF)
92'177
65'319
104'791
192‘200
140‘010
Anderweitige Spenden (CHF)
28'630
19'905
11'833
13‘460
13‘375
36
(100%)
36
(100%)
41
(100%)
33
(100%)
31
(100%)
Anzahl SA8000 zertifizierte Produktionsstätten
17
(47%)
16
(44%)
20
(49%)
13
(39%)
16
(52%)
Anzahl nach BSCI auditierte Produktionsstätten
10
(28%)
10
(28%)
12
(29%)
10
(30%)
7
(23%)
Anzahl Produktionsstätten in Nicht-Risikoländern
1
(3%)
1
(3%)
1
(2%)
1
(3%)
1
(3%)
Anzahl noch nicht auditierter Produktionsstätten
(bewilligte Ausnahmen)
8
(22%)
10
(28%)
9
(22%)
10
(30%)
8
(26%)
Produktion in SA8000 zertifizierten Nähereien (% des Umsatzes)
83%
79%
79%
87%
94%
Produktion in SA8000 zertifizierten Färbereien (% des Umsatzes)
69%
75%
83%
74%
75%
Produktion in SA8000 zertifizierten Strick-/Webereien
(% des Umsatzes)
94%
95%
91%
74%
70%
Spinnereien mit SA8000 Zertifikat (% der Produktion)
100%
100%
88%
81%
88%
0%
0%
12%
19%
12%
46%
5%
12%
22%
30%
Prämie Bäuerinnen und Bauern (CHF)
Industrie
Anzahl verwendete Produktionsstätten
Spinnereien mit BSCI Audit (% der Produktion)
Entkernung mit SA8000 Zertifikat (% der Produktion)
* Durch den Ernteausfall in Indien wurde nur noch bioRe ® Tansania zertifiziert
8
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
CO2-Neutralität
2011/12
CO2 Emissionen gesamte Supply Chain Remei AG
1
CO2 Emissionen Naturaline (ohne Lieferanten Remei AG)
2013/14
2014/15
6'950
4'792
5'928
7‘269.1
5‘615
3'129
2'866
3'187
2‘598
2‘781
CO2 Emissionen Produktion bioRe® Cotton Inside
Total CO2 Emissionen (t CO2)
Total CO2 Kompensationsleistung (t CO2) 2
Zielerreichung der CO2 Neutralität
1
2015/16
2012/13
0
0
69
194.8
198
10'079
7'658
9'183
10‘062
8‘594
8'522
12'182
12'694
10‘781.6
8‘811
84.6%
159.1%
138.2%
107.15%
102.52%
CO2 Emissionen gesamte Supply Chain Remei AG (Detaillierte Berechnung)
Menge
(t Lint)
Emissionsfaktor
(kg CO2eq/kg Lint)
Datenqualität
CO2 Emissionen
(t CO2eq)
444
2.0
**
888
bioRe Tanzania Ltd.
1‘422
0.2
**
Anbau und Entkernung Total
1‘866
bioRe® India Ltd.
®
284.4
1‘172.4
Durchschnittliche Emissionen um ein kg Lint herzustellen (kg CO2 eq/kg Lint):
0.6
Menge
(t Garn)
Emissionsfaktor
(kg CO2eq/kg Garn)
Datenqualität
CO2 Emissionen
(t CO2eq)
Eurotex IN
594
2.6
**
1‘544.4
Sunflag TZ
97
1.6
*
155.2
Baltas TR
106
3.9
**
413.4
70
4.6
**
322
RSWM (Mélange) IN
Spinnerei Total
867
2‘435
Durchschnittliche Emissionen um ein kg Garn herzustellen (kg CO2 eq/kg Garn):
2.8
Menge
(t Textil)
Emissionsfaktor
(kg CO2eq/kg Textil)
Datenqualität
CO2 Emissionen
(t CO2eq)
Century IN
56.9
13.7
*
778.9
Utenos LT
58.6
9.6
***
562.9
Wellknit IN
50.1
9.9
*
496.2
Kaytee IN
8.1
8.9
*
72.2
1.8
13.7
*
Andere
Industrielle Verarbeitung Total
24
175.5
1‘934.2
Durchschnittliche Emissionen um ein kg Textil herzustellen (kg CO2 eq/kg Textil):
Total Energieverbrauch
(kWh)
11
Energie
(kWh/m2)
Datenqualität
CO2 Emissionen
(t CO2eq)
Stromverbrauch
28‘249
26.13
***
0
Heizenergie
28‘686
29.96
***
9.1
Geschäftsreisen mit Flugzeug
***
62.4
Druckmedien
***
1.6
Remei AG Total
73.1
Datenqualität: * Unsicherheit grösser als 20% | **Unsicherheit zwischen 10% - 20% | ***Unsicherheit kleiner als 10%
2
Total CO2 Kompensationsleistung
Einsparung/Anlage
(t CO2/Anlage*Jahr)
CO2 Kompensation
(t CO2)
3‘277
2.25
7‘325
424
3.39
1‘437
per 1.04.2015
Anzahl Biogasanlagen (Indien)
Anzahl effiziente Öfen (Tansania)
Total
8‘811
9
Risiko- und Qualitätsmanagement
WIE SICHERN WIR EINE NACHHALTIGE TEXTILPRODUKTION?
Marion Röttges, Head Quality & Risk Management
Der ganzheitliche Ansatz im bioRe® Kontrollsystem ist ein mutiger Weg für eine
nachhaltige Textilproduktion. Wobei die Zusammenarbeit mit starken Partner eine
grundlegende Bedingung ist und gleichzeitig echte Prozesssicherheit ermöglicht.
Der öffentliche Fokus liegt weiterhin auf den
Bedingungen der industriellen Produktion von
Textilien sowie den offensichtlichen Konsequenzen
des
globalen
Handel(n)s.
Den
daraus
resultierenden Problemstellungen müssen sich
die involvierten Regierungen und Unternehmen
zunehmend stellen.
Unser bioRe® Kontrollsystem verfolgt einen
ganzheitlichen Ansatz gegenüber den komplexen
Herausforderungen in der globalen textilen
Wertschöpfungskette und ist ein möglicher
Lösungsansatz für diese Problemstellungen. Auf
dem langen Weg vom Anbau der Bio-Baumwolle
bis zum fertigen Kleidungsstück arbeiten wir mit
unseren langjährigen Partnern in der Industrie
zusammen. Und jeder einzelne unserer Partner
leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung
unserer bioRe® Werte: biologische Baumwolle,
faire Produktion, ökologisch und hautfreundlich,
CO2-neutral und rückverfolgbar bis zum Anbau.
Für unsere kontinuierliche Verbesserung und
Weiterentwicklung stehen GVO-Kontrollen im
Baumwollanbau, die Input- und Prozesskontrollen
in der Textilindustrie sowie die aktive Förderung
der Menschenrechte im Zentrum. Wie im Anbau
bilden Mensch und Umwelt auch in der textilen
Herstellungskette eine untrennbare Einheit. Das
heisst, wir wollen uns gleichermassen für die
Sicherung der Menschenrechte sowie den Schutz
und die Wiederherstellung einer intakten Natur
engagieren.
Die vollständige Rückverfolgbarkeit unserer
bioRe® Textilien erfüllt das Bedürfnis von Handel
und KonsumentInnen nach der geforderten
Transparenz von Fertigtextilien. Dabei ist die
Rückverfolgbarkeit unserer Produkte die logische
Konsequenz unseres kontrollierten Input- und
Supply-Chain-Managements. Was heisst das?
10
In vielen Fällen des konventionellen Textilhandels
beginnt das Lieferantenmanagement erst bei
der Meterware. Wir hingegen speisen unsere
bioRe® Baumwolle ab der unverarbeiteten Faser
in die kontrollierte bioRe® Supply-Chain ein und
koordinieren und kontrollieren Inputs und Outputs
in jedem einzelnen Prozessschritt. Dabei greift das
bioRe® Kontrollsystem bereits bei der technischen
Konzeption eines Produktes mit der Planung und
Vorwegnahme der involvierten Inputs, Prozesse
und Produktionsunits. So erkennen wir in diesem
Anfangsstadium
eventuelle
Abweichungen
systematisch
und
können
angemessene
Lösungen oder Änderungen gezielt steuern. Und
genau mit dieser ganzheitlichen Planung und
Kontrolle sichern wir eine nachhaltige Produktion
der bioRe® Textilien.
Unser Ansatz basiert auf einem starken Netzwerk
von echten Partnern, die kontinuierlich die
geplanten
Anforderungen
umsetzen
und
Herausforderungen bewältigen. Auch im letzten
Geschäftsjahr
haben
unsere
langjährigen
Partner in der Industrie mit uns gemeinsam
an der Zielerreichung und den notwendigen
Massnahmen gearbeitet. Die Remei AG nimmt
in dieser Wertschöpfungskette die Rolle
eines Netzwerkmanagers ein. In dieser Rolle
bringen wir die Kundenanforderungen, die
Produktionsbedürfnisse und die gesetzten Ziele
unter einen Hut.
Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichneten
wir eine gute Prozesssicherheit in der bioRe®
Supply Chain. So konnten beispielsweise in den
involvierten indischen und litauischen Färbereien
die ersten Umweltaudits und Abwasserproben zur
Analyse der Zero-Discharge-Vorgaben der DetoxKampagne von Greenpeace erfolgreich absolviert
werden.
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Das bioRe® Kontrollsystem
Basis für die Sicherstellung einer Produktion gemäss den bioRe® Werten ist das bioRe®
Kontrollsystem und dessen kontinuierliches Management. Das Sytem ist über die gesamte
Wertschöpfungskette implementiert. Das bioRe® Kontrollsystems umfasst das bioRe® Produktanforderungsprofil, das Input-, Qualitäts- und Umweltmanagement sowie die Rückverfolgbarkeit.
Basierend auf den identifizierten Risiken und gemäss definierten Perioden werden zur Kontrolle
Audits, Labortests sowie Inspektionen von Prozessen und Produkten durchgeführt.
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
48
(100%)
36
(100%)
41
(100%)
33
(100%)
31
(100%)
Anzahl auditierter Produktionsstätten im bioRe®
Kontrollsystem
26
(54%)
23
(64%)
32
(78%)
22
(67%)
21
(68%)
Anzahl nicht auditierter Produktionsstätten im bioRe® Kontrollsystem*
22
(46%)
13
(36%)
9
(22%)
11
(33%)
10
(32%)
Kontrollaufwand im bioRe® Kontrollsystem
(Labor, Inspektion, Audits, lokale Kontrollkosten Anbau)
55‘435
38‘794
79‘914
105‘333
68‘138
Total Kontrollaufwand im Verhältnis zum Gesamtumsatz
0.27%
0.20%
0.38%
0.46%
0.37%
Anzahl Sitzungen bioRe® Traceability Tool www.biore.ch
0
0
7‘946
11‘725**
12‘311
Anzahl implementierter Produktionsstätten im bioRe® Kontrollsystem
*Kontrollierte und bewilligte Ausnahmen unterliegen einem Risikomanagement und werden im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses geführt
**Korrektur
11
Portrait aus dem Anbau
P.Shogolo, Bio-Bauer bioRe® Tanzania
Aus welchen Gründen sind Sie auf die
biologische Landwirtschaft von bioRe®
umgestiegen?
Als ich 1996 bei bioRe® angefangen habe, sah ich
mich als Nachzügler, da ich von anderen Bauern
hörte, die bereits 1994 beigetreten waren und von
den vielen Vorzügen profitierten. In erster Linie
möchte ich die Umwelt schützen und schätze
die regelmässigen Trainings in den Bereichen
biologische Landwirtschaft und Saatgut. Dank
der Fruchtfolge ernten wir Mais, Hirse, Erdnüsse,
Süsskartoffeln, Bohnen und Papaya.
Welches sind die Vorteile in der Zusammenarbeit mit bioRe®?
bioRe® stellt uns jederzeit erstklassiges Saatgut
zur Verfügung und dank der Fruchtfolge hat sich
der Boden verbessert. Dank dem zusätzlichen
Einkommen der Prämie kann ich nun grundlegend
investieren: Ich begann mit 25 Rindern und heute
sind es 58. Auch meine Schafe und Ziegen haben
sich seit Beginn auf 100 Tiere verdoppelt. Des
Weiteren konnte ich dank der Unterstützung
von bioRe® ein grosses Haus mit einem Dach
aus Aluminium bauen und die Fläche meines
Landeigentums ausbauen.
12
Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?
Ein normaler Arbeitstag ist stets geplant und von
der Jahreszeit abhängig. Wenn wir das Land
für die Ansaat vorbereiten und damit beginnen,
starten wir früh morgens und sind bis nachmittags
auf dem Feld. Während dem Jäten sind wir jeweils
ganztags auf dem Feld. Bei der Erntezeit sind wir
immer nur morgens draussen auf dem Feld, da es
später zu heiss wird.
Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
In meiner Freizeit entspanne ich gerne zu Hause
und webe Körbe, um Lebensmittel wie Hirse oder
Mais darin aufzubewahren. Ausserdem habe ich
18 Enkel. Wir spielen gemeinsam Fussball oder
ein einheimisches Holzspiel, bei dem wir kleine
getrocknete Früchte (hart wie Stein) hin und her
spielen.
Was sollte sich während den nächsten
Jahren in Ihrem Leben verändern?
Ich möchte mehr Land besitzen und ein grösseres
Haus bauen für mich, meine 19 Kinder und 18
Enkel. Zudem plane ich, meine Rinderherde zu
vergrössern und mit dem Unterricht für meine
Kinder fortzufahren. Es ist mir sehr wichtig, ihnen
eine gute Grundlage für die Zukunft zu sichern.
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Anbau
WIE PRODUZIEREN WIR ECHTE
BIO-BAUMWOLLE?
Markus Kunz, Supply Chain Management
Die bioRe® Bäuerinnen und Bauern in Tansania erlebten eine starke Dürre. In Indien prägt nach
wie vor gentechnisch manipuliertes Saatgut den Markt. Das Engagement der bioRe® Stiftung
unterstützt die Bauernfamilien in beiden Ländern und sichert damit die Produktion echter BioBaumwolle.
bioRe® Tansania
Von März bis April 2015 blieb in Tansania der
erhoffte und für die Landwirtschaft essentielle
Regen aus. Die einsetzende Dürre führte nicht
nur zu einer geringen Baumwollernte, sondern
auch
zu
einer
gesundheitsgefährdenden
Nahrungsmittelknappheit für die Bauernfamilien.
In dieser schwierigen Zeit hat die bioRe® Stiftung
durch das Engagement zahlreicher Spenderinnen
und Spender sämtlichen Bäuerinnen und Bauern
einen Sack Mais zum halben Verkaufspreis zur
Verfügung gestellt.
Auf der Angebotsseite kam die Remei AG
aufgrund der kleinen tansanischen Ernte in
Lieferengpässe. Aus diesem Grund erhielt sie
eine ausserordentliche Genehmigung für den
Zukauf von Bio-Baumwolle. Nach umfassender
Prüfung fand der Zukauf vom tansanischen BioBaumwollproduzenten Biosustain statt.
Die aktuelle Saison entwickelt sich vielversprechend. Über 1‘100 bioRe® Bäuerinnen und
Bauern erhielten das neue Saatgut UKM08. Dies
und die konsequente Umsetzung der biologischen
Anbaumethoden sowie das Säen in Reihen haben
zu einer vielversprechenden Ernte beigetragen.
Unter den optimalen Wetterbedingungen dürfen
wir mit der grössten Ernte der letzten fünf Jahre
rechnen.
bioRe® Indien
Die Verunreinigung mit gentechnisch manipuliertem Saatgut in Indien konnte die bioRe®
Stiftung erfolgreich auf ca. 1% reduzieren.
Ein gutes Ergebnis in einem Umfeld, in dem
bis zu 96% der Baumwollanbauflächen mit
gentechnisch manipulierter Baumwolle bepflanzt
werden. Voraussetzung für dieses Ergebnis
ist die Implementierung eines umfassenden
Kontrollsystems, das stetig optimiert wird. Das
Kontrollsystem greift zu drei Zeitpunkten ein: beim
Input, während dem Anbau und nach der Ernte.
Das Saatgut wird von bioRe® India Ltd. direkt von
Saatgutherstellern eingekauft, die garantieren,
dass das Saatgut nicht gentechnisch manipuliert
ist. Zusätzlich prüft bioRe® India Ltd. dieses Saatgut
auf eine allfällige gentechnische Manipulation. Die
Bäuerinnen und Bauern verwenden ausschliesslich
dieses Saatgut für den biologischen Landbau. Die
Menge der Samen wird pro Bäuerin und Bauer
entsprechend ihrer Anbaufläche verteilt. In einem
zweiten Schritt werden sämtliche Bäuerinnen
und Bauern einem regelmässigen Monitoring
unterzogen. Schliesslich wird die angelieferte
Baumwolle jeder Bäuerin und jedes Bauern vor
dem direkten Abkauf durch bioRe® India Ltd. auf
GVO untersucht. Dies entspricht einer 100%-igen
Eingangskontrolle der Bio-Baumwolle. Durch die
kontinuierliche Kontrolle und den direkten Ankauf
sind die Menge der Samen, die bebaute Fläche,
die Ernte und der Verkauf durch bioRe® India
Ltd. präzise dokumentiert. Zudem stellt bioRe®
India Ltd sicher, dass die bioRe® Baumwolle
nicht in Kontakt mit Baumwolle aus anderem
Ursprung kommt. Konsequenterweise entkernt
die Entkerungsanlage ausschliesslich bioRe®
Baumwolle. Mit Blick in die Zukunft dürfen wir uns
freuen, dass bioRe® India Ltd. eine neue, eigene
Entkernungsanlage baut. Voraussichtlich weihen
wir diese im November 2016 ein.
13
Um die Verfügbarkeit von nicht gentechnisch manipuliertem Saatgut für den biologischen Landbau in
Indien sicherzustellen, forscht ein Team der bioRe® Stiftung seit 2010 in Zusammenarbeit mit FiBL und
der indischen Universität Dharward nach geeignetem Saatgut. In unserem Engagement für echte BioBaumwolle aus Indien erhalten wir wenig Unterstützung von den lokalen Behörden, den Zertifizierungsstellen und den Mitbewerbern. Trotzdem schauen wir aufgrund des kontinuierlichen Fortschritts in unseren
Forschungsbemühungen zuversichtlich einer genmanipulationsfreien Zukunft im gemeinsamen Wirken
mit unseren treuen bioRe® Bäuerinnen und Bauern entgegen. Für unsere KundInnen liefern wir echte
Bio-Baumwolle ohne Genmanipulation und ohne die Verwendung von toxischen Pflanzenschutzmitteln
und Kunstdünger.
2015/16
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
Registrierte Bäuerinnen und Bauern (inkl. Satellitenprojekt)
5'533
5'280
3'233
3‘702
3‘907
Produzierte Menge Rohbaumwolle (t)
4'660
0
1'138
1‘897
2‘293
Produzierte Menge entkernte Baumwolle (t Lint)
1'537
0
390
647
796
80
64
31
36
34
2'808
2'674
1'644
1‘896
2‘017
bioRe ® Indien
Anzahl Mitarbeitende
bioRe Tansania
®
Registrierte Bäuerinnen und Bauern (inkl. Satellitenprojekt)
Produzierte Menge Rohbaumwolle (t)
5'413
8'829
9'115
6‘565
4‘986
Produzierte Menge entkernte Baumwolle (t Lint)
1'840
2'984
2'487
2‘310
1‘827
71
77
73
73
78
Anzahl Mitarbeitende
Insgesamt
8'341
7'954
4'877
5‘598
5‘924
10'073
8'829
10'253
8‘462
7‘279
3'377
2'984
2'877
2‘957
2‘623
151
141
104
109
112
Registrierte Bäuerinnen und Bauern (inkl. Satellitenprojekt)
Produzierte Menge Rohbaumwolle (t)
Produzierte Menge entkernte Baumwolle (t Lint)
Anzahl Mitarbeitende
Entwicklung bioRe ® Bäuerinnen und Bauern 2011/12 - 2015/16
9'000
8'000
7'000
6'000
5'000
4'000
3'000
2'000
1'000
0
2011/12
2012/13
2013/14
Indien: Registrierte
bioRe® Bäuerinnen und Bauern
Insgesamt
2014/15
2015/16
Insgesamt registrierte bioRe® Bäuerinnen und Bauern
registrierte Bauern®
Tansania: Registrierte bioRe Bäuerinnen und Bauern
14
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Einkauf und Umsatz bioRe® Baumwolle
bioRe® Tanzania
Sunflag TZ
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
Differenz
Vorjahr (%)
2'842
4'484
4'386
4‘171
2‘992
-28%
108
99
126
75
52
-31%
43
53
186
108
144
33%
Diverse
Total Einkauf (TCHF)
2'994
4'636
4'697
4‘354
3‘188
-27%
Eurotex IN
0
624
1'299
2‘029
1‘787
-12%
Reinhart CH
0
2‘596
1‘678
997
988
-1%
Baltas TR
0
533
965
864
304
-65%
Pelz DE
0
0
0
89
219
146%
Diverse
3‘525
839
1‘435
999
433
-57%
Total Umsatz (TCHF)
3'525
4'592
5'377
4‘978
3‘731
-25%
1'275
624
1'636
2‘451
1‘891
-23%
Schweiz
157
2‘756
1‘679
998
988
-1%
Deutschland
214
151
89
93
308
231%
0
533
785
1‘044
304
-71%
1‘879
528
1'188
329
240
-39%
Umsatz nach Ländern (TCHF)
Indien
Türkei
Diverse
Umsatz bioRe® Baumwolle nach Ländern (%)
6%
8%
Indien
8%
Schweiz
51%
Deutschland
Türkei
Diverse
27%
Indien
Schweiz
Deutschland
Türkei
Diverse
15
Portrait aus der Spinnerei
S.B. Kulkuarni, Spinnmeister Eurotex, Indien
Seit wann arbeiten Sie bei Eurotex und
welches sind Ihre Aufgaben?
Ich begann im Jahr 1989 bei Eurotex zu arbeiten.
Zu meinen Hauptaufgaben gehören das Planen,
Ausführen und Überwachen der Garnproduktion.
Wenn wir Garn aus biologisch angebauter
Baumwolle spinnen, müssen wir spezielle
Dinge beachten wie die Kennzeichnung und
die Rückverfolgbarkeit während des ganzen
Prozesses. Im Falle einer Reklamation können
wir das Garn so identifizieren und die einzelnen
Produktionsstufen herleiten. Die Tätigkeiten im
Rahmen der Rückverfolgbarkeit garantieren uns
auch die strikte Trennung zwischen Bio-Baumwolle
und konventionell angebauter Baumwolle. Diese
Vielfältigkeit macht den Inhalt meines Jobs
spannend und herausfordernd.
Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?
Meistens muss ich bestimmte Einstellungen
in die Maschinen eingeben und kontrollieren.
Manchmal gibt es auch Stau oder Behinderungen
in der Maschine, die es zu beheben gilt. Je nach
Situation muss ich auch spontan reagieren. An
einem Tag werden beispielsweise Garne der
Stärke Nm 50* produziert. Falls uns nun aber
eine dringliche Bestellung der Garnstärke Nm
80 erreicht, müssen wir rasch reagieren und die
16
Maschinen umstellen, um den Auftrag gemäss
Kundenbedürfnis abwickeln zu können.
Was schätzen Sie an Ihrer Tätigkeit?
Täglich mit Herausforderungen konfrontiert zu sein
und für diese eine Lösung zu suchen. Es ist sehr
zufriedenstellend für mich, wenn ich schwierige
Aufgaben übernehmen kann und diese erfolgreich
meistere.
Welche Herausforderungen meistern Sie?
Wir müssen die Produktions- und Lieferfristen
gemäss unserer Planung einhalten und die
Produktqualität gewährleisten. Es gilt, die
Erwartungen der Kunden von Zeit zu Zeit
abzuschätzen und für die Umsetzbarkeit zu
beurteilen. Dies machen wir entweder anhand
einmaliger Beschwerden oder einer generellen
Rückmeldung seitens der Einkäufer.
Was sollte sich während den nächsten
Jahren in Ihrem Leben verändern?
Ich
möchte
meine
persönlichen
sowie
geschäftlichen Ziele erreichen und ein zufriedenes
und ausgeglichenes Leben führen.
* Die metrische Nummerierung mit dem Kurzzeichen Nm informiert darüber, wie
viele Meter eines einfachen Garnes 1 Gramm wiegen. Bsp.: 50m wiegen 1 Gramm.
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Spinnerei
WO verspinnen wir DIE BioRe® BAUMWOLLE
ZU GARN?
Simon Hohmann, Product & Supply Chain Manager Cotton & Yarn
Das vergangene Jahr bestätigte, dass wir im Jahr 2013 / 2014 die richtige Lieferantenstrategie
gewählt haben. Die Produktionsstätte in der Türkei konnte sich nochmals steigern und so zu
einem wichtigen Partner heranwachsen.
Baltas, Türkei
Grosse Flexibilität, gute Qualität und sehr guter
Service machen Baltas zu einem guten Lieferanten.
Die Garnproduktion haben wir im vergangen Jahr
leicht erhöht. Wir betrachten Baltas zunehmend
als strategisch wichtigen Partner und werden die
Zusammenarbeit weiter intensivieren.
Eurotex, Indien
Eurotex erwies sich im letzten Jahr einmal mehr
als sehr zuverlässiger Partner. Dank ihm konnten
wir Produktionsengpässe lösen. Ausserdem
unterstützte uns Eurotex massgeblich bei der
SA8000-Zertifizierung der kleinen Partnerspinnerei
BLP innerhalb von 6 Monaten.
Sunflag, Tansania
Die bioRe® Produktion wurde leicht gesenkt.
Sunflag sieht sich vermehrt mit Preis- und
Qualitätsproblemen konfrontiert.
Die Herausforderungen sind einerseits auf
sehr hohe Energiekosten und andererseits auf
regelmässige Stromunterbrüche in der Produktion
zurückzuführen.
RSWM, Indien
RSWM ist ein „Spezialitäten“-Spinner und
produziert
für
uns
Melangegarne
und
Flammengarne in kleinen Mengen. RSWM bietet
uns viele Möglichkeiten bezüglich Innovationen
im Garnsortiment. Zusammen mit unserer
Bekleidungsabteilung wollen wir im kommenden
Jahr
die
verschiedenen,
interessanten
Neuentwicklungen prüfen.
Otto, Deutschland
Die Spinnerei Otto Dietenheim wird für uns
erstmals Ne 50/1 und Ne 60/1 Garn ausspinnen.
Diese Zusammenarbeit wollen wir aufrechterhalten
und weitere Möglichkeiten prüfen.
Garnproduktion
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
Eurotex IN
0
0
225'942
423‘526
407‘616
Baltas TR
0
0
142'141
186‘539
114‘347
311‘897
299‘845
426‘529
271‘092
86‘394
0
0
36‘160
49‘180
35‘076
Sunflag TZ
RSWM IN
bioRe India Ltd.
®
Total (kg)
Anteil Tansania
704‘383
571‘070
104‘462
26‘901
0
1'016'280
870'915
935'234
957‘238
643‘433
31%
34%
46%
28%
13%
17
Einkauf und Umsatz bioRe® Garn
Eurotex IN
Baltas TR
Sunflag TZ
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
Differenz
Vorjahr (%)
0
0
1'064
1‘813
1‘676
-8%
0
0
550
869
481
-45%
1‘313
1‘348
1‘751
1‘107
364
-67%
0
0
243
353
236
-33%
Diverse
3‘591
2‘875
702
469
534
14%
Total Einkauf (TCHF)
4'904
4'223
4'310
4‘611
3‘291
-29%
577
1'148
906
964
926
-4%
Far East Knitting BD
725
406
419
596
633
6%
Utenos LT
534
850
1'005
737
563
-24%
RSWM IN
Panoco JP
117
99
416
409
282
-31%
Diverse
3‘927
3‘612
2‘528
2‘175
1‘775
-18%
Total Umsatz (TCHF)
5'880
6'116
5'274
4‘881
4‘179
-14%
Erko-Textil DE
Umsatz nach Ländern (TCHF)
1'031
837
915
932
728
-22%
534
850
873
869
563
-35%
Japan
577
1'148
857
1‘014
926
-9%
Schweiz
665
346
411
300
477
59%
3'072
2'934
2'218
1‘766
1‘485
-16%
Deutschland
Litauen
Diverse
Umsatz bioRe® Garn nach Ländern (%)
17%
Deutschland
36%
Litauen
14%
Japan
Schweiz
Diverse
11%
22%
Deutschland
Litauen
Japan
Schweiz
Diverse
18
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Portrait aus der Konfektion
R. Shanti, Prüferin Näherei Wellknit Industries, Indien
Seit wann arbeiten Sie bei Wellknit Industries
und welches sind Ihre Aufgaben?
Ich arbeite seit 2006 als Prüferin bei Wellknit
Industries. Mein Verantwortungsbereich umfasst
die Kontrolle der einzelnen Kleidungsstücke
gemäss den Qualitätsanforderungen.
Was schätzen Sie an Ihrer Tätigkeit?
Das angenehme Arbeitsklima, bei welchem
Sicherheit und Gesundheit gross geschrieben
werden. Nebst der Arbeit werden viele Kurse
angeboten wie zum Beispiel Erste-Hilfe-Kurse,
Feuerwehrübungen oder Gesundheits- und
Sicherheitsschulungen. Mit diesen Schulungen
können wir unser Wissen erweitern und davon
auch ausserhalb der Arbeitszeit profitieren.
Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?
Jeder Arbeitstag beginnt mit einer strikten
Planung. Morgens kümmere ich mich zunächst
um meine Familie, bevor ich zur Arbeit gehe. Bei
der Arbeit muss ich sehr sorgfältig vorgehen, um
die Qualität der Materialien sicherzustellen. Wenn
ich einen Fehler entdecke, verfolge ich ihn in die
Produktion zurück und muss je nach Situation
spontan reagieren.
Welche Herausforderungen meistern Sie?
Wir spornen uns gegenseitig dazu an,
unsere Leistung innerhalb der vorgegebenen
Produktionszeit zu erreichen. Die grösste
Herausforderung ist es, das Streben nach
Perfektion im Anbetracht des zeitlichen Drucks
ein- und beizubehalten.
Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Ich bin gerne zuhause und schaue fern. Die
meisten Feiertage wie z.B. Visakha Puja* werden
im grossen Stil mit der Familie zelebriert.
Was sollte sich während den nächsten
Jahren in Ihrem Leben verändern?
Ich möchte meinen Sohn dabei unterstützen, dass
er das College besuchen kann. Zudem möchte
ich Schmuck und Edelsteine für die Hochzeit
meiner Tochter sammeln.
* Visakha Puja ist der höchste buddhistische Feiertag und erinnert an die Geburt, die Erleuchtung (Nirwana) und das vollkommene Verlöschen (Parinirvana)
des Buddha und damit seinen Austritt aus dem Kreislauf der Wiedergeburt
(Samsara).
19
Konfektion
UMSATZSTEIGERUNG FÜR MEHR FLEXIBILITÄT
IN DER SUPPLY CHAIN
Markus Kunz, Supply Chain Management
Die schwierige Wirtschaftssituation hat zu einem Rückgang des Konfektionsumsatzes
geführt. Doch Massnahmen für ein grösseres Auftragsvolumen sind bereits ergriffen worden.
Die allgemein schwierige Situation der Schweizer
Wirtschaft hat auch Auswirkungen auf die
Remei AG. Dementsprechend mussten wir
einen Rückgang der Stückzahlen und des
Umsatzes in der Konfektion verzeichnen. Die
Hauptgründe hierfür sind einerseits geringere
Abverkäufe im Textilhandel unserer bisherigen
Kunden. Andererseits konnten wir nur Neukunden
gewinnen, die im Berichtsjahr Erstbestellungen
von vorerst geringem Umfang platziert haben.
Dies bedeutete beispielsweise den Verzicht auf
eine weitere zertifizierte Färberei. Dies verringert
die Flexibilität unserer Lieferanten und erhöhte
somit das Risiko von Verspätungen.
Um diesem rückläufigen Trend entgegenzuwirken,
haben wir Massnahmen ergriffen, um den Verkauf in
der Konfektion zu steigern. Wir sind zuversichtlich,
dass die eingeläuteten Massnahmen greifen
und erste Erfolge im neuen Geschäftsjahr erzielt
werden können.
Die rückgängigen Volumina bedingten auch
Einschränkungen in der jeweiligen Supply Chain.
Einkauf bioRe® Bekleidung
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
Differenz
Vorjahr (%)
Utenos LT
2'276
2'199
3'168
3‘657
2‘658
-27%
Wellknit IN
2'018
1'690
1'492
2‘056
1‘922
-7%
0
9
804
1‘963
1‘259
-36%
444
281
101
167
265
59%
Century IN
Kaytee IN
Sunflag TZ
Diverse
Total Einkauf (TCHF)
27
10
14
262
0
-100%
906
463
224
370
212
4%
6'871
5'346
5'879
8‘308
6‘316
-24%
Einkauf nach Ländern (Stück)
Indien
904'226
721'147
584'773
869‘030
697‘314
-20%
Litauen
283'209
280'512
375'159
415‘349
343‘345
-17%
7‘580
2‘810
3‘925
56‘128
0
-100%
10‘720
16‘530
400
1‘027
52
-93%
Tansania
Diverse
20
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Portrait aus dem Retail
P. Wyss, Leiter Direktion Marketing/Beschaffung Coop, Schweiz
Seit wann arbeitest du bei Coop?
Seit 1997.
Worauf konzentriert sich die Zusammenarbeit mit der Remei AG?
Die Kombination des biologischen Baumwollanbaus mit den vielfältigen sozialen Leistungen in
den bioRe® Projekten in Indien und Tansania ist für
mich der Kern der Partnerschaft und prägend für
die Einzigartigkeit von Naturaline.
Was sind die Vorteile der Zusammenarbeit
mit der Remei AG?
Gemeinsam mit der Remei AG hat Coop
Pionierarbeit vollbracht und zusammen einen
Markt entwickelt, den es bisher noch nicht gab.
Heute steht Naturaline für rund 500 Modelle aus
Bio-Baumwolle: Von Basics wie T-Shirts und
Herrenhemden bis hin zu saisonaler, trendiger
Mode.
früh investiert – also nicht verwunderlich,
dass Coop zur nachhaltigsten Detailhändlerin
der Welt geratet wurde – und wird auch in
Zukunft die Anforderungen an die, inzwischen
mehrheitsfähigen Produkte, hoch halten.
Was bedeutet die Marke Naturaline für dich
persönlich?
Ich bin fasziniert von der sozialen Geschichte die
hinter Naturaline steckt: Ob die Ausbildung im
biologischen Landbau, die Selbsthilfegruppen
oder die erbauten Schulen, mit Naturaline ist Coop
einen absolut umfassenden und nachhaltigen
Weg gegangen. Kein Label ist konsequenter. Seit
bald 20 Jahren setzen wir auf eine umwelt- und
sozialverträgliche Produktion und beweisen, dass
sich Lebensfreude und Nachhaltigkeit optimal
ergänzen.
Welche Herausforderungen bringt die nahe
Zukunft?
Nachhaltige Leistungen sind der Wachstumsmotor
der Zukunft. Coop hat in diesen Markt schon
21
Kunden
WAS IST WERT WERT?
Diane Gerth, Product Manager Brands
Die Wertediskussion ist allgegenwärtig. Gleichzeitig finden wir immer öfter nachhaltig produzierte Textilien zu günstigen Preisen. Ein herausforderndes Spannungsfeld im Modemarkt.
Öko ist Zukunfts- und Gegenwartsthema.
Es ist täglich präsent in den Medien und
Verbraucherdiskussionen. Textilien aus BioBaumwolle werden inzwischen vom Discounter
bis zur Premium-Marke am POS angeboten und
in der Werbung stark hervorgehoben. Unser
bioRe® Magazin trug in der Ausgabe 2015 den
Titel „Was ist Wert Wert“ und hat damit genau
den Zeitgeist der Fragestellungen der Handelsund Markenunternehmen getroffen. Wir hatten
im nachhaltigen Textilsegment noch nie eine
solche Wertediskussion und einen so grossen
Wettbewerbsdruck durch andere Lieferanten
aus Europa und Fernost. Die erforderliche
Überzeugungsarbeit, um den Unterschied
zwischen bioRe® und anderen Standards
hervorzuheben, hat uns in unserem täglichen
Tun, in den Gesprächen mit unseren Kundinnen
und Kunden und in der Neukundengewinnung
gefordert wie nie zuvor.
Auch wenn der Nachhaltigkeitsanspruch wächst,
wollen Konsumentinnen und Konsumenten vor
allem Mode zu attraktiven Preisen. Die Grossen
der Branche haben das schon lange erkannt
und bieten ein breites Angebot von nachhaltig
produzierten Textilien zu günstigen Preisen. Sicher
gibt es auch einige schwarze Schafe unter den
Anbietern, die sich das Öko-Deckmäntelchen nur
aus Marketing-Gesichtspunkten übergeworfen
haben und bei genauem Hinsehen schlicht
Greenwashing betreiben. Dem gegenüber stehen
aber viele positive Beispiele von Unternehmen.
22
Unternehmen, die wirklich meinen, was sie sagen,
und zeitgemässes Design und den Respekt vor
Mensch und Umwelt in Einklang bringen.
Viele Händler haben grüner Mode quer durch
alle Sortimente mehr Platz am POS eingeräumt.
Das Grazer Erlebnishaus Kastner&Öhler schafft
ganze Themeninseln mit grüner Mode. Aber der
Kunde soll zunächst die Styles gut finden und
erst im zweiten Schritt den Mehrwert erkennen.
Mit Eco Fashion können sich die Modehäuser
ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten und
das Besondere bieten – allerdings nur, wenn
der modische Anspruch und das PreisLeistungsverhältnis stimmen. Auch wollen die
Marken und Erlebnishäuser gerne weiterhin in
ihren monatlichen Order- Rhythmen bestellen und
schnell die Ware am POS geliefert bekommen,
was für eine konsequente nachhaltige Supply
Chain wie bei bioRe® eine Herausforderung ist, da
unsere Flexibilität durch das Kontrollsystem und
die Anzahl der Lieferanten begrenzt ist.
Trotz dieser schwierigen Gegebenheiten stossen
wir immer wieder auf Kunden, die die Einzigartigkeit
unserer bioRe® Philosophie und damit unserer
Wert erkennen. So haben wir beispielsweise
Galeries Lafayette und Gerry Weber als
Neukunden gewonnen. Und diese Tatsache lässt
uns optimistisch ins neue Geschäftsjahr blicken.
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Umsatz bioRe ® Bekleidung
2011/12
2012/13
2013/14
2014/15
2015/16
Differenz
Vorjahr (%)
Coop Schweiz CH
7'284
6'813
8'120
9‘541
8‘062
-16%
Mammut CH
1'753
1'096
939
1‘471
1‘259
-14%
34
295
461
641
453
-29%
Grüne Erde AT
208
104
130
82
107
30%
1'141
693
384
1‘438
558
-61%
10‘240
9‘001
10‘034
13‘173
10‘439
-21%
9'224
8'036
9'100
11‘109
9‘460
-15%
34
295
466
660
453
-31%
Globetrotter DE
Diverse
Total Umsatz (TCHF)
Umsatz nach Ländern (TCHF)
Schweiz
Österreich
Deutschland
804
361
247
650
297
-54%
Diverse
358
309
221
754
229
-70%
Umsatz bioRe ® Bekleidung nach Kunden (%)
Umsatz bioRe ® Bekleidung nach Ländern (%)
1%
6%
4%
4%
12%
Coop Schweiz CH
3%
2%
Schweiz
Mammut CH
Österreich
Grüne Erde AT
Deutschland
Globetrotter DE
Diverse
Diverse
77%
91%
Coop Schweiz CH
Schweiz
Mammut CH
Österreich
Grüne Erde AT
Deutschland
Globetrotter DE
Diverse
Diverse
23
Department Stores: Galeries Lafayette ist Neukunde von bioRe®
Helmut Hälker, CEO
Die Zusammenarbeit mit dem Luxuskaufhaus
Galeries Lafayette beweist das Potential der
Zielgruppe Department Stores. Im Geschäftsjahr
2015/16 konnten wir Galeries Lafayette als
Neukunden gewinnen. Unter ihrem Private
Label wird die Kollektion ‘Fashion Integrity
by Galeries Lafayette’ ab dem 24. August
2016 in 60 Häusern zu kaufen sein. Die Styles
bestechen durch schlichtes und modernes
Design. Besonders grosses Interesse hat
Galeries Lafayette an der Rückverfolgbarkeit der
Styles. Dabei liegt der Fokus auf dem Aufbau
eines eigenen Systems zur Rückverfolgbarkeit.
Hier bieten wir unsere Unterstützung an und
entwickeln in enger Zusammenarbeit mit den
Verantwortlichen von Galeries Lafayette eine
gemeinsame Lösung.
Ein solcher Beratungsservice könnte für uns in
Zukunft eine zusätzliche Dienstleistung darstellen.
Parallel erarbeiteten wir eine umfangreiche
Datenbank potentieller Department Stores im
deutschsprachigen und skandinavischen Markt.
Der Auftrag von Galeries Lafayette hat unsere
Kapazität für die Zielgruppe Department Stores
jedoch stark gebunden, weshalb wir keine
weiteren Akquisemassnahmen eingeleitet haben.
Aufgrund der neuen Zielgruppen-Strategie, haben
wir das Joint-Venture mit Ragman im Rahmen des
Vertriebs eines Private Labels eingestellt.
Brands: Wir brauchen einen langen Atem in einem kurzlebigen Geschäft
Diane Gerth, Product Manager Brands
Im Spannungsfeld der Werte- und Preisdiskussion
konnten wir in diesem Geschäftsjahr zwar
neue Unternehmen von den bioRe® Werten
überzeugen, wie die Outdoor- und Lifestylemarke
Maloja oder die Versandhändler Waschbär (Triaz
Group) und Helvetas. Auch konnten wir auf
kleinem Niveau den Umsatz wie zum Beispiel bei
Globetrotter ausbauen. Allerdings gelang es uns
nicht, Kundenbedürfnisse wie das Bestellen von
kleineren Mengeneinheiten zu attraktiven Preisen
zu befriedigen. Mit der Konsequenz, dass wir
Umsatz, wie zum Beispiel bei elkline und Grüne
Erde, an unsere Mitbewerber verloren haben.
Dort schliesst sich wieder der Kreis: Wieviel ist
mir ein bioRe® Textil im Vergleich zu einem Textil
eines anderen Standards wert? Wieviel von
meiner Handelsmarge bin ich als Markenhersteller
und Handelsunternehmen bereit, für eine
nachhaltige Produktion abzugeben? Aufgrund
24
der schwierigen Marktsituation im Textilsegment
(Umsatzeinbrüche bis zu 20-30%, hohe
Lagervolumen, Auslandstourismus usw.) werden
die Herausforderungen für die Marken- und
Handelsunternehmen nicht einfacher. Wir blicken
optimistisch ins neue Geschäftsjahr, für das wir
bereits neue Marken- und Handelsunternehmen
wie Gerry Weber für eine bioRe® Produktion
gewinnen konnten. Auch die systematische
Marktbearbeitung zur Gewinnung von Neukunden
zeigt erste Erfolge und gibt uns Zuversicht,
dass der wirklich nachhaltige Wert von bioRe®
überzeugt. Allerdings dürfen wir nicht vergessen,
dass wir immer im Durchschnitt ein Jahr Vorlaufzeit
vom Erstakquisegespräch bis zum geschriebenen
Umsatz in unseren Verkäufen benötigen und wir
einen langen Atem in diesem kurzlebigen Geschäft
beweisen müssen.
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Corporate Wear: Wer braucht T-Shirts ab 400 Stück in 3 Monaten?
Martina Amsler, Marketing & Product Manager Corporate Wear
Mitte des Geschäftsjahrs 2015/16 haben wir
entschieden, den Markt für Corporate Wear
systematisch zu bearbeiten. In der Zwischenzeit
haben wir ein festes Sortiment mit 9 EssentialStyles und die internen Prozesse für deren
Produktion festgelegt. Das Sortiment umfasst
Unisex, Herren und Damen-Styles wie T-Shirts
mit Rund- und V-Neck, Hoodies, Polo-Shirts und
Longsleeves. Kundinnen und Kunden wählen
die Styles ihrer Wahl in ihrer Wunschfarbe und
definieren bei Bedarf Druck oder Stickerei. Unser
langjähriger litauischer Lieferant Utenos Trikotazas
sichert die Produktion der Aufträge. Wir hatten in
verschiedenen Akquisegesprächen mit namhaften
Grossunternehmen die Chance, unser Angebot zu
spiegeln und die Bedürfnisse unserer potentiellen
Kunden zu erkennen. Das Fazit: Auch bei grossen
Bestellmengen müssen Teillieferungen unter
unserer üblichen Mindestbestellmenge möglich
sein und dies möglichst schnell. Je schneller, umso
sicherer der Auftrag. Der Aufbau eines Lagers
in der Schweiz könnte in Zukunft für uns wichtig
werden. Aufgrund dieses Marktfeedbacks haben
wir potentielle Kunden angesprochen, die einen
langen Planungshorizont bei gleichzeitig grossen
Bestellmengen aufweisen, wie beispielsweise
Festivals und NGOs. Damit haben wir erste
Massnahmen eingeleitet, um in die Wahrnehmung
potentieller Kunden zu gelangen. Der Aufbau
des Bekanntheitsgrads in diesem Markt ist von
zentraler Bedeutung und erfordert unsere volle
Aufmerksamkeit. Wir sind zuversichtlich, dass
die Massnahmen im kommenden Geschäftsjahr
Früchte tragen.
Coop Naturaline: Eine starke und erfolgreiche Partnerschaft
Carmen Blättler, Head of Key Account Management & Product Manager Coop Naturaline
1995 hat Coop ihre Eigenmarke Naturaline
konsequent auf Bio-Baumwolle umgestellt.
Wohl kaum jemand hätte damals gedacht,
dass sich diese Marke innerhalb von 20 Jahren
erfolgreich im Schweizer Markt etabliert. Anfangs
wurde die Kollektion noch subventioniert, um
sie anzuschieben und im hart umkämpften
Textilmarkt an Bekanntheit und Überzeugung
zu gewinnen. Mittlerweile ist Naturaline die
bekannteste nachhaltige Marke der Schweiz und
wächst laufend mit neuen Innovationen.
konnten wir leider nicht erzielen. Jedoch sichern
einige Neuerungen im Naturaline-Sortiment das
Einkaufsvolumen langfristig. Zum Beispiel ist nach
drei erfolgreichen Damenkollektionen von Melanie
Winiger nun seit dem 1. September 2015 eine tolle
Kollektion für den trend- und umweltbewussten
Mann bei Coop erhältlich. «Naturaline by Melanie
Winiger ist für Menschen, die modisch informiert
sind, aber ihren eigenen Stil haben. Und denen die
Umwelt sowie die Arbeitsbedingungen anderer
am Herzen liegen», sagt Melanie Winiger.
In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem
Coop-Einkaufsteam konnte die Remei AG den
Umsatz auf gleichem Niveau wie 2013/14 halten.
Dies verzeichnen wir im aktuell hart umkämpften
und schnell drehenden Textilmarkt durchaus als
Erfolg. Das ausserordentliche Umsatzplus von
2014/15 im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums
Um noch mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit im
Textilmarkt und in der Gesellschaft zu schaffen,
entsteht gemeinsam mit Coop und Naturaline ein
Konzept zur Internationalisierung der NaturalineKollektion. Wir blicken mit grosser Motivation in
die weiterhin partnerschaftliche Zukunft mit Coop.
25
26
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Finanzbericht
Bilanz..................................................................................................................................................... 28
Erfolgsrechnung..................................................................................................................................... 29
Geldflussrechnung................................................................................................................................. 30
Eigenkapitalnachweis............................................................................................................................. 31
Anhang zur Jahresrechnung.................................................................................................................. 32
Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes.................................................................................. 40
Bericht der Revisionsstelle..................................................................................................................... 42
27
Bilanz
in CHF
Ziff.
Flüssige Mittel
Berichtsjahr
Vorjahr
31.03.2016
31.03.2015
856'477.69
560'805.12
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
1
3'374'319.45
3'466'832.46
Vorauszahlungen an Lieferanten
2
2'722'734.57
2'241'431.90
69'206.36
111'538.38
1'574'226.00
1'994'427.75
Sonstige kurzfristige Forderungen
Vorräte
3
Nicht fakturierte Dienstleistungen
108'000.00
98'805.00
Aktive Rechnungsabgrenzungen
104'867.52
119'462.57
8'809'831.59
8'593'303.18
Umlaufsvermögen
Sachanlagen
5
2'198'227.00
2'303'816.00
Finanzanlagen
4
687'435.76
786'460.56
Immaterielle Anlagen
6
18'177.00
22'131.00
2'903'839.76
3'112'407.56
11'713'671.35
11'705'710.74
2'838'270.00
2'812'636.00
237'719.40
488'767.96
82'413.12
79'431.25
635'635.90
682'380.69
3'794'038.42
4'063'215.90
1'000'000.00
1'000'000.00
1'000'000.00
1'000'000.00
Aktienkapital
1'800'000.00
1'800'000.00
Gewinnreserven
5'119'632.93
4'842'494.84
6'919'632.93
6'642'494.84
11'713'671.35
11'705'710.74
Anlagevermögen
TOTAL AKTIVEN
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
7
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Passive Rechnungsabgrenzungen
Kurzfristiges Fremdkapital
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Langfristiges Fremdkapital
Eigenkapital
TOTAL PASSIVEN
28
9
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
erfolgsrechnung
Vorjahr
in CHF
Ziff.
2015/16
2014/15
Nettoerlös aus Liefererungen und Leistungen
10
17'912'925.82
22'431'658.46
131'636.89
129'788.89
18'044'562.71
22'561'447.35
9'195.00
98'805.00
18'053'757.71
22'660'252.35
Andere betriebliche Erträge
Nettoerlöse
Bestandsänderung nicht fakturierte Dienstleistungen
Betrieblicher Ertrag aus Lieferungen und Leistungen
Materialaufwand
11
-13'462'309.39
-17'256'787.64
Bauernprämie
11
-446'105.23
-549'099.66
4'145'343.09
4'854'365.05
-2'694'337.42
-3'074'261.55
1'451'005.67
1'780'103.50
Bruttogewinn 1
Personalaufwand
12
Bruttogewinn 2
Abschreibung auf Sachanlagen
13
-149'512.66
-160'681.81
Abschreibung auf immateriellen Anlagen
13
-16'231.98
-14'764.27
Andere betriebliche Aufwendungen
14
-447'926.58
-462'700.60
837'334.45
1'141'956.82
-129'132.07
-166'542.72
75'363.85
81'741.08
783'566.23
1'057'155.18
-140'010.44
-192'200.00
643'555.79
864'955.18
-96'417.70
-124'352.01
547'138.09
740'603.17
Betriebsergebnis
Finanzaufwand
Finanzertrag
Ordentliches Ergebnis
Ausserordentliches Ergebnis
Unternehmenserfolg vor Steuern
Steuern
UNTERNEHMENSGEWINN
Berichtsjahr
15
29
Geldflussrechnung
in CHF
Berichtsjahr
Vorjahr
Ziff.
2015/16
2014/15
547'138.09
740'603.17
13
165'744.64
175'446.08
Gewinn / Verlust
Abschreibungen
Wertanpassung Finanzanlagen
4
2'444.80
-7'256.09
Zu-/Abnahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
1
92'513.01
-311'482.99
Zu-/Abnahme Vorauszahlungen an Lieferanten
2
-481'302.67
-41'439.47
42'332.02
43'907.32
3
420'201.75
-895'793.28
-9'195.00
0.00
Zu-/Abnahme sonstige kurzfristige Forderungen
Zu-/Abnahme Vorräte
Zu-/Abnahme nicht fakturierte Dienstleistungen
Zu-/Abnahme aktive Rechnungsabgrenzungen
Zu-/Abnahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
7
Zu-/Abnahme sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Zu-/Abnahme kurzfristige Rückstellungen
8
Zu-/Abnahme passive Rechnungsabgrenzungen
Geldfluss aus Betriebstätigkeit
14'595.05
-12'837.95
-251'048.56
-166'078.55
2'981.87
956.51
0.00
-10'000.00
-46'744.79
179'627.33
499'660.21
-304'347.92
-96'988.92
Investitionen von Sachanlagen
5
-58'738.47
Desinvestition von Sachanlagen
5
14'814.81
23'611.11
Investitionen von Finanzanlagen
4
0.00
-388'040.00
Desinvestition von Finanzanlagen
4
96'580.00
5'820.60
Investitionen von Immateriellen Anlagen
6
-12'277.98
-21'263.98
40'378.36
-476'861.19
-270'000.00
-108'000.00
25'634.00
838'436.00
0.00
82'931.00
-244'366.00
813'367.00
295'672.57
32'157.89
Flüssige Mittel per 1. April
560'805.12
528'647.23
Flüssige Mittel per 31. März
856'477.69
560'805.12
295'672.57
32'157.89
Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Dividendenzahlung an Anteilhaber
Aufnahme/Rückzahlung kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Eigene Aktien
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
Netto-Veränderung flüssige Mittel
Fondsnachweis
Veränderung flüssige Mittel
30
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Eigenkapitalnachweis
in CHF
Eigenkapital per 1.04.2014
Aktienkapital
1'800'000.00
Kapitalreserven
Eigene Aktien
Gewinnreserven
TOTAL
EIGENKAPITAL
0.00
-82'931.00
4'209'891.67
5'926'960.67
Veräusserung eigener Aktien
82'931.00
Jahresgewinn 2014/15
Dividenden 2013/14
Eigenkapital per 31.03.2015
1'800'000.00
0.00
0.00
Jahresgewinn 2015/16
Dividenden 2014/15
Eigenkapital per 31.03.2016
1'800'000.00
0.00
0.00
82'931.00
740'603.17
740'603.17
-108'000.00
-108'000.00
4'842'494.84
6'642'494.84
547'138.09
547'138.09
-270'000.00
-270'000.00
5'119'632.93
6'919'632.93
Das Aktienkapital der Remei AG besteht aus 180'000 vinkulierten Namenaktien mit einem Nominalwert von je CHF 10.00
(Vorjahr: 180'000 vinkulierte Namenaktien mit Nominalwert CHF 10.00). Die Remei AG verfügt weder über ein bedingtes
noch über ein genehmigtes Kapital. Der Betrag der nicht ausschüttbaren gesetzlichen Gewinnreserven beläuft sich auf
CHF 432'800.00 (Vorjahr: CHF 414'800.00).
31
Anhang zur Jahresrechnung
Grundsätze zur Rechnungslegung nach SWISS GAAP FER
Allgemein
Die Remei AG legt Wert darauf, Kapitalgebenden, Arbeitnehmenden und der interessierten Öffentlichkeit mit der Jahresrechnung ein umfassendes, den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Firma zu geben.
Die Rechnungslegung der Remei AG erfolgt in Übereinstimmung mit den bestehenden Richtlinien der Fachempfehlung zur Rechnungslegung (gesamtes Swiss GAAP FERRegelwerk). Der Jahresabschluss nach Swiss GAAP FER ist zugleich der handelsrechtlich massgebliche Jahresabschluss, weshalb keine latenten Steuerverbindlichkeiten resultieren.
Die Einhaltung der Grundsätze wird durch die externe Revisionsstelle geprüft. Diese Jahresrechnung wurde am 10. Juni 2016 vom Verwaltungsrat der Remei AG genehmigt.
Bewertungsgrundlagen und –grundsätze
FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die Umrechnung erfolgt mit der Stichtagskurs-Methode, d.h. Umrechnung der
Vermögenswerte mit dem Tageskurs am Bilanzstichtag. Umrechnungsdifferenzen
werden erfolgswirksam erfasst.
FLÜSSIGE MITTEL
Die Flüssigen Mittel werden zu Nominalwerten bewertet.
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Nominalwert (Kurswert am
Bilanzstichtag) bilanziert. Die Wertberichtigungen werden anhand Erfahrungswerten wie
folgt berücksichtigt: für fällige Forderungen älter als 60 Tage 1%, 90 Tage 5%, 180 Tage
50%, 360 Tage 100%.
VORAUSZAHLUNGEN AN LIEFERANTEN
Vorauszahlungen an Lieferanten sind zum Nominalwert, d.h. zum gesetzlichen Wert des
Zahlungsmittels bewertet.
VORRÄTE
Warenvorräte sind gemäss Niederstwertprinzip zum tieferen Wert aus Anschaffungsoder Herstellungskosten und Netto-Marktwert bewertet. Die Anschaffungs- oder
Herstellungskosten umfassen sämtliche Aufwendungen, um die Vorräte an ihren
derzeitigen Standort und in den derzeitigen Zustand zu bringen. Bei der Bestimmung des
Netto-Marktwerts ist vom aktuellen Marktpreis auf dem Absatzmarkt abzüglich allfälliger
Verkaufskosten auszugehen. Skonti werden als Anschaffungspreisminderungen
betrachtet. Auf nicht werthaltigen Vorratspositionen werden die notwendigen
Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Für kurante sich an Lager befindliche Ware wird
aufgrund einer Reichweitenanalyse folgende pauschale Wert-berichtigung gebildet:
bis 2 Jahre 0%, 3 – 5 Jahre 20% und über 5 Jahre 50%.
Baumwoll-Positionen werden wegen den geringen Risiken bei den Wertberichtigungen
nicht berücksichtigt.
SACHANLAGEN
Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich
notwendiger Abschreibungen bewertet. Die Anlagegüter werden linear über die
wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Stockwerkeigentum im Baurecht
Ausbau Büro
Mobiliar und Einrichtungen
Büromaschinen, EDV-Anlagen
Personenwagen
50 Jahre
15 - 25 Jahre
8 Jahre
3 Jahre
5 Jahre
FINANZANLAGEN
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertbeeinträchtigungen bewertet. Langfristig gehaltene Wertschriften werden somit zu
Anschaffungskosten bzw. - falls der aktuelle Wert tiefer ist - zum aktuellen Wert erfasst.
32
IMMATERIELLE ANLAGEN
Erworbene immaterielle Werte werden aktiviert, wenn sie dem Unternehmen über
mehrere Jahre einen messbaren Nutzen bringen. Selbst erarbeitete immaterielle Werte
werden bilanziert, soweit die Bedingungen für eine Aktivierung erfüllt werden. Erworbene
immaterielle Anlagen werden zu Anschaffungskosten, selbst erarbeitete immaterielle
Anlagen zu Herstellungskosten bewertet. Die Abschreibung immaterieller Werte erfolgt
linear. Software wird über den Zeitraum von 3 Jahren linear abgeschrieben. Falls die
Nutzungsdauer nicht eindeutig bestimmt werden kann, erfolgt in der Regel eine
Abschreibung über einen Zeitraum von 5 Jahren.
WERTBEEINTRÄCHTIGUNGEN
Bei allen Aktiven ist auf jeden Bilanzstichtag zu prüfen, ob Anzeichen für eine
Wertbeeinträchtigung
(Impairment)
vorliegen.
Existiert
eine
nachhaltige
Wertverminderung, wird der Buchwert auf den erzielbaren Wert reduziert. Die
Wertbeeinträchtigung wird erfolgswirksam erfasst.
VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten sind zum Nominalwert, d.h. zum gesetzlichen Wert des Zahlungsmittels
zu bewerten. Bei Positionen in fremder Währung erfolgt die Umrechnung mit der
Stichtagskurs-Methode, d.h. Umrechnung der Vermögenswerte mit dem Tageskurs am
Bilanzstichtag. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.
GARANTIE- UND RISIKO-RÜCKSTELLUNG
Als Rückstellung werden auf einem vergangenen Ereignis begründete wahrscheinliche
Verpflichtungen erfasst, deren Höhe, Eintrittswahrscheinlichkeit und Fälligkeit nicht mit
Sicherheit bestimmt werden können. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine
rechtliche oder eine faktische Verpflichtung handelt. Sie werden auf jeden Bilanzstichtag
auf Basis der wahrscheinlichen Mittelabflüsse bewertet.
EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Bürgschaften, Garantieverpflichtungen und Pfandbestellungen zugunsten Dritter werden
als Eventualverbindlichkeiten zum Netto-Marktwert bewertet im Anhang ausgewiesen.
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Derivative Finanzinstrumente werden nach unterschiedlichen Motiven differenziert:
Absicherungsgeschäfte werden mit gleichen Ansätzen wie das entsprechende
Grundgeschäft bewertet; Handelsgeschäfte werden gemäss Marktwert am
Bilanzstichtag erfasst. Transaktionen aus anderen Motiven werden zu Marktwerten am
Bilanzstichtag oder gemäss Niederstwertprinzip bilanziert. Dabei werden einheitliche
Bewertungskriterien angewendet.
PERSONALVORSORGE
Die Mitarbeitenden sind entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen bei der CoOpera
Sammelstiftung PUK versichert. Die Vorsorgeverpflichtungen für Ruhestand, Tod und
Invalidität werden mit Beiträgen der Remei AG und der Arbeitnehmer finanziert.
STEUERN
Da der Jahresabschluss nach Swiss GAAP FER zugleich handelsrechtlich bindend ist
und steuerrechtlich massgebende Werte darstellt, resultieren keine latenten Steuern aus
Bewertungsdifferenzen
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Erläuterungen
Berichtsjahr
Vorjahr
2015/16
2014/15
3'418'094.00
3'508'733.02
-43'774.55
-41'900.56
3'374'319.45
3'466'832.46
211'896.52
451'455.27
Vorauszahlung an bioRe Tanzania
1'245'420.40
1'363'523.37
Vorauszahlung an Eurotex India
1'125'698.33
426'453.26
139'719.32
0.00
2'722'734.57
2'241'431.90
in CHF
Ziff.
1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
Delkredere
Total
2
Vorauszahlungen an Lieferanten
Vorauszahlung an RSWM India
Vorauszahlungen an diverse Lieferanten
Total
3
Vorräte
Baumwolle
Garne
Bekleidung
Wertberichtigung
Total
4
359'289.32
185'549.39
1'377'824.90
1'842'381.62
130'131.48
238'239.70
-293'019.70
-271'742.96
1'574'226.00
1'994'427.75
77'900.00
77'900.00
Finanzanlagen
Wertschriften:
CoOpera AG
Tropenhaus Bruttowert
Tropenhaus Wertberichtigungen
Div. Anteilsscheine / Aktien
79'500.00
79'500.00
-78'500.00
-78'500.00
746.56
723.16
57'948.00
155'216.00
Darlehen:
bioRe® Stiftung
Vivek Kumar
BIBITI Ginneries Ltd.
13'521.20
13'581.40
386'320.00
388'040.00
150'000.00
150'000.00
687'435.76
786'460.56
Beteiligungen:
bioRe® India Limited
Total CHF
Die Wertschriften von CoOpera AG werden langfristig gehalten. Das Darlehen an Bibiti Ginneries Ltd. in Afrika wird per Ende
2016 zurückbezahlt.
Bei den Beteiligungen beträgt das Aktienkapital der bioRe® India Limited mit Sitz in Kasrawad Indien 32'093'130 Indische
Rupien. Die Remei AG ist mit 787'376 Aktien zu nominal INR 10.00 beteiligt, was eine Quote von 24.53% ergibt.
33
in CHF
Ziff.
5
Büromaschinen,
EDV,
Kommunikation
Büro- und
Verwaltungsgebäude
Sachanlagen
Mobiliar und
Einrichtungen
Nettobuchwert per 01.04.2014
16'400.00
22'766.00
58'820.00
2'293'134.00
2'391'120.00
Fahrzeuge
Total CHF
Anschaffungskosten
Stand per 01.04.2014
236'383.89
217'799.18
73'527.78
3'274'053.00
3'801'763.85
Zugänge
6'554.29
6'297.13
84'137.50
-
96'988.92
Abgänge
-
-
-40'555.56
-
-40'555.56
242'938.18
224'096.31
117'109.72
3'274'053.00
3'858'197.21
-219'983.89
-195'033.18
-14'707.78
-980'919.00
-1'410'643.85
-6'470.29
-19'023.13
-32'253.39
-102'935.00
-160'681.81
-
-
16'944.45
-
16'944.45
-226'454.18
-214'056.31
-30'016.72
-1'083'854.00
-1'554'381.21
Nettobuchwert per 31.03.2015
16'484.00
10'040.00
87'093.00
2'190'199.00
2'303'816.00
Sachanlagen
Mobiliar und
Einrichtungen
Nettobuchwert per 01.04.2015
16'484.00
10'040.00
87'093.00
2'190'199.00
2'303'816.00
3'858'197.21
Stand per 31.03.2015
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand per 01.04.2014
Planmässige Abschreibung
Abgänge
Stand per 31.03.2015
Büromaschinen,
EDV,
Kommunikation
Fahrzeuge
Büro- und
Verwaltungsgebäude
Total CHF
Anschaffungskosten
Stand per 01.04.2015
242'938.18
224'096.31
117'109.72
3'274'053.00
Zugänge
4'177.40
7'292.55
42'592.59
4'675.93
58'738.47
Abgänge
-
-
-32'972.22
-
-32'972.22
247'115.58
231'388.86
126'730.09
3'278'728.93
3'883'963.46
-226'454.18
-214'056.31
-30'016.72
-1'083'854.00
-1'554'381.21
-5'580.40
-10'371.55
-30'314.78
-103'245.93
-149'512.66
-
-
18'157.41
-
18'157.41
-232'034.58
-224'427.86
-42'174.09
-1'187'099.93
-1'685'736.46
15'081.00
6'961.00
84'556.00
2'091'629.00
2'198'227.00
Stand per 31.03.2016
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand per 01.04.2015
Planmässige Abschreibung
Abgänge
Stand per 31.03.2016
Nettobuchwert per 31.03.2016
34
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
in CHF
Ziff.
6
Marken /
Lizenzen
EDVSoftware
Total CHF
5'471.00
10'160.29
15'631.29
22'438.00
36'759.75
59'197.75
Zugänge
-
21'263.98
21'263.98
Abgänge
-
-
-
22'438.00
58'023.73
80'461.73
-16'967.00
-26'599.46
-43'566.46
-1'367.00
-13'397.27
-14'764.27
-
-
-
-18'334.00
-39'996.73
-58'330.73
4'104.00
18'027.00
22'131.00
Marken /
Lizenzen
EDVSoftware
Total CHF
4'104.00
18'027.00
22'131.00
Stand per 01.04.2015
22'438.00
58'023.73
80'461.73
Zugänge
12'277.98
-
12'277.98
Abgänge
-
-
-
34'715.98
58'023.73
92'739.71
-18'334.00
-39'996.73
-58'330.73
-5'292.98
-10'939.00
-16'231.98
-
-
-
Stand per 31.03.2016
-23'626.98
-50'935.73
-74'562.71
Nettobuchwert per 31.03.2016
11'089.00
7'088.00
18'177.00
Immaterielle Anlagen
Nettobuchwert per 01.04.2014
Anschaffungskosten
Stand per 01.04.2014
Stand per 31.03.2015
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand per 01.04.2014
Planmässige Abschreibung
Abgänge
Stand per 31.03.2015
Nettobuchwert per 31.03.2015
Immaterielle Anlagen
Nettobuchwert per 01.04.2015
Anschaffungskosten
Stand per 31.03.2016
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand per 01.04.2015
Planmässige Abschreibung
Abgänge
35
Berichtsjahr
Vorjahr
2015/16
2014/15
237'719.40
488'767.96
237'719.40
488'767.96
Kurzfr. Restrukturierungs-Rückstell. per 01.04.
0.00
10'000.00
Verwendung
0.00
-2'180.00
Auflösung
0.00
-7'820.00
Kurzfr. Restrukturierungs-Rückstellellungen per 31.03.
0.00
0.00
in CHF
Ziff.
7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Gegenüber Dritten
Total CHF
8
9
Kurzfristige Rückstellungen
Langfristiges Fremdkapital
Beim langfristigen Fremdkapital handelt es sich um ein ungesichertes Förderdarlehen der Alternativen Bank Schweiz AG im
Umfang von CHF 1'000'000.00. Dieses Darlehen ist unbefristet und auf sechs Wochen kündbar.
10
Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen
Bruttoerträge
18'348'808.65
23'033'519.97
Kundenreklamationen
-37'716.79
-78'072.69
Provisionen
-14'072.79
-20'457.33
-384'093.25
-503'331.49
17'912'925.82
22'431'658.46
Übrige Ertragsminderungen
Total
Die Umsatzlegung der Remei AG erfolgt basierend auf den mit dem Kunden vereinbarten Incoterms. Die Remei AG erzielt ihre
Umsätze mit dem Handel von bioRe®-Baumwolle, bioRe®-Garn und bioRe®-Bekleidung. Die Bruttoerträge verteilen sich wie
folgt auf die drei Sparten:
11
bioRe Baumwolle
3'730'870.00
bioRe Garn
4'179'213.00
4'881'797.00
bioRe Bekleidung
10'438'725.65
13'173'435.97
Total
18'348'808.65
23'033'519.97
12'823'405.55
16'335'029.13
Drittleistungen
253'663.41
413'313.90
Direkte Einkaufsspesen
472'902.12
631'205.22
Weiterverrechn. Reklamationen an Lieferanten
-21'255.56
-30'373.95
Einkaufspreisminderungen
-66'406.13
-92'386.66
13'462'309.39
17'256'787.64
Materialaufwand
Aufwendungen Material und Waren
Total
36
4'978'287.00
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
in CHF
Berichtsjahr
Vorjahr
2015/16
2014/15
446'105.23
549'099.66
446'105.23
549'099.66
Ziff.
11 Prämie an Bauern
Prämie an Bauern
Total Bauernprämie
Nachhaltigkeit ist eine wichtige Grundvoraussetzung für die Vision der Remei AG. Die Baumwollprämie an die lokalen Bauern
wird separat in der Erfolgsrechnung ausgewiesen. Die ausbezahlten Prämien sind von der Ernte abhängig.
12 Personalaufwand
Lohnaufwand
2'096'174.82
2'311'037.44
Erfolgsbeteiligung Mitarbeiter
75'340.00
146'813.50
Sozialversicherungsaufwand
337'128.28
369'852.62
Übriger Personalaufwand
185'694.32
246'557.99
2'694'337.42
3'074'261.55
149'512.66
160'681.81
16'231.98
14'764.27
165'744.64
175'446.08
Raumaufwand
37'691.00
38'943.45
Unterhalt, Reparaturen, Ersatz
22'128.75
17'906.03
Fahrzeugaufwand
12'806.46
12'107.08
Sachversicherungen
9'085.99
7'514.55
Abgaben, Gebühren, Bewilligungen
2'198.01
1'340.00
Energie- und Entsorgungsaufwand
13'845.93
12'537.40
129'282.57
119'675.23
Total
13 Abschreibungen
Abschreibung auf Sachanlagen planmässig
Abschreibung auf immateriellen Anlagen planmässig
Total
14 Andere betriebliche Aufwendungen
Verwaltungsaufwand
IT-Aufwand
Werbeaufwand
Spenden und Zuwendungen
Total
14'647.10
16'522.30
192'866.17
222'694.56
13'374.60
13'460.00
447'926.58
462'700.60
140'010.44
192'200.00
140'010.44
192'200.00
15 Ausserordentliches Ergebnis
Spende an die bioRe Stiftung
Total
37
in CHF
Ziff.
16 Personalvorsorgeeinrichtung
Überdeckung
gemäss FER 26
Wirtschaftlicher Nutzen und Vorsorgeaufwand
Wirtschaftlicher Anteil
des Unternehmens
Auf die Periode
abgegrenzte AG-Beiträge
2015/16
2014/15
2015/16
2014/15
2015/16
2014/15
Vorsorgeeinrichtung mit Überdeckung
31'394'772.00
34'995'516.00
0.00
0.00
145'914.80
133'294.35
Total
31'394'772.00
34'995'516.00
0.00
0.00
145'914.80
133'294.35
17 Offene derivative Finanzinstrumente
Finanzinstrument
Zweck
Devisen
Absicherung
Total nicht bilanzierte Werte
Kontraktwert
31.03.2016
31.03.2015
Aktiver Wert
31.03.2016
31.03.2015
Passiver Wert
31.03.2016
31.03.2015
0.00
1'016'252.60
0.00
26'170.62
0.00
0.00
0.00
1'016'252.60
0.00
26'170.62
0.00
0.00
18 Erklärung zum Personalbestand
Bei der Remei AG sind im Geschäftsjahr 2015/16 19,9 Vollzeitstellen besetzt. Im Vorjahr 2014/15 waren es 19,3 Vollzeitstellen.
19 Transaktionen mit nahestehenden Personen und Organisationen
Als nahestehende Personen gelten Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung.
Im Geschäftsjahr 2015/16 fanden keine wesentlichen Transaktionen mit nahestehenden Personen statt. Im Geschäftsjahr
2014/15 hat die Remei AG Aktien im Wert von CHF 40'000 an einen Verwaltungsrat und von CHF 17'925 an den
Verwaltungsrats-Präsidenten verkauft. Es bestehen keine daraus resultierenden Guthaben bzw. Schulden gegenüber
nahestehenden Personen.
Anzahl Aktien
Angaben zu Transaktionen mit eigenen Aktien:
Stand per 31.03.
2015/16
2014/15
0
3'317
Aktienpreis
zum Bilanzstichtag
(CHF / Aktie)
2015/16
2014/15
Durchschnittlicher
Transaktionspreis
(CHF / Aktie)
2015/16
2014/15
Eigene Aktien erworben
0
0
25.00
25.00
Eigene Aktien verkauft
0
-3'317
-25.00
-25.00
Stand per 31.03.
0
0
Der durchschnittliche Transaktionspreis entspricht dem Netto-Marktwert. Eventualverpflichtungen in Zusammenhang mit
veräusserten oder erworbenen eigenen Aktien bestehen nicht. Es werden keine eigenen Aktien als Eigenkapitalinstrumente der
Gesellschaft von der Gesellschaft gehalten (Vorjahr: CHF 0).
38
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
in CHF
Berichtsjahr
Vorjahr
2015/16
2014/15
856'477.69
560'805.12
2'091'629.00
2'190'199.00
2'948'106.69
2'751'004.12
51'155.00
51'155.00
Ziff.
20 Verpfändete Aktiven zur Sicherung eigener Verpflichtungen
Flüssige Mittel
Stockwerk-Eigentum *
Total CHF
* belastet durch Schuldbrief im 1. Rang zugunsten der
Baurechtsgläubigerin
21 Eventualforderungen und -verbindlichkeiten
Per Bilanzstichtag bestehen wesentliche Eventualverbindlichkeiten aus offenen Akkreditiven im Betrag von CHF 1'437'000
(Vorjahr CHF 486'500) und keine Garantiezusagen an Dritte (Vorjahr CHF 0).
22 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Zum Zeitpunkt der Erstellung der Jahresrechnung sind keine bekannt.
39
Antrag über die Verwendung
des Bilanzgewinnes
Berichtsjahr
Vorjahr
2015/16
2014/15
Vortrag vom Vorjahr
497'647.52
445'044.35
Unternehmensgewinn
547'138.09
740'603.17
1'044'785.61
1'185'647.52
-13'500.00
-18'000.00
Zuweisung freie Reserven
-320'000.00
-400'000.00
Ausschüttung Dividende:
12.5% (VJ 15%) auf dem dividendenberechtigten Kapital von CHF 1'800'000.00
-225'000.00
-270'000.00
486'285.61
497'647.52
432'800.00
414'800.00
3'500'000.00
3'100'000.00
142'047.32
142'047.32
1'044'785.61
1'185'647.52
5'119'632.93
4'842'494.84
CHF
Der Generalversammlung stehen zur Verfügung:
Total
Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung folgende
Verwendung des Bilanzgewinnes vor:
Zuweisung allgemeine Reserven
Vortrag auf neue Rechnung
Nachweis Gewinnreserven
Allgemeine Reserven
Freie Reserven
Neubewertungsreserven
Bilanzgewinn
Gewinnreserven
40
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
Bericht der Revisionsstelle
41
42
Geschäftsbericht Remei AG 2015/16
43
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