Seite 1 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 Anhang 5 zum Bilanzgruppenvertrag Version 2.0 vom 1. November 2016 – Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 1. Präambel Swissgrid hat mit dem Schreiben vom 14. Juli 2016 den Bilanzgruppenvertrag Version 1.1 vom 01.08.2013 auf 31. Oktober 2016 gekündigt. Der vorliegende neue Bilanzgruppenvertrag Version 2.0 mit seinen Anhängen gilt ab dem 1. November 2016. Die technische Umstellung auf die Regelungen und Prozesse des neuen Bilanzgruppenvertrages erfolgt erst am 9. November 2016 für den Fahrplantag 10. November 2016. Aus technischen Gründen ist es nicht möglich das Inkrafttreten des neuen Vertrages und die Umstellung auf die neuen Prozesse am gleichen Tag zu realisieren. Hierdurch ergibt sich eine Übergangsphase vom 1. November 2016 bis zum 9. November 2016. Während dieser Übergangsphase und für den Fall, dass die Umstellung auf die neuen Regelungen und Prozesse verschoben werden müsste, behalten einzelne Regelungen des Bilanzgruppenvertrags Version 1.1 und dessen Anhänge vorübergehend ihre Gültigkeit. Swissgrid präzisiert die Regelungen während dieser Übergangsphase im vorliegenden Anhang 5 zum neuen Bilanzgruppenvertrag Version 2.0. Die Regelungen während der Übergangsphase betreffen vor allem die Umstellung vom 3-BilanzgruppenModell (3-BG Modell) auf das 1-Bilanzgruppen Modell (1-BG Modell). Dies wirkt sich auf den Umgang mit den Unterverträgen für Regel-Bilanzgruppen und CH-15-Bilanzgruppen aus, welche im Rahmen des Bilanzgruppenvertrages Version 1.1 bestehen. Mit dem Abschluss der technischen Umstellung auf die Regelungen und Prozesse des neuen Bilanzgruppenvertrages und damit auf das 1-BG Modell, fallen die vorliegenden Übergangsbestimmungen, sowie bestehende Unterverträge für Regel-Bilanzgruppen und CH-15-Bilanzgruppen dahin. Alle Regelungen des neuen Bilanzgruppenvertrages Version 2.0 gelten ausnahmslos auch während der Übergangsphase, sofern im vorliegenden Anhang 5 nicht ausdrücklich eine Abweichung definiert wird. 2. Status Unterverträge CH-15 und Regel-BG Regel-Bilanzgruppen- und CH-15-Bilanzgruppen-Unterverträge, welche am 31. Oktober 2016 noch in Kraft sind, werden trotz Kündigung des Bilanzgruppenvertrags Version 1.1 vom 01.08.2013 und in Abweichung von Ziffer 6 dritter Absatz Regel-Bilanzgruppen- und CH-15 Bilanzgruppen-Untervertrag während der Übergangsphase weiter gelten. Im Übrigen sind während der Übergangsphase die Bestimmungen des neuen Bilanzgruppenvertrages und seiner Anhänge auch für Regel-Bilanzgruppen und die CH-15Bilanzgruppen anwendbar. Insbesondere sind die Bestimmungen der ABV Ziffer 1.1 Bst. j. zu berücksichtigen. Mit der anschliessenden technischen Umstellung auf das 1-BG Modell werden beide Unterverträge unwirksam, da der Wechsel auf das 1-BG Modell vollzogen sein wird. Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch Seite 2 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 3. Abweichende Regelungen zum Bilanzgruppenvertrag Version 2.0 vom 1. November 2016 Ziffer 5.2 Erfordernis der ausgeglichenen Leistungsbilanz Solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Die Ziffer lautet für die Übergangsphase wie folgt: «Der BGV ist gegenüber Swissgrid dafür verantwortlich, die Leistungsbilanz seiner Abrechnungseinheit zu jedem Zeitpunkt gemäss den Bestimmungen der Allgemeinen Bilanzgruppenvorschriften ausgeglichen zu halten. Sobald ein BGV absehen kann, dass er die Ausgeglichenheit seiner Abrechnungseinheit nicht gewährleisten kann ist der BGV verpflichtet, Swissgrid dies unverzüglich mitzuteilen. Dies gilt auch, wenn der BGV die vorgesehenen Limitierungen, welche in den Allgemeinen Bilanzgruppenvorschriften beschrieben sind, nicht einhalten kann. Die Mitteilung hat über die in den Allgemeinen Bilanzgruppenvorschriften definierte Kontaktstelle für operative Fragen zu erfolgen. Die Mitteilung hat keine Auswirkungen auf die in diesem Vertrag beschriebenen sonstigen Verpflichtungen und Konsequenzen im Falle von Unausgeglichenheiten.» Ziffer 7 Ermittlung und Abrechnung der Ausgleichsenergie In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Die Ziffer lautet für die Übergangsphase wie folgt: «Swissgrid ermittelt monatlich die Ausgleichsenergiemenge der Abrechnungseinheit und teilt diese Rechnungsbeträge bzw. Gutschriften für Ausgleichsenergie dem BGV mit. Swissgrid ermittelt monatlich die Preise für Ausgleichsenergie auf Viertelstundenbasis und publiziert diese auf der Website der Swissgrid (www.swissgrid.ch). Details zum Ausgleichsenergiepreismechanismus sowie der Ablauf und die Datenformate sind in den Allgemeinen Bilanzgruppenvorschriften und den Technischen Bilanzgruppenvorschriften beschrieben.» Ziffer 11 Einhaltung der Limite und der übermittelten Verbrauchsprognose In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Da bis zur Umstellung auf das 1-BG Model keine Verbrauchsprognosen gesendet werden können, lautet die Ziffer für die Übergangsphase wie folgt: «Die dem BGV im Rahmen des Registrierungsprozess zugeordneten Limiten sind einzuhalten. Der BGV kann eine Anpassung der Limiten i.S.d. Regelung in Ziffer 2.2.3 der Allgemeinen Bilanzgruppenvorschriften begehren. Bis zu einer Bestätigung der angepassten Limiten gelten die ursprünglich zugewiesenen Limiten. Zur Überprüfung der Einhaltung der vorgenannten Limiten darf Swissgrid für Abrechnungseinheiten die jeweils erzeugte offene Position validieren. Hierfür greift Swissgrid auf die festgelegten Plausibilitätswerte für Verbrauch- und Produktion zurück i.S.d. Ziffer 2.1. der Allgemeinen Bilanzgruppenvorschriften.» Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch Seite 3 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 Ziffer 14 Sistierung und Kündigung des Vertrages Die Vertragspflichten und die Bedingungen für eine Sistierung oder Kündigung des neuen Bilanzgruppenvertrages werden auch auf die Unterverträge angewendet, welche übergangsweise weitergeführt werden. Da bis zur Umstellung auf das 1-BG Model keine Verbrauchsprognosen gesendet werden können, lautet Ziffer 14 Bst. e für die Übergangsphase wie folgt: «e. für Abrechnungseinheiten mit Messpunkten die Einhaltung der Plausibilitätswerte für Verbrauch- und Produktion i.S.d. Ziffer 11,» 4. Abweichende Regelungen zu den Allgemeinen Bilanzgruppenvorschriften Version 2.0 vom 1. November 2016 Ziffer 2.1.1 Übermittlung der Verbrauchsprognose (CONS) Bis zur Umstellung auf das 1-BG Modell, kann keine Verbrauchsprognose gesendet werden. Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Swissgrid validiert die Fahrplananmeldung anhand von Plausibilisierungswerten und geltenden Limiten i.S.d. Ziffer 2.2.2.» Ziffer 2.1.3 Validierung der Fahrplananmeldung anhand von Plausibilisierungswerten Der zweite und dritte Abschnitt dieser Ziffer gelten erst ab dem technischen Go-Live. Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Die Fahrplananmeldung wird fortlaufend anhand der Plausibilisierungswerte PRODMin, PRODMax, CONSMin und CONSMax validiert.» Ziffer 2.2.1 Definition der offenen Position In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Für die Bestimmung des Begriffs der offenen Position ist zwischen Abrechnungseinheiten ohne Messpunkte (ohne physische Ein- und/oder Ausspeisung) und Abrechnungseinheiten mit Messpunkten (mit physischer Ein- und/oder Ausspeisung) zu unterscheiden.» Ziffer 2.2.1.1 Bilanzgruppen ohne Messpunkte (ohne physische Ein- und/oder Ausspeisung) Während der Übergangsphase und im Rahmen des 3-BG Modells muss pro BG-Typ ein gesonderter TPS versendet werden. Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Als offene Position gilt ein positiver oder negativer Saldo aus der Gegenüberstellung (im Sinne einer Summierung) aller abgestimmten Zeitreihen aus den vom BGV erhaltenen TPS Fahrplandokumenten der Abrechnungseinheit pro Zeitintervall.» Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch Seite 4 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 Ziffer 2.2.1.2 Bilanzgruppen mit Messpunkten (mit physischer Ein- und/oder Ausspeisung) In der Übergangsphase wird noch keine CONS Zeitreihe verarbeitet zur Berechnung der offenen Position. Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt(vgl. auch «Interim Lösung für die Berechnung der offenen Position» aus der «Begleitinformation zur Regelwerkskonsultation Bilanzgruppenmanagement vom November 2015»): «Für Abrechnungseinheiten mit Messpunkten (physische Ein- und/oder Ausspeisung) wird die offene Position wie folgt berechnet: Die Summe aller abgestimmten Zeitreihen aus den vom BGV erhaltenen TPS Fahrplandokumenten der Abrechnungseinheit pro Zeitintervall beschreibt die Fahrplanposition. Pro Zeitintervall darf diese Fahrplanposition nicht grösser als CONSMax abzüglich PRODMin und nicht kleiner als CONSMin abzüglich PRODMax sein. Die offene Position ergibt sich aus der Abweichung von dem beschriebenen Band. − Position TPS = ≤ ≤ − Summe aller abgestimmten Zeitreihen aus den vom BGV erhaltenen TPS Fahrplandokumenten pro Zeitintervall und pro Abrechnungseinheit. Positiver Wert = Überdeckung/Long Negativer Wert = Unterdeckung/Short» Ziffer 2.2.2 Limitierung der offenen Position In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen in Ziffer 2.2.2 Punkt 3 Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Während der Übergangsphase lautet der Punkt 3 der Ziffer wie folgt: «… 3. Limite 3 «COT ID und PS»: Diese Limite gilt nach dem Abstimmungsschluss für den internen Geschäftsfall im Intraday («COT») und nach der Anwendung der Intraday-Marktregeln für die offene Position in der jeweiligen Viertelstunde. Für Abrechnungseinheiten ohne Messpunkte ist diese Limite bis zum Abschluss des Post Scheduling Adjustment Prozesses einzuhalten. In aller Regel besteht in der Phase der Limite 3 die Pflicht zum Ausgleich der offenen Position (offene Position = 0), jedoch wird vereinzelt eine offene Position wie in der Abbildung 1 unten toleriert. Fahrplanmeldungen von Bilanzgruppen ohne Messpunkte können im Post Scheduling Adjustment Prozess vollständig abgelehnt werden, wenn die offene Position der Abrechnungseinheit die Limite 3 übersteigt und sich die offene Position im Vergleich zur letzten Fahrplananmeldung vergrössert. Im Rahmen der Fahrplananmeldungen im Post Scheduling Adjustment Prozess von Bilanzgruppen mit Messpunkten prüft Swissgrid die Plausibilität der Änderungen der offenen Position gegenüber dem Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch Seite 5 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 Verbrauch und der Produktion der Abrechnungseinheit. Sollten hierbei Fahrplananmeldungen getätigt werden, welche nicht mit den Angaben betreffend dem Verbrauch und der Produktion der Abrechnungseinheit vereinbar sind, kann Swissgrid angemessene Massnahmen ergreifen, die bis zur Sistierung der Bilanzgruppe reichen können. …» Ziffer 3.2.3 Interne Geschäftsfälle zur Abwicklung von Systemdienstleistungen durch Swissgrid In der Übergangsphase werden die Fahrplanzeitreihen im Rahmen von Systemdienstleistungen weiterhin von der Regel-BG versendet. Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Bei Abwicklung von Systemdienstleistungen mit Erzeugungseinheiten aus der BG: Über die Bilanzgruppe wickelt der BGV Lieferungen von elektrischer Energie zwischen seiner Bilanzgruppe und der Swissgrid-BG ab. Dies erfolgt über Fahrplanmeldungen mit internen Fahrplanzeitreihen über die Regel-BG des BGV. Bei Abwicklung von Systemdienstleistungen mit Erzeugungseinheiten aus anderen BG: Über die BG eines Systemdienstleistungsverantwortlichen mit Erzeugungseinheiten, welche nicht dieser BG zugeordnet sind, wickelt Swissgrid Lieferungen von elektrischer Energie zwischen der BG des Systemdienstleistungsverantwortlichen und der entsprechenden Swissgrid-BG ab. Dies erfolgt über Fahrplanmeldungen mit internen Fahrplanzeitreihen über die Regel-BG des BGV des Systemdienstleistungsverantwortlichen. Bei der Abwicklung des Abrufs von Systemdienstleistungen aus Erzeugungseinheiten aus einer anderen BG als der des Systemdienstleistungsverantwortlichen, erfolgt die Kompensation durch einen Austausch der abgerufenen elektrischen Energie per Fahrplan zwischen der Standard-BG, in welcher sich die Erzeugungseinheit befindet, und der entsprechenden Swissgrid-BG. Swissgrid garantiert dabei die Korrektheit der Daten, auf welchen der Fahrplanaustausch stattfindet. Bei begründeten Anfragen überprüft Swissgrid den Abruf im Offline-Monitoring und stellt auf Antrag in begründeten Fällen die Offline-Monitoringdaten in vereinbarter Granularität zur Verfügung.» Ziffer 3.6 Fahrplandifferenzregeln In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Swissgrid informiert den BGV nach der Abstimmung über gegebenenfalls vorhandene Fahrplandifferenzen. Innerhalb der festgelegten Fristen gemäss Technischen Bilanzgruppenvorschriften kann der BGV die Fahrplanmeldungen korrigieren. Können Fahrplandifferenzen innerhalb der festgelegten Fristen nicht behoben werden, wendet Swissgrid die Fahrplandifferenzregeln gemäss den Technischen Bilanzgruppenvorschriften an. Führt die Anwendung der Fahrplandifferenzregeln auf einzelne Fahrplanzeitreihen zu einer unausgeglichenen Leistungsbilanz der Abrechnungseinheit wird dem BGV die entsprechende Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch Seite 6 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 Ausgleichsenergie in Rechnung gestellt. Der BGV hat die Möglichkeit, durch Post Scheduling Adjustments (vgl. Technischen Bilanzgruppenvorschriften) die Ausgleichsenergiemenge seiner Abrechnungseinheit zu minimieren. Jede Haftung von Swissgrid für die Anwendung von Fahrplandifferenzregeln bzw. für deren (direkte oder mittelbare) Auswirkungen auf den BGV oder weitere Akteure ist ausgeschlossen.» Ziffer 4.2 Erfordernis der ausgeglichenen Leistungsbilanz In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Der BGV ist gegenüber Swissgrid für die Ausgeglichenheit der Leistungsbilanz seiner Abrechnungseinheit verantwortlich und dazu verpflichtet, die Summe der Einspeisungen in die Abrechnungseinheit (gemessene Einspeisungen und/oder Fahrplanlieferungen) und die Summe der Ausspeisungen aus der Abrechnungseinheit (gemessene Ausspeisungen und/oder Fahrplanlieferungen) zu jedem Zeitpunkt bestmöglich auszugleichen. Der BGV mit Messpunkten ist verpflichtet eine Prognose für seine Last und Produktion zu erstellen. Auf dieser Grundlage stellt der BGV die Ausgeglichenheit seiner Abrechnungseinheit zu jedem Zeitpunkt bestmöglich sicher. Es gelten die Vorgaben aus dem Transmission Code «Betriebliche Umsetzung der Fahrplanwechsel und Laststeuerung».» Ziffer 4.2.1 Pönalisierung im Falle einer Unausgeglichenheit nach Abschluss des Fahrplantages In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Verstösst der BGV ohne gemessene Einspeisung oder gemessene Ausspeisung (so genannte «Handelsbilanzgruppen») gegen den Grundsatz, seine Abrechnungseinheit bestmöglich ausgeglichen zu halten, wird eine Pönale aufgrund der Gefährdung der Systemsicherheit für den betroffenen Zeitraum wie folgt fällig: 1. Wenn die Unausgeglichenheit von mindestens 2.5 MWh pro 1/4h innerhalb einer Abrechnungsperiode (1 Monat) das erste Mal innerhalb von 12 Monaten auftritt, wird eine Warnung an den BGV gesendet. 2. Tritt die Unausgeglichenheit von mindestens 2.5 MWh pro 1/4h innerhalb einer Abrechnungsperiode (1 Monat) ein weiteres Mal innerhalb von 12 Monaten nach der letzten Warnung auf, wird dem BGV zusätzlich eine Pönale in Höhe der letzten Ausgleichsenergieabrechnung in Rechnung gestellt. 3. Tritt die Unausgeglichenheit von mindestens 2.5 MWh pro 1/4h innerhalb einer Abrechnungsperiode (1 Monat) ein weiteres Mal innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Pönale auf, wird dem BGV zusätzlich eine Pönale in doppelter Höhe der letzten Ausgleichsenergieabrechnung in Rechnung gestellt. 4. Tritt die Unausgeglichenheit von mindestens 2.5 MWh pro 1/4h innerhalb einer Abrechnungsperiode (1 Monat) ein weiteres Mal innerhalb von 3 Monaten nach der letzten Pönale auf, wird dem BGV zusätzlich eine Pönale in fünffacher Höhe der letzten Ausgleichsenergieabrechnung in Rechnung gestellt. Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch Seite 7 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 Die oben genannten Pönale werden sequenziell gemäss der oben genannten Nummerierung angewendet. Demnach muss beispielsweise zur Pönalisierung gemäss Punkt 3 zunächst die Pönale gemäss Punkt 2 verrechnet worden sein. Im Falle leichter Fahrlässigkeit, die vom BGV innerhalb eines Monats nach dem Vorfall der Unausgeglichenheit nachzuweisen ist, verzichtet Swissgrid auf die Rechnungsstellung der Pönale.» Ziffer 7.1 Preismechanismus für Ausgleichsenergie In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Bei dem Ausgleichsenergie-Preismechanismus (AEPM) handelt es sich um ein sogenanntes Zweipreissystem, in dem die viertelstündlichen Preise für die Ausgleichsenergie nach Richtung der viertelstündlichen Abweichung einer Abrechnungseinheit aufgeschlüsselt werden. Aus der nachstehenden Tabelle kann die Zuordnung entnommen werden: short (Unterdeckung) Abrechnungseinheit long (Überdeckung) A = max (Pspot; Psek+; Pter+) Mit folgenden Alpha Faktoren Mit folgenden Basispreisen BGV zahlt (A + P1) * α1 BGV erhält (B – P2) * α2 B = min (Pspot; Psek-; Pter-) α1 1.1 α2 0.9 P1 1 ct/kWh P2 0.5 ct/kWh Bemerkung: 1. Bei der Kalkulation der A und B Preise und den Psek und Pter Preisen ist zu beachten, dass diese nur angewendet werden, wenn Sekundär- und Tertiärregelung in der relevanten Richtung zum Einsatz gekommen ist. 2. Pspot ist der Swissix Day Ahead Börsenpreis für die gegebene Viertelstunde. 3. Psek ist der Preis für Sekundärregelenergie in der gegebenen Viertelstunde. 4. Als Pter-/+ gilt der gewichtete Durchschnittspreis aller Tertiärabrufe in der gegebenen Viertelstunde. 5. Sollte aus der Addition der Preise (A+P1) ein Negativpreis resultieren, dann wird der Alpha Faktor α1 durch den Alpha Faktor α2 ersetzt. Sollte aus der Subtraktion der Preise (B-P2) ein Negativpreis resultieren, dann wird der Alpha Faktor α2 durch den Alpha Faktor α1 ersetzt. Die aktuellen Ausgleichsenergiepreise werden monatlich pro Viertelstunde auf der Swissgrid Website (www.swissgrid.ch) bis zum 15. Arbeitstag des Folgemonats veröffentlicht. 7 Monate nach dem entsprechenden Monatsende wird keine Korrektur der Ausgleichsenergiepreise mehr vorgenommen. Werden Preise innerhalb dieser Frist nachträglich geändert, so informiert Swissgrid die durch Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch Seite 8 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 die Korrektur betroffenen Abrechnungseinheiten so bald als möglich und publiziert die neu geltenden Preise.» Ziffer 7.2 Abrechnung der Ausgleichsenergie In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: «Swissgrid ermittelt auf Grundlage der im Bilanzgruppen-System vorliegenden Fahrplanmeldungen (FCNF) und der von den Verteilnetzbetreibern übermittelten Produktions- und Verbrauchsaggregate pro Viertelstunde die Saldozeitreihe der Abrechnungseinheit des BGV. Technische Details zur Saldozeitreihe sind den Technischen Bilanzgruppenvorschriften zu entnehmen. Swissgrid berücksichtigt bei der Ausgleichsenergieabrechnung die gemäss Transmission Code Schweiz und «Continental Europe Operation Handbook Policy 1» der ENTSO-E vorgeschriebenen 10-Minuten-Rampen bei Änderung des Fahrplansaldos, d.h. bei einem geplanten Fahrplanwechsel ist die entsprechende Leistungsänderung möglichst linear über einen Zeitraum von 5 Minuten vor bis 5 Minuten nach dem Fahrplanintervall vorzunehmen. Infolgedessen kann der Ausgleichsenergiesaldo vom Wert in der Saldozeitreihe abweichen. Sekundärregelenergielieferungen, Tertiärregelenergielieferungen und Redispatch werden bei der Berechnung der Rampen dagegen nicht berücksichtigt, da diese Regelenergiefahrpläne bereits das gewünschte Lieferprofil abbilden. Die Berücksichtigung der Rampen hat keine Auswirkung auf die Fahrplanerstellung der BGV, d.h. eine Einbindung der Rampen in die an Swissgrid übermittelten Fahrpläne darf nicht erfolgen, da dies sonst zum systematischen Einsatz von Regelenergie durch Swissgrid führt. Abrechnungseinheiten in denen es im Abrechnungsmonat keine physischen Ein- und Ausspeisungen gegeben hat weisen stets eine ausgeglichene Fahrplanbilanz auf. Ein Unausgeglichener Fahrplansaldo kann bei Fahrplanfehlern auftreten. In einem solchen Fall kommt die Berechnung der Rampen nicht zur Anwendung. Die Ausgleichsenergie der Abrechnungseinheit des BGV wird separat nach Unterdeckung und Überdeckung viertelstündlich mit dem relevanten viertelstündlichen Ausgleichsenergiepreis multipliziert. Die viertelstündigen Gutschriften bzw. Rechnungsbeträge werden für den Abrechnungsmonat getrennt aufsummiert. Für Rechnungen und Gutschriften wird jeweils eine monatliche Abrechnung erstellt.» Ziffer 7.3 Abrechnungsprozess In der Übergangsphase, solange das 3-BG Modell gilt, finden die Regelungen Anwendung auf die «Abrechnungseinheit» statt auf die «Bilanzgruppe». Während der Übergangsphase lautet die Ziffer wie folgt: « Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch Seite 9 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 Die Abrechnung wird unabhängig von der Verfügbarkeit aller Produktions- und Verbrauchsaggregate mit den am 28. Arbeitstag nach Monatsende vorliegenden Werten durchgeführt. In Ausnahmefällen, insbesondere im Falle einer erheblichen Unausgeglichenheit der Abrechnungseinheit, ist Swissgrid berechtigt, auch in kürzeren Abrechnungsintervallen (auf Abschlagsbasis) abzurechnen. Swissgrid kann im Falle, dass die erforderlichen Daten nicht vollständig oder nicht in nötiger Qualität vorliegen, im Sinne einer Ersatzvornahme eine Einschätzung der Messdaten vornehmen und aufgrund dieser Einschätzung provisorisch abrechnen. Swissgrid übermittelt die Ausgleichsenergieabrechnung jeweils bis 33. Arbeitstage nach dem entsprechenden Monatsende an den BGV elektronisch mittels PDF-File an die angegebene Kontaktstelle für finanzielle Fragen und belastet den BGV via SEPA DD B2B (LSV nur für BGV mit Bankkonto bei einer Bank in der Schweiz welche SEPA DD B2B nicht unterstützt) oder zahlt eine Gutschrift aus. Falls die erforderlichen Energiedaten nicht rechtzeitig, vollständig oder nicht in notwendiger Qualität an Swissgrid übermittelt werden, besteht für die VNB die Möglichkeit bis 6 Monate nach Monatsende die Energiedaten zu korrigieren. Auch nach diesen 6 Monaten müssen Korrekturen gemäss Obligationenrecht möglich sein. Im Sinne eines abschliessenden Abrechnungsprozesses sollte aber bei kleinen Korrekturen möglichst darauf verzichtet werden. Um dieser Anforderung Nachdruck zu verschaffen, darf der Aufwand, der durch Korrekturlieferungen ausserhalb der Frist von 6 Monaten entsteht, dem Verursacher in Rechnung gestellt werden. Die betroffene(n) Abrechnungseinheit(en) und Swissgrid fordern ihre Aufwandsentschädigung jeweils direkt bei der Abrechnungseinheit ein, welche die Korrektur veranlasst hat. Sollten sich die Energiedaten in den ersten 6 Monaten geändert haben, erfolgt eine Korrekturrechnung auf Basis der vorhandenen Daten. Swissgrid übermittelt die Korrekturrechnung jeweils bis 7 Monate nach dem entsprechenden Monatsende an den BGV elektronisch mittels PDF-File an die angegebene Kontaktstelle für finanzielle Fragen und belastet den BGV via SEPA DD B2B (LSV nur für BGV mit Bankkonto bei einer Bank in der Schweiz welche SEPA DD B2B nicht unterstützt) oder zahlt eine Gutschrift für die Differenz zur zuvor verschickten Ausgleichsenergierechnung aus. Auf Wunsch von Swissgrid oder dem BGV kann eine Zwischenabrechnung verschickt und verrechnet werden, wenn die Differenz zur zuvor verschickten Ausgleichsenergieabrechnung eines Monats grösser als 50‘000 € ist. Dem BGV wird bei jeder Rechnungsstellung ein detaillierter Report zugestellt. Dieser Report beinhaltet für seine Abrechnungseinheit für jede Viertelstunde pro Monat folgende Daten: die Fahrplandaten, Energiedaten und die sich hieraus ergebende Saldozeitreihe. Zudem enthält der Report die gemäss Ziffer 7.2 berechnete Ausgleichsenergie, die Ausgleichsenergiepreise und die sich daraus resultierenden Kosten.» Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch Seite 10 von 10 Regelungen für Übergangsphase bis technischer Go-Live Version 1.0 vom 01.11.2016 5. Abweichende Regelungen zu den Technischen Bilanzgruppenvorschriften Version 2.0 Während der Übergangsphase gelten die Regelungen der Technischen Bilanzgruppenvorschriften Version 1.28 vom 26.07.2016 weiter. 6. Befristung dieses Anhangs Mit dem Abschluss der technischen Umstellung auf die Regelungen und Prozesse des neuen Bilanzgruppenvertrages und damit auf das 1-BG Modell, fallen die vorliegenden Übergangsbestimmungen, sowie bestehende Unterverträge für Regel-Bilanzgruppen und CH-15-Bilanzgruppen dahin. Swissgrid informiert umgehend die Vertragspartner über den Wegfall dieses Anhangs. Swissgrid AG | Werkstrasse 12 | CH-5080 Laufenburg | Telefon +41 58 580 21 11 | Fax +41 58 580 21 21 | www.swissgrid.ch
© Copyright 2025 ExpyDoc