Gemeindebrief Juni / Juli 2016 Internetversion

Emmauskirche Freiburg im Breisgau
Juni / Juli 2016
Sieger Köder: Mirjam
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr,
er ist für mich zum Retter geworden.
Nachgedacht
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter
geworden.
2. Mose 15,2
Mirjam, die Prophetin und Schwester von Mose und Aaron, war die Erste, die es
über die Lippen brachte: „Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für
mich zum Retter geworden.“ Nach einer erfolgreichen Flucht vor der bedrückenden Übermacht der Ägypter und einem vorläufigen glücklichen Ende will die
Rettung gefeiert werden! „Gott ist meine Stärke und mein Lied“, Mirjam findet
im Lied Worte und Töne, die durch sie hindurch und über sie hinausgehen. Und
die Frauen haben dazu getanzt, den Rhythmus gestampft, in die Hände geklatscht.
„Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.“
Ein Loblied voll Triumph, mit Wildheit und Siegesgefühl, und auch ein bisschen
mit Spott und Hohn über die ägyptischen Soldaten. Die Israeliten sangen und
tanzten sich ihre Befreiung und ihre Dankbarkeit aus ihren Herzen heraus.
Seit Jahrtausenden empfinden unzählige Menschen wie Mirjam Freude und
Glück. Sie leben auf, fühlen sich geliebt und geborgen. Und aus dieser
Gewissheit heraus können sie einstimmen in das Lied des Dankes an Gott, den
Retter und Bewahrer ihres Lebens.
Und wir ...? Ach, schön wäre es ja, höre ich uns leise seufzen. Könnte ich doch so
singen und jubeln. Meist aber ist mir danach kaum zu Mute. Ich muss eher hadern
und klagen und oft verschlägt es mir auch die Sprache und ich bleibe stumm. Es
gibt so viel Leid und Schmerzen in meinem Leben und soviel Angst und Tod in
unserer Welt. Erschreckend sind die Nachrichten, die allabendlich zu sehen sind wie kann ich da noch singen?!
Der Reformator Martin Luther, der selbst viele Lieder gedichtet und vertont hat,
sagte über die Musik: „Sie macht die Gläubigen kräftiger, die Traurigen fröhlich
und die Verzagten herzhaft. Mein Herz fließt über beim Hören der Musik, die
mich oft so erfrischt und von schweren Ängsten befreit hat ...“
Gott ist meine Stärke und mein Lied, und das gilt auch, wenn uns große und
kleine Sorgen oder Nöte hilflos machen. Gott ist meine Stärke und mein Lied, das
gilt auch, wenn mir das Wasser bis zum Hals steht und wir das rettende Ufer noch
nicht erreicht haben. Gott ist mein Lied, vielleicht nicht immer mit eigener
Stimme oder mit eigenen Worten. Aber wie die Beter vor mir kann ich mir aus
dem Schatz der Psalmen Klagen, Bitten und Flehen leihen und sie vor Gott
bringen, er wird mich erretten.
Anika Mudrack, Evang.reform. Kirchengemeinde Bad Meinberg
2
Begegnungstag der Frauen bei der Jährlichen Konferenz
G.H.
fährt
am
Mittwoch,
15. Juni zum Begegnungstag der Frauen
bei der JK nach Baiersbronn. Beginn
13.30 Uhr in der Schwarzwaldhalle Bai-
ersbronn. Sie hat 2 -3 Plätze frei für Mitfahrerinnen. Wer möchte mitfahren?
Bitte meldet euch bald bei G.H.. el
Die Trompeten rufen zum Fest
stelle so vorbereitet ist, dass wir unsere
mitgebrachten Speisen dort wärmen
und/ oder braten können. Schön ist es,
wenn viele, die kommen und mitfeiern,
etwas für ein Büfett mitbringen, von
dem dann alle nehmen und essen können. Das kann auch ein Nachtisch oder
eine Kanne Kaffee sein…
Weitere Informationen werden rechtzeitig in den Gottesdiensten bekanntgegeben; oder bei Pastor Renno nachfragen.
Am 24. Juli findet in der Emmauskirche
kein Gottesdienst statt.
Bitte darauf achten, dass alle, die kein
Auto haben, zum Gottesdienst/ Sommerfest nach Eschbach mitgenommen werden! hmr
Sommerfest am 24. Juli 2016 im Scherlenzendobel in Eschbach: Herzlich laden
wir dazu ein. Nach der kurzfristigen
Verlegung im vergangenen Jahr hoffen
wir, dass wir es am 24. Juli bei schönem
Wetter im Freien feiern können. Beginn
wird voraussichtlich um 10 Uhr mit
einem Gottesdienst sein. Danach ist Zeit
zum Reden und Spielen, bis die Feuer-
Tag der Kirchen am 24. September 2016
Wer unsere Kirche auf dem Rathausplatz mit vertreten möchte, sollte sich
diesen Termin gleich in den Kalender
schreiben. Und wer Ideen hat, wie man
Vorübergehende und Interessierte aufmerksam machen und mit ihnen ins
Gespräch kommen kann, teile dies dem
Pastor mit. Viele Gemeinden werden
sich wieder um den Brunnen scharen
und sich vorstellen – und wir sind dabei!
el
3
Taufe am Ostersonntag
Eigentlich begann das
Osterfest in unserer
Gemeinde schon am
Vormittag des Karsamstags. Da trafen wir uns
in der Gemeindeküche,
um ein festliches Mittagessen vorzubereiten.
Gemeindemittagessen
an Ostern? Ein Osterfrühstück ist uns eher
vertraut. Aber Taufe und Gliederaufnahme im Ostergottesdienst sind wirklich
Anlass für ein großes Fest, fanden wir,
zumal unsere neuen Kirchenglieder
einen langen, schweren Weg hinter und
auch noch vor sich haben. Sie kamen als
Schutzsuchende nach Deutschland und
in unsere Gemeinde.
M., E. und M. wollten sich nun in der
Taufe, die bei Erwachsenen zugleich
Aufnahme in unsere Kirche bedeutet, zu
ihrem Glauben an Jesus Christus
bekennen und M., bereits getauft, als
Kirchenglied aufnehmen lassen. Dem
war Taufunterricht vorausgegangen, im
letzten Gemeindebrief berichtete Detlef
darüber. Und am Samstag wurde gleich
die Theorie in die Praxis umgesetzt: M.
und S. (sie wird am 8. Mai in der FeG
getauft, weil dort ihre Kinder Heimat
gefunden haben) halfen tatkräftig in der
Küche mit. A.H. hatte ein persisches
Gericht ausgesucht, und mit großem
Vergnügen waren wir alle am Schnippeln, Überlegen, Modifizieren, Brutzeln,
Abschmecken. Die Sprache war kein
Problem, wir verstanden uns bestens,
und zum Schluss stellten wir fest, dass
wir ein tolles Team sind und noch öfter
zusammen kochen wollen. Das Fest fing
wirklich am Samstag in der Küche an.
Mit festlichen Cello- und
Orgelklängen begann der
Ostermorgen in der Kirche. Pastor Renno konnte
einen besonderen Gast begrüßen: Yusuf und seine
Frau Inge aus unserer Gemeinde in Meßstetten hatten unsere neuen Kirchenglieder in der dortigen
Erstaufnahmeeinrichtung,
wo sie als ehrenamtliche Helfer arbeiten,
kennengelernt. Durch die beiden fanden
sie in die EmK. Es war ein Geschenk,
dass Yusuf im Gottesdienst immer wieder in Farsi übersetzte. Die Predigt
allerdings bestand aus nur wenigen
Sätzen. Schuhpaare und Kerzen nahmen
uns mit auf den äußeren und inneren
Weg, den Maria Magdalena, Johannes
und Petrus am Ostermorgen gegangen
waren (Joh. 20). Die anschauliche Darstellung war eine sehr beeindruckende
Predigt.
Und dann standen M., E., M. und M. vor
der Gemeinde, beantworteten die Tauf-/
Aufnahmefragen mit ihren eigenen Worten und wurden getauft und gesegnet.
Ich fand es sehr schön, dass Sebastian
die Taufschale halten durfte. Danach
wurden wir als Gemeinde gefragt:
Liebe Gemeinde, wir haben heute durch
die Taufe/Aufnahme M., E., M. und M.
in die Evangelisch-methodistische Kirche aufgenommen. Unsere Gemeinde
soll ihnen eine geistliche Heimat sein.
Vor allem aber wollen wir ihnen in
Liebe und Achtung begegnen – nach
dem Wort des Apostels: Nehmet
einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. (Römer
4
15,7). Wollt ihr das tun? So antwortet:
Ja, Gott helfe uns.
Wenn Sie beim Gottesdienst nicht dabei
sein konnten, dürfen Sie gerne auch jetzt
beim Lesen dieses Versprechen ablegen.
Es ist unendlich wichtig, dass wir unsere
Schutzsuchenden von Herzen aufnehmen, ihnen Heimat bieten und helfen,
damit sie sich in unserer, für sie so
fremden, oft unverständlichen und auch
beängstigenden Welt zurechtfinden. Vor
Sprachproblemen brauchen wir keine
Angst zu haben. Dank Detlef, Ute,
Claudia und Dorothee, die ihnen zusätzlichen Deutschunterricht geben, machen
alle große Fortschritte.
Mit einer sehr schönen Taufkerze und
einem Bibelwort durfte ich unsere
Schwester und Brüder in der Gemeinde
willkommen heißen, Detlef überreichte
ihnen mit einem Gruß in Farsi eine
Bibel in deutscher Sprache.
Es war ein sehr bewegender Gottesdienst, der am Samstag in der Küche
begonnen hatte und dann mit einem
fröhlichen Mittagessen weiterging. Reis
mit Berberitzen und Safran, von S.
mitgebracht und vorbereitet, Putengeschnetzeltes, gedünstete Trockenpflaumen und -aprikosen, geröstete Pinienkerne und Erdnusssoße - alles fantasievoll gewürzt - wurden am Buffet
getrennt angeboten und schmeckten
auch in der Kombination einfach toll.
Das fanden alle, obwohl dieses Rezept
auch unseren Neuaufgenommenen unbekannt war. Aber wer kennt schon in
Ostfriesland oder Mecklenburg Schäufele und Maultaschen?
Es war ein beglückendes Fest voll
Ernsthaftigkeit, Freude und Dankbarkeit. Ich habe wieder einmal erlebt,
was ein alter Spruch aus dem Poesiealbum meiner Jugend sagt: ‚... denn die
Freude, die wir geben, kehrt ins eigne
Herz zurück‘.
G.H.
Frauenfrühstück
Am 23. April 2016
waren alle Frauen
der EmK, jung und
alt, schriftlich, persönlich und herzlich
von den Frauen des
Frauenabends in den
hübsch geschmückten Gemeinderaum
zum 5. Frauenfrühstück mit reich gedecktem Buffet eingeladen.
Das Bild des römischen Brunnens vom
Kloster Maulbronn leitete uns zum
Nachdenken über unser Glaubensleben
und unsere Glaubenserfahrungen an.
Wir sammelten gemeinsam spontane
Eindrücke des lebendig sprudelnden
Überflusses und vertieften diese Eindrücke danach im Gruppengespräch. So
wie jede Brunnenschale nur weitergeben
kann, was sie zuvor empfangen hat, so
können auch wir Glaubenden nur das
anderen Menschen mitteilen, was uns
zuvor von unserem Herrn geschenkt
wurde. Bibel und Gesangbuch erwiesen
sich als wesentliche Quellen der Fülle
des Segens Gottes. Ihm gilt unser Dank
und unser Lob.
Den Frauen des Frauenabends danken
wir herzlich für ihre liebevolle Vorbereitung und Gestaltung unseres Zusammenseins.
U.H.
5
Juni
Mittwoch
Samstag
Sonntag
1.6. 15.00
4.6. 12.00
5.6. 9.45
Frauenkreis
Die kleine Suppenküche
Gottesdienst mit Abendmahl / Bauopfer
Pastor Renno, anschl. In St. Martin Bewirtung für
„Freunde von der Straße“
Montag
Dienstag
Samstag
Sonntag
Montag
Dienstag
Sonntag
6.6.
7.6.
11.6.
12.6.
13.6.
14.6.
19.6.
20.00
20.00
9.30
9.45
20.00
20.00
10.00
Montagskreis
Frauenabend Frühlingsspaziergang
Lunchpakete richten und verteilen
Gottesdienst Detlef Fehrer
Montagskreis
Bibelgespräch am 14ten
Ökumenischer Gottesdienst zur Nostalgischen
Messe auf dem Stühlinger Kirchplatz –
Kein Gottesdienst in der Emmauskirche
Montag
Dienstag
Donnerstag
Samstag
Samstag
Sonntag
20.6.
21.6.
23.6.
25.6.
25.6.
26.6.
20.00
19.00
15.00
9.30
18.00
9.45
Montagskreis
Bezirksvorstand
Kreis „60+“ Geschichte des Judentums
Lunchpakete richten und verteilen
Männertreff Die Offenbarung
Gottesdienst Pastor Renno, anschl.
Konferenzbericht und Mittagessen („pott luck“)
Montag
Mittwoch
Mittwoch
20.00
29.6. 15.00
29.6. 20.00
Montagskreis
Bibelstunde am Nachmittag
Frauenabend Die Bergpredigt
Sonntagschule und Kinderbetreuung
jeweils parallel zum Gottesdienst
6
Juli
Samstag
Sonntag
2.7. 12.00
3.7. 9.45
Die kleine Suppenküche
Gottesdienst mit Abendmahl / Bauopfer
Pastor Renno
Montag
Mittwoch
Samstag
Samstag
Sonntag
Montag
Donnerstag
Samstag
Sonntag
Montag
Mittwoch
Samstag
Sonntag
4.7.
6.7.
9.7.
9.7.
10.7.
11.7.
14.7.
16.7.
17.7.
18.7.
20.7.
23.7.
24.7.
20.00
15.00
9.30
18.00
Montag
Mittwoch
Donnerstag
Sonntag
Sonntag
25.7. 20.00
27.7. 15.00
28.7. 15.00
31.7. 9.45
7.8. 9.45
20.00
20.00
18.00
9.45
20.00
20.00
9.30
10.00
Montagskreis
Frauenkreis
Lunchpakete richten und verteilen
Abendgottesdienst Montagskreis
Kein Gottesdienst in der Emmauskirche
Montagskreis
Bibelgespräch am 14ten
Männertreff Sommerfest
Gottesdienst Pastor Renno
Montagskreis
Frauenabend Wir kochen ein Sommermenü
Lunchpakete richten und verteilen
Gottesdienst & Sommerfest im Scherlenzendobel in
Eschbach-Stegen, Monika Engler
Montagskreis
Bibelstunde am Nachmittag
Kreis „60+“ Impulsgeschichten
Gottesdienst N.N.
Gottesdienst mit Abendmahl / Bauopfer
Pastor Renno
24.9.
Und zum Vormerken:
Tag der Kirchen
7
Liebe Leserin, lieber Leser,
dass die AfD Anfang Mai in Stuttgart
ihren Parteitag abhielt, ist wohl kaum
jemandem unter uns entgangen. Auch,
dass der Koalitionsvertrag zwischen
Grünen und CDU in Baden-Württemberg geschlossen wurde, war ein wichtiges Thema in den Medien und ist an
der sog. Basis angekommen.
Was bei uns, und damit meine ich
unsere Gemeinde, jedoch nur wenig
wahrgenommen wird, sind die regelmäßigen Konferenzen – man könnte
auch sagen: die Tagung unserer Kirchenparlamente. Drei davon finden
jährlich in Deutschland (in der Regel
zwischen April und Juni) statt. Die
Tagung der Norddeutschen Jährlichen
Konferenz im April in Braunfels hat
alle notwendigen Geschäfte an einem
Tag erledigt und hat die weiteren zwei
Konferenztage als Zukunftswerkstatt
gestaltet. Das Berichtsheft der Süddeutschen Jährlichen Konferenz ist
eben bei den Konferenzmitgliedern
angekommen: Das sind die Unterlagen
zur Vorbereitung der Tagung Mitte
Juni in Baiersbronn und Heilbronn.
Eine Woche davor findet die Ostdeutsche Jährliche Konferenz in Aue
statt.
Alle vier Jahre trifft sich die Generalkonferenz zu ihrer Tagung. Das ist das
Kirchenparlament unserer weltweiten
Kirche. Unter den 864 Delegierten aus
den USA, Afrika, den Philippinen,
Eurasien und Europa sind je zwei
Personen aus den drei deutschen Jährlichen Konferenzen. Die Generalkonferenz tagt vom 10. bis 20. Mai in
Portland/ Oregon, USA. Interessant
daran ist, dass die Bischöfe und
Bischöfinnen zwar die Sitzungen leiten bzw. moderieren, jedoch kein
Rede- und auch kein Stimmrecht
haben. Inhaltlich geht es darum, die
Kirche in Inhalt und Struktur zukunftsfähig zu erhalten.
Im kommenden Jahr wird dann die
Zentralkonferenz Deutschland in
Hamburg stattfinden mit ca. 100
Delegierten aus den drei deutschen
Jährlichen Konferenzen.
In Freiburg sind wir zwar geographisch am südwestlichen Rand der
Süddeutschen Konferenz und auch der
deutschen Zentralkonferenz, aber wir
sind eingebunden in das Konferenzgeschehen und Teil der Generalkonferenz unserer Kirche.
Diese Informationen waren viel zu
kurz, zu verwirrend? Wie gut, dass
auch unsere Kirche viele detaillierte
Informationen ins Internet einstellt:
„http://www.emk.de/emkwillkommen.html“
„http://www.emk-sjk.de/“
„http://www.umc.org/topics/generalconference-2016“
Außerdem bietet unsere alle 14 Tage
erscheinende Zeitschrift „unterwegs“
fundierte und gut recherchierte
Berichte. Darüber hinaus können Sie/
kannst du gerne den Gemeindepastor
zu diesen Themen ansprechen.
Ein interessantes Themengebiet für die
frühen Sommertage ...
Mit freundlichen Grüßen
Ihr/ euer Pastor
Hans Martin Renno
8
Ökumenischer Gottesdienst am 26. April 2016
Dieser Gottesdienst fand statt, um zu
erinnern …
… an die Opfer des Unglücks im
Atomkraftwerk Tschernobyl vor genau
30 Jahren,
… an die Opfer des Super-GAUs
(Größter Anzunehmender Unfall) vor
fünf Jahren in Fukushima nach einem
Seebeben und
… an alle Opfer, die infolge der
Auswirkungen der Kernkraft gelitten
haben, heute leiden und leiden werden.
Wir versammelten uns vor Gott, um
im Gebet für die Opfer der Kernenergie zu beten und um ein Einsehen
der Verantwortlichen, dass Kernkraftwerke abgeschaltet und keine neuen
Kernkraftwerke in Betrieb gehen,
gebaut und geplant werden. Insbesondere brachten wir die Bitte um die Abschaltung des AKWs in Fessenheim
vor Gott.
Die Erinnerung an das Geschehene
und die Vergegenwärtigung von Gottes Wort, der uns die Erde als Leihgabe gegeben hat – und nicht zur Zerstörung – stärkten uns darin, das persönliche Leben, das gesellschaftliche und
das wirtschaftliche Leben an dem Ziel
auszurichten, dass alle Menschen „volle Genüge haben“ können. Unterstützt
haben uns Zeit- bzw. Landeszeugen
aus der Ukraine, aus Japan und aus
Freiburg bzw. aus der Nähe zu Fessenheim.
Dabei ist es gut, sich an dem auszurichten und unser Denken und
Handeln heute an dem zu messen, was
wir uns für diese Welt und das Leben
auf ihr in 20 oder 50 Jahren wünschen.
Vorbereitet von einem ökumenischen
Team der ACK, war dies ein Gottesdienst, der gewiss viele, die daran teilnahmen, anrührte und in ihnen mutig
weiter wirkt. hmr
Mach uns frei, Gott,
wir bitten dich um unsere Befreiung
Führ uns aus dem Diensthaus des technischen Fortschritts
mach uns frei von dem Zwang, mehr Energie zu verbrauchen als nötig,
mach uns frei von der Rolle der Ausbeuter unserer Erde
mach uns frei von denen, die unsere Demokratie
mit ihrem Atomstaat verwechseln
Sei du unser Gott - nicht die Bombe
sei du unser Friede - nicht das Wachstum
gründe uns in Deiner Gerechtigkeit
sei du unser Frieden
Dorothee Sölle
9
Vergiss es nie
Vergiss es nie:
Dass Du lebst,
war keine eigene Idee,
und dass Du atmest,
kein Entschluss von Dir.
Vergiss es nie:
Dass Du lebst,
war eines anderen Idee,
und dass Du atmest,
sein Geschenk an Dich.
Vergiss es nie:
Niemand denkt und fühlt
und handelt so wie Du,
und niemand lächelt,
so wie Du’s grad tust.
Vergiss es nie:
Niemand sieht den Himmel
ganz genau wie Du,
und niemand hat je,
was Du weisst, gewusst.
Vergiss es nie:
Dein Gesicht
hat niemand sonst
auf dieser Welt,
und solche Augen
hast alleine Du.
Vergiss es nie:
Du bist reich, egal
ob mit, ob ohne Geld,
denn Du kannst leben!
Niemand lebt wie Du.
Du bist gewollt,
kein Kind des Zufalls
keine Laune der Natur,
ganz egal, ob Du Dein Lebenslied
in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes,
ein genialer noch dazu.
Du bist Du.
Jürgen Werth
10
Moscheebesuch des Männertreffs am 16. April 2016
Zum Männertreff im Juni 2015 hatten
wir den Vorsitzenden des Islamischen
Zentrums in der Hugstetter Straße zum
Gespräch zu uns in die Emmauskirche
eingeladen; und am Ende vereinbarten
wir, dass das Gespräch eine Fortsetzung haben muss.
So kam es, dass sich am 16. April
sieben Männer unseres Männertreffs
erst im Gebetsraum und später in
einem sog. Sozialraum der Moschee
bzw. des Islamischen Zentrums in der
Hugstetter Straße einfanden.
Herr Attia stand uns als Gesprächspartner zur Verfügung. Er ist Theologe
und Islamwissenschaftler – in Kairo
hat er in deutscher Sprache Islamwissenschaft studiert. Es zeigte sich
sehr schnell, dass er ein ausgewiesener
Kenner seiner Sache ist und gleichzeitig mit Verstand und Überzeugung
und mit Herz und Gefühl auf dem
Boden der Wirklichkeit und im täglichen Leben steht.
Ausführlich erklärte er den Gebetsraum, seine Ausstattung und Aufgabe.
Er zeigte uns verschiedene KoranAusgaben, der für einen gläubigen
bzw. praktizierenden Muslim in Arabisch gelesen werden muss, weil jede
Übersetzung eine Interpretation ist.
Deshalb bietet das Islamische Zentrum
auch Sprachkurse an. Und nicht zu-
letzt machte uns Herr Attia auf Arabismen in der deutschen Sprache aufmerksam, z.B. Algebra, Zucker, Sofa,
Safari …
Geduldig ging Herr Attia auf unsere
Fragen ein und die Zeit verging wie im
Flug. Weshalb sind im Freiburger Gebetsraum beim Freitagsgebet nur Männer? Weil er zu klein ist, um die Menge der Männer, Frauen und Kinder zu
fassen. Die Frauen und Kinder beten
dann in den anderen Räumen des Islamischen Zentrums. Weshalb beten in
einer großen Moschee vorne die Männer und dahinter die Frauen? Weil
Männer beim Beten nicht vom
Anblick (hübscher) Frauen abgelenkt
werden sollen. Es ist ein Schutz für die
Männer, sich ganz auf ihr Gebet und
die Beziehung zu Gott zu konzentrieren. (Mich erinnert das an Paulus,
der den Schwachen ein Schwacher
sein wollte und alles dazutun wollte,
um keinen Anstoß zu erregen ...)
Sicher konnten etliche Fragen aus
Zeitgründen nicht gestellt werden.
Sicher sind uns manche Antworten nur
schwer nachvollziehbar. Aber die
Freundlichkeit und die Offenheit des
Erklärens und die Gastfreundschaft bei
Tee und Gebäck ermöglichen Begegnung und Verständnis über die Kulturen und Religionen hinweg. Das
macht mich dankbar und zufrieden.
Mein Fazit lautet: Einander verstehen
lernen wir nur durchs persönliche
Gespräch. Und: Dieses Gespräch brauchen wir und sollten wir fortsetzen.
hmr
11
Typisch
Von folgender Begebenheit war vor einiger Zeit in der Zeitung zu lesen:
Eine ältere Frau kauft sich im Schnellrestaurant eine Suppe.
Sie trägt den dampfenden Teller an einen der Stehtische
und hängt ihre Handtasche darunter.
Dann geht sie noch einmal zur Theke, um einen Löffel zu holen.
Als sie zurückkehrt, sieht sie am Tisch einen dunkelhaarigen
Mann, der ihre Suppe löffelt.
Typisch Ausländer, was fällt dem ein!?, denkt die Frau empört.
Sie drängt sich neben ihn, sieht ihn wütend an und taucht ihren Löffel
ebenfalls in die Suppe. Sie sprechen kein Wort, aber nach dem Essen
holt der Mann für sie beide Kaffee und verabschiedet sich dann höflich.
Erstaunt bedankt sich die Frau mit einem Lächeln.
Als sie ebenfalls gehen will, findet sie ihre Handtasche nicht.
Also doch ein hinterhältiger Betrüger.
Das hätte man sich gleich denken können!
Mit rotem Gesicht schaut sie sich um.
Er ist verschwunden.
Aber am Nachbartisch sieht sie ihre Handtasche hängen.
Und einen Teller Suppe, inzwischen kalt geworden.
PASTOR: Hans Martin Renno TEL.(0761) 1207085 (dienstl.) (0761) 1207693 (Kirche)
KIRCHE + BÜRO: Emmauskirche, Katharinenstr. 9, 79104 Freiburg im Breisgau
Konto: Landesbank BW (BLZ 600 501 01) Konto-Nr. 7 40 40 40 80 3
IBAN: DE54600501017404040803 BIC: SOLADEST600
Email: [email protected], Internet : http://www.emk.de/freiburg
Evangelisch-methodistische Kirche Katharinenstr. 9 79104 Freiburg im Breisgau
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IMPRESSUM
Verantwortlich für
den Gemeindebrief:
Elisabeth Lutz,
Hans Martin Renno
und Dirk Cahnbley