pressemitteilung

PRESSEMITTEILUNG
Stärkere Regulierung der Prostitution
KDFB und SkF begrüßen gesetzliche Änderungen
Köln/Dortmund, 7.7.2016 – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB)
und der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) begrüßen die vom
Deutschen Bundestag beschlossenen Änderungen im
Prostituiertenschutzgesetz und sehen darin einen besseren Schutz der in der
Prostitution tätigen Frauen.
„Wir freuen uns, dass nach mehrjährigen Kontroversen das
Prostituiertenschutzgesetz endlich beschlossen ist und danken allen Beteiligten für
ihren Einsatz. Nun erwarten wir, dass die Reform tatsächlich zu einer dauerhaften
Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von in der Prostitution tätigen
Frauen (und Männern) führt“, erklären KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth und
SkF Bundesvorsitzende Dr. Anke Klaus. Sie begrüßen die Verankerung notwendiger
Schutzstandards, durch die die Würde der Person ein größeres Gewicht erhält.
Positiv aus Sicht des KDFB ist, dass besonders der Schutz junger Frauen in der
Prostitution durch die persönliche Anmeldepflicht und regelmäßige
Gesundheitsberatung verbessert wird. „Wichtig ist, dass das Gesetz die
Prostituierten nun erreicht und die Umsetzung in allen Bereichen ohne Verzögerung
erfolgt“, fordert KDFB-Präsidentin Flachsbarth. Die beschlossenen
Gesetzesänderungen können laut Flachsbarth auch Mittel zur Verhütung und
Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution sein.
Nach Meinung des SkF steht der Schutz der Prostituierten auch in engem
Zusammenhang mit der Zuverlässigkeitsprüfung der Bordellbetreiber und der
Erlaubnispflicht aller Bordelle. „Wir begrüßen, dass der Gesetzgeber zukünftig den
Betrieb von Prostitutionsstätten strenger regulieren wird und eine Erlaubnis
untersagt, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Ausbeutung von
Prostituierten Vorschub geleistet und die sexuelle Selbstbestimmung massiv
beeinträchtigt wird, z. B. in Form sog. Flat-Rate-Angebote“, erklärt SkF
Bundesvorsitzende Dr. Anke Klaus.
Beide Frauenverbände weisen darauf hin, dass bei der Umsetzung des Gesetzes
eine gute Unterstützung für Prostituierte in besonders gefährdeten Situationen oder
Notlagen erfolgen muss. Hierzu sind entsprechende Beratungsangebote zwingend
notwendig.
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit
200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von
Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.
Kontakt:
Ute Hücker
Katholischer Deutscher Frauenbund e.V.
Kaesenstraße 18
50677 Köln
Telefon: 0221 8609224
E-Mail: [email protected]
Der Sozialdienst katholischer Frauen unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000
Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143
Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf
Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-KindEinrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste.
Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.
Kontakt:
Nadine Mersch
Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.
Agnes-Neuhaus-Str. 5
44135 Dortmund
Telefon: 0231 557026-25
E-Mail: [email protected]