Die Bilker Sternwarte - Bilker Heimatfreunde

Die Bilker
Sternwarte
Zeitschrift der Bilker Heimatfreunde
In dieser Ausgabe:
Bilker Adressen: Historische Straßenbahnen – wieder im Betriebshof in Bilk
Die Bilker Heimatfreunde besuchen das Landgericht: Schwurgerichtssache Jens H.
Ulrich Müller ist 1. Chef des St. Sebastianus Schützenvereins Düsseldorf Bilk 1445
3
Mai
Juni
2016
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Sie lesen in dieser Ausgabe
Unsere Monatsveranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .78
Schwurgerichtssache Jens H. im Beisein der Bilker Heimatfreunde . . . . . .79
Ulrich Müller wird 1. Chef des Sankt Sebastianus Schützenvereins Bilk . . .81
Grußwort von Ulrich Müller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
Bilk live . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83
Osterfeuer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
Schützentermine Mai und Juni 2016 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Hochhäuser am „Rheinturm“? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
Kultur vor der Tür . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
Termine Spieloase Bilk e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
Bilker Adressen: Am Steinberg 35 – Betriebshof in Bilk . . . . . . . . . . . 90
Leserbrief . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
Termine im Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau) im Mai 2016 . . . . . . . . . . 95
Lesungen des Westdeutschen Autorenverbandes . . . . . . . . . . . . . . . 97
Bowle in Bilk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
Am Vorabend des großen Krieges – Folge 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
Leseinsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
Buchempfehlung von Martina Biermann . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
„Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
Wir begrüßen / Redaktionsschluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Geburtstage im Mai und Juni 2016 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
Am Eng von en Täuschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
Auf unserer Titelseite:
Betriebshof Am Steinberg in der Nacht der Museen, Foto: Jürgen Fuhrmeister
Die Bilker Heimatfreunde im Landgericht Düsseldorf, Foto: Erich Pliszka
Der frischgewählte Schützenchef Ulrich Müller, Foto: Ulrich Müller
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77
DIE BILKER
ST E R N WART E
ZEIT SCHRIFT DES HEI MAT VER EINS BIL KER HEI MAT FREUN DE E V
62. Jahrgang · Ausgabe 3 · Mai/Juni 2016
Unsere Monatsveranstaltungen
Vereinslokal „Fuchs im Hofmann’s“, Benzenbergstraße 1 / Ecke Bilker Allee
Montag, 30. Mai 2016
Beratung und Schulung für
pflegende Angehörige
Vortrag von Monika Kucuk,
Expertin für Pflege aus dem St ­Martinus­Krankenhaus
Beginn: 20 Uhr
Montag, 27. Juni 2016
Zum 300. Todestag Jan Wellems
im Jahr 2016
Vortrag von Manfred Hebenstreit, Vorstandsmitglied der Derendorfer Jonges
Beginn: 20 Uhr
Alle Mitglieder mit ihren Angehörigen
sowie interessierte Gäste sind herzlich willkommen
78
Bilker Heimatfreunde – Termin beim Landgericht Düsseldorf am 22.02.2016
Schwurgerichtssache Jens H. im
Beisein der Bilker Heimatfreunde
Zweiter Prozesstag des früheren Bodyguards
von Verona Pooth (vormals Feldbusch)
Von Michael Bürger
zu verfolgen. Dazu bot sich zu Jahresbe­
ginn 2016 die aus der Presse bekannte An­
klageerhebung wegen Mordes gegen den
früheren Bodyguard und Chauffeur von
Verona Pooth, Jens H., an.
Als Hausherr begrüßte zunächst Herr
Dr. Scheiff um 9.15 Uhr die erschienenen
rund 30 Mitglieder der Bilker Heimat­
freunde, stand für ein Gruppenfoto im gro­
ßen Treppenaufgang des Landgerichts
gern zur Verfügung und übergab an Frau
Dr. Stöve. Sie berichtete kurz über den Ver­
Foto: Erich Pliszka
Eigentlich wollten wir nur der Einladung
des Präsidenten des Landgerichts Düssel­
dorf, Herrn Dr. Scheiff, folgen, das noch
neue Gebäude des Landgerichts an der
Werdenerstraße (Oberbilker Markt) im
Wege einer Führung näher kennenzuler­
nen. Bei der Suche nach einem geeigneten
Termin erklärte sich die Pressesprecherin
des Landgerichts, Frau Dr. Stöve, bereit,
statt lediglich eine Besichtigung der
Räumlichkeiten durchzuführen, eine Ver­
handlung in der Strafgerichtsbarkeit mit
In der 1. Reihe v. l. n. r.: Rechtsanwalt Michael Bürger (1. Treppenstufe), Dr. Scheiff,
Präsident des Landgerichts Düsseldorf, Erich Pliszka, Baas der Bilker Heimatfreunde,
Frau Dr. Stöve, Pressesprecherin des Landgerichts
79
lauf des ersten Prozesstages in der Schwur­
gerichtssache des Jens H., der seine Ehe­
frau getötet hatte. Am zweiten Prozesstag
wurde ab 9.30 Uhr als Zeuge der Gerichts­
mediziner vernommen, der über die der
Ehefrau beigebrachten erheblichen Verlet­
zungen befragt wurde. Die näheren Tat­
umstände sind maßgeblich dafür, ob eine
Verurteilung wegen Totschlags oder we­
gen Mordes erfolgt, wovon wiederum das
Strafmaß erheblich abhängt. Auf diese
Weise erhielten wir vom Zuschauerbereich
aus unmittelbaren Einblick in den Ver­
handlungsverlauf und das damit gewahrte
Prinzip der Öffentlichkeit gerichtlicher
Verhandlungen.
In einer Verhandlungspause verließen
wir den Schwurgerichtsaal, warfen einen
Blick auf die im Untergeschoss befindli­
chen Gefängniszellen und erhielten von
Frau Dr. Stöve, die selbst Vorsitzende einer
Kammer für Handelssachen ist, interes­
sante Hinweise zum Gerichtsaufbau und
der Unterscheidung in Zivilverfahren ei­
nerseits und Strafverfahren andererseits.
Nach einem Besuch der Bibliothek nah­
men wir noch an einer weiteren Verhand­
lung in Strafsachen (aus dem Rotlichtmili­
eu/Rethelstraße) teil, und lernten einen
der großen Verhandlungssäle im Landge­
richt kennen.
An dieser Stelle richtet sich unser beson­
derer Dank nochmals an den Präsidenten
des Landgerichts, Herrn Dr. Scheiff, und
seine Pressesprecherin, Frau Dr. Stöve,
auch für den erheblichen zeitlichen Auf­
wand, der für unsere Gruppe aufgebracht
wurde.
Unser Autor und Vorstandsmitglied der
Bilker Heitmatfreunde, Rechtsanwalt
M ichael Bürger, ist Fachanwalt für
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80
Ulrich Müller wird 1. Chef
des Sankt Sebastianus Schützenvereins
Düsseldorf Bilk 1445
Von Rene Krombholz
Foto: Rene Krombholz
Die Generalversamm­
Uebels mussten 240
lung 2016 des Sankt Se­
stimmberechtigte Ka­
bastianus Schützenver­
meraden in geheimer
eins Düsseldorf Bilk
Wahl die Entscheidung
1445 e. V. fand am 22.
treffen.
März 2016 im Saal der
Von 240 abgegebenen
Friedenskirche (Flora­
Stimmen entfielen auf
straße) statt.
Ulrich Müller 163 Stim­
Die Räumlichkeiten
men, Axel Übels 71
waren bis zum letzten
Stimmen.
Platz gefüllt, schließlich
Nach einer kurzen
war dieses ein wichtiger
Gratulationskur und
Tag, der die Weichen in
ersten Worten des neu­
die Zukunft stellen soll­
en Chefs Ulrich Müller
te. Der erste Chef Hanswurden folgende NeuDieter Caspers begrüßte
bzw. Wieder wa hlen
die Anwesenden. Dieses Ulrich Müller spricht seine 1. Wor- durchgeführt:
war nach vielen Jahr­ te als 1. Chef der Bilker Schützen
Zweiter Kassierer: Ge­
zehnten erfolgreicher Arbeit seine letzte org Pelzer, Schießsportwart: Jim Müller,
offizielle Amtshandlung, bevor er seinen Erster Platzmeister: Manfred Abels, Öf­
Posten aus Altersgründen an einen Nach­ fentlichkeitsarbeit: Rene Krombholz.
folger übergeben wollte.
Tränen der Freude gab es bei Hans-Die­
Große Emotionen als Michael Schwarz ter Caspers, der ganz überraschend vom
die Chefkette des Vereins von den Schul­ zweiten Chef Michael Schwarz zum Ehren­
tern des ersten Chefs nahm. Über viele chef vorgeschlagen und von der General­
Minuten hinweg Standing Ovations, Dank versammlung bestätigt wurde. Es wurden
für 36 Jahre gute und erfolgreiche Vor­ noch einige Punkte kurz diskutiert, bevor
standsarbeit. Nach den letzten Statements die Versammlung gegen 22 Uhr beendet
der Kandidaten Ulrich Müller und Axel wurde.
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81
Liebe Bilker Heimatfreunde,
liebe Bilker Bürger,
das Bilker Schützen- und Volksfest rückt
immer näher. Die Vorbereitungen hierzu
laufen auf Hochtouren. In diesem Jahr
wird es einige Neuerungen geben. So wird
der „Möschesonntag“, am 12. Juni 2016,
zum Familientag ausgebaut. Hierin ist un­
ser Pagentag eingeschlossen.
Wir werden mit einem Umzug vom Ver­
einslokal (Fuchs im Hofmann’s) unserer
Königskompanie, der Germania, zum
Schützenplatz marschieren. Hier werden
wir neben einem Kinderkarussell, der be­
liebten Hüpfburg und anderer Kinderbe­
lustigungen auch für das leibliche Wohl
sorgen.
Außerdem werden wir an diesem Tag
neben dem Goldpokal und Königinnen-/
Vorstandsdamen-Pokal auch den Bilker
Bürgervogel und somit den Bilker Bür­
gerkönig ausschießen.
Liebe Bilker Bürger: Hierzu seid Ihr
recht herzlich eingeladen, denn wir
möchten mit Euch einen schönen Tag
verbringen.
Am Freitag, dem 17. Juni 2016, direkt
vor unserem Schützenfest, findet erstmals
anstelle von Rock in Bilk, „Bilk Live“
statt. Karten können schon jetzt in unse­
ren Vorverkaufsstellen und im Internet
gekauft werden.
Vom 18. bis 21. Juni 2016 findet dann
unser Schützen- und Volksfest statt und
somit der Höhepunkt im Königsjahr für
unser Regimentskönigspaar Carsten
und Petra Reuner von der Germania
Kompanie und unser Regimentsjung­
schützenkönigspaar Philip Gendrung
und Tara Wong von der 4. Grenadier
Kompanie. Sie werden ihre Königswürde
in zwei Umzügen durch Bilk am Samstag
und Sonntag, mit dem Höhepunkt der Pa­
rade auf der Benzenbergstraße, genießen.
82
Foto: Ulrich Müller
Grußwort von Ulrich Müller,
1. Chef St. Seb. SV Düsseldorf Bilk e. V.
Unser Kirmesbürgermeister, Manfred
Abels, hat unseren Schützenplatz an der
Ulenbergstraße wieder zu einer attrakti­
ven Kirmesstadt mit sehr vielen Attraktio­
nen bestückt, die Ihr Euch nicht entgehen
lassen solltet. Dort gilt auch wieder am
Familienmontag die Familienkarte!
Am Kirmesdienstag gegen 19 Uhr er­
warten wir den Königsschuß unseres neu­
en Bilker Schützenkönigs. Nach der Pro­
klamation des neuen Königs findet, wie
schon im letzten Jahr, der Zapfenstreich
unter freiem Himmel auf unserem Schüt­
zenplatz mit anschließendem großem Feu­
erwerk statt. Dieses wurde im letzten Jahr
erstmalig in dieser Form zelebriert und
alle Anwesenden hatten, durch die hervor­
ragende Ausführung der Musikcorps, Gän­
sehaut.
Zu allen Veranstaltungen möchte ich Sie
im Namen des St. Seb. SV Düsseldorf Bilk
e. V. recht herzlich einladen, feiern Sie mit
uns. Allen Bilker Bürgern wünsche ich ein
schönes, sonniges und freudiges Schützenund Volksfest.
Düsseldorf, im April 2016
Ihr Ulrich Müller
1. Chef St. Sebastianus Schützenverein
Düsseldorf Bilk e. V.
83
Osterfeuer
Von Rene Krombholz
Dieses Osterfeuer kann sich sehen lassen
und kurzweiliges Programm gesorgt,
selbst ein Cola-Truck mit Bühne wird zu­
gegen sein. Auch hierzu sind alle Bilker
herzlich eingeladen am Sonntag, 12. Juni
2016, ab 11 Uhr am Schützenplatz (Eintritt
frei).
Fotos (2): Frank Engels
Zum vierten Mal fand am Samstag vor
Ostern auf dem Bilker Schützenplatz ein
Osterfeuer statt. Organisiert wurde es, wie
in den Vorjahren auch, von den Offizieren
der Bilker Schützen.
Gekühlte und heiße Getränke, Grillgut,
eine megagroße Hüpfburg, Spaß für Jung
& Alt waren angekündigt und so kamen
noch mehr Besucher als in den Jahren zu­
vor. Kinder, Mütter, Väter, Omas, Opas,
Bürger, Schützen, Jungschützen, Brauch­
tumsfreunde, Nachbarn - alle hatten sich
eingefunden, um hier einen gemütlichen
und kurzweiligen Abend zu verbringen.
Der Andrang war groß, trotz sehr guter
Organisation kam die Gastronomie zeit­
weilig an die Grenzen des Machbaren. Wie
man hört, wird schon daran gearbeitet: im
nächsten Jahr wird es Verbesserungen und
Erweiterungen geben.
Ein ähnliches Event steht schon fast vor
der Tür: das ist der so genannte Bürger­
sonntag am Schützenplatz (Möschesonn­
tag). Hier ist ebenfalls für ein erstklassiges
Fröhliches Treiben rund ums Feuer
84
Schützengesellschaft
Bilker Heimatfreunde
Schützentermine für Mai und Juni 2016:
Monatsversammlung
Montag, 9. Mai 2016 um 19.30 Uhr, im Lokal
F­ örsterhaus, Stoffeler Damm
Übungsschießen
Montag, 16. Mai 2016, in der „Goldenen Mösch“,
Schützenplatz
Schießen um die
Karl-Rindlaub-Kette
Sonntag, 22. Mai 2016, in der „Goldenen Mösch“,
Schützenplatz
Friedhofsgang und
Samstag 11. Juni 2016, Besuch der Gräber unser
Kaffeeklatsch der Damen verstorbenen Kameraden auf dem Südfriedhof –
15.00 Uhr, anschließend kurze Versammlung mit
Festkartenausgabe sowie Schmücken des Vereins­
lokals Försterhaus, Stoffeler Damm; Kaffeeklatsch
der Damen – 15.00 Uhr im Lokal Försterhaus
Möschesonntag Sonntag 12. Juni 2016, 12.00 Uhr Treffen mit
­Damen auf dem Schützenplatz Ubierstraße zum
Empfang der goldenen Mösch. Am Nachmittag
Goldpokalschießen.
Übungsschießen Montag 13. Juni 2016, in der „Goldenen Mösch“,
Schützenplatz
17. Juni bis 21. Juni 2016
Großes Bilker Schützen- und Volksfest
Wer Interesse an einer Mitgliedschaft (Passiv/Aktiv) in der Schützengesellschaft
Bilker Heimatfreunde hat, wendet sich zwecks Information bitte an den
1. Hauptmann Michael v. Locquinghien, Telefon 0211 / 344253.
85
Offener Brief an Thomas Geisel,
den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf
Hochhäuser am „Rheinturm“?
Von Robert Rupp
„Sichtachsen“ – „Grüne Lungen“ – „Be­
lüftungskorridore“ – „Immissionen“ –
„Schattenwurf“ u. a. sind keine „leeren
Worthülsen“: sie sind vielmehr inhaltsrei­
che Vokabeln im Munde einer besorgten
Bürgerschaft, die sich gegen selbstgefällige
Vorschläge wehrt, die offensichtlich in Un­
kenntnis jeglicher lokaler Ausgangslagen
im Geheimen ausgearbeitet wurden!
Schon in den 1980-er Jahren waren Sinn
und Bedeutung jener Vokabeln den dama­
ligen Gutachtern, Planern und Entschei­
dungsträgern Grundlage ihrer Planungen,
und so äußerten sie sich sehr ausführlich
und sensibel begründend in ihren damali­
gen „Bebauungsplänen“ und „Begründun­
gen“ zu den Eingriffen in die Struktur des
Düsseldorfer Hafens, zu den Eingriffen in
die Stadtteile Bilk und Unterbilk und zu
den Vorhaben, die Verkehrswege am Düs­
seldorfer Rheinufer zu verändern.
Ihr Ziel war eine „städtebauliche Neu­
ordnung“, um der „Bedeutung des Stand­
ortes für die Funktionen Düsseldorfs als
Landeshauptstadt von NRW, der Gebäude
des Landesparlaments, des Fernmelde­
turms und des WDRs sowie den Bedürf­
nissen der Bevölkerung … gleichermaßen
gerecht zu werden.“1
Mit dem rechtskräftigen Bebauungsplan
Nr. 5376/29 vom 7. Juli 1979 setzen sie des­
halb die „Grundstücke des Fernmelde­
turms sowie des Landtags als Sonderge­
biet…/…Kerngebiet und die Landzunge
am Zollhafen als öffentliche Grünfläche
fest.“2
Die Tieferlegung der Rheinuferstraße
sorgt(e) dafür, dass „inmitten eines vorbe­
lasteten Stadtgebietes ein relativ großes,
zusammenhängendes Gebiet geschaffen
wird, das von massiven Verkehrsimmissio­
nen weitgehend freigehalten wird“ und
damit die Erholungsfunktion der neu ent­
stehenden Grünflächen unterstützt.“3
Mit den folgenden Sätzen wird nun eine
entscheidende Festsetzung formuliert:
„Vorrangiges Ziel des gesamten Gestal­
tungskonzeptes ‚Rheinpark Bilk‘ ist, die
Hochbauten Landtag, Fernmeldeturm,
WDR und das…Gebäude…‘Rheintor‘ in
die städtebauliche Situation ‚Rheinpark‘
einzubinden.“ „Die nicht überbauten Flä­
chen der privaten Grundstücke sind als
private Grünflächen zu gestalten und dem
System öffentlicher Park-, Grün- und Frei­
flächen einzugliedern“, wodurch sich
„praktisch eine Vergrößerung des Rhein­
parks Bilk (ergibt)“.4
„Die im südwestlichen Kerngebiet ge­
plante Stellplatzanlage ist für Besucher
des Kerngebietes aber auch des Sportha­
fens vorgesehen. Diese Doppelnutzung der
auf künftigem Privatgelände zu schaffen­
den Stellplatzfläche wird durch Baulast
gesichert. Ebenfalls gesichert werden Geh-,
Fahr- und Leitungsrechte...“5
1 Begründung gem. § 9(8) Baugesetzbuch zum Bebauungsplan Nr. 5375/68, Anlage zur
Drucksache Nr. 61/413/93, Seite 4
2 s.o. Seite 3
3 s.o. Seite 30
4 Begründung gem. § 9(8) Baugesetzbuch zum Bebauungsplan Nr. 5376/32, Anlage
zur Drucksache Nr. 61/705/89, Seite 9
5 s.o. Seite 4
86
„Zwischen den beiden Parkplatzhälften
im Bereich zwischen dem neuen Park und
dem Kopfende des Handelshafens wird ei­
ne großzügige Fuß- und Radverbindung
geschaffen, die für die Allgemeinheit den
direkten Zugang zum Rheinufer aus dem
Park ermöglicht.“6
%
Der mit „Grünflächen unterversorgte
Stadtteil Unterbilk“7 erhält mit dem neuen
Nesthäkchen
Rheinpark Zug um Zug eine „Grüne Lun­
%
ge“.
Diva
Diese zitierten Sätze sind nur Teil einer
viel weitreichenderen, mehr als 30 Seiten
umfassenden Einlassung mit Begründun­
gen zu Ausführungsfestlegungen der da­
maligen Entscheidungsträger: sie haben
%
bis heute ihre Gültigkeit behalten.
Woher nimmt sich angesichts dieser offi­
ziellen Begründungen die städtische Toch­
Hausbesetzer
ter IDR – im Sinne obigen Zitats: „Eigner
‚privater Grundstücke‘ im ‚Rheinpark‘“ –
100% Genau mein Fenster
das Recht, über einen Verkauf von Park­
Die Zukunft gehört den
freiflächen und deren Bebauung durch In­
Multitalenten: AFINO
vestoren auch nur „nachzudenken“ und
von Weru. Entdecken
damit eine grundlegend negativ zu sehen­
Sie die neue konfigurierde, rückwärtsgewandte Entwicklung für
das Land NRW, für die Stadt Düsseldorf
bare Premiumqualität
und für die Bürger Unterbilks einzulei­
beim Weru-Fachbetrieb:
ten?!
Der „Rheinpark Bilk“, das „Landtagsge­
Franke & Borucki GmbH
bäude“, der „Fernmeldeturm“, das „WDRMarkisen + Vordächer
Gebäude“ und das „Rheintor“ sind Solitä­
re, umgeben von Freiflächen; mit dem
Fürstenwall 61
„Medienhafen“ zusammen bilden sie ein
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Ensemble, das durch seine Sichtachsen,
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seine Güte, Originalität, Offenheit und
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Großzügigkeit nicht nur den Bürgern Un­
terbilks mit ihren Wünschen nach Licht,
Luft, Freiraum und Ruhe entgegen kommt,
sondern Düsseldorfer wie Besucher aus men „Repräsentationsbedürfnisses des
ganz NRW mit Stolz erfüllen kann! Das
Landes NRW“8, das keinen wie 15.02.12
auch im­ 16:52
2542_TZ_Anz_1spaltig_sw_final.indd 3
stimmige und einmalige Ensemble ist mer gearteten Anlass bietet, in sein ver­
Ausdruck eines damals wie heute legiti­ wirklichtes Konzept einzugreifen!
30
10
60
6 Anlage zur Drucksache Nr. 61/413/93, Seite 21
7 Begründung gem. § 9(8) Baugesetzbuch zum Bebauungsplan Nr. 5376/32, Anlage
zur Drucksache Nr. 61/705/89, Seite 5
8 Anlage zur Drucksache Nr. 61/413/93, Seite 22
87
Kultur vor der Tür
auf dem Suitbertusplatz / Netzwerk Bilk:
Termine im Mai und im Juni 2016
Mittwoch, 04.05.2016 um 14.30 Uhr: Netzwerk­Café op platt
Dienstag, 10.05.2016 um 15.00 Uhr: Organisationstreffen im zentrum plus Bilk,
Suitbertusplatz 1
Dienstag, 10.05.2016 um 16.00 Uhr: gemeinsames Singen auf dem Suitbertus­
platz
Mittwoch, 18.05.2016 um 15.00 Uhr: Bücheraustausch auf dem Grünen Dreieck
Fleher Straße/Planetenstraße Man bringe ein gelesenes Buch und tausche es ge­
gen ein anderes (findet alle 2 Monate statt)
Mittwoch, 01.06.2016 um 14.30 Uhr: Netzwerk­Café op platt
Freitag, 03.06.2016: Ausstellung der Ergebnisse der Collagenwerkstatt im Rah­
men des Kreativ­Marktes im zentrum plus Bilk, 14 00 ­ 17 00 Uhr
Samstag, 11.06.2016: Pfarrfest Bonifatius an St Bonifatius 14 00 ­ 17 00 Uhr:
Straßenboccia
Dienstag, 14.06.2016 um 15 Uhr: Organisationstreffen im zentrum plus Bilk,
Suitbertusplatz 1
Dienstag, 14.06.2016 um 16.15 Uhr: gemeinsames Singen, Treffpunkt wie im­
mer Suitbertusplatz
Montag, 20.06.2016: Straßenboccia beim Kinderclub KIBI, Kronprinzenstr 27 ­ 29
Ansprechpartnerin ist Anne Mommertz
Tel: 0211 9216068, E­Mail: amommertz@gmx de (Caritas­Netzwerk Bilk)
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Bilker Adressen: Am Steinberg 35
Historische Straßenbahnen –
wieder im Betriebshof in Bilk
Von Jürgen Fuhrmeister
ben die Geschichte jedes einzelnen Fahr­
zeugs erforscht und auf Tafeln dargestellt.
So konnten sich die Besucher informieren,
die technischen Denkmale anfassen und
sich so mit ihnen persönlich bekanntma­
chen. Sie konnten die Architektur und die
1908 hochmoderne Eisenbetonbauweise
der tagsüber lichtdurchfluteten Hallen mit
Spitzbögen und mit gläsernem Dach be­
wundern, und sie konnten fotografieren,
fotografieren, fotografieren…
Eigentlich war der Betriebshof, der 1908
am südlichen Stadtrand gebaut wurde,
2011 schon stillgelegt und das Gelände
verplant. Die Pläne zum Verkauf lagen un­
terschriftsreif bereit. Doch acht Tage vor
Weihnachten 2015 schrieb die Rheinische
Post unter der Überschrift „Ins Depot Am
Steinberg ziehen wieder Bahnen ein“: „We­
nige Tage vor der Unterzeichnung stoppte
der Aufsichtsrat unter dem neuen Vorsit­
zenden Oberbürgermeister Thomas Geisel
(SPD) aber im September vorerst die Plä­
ne.“ Die Verdichtung des neuen Netzes er­
fordere die Anschaffung weiterer Triebwa­
gen, für die in den vorhan­
denen Betriebshöfen in
Lierenfeld und in Heerdt
kein Platz mehr sei. Und
am Wochenende des 4.
Advents rollten die Vetera­
nen der Rheinbahn-Flotte
in den Betriebshof Am
Steinberg, nicht von frem­
den Schleppern ge­zogen
sondern aus eigener Kraft
und mit gegenseitiger Hil­
fe der Oldies untereinan­
der, denn der Fahrstrom
auf dem Gelände und in
den Hallen konnte noch
Betriebshof Am Steinberg – über 4 Jahre stillgelegt
Fotos(3): Jürgen Fuhrmeister
Heute ist diese Kolumne nicht einer Per­
sönlichkeit gewidmet, sondern einem
kommunalen Unternehmen, das in letzter
Zeit die Lokalseiten beherrscht hat. Und
sie fragt: Haben nun die historischen Stra­
ßenbahnen der Rheinbahn und des Ver­
eins Linie D ihre endgültige Endstation
erreicht? Zum ersten Mal nahm der denk­
malwürdige Straßenbahn-Betriebshof Am
Steinberg an der „Nacht der Museen“ teil.
Als er am 9. April um 19 Uhr seine Hallen­
tore öffnete, strömten die Interessenten in
Scharen herbei, viele nutzten die Anfahrt
in schmucken Oldtimern der Rheinbahn,
bildeten zunächst lange Schlangen am In­
fo-Bus, an dem die Teilnehmerkarte
„Nacht der Museen“ gelöst werden konnte,
und stauten sich nochmals am Eingang zu
der südlichen Halle, ehe sie die Zeugen der
Düsseldorfer Verkehrsgeschichte aus der
Nähe bestaunen konnten. Hier zeigten sich
die Veteranen der Rheinbahn-Flotte, aufge­
reiht auf drei der fünf Gleise. Die Mitglie­
der der „Linie D. Arbeitsgemeinschaft his­
torischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.“ ha­
90
einmal eingeschaltet werden. Die Betriebs­
genehmigung für das Depot sei nie erlo­
schen.
Die WZ will wissen, dass die Nutzung
von ein, zwei Hallen durch die Rheinbahn
nicht grundsätzlich ausgeschlossen sei.
Der Aufsichtsrat der Rheinbahn hatte prü­
fen lassen, ob die denkmalgeschützten
Hallen teilweise oder zeitweise noch als
Betriebshof nutzbar wären. Das Ergebnis
der Prüfung liegt vor und wurde am Frei­
tag, den 15.04.2016, dem Tag des Redakti­
onsschlusses dieser Ausgabe, im Finanz­
ausschuss diskutiert. In letzter Minute er­
fuhren wir, dass Betriebsleiter Ralf Lüde­
king dargelegt hat, dass das wiederbelebte
Depot nur für eine Übergangszeit genutzt
werden kann und langfristig durch einen
modernen Betriebshof ersetzt werden
muss. Die Mitglieder der Linie D hatten
gehofft, mit der Reaktivierung des Be­
triebshofes am Ende doch eine angemesse­
ne Wirkungsstätte zu bekommen. In ei­
nem Grußwort auf ihrer Homepage zum
vergangenen Weihnachtsfest versicherte
die Linie D: „Neben der Begeisterung am
Nahverkehr, seinen Fahrzeugen und deren
Technik wird für die Mitglieder der Linie
D diese buchstäbliche Zeitreise auch im
Jahr 2016 eine große Motivation sein, sich
für die Geschichte der Rheinbahn und da­
mit für die Geschichte Düsseldorfs ehren­
amtlich zu engagieren.“
Zusätzlich zur Freude über die Rückkehr
der historischen Straßenbahnen in das
mehr als 100 Jahre alte Depot wird es für
den Verein zukünftig auch eine besondere
Herausforderung sein, sich für den „Stein­
berg“ als Standort für die Oldtimerbahnen
einzusetzen. Die „Linie D“ steht gerne zur
Verfügung, hier mit ihren Mitgliedern den
historischen Nahverkehr der Rheinbahn zu
unterstützen und in Gang zu halten. Der
Verein „Linie D“ dokumentiert die Vielfalt
des Nahverkehrs in Düsseldorf und in der
Region. Die Mitglieder kümmern sich um
die historischen Busse und Bahnen und
machen Fahrzeuggeschichte erfahr- und
erlebbar. Sie sind nicht nur Schrauber oder
Historiker, die der Lebensgeschichte der
Oldies nachspüren, sondern stellen auch
Fahrer an der Kurbel und Zugbegleiter bei
den regelmäßigen historischen Stadtrund­
fahrten und für Miet- und Partybahnen.
Leider müssen sie erkennen, dass durch
die neue U-Bahn ihr Wirkungsbereich ein­
geengt worden ist. Die Oldtimer sind nicht
tunneltauglich und dadurch lassen sie die
Altstadt künftig rechts oder links liegen.
Auch Volmerswerth, das in den letzten Jah­
91
1928, der heute noch zu
historischen Stadtrund­
fahrten und Sonderfahrten
ausfährt. Ende der zwanzi­
ger Jahre hat die Rhein­
bahn von diesem Typ 50
Triebwagen und dazu 60
Beiwagen (BW 858) ange­
schafft. Heute bewahrt sie
einen kompletten Zug, der
mit Fahrzeugen des „Fünf­
fenster-Typs“ zu einem
stilechten Dreiwagenzug
erweitert werden kann.
Die letzten Vertreter dieses
Sechsfenster-Wagen am Aachener Platz
Typs waren bis 1968 im
ren häufig Ziel von Oldtimer-Fahrten ge­ Einsatz (Quelle: Björn Domurath, Linie D).
wesen ist, ist nicht mehr erreichbar. Wir Der Autor kennt den Fünffenster-Wagen,
haben zwei Oldtimer vor die Kameralinse
den kleinen Bruder des Sechsfenster-Wa­
bekommen, als sie am 22. Mai 2011 anläss­ gens, persönlich, denn er ist um 1960 meh­
lich eines Bürgerfestes der Rheinbahn zwi­ rere Jahre mit ihm von der Hammer Straße
schen Bilk S und Volmerswerth kostenlos
zur Arbeit gefahren. Natürlich auf dem vor­
alle 10 Minuten pendelten. Mit dem Fest deren Perron stehend, direkt neben dem
bei Bratwurst und kühlen Getränken auf
Mann an der Kurbel, der auch keinen Sitz­
dem nördlichen Teil des Aachener Platzes platz hatte.
dankte die Rheinbahn den Bürgern für ihre
Die Rheinbahn schwärmt auf ihrer
Geduld während des erfolgreichen Um­ Homepage von diesem Triebwagentyp, der
baus der dortigen Haltestelle.
auch Holztriebwagen T2 genannt wird:
Ein Prachtstück ist der Triebwagen 954,
„Dieser für Düsseldorf sehr typische Rhein­
auch Sechsfenster-Wagen genannt, von
bahn-Museumszug ist eine der letzten Stra­
92
ßenbahnen mit Holzauf­
bau. Die feine Hand­
werkskunst wird an den
herrlichen Holzarbeiten
mit Messing-Beschlägen
im Wageninneren deut­
lich.“ Die vorhandenen
sechs Fenster statt der
üblichen fünf verhalfen
dem Zug zu der Bezeich­
nung „Sechsfenster-Wa­
gen.“ Man könnte mei­
nen, diese Straßenbahn
käme aus einer Schrei­
nerei. Man liegt richtig.
Als Hersteller nennt die
Endstation Hellriegelstraße: Verbandstriebwagen neben
Rheinbahn die Waggon­
„Silberpfeil“
fabrik Schöndorff, die als
AG mit Sitz in Düsseldorf ab 1890 im Be­ biet waren die Fernstrecken nach Moers
reich der Holzverarbeitung tätig war, zu­ (Linie M) und nach Krefeld (Linie K). Auch
nächst mit dem Bau von Möbeln und La­ diese Straßenbahn kennt der Autor per­
deneinrichtungen, später auch in der Fabri­ sönlich. Anfang der Sechziger fuhr er mit
der Linie M zum Schwimmen an einen
kation von Straßenbahn- und EisenbahnWaggons. Sie wurde 1933 in Düsseldorfer lauschigen See bei Uerdingen.
Waggonfabrik AG (DÜWAG) umbenannt
und 1959 in die Waggonfabrik Uerdingen
AG eingegliedert.
An der Wendschleife der 712 in Volmers­
werth fing unsere Kamera 2011 einen
zweiten Oldtimer ein: Den Verbandstrieb­
wagen T2, hergestellt im Jahr 1950 von der
DÜWAG Düsseldorf, der Nachfolgefirma
der Waggonfabrik Schöndorff. Er gehört
zu einer großen Straßenbahnserie in Ein­
heitsbauweise, die auf Initiative des „Ver­
● Tresorstudio
● Schließanlagen
bandes öffentlicher Nahverkehr“ nach dem
● Sicherheitstechnik ● Schlüsseldienst
Krieg entstand. Mit zwei starken Motoren
kann der Triebwagen bis zu zwei Beiwa­
Fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne.
gen ziehen. Ein Zweiachser, etwa zehn Me­
ter lang, mit 22 Sitzplätzen und kastenför­
migem gelbem Aufbau. Er erinnert an die
Schlüsseldienst & Sicherheitstechnik e.K.
ähnlich gestalteten Vorkriegs-Niederflur­
bahnen anderer Städte und unterscheidet
Frank Augst
sich von ihnen durch die tiefer herabgezo­
Konkordiastraße 111 · Ecke Bilker Allee
genen Seitenschürzen, durch die das Fahr­
Telefon 0211/3977 73
gestell verborgen ist. Es ist eine der letzten
Fax 0211/58 36555
deutschen zweiachsigen Straßenbahnen
und die erste Straßenbahn, in der der Fah­
www.concordia sicherheit.de
rer einen Sitz vorfindet. Haupteinsatzge­
93
Leserbrief
Betr.: „Abschied von der Linie 712“ Bilker Sternwarte 1/2016
Sehr geehrter Herr Fuhrmeister,
Ihren o. a. Artikel habe ich mit großem Interesse gelesen. Gestatten Sie mir hierzu
aber noch einige Ergänzungen. In der Tat fuhr auf dieser Strecke zwischen Bf. Bilk
und Volmerswerth, die am 14.04.1927 eingeweiht wurde, der sogenannte „Sechsfens­
terwagen“ mit Beiwagen. Nach 1937 wurde dieser dann schrittweise abgelöst durch
die neuen Niederflurwagen, die erstmals zur Ausstellung „Schaffendes Volk“ 1937
zu sehen waren. Gegen Kriegsende wurde der Betrieb auf der „17“ wegen Feindein­
wirkung eingestellt. Auch war der Weg über die Rheinbrücke nach deren Sprengung
im März 1945 unterbrochen. Die „17“ verkehrte vom Sommer 1945 dann nur noch
auf der Teilstrecke Luegplatz – Lörick. Bis zur Wiederherstellung der Brücke Ende
Mai 1948 verkehrte rechtsrheinisch dafür eine Linie 5 von Volmerswerth über GrafAdolf-Platz zum Hauptbahnhof. Bedient wurde diese Strecke meist mit recht alten z.
T. umgespurten Wagen aus dem alten Mettmanner Netz oder Zukäufen. Endstelle
war nach wie vor eine Weichenanlage unterhalb des Rheindeiches. Später wurde die
Endstelle zur Ecke Volmerswerther und Aachener Straße verlegt, da die neuen Ge­
lenkzüge „Ein-Richtungs-Züge“ waren. Sie konnten also die alte Weichenanlage
nicht mehr benutzen. Der von Ihnen genannte „KSW“ wurde, wie der Name sagt, im
Krieg entwickelt. Die Wagen hatten einen kleineren Fahrgastraum (nur drei Fenster)
aber größere Plattformen. Hierdurch wurde das Beförderungsangebot vergrößert. In
Düsseldorf wurde dieser Typ erst nach dem Kriege eingesetzt. Die sogenannten Auf­
bauwagen ab 1950 glichen in Aussehen und Ausstattung den Niederflurwagen von
1937/42, hatten aber die alten erhaltenen Fahrgestelle. Die Jahreszahl 1926 für die­
sen Wagentyp muss mithin falsch sein.
So nun habe ich Ihre Zeit und Geduld lange genug strapaziert. Meine Schreibma­
schine und ich sind zusammen alt geworden. Beide haben wir so unsere Macken
entwickelt. Ich bitte also um Entschuldigung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Karl-Heinz Küpper
94
Termine im Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau)
„Familienfrühstück“
im Ma
i
Am Sonntag, den 8. Mai veranstalten das Bürgerhaus Bilk und die AGB e V ab
10.30 Uhr das beliebte Familienfrühstück im Salzmannbau Neben einem reichhal­
tigen Buffet, gibt es wie immer einen musikalischen Live­Auftritt
Familien mit Kindern sind herzlich willkommen, Kinderstühle und Spielmöglichkei­
ten sind vorhanden Der Eintritt beträgt für Erwachsene 6 Euro und für Kinder ab
8 Jahre 3 Euro Weitere Informationen und Reservierung von Plätzen montags bis
freitags unter Telefon 0211 ­ 89 24 987
„Tango-Salon“
Am Donnerstag, dem 12. Mai, findet im Bürgerhaus Bilk von 18 ­ 22 Uhr wieder
der beliebte „Tango­Salon“ im Salzmannbau statt Unter Anleitung von Tanzlehrer
Erwin Neander können Singles und Paare Tango­Argentino tanzen, tanzen lernen
und neue Freunde finden Tango­Argentino – Schritt für Schritt erlernen Tanzlehrer
Erwin Neander erklärt die wichtigsten Grundschritte und einfache Figuren Das Er­
lernte kann danach direkt im Tango Salon auf dem Tanzparkett ausprobiert werden
Jung und Alt, Anfänger und fortgeschrittene Tänzer sind herzlich willkommen Der
Eintritt ist frei Weitere Informationen montags bis freitags unter Telefon 0211 ­ 89
24 987 im Bürgerhaus oder unter Telefon 0211 ­ 698 50 35 bei Herrn Neander
„Salsa Tanzparty“ mit Salsa flow
Am Freitag, dem 13. Mai, findet im Bürgerhaus Bilk von 20 ­ 24 Uhr eine „Salsa­
Tanzparty“ unter Leitung von Georges Bouazo und Anna Braun statt Für wenig
geübte Tänzerinnen und Tänzer gibt es um 20 30 Uhr einen kostenlosen Salsa­
Schnupperkurs mit Anna und Georges Alle, die Freude an Salsa­Musik und am
Tanzen haben, sind zur Party herzlich willkommen Der Eintritt ist frei Weitere In­
formationen unter Telefon 0211 ­ 89 24 987 im Bürgerhaus oder www salsa­flow de
Konzert „Paris – ein musikalisch, lyrischer Streifzug“
mit Klaus Grabenhorst
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Aktive
Alte in Bilk“ gastiert Klaus Grabenhorst (Ge­
sang, Gitarre) mit seinem Programm „Paris!“
für Sie am Mittwoch, dem 25. Mai, um 15
Uhr im Bürgerhaus Bilk
Ein musikalisch­poetischer Nachmittag mit
Liedern und Gedichten, Chansons in deut­
scher Sprache von Francois Villon, Georges
Brassons, Georges Moustaki und anderen Künstlern Lassen Sie sich entführen in
die Stadt an der Seine mit ihren Klängen, ihrem Charme und ihren Melodien
Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Seniorenrat, der KOMMA e V , der AGB
e V und dem Bürgerhaus Bilk Der Eintritt ist frei Der Zugang zum Saal im Erdge­
schoß ist barrierefrei Weitere Informationen unter Telefon: 0211 – 89 24 987
95
Termine im Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau)
„Kindersachenbörse“
Das Bürgerhaus Bilk und die AGB e V veranstalten am Sonntag, dem 29. Mai von
10 ­ 14 Uhr eine Kindersachenbörse im Salzmannbau
In gemütlicher, netter Atmosphäre kann man in Ruhe stöbern, plauschen und gut
erhaltene Kinderbekleidung, Spielzeug und andere Dinge rund um das Kind von
privaten Anbietern preiswert erwerben Eine Cafeteria sorgt für das leibliche Wohl
Weitere Infos montags bis freitags an der Infothek im Bürgerhaus unter Telefon 0211
– 89 24 987
Konzert mit Fabian Carbone & Julia Jech
In der Reihe „Bühnenreif“
stellt der Verein Gobalklang
e V musikalische Entdeckun­
gen und Geheimtipps vor
Die Verbindung zwischen
Geige und Bandoneón, dem
Tangoinstrument schlecht­
hin, ist innig und voller Poe­
sie Der Klang dieser Instru­
mente berührt das Herz, lädt
zum Träumen ein Die erste
Begegnung dieser beiden au­
ßergewöhnlichen Musiker
findet im Jahr 2001 statt Fa­
bian Carbone, schon ein berühmter Tangomusiker, gibt in der spanischen Stadt
Sigüenza einen Tangomusikworkshop mit anschließendem Solokonzert Julia Jech,
damals Austauschstudentin in Spanien, verfällt dem Klang des Bandoneóns und
nimmt direkt Privatunterricht bei Fabián
Inzwischen ist das Duo musikalisch eng zusammen gewachsen Mit eigenen Arran­
gements voller Subtilität und Tiefgang sowie mit seinen mitreißenden Interpretation
der Klassiker Astor Piazzollas hat es seine Zuhörer nicht nur in zahlreichen Städten
Europas, sondern zuletzt auch beim „X Cumbre Internacionál de Tango“ in Zárate,
Argentinien begeistert
Das Konzert findet am Sonntag, dem 29. Mai 2016, um 18 Uhr statt. Einlass ist ab
17 30 Uhr Der Eintritt kostet 7,50 Euro, 5 Euro ermäßigt mit Globalklang Card
Ticketreservierung unter Telefon: 0211 – 89 24 987
Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Verein Globalklang e V und dem
Bürgerhaus Bilk
Das Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau), Himmelgeister Str. 107 h,
ist erreichbar mit der Straßenbahnlinie 706 – Haltestelle „Am Steinberg“
und der Buslinie 835 – Haltestelle „Moorenstraße“.
96
Lesungen des Westdeutschen Autorenverbandes
im Mai und Juni 2016
im Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau) 40225 Düsseldorf, Himmelgeister Straße 107 h
Mittwoch, 18. Mai 2016 18 - 20 Uhr
Gaby Schumacher überrascht uns mit Satire und Blödelgeschichten.
Und unser Weltenbummler Leo Litz bringt uns „Von Klein bis Fein“. Preziosen aus
seiner Schatztruhe. Eingesammelt zwischen den Welten.
Mittwoch, 15. Juni 2016 18 - 20 Uhr
Hilde Gumnior-Schwelm beschenkt uns erneut mit ihrer Anwesenheit und wunder­
barer Lyrik und bringt auch wieder ihren virtuosen Ulrich Solty mit.
Sunny Imperfektion präsentiert uns ganz außergewöhnliche „Gedichte am Rande
der Traumwabe“.
Der Eintritt ist frei und Gäste sind aufs herzlichste Willkommen.
Im ElkeS-Art Salon, Julius-Raschdorff-Straße 63, 40595 Düsseldorf-Garath, findet
am Samstag, 21. Mai 2016 von 19 - 21 Uhr unter dem Titel „Mörderischer Rhein“,
eine Krimilesung mit Sabine Giesen und Elke Seifert, statt. Krimis, Gedichte und
Kurzgeschichten in mörderischer Vielfalt und kriminell gutem Ambiente. Der Ein­
tritt beträgt 12,50 EUR incl. Buffet und Getränke.
Anmeldung erbeten unter 0211-7052556 (auf AB sprechen bitte) oder
[email protected].
97
Bowle in Bilk
Gewidmet den Studentinnen und Studenten in Bilk
Von Jan Michaelis
Der Campus der Heinrich-Heine-Univer­
sität liegt im Südosten von Bilk und prägt
den Stadtteil besonders. Nicht nur in den
Wohnheimen auf dem Campus und nörd­
lich des Klinikgeländes, sondern auch im
restlichen Stadtteil wohnen viele Studen­
ten und Hochschulmitarbeiter.
In der Fachhochschule in Derendorf wird
der Film „Die Feuerzangenbowle“ in der
Vorweihnachtszeit im Audimax gezeigt.
Und es gibt ein Vorglühen, das „Bowle“ ge­
nannt wird. Die Zuschauer zelebrieren den
Film mit Heinz Rühmann mit Wunderker­
zen, Weckern, Taschenlampen und Glüh­
wein. Sie spielen in bestimmten Szenen
mit.
Die Fachschaft Mathematik der Hein­
rich-Heine-Universität Düsseldorf zeleb­
98
riert sogar die Feuerzangenbowle und zün­
det den rumgetränkten Zuckerhut an, der
auf dem Getränk herunterbrennt. „Die
Bowle brennt auch schon“, sagt Tobias.
„Das ist gar keine Bowle, sondern
Punsch!“, sagt Heiner. Tobias guckt ihn an:
„Klugscheißer!“
Das Getränk taucht im Film nur in der
Rahmenhandlung auf: In der Anfangssze­
ne des Films trinkt eine Runde älterer Her­
ren Feuerzangenbowle. Sie erinnern ihre
Schulzeit. Der Schriftsteller Dr. Johannes
Pfeiffer kann nicht mitreden, da er als
Kind von einem Privatlehrer unterrichtet
wurde. Die Runde beschließt, dass Pfeiffer
noch einmal zur Schule gehen soll, dies­
mal auf ein „richtiges“ Gymnasium. Das
wird ein riesen Jux oder auch eine richtige
Rüpelei.
In einer Kneipe in Bilk sitzen ehemalige
Klassenkameraden beim Bier. „Das packst
du nicht! Da halte ich jede Wette“, sagte
Gerhard. Doch Günther schlägt ein und
meldet sich zur „Externen Prüfung“. Da
muss er nachweisen, dass er als Autodi­
dakt sich Deutsch, Philosophie, Mathema­
tik und Französisch angeeignet hat.
Günther machte sein Abitur noch einmal
und das neue Zeugnis zeigt er Gerhard.
Der muss jetzt den Porsche von Günther
mit der Hand putzen und wienern. Wett­
schulden. Doch die Sache wird ein Skan­
dal, weil die Behörde keinen Spaß ver­
steht. Als sie Wind von der Sache be­
kommt, fühlt sie sich getäuscht, sie rechnet
die Kosten für den Scherz aus und mit
schwerem Geschütz schießt sie auf den
Kandidaten, droht, ihn als nicht seriös dar­
zustellen, so dass der um seine Existenz
fürchten musste. Mehr Humor beweisen
die Medien, allen voran das Fernsehen
und die größte Tageszeitung, die beide die
Sache zelebrieren als sei es ein raffinierter
Foto: Judith Michaelis
Coup. Da wird Günther gefeiert und gelobt
und man hört förmlich, wie ihm auf die
Schulter geklopft wird.
Heinrich Spoerl ist der Autor der „Feuer­
zangenbowle“ und lebte selbst in Düssel­
dorf, wo man ihn 2004 würdigte. Das
Heinrich-Heine-Institut hatte seinen Nach­
lass erschlossen und daraus eine Ausstel­
lung und ein Buch im Droste Verlag er­
stellt. Der Autor hätte nicht daran gedacht,
dass seine Phantasie so konkret werden
könnte. Für ihn war es eine Rüpelei, ein
Bühnenstück wie eine beliebige Hochsta­
pelei, das lag im Trend, gab es von Zuck­
mayer oder auch von Mann. Da passte er
gut dazwischen, bescheiden aber populär.
Das sollte nie ein Vorbild werden, nie
sein. Sondern einfach nur Spaß machen.
Gute Unterhaltung. Eine Ablenkung. Eine
Flucht aus der und vor der Realität. Aber
doch, Gott behüte, niemals eine nachah­
menswerte Aktion.
Und dann noch das. In diesem Stadtteil
Bilk, der eine Kneipenkultur hat, wie sonst
nirgendwo in Düsseldorf und der so jung
ist, weil hier so viele Studenten leben, da
feixen ausgerechnet die Alten der Jahrgän­
ge 1957, die bereits 1976 ihr Abitur gebaut
haben. Zeigen sich jugendlich lustvoll und
zu Streichen aufgelegt. Müssen sich etwas
beweisen und beweisen allen, dass sie
nicht zum alten Eisen gehören, dass sie
mithalten können, es noch immer hinkrie­
gen. Feiern eben ihren 55ten Geburtstag
und kriegen gesagt, da geht Garnichts
mehr. Was Hänschen nicht lernt, lernt
Hans nimmer mehr, hallt ihnen im Kopf.
Sie aber zeigen es, sogar eine neue Fremd­
Unser Gastautor Jan Michaelis neben
Heinrich Heine
sprache lässt sich erlernen in diesem Alter
und sie sehen sich schon noch ein weiteres
Studium absolvieren und mit den Studen­
tinnen und Studenten in Bilk und Deren­
dorf den Film die „Feuerzangenbowle“ fei­
ern. Und die „Rocky Horror Picture Show“
im kollektiven Taumel des Vertrauten, das
die Generationen verbindet und Riten und
Gebräuche neu erschaffen hat. Sie zünden
die Wunderkerze und trinken den Rot­
wein, lassen den Wecker klingeln und
fachsimpeln: Eine Bowle ist eine Bowle ist
eine Bowle. Nur die Feuerzangenbowle ist
keine. Sondern ein Punsch. Vielleicht so­
gar ein Wunschpunsch für ewige Jugend
und das Dasein als ewige Lausbuben.
Jan Michaelis wurde 1968 in Heilbronn
geboren. Der Schriftsteller aus Düsseldorf
veröffentlichte „Geschichten aus Bilk“ im
Sonderpunkt Verlag. Erhältlich bei der
Buchhandlung Bibabuze am Bilker SBahnhof oder bei „Buch in Bilk“ auf der
Suitbertusstraße.
Lesung am 23. Mai 2016 mit Jan Michaelis
Der Sauerländische Gebirgsverein, Abt. Düsseldorf, lädt einmal monatlich Referenten zu seinem Vereinsabend montags um 18 Uhr im Fuchs im Hofman‘s,
Benzenbergstr. 1, an der Bilker Kirche in Düsseldorf, ein.
Kurze und bunt gemischte „unterhaltsame Geschichten aus Bilk und Düsseldorf“ mitreißend und spannend vorgetragen von Autor Jan Michaelis. Gäste und
Mitglieder sind herzlich willkommen.
99
Am Vorabend des großen Krieges
Vor 400 Jahren stritt Europa um den Niederrhein – Folge 1
Von Holger Hutterer
noch waren ihnen inzwischen starke
Nachbarn erwachsen, gegen die es zusam­
menzuhalten galt.
Diese Verbindung war vor allem für Jü­
lich-Berg entscheidend, denn der Herzog
hatte nur eine Tochter als einzigen leibli­
chen Nachkommen. Nach damals herr­
schendem Recht galt ein Fürstengeschlecht
ohne männlichen Nachkommen mit dem
Tod des Fürsten als „im Mannesstamme
erloschen“. Der Kaiser hätte bei fehlendem
männlichen Erben auch die Ländereien
einziehen und ein anderes Fürstenge­
schlecht damit belehnen können. In unse­
rem Fall gab es eine Reihe von Interessen­
ten, die sich sogar auf kaiserliche Zusagen
berufen konnten. Zum Verständnis sei an
dieser Stelle gesagt, das hier Begriffe wie
Kaiser, Papst oder auch Kölner Erzbischof
pars pro toto stehen. Es ging um die jewei­
ligen Inhaber dieser oder anderer Ämter.
Wenn ein gerade amtierender Kaiser ein
Privileg ausgestellt hatte, musste das nicht
heißen, dass sich seine Nachfolger daran
hielten. Das sollte sich auch im Falle der
vereinigten Herzog­
tümer er weisen.
Seit 1925 bürgen wir für Qualität
Hier hatte der Kai­
ser die Eheverbin­
F R I E D H O F S G Ä R T N E R E I
dung genehmigt
und so konnte der
Br äut iga m , der
Jungherzog von
Grabneuanlagen  Grabpflege mit Wechselbepflanzung
Dauergrabpflege mit Gärtnergarantie  auf dem Nord-,
Kleve, beim Tode
Süd-, Unterrrather- und Heerdter Friedhof  Trauerdes Schwiegerva­
floristik (Lieferung zu allen Düsseldorfer Friedhöfen)
ters die Herzogsge­
walt über JülichHeerdter Friedhof
Südfriedhof
Berg übernehmen.
Schiess Straße 19
Am Südfriedhof 20
Er wurde damit
40549 Düsseldorf
40221 Düsseldorf
„iure uxoris“, d. h.
Telefon 0211/504 71 71
Telefon 0211/15 33 32
„aus dem Recht der
Telefax 0211/87 63 00 40
Ehefrau“ (von. lat.
Internet: www.Grabpflege-Kleis.de
E-mail: [email protected]
„ius“ = Recht;
Die kommenden beiden Jahre stehen im
Zeichen zweier bedeutender Ereignisse.
2017 jähren sich zum 500. Mal Luthers
Thesenanschläge und die daraus resultie­
rende Reformation. Im Jahr darauf wird an
die 400. Wiederkehr des Ausbruchs des
Dreißigjährigen Krieges gedacht, der 1618
begann. Fast zeitgleich zwischen diesen
beiden Ereignissen bestanden hier am Nie­
derrhein die vereinigten Herzogtümer Jü­
lich-Kleve.
Gut zwanzig Jahre vor Luthers Thesen­
anschlag verständigten sich zwei benach­
barte Fürsten, nämlich der Herzog von Jü­
lich-Berg und der Herzog von Kleve-Mark,
darauf, ihre Kinder zu verloben. Der Kle­
ver Herzog hatte einen Sohn, der Berger
eine Tochter. Mit der in deren Erwachse­
nenalter vorgesehenen Hochzeit sollte
dann im Westen Deutschlands ein mächti­
ges Territorium entstehen, das im damali­
gen Reich einen höheren Einflussbereich
haben würde. In den vorausgegangenen
Jahrhunderten standen sich beide Famili­
en gelegentlich feindlich gegenüber, den­
Theo Kleis GmbH
100
„uxor“ = Ehefrau) jülich-bergischer Her­
zog. Dieser Begriff „iure uxoris“ wird uns
im Laufe der Betrachtungen noch öfter be­
gegnen, denn so manches Territorium, das
uns hier beschäftigen wird, wurde in die­
ser Zeit nur durch dieses Recht, das bedeu­
tete, den Schwiegersohn als neuen Fürsten
anzuerkennen, erhalten oder gar Teil eines
größeren Herrschaftsgebietes.
Die Ehe der beiden Sprösslinge brachte
den erwünschten Erbprinzen hervor, der
nach dem Vater mehr als ein halbes Jahr­
hundert regieren sollte. Dieser hatte sogar
zwei männliche Nachkommen. Trotzdem
kam es dann zur Katastrophe. Der nun­
mehrige Erbprinz starb zwanzigjährig
während seiner Kavalierstour in Rom an
den Blattern. Sein jüngerer Bruder, der be­
reits für geistliche Ämter vorgesehen war,
hatte nun dieser Karriere zu entsagen und
für den Fall bereitzustehen, dem Vater im
Amt zu folgen. Dazu musste er verheiratet
werden. Das geschah 1585 in der berühmt
gewordenen Düsseldorfer Hochzeit. Die
Braut hieß Jacobe von Baden. Die Ehe
blieb kinderlos und da eine Scheidung un­
möglich war, wurde Jacobe ermordet. Aber
auch die zweite Ehe blieb „folgenlos“, da
der Bräutigam wohl schon dem Wahn ver­
fallen war.
Der Tod dieses letzten jülich-klevischen
Herzogs im Jahre 1609 hatte eine Vielzahl
anderer Fürstengeschlechter in Deutsch­
land und anderswo auf den Plan gerufen.
Der nun beginnende Jülich-Klevische Erb­
folgestreit war ein Vorbote des 1618 aus­
brechenden Dreißigjährigen Krieges, denn
bereits hier waren zahlreiche deutsche
und ausländische Mächte beteiligt. Es war
jedoch nur ein „Streit“ und kein „Krieg“,
obwohl es zu Belagerungen und bewaffne­
ten Vorfällen kam. Das Interesse der ande­
ren Mächte zeigt die Bedeutung, die diese
Region hatte.
Am Ende dieses Erbfolgestreits teilten die
Nachkommen von zwei der vier Schwes­
tern des verstorbenen Herzogs das Territo­
rium unter sich auf. Am 12. November 1614
einigte man sich endlich im Vertrag von
Xanten auf eine vorläufige Regelung. Der
Schwiegersohn der ältesten Schwester, nie­
mand Geringeres als der brandenburgische
Kurfürst, wachte fortan über das Herzog­
tum Kleve und die damit verbundenen
Grafschaften Mark und Ravensberg sowie
die Herrschaft Ravenstein, während der
Sohn der zweitältesten Schwester, der
Pfalzgraf aus Neuburg an der Donau, die
Regentschaft über die Herzogtümer Jülich
und Berg antrat. Die Hohenzollern und die
Wittelsbacher übernahmen damit die Herr­
schaft im Westen des Heiligen Römischen
Reiches Deutscher Nationen.
Vor über 400 Jahren entschied sich vor­
läufig die Zukunft der niederrheinischen
Territorien. Endgültig haben sich die An­
sprüche auf das jeweils vom anderen Haus
regierte Gebiet erst nach 1815 erledigt, als
der gesamte Niederrhein und weitere Ter­
ritorien beim Wiener Kongress Preußen
zugesprochen wurden. Bis dahin standen
die niederrheinischen Herzogtümer „im
Mittelpunkt der Mächte“, wie der Titel ei­
101
Herzgestöber
Haare und Gedanken
ungeordnet
Ihr Herz lebt
über seine Verhältnisse
verwundet
und
zuendgeliebt
- immer wieder Vielleicht
lernt es
ein neues Einmaleins
vielleicht
lernt es
sich zu bescheiden
Anni Rosemarie Becker
ner Ausstellung lautete, die die Stadtmuse­
en von Kleve und Düsseldorf im Herbst
und Frühjahr 1984/85 in ihren Räumlich­
keiten zeigten.
So schaute man auch auf die kirchlichen
Zustände am Niederrhein. Die regierenden
Herzöge haben sich immer zum katholi­
schen Glauben bekannt, obwohl an den
Hof in Düsseldorf, der sich zur Hauptresi­
denz entwickeln sollte, zahlreiche refor­
matorisch gesinnte Persönlichkeiten beru­
fen wurden. Auch der Laienkelch und die
Priesterehe waren damals hier nicht unge­
wöhnlich.
Während der Regentschaft des dritten
und letzten Herzogs von Jülich-Kleve-Berg
hatten sich die katholischen Kräfte am
Düsseldorfer Hof wieder durchgesetzt, die
alles dafür taten, die Herzogtümer nicht in
die Hände evangelischer Nachfolger fallen
zu lassen. Ihre Mühe war letztlich verge­
bens. Zwei Lutheraner, der Kurfürst von
Brandenburg und der Jungherzog von
102
Pfalz-Neuburg, teilten die Herzogtümer
unter sich auf.
Damit wäre das Spannungsfeld, in dem
sich dieser Erbfolgestreit abspielte, grob
skizziert. Dass es nur ein Erbfolgestreit
und kein Erbfolgekrieg war, liegt an ver­
schiedenen Ereignissen, die parallel dazu
stattfanden. So gab es potenzielle Kriegs­
treiber, die durch ihr Ableben ausschieden
und deren Nachfolger diese Kriegspläne
nicht weiterverfolgten. Außerdem waren
Luthers Thesen nun schon fast 100 Jahre
auf der Welt und einige mächtige Reichs­
fürsten hatten in ihren Ländern die Refor­
mation längst eingeführt. Auch der Kaiser
musste vorsichtig sein, denn die eigene
Familie machte seinem Sohn die Nachfol­
ge im Amt streitig. Er konnte daher nicht
mit aller Macht gegen die lutherischen Er­
ben am Niederrhein vorgehen, da er die
Protestanten im gesamten Reich für sei­
nen Machterhalt benötigte.
Deshalb soll zunächst die Rolle des Kai­
sers dargestellt werden, der das Oberhaupt
der übrigen Reichsfürsten war. Danach
stehen die näheren Umstände der Ehe­
schließung und die Territorien, um die es
dabei ging, im Vordergrund.
Unter der Überschrift „Die vereinigten
Herzogtümer und ihre Nachbarn“ schauen
wir dann auf die Länder, die an JülichKleve grenzten. Innerhalb eines Jahrhun­
derts hatten die Fürsten des französischen
Teilherzogtums Burgund eine Region er­
worben, die wir heute als Benelux bezeich­
nen. Diese Gebiete lagen im Herrschafts­
bereich des Kaisers, der 1477 vom letzten
männlichen burgundischen Herzog die
Hand dessen einziger Tochter für seinen
Sohn und künftigen Kaiser forderte. Somit
fiel „iure uxoris“ Burgund an die Habsbur­
ger. Mit dem gerade amtierenden Kaiser
begann die lange Reihe der Regenten aus
dem Hause Habsburg, die bis 1806 dauern
sollte, als Napoleon das alte Reich auflöste.
Gegen diese Vereinnahmung des bur­
gundischen Erbes zog Frankreich zu Felde.
Es betrachtete Burgund und seine Erwer­
bungen als französischen Besitz. Im Hin­
blick auf das Kaiserhaus Habsburg musste
Frankreich jedoch schließlich den Kürze­
ren ziehen. Damit begann ein fast 300 Jah­
re dauernder Gegensatz zwischen Frank­
reich und Habsburg, der noch dadurch ge­
steigert wurde, dass Habsburg auch den
spanischen Thron errang. Das französi­
sche Königreich befand sich auf diese Wei­
se in einer „Sandwich“-, wenn nicht gar in
einer „Zangenposition“. Mit der Sandwich­
position ist die Tatsache gemeint, dass sich
Frankreich nun im Norden – also an der
heutigen belgischen Grenze – und im Sü­
den an der spanischen zwischen von Habs­
burg dominierten Ländern befand. Es be­
fand sich geradezu in einer Zange, denn
auch am Rhein, der französischen Ost­
grenze, hatten die Habsburger Besitz. Der
Breisgau und Teile des Elsass gehörten zu
deren Familienerbe. Die Annäherung mit
Frankreich begann erst, als ein junger
Mann sich anschickte, Österreich Schlesi­
en abzujagen. Im Jahre 1740 griff der Preu­
ßenkönig Friedrich der Große Österreich
an, um Schlesien zu erobern. 23 Jahre und
drei blutige Kriege später hatte er sein Ziel
erreicht. Habsburg und Frankreich rück­
ten dadurch näher zusammen. Die neue
Freundschaft wurde mit einem Ehebünd­
nis besiegelt. Kaiserin Maria Theresia
schickte ihre Tochter Maria Antonia nach
Paris zur Hochzeit mit dem französischen
Thronfolger, dem späteren König Ludwig
XVI. Bei ihrer Vermählung bekam die
Braut auch den französischen Vornamen,
unter dem sie weltbekannt ist: Marie-An­
toinette! Eine Mutter will nur das Beste für
ihre Tochter, aber was geschah hier? Im
Zuge der französischen Revolution wurde
das Königspaar 1793 hingerichtet.
Ein anderes Fürstentum, dessen Existenz
heute nahezu unbekannt ist, war das Her­
zogtum Geldern. Um die Erbfolge in die­
sem Gebiet entstanden mehrfach Kriege,
in die die Nachbarn verwickelt waren, bis
schließlich Geldern als selbständige Größe
von der Landkarte verschwandt.
Den einzigen Amtsträger, den es bis in
unsere Tage gibt, ist der Erzbischof von
Bestattungen
Ulrich Ueberacher
Menschlichkeit ist unsere Stärke
Persönlich, kompetent und zuverlässig.
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Tag und Nacht erreichbar
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Mitglied im Bestatterverband
Nordrhein-Westfalen e.V.
www.bestattungen-ueberacher.de
Köln. Seine Vorgänger in dem hier erörter­
ten Zeitraum waren nicht nur kirchliche
Autoritäten, sondern vor allem Territorial­
herren, die ihre Ansprüche auch mit krie­
gerischen Mitteln geltend machten. Die
Schlacht von Worringen im Jahre 1288 sei
dafür nur stellvertretend genannt.
Mit den Konflikten, die es mit dem Köl­
ner Erzbischof gab, soll dann auch in die
geschichtlichen Abläufe eingestiegen wer­
den, die schließlich zur Annäherung der
Herzogsfamilien Jülich-Berg und KleveMark führten. Das formelle Ende der ver­
einigten Herzogtümer Jülich-Kleve war
der Vertrag von Xanten, der am 12. No­
vember 1614 geschlossen wurde. Dieses
Datum jährte sich vor fast zwei Jahren
zum 400. Mal. Deshalb habe ich mich im
Sommer vor zwei Jahren bemüht, an die­
ses Ereignis zu erinnern. Die Ergebnisse
meiner Recherchen waren so umfangreich,
dass ich erst jetzt darüber berichten kann.
Aber ganz im Ernst – wer kennt schon den
Vertrag von Xanten?
103
Buchempfehlung:
Von Martina Biermann
Heute lege ich Ihnen ausnahmsweise kein Kinder­ und Jugendbuch ans Herz Viel­
mehr empfehle ich Ihnen einen Roman, der mich intensiv berührt und gefesselt hat:
„Und sie werden nicht vergessen sein“
von Carmen Lobato
ISBN: 978­3­426­51820­5
Im Berlin der Vorkriegsjah­
re leben die junge Künstlerin
Eva und der aufstrebende
Schauspieler Martin mit ih­
rer gemeinsamen Tochter
Chaja Durch den Aufstieg
der Nazis beginnt Evas Ab­
stieg: Zum Einen stellt sich
heraus, dass Eva Jüdin ist,
zum Anderen, gilt ihre Kunst
als entartet Ihr Lebensge­
fährte Martin trennt sich von Eva und
wird fortan von den Nazis als Vorzeige­
schauspieler protegiert Eva jedoch muss
immer mehr unter Repressalien leiden
Als schließlich ihre Bilder und Kunst­
werke von der Gestapo eingesammelt
und ihre Besitzer enteignet werden,
bleibt ihr kein anderer Ausweg: Sie
überlässt ihre Tochter der mütterlichen
Freundin Wilma und forscht über den
Verbleib ihrer Kunstwerke nach…
Zur gleichen Zeit leben die deutsche
Archäologin Amarna und der armeni­
sche Bildhauer Arman in London und
führen ein allem Anschein nach ruhiges
Vorstadtleben Arman wird als Künstler
gefeiert und Amarna arbeitet im British
Museum Doch das Paar leidet unter Ar­
mans Vergangenheit Er hat als einziger
seiner Familie im Jahre 1915 den Geno­
zid in Armenien überlebt Dieses Grau­
en steht wie eine unsichtbare Mauer zwi­
schen ihnen Amarnas größter Wunsch
ist ein gemeinsames Kind Als der zweite
Weltkrieg ausbricht, meldet sich Arman
104
zur Royal Force Amarna be­
schließt ein jüdisches Pflege­
kind aus Deutschland aufzu­
nehmen…
Wie gehören diese beiden
Handlungsstränge zueinan­
der? Ich hoffe Ihr Interesse
geweckt zu haben…
Erleben Sie einen Roman
von großer erzählerischer
Kraft Dieses Buch ist mehr
als nur ein Liebesroman zur
Zeit des 2 Weltkriegs Er
nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise
und erzählt fundiert recherchiert von
den größten Greueltaten in der ersten
Hälfte des letzten Jahrhunderts In sei­
ner Strahlkraft ist dieses Werk eine
kraftvolle Aufforderung „nicht zu ver­
gessen“, den Mut zu haben an das Gute
im Menschen zu glauben und die Hoff­
nung niemals aufzugeben
Das Lesen dieses Buches geht unter
die Haut, wirft einen in ein Wechselbad
der Gefühle und regt an, sich intensiv
mit den Themen zu beschäftigen
Ein grandioses Buch, das hoffent­
lich viele Leser findet.
Die Autorin ist Romanistin und arbeitet
in einem Museum Die versunkenen Kul­
turen des alten Orients und das tragische
Schicksal des armenischen Volkes sind
ihr ein besonderes Anliegen Im Februar
2015 veröffentlichte sie den Titel „Die
Stadt der schweigenden Berge“ (ISBN:
978­3­ 426­51455­9), in dem der Leser er­
fährt, wie sich Arman und Amarna ken­
nenlernten und zusammen fanden
„Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“
Mit dieser Durchsage präsentierte Jo­ übermittlung möglich war, kam die Mo­
hann Philipp Reis (1834 – 1874), Bäckers­ biltelefonie erst in den 1990er Jahren
sohn aus Gelnhausen und späterer Leh­ auf, ermöglicht durch die Erfindung
handlicher mobiler Funkge­
rer für Französisch, Mathe­
räte und Entwicklung der
matik und Physik in Fried­
Digitaltechnik Was ist seit
richsdorf, am 26 Oktober
dem aus dem Fernsprecher
1861 Mitgliedern des Physi­
geworden? Ein kleiner Al­
kalischen Vereins in Frank­
leskönner, der bequem in
furt am Main den Fernspre­
der Hosentasche Platz fin­
cher, den er Telephon nann­
det Sollten Außerirdische
te Nach seiner Vervoll­
einmal in unseren Fotoar­
kommnung fristete der
chiven stöbern, werden sie
Fernsprecher über 100 Jahre
lang ein Schattendasein ir­ Briefmarke der Deut- glauben, dieses Gerät ist zu
gendwo in der Wohnung, schen Bundespost von einem Körperteil des Erdbe­
auf der Diele oder auf ei­ 1984 zum 150. Ge- wohners geworden, das er
nem schmucken Konsöl­ burtstag von Philipp nicht aus der Hand legen
chen im Wohnzimmer, auf Reis, Autor: Deutsche kann, nicht beim Schlafen
dem Schreibtisch im Büro Bundespost, Design: gehen, nicht auf dem Klo Es
oder im Lager an der Wand Elisabeth von Janota- gehört zur Artikelgruppe
Handy und nennt sich, ob­
1 1/2 bis 3 m Schnur mit in­ Bzowski
nenverlaufenden Kupferadern begrenz­ wohl es ohne Draht auskommt, auch
ten den Aktionsradius des Sprechenden Smartphone, was u a so viel heißt wie
Obwohl schon um 1900 drahtlose Funk­ „Telefon auf Draht“
Karsten Becker · Schreinermeister · Vogelsanger Weg 39 · 40470 Düsseldorf
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105
Repros(2): Jürgen Fuhrmeister
Von Jeff
Das Smartphone kann fotografieren die nicht immer stubenrein rüberkam, an
und Bilder speichern, wie auch Musik Beschimpfungen wie: „Du hast auch nicht
und diese abspielen und beides versen­ die Wahrheit gesagt “ Das Wörtchen
den Es ist Fahrkarten­ und Bankschalter, „auch“ ließ darauf schließen, dass nicht
nur einer die Unwahrheit
Fahrkarte und Kontoaus­
gesagt hat Allmählich ver­
zug, Uhr und Navigations­
lor das Wortgefecht an Hef­
gerät, Türöffner und Brief­
tigkeit, die Miene der jun­
kasten, Internetzugang,
gen Frau hellte etwas auf
Terminkalender und Fahr­
Man hatte den Eindruck,
plan Es liefert Rezepte
es bahne sich ein Kompro­
und persönliche Ratschlä­
miss an, als das Stichwort
ge, verwaltet Adressen,
„zum Italiener oder Tür­
schaltet aus der Ferne Kaf­
feemaschine an und Hei­ Briefmarke der Deutschen ken“ fiel Vielleicht ein
Bundespost von1961. 100
Vorschlag vom anderen
zung hoch, verschickt Brie­
Jahre Telefon von Philipp
Ende der Leitung, viel­
fe Es ist zu einem treuen
Reis – Reis Telefon von
leicht die Verabredung zu
Begleiter geworden und
1861. Graphics by K. O.
hilft in allen Lebenslagen Blase, Ausgabepreis: 10 einem Treffen bei einem
Und, das ist das Tollste von Pfennig am Erstausgabe- gemeinsamen Essen Und
allem, telefonieren kann tag am 26. Oktober 1961, während Er vermutlich
schon die Finger, beson­
man damit auch
Michel-Katalog-Nr.: 373
ders den Daumen, über
Das hat auch jene junge
Frau genutzt, die dem Chronisten in der die Tasten jagte, um ein passendes Lokal
712, als es die noch gab, gegenüber saß ausfindig zu machen, stieg die junge Frau
Horchen will man nicht, aber gezwunge­ sichtlich entspannt aus der Bahn aus Ei­
nermaßen musste man alles mit anhören ne Mitreisende, die alles mit angehört
Obwohl die Fahrgäste in Hörweite nur hatte, fragte beim Auseinandergehen an­
die eine Seite des Gesprächs vernahmen, teilnehmend: „Na Kindchen, ist alles wie­
konnten sie sich einen Reim darauf ma­ der in Butter?“ Die Antwort kam post­
chen, dass es sich um ein ernstes Bezie­ wendend und aus tiefstem Herzen: „Jaaa,
hungsproblem handelte Das machte man diese Männer!“ So wurde dieser Alleskön­
fest an der Lautstärke, an der Wortwahl, ner zum Problemlöser
Wir begrüßen
herzlich unsere
Neumitglieder
Sabine Heinzel
Peter Rautenberg
Burkhard Hintzsche
Volker Garn
106
Redaktionsschluss
für die nächste Ausgabe
der Bilker Sternwarte
ist Freitag,
der 17. Juni 2016.
Zu ihrem Geburtstag im Mai gratulieren
wir herzlich unseren Heimatfreunden
Hans­Dieter Caspers
Wolfram Overkott
Fredy Steneberg
Claudia Schmitz
Jutta Meyer
Willibald Rudolf
Volker Garn
Ulrich Wagener
02 05 1946
04 05 1966
07 05 1936
12 05 1971
15 05 1936
17 05 1931
20 05 1946
21 05 1951
70
50
80
45
80
85
70
65
01 05 1962
02 05 1944
02 05 1947
02 05 1948
03 05 1938
03 05 1964
04 05 1942
05 05 1939
54
72
69
68
78
52
74
77

Sabine Heinzel
Ulrike Dreier
Erich Boß
Winfried Ketzer
Maria Franken
Dr Laurentius Kolodziej
Kurt Bertus
Georg Fischer
Hubert Schmitz
Gerda Höck
Willi Weidenauer
Josef Schnitzler
Dr Florian Gabriel
Volker Maassen
Alfred Kater
Dr Michael Hoor
Dieter Brügemann
Heide Apitz
Theo Hilger
Brigitte Schmidt
Friedhelm Kronshage
Petra Janiszewski
Godelind Stinshoff
Udo Figge
Jürgen Schmitz
Ralf Breitkreutz
07 05 1940
08 05 1963
08 05 1932
08 05 1938
11 05 1939
11 05 1942
12 05 1938
15 05 1959
15 05 1949
16 05 1944
16 05 1952
16 05 1953
19 05 1957
20 05 1944
21 05 1942
25 05 1964
28 05 1969
31 05 1964
76
53
84
78
77
74
78
57
67
72
64
63
59
72
74
52
47
52
Zu ihrem Geburtstag im Juni gratulieren
wir herzlich unseren Heimatfreunden
Karl Müller
Ingo Kellner
08 06 1951 65
30 06 1976 40

Edda Schwill
Dr Thomas Tacke
Heinz­Dieter Segebarth
Josef Kramp
Marlene Lüttmann
Hans Vieten
Erwin Friedrich
Norbert E Greeff
Annette Pohl
01 06 1939
03 06 1947
03 06 1958
06 06 1937
09 06 1950
11 06 1939
13 06 1937
15 06 1950
19 06 1954
77
69
58
79
66
77
79
66
62
Irma Endrejat
Gerda Kirschbaum
Manfred Becker
Astrid Schwartz
Gerhard Wolf
Werner Kümpel
Ralf Antkowiak
Stefan Michaelis
Tim Wiatrowski
Helga Paessens
Horst Esser
Andreas Helmut Tigges
19 06 1942
19 06 1943
19 06 1940
19 06 1963
20 06 1935
22 06 1949
22 06 1963
26 06 1967
27 06 1968
27 06 1940
27 06 1939
29 06 1962
74
73
76
53
81
67
53
49
48
76
77
54
107
Am Eng von en Täuschung
Kenns du dat? Du häst dieh janzes Vertraue investiert. Du häst alles jedonn,
wat du donn kanns öm janz noh bei nem Minsch zu sinn, doch op emol stehse
doh wie ne bedressene Pudel.
Wat is passiert?
Dä angere hät disch bedrore ond du bis maßlos enttäuscht.
Enttäuscht? Wat heeßt dat?
Dat is dat Eng von en Täuschung!
Dat muß du ehsch verstonn. Du bis enttäuscht, doch dinn Täuschung is am Eng.
Im deefe Jeföhl steckt ne neue Bejinn, denn dinn Täuschung is am Eng.
Et deht zwar schräcklisch wieh, äwer du wehs wo du dran bis.
Du wehds disch mit dinn Enttäuschung noch en Ziet beschäftije mösse, äwer dä
neue Anfang is schon doh. Denn du kanns dovon usjonn, dat och dinn Täuschung am Eng is.
Dat höht sisch vieleischt wat filosofisch ahn, äwer dat is et eijentlisch nit, denn
du häs en neue Schangse.
Ond wat isch disch sare moß is, dat du emmer wiedder in sonn Läwenslare
kumme dehs, doh simmer nit för jefeiht.
Äwer du kanns dinn Erfahrung vertraue:
Näwe der Enttäuschung steht schon bald ne neue Wääsch:
Ond dä Wääsch heeßt:
Am Eng von en Täuschung steht immer ne neue Bejinn!
En dä Sinn sach isch: Madet joht!
Uere Jünther Fuchs
108
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DIE BILKER STERNWARTE
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Redaktion „Die Bilker Sternwarte“ : Susanne Garn
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