Von dreimonatiger beruflicher Auszeit zur Gründung eines

Von dreimonatiger beruflicher Auszeit zur Gründung eines
Entwicklungshilfevereins
Peter Birkenbeil berichtet über die Entstehungsgeschichte von Agua Viva
Als ich im Herbst 2008 für ein Vierteljahr nach Peru reiste, um dort Entwicklungshilfe zu
leisten ahnte ich noch nicht, dass sich aus diesem Projekt eine längerfristige Bindung ergeben
würde. Ursprünglich hatte ich geplant, drei Monate lang kräftig mitanzupacken, um dann mit
den im Vorfeld gesammelten Spendengeldern eine der Aktivitäten zu unterstützen, die ich in
dieser Zeit kennenlernen dürfte – wobei meine Wahl auf die Trinkwasserversorgung fiel.
Doch die Sache entwickelte sich weiter: Zum einen waren viele Freundschaften und soziale
Bindungen entstanden, zum anderen kamen in der Folgezeit immer wieder Menschen oder
Institutionen mit dem Angebot auf mich zu, für die Fortführung meiner Aktion etwas
beisteuern zu wollen. So ergab es sich, dass ich im Schnitt alle zwei Jahre nach Peru
zurückkehrte und mittlerweile vier Andensiedlungen mit Wasser versorgt werden konnten.
Aufgrund des einfachen technischen Konzepts (Quellwasser wird chloriert und über PVCRohre in die bergab gelegenen Siedlungen geleitet) und weil die begünstigte Bevölkerung
einfache Arbeiten wie das Ausheben der Rohrschächte eigenhändig ausführt, gestalten sich
die vorgenommenen Installationen dabei äußerst wirtschaftlich.
Bei meinem letzten Besuch hatte ich erstmals auch 23 kg an gespendeten Kleidungsstücken
dabei, die ich an die dankbaren Menschen vor Ort verteilte. Ein besonderes Highlight bildeten
dabei die strahlenden Festival-Shirts des Uferrockvereins, welche sich bei den Einheimischen
besonderer Beliebtheit erfreuten.
Als wichtigen Erfolg werte ich die Tatsache, dass ich in Zusammenarbeit mit einer lokalen
Caritas-Organisation für meine letzen Projekte eine nicht unerhebliche Bezuschussung durch
die peruanische Regierung erzielte, wodurch sich der Wirkungsradius der Arbeiten
entsprechend erweitert hat und das Geld aus der Staatskasse seinen Weg auch zu den kleinen,
abgelegenen Siedlungen finden konnte, denen sonst kaum Unterstützung zuteil wird.
Um das Ganze auch in Deutschland auf eine öffentlich getragene Basis zu stellen, gründete
ich schließlich den Verein Agua Viva („lebendiges Wasser“). Gemessen an den großen,
etablierten Hilfsorganisationen ist der Einflussbereich eines solchen Vereins natürlich sehr
begrenzt, doch besteht ein wesentlicher Vorteil darin, dass keinerlei Kosten für
Selbstverwaltung und Öffentlichkeitsarbeit entstehen. Da es mir ein persönliches Anliegen ist,
jede Spende zu hundert Prozent in die Entwicklungsprojekte zu investieren, werden
unvermeidbare Ausgaben wie etwa für die Versendung von Zuwendungsbestätigungen nach
wie vor privat beglichen.
Zusammen mit den Menschen in Peru sind wir für jeden Beitrag dankbar!
Agua Viva • IBAN DE62 5766 2263 0001 9214 26 • BIC GENODED1MPO
Falls Zuwendungsbestätigung gewünscht, bitte unter Verwendungszweck Adresse angeben.