Unser Jahresbericht 2015 - Kommunität Diakonissenhaus Riehen

163.
JAHRESBERICHT
2015
Darum lasst uns hinzutreten
mit Zuversicht zu dem Thron
der Gnade, damit wir
Barmherzigkeit empfangen
und Gnade finden zu der Zeit,
wenn wir Hilfe nötig haben.
Hebräer 4,16
Seite 1 | JAHRESBERICHT 2015
163. Jahresbericht
Überblick und Jahresrechnung 2015
Thema: «Fundamente»
Editorial ....................................................................................................................................... 3
Georg Schubert, Stiftungsratspräsident
Biblische Besinnung .................................................................................................................. 4
Sr. Esther Herren, Sr. Sonja Röthlisberger, Sr. Johanna Pfau
Aus den Organen der Stiftung ................................................................................................ 8
Sr. Doris Kellerhals
Schwesterngemeinschaft ......................................................................................................10
Sr. Doris Kellerhals
Drittorden .................................................................................................................................24
Marcus Sartorius
Freundeskreis ...........................................................................................................................25
Katrin Spahr
Geistlich-diakonisches Zentrum ...........................................................................................26
Sr. Karin Müller
Gästeangebote ........................................................................................................................28
Sr. Brigitte Arnold
Ausstellungen ..........................................................................................................................29
Hans-Rudolf Bachmann
Einblicke in fünf Engagements unserer Schwestern ........................................................30
Sr. Silvia Pauli, Sr. Sonja Dürrenmatt, Sr. Elisabeth Merz, Sr. Sabine Höffgen, Sr. Esther Herren
Kinderkrippe Rägeboge .........................................................................................................36
Gabriela Hofer
Aus unseren Leitungsgremien und Zentralen Betrieben ................................................38
Sr. Doris Kellerhals
Klinik Sonnenhalde AG – Psychiatrie und Psychotherapie ..............................................42
Stephan Burla
Statuten...............................................................................................................................44
Leitungsgremien.................................................................................................................46
Erfolgsrechnung..................................................................................................................48
Bericht der Revisionsstelle..................................................................................................49
Gaben und Legate...............................................................................................................50
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Editorial
Dein Wort, unser Gott, ist Licht, Quelle,
Wahrheit und Leben.
Um das Wort – genauer um Gottes Wort – ging es am Jahresfest
2015 der Kommunität. «Fundament» ist das Thema des Jahresberichts. Das hat durchaus einen Zusammenhang. Dein Wort,
unser Gott, ist Licht, Quelle, Wahrheit und Leben – «Dein
Wort ist unser Fundament». Das möchten wir als Stiftung
Kommunität Diakonissenhaus Riehen bekennen.
Aber Worte sind eine «seltsame Sache». Auf der einen Seite
plätschern sie manchmal nur so dahin und die Wortsuppe lässt
sich nur schwer aushalten. Eine Sturzwelle von Unwichtigem
ergiesst sich täglich über uns. Andererseits haben Worte Kraft.
Wir sprechen von segnen: bene dicere im Lateinischen, Gutes
sagen; und male dicere, Schlechtes sagen, wird zum Fluchen.
Worte haben Kraft und können etwas ausrichten, aufbauen
und zerstören. Wer kennt das nicht, das Wort zu rechten Zeit,
das tröstet und stärkt. Aber auch das andere – eine unbedachte
oder gewollte Bemerkung, die tief fällt und verletzt.
Auch dieser Jahresbericht enthält Worte, Worte, die informieren
und erzählen von dem, was im letzten Jahr die Kommunität und
ihre Gremien und Organe beschäftigt hat. Fröhliches, Trauriges,
Fundamentales – Worte, die hoffentlich aufbauen und stärken.
Mit dem Berichten drücken wir unseren Dank all denen aus, die
das Diakonissenhaus Riehen auf vielfältige Weise unterstützen.
In all dem, was hier gelebt und gearbeitet wird, hoffen und
erflehen wir, dass Gottes Wort Fundament ist und wird. Das
geschieht, wo Menschen suchen, fragen, beten, singen, hoffen
und glauben. Das geschieht in der Kommunität Diakonissenhaus Riehen. Hier wagen Schwestern und Mitarbeitende Tag
für Tag ihr Leben der Nachfolge in unserer Zeit zu gestalten.
Dafür im Namen des Stiftungsrates allen Mitarbeitenden, die
an diesem Leben teilhaben, den leitenden Mitarbeitenden, den
stellvertretenden Oberinnen und der Oberin, Schwester Doris
Kellerhals, ganz herzlichen Dank.
Georg Schubert, Stiftungsratspräsident
Seite 3 | JAHRESBERICHT 2015
Biblische Besinnung
«Fundamente» – so lautet das Thema unseres Jahresberichtes. Drei Schwestern teilen ihre
Gedanken zu biblischen «Fundament»-Worten nach der Neuen Genfer Übersetzung.
«Das Fundament ist bereits gelegt, und niemand kann je ein anderes legen.
Dieses Fundament ist Jesus Christus.» 1. Korinther 3,11
Baustellen – wir haben sie vor
Augen; an der Schützengasse,
wo früher unser Pflegeheim
und das Schwesternhaus standen, wurde und wird gebaut.
Wir sehen, welch grosse Sache
es ist, das Fundament auszuheben und zu legen.
Und jetzt wird uns für unser
Leben zugesagt: «Das Fundament ist bereits gelegt!» – Was
für ein Glück, welche Gnade! Das Wesentliche müssen
wir nicht selber schaffen, es
ist schon gegeben, in Jesus
Christus. ER ist hier, heute
ganz für uns da, und IHM
gehören wir. Wie gut, so leben zu dürfen!
Eine unserer Vesper-Feiern beginnt mit dem mehrmals wiederholten Liedruf: «O Christe, domine Jesu». Ihn singen,
spielen heisst für mich: Staunen, Freude, dass ER unser
Herr ist, und Entschlossenheit, uns gemeinsam neu auf
IHN zu gründen. Schlichte
Worte und Töne – mit unendlich tiefer Bedeutung!
Auch mein persönliches Beten besteht manchmal nur aus den
Worten CHRISTUS – JESUS. Im Atemrhythmus lasse ich sie
in mir klingen; später verbinde ich sie mit den Namen von
Menschen, die ich damit in Sein Licht, Seine Liebe hinein
nehme. Dann und wann sagt jemand zu mir: «Jesus leuchtet
aus dir». Das macht mich tief froh. Und mir ist bewusst: Auch
ich kann nur glauben, weil andere mir das Vertrauen in Gott
vorgelebt haben, mir mit ihrem Beispiel Mut gemacht haben,
mich IHM hinzugeben. Zuerst meine Eltern, viele andere …
auch manche noch lebende oder schon heimgegangene Mitschwester.
Das Fundament ist gelegt. Gutes darauf zu bauen, ist unsere
Verantwortung, heisst es im Korintherbrief anschliessend. Für
mich bedeutet das: All mein Sein und Tun für Jesus Christus zu
öffnen und auf IHN hin auszurichten. Immer im «Jetzt» von
IHM Weisheit erbitten, Kraft, Geduld. Ganz einfach und ganz
schwierig. So oft schaue ich auf den Tag zurück und merke, wie
ich über weite Strecken mehr von äusseren und inneren Antreibern bestimmt war, als von Jesus. Das ist ernüchternd und
enttäuschend. Trotzdem: Ich will dranbleiben. Meine geistliche
Begleiterin hat mir mal das Wort mitgegeben: «­ Jamais découragée car toujours pardonnée» (nie entmutigt, weil uns immer
vergeben wird) – darauf baue ich und fange wieder an!
Schwester Esther Herren
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Seite 5 | JAHRESBERICHT 2015
«Es ist mein Gebet, dass Christus aufgrund des Glaubens
in euren Herzen wohnt und dass euer Leben in der Liebe verwurzelt
und auf das Fundament der Liebe gegründet ist.» Epheser 3,17
Beten, Glauben, Wohnen,
Leben, Lieben, Wurzeln,
Fundament – diese Worte
sprechen mich beim Lesen
dieses Verses an.
Das Gebet ist für mich eine
besondere Kraftquelle. Im
Gebet empfange ich Klarheit. Beim Gebet wird mein
umtriebenes Herz oft wieder ruhig. Im Gebet bringe
ich Menschen und Situationen vor Gott. Ich arbeite im
Feierabendhaus. Die Feierabendschwestern tragen das
Gebet besonders auf ihrem
Herzen. Sie sind mir in ihrer
Beständigkeit ein Vorbild.
Glauben an unseren Dreieinigen Gott wächst, indem ich
in seinem Wort lese und mir
die biblischen Geschichten
in der Stille lebendig werden lasse. Der Glaube unserer Feierabendschwestern erzählt mir, wie Gott auch mit ihrem Leben
und dem Leben unserer Kommunität Geschichte geschrieben
hat.
Gott wohnt im Lobgesang seines Volkes. Täglich geben wir
Gott die Ehre in unseren Gebetszeiten. Es ist für uns eine ausgesparte Zeit in unserem Arbeitsalltag. Diese Gegenwart Gottes wird genährt im gottesdienstlichen Leben, zu dem Gott uns
berufen hat. In der Bibel steht, dass wir der Tempel unseres
lebendigen Gottes sind. Welch ein Geschenk!
Leben: Alle sehnen sich nach kraft- und sinnvollem Leben.
Mein Leben bekommt Kraft und Sinn, indem ich auf die
Stimme des Heiligen Geistes höre und vertrauensvoll die Wege
gehe, die er mich führt.
Lieben: Das Leben soll aus der Liebe wachsen. Keine oberflächliche oder billige Liebe. Liebe, die die zweite Meile mitgeht. Liebe, die nicht aufgibt. Liebe, die dran bleibt. Herr,
schenke mir diese Liebe.
Wurzeln: Das Bild unserer Eiche steht vor meinem inneren
Auge. Im Sturm und Wetter hat sie tiefe Wurzeln getrieben.
Auch ich treibe durch die Herausforderungen des Lebens tiefe
Wurzeln. Wurzeln wachsen in der Stille. Es ist ein lautloser
und stiller Prozess.
Fundament: Ich bin verantwortlich für das, was ich in meinem Herzen kultiviere. Ich wünsche mir an Stelle von harter
und trockener Erde einen Boden, der aufnahmefähig ist für
Gottes Gnade. Alles was mir widerfährt kann ich in Beziehung
zu Jesus bringen. Er hilft mir die Dinge, die mir widerfahren
in seinem Licht anzuschauen. Vergebung anzunehmen und
weiterzuschenken.
Schwester Sonja Röthlisberger
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«Schon längst weiss ich aus dem, was du in deinem
Wort bezeugst, dass du es als Fundament ewiger
Gültigkeit gelegt hast.» Psalm 119,152
Schwester Johanna blickt zurück auf Stationen ihres ­Lebens
in ihrer Kindheit und ihrer langjährigen Zugehörigkeit zur Ev.
Diakonissenanstalt Karlsruhe-Rüppurr.
Die früheste bewusste Erfahrung, dass Gottes Wort hält und
trägt, machte ich am Ende des 2. Weltkriegs im Frühjahr 1945.
Deutschland stand vor der Kapitulation, doch immer noch wurde gekämpft. Mit Mutter und Grossmutter waren wir Kinder
im Keller unseres Hauses, als mitten in der Nacht ein Panzer der
französischen Armee direkt vor unserem Haus durch deutsche
Artillerie abgeschossen wurde. Die Haustür wurde aufgebrochen, um Verwundete zu bergen. Das Haus wurde besetzt und
wir warteten angespannt, wann wir entdeckt werden würden.
Da erlebte ich das starke, anhaltende Gebet meiner Grossmutter, ihr Vertrauen in Gottes Wort: «Rufe mich an in der Not, so
will ich dich erretten und du sollst mich preisen.» (Psalm 50,15)
Wir wurden vor Übergriffen der Soldaten bewahrt. Als sie uns
nach Tagen entdeckten, versorgten sie uns sogar freundlich mit
Essen. Damals, im 8. Lebensjahr, wurde in mir das Fundament
des Vertrauens in die Kraft des Wortes Gottes gelegt.
Später, auf meinem Weg in die Gemeinschaft der Diakonissen
in Karlsruhe-Rüppurr, erlebte ich starke geistliche und berufliche Herausforderungen. Da waren Aufgaben zu bewältigen, die
ich mir nie gewählt hätte. Aber genau da waren Gottes Wort
und das Gebet die Quellen der Kraft, auch durch Fehler und
Versagen hindurch. Am Tag meiner Einsegnung als Diakonisse wurde mir das Wort zugesprochen: «Dein Wort ist meines
Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen
genannt, HERR, du Allmächtiger Gott.» (Jeremia 15,16)
Diesen Zuspruch brauchte ich dringend, denn wieder stand ich
vor einer herausfordernden Aufgabe. Nach dem unerwarteten
Heimgang der Leiterin der Krankenpflegeschule wurde mir diese Aufgabe übertragen. Der Herr hörte meine Stossgebete auf
dem Weg in die grossen Klassen. Er liess mich an der Aufgabe
wachsen.
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Die 68-iger Jahre in Deutschland liessen auch die Mutterhäuser nicht unberührt. Eine
Wegbewegung von der Entschiedenheit in der Nachfolge
Jesu hin zu mehr Öffnung für
das zeitgemäss Aktuelle wurde
spürbar. In unserer Gemeinschaft in Karlsruhe-Rüppurr
kam von der damaligen Leitung das Motto «Öffnung
oder Konzentration?» Das forderte eine klare Entscheidung.
Eine Mitschwester sagte Jahre
später: «Wenn wir damals
nicht zur Bibel zurück gekehrt
wären, so wären wir wohl alle
nicht mehr da.» Das Wort
Gottes, besonders auch das gemeinsame Gebet, führte neu
zusammen, wirkte Vertrauen
untereinander, schenkte Freude und Mut, auch Neues zu
wagen.
Und nicht zuletzt: es hilft
auch loszulassen wenn ein
Auftrag zu Ende geht, auch
wenn viel Schmerz dabei ist.
Mag es aussehen als wäre da
nur Zerbruch; das Fundament trägt. Jesus Christus ist
das lebendige Wort Gottes; er
schenkt sich uns als Brot des
Lebens. Er selbst will Fundament unseres Lebens sein in
Zeit und Ewigkeit.
Schwester Johanna Pfau
Aus den Organen der Stiftung
Schwesterngemeinschaft
/ Kommunität
Die Schwesterngemeinschaft
versammelte sich im Jahr
2015 zu zwei Konferenzen
und einem Schwesterntag.
Die erste Konferenz des Jahres im Juni war vor allem
der Information über die
Jahresrechnung 2014, dem
Gespräch über Herausforderungen und Veränderungen
im Bereich der Kommunität,
der zentralen Betriebe (Küche, Gärtnerei) und der Verwaltung gewidmet.
Der Schwesterntag nach dem
Jahresfest ermöglichte den spontanen und dankbaren Rückblick auf das Fest. Erstmals fand eine interne Abendmahlsfeier
für die Gemeinschaft mit Einsegnungserinnerung statt, welche
auf dem gemeinsamen Weg der Berufung zum kommunitären
Leben als Ermutigung erlebt wurde.
An der zweiten Konferenz im Dezember vertieften wir die
Thematik unserer Berufung auf der Basis von Markus 1,1620: Jesus ruft gewöhnliche Menschen bei ihrer gewöhnlichen
Arbeit in seine verbindliche Nachfolge.
Im Anschluss an einen umfassenden Rückblick auf das Jahr
2015 mit den Rüsttagen, den Schwesterntagen, den letzten
Stillen Tagen mit Herrn Pfarrer Richner, den Monatsimpulsen der Hausleitung warfen wir einen Blick auf Projekte und
erste Entscheidungen fürs Jahr 2016: Projektstand ehemaliger
Spitaltrakt Schützengasse 37; Prozess Neubesetzung Amt der
Oberin und Veränderungen in der Hausleitung im Jahr 2016.
Stiftungsrat
Fünf Mal traf sich der Stiftungsrat im Jahr 2015. Inhaltlich
befasste sich der Stiftungsrat vor allem mit Fragen zur Umsetzung der neuen Rechnungslegung, bewilligte die Jahresrechnung 2014, das Budget 2016 und die Anpassung der Risikobeurteilung für die Kommunität Diakonissenhaus Riehen
per 31.12.2015, setzte sich mit der Neuorganisation des Verwaltungsbereiches auseinander und bewilligte die Stelle Leiter
Verwaltung, die nach gut drei Jahren der Vakanz und Überbrückung neu besetzt wurde.
Dann waren es zahlreiche bauliche Anliegen, vor allem in
Riehen, aber auch in Wildberg, welche dem Stiftungsrat zur
Beschlussfassung vorgelegt wurden. Vertiefte Beschäftigung
benötigte das Projekt «Spitaltrakt Schützengasse 37». Nach
umfassenden Abklärungen durch Fachplaner und Architekten
entschied sich der Stiftungsrat für die Variante Sanierung der
Gebäude und sah ab von der Variante Ersatzneubau.
Unser Dank geht speziell an unsere externen Mitglieder des
Stiftungsrates: Herrn Georg Schubert (Präsident), Herrn Konrad Meyer und Herr Richard Widmer für ihr ausserordentlich hohes und hilfreiches Engagement. Herr Richard Widmer
wirkt zudem in unserem Fachgremium Finanzen mit, das von
Herrn Herbert Kumbartzki geleitet wird und unser Finanzund Rechnungswesen unterstützt.
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Komitee / Beirat
Das Komitee traf sich im Jahr 2015 zu drei Sitzungen. Kompetent und engagiert berieten die Mitglieder des Komitees mit
ihrer Fachkompetenz den Stiftungsrat in den oben erwähnten
Fragen und Entscheidungen. Sie trugen so zu guten und fachlich breit abgestützten Entscheidungen im Stiftungsrat bei.
Ein besonderer Dank geht an Herrn und Frau Andreas und
Regine Nyfeler-Flubacher. Als Architekten haben sie uns mit
all ihrem Fachwissen bei diversen baulichen Fragen hoch kompetent unterstützt. So haben sie gemeinsam mit unserer Leiterin Bauwesen, Schwester Iris Neu, für das Neubauprojekt
an der Inzlingerstrasse 9 einen guten Evaluationsprozess mit
vier Studienaufträgen begleitet. Zur Jury gehörten auch unser
Stiftungsratsmitglied, Herr Richard Widmer, und Herr Heiner
Gammeter, Leiter Verwaltung.
Ebenso danken wir allen Komitee-Mitgliedern für ihre Unterstützung und ihr Mittragen.
Schwesternrat
In den Ordnungen für den Schwesternrat sind dessen Aufgaben verbindlich definiert:
Der Schwesternrat hat im Rahmen der nachfolgenden Vorgaben Anteil an der Leitung der Kommunität Diakonissenhauses
Riehen. Es sind ihm folgende Angelegenheiten vorzulegen:
- Aufnahme von Frauen ins Postulat, Noviziat I und Noviziat
II, die Einsegnung von Schwestern, Entlassung eingesegneter
Schwestern und Wiederaufnahme ausgetretener Schwestern. Dafür ist ein übereinstimmender Beschluss der Hausleitung und des
Schwesternrates notwendig.
- Vernehmlassung und Empfehlung zur Wahl der Mitglieder des
Stiftungsrates, des Komitees (Beirat), der Oberin, ihrer Stellvertreterin/nen, des Pfarrers. Die endgültige Wahl erfolgt durch die
Gesamtheit der eingesegneten Schwestern.
- Wahl der hauptverantwortlichen Schwester für die Postulantinnen und Novizinnen.
- Behandlung von zentralen Fragen, welche die Lebens-, Glaubens- und Dienstgemeinschaft betreffen.
- Stellungnahme zu Entwicklungen im Gesamtwerk.
- Behandlung aller Angelegenheiten, die dem Rat vom Stiftungsrat
oder von der Hausleitung zur Begutachtung vorgelegt werden.
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Im Rahmen dieser Vorgaben
befasste sich der Schwesternrat im Berichtsjahr u.a. mit
folgenden Themen:
-
Definition von thematischen Schwerpunkten für
das Jahr 2015,
- Anfrage für die Kandidatur
im Drittorden,
- Kandidatur und Postulat der
Schwesterngemeinschaft,
- neues Angebot: Kloster auf
Zeit,
- inhaltliche Anliegen für das
Projekt Schützengasse 37
(Spitaltrakt),
- Erfahrungen mit Neuerungen rund um das Jahresfest,
-
Behandlung aktueller Themen und Fragen.
Dankbar bin ich über den tragenden und verantwortungsbewussten Schwesternrat, der
auch einen Auftrag im Gebet
sieht und sich vierzehntäglich
zum gemeinsamen Gebet für
die Kommunität trifft.
Schwester Doris Kellerhals,
Oberin
Schwesterngemeinschaft 2015
Fundamente
Die Kommunität Diakonissenhaus Riehen ist ausserordentlich facettenreich.
Sie versteht ihren Auftrag
Kirchlein in der Kirche Jesu
Christi im Heute zu sein.
Das Heute hat mit seiner Vielgestaltigkeit auch das Innere
unsere Kommunität erreicht.
Unser Leben ist oft sehr vielschichtig: mit den zahlreichen
Anfragen und Anliegen von
aussen, den Erfahrungen und
Aufgaben im Innern.
Das kann anstrengend sein,
überfordernd.
Deshalb: Wir brauchen stabile Fundamente.
Zu allen Zeiten ist die Kirche einsturzgefährdet; so hat
es damals Franziskus im 12.
Jahrhundert wahrgenommen.
Auch unser kommunitäres
Kirchlein in der Kirche ist
gefährdet.
Giotto di Bodone: Gebet des Hl. Franziskus in San Damiano
Und die Gemeinschaft benötigt das vielseitig geprägte verbindliche Engagement all ihrer Glieder, um den Auftrag als
Lebens-, Glaubens-, Dienst- und Zeugnisgemeinschaft zu gestalten. Alle, ob jünger oder sehr alt, gehören dazu durch die
Mitte: Jesus Christus.
Die Vielgestaltigkeit unserer Gemeinschaft ist nur tragbar, zumutbar und zusammen zu halten, wenn die Mitte genügend
Raum hat: Jesus Christus, wie er bezeugt ist in der Heiligen
Schrift, im Wort Gottes.
So sind wir gemeinsam orientiert auf Christus in unseren Gebetszeiten, Gottesdiensten, Stillen Tagen. Jede von uns sucht für
sich persönlich die Mitte, Jesus Christus: in Stillen Zeiten, im
Hören auf Gottes Wort. Darin ermutigen wir uns gegenseitig.
Das Wort wohnt reichlich unter uns (vgl. Kol. 3,16). Die Regel der Communität Christusbruderschaft Selbitz ermutigt:
«Betrachte täglich Gottes Wort, nimm es mit dem Herzen auf.
Der Glaube wurzelt im Wort. Nährst du dich nicht mit dem
Wort, wird der Glaube verkümmern und du fällst auf dich
selbst zurück und auf Gottesbilder deines eigenen Herzens.»
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Wie? Lesen – bedenken – beten – beherzigen. Das sind die
einfachen Schritte, entnommen dem mittelalterlich-reformatorischen Erfahrungsschatz. Oder: so üben wir es manchmal
in unseren Austauschgruppen: Was steht da? Was tut Gott?
Was gilt mir?
Bibelwort und Lebenswirklichkeit zusammenhalten, das ist
nach Johann Georg Hamann die «gesegnete Kunst», die man
üben muss. Und zwar nicht, um eine Last mehr zu haben und
darunter die Tragkraft zu verlieren. Diese gesegnete Kunst entlastet unser Leben, weil das Vielerlei zum unum necessarium
wird, zum einen, das Not tut.
Bonhoeffer schreibt in seinem Gemeinsamen Leben: «Das gemeinsame Leben unter dem Wort beginnt mit dem gemeinsamen Gottesdienst in der Frühe des Tages. Die Hausgemeinschaft versammelt sich zu Lob und Dank, Schriftlesung und
Gebet. Die tiefe morgendliche Stille wird erst durch das Gebet
und Lied der Gemeinde durchbrochen.»
Wir beginnen unseren Tag um 6.30 Uhr in der Kapelle. Es ist
spannend, welch ordnende Kraft über alle Zeiten hindurch bei
uns die Losungen hatten. Sie gehören seit 1852 zu unserem gemeinsamen Tag und haben ihren Platz in der Morgenfeier. Es
braucht Kraft und Übung, sich diesen Rhythmus anzueignen.
Manche unter uns sind am Abend präsenter als am Morgen.
Das Bekenntnis mit dem Psalmbeter ermutigt uns: «Frühe
wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir
schicken.» (Psalm 5,4) Das Wort und das Gebet in der Frühe
entscheiden über den Tag – es sind Fundamente unseres Tages.
Wort oder Sakrament sind Fundamente unserer kommunitären Wochentage: Am Freitag feiern wir in der Frühe das
Abendmahl. Neu auch in unserem Feierabendhaus am Nachmittag zwei Mal im Monat. Diese Basis trägt unser gemeinsames Leben und erfüllt es mit dem Geschenk der Gnade.
«Die Mittagsstunde wird für die christliche Hausgemeinschaft,
dort, wo es möglich ist, eine kurze Rast auf dem Weg durch
den Tag.» (Bonhoeffer) Da freuen wir uns über unser Mittagslob mit dem täglich wiederkehrenden Wochenpsalm.
Seite 11 | JAHRESBERICHT 2015
Das Abendgebet und die Vesper am Freitag sind uns wichtig. «Hier ist der besondere
Ort für die gemeinsame Fürbitte», schreibt Bonhoeffer.
Ja, so pflegen wir sie auch am
Abend vielseitig. Wir tragen
die Last der Welt vor Gottes
Thron – im Vertrauen, dass er
handelt.
«Denn», so Manfred Seitz,
«die geistliche Schriftlesung
bedarf der Kirche als Auslegungsgemeinschaft, in der
Gottesdienst und Lehre massgebende Grössen sind, um
nicht zu vereinsamen und zu
erkranken.»
Ein Blick auf unser neu
gestaltetes Liturgie-Heft
Morgenfeier:
Wir freuen uns darüber, dass wir als Kommunität das gute
Wort der Heiligen Schrift auf vielgestaltige Weise empfangen
und weitergeben:
• in Predigtdiensten daheim und auswärts,
• in Angeboten zu Bibelgesprächen in Gruppen von Schwestern und für Menschen von aussen im Geistlich-diakonischen
Zentrum,
• an Stillen Tagen für die Gemeinschaft und den Drittorden,
• an Einkehrtagen und geführten Tagen im Schweigen für
­Gäste,
• im Kinderlager, das wir in diesem Jahr nach einem Unterbruch zum Aufbau des Geistlich-diakonischen Zentrums
wieder aufnehmen konnten,
• in Exerzitien im Alltag und einem Glaubenskurs gemeinsam
mit der Dorfkirche,
• in Bibelkreisen und von unseren Schwestern gestalteten Gottesdiensten in Altersheimen hier in Riehen,
• mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei monatlichen gemeinsamen Znünipausen mit einem praktischen Impuls zum Leben als Christen.
Es ist zum Staunen, dass Gottes Wort aktuell bleibt und wir
immer neu davon tief im Herzen erreicht werden. Wie kostbar
sind doch auch Stille Tage mit unseren hoch betagten Schwestern. Mit spürbarer Offenheit lauschen sie dem Wort, um ihm
Raum zu geben in ihrem Leben. Es bleibt ihr Fundament.
Ausbildungen und Weiterbildungsmöglichkeiten mit biblischem Schwerpunkt sind auch für uns Schwestern wichtig. Wie
gut ist es, dass es möglich ist, wie für unsere Schwester B
­ rigitte
Arnold im Rahmen einer Ausbildung zur Exerzitienleiterin,
sogar eine 40-tägige Exerzitienzeit zu leben. Da hat das Wort
einen weiten Raum, um Wohnung in uns zu nehmen.
Denn es ist ein Geheimnis, das uns schon von den alten Wüstenvätern überliefert ist: In ihrem Leben, das von Schriftstudium, Gebet und Handarbeit bestimmt war, reiften sie zu begnadeten Seelsorgern heran und konnten vielen Menschen durch
geisterfüllte Ratschläge helfen.
So kam einer zum Altvater Antonios und fragte ihn, was er tun
müsse, um Gott zu gefallen. Der Vater gab ihm zur Antwort:
«Befolge, was ich dir auftrage! Wohin immer du gehst, habe
überall Gott vor Augen. Was du auch tust oder was du redest:
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Für alles suche ein Zeugnis in den Heiligen Schriften. Wenn du
dich an einem Ort niederlässt, dann entferne dich nicht leicht.
Diese drei Dinge beobachte und du wirst das Heil finden.»
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Das ist die ordnende und heilende Kraft, die Christus in
unserer Mitte schenkt.
Der vom Fundament geprägte Alltag
Die Beschäftigung mit Gottes Wort lässt uns in unserem gewöhnlichen Alltag geprägt sein von Gottes Wirklichkeit.
«Vertiefe dich in das Evangelium, dass die Person Jesu Christi
vor deinem inneren Auge lebendig wird und in deinem Leben
Gestalt gewinnt.» (CCB Selbitz)
Der Heilige Geist hat die Kraft, uns zu erinnern. Im rechten
Moment das rechte Wort: Ermutigung, Trost, Klarheit.
Unser Berichtsjahr war zunächst durchzogen von Erfahrungen
des Schmerzes, des Unverständnisses. Da hatten wir besonders
die klärende Gegenwart Gottes und das unbestechliche Wort
des Herrn nötig.
Fünf unserer Schwestern wurden heimgerufen. Eine unserer
jüngeren Schwestern hatte schwere psychische Krise mit anschliessender Urlaubszeit und unsere einzige Novizin ist aus
der Gemeinschaft ausgetreten. Schmerzen und Tränen lassen
uns bei Gott und in seinem Wort Hilfe und Trost suchen.
Gruppenweise suchten wir einen guten und von Gott und seinem Wort getragenen Umgang mit der Situation.
Wir gedenken unserer heimgerufenen Schwestern:
Am 8. Februar 2015 ist unsere Schwester Rosmary Häfelfinger
von Basel, Sissach und Riehen in ihrem 101. Lebensjahr aus
grosser Schwachheit heraus in Gottes ewigen Frieden eingegangen.
Schwester Rosmary stammte aus unserer Region. Sie wuchs in
Riehen und Basel auf und trat 1940, als Antwort auf den leisen
Ruf Gottes, in unsere Schwesterngemeinschaft ein. Ein Jahr
später folgte sie den schon vor dem Eintritt angelegten Spuren
in der Betreuung und Pflege von Kindern. Schwester Rosmary
wirkte engagiert und mit Freude in den Kinderspitälern Basel, Schaffhausen und Brugg. Von 1976 bis 1980 kamen ihre
reichen Erfahrungen den Kindern unserer DiakonissenhausKinderkrippe zugute.
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Auch im Feierabend war die jugendlich gebliebene Schwester
Rosmary offen für manchen Dienst. Zentral war für sie der
Gebetsdienst: für die Gemeinschaft, für ihre Familie, für die
Stadtmission Basel, der sie sehr verbunden war und für zahlreiche weitere Anliegen. Bis zuletzt war sie interessiert präsent
und feierte ihren 100. Geburtstag mit der ihr eigenen Fröhlichkeit, Dankbarkeit und einer Prise Humor. Nun ist sie bei
Jesus Christus, dem sie ihr ganzes Leben in grosser Treue geweiht hatte.
Unsere Schwester Heidi Steiner von Signau BE ist am 13. Februar 2015 nach schwerer Erkrankung aus grosser Schwachheit heraus in ihrem 86. Lebensjahr zu ihrem Heiland heimgegangen.
Schwester Heidi war eine Emmentalerin, aufgewachsen auf
einem Bauernhof inmitten der hügeligen Voralpen. Sie trat
1955 in unser Diakonissenhaus ein mit der starken Berufung,
schwachen und kranken Menschen zur Seite zu stehen. So begann Schwester Heidi auch bald nach ihrem Eintritt, den Beruf der Krankenschwester zu erlernen. Sie stand den Kranken
mit einer guten Beobachtungsgabe und von ganzem Herzen
bei: schwerpunktmässig im Diakonissenspital in Riehen, mit
kürzeren Einsätzen auch in den Krankenhäusern Sumiswald,
Langnau i.E., Schaffhausen und Grabs. Einsätze folgten im
damaligen Pflegeheim Moosrain, im Pfrundhaus Riehen und
dann vor allem im Mutterhaus. Von 1973 bis 1986, während
der gesamten Amtszeit von Oberschwester Elsy Weber, stand
Schwester Heidi ihr in zahlreichen persönlichen Belangen
diskret und sorgfältig zur Seite. Auch im Feierabend wirkte
sie treu und mit grosser Pünktlichkeit bei jeder Witterung in
Haus und Hof des Stammareals und übernahm auch den morgendlichen Postdienst. In den letzten Jahren wurde es ruhiger
um Schwester Heidi. Sie konnte es geniessen, von Zimmer
oder Balkon aus dem Lauf der Natur zu folgen. Unerwartet
rasch ist der Herr ihr entgegengekommen, um sie für immer
zu sich zu nehmen.
Seite 15 | JAHRESBERICHT 2015
Am 19. Februar 2015 ist unsere Schwester Gertrud Wildeisen
von Lauperswil BE nach einem langen Leidensweg und schwerer akuter Erkrankung in ihrem 90. Lebensjahr heimgegangen. Schwester Gertrud trat mit einem dankbaren Herzen für
Gottes Berufung im Jahr 1956 in unser Mutterhaus ein. Noch
im gleichen Jahr fand die feinfühlige junge Schwester ihre
Aufgabe in unserer Psychiatrischen Klinik Sonnenhalde. Es
folgten kurze Einsätze in der somatischen Krankenpflege und
im Bürobereich, da Schwester Gertrud eine gute Ausbildung
im Bürofach mitbrachte. Der Dienst an psychisch erkrankten
Menschen aber wurde zu ihrer Lebensaufgabe. 1960 erlangte
sie das Diplom als Schwester für Gemüts- und Nervenkranke. Mit Empathie und einem ausgeprägten Taktgefühl wirkte
Schwester Gertrud bis 1984 liebevoll auf der Sonnenhalde.
Danach machten sich gesundheitliche Einschränkungen vermehrt bemerkbar. Doch Schwester Gertrud blieb auch in dieser Zeit verschiedenen Menschen eine stille und aufmerksame
Begleiterin. So lebte sie im Wohnbereich unseres Begleiteten
Wohnens, im damaligen Wohn- und Gästehaus. Ihr Lebenskreis schränkte sich mehr und mehr ein und Schwester Gertrud verbrachte ihre letzten Jahre im Feierabendhaus. Nun
durfte sie durchdringen vom Glauben zum Sehen.
Aus grosser Schwachheit heraus ist unsere Schwester Lina
Spiess von Ziefen BL am 12. April 2015 im 95. Lebensjahr
still eingeschlafen und ins strahlende Licht der Herrlichkeit
Gottes eingegangen. Aufgewachsen und heimatlich verwurzelt
in Ziefen BL, trat Schwester Lina 1949 nach Jahren intensiver Berufstätigkeit in unsere Schwesterngemeinschaft ein. Ihr
Ziel war es, die Krankenpflege zu erlernen. Ausgestattet mit
einem starken Durchhaltewillen und vielfältigen Gaben fand
sie schon bald ihre Aufgabe bei den Patienten im damaligen
Diakonissenspital und von 1954 bis 1961 in unserer Psychiatrischen Klinik Sonnenhalde. Reiche und vielseitige pflegerische und menschliche Erfahrungen kamen Schwester Lina für
ihre eigentliche Lebensaufgabe in der Gemeindepflege zugute:
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zunächst während sieben Jahren in Münchenstein BL und
dann bis 1981 in Riehen. Ganzheitlich und mit einem guten Einschätzungsvermögen betreute sie unzählige kranke und
betagte Menschen. Auch nach ihrer offiziellen Pensionierung
war Schwester Lina vielseitig tätig: Sie genoss es zu backen,
Handarbeiten zu fertigen und auch zu reisen. Nun ruhen die
geschickten Hände der treuen, unermüdlichen Dienerin unseres Herrn.
Am 16. Dezember 2015, wenige Tage vor ihrem 94. Geburtstag, ist unsere Schwester Helene Lienhard von Winterthur ZH
aus grosser körperlicher Schwachheit heraus ruhig eingeschlafen und in die bleibende Gemeinschaft mit ihrem Heiland Jesus Christus eingegangen.
Schon in ihrer Jugendzeit lebte Schwester Helene mit dem
stillen Wunsch, Schwester zu werden, um hilfsbedürftigen
Menschen beizustehen. So kam sie als sehr junge Frau für
knapp drei Jahre in unser damaliges Krankenheim Moosrain
zur Mithilfe in Küche und Pflege. 1942 trat sie in unsere Gemeinschaft ein und stand von Anfang an mit Freude, Einfühlungsvermögen und grossem Pflichtbewusstsein den Kranken
bei. Es war ein geradliniger Weg, den Schwester Helene gehen
durfte. Nach einigen Einsätzen in Psychiatrie, Chirurgie und
Medizin fand Schwester Helene ihre geliebte Lebensaufgabe
als Gemeindeschwester in der Oekolampad-Gemeinde in Basel. Dort wirkte die geachtete und geliebte Schwester von 1949
bis 1985 mit ganzer Hingabe an Christus und die Menschen.
Auch im Feierabend behielt sie eine wichtige Aufgabe und war
Ansprech- und Bezugsperson in der dortigen Alterssiedlung.
Mit gutem Gespür und einer natürlichen Autorität stand sie
einsamen und betagten Menschen bei. Nach über 60 Jahren
Oekolampad kehrte sie im Jahr 2003 zurück nach Riehen, wo
sie in aller Stille gute Dienste tat und wertvolle Kontakte pflegte. Bewusst ging sie aufs Ziel zu und legte ihr Leben ganz in
Gottes Hand.
Wir gedenken unserer Mitschwestern in Dankbarkeit.
Seite 17 | JAHRESBERICHT 2015
Unsere regelmässig stattfindenden Rüsttage und die
Schwesterntage nach Pfingsten bilden hilfreiche Gefässe
zur Reflexion unseres Unterwegsseins. Hier in Riehen
oder in Wildberg treffen wir
uns in Altersgruppen oder gemischtaltrig und hören aufeinander.
Thematisch befassten wir uns
auch mittels eines wertvollen Films von Net-for-God
mit unserem Gott geweihten
Leben. Das geweihte Leben
ist eine Gabe Gottes und
gleichzeitig eine Antwort auf
einen persönlichen Ruf. Ein
Satz aus dem Film hat uns
ans Fundament verwiesen.
Er stammt von Mutter Theresa: «Unsere Berufung ist es,
Christus zu gehören. Das ist
wichtiger als die Arbeit.»
Auf dem Weg, ihrer Berufung
zum Gott geweihten Leben
nachzugehen und sie konkret
zu prüfen, sind zwei Frauen,
die seit dem Jahr 2014 als
Kandidatinnen punktuell mit
uns unterwegs sind. Beide
haben sich dazu entschieden,
den Schritt ins Postulat zu
wagen. Es sind dies Frau Martina Baumann und Frau Delia
Klingler. Frau Baumann ist
Pflegfachfrau, Frau Klingler
Pfarrerin.
Frau Martina Baumann startete ihr Postulat am Samstag vor
dem 1. Advent 2015 und Frau Delia Klingler wird im Frühherbst 2016 ins Postulat kommen. Zur Kandidatur gehören
thematische Wochenenden, welche den Kandidatinnen und
weiteren interessierten Frauen unser Lebensform und ihre
Fundamente, z.B. die Benediktsregel, das Leben mit Gottes
Wort, unsere Spiritualität, nahe bringen. Im Postulat leben
die Frauen unsere Lebens- Glaubens-, Dienst und Zeugnisgemeinschaft dann im Alltag mit uns.
Wir freuen uns auch über eine Berufung in unseren Drittorden: Frau Claudia Schweikert trat am Vorabend zum Bettag
2015 in die Kandidatur unseres Drittordens ein. Sie ist Sozialpädagogin und hat früher in unserer Kinderkrippe gearbeitet.
Unser Drittorden ist zu einem wesentlich mittragenden Teil
der Gesamtkommunität geworden.
Dankbar sind wir über die grosse Unterstützung durch unseren Freundeskreis: Monatlich trifft sich eine Gruppe mit unseren Schwestern im Geistlich-diakonischen Zentrum. Zunächst
gibt es Kaffee und Kuchen am schönen Stammtisch im Café;
dann werden die Gebetsanliegen des Monats aufgenommen
und im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, die Vesper zum Arbeitswochenschluss um 17.00 Uhr zu besuchen.
Wir danken an dieser Stelle für diesen stillen, aber wichtigen
Dienst.
Seite 18
Unser Jahresfest
Dein Wort, unser Gott, ist Licht, Quelle, Wahrheit und Leben.
Dieser fundamentale Satz setzte das Thema fürs Jahresfest 2015.
Sehr kreativ war der Samstag, 26. September 2015, gestaltet: Ein
spannender Rundgang «Biblische Pflanzen auf unserem Areal»
mit z.B. Feigenbaum, Weinstock, Zeder, Rizinus, Tamariske,
Ölbaum und einem Informations- und Verkostungsstand lockte
die Besucher bei schönstem Wetter auf eine Entdeckungsreise.
Der parallele Rundgang «Meine Bibel» zeigte Worte auf, die für
uns eine besondere persönliche Bedeutung haben. Die engagierten und spannenden Führungen durch die Bibelausstellung
durch die Besitzerin der wertvollen Exponate, Frau Steffi Bürgin,
war ein tiefes Erlebnis. Leider ist nach der Ausstellung die damals
schon schwer von ihrer Krankheit gezeichnete Sammlerin zu ihrem Herrn heimgegangen.
Im Festgottesdienst am Sonntag in der Dorfkirche hielt Herr
Pfarrer Thomas Richner die Festpredigt. Es war sein letztes
Jahresfest innerhalb seiner Amtszeit.
Unser Jubiläum
Gemeinsam mit zahlreichen Gästen feierten wir im November
2016 unsere neun Jubilarinnen, die 25, 40, 50, 60, 65 oder
gar 75 Jahre zu unserer Schwesterngemeinschaft gehören. Eine
festliche Vesper mit Stücken aus der Toggenburger Messe bildete den Auftakt, die Berichte unserer Jubilarinnen oder deren
Würdigung waren am Samstagabend und Sonntagnachmittag
Mittelpunkt unserer Festlichkeiten. Viel Musik und von den
Jubilarinnen gewünschte Lieder und Chorstücke umrahmten
die Berichte.
Seite 19 | JAHRESBERICHT 2015
Der Abendmahlsgottesdienst
am Sonntagmorgen erinnerte
an unser gemeinsames Fundament: Jesus Christus.
75 Jahre:
Schwester Alice Tobler
65 Jahre:
Schwester Martha Altherr
Schwester Margrit Müntener
60 Jahre:
Schwester Marie Hedinger
50 Jahre:
Schwester Marlise Lüchiger
Schwester Elsbeth Bernath
40 Jahre:
Schwester Therese Tschan
Schwester Elisabeth Wälti
25 Jahre:
Schwester Marlise Aemisegger
Wir danken unseren Jubilarinnen für ihren wichtigen
Beitrag, den sie als Glieder unserer Gemeinschaft der Kommunität bis heute schenken.
Impressionen von unserem
Schwesternjubiläum
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Feierabendhaus
Unser Weg im Feierabendhaus war im Jahr 2015 durch die erwähnten Heimgänge unserer Schwestern, neue Strukturen in
der Leitung und den Aufbau unserer Pflegestation geprägt.
Wir sind dankbar vom Kanton BS über eine Bewilligung zur
Führung von 10 bis 12 Pflegeplätze zu verfügen. Auf den 1.
Februar 2015 konnten wir die Leiterin Pflege und Betreuung,
Frau Veronika Schmidt, einstellen. Seit dem 1. März ist der Pflegebereich eröffnet. Noch im Januar setzten wir die neue Organisationsstruktur um, die eine Feierabendhaus-Co-Leitung mit
Schwester Sonja Röthlisberger und Schwester Barbara Schlingloff vorsah. Schwester Sonja ist Krankenschwester und hatte
zuvor den für sie wertvollen Kurs Leadership in Alters- und
Pflegeheimen besucht. Schwester Barbara, Schwester der Steppenblüten-Communität, ist Sozialpädagogin und hat den Rotkreuz-Helferkurs erfolgreich abgeschlossen. Das ganze Team ist,
zusammen auch mit Schwester Karin Tanner, Hauswirtschaft,
gut unterwegs. Mit grossem Einsatz setzen sich alle für das Wohl
unserer Feierabendschwestern ein. Das Feiern von Festen gehört
dazu. Neu unterstützt unsere Schwester im Drittorden, Bärbel
Wildenstein, als Logopädin die Betreuung und Pflege.
Geistlich-diakonisches Zentrum
Im Geistlich-diakonischen Zentrum musste sich unser Leitungsteam intensiv mit dem Weggang von Schwester Larissa
Unruh, bis Ende Februar 2015 Leiterin der Hauswirtschaft, befassen. Schwester Brigitte Arnold, Schwester Sabine Höffgen,
Schwester Karin Müller und Verantwortliche der Kommunität suchten einen Weg. Über Bitten und Verstehen hat Gott
uns in der Person von Schwester Emmy Schwab einen starken
Trost geschenkt. Schwester Emmy führte die Hauswirtschaft
im Gästehaus der Grimmialp und ist uns als liebe Schwester
und kompetente Fachperson zur Hilfe geeilt. Innerhalb von 24
Stunden konnten wir sie für ein Engagement unter uns gewinnen. Mehr noch: Gott hatte sie dafür vorbereitet und in ihr
Herz den Wunsch gelegt, eine Arbeitsstelle anzunehmen. Und
genau da hinein haben wir sie gefragt. Unsere Schwester Annette Bader, Verantwortliche für unsere Wäscherei, unterstützt
Schwester Emmy mit fachlicher Kompetenz.
Seite 21 | JAHRESBERICHT 2015
Dankbar sind wir für die zahlreichen Möglichkeiten, in unserem Geistlich-diakonischen
Zentrum unseren Auftrag als
Kirchlein in der Kirche einladend nach aussen zu führen.
Es ist kein konventionelles
Gästehaus, da es eine bleibende Hausgemeinschaft mit ca.
10 Schwestern und weiteren
Mitlebenden gibt. Sie prägt.
Im Geistlich-diakonischen
Zen­trum sind es das Lädeli
und der einladende Empfang, die den ersten Schritt in
das grosse Haus erleichtern.
Das Café mit seinen herrlichen Angeboten und der netten Bedienung ist zu einem
beliebten Treffpunkt auch
für Nachbarn geworden. Da
ist mein grosser Dank angebracht für alle, die sich in diesem Bereich und darüber hinaus ehrenamtlich beteiligen.
Ich denke an alle, die Kuchen
backen und gerne ihre Rezepte verraten. Ich denke an
die kompetente Bedienung,
die grossenteils durch unsere
freiwilligen Mitwirkenden geschieht. Auch ihnen ein grosses Dankeschön.
war ein Ausdruck unseres Lebens als Kommunität. Die Banner an den Wänden der Gänge nahmen Farbe und Struktur
unserer Antependien in der Kapelle auf. Die Bilder darauf
waren unseren Häusern und dem Areal unserer Kommunität
entnommen.
Sie bildeten einen hervorragenden Hintergrund für die Wechselausstellungen, welche das Jahr prägten: Drei sehr gelungene
Figurenausstellungen zum Festkreis mit Advent und Weihnachten; Passion und Ostern; Himmelfahrt und Pfingsten.
Frauen des «Arbeitskreises Biblische Figuren» und weitere Beteiligte verstanden es, den biblischen Szenen Leben und ansprechende Gestalt zu geben.
Im Rahmen dieser Ausstellung zum Kirchenjahr stand zuletzt
die Bibel-Ausstellung. Sie war eine Sammlung von Steffi Bürgin mit wertvollen und speziellen Exponaten und gab auch
unserem Jahresfest 2015 den thematischen Hintergrund.
Ich danke allen, die im Geistlich-diakonischen Zentrum durch
ihr Sein und Tun im Alltag prägend wirken.
Unsere Ausstellung zum Kirchenjahr mit der Verknüpfung zur Kampagne «Feste
feiern» der Evangelisch-Reformierten Kirche BS und
der Basler Bibelgesellschaft
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Haus der Stille und Einkehr Wildberg
Bis zum Ende Jahres 2014 wurde das Haus der Stille und Einkehr in Wildberg unter unserer Führung verantwortet. Nun
ist es seit Anfang 2015 vermietet an den Verein Haus der Stille
und Einkehr Wildberg, der in Eigenverantwortung die dortige
Aufgabe weiterführt. Zwei unserer Schwestern, Schwester Evelyne Stocker und Schwester Edith Bruggmann, wirken weiterhin mit und sind im hauswirtschaftlichen und seelsorgerlichgeistlichen Bereich eingebunden. Unsere Schwester Brigitte
Arnold verantwortet von Riehen her verschiedene geistliche
Angebote und Schwester Silvia Pauli Bewegungsangebote. So
sind wir inhaltlich weiterhin mit auf dem Weg, aber von der
betrieblichen Verantwortung entlastet.
Nach einem halben Jahr lautete das Fazit, das ich einem Brief
an den Trägerkreis entnehme:
«Die Kommunität ist im neuen Jahr gut gestartet und staunt
immer wieder, wie wir schon etliche neue Gäste und neue
Gruppen nebst vielen bekannten Gesichtern in diesem ersten
halben Jahr begrüssen konnten.
Gesamthaft haben wir aber doch noch eindeutig zu wenig Einzelgäste und die Kurse dürften auch noch besser ausgelastet
sein. Die Wochenenden sind zwar bis Ende 2015 schon fast
alle gut bis sehr gut belegt, an den Wochentagen hätten wir
gerne ‹mehr Betrieb›. Einig sind wir uns alle, dass die Stille
über allen anderen (auch finanziellen) Aspekten steht und unser wichtigstes Gut bleiben soll. Dies tragen wir mit in unseren
Bemühungen um neue Kurse, neue Gruppen und Gemeinden
sowie in einer angepassten Kommunikation nach aussen.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele neue Gäste zu uns
kommen. Heute ist nebst der Mund-zu-Mund-Werbung das
Internet der Hauptgrund, dass ‹man› zu uns findet. Dem wollen wir nebst der normalen Papierwerbung Rechnung tragen.»
Schwester Doris Kellerhals, Oberin
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Drittorden
«Der Drittorden der Kommunität Diakonissenhaus Riehen
ist eine Gemeinschaft von
Frauen und Männern mit der
inneren Berufung, das geistliche Anliegen und Leben der
Schwesterngemeinschaft von
Riehen nach Massgabe der
eigenen Lebensumstände zu
teilen.»
So heisst es im Informationsprospekt zum Drittorden.
Marcus Sartorius, Mitglied des
Drittordens und gemeinsam
mit Frau Caroline Schachenmann und zwei Schwestern
im Leitungskreis, berichtet
über die Gestaltung des konkreten gemeinsamen Weges:
«Wie bereits in den früheren Jahren trafen sich die Drittordensmitglieder zum Austauschen über eine gemeinsame Lektüre eines wegweisenden Buches. Schwester Kerstin Jutendahl und
Schwester Brigitte Arnold – ihre einführenden und zusammenfassenden Texte sind sehr hilfreich – sind weiterhin wertvolle
Begleiterinnen. Ihnen gebührt unser grosser Dank!
Im Berichtsjahr stand das Buch ‹Weites Herz› von Jean Vanier,
dem Gründer der Arche-Gemeinschaft, auf dem Programm.
Dieses Buch handelt von der ‹Einladung Gottes, Orte der Zugehörigkeit und des Teilens zu schaffen› – akzentuiert durch
den Umstand, dass Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammenleben und so Freud und Leid teilen, getragen
durch die unendliche Liebe Gottes.
Ein weiteres Standbein ist der allmonatliche Stamm, zu dem
sich einzelne Drittordensmitglieder ohne Traktanden treffen.
Diese Begegnungsmöglichkeit verstärkt den Zusammenhalt im
Drittorden wesentlich.
Neu zum Drittorden gestossen ist Claudia Schweikert, die
früher in der Frauen-WG im Geistlich-diakonischen Zentrum
lebte. Neben dieser Kandidatin gehören gegenwärtig sechs
Frauen und zwei Männer zum Drittorden.»
Marcus Sartorius
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Freundeskreis
Freundschaften entstehen durch Beziehungen zwischen einzelnen Menschen. Ist es möglich, mit vielen Menschen gleichzeitig – mit einer Gemeinschaft – Freundschaft zu pflegen?
Ja, das kann jederfrau und jedermann im Freundeskreis der
Kommunität Diakonissenhaus Riehen. Es ist die Möglichkeit,
die Verbundenheit zur Kommunität konkreter auszudrücken
und deren Auftrag zu unterstützen. Im Freundeskreis treffen
sich Menschen allen Alters und aus unterschiedlichsten Hintergründen.
Der Rückblick des Freundeskreises auf das Jahr 2015 zeigt die
Vielfalt der Teilnahme und der Unterstützungsmöglichkeiten
auf. Sehr geschätzt und gut besucht sind die monatlichen Gebetstreffen am Freitagnachmittag. Sie beginnen immer mit
einer gemütlichen Runde im Café Spittelgarte. Im Raum der
Stille werden Anliegen der Kommunität vor Gott gebracht.
Durch den Gebetsbrief können die Anliegen zu Hause weitergetragen werden.
Auch in praktischen Einsätzen kann sich die Verbundenheit
zur Gemeinschaft äussern. Einige helfen punktuell an einem
Anlass oder regelmässig im Café Spittelgarte bzw. in anderen
Bereichen mit.
Ein Höhepunkt im Freundeskreisjahr ist das Treffen im August. Im vergangenen Jahr fand es wieder einmal während eines Wochenendes statt. Der Samstagnachmittag begann mit
einem geistlichen Impuls zur aktuellen Ausstellung im Geistlich-diakonischen Zentrum.
Seite 25 | JAHRESBERICHT 2015
Anschliessend wurde die Bibelausstellung unter kundiger
Führung besucht. Die Geschichten hinter den verschiedenen Bibelexemplaren waren
sehr eindrücklich! Daraus
ent­
standen viele spannende
Gespräche über eigene Erfahrungen mit der Bibel und den
persönlichen Lieblingsversen.
Daneben blieb viel Zeit für
Begegnungen ­untereinander
und mit den Schwestern.
Nach dem Gottesdienst am
Sonntagmorgen und dem
Mit­tagessen gab es einen Austausch über aktuelle Anliegen
der Kommunität. Das Treffen
fand seinen Abschluss mit den
obligaten Fruchtwähen als
Zvieri und gemütlichem Beisammensein. Bis zum nächsten Treffen im August 2016!
Katrin Spahr, Koordinationsgruppe Freundeskreis
Geistlich-diakonisches Zentrum
Im Geistlich-diakonischen
Zentrum gehen eine Vielzahl von Menschen durch das
Haus. Das Ziel ist, Gäste zu
bewirten und zu beherbergen, Ausstellungsbesucher zu
empfangen, Infrastruktur zu
bieten für Sitzungen und Seminare. Dafür ist unser Haus
gedacht und wir freuen uns
über das steigende Interesse
an unserem Angebot: 20%
mehr Belegung im Vergleich
zum Vorjahr in Zahlen ausgedrückt.
Aber unser Haus ist mehr
als ein Gästehaus, denn hier
lebt und wohnt eine bunte
Hausgemeinschaft. Da sind
Ehepaare und Alleinstehende, Pensionierte, Frühpensionierte, Jüngere und Ältere,
Schwestern und Drittordensmitglieder, Vollzeittätige und
Ehrenamtliche – insgesamt 18 Personen. Einmal im Monat
treffen wir uns zu einem Hausgemeinschaftsabend, wo wir
gemeinsam essen und anschliessend ein Programm gestalten.
Jedes Mal ist jemand anders dran zum Vorbereiten. Die einen von uns arbeiten im Betrieb des Geistlich-diakonischen
Zentrums mit, andere wohnen hier und geniessen die gute Atmosphäre im Haus und den schönen Park. Begegnungsmöglichkeiten gibt es viele im Haus, in den grossen Gängen, im
Café Spittelgarte. Aber man kann auch seine eigenen Wege
gehen, wenn einem mal nicht nach Gemeinschaft ist. Jeder hat
seinen Rückzugsort. Wir alle bilden sozusagen die Konstante
im Haus.
Zu uns hinzu kommen nun viele Menschen, die hier im Haus
arbeiten. Zuerst natürlich unsere Mitarbeitenden aus Hauswirtschaft, Technischem Dienst, Gärtnerei, Gästeadministration, Verpflegung, auch Lernende und eine Praktikantin gehören zur Crew. Sie alle tragen zum guten Gelingen unseres
Hauses bei und sind eine ebenso wichtige Konstante wie die
Bewohner. Unsere guten «Seelen» im Haus sind mit viel Fröhlichkeit und Leichtigkeit an der Arbeit und immer zu haben
für einen Scherz, aber auch für eine zusätzliche Aufgabe.
Seite 26
Die gemeinsame Znünipause im Café Spittelgarte am grossen
Tisch ist ein beliebter Treffpunkt, v.a. weil dort immer wieder
etwas für alle abfällt, was im Café nicht mehr verkauft werden
kann oder vom Frühstück noch übrig ist – nicht zu verachten!
Ebenfalls regelmässig im Haus sind viele Ehrenamtliche, die
uns unterstützen in den verschiedenen Bereichen: im Service im
Café Spittelgarte, im Kuchenbacken, an der Telefonzentrale, im
Lädeli, in der Produktion für das Lädeli. Die einen sind pensioniert und wollen trotzdem gerne noch etwas beitragen für das
Gemeinwohl, andere sind selbständig erwerbend und engagieren sich punktuell ehrenamtlich bei uns, wieder andere warten
auf einen IV-Entscheid und nützen diese Zeit für ihr Engagement. Dazu kommen natürlich auch verschiedene Schwestern,
die ebenfalls mitwirken und zum guten Gelingen beitragen.
Eine weitere «Kategorie» Menschen, die unser Geistlich-diakonisches Zentrum beleben, sind Praktikantinnen für eine
Woche bis zu drei Monaten. Manche kommen für eine Auszeit, andere müssen von der Schule oder vom Studium her ein
Praktikum machen, die dritten wollen bei «Kloster auf Zeit»
bei uns hereinschauen und noch andere ihre Sommerferien sinnvoll gestalten und besser deutsch lernen. Unser Haus
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bietet viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Alle diese
Menschen beleben uns, weil
sich viele gute Gespräche und
Kontakte ergeben und zudem
sind sie eine gute und gerngesehene Hilfe. Natürlich
bedingt es, dass sie gut angeleitet und begleitet werden,
zuerst ein zusätzlicher Aufwand, aber dann immer auch
ein Gewinn und eine Freude.
So ist das Geistlich-diakonische Zentrum ein Wohn- und
Einsatzort für viele. Sie alle
tragen zum Ganzen bei und
sind eingebunden in unsere
Mitte, die Gott ist. ER ist unsere Hilfe und der Garant fürs
Gelingen!
Schwester Karin Müller,
Gästeadministration und Lädeli
Gästeangebote
«Fundament-Arbeiten»
könnte man etwas salopp sagen im Blick auf unsere Gästeangebote im Geistlich-diakonischen Zentrum. Seit vielen
Jahren z.B. bieten wir Einkehrtage an: sechs Mal im Jahr
die Möglichkeit, sich einen
Tag zurück zu ziehen; unterwegs mit einem ausführlichen,
biblischen Impuls, Zeiten persönlicher Stille, Harfenmusik
und einer Austauschrunde.
Etwa 20 Personen treffen sich
dazu. Einige kommen schon
seit vielen Jahren regelmässig,
andere sporadisch, manche
zum ersten Mal. «Unterwegs
mit Glaubensvätern und
Glaubensmüttern» lautete das
Thema im Jahr 2015.
Letztlich geht es bei diesen
Einkehrtagen um «Arbeit am
Fundament».
Was trägt mich? Was gibt mir
Halt? Auch wenn Menschen
schon viele Jahre mit Gott
unterwegs sind, braucht es
Zeiten der Vergewisserung.
Zeiten, um sich wieder festzumachen in Gott und seinem
Wort. Die Weitläufigkeit des
Hauses und die Schönheit des
Parks, das Mittagsgebet der
Kommunität in der Kapelle
des Mutterhauses und gemeinsame Mahlzeiten helfen dazu, das
solche Einkehr bei Gott oder Auszeit im Alltag erfahren werden
kann, als etwas das Leib und Seele stärkt, aufbaut, gründet und
festigt, einfach wohl tut.
Mit dem Fundament ist das ja so eine Sache: Man achtet besonders darauf beim Bau des Hauses, später aber meist erst wieder,
wenn Risse auftreten im Gebäude. Dann wird das Fundament
geprüft und soweit möglich nachgebessert. In unserem Glaubensleben geht es uns manchmal ähnlich. Je länger wir mit Gott
unterwegs sind, umso selbstverständlicher wird uns der Glaube.
Oftmals sind es Zeiten der Anfechtung, notvolle Zeiten, die uns
wieder auf unser Fundament schauen lassen, die uns zur Grundlagenforschung oder Arbeit am Fundament wieder anregen.
Mit unseren geistlichen Angeboten, wie etwa den Einkehrtagen,
möchten wir dazu ermutigen und anregen, sich regelmässig mit
dem Glaubensfundament zu beschäftigen. Sich immer wieder
einmal solche Einkehr- und Auszeit zu gönnen, um sich festzumachen in Gott und so das Fundament des Lebens immer tiefer
in Christus einzugraben, damit die Erschütterungen des Lebens
das Fundament nicht ins Wanken bringen. Vor allem aber, um
sich darin zu vergewissern, dass das Fundament unseres Lebens
gelegt ist, denn: «Einen anderen Grund kann niemand legen
als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.» (1. Kor. 3,11)
Schwester Brigitte Arnold, Gästeangebote
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Ausstellungen
«Sichtbar machen» – Ausstellungen 2015
Wie können wir sichtbar machen, was uns lieb und wichtig
ist, was uns als Fundament trägt? Diese Frage bewegt uns immer wieder, wenn wir daran sind neue Ausstellungen für die
wunderschönen Räume des Geistlich-diakonischen Zentrums
auszuhecken.
Wie gelingt es uns, eine thematische Ausstellung zum Kirchenjahr so zu gestalten, dass sie nicht nur uns gefällt, sondern auch
viele BesucherInnen zu uns ins Geistlich-diakonische Zentrum
zu locken vermag? 25 Banner mit kurzen, meditativen Texten
und je einem Bild aus dem Kontext der Kommunität öffneten einen weiten Raum der Begegnung, luden ein zum stillen
Verweilen. Doch damit allein hätten wir unser Ziel noch nicht
erreicht. Wir erhielten grossartige Unterstützung! Fünf Frauen – jede Kursleiterin für die Herstellung biblischer Figuren
(Schwarzenberg) – stellten uns ihr ganzes Können und hunderte Figuren zur Verfügung. Damit bauten sie drei ganz verschiedene Ausstellungen auf, die die BesucherInnen auf einen Weg
mitnahmen, der jedes Mal zu einem Höhepunkt des Kirchenjahres hinführte: Weihnachten, Karwoche-Ostern, Pfingsten.
Unterwegs zum Ziel begegnete man immer neuen biblischen
Szenen, die mit viel Können und Liebe zum Detail dargestellt
waren. Das Zusammenspiel der Banner und des Figurenweges
machte das Thema anschaulich und lebendig. Wie freuten wir
uns, dass – durch diese Art das Kirchenjahr sichtbar zu machen
– viele BesucherInnen den Weg zu uns fanden! Die Ausstellung
zu Passion und Ostern wurde nebst den EinzelbesucherInnen
z.B. von mehr als 40 Gruppen besucht. Besonders viele Kinder
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mit ihren (Religions)Lehrer­
Innen nutzten die Ausstellung
intensiv.
Von Anfang Juli bis Ende November wurden die 25 Banner
ergänzt durch eine eindrückliche Bibelausstellung mit
Originalen, die zum Teil sogar
bereits aus der Reformationszeit stammten. Frau Steffi
Bürgin zeigte zum ersten Mal
ihre grosse Bibelsammlung
öffentlich und führte immer
wieder mit grosser Begeisterung durch die Ausstellung.
Für uns alle bewegend war,
dass diese Ausstellung zum
Vermächtnis von Steffi Bürgin
wurde. Kurz nach der Ausstellung wurde sie heimgerufen.
Sie weiss und schaut jetzt,
dass das Fundament – welches
wir gemeinsam mit ihr sichtbar machten – wirklich trägt.
Auch im Angesicht des Todes
und darüber hinaus.
Hans-Rudolf Bachmann
Einblicke in fünf Engagements unserer Schwestern
Bewegungsarbeit
Unser Jahresbericht stellt das
Thema Fundamente in den
Mittelpunkt. Da kommen
mir als Bewegungsfrau unsere Füsse in den Sinn. Sie sind
das Fundament auf dem wir
täglich stehen, gehen, leben.
Der Fuss ist ein wandelbares Fundament. Wäre er nur
Fundament, wäre es schwierig, sich mit ihm zu bewegen.
So ist er funktionell gesehen:
Ein Fundament, wenn wir
stehen und ein Hebel, wenn
wir gehen. Also ein bewegliches und anpassungsfähiges
Fundament! Gott sei Dank!
Immer neu fasziniert dieses
Wunderwerk Fuss.
Schauen wir ihn kurz an:
Mit seinen 28 Knochen (inklusive Sesambeinen) und
über 30 Gelenkflächen gibt
er uns Halt und Stabilität.
Er liebt Bewegung und mag es
nicht in Schuhe eingezwängt
zu sein, in denen er still halten
muss, so verliert er sein geniales Können. Nach dem Motto «use it or loose it», was so
viel heisst wie «nutze es oder
verliere es». Unsere vielen Gelenke wollen genutzt werden.
Wie wir das wirkungsvoll
tun, erfahren Sie z.B. im Kurs
«Mit fitten Füssen in den Sommer» am 11. Juni 2016 in Riehen, siehe auch www.schwester-silvia-bewegt.ch.
Hier sind wir auch bei der grössten persönlichen Veränderung
im 2015. Ich bin vom Zürcher Oberland in Wildberg definitiv nach Riehen ins Mutterhaus zurückgekehrt und somit ist
auch die Basis oder das Fundament meiner Bewegungsarbeit
wiederum hier in der Gemeinschaft. Und diese Basis benötige
ich für die verschiedenen auswärtigen Tätigkeiten. Da waren
wiederum Kurse, Workshops und Seminare an verschiedenen
Orten in Deutschland und der Schweiz. Doch der Schwerpunkt lag auf den Ausbildungen. In Stapelburg DE hat eine
Klasse ihre Ausbildung zum Bewegungspädagoge/in FranklinMethode® nach drei Unterrichtsjahren beendet. Zwei meiner
Klassen haben im Herbst das zweite Ausbildungsjahr abgeschlossen. Sie setzen im 2016 ihre Ausbildung fort. Für die
Ausbildung in der Schweiz waren wir weiterhin im Haus der
Stille und Einkehr in Wildberg. Ebenso in Wildberg fanden
die Wochenenden «Tanz in die Stille» und «Nach Gottes Wort
geschaffen» in bewährter Zusammenarbeit mit Astrid Künzler
von Dance motion statt.
Entdecken und erleben Sie meine Arbeit live in einem Workshop, einem Seminar, einem bewegten Vortrag oder in einer
Einzelarbeit mit mir. Der Mensch nach Gottes Bilde IST Leib,
Seele und Geist – dies ist die Botschaft, von der ich mir wünsche, dass sie verbal und nonverbal spürbar und erfahrbar ist!
Schwester Silvia Pauli
Seite 30
Sonntagszimmer
Das «Sonntagszimmer» – «Sozi» – in der Matthäuskirche ist
ein sozialdiakonisches Projekt der Evangelisch-Reformierten
Kirche Basel. Es wurde am 16. Mai 2010 eröffnet und ist ein
sonntäglicher Treffpunkt «von 8 bis Nacht». Eine Plattform für
verschiedene Angebote kirchlicher und sozialer Institutionen
und kommunitärer Gemeinschaften, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen zugute kommen. Es steht allen offen,
die Gemeinschaft in gottesdienstlichen Angeboten, Stille, Gebet und Fürbitte oder durch Mithilfe bei den Vorbereitungen
für die gemeinsamen Mahlzeiten suchen.
Leiter des «Sozi». Auch Männer sind dankbar, wenn sie
eine kleine, geschätzte Arbeit
machen dürfen.
Während wir im Jahr 2010
mit dem Leiter Thawm Mang
und dem Koch fünf bis sechs
Personen waren, um die Arbeit zu bewältigen, gibt es
heute kompetente Teilzeitangestellte, eine Sozialarbeiterin,
und wie ich, viele Freiwillige,
auch aus nicht-christlichem
Hintergrund, von denen die
meisten am Abend den «Mitenand-Gottesdienst» besuchen. Dass ihnen allen Gottes
Wort aufgeht und sie in Jesus
Christus Heimat, ewiges Leben finden, ist unser Gebet.
Schwester Sonja Dürrenmatt
Im Juni 2010 von Afrika zurück gekommen, arbeite ich seit
Juli desselben Jahres im Sonntagszimmer mit und darf so miterleben, wie Menschen durch Gemeinschaft und Wertschätzung verändert und offen für Gottes Wort werden.
Eine Frau in meinem Alter, die von Mutterleib an bis zu ihren
Grossenkeln vom Leben hart geschüttelt wurde, sagte: «Nie im
Leben werde ich eine Kirche betreten.» Eines Tages «verirrte»
sich ihre Tochter ins Sonntagszimmer. Sie wurde so begeistert,
dass es ihr gelang ihre Mutter zum Mitkommen zu überreden.
Sie kam, begeisterte sich, und wollte sich gleich mit Geschirr
trocknen nützlich machen. Das Lob tat ihr gut. Vor der Adventszeit beteiligte sie sich am Herstellen des Kirchenschmuckes. Bald entstand viel Schönes durch ihre geschickten Hände: Gestricktes, Gehäkeltes für den Verkauf zu Gunsten des
Kinderwerkes in Burma, gegründet von Thawm Mang, dem
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Abschlussklassen 2. und 3. Jahr Franklin-Methode®
Kinderlager 2015
Münsterhüsli
Ellel Ministries Schweiz
Seite 32
«Hallo, ich bin der Schlunz! Meinen richtigen Namen weiss
ich leider nicht. Ich weiss nur noch, dass ich im Wald in der
Nähe von Niederkirchen sass. Da haben mich Lukas und seine
Familie gefunden. Bei ihnen wohne ich, bis ich meine Familie
gefunden habe.»
Das vielfältige Programm mit
Kleingruppenzeiten, Bibellesen, Sport und Spiel, Basteln, Theater und Geschichte
hielt uns alle auf Trab. Auch
an ungeplanter Abwechslung
und Herausforderung fehlte
es nicht. Diese stellten die
Glaubensfundamente
und
Spannkraft der Leiter auf die
Probe: Zum Beispiel die Situation des Jungen, den wir
krankheitshalber mitten in
der Nacht ins Spital bringen
mussten, aber auch die besondere Herausforderung und
Bereicherung, die wir uns
dank dem grossen und starken Team leisten konnten: die
Integration eines Kindes mit
Down-Syndrom.
Ja, dieser Schlunz aus dem Buch von Harry Voss begleitete
uns mit seinem Humor, seinem Sinn für Abenteuer und seiner
tiefsinnigen Fragerei durch die Tage. Er, und mit ihm auch wir,
setzten uns auf erfrischende Weise mit der Geschichte von David und vielen fundamentalen Glaubensfragen auseinander:
«Du kommst mit deinen dicken Muckis auf mich zu», sagt
Schlunz zum grossen Brutus, der ihn auf dem Pausenplatz bedroht, «aber ich bin stärker, weil Gott auf meiner Seite steht!»
Und in der Sonntagsschule: «Wie kann man ein Freund von
jemandem sein, den man gar nicht sieht? Normalerweise lerne
ich jemanden kennen, finde ihn nett, man unterhält sich, verabredet sich und dann ist man irgendwann befreundet. Bei
Jesus höre ich nur so komische Sachen wie ins Herz lassen und
Sünden bekennen. Wie soll ich das verstehen?»
Wie schön, wenn man nach
Jahren der Lagerarbeit Früchte
sieht: Unser Team setzte sich
zum grösseren Teil aus ehemaligen «Lagerkindern» zusammen: vier «Lagermädchen»,
fünf «Lagerbuben», zwei mit
ihren Ehepartnern und vier
alte Hasen bildeten das dynamische Team.
Vielen Dank euch allen und
Gott unserm Herrn, der uns
erfreut, beschützt und gesegnet hat.
Mit solchen Fragen spricht «der Schlunz» Kinder an, die noch
gar nicht viel vom Glauben wissen, aber auch die, für die alles
was mit der Bibel und Gott zu tun hat schon so selbstverständlich ist. So konnten Glaubensfundamente gelegt, überprüft
und gefestigt werden.
Schwester Elisabeth Merz
Kinderlager
«Nach einer dreijährigen Pause freuen wir uns wieder auf eine
Woche voller Abenteuer» … und so wurde es denn auch: Von
den dreissig angemeldeten Kindern zwischen 7 und 13 Jahren erschienen 28 zum Lagerbeginn. Eine bunte Gruppe aus
verschiedenen familiären, sprachlichen und kulturellen Hintergründen.
Seite 33 | JAHRESBERICHT 2015
Ellel Ministries
Schweiz
Ellel Ministries ist eine überkonfessionelle, christliche Mis­
sions­organisation mit dem Auftrag, die Kirche auszurüsten.
Evangelisation, Heilung, Befreiung und Schulung in Nachfolge und Jüngerschaft sind deshalb ihre Hauptanliegen.
Im Jahr 2015 waren wir sehr
mit dem Bauen von Fundamenten beschäftigt. In den
verschiedenen Kursen der
Modular Schule, in Heilungsretraiten und in persönlichen
Seelsorgeterminen geht es elementar um Grundlagen, auf
denen wir unser Leben gebaut
haben. Hier und da entdecken
wir beschädigte und instabile Fundamente. Es ist so gut
zu wissen, dass es für Gott
nicht zu schwer ist an die tiefen Stellen in unserem Leben zu
kommen. Für ihn ist es möglich, instabile Fundamente zu stabilisieren, sogar die faulen Teile zu ersetzen, wenn wir Ihm die
Möglichkeit geben.
So ist es immer wieder ein Privileg für uns, zu verschiedenen
Gelegenheiten und an verschiedenen Orten Zeugen dieser
Wiederherstellung von Fundamenten sein zu können.
Im Juli konnten wir mit einem Team nach England reisen und
dort an einer «Restoration Week» in Übersetzung und Seelsorge mithelfen. In Rumänien und in Israel hatten wir ebenfalls
die Möglichkeit Gottes Wirken im Leben von Menschen zu
beobachten. Auf diese Weise erhalten wir Einblick in die weltweite Arbeit von Ellel Ministries.
Hier einige Zeugnisse von Teilnehmenden an unseren Kursen:
«Oft hatte ich das Gefühl, ich sei wie der ältere Bruder in der
Geschichte vom verlorenen Sohn. Mein Gottesbild war, dass
ich einen unerreichbaren Gott hatte, so wie ich meinen irdischen Vater als unerreichbar erlebte. Jetzt hat Jesus die bittere
Wurzel raus gezogen. Ich hatte vollkommenen Frieden danach.»
«Gott hat mein Gebet auf seine Weise erhört und mich angerührt, Punkte aufgezeigt und mir vergeben. IHM sei Lob und
Dank.»
«Als ich am Freitagabend den Kursraum betrat, spürte ich ganz
stark die Gegenwart des heiligen Geistes. Diese Gegenwart war
die ganze Zeit da. In dieser Atmosphäre herrscht Freiheit und
es ist Raum da für Heilung und Befreiung! Ich hatte den Eindruck, es ist wegen eurer Gebete und ich möchte euch dafür
danken! Fürbitter, ihr seid so kostbar!»
«An diesem Wochenende wurde mein Geist erneut befüllt und
gewann auch an Erkenntnis, Wissen, sowie wieder die Motivation mehr Zeit mit Gott zu verbringen. Meine Familie in den
Vordergrund zu stellen und diese Zeit zu geniessen.»
Wir erleben, wie Gott am Werk ist und sind unendlich dankbar dafür, dass Er uns ein bisschen daran teilhaben lässt.
Schwester Sabine Höffgen,
Leiterin Ellel Ministries Schweiz
Seite 34
Münsterhüsli
Wohngemeinschaft und Gebetsort Münsterhüsli:
Verlässlich Da-Sein
Seit mehr als elf Jahren wohnen Schwester Marti Wyss und ich
am Münsterplatz in Basel, jeweils mit zwei bis drei jüngeren
Frauen, die für ein Jahr oder mehr mit uns unterwegs sind.
Was wollen wir hier miteinander? Wir haben es so formuliert:
Leben teilen
auf der Basis des Evangeliums, als von Gott Geliebte
• einander annehmen, uns aneinander freuen
• Anteil geben und nehmen
• Aufrichtigkeit und Offenheit üben
• Fehler erlauben, verzeihen…
Beten
• im Herzen der Stadt Gott loben, ihm singen
• beten für persönliche und weitere Anliegen
• gemeinsames Gebet als Teil des Tagesrhythmus üben
Gastfreundschaft leben
• Gäste in die Gebetszeiten und die Tischgemeinschaft einbeziehen
• offen sein für die Anliegen von Passanten
Diese gemeinsame Grundlage ist uns wichtig. Wir üben uns
darin, sie ins «Kleingeld» des Alltags umzusetzen. Und wir erkennen dankbar: Viele andere sind wie wir am Üben und wir
sind getragen von so vielen, die vor uns geglaubt, geliebt, gehofft haben. Das wird uns bewusst, wenn wir am frühen Morgen durch den Münsterkreuzgang zum Morgengebet gehen.
Und so manches Lied, das wir singen, zeugt davon.
«Jemand muss zuhause sein…»
Was Silja Walter im Blick auf ihr Kloster schrieb, gilt auch
für uns: Wir möchten verlässlich da sein und beten, egal ob
alleine oder mit andern zusammen. Es ist nicht immer leicht,
die Morgen- und Abendgebete als kleine Gemeinschaft an jedem Wochentag durchzuführen – es gibt ja so viel anderes.
Doch wir lernen die Prioritäten setzen. Und Gott sei Dank
Seite 35 | JAHRESBERICHT 2015
gibt es Weggenossinnen, die
schon über viele Jahre bei uns
ein- und ausgehen und mittragen. Ein grosses Geschenk.
Manchmal sind sie geschickter als wir im Umgang mit
besonderen Gästen.
Mittlerweilen gibt es ein weites Netz von Menschen, mit
denen wir verbunden sind,
auch wenn manche längst
weggezogen sind. Andere tauchen nach längerer Zeit wieder auf – und sind froh, uns
hier zu finden, wieder aufgenommen zu sein am Tisch
und im Gebet. Zum Beispiel
M., der überraschend zum
Morgengebet kommt und erklärt: «In einer Woche kann
ich meine Therapie beginnen
– jetzt bin ich gefährdet mit
Rückfall in die Drogen – ich
brauche das Gebet und Menschen, die mich stützen.» Er
kommt mehrmals zum Beten
und Essen. Eine Woche später segnen wir ihn für seinen
Weg und sind dabei selber
reich beschenkt.
So gut wir können, versuchen
wir verlässlich da zu sein – in
und mit unsern Grenzen. Wir
möchten damit hinweisen auf
den grossen «ICH BIN DA».
Schwester Esther Herren
Kinderkrippe Rägeboge
2015 war für den Rägeboge
ein Jahr, das Boden unter die
Füsse gegeben hat. Mit dem
neuen, Ende 2014 erstellten pädagogischen Konzept,
haben wir ein Fundament
geschaffen, das uns durch
das ganze Jahr getragen hat.
Wenn ich darüber nachdenke
was denn unser Fundament
sonst noch ausmacht, dann
kommen mir zuerst die vielen
Gebete der Schwestern für
die Krippe in den Sinn. Es
sind Gebete um Bewahrung,
Schutz und Segen, es sind
Gebete für das Wohlergehen
von Kindern und Mitarbeitenden, Gebete um Hilfe und
Beistand in schwierigen Situationen. Dass diese Gebete Wirkung und Kraft haben, hat sich auch 2015 bewahrheitet. Ein
Kind durfte nach schwerer Erkrankung wieder gesund werden,
ebenso schwer erkrankte Mitarbeitende. Offene Stellen konnten in der notwendigen Zeit neu besetzt werden. Herr Nikolai
Zaugg, unser neuer Gruppenleiter und Frau Sonja Andreoli,
unsere neue Fachkraft bei den Pinguinen sind ein grosser Segen für den Rägeboge. Wie oft erleben wir, dass gerade in herausfordernden Zeiten fast unsichtbar dafür gesorgt ist, dass
Arbeitsmenge und Sorgen um Wohlergehen und Entwicklung
nie zuviel werden und dass es einfach irgendwie immer aufgeht. Persönlich bin ich überzeugt, dass dies eine Folge der Gebete von Schwestern, Mitarbeitenden, Eltern ist.
Zu Beginn habe ich das pädagogische Konzept als Fundament
angesprochen. Darin haben wir als Team festgehalten, was für
uns eine christliche Werteorientierung ist. Wir benennen in
Bezug auf ein Menschenbild folgende Aspekte, die wir in der
pädagogischen Arbeit berücksichtigen:
Kleine Baumeister mit Fundament.
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• Der Mensch ist ein Individuum und jeder Mensch ist anders
• Der Mensch wird am Du zum Ich (Martin Buber)
• Der Mensch ist Leib, Seele und Geist
Wir haben unsere Sichtweise auf das Kind, auf die Familie und
auf die Krippe formuliert und wir haben uns auf fünf pädagogische Instrumente festgelegt, die unsere Arbeit massgeblich
prägen. Es sind dies:
• eine sorgfältige Beziehungsgestaltung
• das bewusste Arbeiten mit Gruppen
• die Gestaltung einer anregenden, dem Alter entsprechenden
Umgebung
• eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern
• die Unterstützung der Kinder bei der Entdeckung ihrer
Umgebung
Zusammen mit der Freude an der Zusammenarbeit und der
Begeisterung für das was wir tun, unterstützt von beten-
Dieser Turm steht auf einem guten Fundament.
Seite 37 | JAHRESBERICHT 2015
den Händen und mit dem
Grundwort der Kommunität: «Jesus Christus gestern
und heute und derselbe auch
in Ewigkeit» (Hebräer 13,8),
kann ich mir kein besseres
Fundament vorstellen.
In Dankbarkeit
Gabriela Hofer Aegerter,
Krippenleiterin
Aus unseren Leitungsgremien und Zentralen Betrieben
Unsere Hausleitung sieht
sich herausgefordert durch
personelle Veränderungen,
welche im Jahr 2016 und
2018 stattfinden werden. Unser Theologischer Mitarbeiter, Herr Pfr. Thomas Richner, bei uns seit 1997, wird
auf Ende August 2016, ein
Jahr vorzeitig, pensioniert.
Ich selbst habe angekündigt,
zwei Jahre später im Alter von
65 Jahren als Oberin in den
Ruhestand zu treten.
Es hat sich gezeigt, dass es im
Moment sinnvoll ist, nicht
nur punktuell nach einem
Nachfolger von Herrn Pfarrer
Richner zu suchen, sondern
einen Prozess einzuleiten, der
es ermöglicht, die künftige
Leitung als Ganzes zu thematisieren. Dieser Prozess startete im Januar 2016 und wird
von unserem Präsidenten,
Herrn Georg Schubert, dem
Schwesternrat und der Hausleitung verantwortet.
Um die Leitungsverantwortung auch in dieser Übergangsphase breit abzustützen, haben wir Herrn Marcus Sartorius,
Mitglied unseres Drittordens, als Beisitzer in unsere Hausleitung berufen. Beruflich bringt Herr Sartorius eine juristische
Grundausbildung und viel Berufserfahrung als langjähriger
Fürsprecher mit. Herr Sartorius ist seiner geistlichen Berufung zum Ordenswesen in den letzten Jahren nachgegangen.
Sie führte ihn in zahlreiche orthodoxe Klöster und zuletzt in
unseren Drittorden.
Hausleitung und Verwaltungsleitung haben sich zu Beginn
des Jahres 2015 in ihrer Retraite Gedanken gemacht über die
Organisation und personelle Besetzung unserer Verwaltung.
Seit dem aus gesundheitlichen Gründen abrupten Ausscheiden
unseres Leiters Zentrale Dienste im Jahr 2012 lag die Führung
direkt bei der Oberin: Finanz- und Rechnungswesen, Bauwesen und Technik, Personalwesen sowie zentrale betriebliche
Dienste wie Küche und Wäscherei waren ihr direkt unterstellt.
Eine sorgfältige Überprüfung der Gegebenheiten unter Einbezug der Beteiligten führte zum Ergebnis, dass eine zentrale
Führung für den gesamten Verwaltungsbereich wieder notwendig ist.
So konnten wir mit externer Unterstützung einen zielführenden Weg gehen. Am 15. Oktober 2015 trat Herr Heiner
Gammeter aus Aesch BL die Stelle als Leiter Verwaltung der
Kommunität Diakonissenhaus Riehen mit dem Schwerpunkt
Personalwesen an. Er hat mit seiner betriebswirtschaftlichen
Ausbildung, manchen Weiterbildungen und breiter Erfahrung
die Voraussetzungen dafür, diese verantwortungsvolle Stelle
auszufüllen.
Seite 38
Angekommen?
Am 15.10.2015 durfte ich in der Kommunität meinen
ersten Arbeitstag als Leiter Verwaltung verbringen.
Am Abend hatte ich ein Gefühl, dass ich bisher noch nicht
erlebt hatte. Kein Wunder. Es ist ja auch kein alltäglicher Arbeitgeber. Das «Willkommen-Heissen» war offen,
herzlich, aber auch interessiert und neugierig. Wer ist der
Neue? Wie ist der Neue?
Mittlerweile sind ein paar Tage ins Land gezogen und viele
der Schwestern und Mitarbeitenden haben sich ein Bild
vom Neuen gemacht. Welches? Wenn man das wüsste. Aber
ich glaube es ist nicht das Schlechteste. Auch ich selber fühle
mich heute nicht mehr als Neuer. Bisher durfte ich einige
Projekte initiieren, begleiten, durchführen und, wenn Sie
das heute lesen, vielleicht auch schon abschliessen.
Auf jeden Fall bin ich glücklich, zufrieden und dankbar,
dass sich mein Weg mit demjenigen der Kommunität gekreuzt hat. Hier darf man dazugehören. Arbeitgeber mit
Familienanschluss. Das tönt gut. Man muss es aber auch
mögen und wissen, dass man sich nicht in der Anonymität verkriechen kann. Ebenso stelle ich mich nicht in den
Vordergrund, sondern bin mir sehr bewusst, dass in dieser
«Unternehmung» eine Dienstleistungskultur herrscht, die
wahrlich nicht alltäglich ist. Mir gefällt’s!
Angekommen? – JA!! – Angekommen!
Heiner Gammeter, Leiter Verwaltung
Seite 39 | JAHRESBERICHT 2015
Ich danke allen Verantwortlichen im Verwaltungsbereich
für alle Bereitschaft, sich auf
diesen Prozess einzulassen.
Insbesondere Frau Emmi
Imbach, Leiterin Personalwesen bis Dezember 2015, hat
den Weg für diese Lösung
bereitet, indem sie frühzeitig
mitteilte, dass sie vorzeitig in
Pension zu gehen wünscht.
Als Mitglied des Drittordens
wird die Verbundenheit bleiben. An ihrem Geburtstag im
Dezember fanden sich Mitarbeitende und Schwestern zusammen, um sie als Leiterin
Personalwesen zu verabschieden und ihr für den engagierten Einsatz zu danken.
Mit grosser Aufmerksamkeit
für jedes Detail hat Emmi
Imbach in der Verantwortung
gemeinsam mit Leonhard
Müller, lic. iur., im Jahr 2015
ein neues Personalreglement
erarbeitet. Es nimmt erneuerte personalrechtliche Gegebenheiten auf und passt sich
an die Vorgaben des Gesamtarbeitsvertrages für die Gastronomie an. Herr Leonhard
Müller hat uns zudem in einem Teilzeitpensum auf Mandatsbasis seit 2012 fachlich
hochkompetent unterstützt.
Unsere Zentralküche befand sich auf einem extrem
herausfordernden Weg. Seit
der Spitalschliessung und der
sukzessiven Reduktion der
Verpflegungstage musste für
etliche Mitarbeitende eine andere Lösung gesucht werden.
Schon seit Jahren wissen wir,
dass auch der Abnehmer Adullam Pflegeheim und Geriatriespital mit dem Neubau an
der Schützengasse eine eigene
Küche betreiben wird. Dieser letzte Reduktionsschritt
im Jahr 2015 war nochmals
einschneidend. Sechs unserer
Mitarbeitenden waren davon
auf Ende September 2015
betroffen. Für alle suchten
wir gute Anschlusslösungen.
Wir sind sehr dankbar, dass
die Adullamstiftung für ihre
Küche drei unserer Mitarbeitenden übernehmen konnte.
Ein Mitarbeiter wurde frühzeitig pensioniert, und ein
Mitarbeiter ist leider ernsthaft
erkrankt.
Unsere weiteren zentralen Betriebe
Gärtnerei / Technischer Dienst / Wäscherei
Nach der Pensionierung unseres Betriebsleiters Gärtnerei,
Herrn Jürg Sollberger, haben Herr Willy Wenger und Herr
Jürg Bosshard die organisatorische Verantwortung für die
Gärtnerei inne. Engagiert bringen sie sich mit ihren sich ergänzenden Fähigkeiten und Gaben ein.
Herr Reto Schaub hat im Sommer 2015 seine Ausbildung
zum Gärtner EBA, Fachrichtung Landschaft, erfolgreich abgeschlossen. Wir gratulieren ihm und sind froh, dass er unser
Team als Mitarbeiter befristet weiterhin gut unterstützt.
Im Technischen Dienst sind Herr David Hutchinson und
die Lernende Frau Heidi Stalder zusammen mit dem Leiter
Herr Gian-Marco Fontana mittlerweile ein eingespieltes Team,
das sich den unterschiedlichen Herausforderungen von Wartung, Unterhalt und Instandhaltung von Gebäuden und Maschinen verantwortungsbewusst und kompetent stellt.
Die Wäscherei unter der Leitung von Schwester Annette
Bader und operativ von Frau Astrid De Gruttola konnte ein
riesiges Wäschevolumen bewältigen. Alle freuen sich über eine
neue, praktische Waschmaschine.
Dankbar sind wir für die
menschlich kompetente Unterstützung durch Herrn
Ruedi Schmid in dieser
schwierigen Phase und dem
kompetenten Betriebsleiter,
Herrn Niklaus Ditzler. Er ist
seit Mitte Mai 2015 bei uns
und trägt die Küchenverantwortung.
Seite 40
In allen Bereichen der Zentralen Dienste wirken regelmässig
Asylbewerber und bringen teilweise fachkompetente Unterstützung und viel Eifer mit.
Wir danken an dieser Stelle unseren langjährigen Mitarbeitenden, die wir im 2015 feiern durften.
Für die Zentralküche sind dies:
25 Jahre Hr. Josep Packiyanathar
Hr. Kunam Ponnutthurai
Hr. Rajendram Rasiah
Hr. Martin Schnurr
35 Jahre Fr. Margarida Fortes
Hr. Francesco Stramandino
Seite 41 | JAHRESBERICHT 2015
Und für unser Nähatelier und
die Wäscherei sowie als Allrounderin ist es:
30 Jahre
Fr. Astrid De Gruttola
Gemeinsam mit allen Mitarbeitern der Küche feierten wir
die Küchen-Jubilare und im
kleineren Kreis des Wäscherei-Teams und des Nähateliers die Jubilarin Frau Astrid
De Gruttola.
Schwester Doris Kellerhals
Klinik Sonnenhalde
Alte und neue Fundamente
Insgesamt war das Jahr 2015 für die Klinik Sonnenhalde ein
befriedigendes Jahr. Zwar fällt das betriebswirtschaftliche Ergebnis bescheiden aus. Dies ist aber zu einem wesentlichen Teil
auf finanzielle Sondereinflüsse zurückzuführen, die das neue
Geschäftsjahr nicht mehr belasten werden. Weiterhin auf sehr
hohem Niveau ist die Auslastung. Insbesondere die stationären
Angebote laufen mit fast 24‘000 Pflegetagen oder 96.5 % Auslastung an der Kapazitätsgrenze, obwohl die durchschnittliche
Aufenthaltsdauer von 46.3 auf 45.2 Tage weiter abgenommen
hat. Die Tagesklinik war mit rund 82 % deutlich höher ausgelastet als im Vorjahr (76 %). Dass diese Leistung trotz grösserer
Baustellen – im wörtlichen und im bildlichen Sinn – überhaupt möglich war, ist dem bewundernswerten E
­ ngagement
unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ­allen Funktionen
zu verdanken.
Dass sich unsere Mitarbeitenden gerade in herausfordernden
Zeiten besonders engagieren, und dass sich offene Stellen trotz
zunehmend beklagtem Fachkräftemangel bisher immer gut
besetzen liessen, hängt zu einem guten Teil mit dem Wertefundament der Sonnenhalde zusammen. Das äussert sich sowohl
in der täglichen Führung und Zusammenarbeit als auch in der
Arbeit mit den Patientinnen und Patienten: Zusammen mit
der «bio-psycho-sozialen» Sicht werden auch spirituelle Anliegen und Probleme wahrgenommen. Ein entsprechendes therapeutisches Milieu und die angenehme Umgebung helfen, eigene Ressourcen wieder aufzubauen und (Selbst )Vertrauen zu
fassen. Eine Betreuung in der Tagesklinik oder in einem unserer Ambulatorien bietet die manchmal nötige Unterstützung,
um den Austritt zu wagen oder gar einen stationären Aufenthalt zu vermeiden. Nicht selten gelingt dann der Aufbruch in
einen neuen, unbeschwerteren Lebensabschnitt.
Die Tragfähigkeit von Fundamenten zeigt sich nicht zuletzt bei
Veränderungen, und davon gab es 2015 einige. Im Mai verabschiedeten wir mit einer angemessenen Feier Dr. med. S­ amuel
Pfeifer, den Leiter des Kompetenzschwerpunktes ­Psychiatrie–
Spiritualität–Ethik und früheren Chefarzt. Er hat es in besonderem Mass verstanden, den Werte-Dreiklang «menschlich – fachlich – christlich» aus dem Leitbild laufend in den
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Arbeitsalltag zu übersetzen. Zur gleichen Zeit startete unsere
neue Direktorin, Frau Dr. med. Anja Oswald. Sie hat den Einstieg sehr gut gefunden, und wir sind überzeugt, dass die Klinik
Sonnenhalde die kommenden Herausforderungen unter ihrer
Führung zuversichtlich angehen kann. Der Verwaltungsrat erfuhr eine willkommene Ergänzung durch Herrn Johannes Fark
als zweiten Vertreter des Diakonats Bethesda Basel.
Unter dem Leitthema «Fundamente» muss natürlich auch das
neue Therapie- und Ökonomiegebäude Erwähnung finden.
Mit dem Baubeginn im Frühling wurde buchstäblich das Fundament für eine wichtige Neuerung gelegt: Neben passenden
Räumen für die Tagesklinik, modernen Therapieräumen und
zweckmässigen Büros erhält die Klinik Sonnenhalde erstmals
in ihrer über hundertjährigen Geschichte eine eigene Küche
mit Gastraum für Patientinnen, Patienten, Mitarbeitende
und Gäste. Wie die Direktorin Anja Oswald im Jahresbericht
der Sonnenhalde schreibt, ist unbestritten, dass ein in der
Gemeinschaft eingenommenes schmackhaftes, die Sinne stimulierenden Essen einen gesundheitsfördernden Aspekt hat.
Dieser Entwicklungsschritt und die Art, wie sich der Neubau
gut sichtbar und zugleich harmonisch an die bestehende Klinikanlage angliedert, stehen sinnbildlich für den Grundsatz,
wertvolles Bestehendes mit Neuem zu verbinden.
Allen, die dazu beigetragen haben, dass das Jahr 2015 mit seinen beachtlichen Herausforderungen ein gutes Jahr geworden
ist, danken wir ganz herzlich.
Stephan Burla, Präsident des Verwaltungsrates
Fotos: foto-werk gmbh
(Michael Fritschi)
und Eugen Leu & Partner AG
(Antonio Mollo)
Seite 43 | JAHRESBERICHT 2015
Statuten der Kommunität Diakonissenhaus Riehen
Art. 1. Name, Sitz, Dauer
Unter dem Namen Kommunität
Diakonissenhaus
Riehen besteht eine Stiftung
im Sinne von Artikel 80
(achtzig) und folgenden des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches. Die Stiftung, die im
Jahre 1852 (achtzehnhundert zweiundfünfzig) durch
freiwillige Beiträge privater
Spender gegründet wurde,
hat ihren Sitz in Riehen. Der
Stiftungsrat kann den Sitz
der Stiftung mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde
an einen anderen Ort in der
Schweiz verlegen.
Art. 2. Zweck
Die Stiftung bezweckt, die
Voraussetzungen zu schaffen,
um die Schwestern der Kommunität
Diakonissenhaus
Riehen im Diakonissendienst
auszubilden und ihnen die
Erfüllung der Aufgabe als Lebens-, Glaubens- und Dienstgemeinschaft zu ermöglichen.
Art. 3. Vermögen
Das Vermögen der Stiftung
wird durch die Arbeits- oder
Ersatzeinkünfte der Schwesternschaft, freiwillige Beiträge und andere Zuwendungen
geäufnet. Es dient der Erfüllung des Stiftungszwecks und
darf hiezu angegriffen werden.
Art. 4. Organe
Die Organe der Stiftung sind
• die Schwesterngemeinschaft (Kommunität)
• der Stiftungsrat
• der Schwesternrat
• die Revisionsstelle
Art. 4.1 Schwesterngemeinschaft (Kommunität)
Die Gesamtheit der nach der Ordnung der Kommunität Diakonissenhaus Riehen eingesegneten Diakonissen bildet die
Schwesterngemeinschaft. Die oberste Leitungsverantwortung
für die Schwesterngemeinschaft liegt bei der Oberin. Die
Schwesterngemeinschaft bestimmt über die Belange des kommunitären Lebens. Sie wählt die Oberin, ihre Stellvertreterin/
nen und den/die theologische/n Mitarbeiter/in, die Mitglieder
sowie die Präsidentin oder den Präsidenten des Stiftungsrates
und, aus ihrer Mitte, die Mitglieder des Schwesternrates. Die
Schwesterngemeinschaft gibt sich selbst eine Ordnung, welche
das Nähere zum Ablauf der statutarischen Geschäfte regelt.
Art. 4.2 Stiftungsrat
4.2.1 Aufgaben und Kompetenzen
Der Stiftungsrat ist das oberste Leitungsorgan der Stiftung.
Dem Stiftungsrat stehen alle Befugnisse zu, die gemäss Statuten oder dem vom Stiftungsrat zu erlassenden Organisationsreglement nicht ausdrücklich einem anderen Organ
übertragen sind. Er delegiert die Leitung an seinen Ausschuss
(Hausleitung), der aus der Oberin, ihrer/n Stellvertreterin/nen
und dem/der theologischen Mitarbeiter/in besteht, soweit Gesetz, Statuten oder das Organisationsreglement nichts anderes
vorsehen. Der Stiftungsrat führt und überwacht die Geschäfte
der Stiftung und vertritt dieselbe nach aussen.
4.2.2 Mitglieder, Wahl und Beschlussfassung
Der Stiftungsrat besteht aus sieben bis neun Mitgliedern. Die
Mitglieder des Stiftungsrates werden auf Antrag des Schwesternrates von der Schwesterngemeinschaft auf die Dauer von
vier Jahren gewählt. Wiederwahl ist zulässig, sofern das Mitglied das 71. Lebensjahr nicht erreicht hat. Die Oberin, ihre
Stellvertreterin/nen und der/die theologische Mitarbeiter/in
gehören dem Stiftungsrat von Amtes wegen an. Im übrigen
regelt das Organisationsreglement die Zusammensetzung des
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Stiftungsrates näher. Mit Ausnahme der Präsidentin oder des
Präsidenten, welche oder welcher von der Schwesterngemeinschaft auf Antrag des Schwesternrates ernannt wird, konstituiert sich der Stiftungsrat selbst. Er fasst seine Beschlüsse soweit
im Organisationsregelement nichts anderes vermerkt ist mit
dem zwei Drittel Mehr der anwesenden Stimmen. Die Beschlussfassung auf dem Zirkularweg ist zulässig. Der Schwesternrat hat das Recht zwei Diakonissen als ständige Beisitzerinnen mit beratender Stimme in den Stiftungsrat zu delegieren.
4.2.3 Komitee (Beirat)
Der Stiftungsrat wird vom Komitee fachlich und geistlich qualifiziert unterstützt. Das Komitee trifft sich 2-3 Mal jährlich
und behandelt die ihm vom Stiftungsrat vorgelegten Geschäfte. Die Komiteemitglieder werden von der Schwesterngemeinschaft ernannt. Der Stiftungsrat regelt die Details in einem
Reglement.
Art. 4.3 Schwesternrat
4.3.1 Aufgaben
Der Schwesternrat unterstützt die Leitungsgremien der Kommunität Diakonissenhaus Riehen bezüglich den gemeinschaftlichen, betrieblichen und geistlichen Belangen. Er gibt sich
selbst die «Ordnung für den Schwesternrat». Der Schwesternrat bezeichnet die beiden als Beisitzerinnen in den Stiftungsrat
zu delegierenden Diakonissen.
4.3.2 Mitgliedschaft und Wahl
Der Schwesternrat besteht aus höchstens fünfzehn eingesegneten Diakonissen. Im Übrigen bestimmt die «Ordnung des
Schwesternrates» die Voraussetzungen und die Abwicklung der
Wahl oder des ex officio Einsitzes im Schwesternrat.
Art. 4.4 Revisionsstelle
Der Stiftungsrat wählt die Revisionsstelle. Deren Amtsdauer
beträgt jeweils ein Jahr. Sie prüft die Rechnung der Stiftung
und erstattet dem Stiftungsrat schriftlichen Bericht.
Art. 5. Auflösung der Stiftung
Die Stiftung kann mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde
durch den Stiftungsrat und den Schwesternrat mit je einer
2/3 (zwei Drittel) Mehrheit sämtlicher Mitglieder der beiden
Organe aufgelöst werden, wenn der Zweck mit den zur VerSeite 45 | JAHRESBERICHT 2015
fügung stehenden Mitteln
nicht mehr sinnvoll verfolgt
werden kann. Im Falle einer
Auflösung der Stiftung ist
das nach Deckung aller Verpflichtungen gegenüber den
Schwestern und dem Personal
verbleibende Vermögen einer
Institution mit gleichem oder
ähnlichem Zweck zuzuwenden.
Art. 6. Änderungen der
Stiftungsurkunde
Diese Stiftungsurkunde ersetzt diejenige vom 23. Juni
1975 (dreiundzwanzigsten
Juni neunzehnhundertfünfundsiebzig). Sie kann durch
den Stiftungsrat und den
Schwesternrat mit je einer
2/3 (zwei Drittel) Mehrheit
sämtlicher Mitglieder der beiden Organe und unter Beibehaltung des Stiftungszweckes
ergänzt oder abgeändert werden; vorbehalten bleibt die
Genehmigung der Aufsichtsbehörde.
Riehen, am 24. September 2008
Leitungsgremien per 31. Dezember 2015
Stiftungsrat
Georg Schubert-Eugster, Präsident
Diakonisse Claudia Jablonka, stv. Oberin
Diakonisse Doris Kellerhals, Oberin, Vizepräsidentin
Diakonisse Elisabeth Merz, stv. Oberin
Konrad Meyer
Pfr. Dr. phil. Thomas Richner
Richard Widmer-Belotti
Hausleitung (Stiftungsrats-Ausschuss)
Diakonisse Doris Kellerhals, Pfrn., Dr. theol., Oberin
Diakonisse Claudia Jablonka, stv. Oberin
Diakonisse Elisabeth Merz, stv. Oberin
Pfr. Dr. phil. Thomas Richner, theologischer Mitarbeiter
Komitee (Beirat)
Georg Schubert-Eugster, Präsident
Johannes Michael Fark
Peter Graber-Erhardt
Dr. med. Barbara Graber-Erhardt
Diakonisse Elisabeth Heussler
Pfr. Dan Holder
Pfrn. Martina Holder
Diakonisse Claudia Jablonka, stv. Oberin
Dr. med. Vreny Kamber
Diakonisse Doris Kellerhals, Oberin
Diakonisse Elisabeth Merz, stv. Oberin
Konrad Meyer
Mechthild Meyer
Diakonisse Karin Müller
Andreas Nyfeler-Flubacher
Regine Nyfeler-Flubacher
Pfr. Dr. phil. Thomas Richner
Diakonisse Sonja Röthlisberger
Dr. iur Hans Martin Tschudi
Richard Widmer-Belotti
Sylvie Widmer-Belotti
Diakonisse Lukas Woller
Schwesternrat
Diakonisse Doris Kellerhals, Präsidentin
Diakonisse Brigitte Arnold
Diakonisse Esther Herren
Diakonisse Elisabeth Heussler
Diakonisse Claudia Jablonka
Diakonisse Beate Kock
Diakonisse Marlise Lüchinger
Diakonisse Elisabeth Merz
Diakonisse Karin Müller
Diakonisse Iris Neu
Diakonisse Johanna Pfau
Diakonisse Sonja Röthlisberger
Diakonisse Evelyne Stocker
Diakonisse Lukas Woller
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Verwaltung
Heiner Gammeter, Leiter Verwaltung (ab 01.12.15)
Walter Pfäffli, Leiter Finanz- und Rechnungswesen
Emmi Imbach, Leiterin Personalwesen (bis 30.11.15)
Diakonisse Iris Neu, Leiterin Bauwesen und Technik
Leonhard Müller, Ökonomisch-juristische Fachberatung (bis 30.12.15)
Fachgremium Finanzen
Herbert Kumbartzki, Präsident
Heiner Gammeter
Walter Pfäffli
Richard Widmer-Belotti
Stiftungsrat der Fürsorge- und Unterstützungskasse
Georg Schubert, Präsident
Diakonisse Doris Kellerhals
Herbert Kumbartzki
Diakonisse Elisabeth Merz
Pfr. Dr. phil. Thomas Richner
Walter Pfäffli, Rechnungsführer
Leonhard Müller, Protokollführer
Verwaltungskommission nach Art. 51 BVG
Georg Schubert, Präsident
Walter Pfäffli
Willy Wenger
Sonja Valentin
Verwaltungsrat der Klinik Sonnenhalde AG
Stephan Burla, Dr. rer. pol., Präsident
Diakonisse Doris Kellerhals, Pfrn., Dr. theol., Vizepräsidentin
Jacqueline Burckhardt Bertossa, lic. jur.
Johannes Michael Fark
Barbara Graber, Dr. med.
Bruno Guggisberg
Prof. Dr. med. Martin Hatzinger
Thomas Rudin
Dr. med. Anja Oswald, Direktorin, Beisitzerin
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Erfolgsrechnung
Erfolgsrechnung der Kommunität Diakonissenhaus Riehen (Stiftung)
per 31. Dezember 2015
Umfasst:
Stiftungsrechnung Kommunität Diakonissenhaus Riehen, Mutterhaus mit Feierabendhaus und Geistlich-diakonischem Zentrum, Kinderkrippe, Zentralküche, Wäscherei, Gärtnerei und Technischer Dienst (Zentralwerkstatt)
Pensions- und Betreuungserträge
Produktions- und Handelserträge
Erträge Dienst- und Sozialleistungen
1‘606‘726.17
1‘541‘636.71
2‘593‘458.24
Ertrag aus Lieferung und Leistungen
5‘741‘821.12
Übriger Ertrag 35‘266.93
Nettoertrag5‘777‘088.05
Materialaufwand-739‘149.43
BRUTTOERGEBNIS 1
5‘037‘938.62
Personalaufwand-4‘622‘824.18
Schwesternkosten-1‘403‘468.80
BRUTTOERGEBNIS 2 -988‘354.36
Übriger Betriebsaufwand
BETRIEBSERGEBNIS VOR ABSCHREIBUNGEN
-753‘449.84
-1‘741‘804.20
Abschreibungen-205‘089.00
BETRIEBSERGEBNIS -1‘946‘893.20
Finanzergebnis38‘213.15
Liegenschaftsergebnis889‘231.35
Ausserord., einmaliger oder periodenfremder Ertrag
958‘807.45
ERGEBNIS VOR VERÄNDERUNG FONDSKAPITAL 60‘641.25
Anpassung Wertschwankungsreserve
784‘879.00
Spendenergebnis253‘195.80
Fondsergebnis-977‘433.55
Aufwandüberschuss Gemeinnützigkeitsfonds
-7‘082.55
Auflösung Gemeinnützigkeitsfonds
7‘082.55
Veränderung Fondskapital/Wertschwankungsreserve
60‘641.25
0.00
Seite 48
Bericht der Revisionsstelle
An den Stiftungsrat der Kommunität Diakonissenhaus
Riehen, Riehen
senheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden,
der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie
eine Würdigung der Gesamtdarstellung der JahresrechAls Revisionsstelle haben wir die beiliegende Jahresrech- nung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
nung der Kommunität Diakonissenhaus Riehen, Riehen Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene
bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang für Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden.
das am 31. Dezember 2015 abgeschlossene Geschäftsjahr
geprüft.
Prüfungsurteil
Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für
das am 31. Dezember 2015 abgeschlossene Geschäftsjahr
Verantwortung des Stiftungsrates
Der Stiftungsrat ist für die Aufstellung der Jahresrechnung dem schweizerischen Gesetz und der Stiftungsurkunde.
in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften
und der Stiftungsurkunde verantwortlich. Diese Verant- Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher
wortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung Vorschriften
und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen
Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG)
von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstös- und die Unabhängigkeit (Art. 728 OR) erfüllen und keine
sen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Stiftungsrat mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbaren Sachverhalte
für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rech- vorliegen.
nungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und
Schätzungen verantwortlich.
dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass
ein gemäss den Vorgaben des Stiftungsrates ausgestaltetes
Verantwortung der Revisionsstelle
internes Kontrollsystem für die Aufstellung der JahresrechUnsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung nung existiert.
ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir empfehlen die vorliegende Jahresrechnung zu genehWir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem migen.
schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Im Sinne der Verfügung vom 12. Dezember 2014 der
Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinrei- Steuerverwaltung des Kantons Basel Stadt bestätigen wir
chende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei zudem, dass
von wesentlichen falschen Angaben ist.
• die Mittelverwendung aus dem Gemeinnützigkeits-Fonds
den Bestimmungen des Fondsreglements vom 9. SeptemEine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungs- ber 2014 entspricht
handlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für • die Buchführung separat vorgenommen wurde
die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und • die Veränderung des Gemeinnützigkeits-Fonds im Ansonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlun- hang dargestellt wurde.
gen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers. Dies
schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Bern-Liebefeld, 7. März 2016
Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen
oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken be- ENGEL COPERA AG
Stefan Bernhard
rücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit Dieter Mathys
es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung Zugelassener Revisionsexperte Zugelassener Revisionsexperte
Dipl. Steuerexperte
ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshand- Dipl. Wirtschaftsprüfer
lungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über Dipl. Steuerexperte
die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Leitender Revisor
Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemes-
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Gaben und Legate
Pfarrämter und Kirchgemeinden
Institutionen, karitative Vereine usw.
Basel BS.......................................................................... Evang.-Ref. Landeskirche
Alban-Arbeit.................................................... 787.20 Zürich................................................ 1‘000.00
Thomaskirche................................................... 493.45 1‘000.00
Berlingen TG........................................................ 300.00 Binningen BL...................................................... 500.00 Legate
Dornach SO........................................................... 85.40 Gränichen AG...................................................... 135.75 Sr. A. B................................................ 44‘869.35
Kilchberg BL........................................................ 411.35 Sr. R. H.................................................. 1‘140.00
Liestal-Seltisberg BL........................................... 329.00 Sr. H. P................................................... 8‘103.40
Möhlin AG........................................................... 325.00 Sr. E. S................................................... 4‘233.35
Oensingen SO...................................................... 102.40 Fr. M. von Meyenburg......................... 50‘000.00
Othmarsingen AG................................................ 258.00 108‘346.10
Riehen-Dorf BS...............................................................
Jahresfest-Kollekte für Projekte.................... 2‘172.30 Zum Andenken an
Verbreitung von Gottes Wort:
‚Wycliffe Schweiz‘ Schwestern Allgemein............................... 60.00
‚Basler Bibelgesellschaft‘ Sr. R. H..................................................... 422.45
Riehen-St. Franziskus BS..................................... 100.00 Sr. R. H..................................................... 958.55
Rupperswil AG.................................................. 1‘025.00 Fr. R. Misteli............................................. 500.00
Schaffhausen SH................................................. 152.60 Sr. H. S..................................................... 407.20
Suhr AG............................................................... 496.00 Sr. L. S................................................... 8‘489.50
Thal SG................................................................ 467.20 Sr. G. W.................................................... 271.00
Uznach SG........................................................... 500.00 Hr. J. Wruss.............................................. 250.00
Ziefen BL............................................................. 135.00 Fr. M. Wruss-Preisig................................. 250.00
Würenlos AG....................................................... 115.00 11‘608.70
8‘890.65
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Firmen, Stiftungen usw. Zweckbestimmte Gaben und Legate
Basellandsch. Kantonalbank, Liestal........ 1‘000.00 Mutterhaus........................................................ 79‘112.04
Bauingenieure Ag, Walther Mory Maier ................. Mutterhaus: Kinderarbeit.................................... 3‘700.50
Münchenstein.......................................... 500.00 Mutterhaus: Pflege betagter Schwestern........... 15‘448.46
Elise Grether-Gautschy-Stiftung,............................. Mutterhaus: Musikerin..................................... 100‘000.00
Basel................................................... 15‘448.46 Geistlich-diakonisches Zentrum..........................................
Dr. med. J. Haefelfinger, Riehen............... 2‘233.00 Betrieb..................................................... 13‘609.00
Imbach Hans AG Malergeschäft, Riehen...... 700.00 Ausstellung Kirchenjahr............................. 1‘597.00
Martignoni AG, Münsingen......................... 150.00 Schwesternkasse...................................................... 50.00
Pensa Strassenbau AG, Basel.................... 1‘000.00 Betriebe.................................................................. 255.00
A. Stolz & Kons., Riehen.............................. 100.00 Voellmy & Co., Möbelfabrik, Basel............... 200.00 Gaben/Legate ohne Zweckbestimmung....... 41‘020.00
Vischer AG, Architekten + Planer, Basel...... 200.00 Bildhauerei & Steinwerk Weber AG......................... Röschenz................................................. 100.00 21‘631.46 Weitergeleitete Gaben
für Projekte: Verbreitung von Gottes Wort:
‚Wycliffe Schweiz‘ u. Basler Bibelgesellschaft‘.. 2‘500.00
«Suppentag» Zur Weiterleitung an ‚OM Schweiz‘................
und ‚Christliche Ostmission‘........................... 10‘520.00
Verein Haus der Stille und Einkehr, Wildberg....... 1‘600.00
Ellel Switzerland..................................................... 300.00
Gemeinnützigkeits-Fonds.................................... 5‘367.05
Postcheckkonten
40-133-2 (Betriebe)
IBAN CH67 0900 0000 4000 0133 2
23-55268-4 (Gaben)
IBAN CH20 0900 0000 2305 5268 4
BIC POFICHBEXXX
Bankkonten
Basler Kantonalbank, 4002 Basel
IBAN CH87 0077 0016 0503 1438 7
Basellandschaftliche Kantonalbank, 4410 Liestal
IBAN CH78 0076 9016 5100 6482 0
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Gemeinnützigkeits-Fonds
Postckeckkonto 41-939850-7
IBAN CH03 0900 0000 4193 9850 7
Kommunität Diakonissenhaus Riehen
Schützengasse 51, 4125 Riehen
Tel.
061 645 45 45
Fax
061 645 45 00
Homepage:
www.diakonissen-riehen.ch
E-Mail
Kommunität:
[email protected]
Grafik: www.variation-design.de
Geistlich-diakonisches Zentrum :
[email protected]
www.diakonissen-riehen.ch
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