Füttern verboten_Group Show

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ÖFFNUNGSZEITEN WÄHREND DES GALLERY WEEKENDS 2016: FREITAG, DEN 29.
APRIL BIS SONNTAG, DEN 1. MAI 2016 13-19 UHR
FÜTTERN
VERBOTEN
DIE GROßE TIERSCHAU
Nina Ansari, Alejandra Baltazares, Asta
Caplan, Matl Findel, Isabell Flohr,
Kevin Gray, Julia Herfurth, Kevin
Kopacka, Ulrike Stolte, Vastiane
Tamayo, Erik Weiser
26. APRIL 2016 - 28. MAI 2016 - VERNISSAGE: 23. APRIL
2016, 18-21 UHR - GRAEFESTRAßE 90, 10967 BERLIN,
ÖFFNUNGSZEITEN: DI, MI U. SA 14-19 UHR U.N.V.
Katzenvideos machen glücklich und gesund, der Hund ist der beste Freund des Menschen, Tierforscher fordern
Grundrechte für Menschenaffen. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist eng. Und mehr als das, wir haben
sie zum Fressen gern, z.B. unsere sogenannten Nutztiere, die wir ausbeuten und kurzerhand “verwursten“. Von
uns, der „Krone der Schöpfung“ wird die Kreatur domestiziert, gepflegt und gefüttert… bis es uns füttert?
Auch in der Kunst stellt das Tier seit den ersten Höhlenmalereien ein Faszinosum dar. Das Christentum sprach
den Tieren eine Symbolik zu, erklärte sie zu allegorischen Figuren. Vermehrte Naturstudien ermöglichten in der
Renaissance schließlich die ersten realistischeren Tierdarstellungen. Dem „Tierstück“ zur eigenen Gattung verhalf
schließlich die niederländische Malerei im 17. Jahrhundert. Wiederum eine Aufwertung erfuhr das Tier im Bild
durch den Expressionismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Künstler wie Emil Nolde oder Franz Marc zeigten in
ihren Natur-Darstellungen ein idealisiertes, seelenvolles Tier-Mensch-Verhältnis: „Ich suche mich einzufühlen in das
Zittern und Rinnen des Blutes der Natur, in den Bäumen, in den Tieren, in der Luft (…). Wie sieht ein Pferd die Welt
oder ein Adler, ein Reh oder ein Hund?“ ( Franz Marc).
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Ein halbes Jahrhundert später veranschaulichte Joseph Beuys mit seiner Aktion „I like America and America likes
me“ (1974) die Annäherung zwischen Künstler und wildem Tier, indem er sich mit einem Kojoten für mehrere
Tage in einem Galerieraum einschloss. ……Aus Mensch und ungezähmten Tier wurden Vertraute.
Die Dominanz über das Tier veranschaulichte ein weiteres spektakuläres Werk, mit dem der ebenso umstrittene
wie populäre Damien Hirst 1991 Weltruhm erlangte: Er ließ einen Tigerhai fangen, töten und in Formaldehyd
einlegen („The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living“, 1991).
Das Tier fasziniert Künstler bis heute und spiegelt das ambivalente Verhältnis zwischen Mensch und Tier wider. In
der Ausstellung FÜTTERN VERBOTEN präsentiert kunstundhelden elf Positionen zeitgenössischer Künstler und
ihren individuell-künstlerischen Umgang mit dem Thema Tier (Malerei, Zeichnungen, Collage, Video). Ob
naturalistisch, idealisiert, mystifiziert, konkret oder abstrakt - die Künstler stellen hier allein das Tier in den
Mittelpunkt. Es erscheint als Sinnbild, Karrikatur oder ein beziehungsreiches Porträt- doch immer drücken die
Bilder Respekt gegenüber dem wilden, unbekannten und nur scheinbar so vertrauten Wesen aus. Trotzdem: lieber
nicht füttern!
(Abb. oben: Asta Caplan, „Crossing Paths I - At the time of Dew“, 2015, 120 x 80,3 cm, Pastell auf Papier)
Kontakt: Anne Zdunek, [email protected], www.kunstundhelden.de