Wärme aus dem Tank

SONDERDRUCK aus Heft 4/2015
Wärme aus
dem Tank
promobil-Leser haben im Sauerland getestet, ob
ZUSATZHEIZUNGEN von Eberspächer die kalten
Ecken im Reisemobil im Winter gut aufwärmen.
A
us thermischer Sicht
befinden sich Hubbetten in Integrierten am ungünstigsten Platz. Nur wenige Zentimeter entfernt von der
Frontscheibe kann es im Winter dort auch mal frostig werden. Wer seine Kinder trotzdem nicht im kalten schlafen
lassen will, muss die Heizung
weit aufdrehen, schwitzt dann
im Heckbett aber häufig selbst.
Allternative ist eine Zusatzhei-
zung, die den Frontbereich des
Reisemobils gezielt aufwärmt.
Für diesen Zweck bietet
sich die Eberspächer Airtronic
D2 an, die Brennstoff aus dem
Dieseltank des Reisemobils
saugt. Ihre Ausströmer können
so positioniert werden, dass sie
nur ins Fahrerhaus warme Luft
abgeben. Was die Kraftstoffheizungen im Winter tatsächlich bringen, haben sechs promobil-Leser jetzt getestet. Interessant war dabei, dass die Le-
Die beim Lesertest verbauten Komponenten inkl. der Luftheizung Airtronic D2.
ser ihre Heizungen für völlig
unterschiedliche Zwecke einsetzten. Das Fazit der Tester
fiel beim Abschlusstreffen
Ende Januar im sauerländischen Winterberg ähnlich aus:
Alle waren mit der Leistung
der Airtronic zufrieden. An
ihre Grenzen stieß die Heizung
nur, als ein Testerpaar auf
mehr als 1500 Meter unterwegs war, was durch die Nachrüstung eines Höhensensors
behoben werden konnte.
Der Komfortgewinn ist bisweilen
mit kleinen Opfern verbunden.
Die Zusatzheizungen brauchen
Platz und den findet man nicht
immer ohne Weiteres. Im Dethleffs i 6701 „Summer Edition“
(Baujahr 2013) von Hans-Jürgen und Anja Lampe musste
das Gerät zum Beispiel in den
Stauraum im Sitzkasten neben
der Tür gebaut werden. Nur
von diesem Punkt aus kann die
Heizung die warme Luft sowohl unter die Sitzgruppe
»
4/2015 www.promobil.de
1
„
Während der Fahrt kam von vorne immer
warme Luft von der Fahrzeugheizung und
von hinten aus dem Wohnraum kalte. Das
Problem haben wir jetzt nicht mehr.
Hans-Jürgen, Anja und
Tabea Lampe aus Steinfeld
als auch ins Fahrerhaus blasen.
Auf diese Luftverteilung legt
Hans-Jürgen Lampe besonders
viel Wert. Er ist oft beruflich
mit seinem Reisemobil unterwegs, wobei er sich im Winter
bei langen Fahrten nicht immer
wohlfühlte. „Dann kam von
vorne immer warme Luft von
der Fahrzeugheizung und aus
dem Wohnraum von hinten
kalte. Das Problem hab ich jetzt
nicht mehr“, sagt er. Denn die
neue Kraftstoffheizung kann er
auch auf Tour anschalten, sodass es im Cockpit auch unterwegs von hinten warm wird.
Gasheizungen dürfen während
der Fahrt nur mit Crash-Sensor
laufen.
Die Familie Lampe schaltet
die Kraftstoffheizung aber auch
an, wenn sie auf dem Stellplatz
Halt machen. Dann drehen sie
den Ausströmer in Richtung
der Sitzgruppe. Dort kommt
von der Truma-Heizung, deren
“
Ausströmer direkt unter dem
des Zusatzgeräts sitzt, nämlich
nur wenig Wärme an. Das ist
insofern verständlich, weil der
Brenner der Gasheizung bei
Lampes unter dem Heckbett
sitzt. Bis die warme Luft vorne
am Sitzkasten angekommen
ist, hat sie einiges an Druck ver-
1 Als Einbauort eignen sich Fächer im Doppelboden oder eben Sitzkästen. Wenn genügend Platz ist, wird noch die beste Position
für die Kraftstoffheizung ausgemessen.
2 Da die Airtronic D2 im Betrieb warm
wird, darf sie nicht auf Holzböden befestigt
werden. Deshalb muss ein Stück des Unterbodens ausgesägt werden.
3 Danach setzt der Techniker eine Metallplatte auf das Loch, auf der er die Heizung
verschraubt. Es folgen die Ausströmer und
die Schläuche für die Warmluftverteilung.
4 Bei Eberspächer sitzt vor dem Auspuff
mit dem Oxikat ein weiterer Filter. So riecht
man von den Abgasen, die nach außen geleitet werden, nichts mehr.
5 Am Unterboden des Reisemobils wird in
der Regel auch die Kraftstoffleitung mit der
Benzinpumpe montiert. Sie pumpt etwa 0,1
Liter Diesel pro Stunde für die Heizung ab.
6 Zum Schluss wird das Gerät ans Stromnetz des Fahrzeugs angeschlossen. Der Einbau einer Eberspächer Airtronic D2 dauert je
nach Schwierigkeit etwa einen Arbeitstag.
Fotos: Frank Eppler, Bernd Thissen
E I N B A U S TA N D H E I Z U N G
„
Wenn die Airtronic mal nicht läuft,
besch­lägt die Scheibe schnell wieder.
Die Heizung sitzt bei Hüttenhoffs
in einem Fach im Doppelboden.
Wenn wir die Zusatzheizung im Winter nur zehn
Minuten ausschalten, dann sieht man schnell, wie die
große Frontscheibe wieder anläuft und beschlägt.
Joachim und Petra Hüttenhoff aus Mülheim (Ruhr)
loren. Bei der Kraftstoffheizung
ist die Distanz bis zum Ausströmer dagegen kürzer. „Wenn
man hier sitzt und die warme
Luft unter den Tisch geweht
wird, ist das herrlich“, sagt
Hans-Jürgen Lampe.
Als Panoramaheizer könnte
man Petra und Joachim Hüttenhoff scherzhaft bezeichnen.
Sie setzen ihre Zusatzheizung
ein, um sich die Aussicht freizumachen. Was wie ein Scherz
wirkt, hat einen ernsten Hintergrund. Hüttenhoffs Carthago Chic 51 I (Baujahr 2007) hat
eine große Frontscheibe. Über
die fließt im Winter viel Wärme
nach draußen. Isolierte Schutzhüllen könnten den Wärmever-
„
lust vermindern, kämen für das
Paar aber nicht in Frage. „Wir
haben eine große Frontscheibe,
damit wir da rausschauen können“, sagt Joachim Hüttenhoff.
Deshalb war für ihn und
seine Frau schnell klar, dass
ihre Airtronic in das freie Fach
im Doppelboden zwischen den
Frontsitzen eingebaut wird. An
dieser Stelle heizt die Zusatzheizung der Wärmebrücke ein
und hält die Glasflächen rund
ums Fahrerhaus beschlagfrei.
‚„Wenn ich die Zusatzheizung
nur zehn Minuten ausschalte,
sieht man schnell wie die Frontscheibe wieder anläuft“, sagt
Joachim Hüttenhoff. Die Hüttenhoffs haben auch ein wenig
Die Heizung hat alle Anforderungen
erfüllt, die an sie gestellt wurden. Im
Nachhinein würden wir uns aber für
die größere Version entscheiden, die
die warme Luft auch ins Heck verteilt.
“
Bianca und Rüdiger Feldhoff
aus Lindlar
Die Zusatzheizung der Feldhoffs wurde in die
Konsol­e unter dem Beifahrersitz gebaut.
mit den Ausströmern experimentiert. Einer davon ist jetzt
im Winkel von 45 Grad auf das
Cockpit gerichtet, der zweite
leitet die Luft im Winkel von 90
Grad direkt zur Sitzgruppe.
„Uns ist auch wichtig, dass wir
es hier vorne warm haben können, ohne den Schlafbereich
mit aufheizen zu müssen“, erklärt Reisemobilistin Petra
Hüttenhoff.
Das Paar aus Mülheim brachte
die Airtronic im Skiurlaub in
Südtirol aber auch an ihre
Grenzen. Der Campingplatz in
La Villa lag etwa 1500 Meter
über dem Meeresspiegel. In
solchen Höhen muss dem Die-
“
sel mehr Luft beigemischt werden, damit die Heizung noch
ihre volle Leistung liefert. Das
klappt nur mit einem Luftdrucksensor, den sich Familie
Hüttenhoff erst bei dem Abschlusstreffen in Winterberg
einbauen ließen.
Von der Zusatzheizung im
Hymer B 554 (Baujahr 2013)
von Bianca und Rüdiger Feldhoff haben in erster Linie die
Kinder des Paares profitiert.
Die mussten bisher im kalten
Hubbett schlafen, das jetzt
durch die Airtronic in der Konsole des Beifahrersitzes beheizt
wird. Wobei Bianca Feldhoff
ausprobieren musste, bis sie
die richtige Einstellung
»
DIE TO U R E N D E R L E S E R
Nach Südtirol führte die weiteste Reise. Petra und Joachim Hüttenhoff verbrachten in Alta Badia ihren Skiurlaub. Bianca und Rüdiger
Feldhoff waren mit ihren Kindern über Silvester in Bad Tölz. Von dort
aus standen Abstecher nach Garmisch-Partenkirchen und zum Skifahren nach Lenggries auf dem Plan. Hans-Jürgen Lampe ist mit seinem
Mobil oft auf Dienstreise. An Silvester fuhr er mit Frau Anja und Tochter Tabea nach Norddeich an der Nordsee. Der Abschlusstest fand im
Januar während des Rodelweltcups in Winterberg im Sauerland statt.
Familie Feldhoff war mit
ihrem Reisemobil zum
Skifahren in Lenggries.
Joachim Hüttenhoff
befreit sein Mobil in
Südtirol vom Schnee.
TIPP:
HEIZEN MIT
DIESEL
Das Ziel der Touren lag in Winterberg im Sauerland, wo die Leser
am Rande des Rodelweltcups auf Sportstar Georg Hackl trafen.
fand. „In der ersten Nacht im
Winterurlaub haben die Kinder
noch gefroren. Als ich die Heizung in der zweiten Nacht
hochgedreht habe, lagen sie irgendwann auf­gedeckt da und
haben geschwitzt“, erzählt sie.
Überraschend fand sie dabei, dass ihr Nachwuchs direkt
über der laufenden Airtronic
schlief und sich trotzdem nicht
an den Geräuschen gestört hat.
Deshalb sind die Feldhoffs mit
der Airtronic auch zufrieden.
Da die Empfangsantenne an
der Steuereinheit beim Einbau
in der Werkstatt nicht vollständig ausgezogen wurde, war die
Reichweite der Fernbedienung
am Anfang allerdings sehr gering. Das Problem ist mittlerweile behoben.
Nur einen Einwand hat Rüdiger Feldhoff: „Die Heizung
hat alle Anforderungen erfüllt,
die an sie gestellt wurden. Im
Nachhinein würde ich mich
aber für die größere Version
entscheiden, die auch Luft ins
Heck verteilt.“ Er meint die Airtronic D4, die mehr Power hat,
dadurch aber mehr als eine Zusatzheizung für einen kleinen
Bereich ist.
Mit der großen Version der
Kraftstoffheizung von Eberspächer erhält man praktisch ein
zweites Heizungssystem für
das komplette Reisemobil, das
unabhängig vom Gas ist. Wer
wie die Feldhoffs ein Reisemobil mit genug Platz im Doppelboden hat, kann diese Option
in Betracht ziehen. Dann dauert der Einbau allerdings mehrere Tage. Ob sich der Aufwand
lohnt, hängt davon ab, wie viel
man von seiner Kraftstoffheizung erwartet.
REDUZIEREN SIE
IHREN GASVERBRAUCH –
HEIZEN SIE MIT DIESEL!
Eine Heizung von Eberspächer sorgt für komfortable Wärme, ohne
den begrenzten Gasvorrat anzugreifen. Sie deckt ihren Energiebedarf
direkt – und außerordentlich sparsam – aus dem fahrzeugeigenen
Dieseltank. So benötigen Sie Gas nur
noch zum Kochen und für den Betrieb
des Kühlschranks. Das spart Gewicht,
schafft Stauraum und sorgt für unbeschwerte Urlaubstage, weil Sie weniger
Gasflaschen schleppen müssen.
Eberspächer ist offizieller Serienlieferant von kraftstoffbetriebenen Luft- und Wasserheizungen für:
............................. Benjamin Büchner
www. eb er s p aec h er - r ei s em ob i l e. d e