Sparkasse bündelt ihre Filialen

MITTELBADISCHE PRESSE
www.bo.de
Freitag, 12. Juni 2015
Rote Früchtchen
Wie läuft die ErdbeerSaison in der Region Kehl?
Mehr auf der 3. Lokalseite
Hallo allerseits!
N
ormalerweise bleiben die
häuslichen Kochkünste von
Hausfrauen und Hausmännern
gut gehütetes Familiengeheimnis,
wenn’s um sie nicht so gut bestellt
ist. Warme Sommerabende indes
bergen auch die Gefahr, dass sie gelüftet
werden. Wenn schwarze Wolken über dem Gartengrill auftauchen, sieht man schon von fern,
dass statt leckerer Steaks und Folienkartoffeln
wohl eher zusätzliche Grillkohle produziert
wurde. Und wenn am nächsten Morgen einer
der Grillgäste nur das Gesicht verzieht, wenn
man ihn aufs Freiluftmahl anspricht, weiß
man, dass auch die Beilagen nicht dessen Geschmacksnerven trafen. Die lapidare Antwort
sagt alles: »Aber das Bier war gut gekühlt.«
EMIL ERPEL
Rund um Kehl
Die Sparkasse Hanauerland (Foto: Hauptstelle in Kehl) schließt am 1. August sechs Filialen. Im Gegenzug werden die Kräfte in elf
Kompetenzzentren gebündelt und die Angebote in den Zentren ausgebaut.
Fotos: Klaus Körnich
Sparkasse bündelt ihre Filialen
Viele Starter:
Im Linxer »Hölzel«
knattern ab morgen
wieder die Motoren
– und zwar bei der
Jugendkart-Meisterschaft des MSC
Hornisgrinde. Rheinau
Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und aufgrund eines veränderten Kundenverhaltens
Kritik: Der Bebauungsplan für das
Neubaugebiet »Am Dreschschopf«
war am Mittwoch Thema im Korker
Ortschaftsrat. Die vorgesehene dichte
Mehrfamilienhaus-Bebauung stieß
dabei auf heftige Kritik.
Umland
Polizeibericht
Auffahrunfall aufgrund von Unaufmerksamkeit
Kehl (red/kk). Bei einem Auffahrunfall am frühen Mittwochabend in der Kanalstraße ist ein Schaden von rund 6000 Euro
entstanden. Ein Daimler-Fahrer hatte an einer Einmündung
wegen eines von rechts kommenden Autos gebremst. Der
nachfolgende Autofahrer bemerkte dies nicht und fuhr
ungebremst auf. Verletzt wurde niemand, heißt es in einer
Mitteilung der Kehler Polizei.
In Kürze
Tag der offenen Tür
der Ortenauer
Narren in Kehl
Kehl (red/kk). Die Jugendakademie zur Förderung des
heimatlichen und fasnächtlichen
Brauchtums in Kehl ist seit einem
Jahr in Betrieb und veranstaltet
ihren ersten Tag der offenen Tür
im Ortenauer Narrenpalais in
der Hafenstraße 1 in Kehl: Am
kommenden Sonntag, 14. Juni,
sind die Türen ab 11.30 Uhr für
die Öffentlichkeit geöffnet. Neben
der Eröffnung der Ausstellung
über Schweizer Fasnachtsmasken
(Heinz-Wissmann-Ausstellung)
gibt es auch Führungen durch das
Ortenauer Narrenpalais, bei denen
sich der Ortenauer Narrenbund
ebenfalls vorstellt, heißt es in einer
Mitteilung des Veranstalters.
Neben Auftritten der Kinder
Trachtentanzgruppe Marlen und
einem Kinderprogramm mit
vielen Stationen im Außenbereich
wird auch ein Bücherbasar von
www.fastnachtsbuch.de geboten.
Für Speis’ und Trank ist gesorgt,
heißt es in einer Mitteilung des
Ortenauer Narrenbundes.
Zum Tag
Name: Marinus
Der Hundertjährige
meint: warm
Spruch des Tages:
Ich bin wie alle Menschen: Ich sehe die
Welt so, wie ich sie
gerne hätte, und nicht
so, wie sie tatsächlich ist.
(Paulo Coelho)
Der kleine Tipp: Gewürznelken im Obstkorb vertreiben lästige Fruchtfliegen!
Heute vor… 83 Jahren wurde der FC Bayern München zum
ersten Mal deutscher
Fußballmeister.
Küchenzettel: Seelachsfilet in Knusperpanade mit Möhrengemüse.
Ä wing Mundart:
gosche = schelten
Redaktion Kehl
Telefon 0 78 51 / 7 44-11 • Fax 0 78 51 / 7 44-14
E-Mail: [email protected]
Klaus Körnich (kk)
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Florian Würth (flw)
• Telefon 0 78 51 / 7 44-16
• Telefon 0 78 51 / 7 44-17
Martin Egg (egg)
Die Sparkasse Hanauerland schließt am
1. August sechs ihrer
Filialen. Im Gegenzug
werden die Kräfte in
elf Kompetenzzentren
gebündelt und die Angebote dort ausgebaut. Das
hat Sparkassen-Chef Joachim Parthon gestern in
der Hauptstelle in Kehl
bekannt gegeben.
VON K L AUS K ÖR N ICH
Kehl/Rheinau/Willstätt.
Geschlossen
werden
zum
1. August die Sparkassen-Filialen in Leutesheim, Auenheim,
Diersheim, Linx, Helmlingen
und Scherzheim. Die Filiale in
Leutesheim bildet künftig mit
der Filiale in Bodersweier eine
größere Einheit. Diersheim und
Linx werden mit der Filiale in
Rheinbischofsheim, die Filialen in Helmlingen und Scherzheim mit der Filiale in Lichtenau zusammengelegt. Grund
ist die fehlende Wirtschaftlichkeit des bisherigen Filialnetzes.
»Wir bemerken einen rasanten
Anstieg von Online- und Internet-Banking«, erklärte Sparkassen-Chef Joachim Parthon
gestern. Über 50 Prozent der
Kunden seien Online-Nutzer.
Immer weniger Kunden
würden dagegen regelmäßig
die Sparkassen-Filialen in ihren Wohnorten besuchen. »Die
Zahl der Kunden, die das Angebot einer Filiale nutzen, muss
allerdings in einem vertretbaren Verhältnis zu den Kosten
stehen«, erklärte Parthon.
Die Auenheimer Kunden
finden künftig ihre bisherigen Ansprechpartner im Beratungscenter in der Hauptstelle
Kehl. Nach einer kurzen Umbauphase bietet das Geldinstitut im Auenheimer Rathaus
ein Servicecenter mit Geldautomaten und SB-Terminal an.
Das Sparkassen-Team der Fi-
Sparkassen-Chef Joachim Parthon gestern bei der Bekanntgabe der Pläne für eine Umstrukturierung des Filialnetzes.
Blut spenden, Leben
retten: am 27. Juni
liale am Marktplatz ist für die
Kunden ab Anfang Oktober in
der neuen Filiale an der Europabrücke zu finden.
Nach Angaben von Sparkassen-Chef Joachim Parthon
sind zwölf Prozent der Kunden
von den Zusammenlegungen
betroffen. Parthon beziffert die
Einsparungen durch die Umstrukturierungen auf 500 000
bis 750 000 Euro. Kündigungen
wird es seiner Aussage zufolge
keine geben. »Die Kunden behalten ihre persönlichen Berater«, versicherte Parthon.
Im Gegenzug, so hieß es,
würden die Kräfte in elf Kompetenzzentren (in Kehl die
Hauptstelle sowie die Europabrücke, zudem Bodersweier,
Freistett, Goldscheuer, Kork,
Lichtenau, Rheinbischofsheim,
Sundheim, Willstätt, Legelshurst) gebündelt. In diesen
Zentren, kündigte Parthon
an, sollen die Angebote »deutlich« ausgebaut werden. Dazu
würden »moderne SB-Einrichtungen mit hohen Sicherheitsstandards für die üblichen
Bankgeschäfte« über 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche gehören. Ein besonderer
Schwerpunkt in den Zentren
sei die Beratung, die laut Parthon künftig ebenfalls ausgebaut werden soll. Zudem sei die
Entfernung berücksichtig worden: »Für jeden Kunden bieten
wir innerhalb von fünf Kilometern eine S-Filiale mit einem
persönlichen
Ansprechpartner«, sagte Parthon.
Zurzeit deckt seinen Angaben zufolge eine Filiale rund
3300 Einwohner ab. Künftig
wird diese Zahl bei knapp 5000
Einwohnern liegen. Die Kundenwünsche seien bei der Umstrukturierung berücksichtigt
worden, betonte Parthon. So
sei zuvor eine Umfrage durchgeführt worden. Die Filialen,
die von einer Schließung betroffen sind, seien nur »Teilzeit
geöffnet« und mit einer Person
besetzt gewesen.
Neue Filialen geplant
Der Verwaltungsrat der
Sparkasse hatte den Vorstand
beauftragt, in Zusammenarbeit mit Experten des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg ein Konzept zu erarbeiten,
das jetzt verabschiedet wurde.
Die Bürgermeister hätten »einstimmig« ihr Votum für die
Umstrukturierung abgegeben,
berichtete Parthon weiter.
Die Sparkasse Hanauerland
investiert unter anderem rund
650 000 Euro in die neue Filiale an der Europabrücke und
mehr als zwei Millionen Euro
(Gebäude und Ausbau) für eine
neue Filiale in Willstätt.
RHEINAU: weiterer Bericht
Anzeige
Tag der offenen Tür
Ort: Sparkasse Hanauerland, Hauptstraße 86 bis 88
13. & 14. Juni 2015
Kehl (red/kk). Blutspender
machen den Patienten in den
Krankenhäusern das wertvollste Geschenk, welches
ein Mensch geben kann. Ob
Krebspatient, Unfallopfer oder
Herztransplantation – ohne
diese Spenden wäre eine Therapie oder die Operation nicht
möglich. Das gespendete Blut
hilft einem Patienten direkt in
der gleichen Region.
Der DRK-Blutspendedienst
bittet daher um eine Blutspende: am Samstag, 27. Juni, von 10
bis 14 Uhr in der Sparkasse Hanauerland in Kehl (Hauptstraße 86 bis 88). Diese Blutspendeaktion findet in klimatisierten
!
gewinnen
Räumen statt. Die Blutspender werden vom DRK gebeten,
ihren Personalausweis mitzubringen.
Unter dem Motto »Was uns
verbindet – Blutspenden in unserer Region« macht der DRKBlutspendedienst unter www.
blutspenden-verbindet.de die
Verbundenheit zwischen den
Spendern, Empfängern und
der Region sichtbar. Da statistisch gesehen etwa 80 Prozent
aller Bundesbürger mindestens einmal in ihrem Leben auf
eine Blutspende angewiesen
sind, gibt es viele Geschichten
zu lesen und viele Menschen zu
sehen, teilt der DRK mit.
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Freitag, 12. Juni 2015
RHEINAU
Polizeibericht
Hund auf Abwegen verursacht Unfall
Rheinau-Freistett (red/bru). Verantwortlich für
einen Unfall, der sich am Mittwoch kurz nach 17 Uhr
in der Freistetter Straße »Am Glockenloch« ereignete,
ist laut Bericht der Polizei ein Hund. Dieser war seinem
Herrchen entwischt und rannte auf Höhe eines Supermarktes
plötzlich vor einen Lastwagen, sodass dessen Fahrer eine
Vollbremsung einleiten musste. Ein nachfolgender 47-jähriger
Rollerfahrer bemerkte dies zu spät, kollidierte mit dem
Anhänger des Vorausfahrenden und verletzte sich hierbei. An
dem Roller entstand ein Sachschaden von 200 Euro. Der Hund
hatte Glück, er blieb unverletzt, heißt es.
LESER-TREFF
Ihre Meinung zählt.
Leserbriefe zu lokalen Themen senden Sie an:
ARZ-Lokalredaktion • Rüdiger Keller
Hauptstraße 76 • 77855 Achern • Telefon 0 78 02 / 8 04-35
E-Mail: [email protected] • Fax 0 78 41 / 64 17 30
»Wozu brauchen wir
weiteres Wasserloch?«
Zum Artikel »Kies spaltet
Helmlingen« vom 6. Juni:
»Ich unterstütze Uwe Wagner
voll und ganz. Als Erstes sei
erwähnt, Herrn Wagner für
sein Engagement, seine bisherige Arbeit zum Erhalt des
Gayling und der Natur und
seine tolle Webseite ein Lob
auszusprechen.
Herr Wagner mag vielleicht nicht immer die richtigen Worte gefunden haben,
aber wenn man zum Dialog
bittet und nur wachsweiche
Ausreden zu hören bekommt
oder auch gar keine Stellungnahme, dann kann man
sich auch mal aufregen. Als gewählte
Vertreter
der
Helmlinger
Bürgerinnen
und
Bürger
haben der Ortschaftsrat und Ortsvorsteher die Interessen der
Bürger zu vertreten. Und
wenn 401 Helmlinger gegen
einen neuen Baggersee sind,
dann sollten die Orts-Vertreter gefälligst mit den Leuten
reden – und nicht geschlossen fern bleiben, wie bei der
Begehung im Gayling im September letzten Jahres, wo ich
selbst anwesend war.
Was mich persönlich noch
Interessieren würde und
wahrscheinlich noch viele
andere auch: Für was brau-
chen wir noch ein weiteres
von der Bevölkerung nichtnutzbares Wasserloch? Weil
die Orts-Vertreter das nicht
begründen können, reden sie
nicht mit uns. Und was habe
ich als Helmlinger von diesem geplanten Wasserloch?
Rein gar nichts – »usser noch
meeh Schnoogä.«
Ich bin sehr viel mit dem
Fahrrad unterwegs und fahre oft durch den Gayling. Ich
genieße die Ruhe und die Natur hier. In unserem viel zu
hektischen und gestressten
Leben sollte man sehr froh
und dankbar sein, solche Landstriche
vor der Haustür zu haben.
Wir sollten
die
Natur
und den Gayling lieber erhalten, auch für
unsere Kinder und
Kindeskinder, als ihn auszubaggern. Denn, der Baggersee, den wir haben, ist schon
größer als die Ortschaft
Helmlingen selbst, das kann
mit Google Earth selbst überprüft werden. Ich werde bei
der Demo dabei sein.
Fazit: Wie überall geht es
doch schon wieder nur ums
Geld. Nur um mit etwas Kies
einen Haufen Schotter zu verdienen. Und nix anderes.
K AI BODO LILLICH
Rheinau-Helmlingen
Leserbriefe: Die Redaktion freut sich über jeden Leserbrief. Um
einen möglichst großen Kreis zu Wort kommen zu lassen, müssen
Zuschriften manchmal gekürzt werden. Die geäußerten Meinungen
müssen nicht mit der Auffassung der Redaktion übereinstimmen.
Trotzdem trägt die Redaktion die presserechtliche, aber nicht die
inhaltliche Verantwortung für veröffentlichte Zuschriften.
Es werden nur Leserbriefe abgedruckt und ggf. auf www.bo.de veröffentlicht, die mit vollem Namen und vollständiger Adresse versehen
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Nicht mehr wirtschaftlich: Die Filiale in Linx (Foto) ist mit der in Diersheim und Helmlingen eine von drei Niederlassungen der SparFoto: Ellen Matzat
kasse Hanauerland auf Rheinauer Gemarkung, die zum 1. August geschlossen werden.
Sparkasse zieht sich zurück
Filialen in Linx, Diersheim und Helmlingen werden geschlossen / Ortsvorsteher per Brief informiert
Paukenschlag: Die
Sparkasse Hanauerland
(Kehl) macht zum
1. August sechs Filialen
auf einen Streich dicht.
Davon betroffen sind
auch die Standorte Linx,
Diersheim und Helmlingen. Die drei Ortsvorsteher erfuhren davon am
Dienstag per Brief des
Bankhauses.
rung im Ort, so Haag, der von
der Entscheidung der Kehler
Bank, so wie auch seine Ortsvorsteher-Kollegen,
völlig
überrascht wurde. Sie erhielten am Dienstag einen entsprechenden Brief der Bank. »Das
war so schön umschrieben,
dass gar nicht klar war, dass
die Bankfiliale schließt«, erklärte Haag mit einem Augenzwinkern. Kleines Trostpflas-
ter für die Linxer: Die nächste
Sparkassen-Filiale
befindet
sich im Nachbardorf Bodersweier; diese steht nicht auf der
Streichliste.
»Vor allem für die älteren Einwohner ist das sicher
ein Einschnitt«, betonte Doris Bleß, Ortsvorsteherin von
Diersheim. Sie zeigt angesichts
der modernen Medien, die immer öfter ein Besuch der Fili-
HINTERGRUND
VON S T EFA N B RU DER
Rheinau/Kehl. Auf diesen
Brief hätten die drei Rheinauer Ortsvorsteher Rainer Haag
(Linx), Doris Bleß (Diersheim)
und Manfred Kreß (Helmlingen) am Dienstag sicher gerne
verzichtet: Die Sparkasse Hanauerland (Kehl) macht zum
1. August die Filialen in den
drei Rheinauer Stadtteilen
dicht (siehe auch Hintergrund
rechts). Ferner betroffen sind
die Niederlassungen in Leutesheim und Auenheim sowie in
Scherzheim.
Keinen Einfluss
»Das ist eine Entscheidung,
die es zähneknirschend zu akzeptieren gilt«, meinte Linx’
Ortsvorsteher Rainer Haag
gestern auf Anfrage der M ITTELBADISCHEN P RESSE. Er bedauere den Schritt vor allem
mit Blick auf die ältere, mitunter weniger mobile Bevölke-
Nicht mehr wirtschaftlich
»Wir bemerken einen rasanten Anstieg von Online- und
Internetbanking«, erklärte
Sparkassen-Chef Joachim
Parthon gestern in einem
Pressegespräch, in dem die
Bank ihre Entscheidung zur
Schließung der Standorte
bekannt gab. Grund ist die
fehlende Wirtschaftlichkeit
des bisherigen Filialnetzes.
Immer weniger Kunden
würden dagegen regelmäßig die Sparkassen-Filialen
in ihren Wohnorten besuchen. »Die Zahl der Kunden,
die das Angebot einer Filiale
nutzen, muss allerdings in
einem vertretbaren Verhältnis zu den Kosten stehen«,
so Parthon. Nach Angaben des Sparkassen-Chefs
sind zwölf Prozent der Kunden von den Zusammenle-
gungen betroffen. Parthon
beziffert die Einsparungen durch die Umstrukturierungen auf 500 000 bis
750 000 Euro. Kündigungen
werde es keine geben. »Die
Kunden behalten ihre Berater«, versicherte der Sparkasssen-Chef.
Im Gegenzug, so hieß
es, würden »die Kräfte« in
elf Kompetenzzentren – in
Rheinau sind das Freistett
und Rheinbischofsheim –
gebündelt. In diesen Zentren sollen die Angebote
»deutlich« ausgebaut werden. So würden dort »moderne SB-Einrichtungen
mit hohen Sicherheitsstandards für die üblichen Bankgeschäfte« über 24 Stunden an sieben Tagen der
Woche angeboten. kk/bru
alen vor Ort unnötig machten,
Verständnis für den Schritt der
Bank, bedauert aber gleichzeitig grundsätzlich die Schließung. »Das ist traurig, ich habe
gestern Post dazu bekommen«,
meinte auch Ortsvorsteher
Manfred Kreß aus Helmlingen
auf Anfrage dieser Zeitung.
Während die Niederlassungen in Linx und Diersheim
in der in Rheinbischofsheim
aufgehen, werden die Vertretungen in Helmlingen und
Scherzheim mit der in Lichtenau zusammengefasst. Geldautomaten gab es in den drei
Rheinauer Filialen nicht, an
Bares kamen die Kunden also
nur während deren Öffnungszeiten ran. In allen drei Stadtteilen ist auch die Volksbank
Bühl vertreten – diese hat hier
vor wenigen Tagen eine grundlegende Änderung ihrer Öffnungszeiten angekündigt.
Aus fünf wird zwei
Mit der jüngsten Entscheidung der Sparkasse Hanauerland schrumpft die Zahl ihrer
Filialen in Rheinau von fünf
auf zwei: Neben Rheinbischofsheim bleibt auch der Standort
Freistett erhalten. Zuletzt hatte es bei dem Kehler Bankhaus
im Jahr 2000 eine Neustrukturierung der Rheinauer Filialen
gegeben. Zum 30. Juni wurden
damals die Niederlassungen in
Holzhausen, Honau und Memprechtshofen geschlossen.
Kirchliche Nachrichten
Im »Hölzel« rattern wieder die Motoren
Evangelisch
Jugendkart-Meisterschaften des MSC Hornisgrinde finden an diesem Wochenende in Linx statt
Freistett und Memprechtshofen: 10 Uhr Gottesdienst im
AWO-Seniorenheim mit Prädikant Manfred Risch.
Rheinbischofsheim: 9.30 bis 11.30 Uhr Bürostunden.
Rheinau-Linx (he). Das Parkplatzgelände neben der HansWeber-Halle in Linx ist an diesem Wochenende Parcours des
Jugend-Kartrennens mit Teilnehmern aus Baden und Württemberg. Als der Motorsportclub Hornisgrinde mit Sitz in
Achern 2002 erstmals ein Training für Jugendkartfahrer
hier veranstaltete, ahnte noch
niemand, dass Linx einmal
zum Mekka der Jugend-Kartfahrer werden könnte.
Der Grund für die Positionierung in Linx ist bei Günter
Lutz zu suchen: Als Sohn des
ehemaligen rennbegeisterten
Hugo Lutz ist er seit 1998 für
die Jugendarbeit des MSC Hornisgrinde zuständig. Der Verein beteiligt sich auch am Kinderferienprogramm der Stadt
Rheinau, die einen Wanderpo-
Katholisch
Kork: 20 Uhr Taizé-Abendgebet in der Kapelle der Diakonie.
Honau: 18 bis 19 Uhr Firmaktion »Vorbereitung U 16-Gottesdienst« im Pfarrhaus.
Wir gratulieren
Memprechtshofen: Christa Bayer,
Moscheroschstraße 4, feiert ihren 72.
Geburtstag
Rheinbischofsheim: Richard Scherwitz, Oberdorfstraße 11, wird 71 Jahre alt.
Redaktion Rheinau
E-Mail: [email protected]
Telefon 0 78 41 / 64 17 13 • Fax 0 78 41 / 64 17 30
tung gewertet. »Wir sind mit
der Meldezahl am Limit«, freut
sich Günter Lutz über das große Interesse. Unter den 60 Startern sind in der neun-PS-Klasse sechs MSC-Fahrer, darunter
mit Anna Lena Siehl auch ein
Rheinauer Mädchen.
Wanderpokal
Auf dem Parkplatz neben der Hans-Weber-Halle findet wieder das Jugend-Kartrennen mit Teilnehmern aus Baden und
Württemberg statt.
Foto: Dieter Heidt
kal stiftet. 60 Starter sind für
den morgen, Samstag, um 9
Uhr beginnenden dritten und
vierten Lauf um die Südbadenmeisterschaft
gemeldet.
Er wird als Doppelveranstal-
Am Sonntag, 14. Juni, 9.30
Uhr, gehen 85 Jungs und Mädchen an den Start, 13 davon
vom MSC: Hier verteidigt die
aus Iffezheim stammende Anna Sucher-Kühn den Wanderpokal. Gewertet werden die
Rennen in drei Altersgruppen.
Die Siegerehrung der Sonntagswertung findet gegen 16
Uhr statt.
Der Eintritt zu den Rennen
ist frei, für das leibliche Wohl
ist bestens gesorgt.
M I T T E L B A D I S C H E
Nummer 132 • 152. Jahrgang •
P R E S S E
Freitag, 12. Juni 2015
E 4094
1,50 EUR
Guten Morgen!
E
in menschenleerer Strand mit schneeweißem Sand. Ein Liegestuhl, ein Sonnenschirm, ein gutes Buch und über einem die
Sonne, die vom blauen Himmel herunterscheint.
Plötzlich erscheint wie aus dem Nichts eine nette
Dame, die ein Stück leckeren Kuchen und frisch
gepressten kalten Orangensaft in einem Glas vorbeibringt, in dem ein kleines Schirmchen steckt.
Und dann ... dann weckt einen der Kollege unsanft
aus den Tagträumereien und man sitzt wieder am
Schreibtisch. Kein Strand, kein Liegestuhl, und
vor einem stehen statt Kuchen und Orangensaft
nur ein trockenes Salamibrot und abgestandener
Sprudel. Aber zumindest das Schirmchen ist im
Glas. Von zuhause mitgebracht. Um die Arbeit,
während draußen die Sonne scheint, ein kleines
bisschen erträglicher zu machen ...
fi
Annäherung, aber
keine Lösung
Im Schuldenstreit mit Griechenland nähern sich Athen
und die Geldgeber an – der erhoffte Durchbruch steht
aber noch aus. Um bislang blockierte Hilfsgelder in Höhe
von 7,2 Milliarden Euro zu erhalten, muss die griechische
Regierung des Links-Premiers Alexis Tsipras (Foto) möglichst schnell ein verbindliches Reformprogramm
vorlegen. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite POLITIK
Klassik: Das Kehler Kammerorchester
Foto: dpa
gibt am Sonntag ein Konzert in der
Stadthalle. Auf dem Programm stehen
Werke von Mozart, Grieg und Fauré.
Wohnbau: Der Bebauungsplan für das
Neubaugebiet »Am Dreschschopf« war
Thema im Ortschaftsrat Kork. Dabei gab
es auch Kritik.
Ernte: Erdbeerbauern
aus der Kehler Region
ziehen Bilanz zur
diesjährigen Saison.
Flüchtlinge: Der Leiter der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in
Karlsruhe hat an der Hochschule Kehl
von seiner Arbeit berichtet.
Ortenau-Wetter
HEUTZUTAGE
Gestorben: Der britische
31
Schauspieler Christopher Lee ist im
Alter von 93 Jahren
gestorben. Berühmt
wurde er durch
seine Rolle als
»Dracula«.
16
er hingescha
nau
ut
Robbys Experte: Momentan summt und
brummt es in der Ortenauer Tierwelt,
Robby bekommt fast täglich Anfragen,
die er an seinen Experten Andreas Braun
weitergibt. Heute werden auf der RobbySeite und einer großen Extraseite wieder
Fragen von Lesern zu Tieren beantwortet.
Ge
KINDER-NACHRICHTEN
m it
Robbys Experten
WIRTSCHAFT
Suche nach Schuldigen
der Hacker-Attacke
Berlin (dpa). Hinter der
bisher größten Cyberattacke
auf den Deutschen Bundestag
steckt möglicherweise Moskau. Hinweise, die auf Russland als Ursprungsland des
Angriffes deuteten, hätten sich
verstärkt, erfuhr die dpa gestern in Berlin aus mehreren
Quellen. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sagte am Rande einer Konferenz zur Cybersicherheit in
Potsdam, er habe die Sorge,
»dass es sich um einen Cyberangriff eines ausländischen
Nachrichtendienstes handelt«.
Um welches Land es sich
handeln könnte, sagte Maaßen
nicht. Er ergänzte aber: »Mein
Dienst hat immer wiederholt
bestätigt, dass jedenfalls die
Cyberangriffe von russischen
Diensten hoch qualifiziert sind
und uns große Sorge bereiten.«
Den Angriff auf den Bundestag
nannte der Verfassungsschutzchef »beachtlich«. Sein Dienst
habe den Bundestag am 12. Mai
auf die Hacker-Attacke aufmerksam gemacht, sei aber bislang nicht in die Aufklärung
eingebunden, sagte Maaßen.
Mehrere Theorien
Nach
dpa-Informationen
gibt es noch keine abschließende Gewissheit, aus welchem Land und von wem der
seit rund vier Wochen andauernde Cyberangriff ausgeführt
wird. Demnach ist unter anderem noch unklar, ob es sich
um einen russischen Geheimdienst oder eine andere russische Organisation handelt. In
Russland gibt es enge Verbindungen zwischen den Geheim-
Länder fordern mehr
Geld für Flüchtlinge
Fünf Milliarden Euro für Unterbringung von Asylbewerbern?
Streik: Bei der Deutschen Post ruft die Gewerkschaft Verdi immer mehr Beschäftigte zum Arbeitskampf auf. »Wir sind noch
steigerungsfähig«, sagte ein Verdi-Sprecher gestern in Stuttgart. Es legten etwa 3100 Streikende die Arbeit nieder. Am Mittwoch waren es rund 2600. Darunter waren neben Beschäftigten
der Briefzentren auch Briefträger und Paketboten.
Foto: dpa
DouglasTaler
diensten und der organisierten
Kriminalität.
Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit mehreren Theorien, um die Attacke aufzuklären. »Spiegel Online« hatte
berichtet, Experten lägen Anhaltspunkte dafür vor, dass
der russische Auslandsnachrichtendienst SWR hinter der
Spähaktion steckt.
Nach Angaben von Parlamentspräsident
Norbert
Lammert prüft der Generalbundesanwalt, ob es einen Anfangsverdacht für eine Straftat
gebe. Die Analysen legten nahe,
das Computersystem des Parlaments neben der laufenden Bereinigung rasch »mindestens in
Teilen« neu aufzusetzen. »Nach
derzeitigem Kenntnisstand ist
das nicht mit einem Austausch
von Hardware verbunden.« Der
Bundestag werde dabei die Expertise eines externen Dienstleisters einbeziehen.
Offenburg/Stuttgart (ar). Im
Streit über die Kostenfrage bei
der Verwirklichung von Baden
21 haben sich die Region Südbaden und das Land Baden-Württemberg auf einen Kompromiss
geeinigt. Bei einer Vorbesprechung für die zehnte Sitzung
des Projektbeirats zur Rheintalbahn gestern in Stuttgart
wurde ein Kostenrahmen für
die Gütertrasse entlang der A5
zwischen Offenburg und Riegel
vereinbart.
Nach Angaben von Teilnehmern ist das Land zur Übernahme von 50 Prozent der
Mehrkosten bereit, wenn ein
Kostenrahmen von 300 bis 400
Millionen Euro nicht überschritten wird. Damit dürften
Tieflagen und die Untertunnelung von FFH-Gebieten vom
Tisch sein.
Erneuert wurde das klare Ja zur Verwirklichung des
Offenburger
Gütertunnels.
Hier fallen Mehrkosten von einer Milliarde Euro an, die der
Bund allein finanzieren soll.
SEITE 2: Kommentar und Bericht
REGION: weitere Berichte
Sparkasse
bündelt ihre
Filialen
550 Salafisten
im Land
Cyberangriff auf Bundestag / Hinweise auf Russland verdichten sich
Ist es die Rache Putins?
Die Anzeichen, dass Moskau hinter dem HackerAngriff auf das Parlament
steckt, verdichten sich.
Auch der Verfassungsschutz tippt auf einen ausländischen Geheimdienst.
Berlin (dpa). Die Länder fordern angesichts steigender
Flüchtlingszahlen vom Bund
mehr als fünf Milliarden Euro zur Entlastung bei den Unterbringungskosten. Das geht
nach Angaben aus den Ländern aus einem Positionspapier für das Spitzentreffen von
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten sowie den Kommunalverbänden hervor, welches
gestern Abend stattfand.
Darin würden pro Asylbewerber Kosten von etwa 12 500
Euro veranschlagt. Bei in diesem Jahr von den Ländern er-
warteten 450 000 Asylbewerbern würde dies bei voller
Übernahme der Kosten Zahlungen des Bundes von 5,6 Milliarden Euro bedeuten, heißt es
den Angaben zufolge.
Länder und Kommunen pochen seit Längerem auf mehr
Geld für die Unterbringung von
Flüchtlingen und eine dauerhafte Beteiligung des Bundes
an den steigenden Kosten. Das
Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge (BAMF) ging zuletzt davon aus, dass bis Jahresende mehr als 400000 Asylanträge gestellt würden, doppelt so
viele wie im vergangenen Jahr.
Einigkeit
vor dem
Projektbeirat
Kehl (kk). Die Sparkasse Hanauerland schließt am 1. August sechs ihrer Filialen. Dafür werden die Kräfte in elf
Kompetenzzentren gebündelt.
Dort sollen die Angebote ausgebaut werden, teilte gestern
Sparkassen-Chef Joachim Parthon mit. Ein Grund für die
Umstrukturierung sei die fehlende Wirtschaftlichkeit. Außerdem würden immer mehr
Kunden – mittlerweile über 50
Prozent – für ihre Überweisungen und Bankdienstleistungen
das bequeme Online-Banking
nutzen, hieß es.
LOKALES: weitere Berichte
Stuttgart (dpa). Islamisten beschäftigen den Verfassungsschutz im Südwesten mehr
denn je. »Die derzeit größte Bedrohung freier Gesellschaften
geht vom internationalen islamistischen Terrorismus aus«,
sagte Innenminister Reinhold
Gall (SPD) bei der Vorstellung
des Verfassungsschutzberichtes 2014 gestern in Stuttgart.
Die Großräume Stuttgart und
Pforzheim sowie die RheinNeckar-Region seien Schwerpunkte radikaler Umtriebe.
Aber auch ländliche Regionen
seien betroffen. Die Zahl der
Salafisten liegt laut Landesamt für Verfassungsschutz bei
etwa 550 im Land – bundesweit
sollen es rund 7000 sein.
Abo-Service: 0800 5 13 13 13 • Priv. Kleinanzeigen: 0800 7 34 33 33 • Internet: www.bo.de • Leserbriefe: [email protected]