Projektbeschreibung Sizilien 2015

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Bis an die Grenzen … mit Asylsuchenden
Interkulturelles Begegnungsprojekt der europäischen GCL
Dieses Dokument ist eine Zusammenfassung der Projektbeschreibung „Migrants Project CLC
Europe“. Über die obigen Informationen hinaus enthält sie Details zur Finanzierung, zu den
Aufgaben, die von GCLern ehrenamtlich übernommen werden und zur Öffentlichkeitsarbeit.
In den letzten Jahren ist Europa zu einer Art „American Dream“ vieler Afrikaner geworden. Oft
aber müssen die Menschen, die über das Mittelmeer kommen, zunächst in Italien bleiben.
Häufig haben sie nicht die finanziellen Mittel, um ihr ursprüngliches Ziel in anderen europäischen Ländern zu erreichen. In anderen Fällen sind sie in kriminelle Machenschaften verstrickt
oder arbeiten schwarz, so dass sie nicht finanziell unabhängig werden. Viele Menschen kommen nach Italien nach einer mühsamen Durchquerung der Wüste und vielleicht auch nach
Aufenthalten in libyschen Gefängnissen, auf Booten, die leicht zu ihrem Grab werden können.
Diese Migranten durchlaufen, nachdem ihre Identität festgestellt wurde und sie in Unterstützungsprogramme eingegliedert wurden, einen Prozess, in der ihr Status als Flüchtling anerkannt werden soll.
Diese Situation ermöglicht nun drei unterschiedliche Szenarios:
die Anerkennung als Flüchtling und damit ein Aufenthaltsrecht für fünf Jahre im Rahmen des politischen Asyls
die Nicht-Anerkennung als Flüchtling, aber ein Bleiberecht für 3 oder 1 Jahr/e aus humanitären Gründen
die Ablehnung als Flüchtling und die Verweigerung eines Bleiberechts, verbunden mit
der Möglichkeit, entweder in das Heimatland zurückzukehren oder Widerspruc einzulegen
Somit steigt die Anzahl der Menschen, die illegal in Europa leben und die teilweise nicht in ihr
Herkunftsland zurückkehren können und daher ihren Lebensunterhalt mit kleinen Geschäften
bestreiten.
Dieses Problem betrifft nicht nur Italien, sondern ganz Europa. Die Flüchtlinge kommen nicht
nur an italienische Küsten, sondern – in kleinerem Ausmaß – auch nach Frankreich, Malta,
Spanien und Griechenland.
Da nun Italien für die Flüchtlinge immer mehr zu einem Symbol der „Hoffnung auf ein besseres Leben“ wird, fühlt sich die italienische GCL gerufen, sich konkret für diese Menschen zu
engagieren. Sie möchte zum einen Organisationen zu unterstützen, die sich für die Flüchtlinge
einsetzen und zum anderen bei den örtlichen, nationalen und europäischen Institutionen die
Stimme erheben und auf die beschämende Situation aufmerksam machen.
Wir sind sicher, dass wir nur im Handeln die Welt verändern können und mit Jesus Christus
das Reich Gottes aufbauen können.
Ziele:
An den Grenzen präsent sein, dort wo Hilfe und Unterstützung benötigt werden
Sensibilisierung der GCL-Nationalgemeinschaften für
o die Situation der Flüchtlinge, die aus nordafrikanischen Ländern aus nach Europa kommen
o die Gründe für die Flucht aus dem jeweiligen Heimatland
o die Bedeutung der Situation der Flüchtlinge für ganz Europa
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Entstehung von neuen Kooperationsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Nationalgemeinschaften
(für die Volontäre): Experiment, das auch geistliches und persönliches Wachstum ermöglicht
Projektpartner:
die europäischen Nationalgemeinschaften der GCL
CLC/LMS Italien
Euroteam, Eurolink, Netzwerk Migration
Stiftung St. Johann Baptist (Fondazione San Giovanni Battista, Ragusa – Italien) und
andere Partner vor Ort
F. Cesare Geroldi S.J. (Ragusa – Italien)
Projektbeschreibung
Die GCL möchte dort präsent sein, wo die Flüchtlinge ankommen und in Italien erste Unterstützung suchen. Das Projekt kooperiert über die italienische GCL mit der Stiftung St. Johann
Baptist (Fondazione San Giovanni Battista) in Ragusa. Sie hat ihren Sitz in Ragusa und Comiso
und bieten dort unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten für die Flüchtlinge, die auf ihre
Anhörung im Asylverfahren warten oder die gegen eine Ablehnung Widerspruch eingelegt
haben. In dieser Zeit sind die Flüchtlinge schnell entmutigt, weil sie weit von ihrer Heimat entfernt sind und keine Nachricht von ihren Liebsten haben oder aber die einzigen Überlebenden
aus ihrer Familie sind, in einem fremden – manchmal sogar feindlich gestimmten - Land, ohne
Arbeit aber mit einer großen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
In den Allgemeinen Grundsätzen der GCL heißt es: „Wir sind uns vor allem der Dringlichkeit
bewusst, für Gerechtigkeit einzutreten durch eine vorrangige Option für die Armen und durch
einen einfachen Lebensstil, der Ausdruck unserer Freiheit und unserer Solidarität mit ihnen ist“.
So hat das Projekt ein doppeltes Ziel
einander in der Not der Nächste zu sein
diejenigen, die sich für Gerechtigkeit einsetzen zu unterstützen und ihnen zu zeigen,
dass sie nicht alleine sind
Deswegen möchten wir Freiwillige aus der GCL, die sich zu diesem Dienst gerufen fühlen. Sie
sollen – je nach ihren individuellen Fähigkeiten - die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Stiftung in den alltäglichen Aufgaben unterstützen. Dabei bringen sie ihre Fähigkeit ein, die
Flüchtlinge, die als Gäste in die Stiftung kommen, zu verstehen und auch von ihnen verstanden zu werden.
Die Freiwilligen erhalten ein kurze Einführung, in der sie mit der Situation, in der sie arbeiten
sollen, vertraut gemacht werden und auf schwierige und herausfordernde Situationen vorbereitet werden. Diese Einführung findet entweder vor der Abreise oder nach Ankunft am Einsatzort statt. In einer zweiten Phase werden sie in die verschiedenen Arbeitsfelder eingeführt,
damit der konkrete Einsatzort sorgfältig ausgewählt werden kann.
Die Volontäre übernehmen folgende Aufgaben:
Unterstützung der Flüchtlinge im täglichen Leben
Haushalt und Küche
künstlerische oder kreative Workshops
weitere Aktivitäten der Stiftung (je nach den Begabungen, die die einzelnen Volontäre
einbringen können)
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Das Projekt hat nicht nur das Ziel, die Migranten zu unterstützen, sondern ist vor allem für die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch eine Gelegenheit zu persönlichem und geistlichem
Wachstum. Daher wird es auch Zeiten des Gebets, der Reflexion und des Austausches geben.
Die Organisation wird von F. Cesare Geroldi SJ übernommen, aber die Nationalgemeinschaften werden gebeten, für die einzelnen Tranchen einen Erwachsenen zu entsenden, der die
jüngeren Erwachsenen begleiten und in dieser Tranche geistliche Angebote machen kann.
Zielgruppe:
Mitglieder der europäischen GCL oder Interessenten an der Arbeit mit Flüchtlingen. Pro Tranche (3 Wochen) sollten etwa 6 (oder etwas mehr) Volontäre anwesend sein. Das Experiment
richtet sich vor allem an junge Erwachsene, aber auch ältere Volontäre sind herzlich willkommen.
Voraussetzungen:
Volljährigkeit
Englisch-/Französischkenntnisse, Italienisch oder Arabisch wünschenswert
Offenheit, Motivation für das konkrete Projekt, Anapssungsfähigkeit
Unterbringung und Arbeitsfelder:
Unterbringung im Haus der Jesuiten von Ragusa
Frühstück und Abendessen mit der Jesuitenkommunität, Mittagessen in der Fondaziona San Giovanni Battista (Stiftung St. Johann Baptist)
Der konkrete Einsatz in unterschiedlichen Arbeitsfelder wird mit der Fondazione San
Giovanni Battista geplant.
Zeitlicher Rahmen
Das Projekt ist als Langzeitprojekt geplant. Die erste Phase beginnt am 1.7.2015 und dauert 6
Monate. Im Oktober soll auf dem Eurolink-Treffen eine erste Evaluation erfolgen, die eventuell zu Modifikationen des Projekts führt.
Die ersten Gruppen von Freiwilligen beginnen im Sommer 2015, es ist jedoch geplant – soweit
möglich – dass das Projekt über das ganze Jahr hinweg weitergeführt wird.
Die Aufenthaltsdauer der Freiwilligen beträgt mindestens 3 Wochen, sie kann jedoch auch
länger sein.
Verantwortliche1:
eine Projektmanagerin, die die Freiwilligen betreut und in der ersten Zeit ständig vor
Ort ist. Hierfür schlägt das Projektteam Laura Scaglia aus der GCL Italien vor.
ein Koordinator/ eine Koordinatorin auf europäischer Ebene, die den Kontakt zum Euroteam und zu den Nationalgemeinschaften hält. Hierbei spielt das Netzwerk Migration eine wichtige Rolle, das von der spanischen GCL koordiniert wird. Dieses Netzwerk
ist in engem Kontakt mit der Arbeitsgruppe des Euroteams. Als Koordinatorin auf europäischer Ebene schlägt das Projektteam Maria Morales aus Spanien vor.
Geistliche Begleiter/innen für die Freiwilligen in Sizilien, die von den einzelnen Nationalgemeinschaften für je 3 Wochen (oder länger) entsendet werden und die Volontäre gemeinsam mit P. Geroldi SJ begleiten.
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Absatz gekürzt, da für die deutsche GCL nur begrenzt relevant, bei Interesse s. englisches Original
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Kosten2:
Für das Projekt entstehen monatliche Kosten von ca 4500 Euro (Unterbringung der Volontäre,
Aufwandsentschädigung für die Projektmanagerin, sonstige Kosten). Hiervon werden ca 1800
Euro von den Volontären als Eigenbeteiligung übernommen, so dass für die europäischen
Nationalgemeinschaften Kosten von ca 2700 Euro/ Monat anfallen werden,
Nähere Informationen:
http://magis1.ignatian.eu/2015/05/at-the-frontiers-with-asylum-seekers/#more-830
(in Englisch)
http://www.fondazionesangiovannibattista.com/ (Homepage der Stiftung)
oder bei: [email protected]
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(Absatz gekürzt, da für die deutsche GCL nur begrenzt relevant, bei Interesse s. englisches Original