Antonio Vivaldi - Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

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SYMPHONIEORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS
Sonntag 27.9.2015
Sonderkonzert
Prinzregententheater
20.00 – ca. 22.00 Uhr
GIOVANNI ANTONINI
Leitung
ANNA PROHASKA
Sopran
KATJA STUBER
Sopran
MARIE-CLAUDE CHAPPUIS
Mezzosopran
SAMUEL BODEN
Tenor
CHRISTIAN IMMLER
Bariton
CHOR DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS
Einstudierung: Peter Dijkstra
SYMPHONIEORCHESTER DES
BAYERISCHEN RUNDFUNKS
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Antonio Vivaldi
»Dixit Dominus«, Psalm 109 für Soli, zwei Chöre, zwei Orchester und
Basso continuo D-Dur, RV 594
Nr. 1 Dixit Dominus. Allegro (Chor I/II)
Nr. 2 Donec ponam inimicos tuos. Largo (Chor I/II)
Nr. 3 Virgam virtutis tuae. Allegro (Sopran-Solo I/II)
Nr. 4 Tecum principium. Andante (Alt-Solo)
Nr. 5 Juravit Dominus. Adagio – Allegro (Chor I/II)
Nr. 6 Dominus a dextris tuis. Allegro (Tenor-/Bass-Solo)
Nr. 7 Judicabit in nationibus. Largo – Allegro molto (Chor I/II)
Nr. 8 De torrente. Andante (Sopran-Solo)
Nr. 9 Gloria Patri. Allegro (Chor I/II)
Nr. 10Sicut erat in principio. Allegro (Chor I/II)
Antonio Vivaldi
»Cum dederit« aus: »Nisi Dominus«, Psalm 126 für Solo-Stimme, Streichorchester und Basso continuo, RV 608
Nr. 4 Andante
Johann Sebastian Bach
»Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei«, Kantate zum
11. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor, Orchester und Basso continuo,
BWV 179
Nr. 1 Chor. Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei
Nr. 2 Rezitativ (Tenor). Das heut’ge Christentum ist leider schlecht bestellt
Nr. 3 Arie (Tenor). Falscher Heuchler Ebenbild
Nr. 4 Rezitativ (Bass). Wer so von innen wie von außen ist
Nr. 5 Arie (Sopran). Liebster Gott, erbarme dich
Nr. 6 Choral. Ich armer Mensch
Pause
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Programm
Antonio Vivaldi
»Gloria« für Soli, Chor, Orchester und Basso continuo D-Dur, RV 589
Nr. 1 Gloria in excelsis Deo. Allegro (Chor)
Nr. 2 Et in terra pax. Andante (Chor)
Nr. 3 Laudamus te. Allegro (Sopran-Solo I/II)
Nr. 4 Gratias agimus tibi. Adagio (Chor)
Nr. 5 Propter magnam gloriam. Allegro (Chor)
Nr. 6 Domine Deus, Rex caelestis. Largo (Sopran-Solo)
Nr. 7 Domine Fili Unigenite. Allegro (Chor)
Nr. 8 Domine Deus, Agnus Dei. Adagio (Alt-Solo, Chor)
Nr. 9 Qui tollis peccata mundi. Adagio (Chor)
Nr. 10Qui sedes ad dexteram Patris. Allego (Alt-Solo)
Nr. 11Quoniam tu solus Sanctus. Allegro (Chor)
Nr. 12Cum Sancto Spiritu. Allegro (Chor)
Johann Sebastian Bach
»Erschallet, ihr Lieder«, Kantate zum ersten Pfingsttag für Soli, Chor,
Orchester und Basso continuo, BWV 172
Nr. 1 Chor. Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten
Nr. 2 Rezitativ (Bass). Wer mich liebet, der wird mein Wort halten
Nr. 3 Arie (Bass). Heiligste Dreieinigkeit
Nr. 4 Arie (Tenor). O Seelenparadies
Nr. 5 Duett (Sopran-/Alt-Solo). Komm, lass mich nicht
länger warten
Nr. 6 Choral. Von Gott kömmt mir ein Freudenschein
Konzerteinführung
19.00 Uhr
Moderation: Judith Kaufmann
Gast: Giovanni Antonini
LIVE-ÜBERTRAGUNG auf BR-KLASSIK
PausenZeichen:
Susanna Felix im Gespräch mit Giovanni Antonini
On demand: danach 7 Tage abrufbar auf www.br-klassik.de
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Programm
»Almost shocking radicalism«
Radikale Einfachheit und großartige Wirkung in Vivaldis
geistlicher Musik
Judith Kaufmann
Als in den späten 1920er
Jahren fünf Bände mit
geistlicher Musik des italienischen Settecento
entdeckt wurden, kam dies einer kleinen Sensation gleich: Die Sammlung aus dem Besitz Antonio Vivaldis offenbarte eine Fülle bis dahin unbekannter sakraler Vokalmusik des venezianischen Meisters. Aufsehen erregten auch die ersten (Wieder-)Aufführungen während einer
»Vivaldi-Woche« 1939 in Siena, die vor allem für
das Gloria den Startschuss einer beachtlichen
Erfolgsgeschichte bedeuteten. 1941 wurde es als
erstes kirchenmusikalisches Werk Vivaldis gedruckt, und heute, etwa 80 Jahre später, kann der
Musikliebhaber aus knapp 100 Einspielungen des
populären Titels wählen. Zu seinen Lebzeiten
wurde Vivaldi international vor allem als Geigenvirtuose und Schöpfer hochmoderner Instrumentalmusik wahrgenommen; äußerst produktiv
war er zudem auf dem Gebiet der Oper, mit der
er sich als Komponist, Regisseur und Manager
beschäftigte. Die rund 50 Titel geistlicher Musik
hingegen, die heute bekannt sind, zeigten damals
wenig Wirkung über Italien hinaus und gerieten
für knapp zwei Jahrhunderte in Vergessenheit.
Über Entstehung und Uraufführung der meisten
dieser Stücke können wir nur Mutmaßungen anstellen, doch viele stehen offenbar in direktem
Zusammenhang mit Vivaldis Beschäftigung am
Ospedale della Pietà. Als eines der vier großen
Waisenhäuser Venedigs bot diese Einrichtung
bedürftigen Mädchen ein Heim und den Begabten unter ihnen zugleich eine fundierte musikalische Ausbildung. Dank des hohen künstlerischen
Niveaus von Chor und Orchester war das Institut neben San Marco ein wichtiges Zentrum des
Entstehungszeit und
Uraufführung
Anlass, Entstehungszeit
und Uraufführungsdatum
der Werke des heutigen
Programms sind nicht
genau bekannt. Es lassen
sich nur Vermutungen und
ungefähre zeitliche Einordnungen vornehmen.
Lebensdaten des
Komponisten
4. März 1678 in Venedig –
28. Juli 1741 in Wien
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Antonio Vivaldi
Anonymes Bildnis eines Musikers, wahrscheinlich Antonio Vivaldis
venezianischen Musiklebens und der Besuch seiner wöchentlichen Aufführungen eine Attraktion für Reisende aus ganz Europa. Obwohl die
Ensembles ausschließlich mit Musikerinnen besetzt waren, interpretierten
sie auch Werke für gemischten Chor; möglicherweise wurden die notierten
Tenorstimmen in der originalen Lage, die notierten Bassstimmen hingegen um eine Oktave höher gesungen und von Instrumenten in der originalen Lage verdoppelt. Zusätzlich zu seinem Posten als Instrumentallehrer und »Maestro de’ concerti« übernahm Vivaldi am Ospedale nach dem
Ausscheiden von Francesco Gasparini auch Aufgaben des »Maestro di
coro« und komponierte (vor allem) zwischen 1713 und 1719 Kirchenmusik für das Waisenhaus.
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Antonio Vivaldi
Die Riva degli Schiavoni mit dem Ospedale della Pietà in Venedig zur Zeit Vivaldis
Kupferstich von Vincenzo Coronelli
Der Hymnus Gloria in excelsis Deo wurde im Lauf der Musikgeschichte
zumeist als Teil des Mess-Zyklus vertont. Das Gloria (RV 589) von Antonio
Vivaldi jedoch war von Anfang an als eigenständiges Werk konzipiert,
und es gibt keinerlei Hinweise etwa auf ein dazugehöriges Kyrie. Mit seiner
beachtlichen Länge von knapp 30 Minuten scheint das Stück prädestiniert
für eine besonders festliche Liturgie. Der prominente Vivaldi-Forscher
Michael Talbot hat die These vorgestellt, das Gloria könnte Ende 1716 für
einen Dankgottesdienst anlässlich der Siege entstanden sein, die die Venezianer und ihre Verbündeten gegen die Türken errungen hatten. Es ist allerdings auch denkbar, dass das Gloria mit jener Komposition identisch ist,
die Vivaldi nachweislich für die Hochzeit Ludwigs XV. von Frankreich 1725
zu liefern hatte. Die Besetzung der Solopartien mit nur hohen Stimmen
verweist freilich eher auf die aufführungspraktische Situation des Ospedale.
Die Hauptrolle in Vivaldis Gloria übernimmt der Chor, der bald mit eindringlichen akkordischen Passagen, bald mit kunstvoller Polyphonie in
Erscheinung tritt. Trompete und Oboe bilden in den Ecksätzen ein effektvolles Bläserpaar und verleihen dem Werk seinen festlichen Glanz. Weitere
Farben gewinnt die Musik, indem Streicher und Basso continuo in verschiedenen Kombinationen und mit unterschiedlichen Aufgaben eingesetzt werden. Der Text des Hymnus wird nach dem Prinzip der »Kantatenmesse« stark aufgegliedert. Mit dem Einleitungs- und Schlusschor in
D-Dur dominiert zwar die Haltung des Lobpreises, das Bestechende an
der Folge von zwölf Einzelsätzen ist jedoch die erstaunliche Bandbreite
an Affekten und Stimmungen sowie die stilistische Spannweite zwischen
konservativen Fugen und modernen Arien. Der planvolle Wechsel von
Tonarten, schnellen und langsamen Tempi, lebhaften Bewegungsimpulsen
und lyrischen Bögen sorgt für ein hohes Maß an Abwechslung und Spannung. Stets ist die Musik durchsichtig, der Text klar nachvollziehbar, der
Eindruck unmittelbar und stark.
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Antonio Vivaldi
Bereits der erste Takt offenbart Vivaldis geniale Gabe, mit verblüffend einfachen Mitteln eine ungeheuere Wirkung zu erzielen: Kraftvolle, unisono
geführte Oktavsprünge des Orchestertutti fordern die kompromisslose
Aufmerksamkeit des Hörers. Wie ein Signal werden sie auch das Quoniam
tu solus Sanctus (Nr. 11) eröffnen und damit die formale Abrundung des
Werkes erreichen. Die hohe Bewegungsenergie des Ritornells durchzieht
den gesamten Eröffnungssatz (Nr. 1) und steht in größtem Kontrast zum
folgenden Et in terra pax (Nr. 2) mit seinem langsamen Tempo, seiner
Moll-Tonart und seiner expressiven Chromatik. Besonders kennzeichnend
ist eine scharfe Vorhalts-Dissonanz, die ausgerechnet mit dem Wort »pax«
verknüpft wird. Hat der Gedanke an »Friede« bei Vivaldi eine schmerzliche Empfindung ausgelöst?
Abwechslung zwischen den teils gewichtigen Chorsätzen bieten einige
solistisch besetzte Nummern wie das heitere, maßvoll virtuose Duett zweier
Sopranstimmen Laudamus te (Nr. 3) oder die Alt-Arie Qui sedes ad dexteram Patris (Nr. 10), der ein gewitzter rhythmischer Einfall – eine Betonung der kurzen Notenwerte »gegen den Strich« – trotz der Moll-Tonart
Leichtigkeit und Eleganz verleiht. Kammermusikalisch wirkt das Domine
Deus, Rex caelestis (Nr. 6), in dem wahlweise eine Solo-Violine oder die
Francesco Guardi: Konzert des Orchesters der Pietà zu Ehren des russischen
Thronfolgerpaares im Casino dei Filarmonici in den Procuratie Nuove (1782)
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Antonio Vivaldi
Der Canal Grande mit der Kirche Santa Maria della Salute in Venedig
Gemälde von Canaletto (1730)
Oboe mit der Sopranistin in Dialog tritt und nur vom Generalbass begleitet wird. Ein Zwölf-Achtel-Takt und Punktierungen verleihen dem Largo den friedlich schwingenden Charakter eines Siciliano. Bemerkenswert
ist schließlich die Anlage des Domine Deus, Agnus Dei (Nr. 8), in dem das
lyrische Alt-Solo immer wieder von kurzen, litaneiartigen Einwürfen des
Chores unterbrochen wird.
Die Doppelfuge Cum Sancto Spiritu (Nr. 12) bildet einen würdigen und
zugleich strahlenden Abschluss des Gloria, dem seit seiner Wiederentdeckung in Siena 1939 der Nimbus eines »Meisterstücks« anhaftet. Das
Werk steht allerdings keineswegs als einsamer Geniestreich in der geistlichen Musik des Spätbarock da. Deutliche Parallelen – vor allem im formalen Aufbau – verbinden es mit einer vermutlich früheren Gloria-Vertonung (RV 588) Vivaldis, und beide sind eindeutig inspiriert von einem
weiteren Gloria, das auf den 9. September 1708 datiert ist und aus der
Feder des ebenfalls in Venedig tätigen Giovanni Maria Ruggieri stammt.
Insbesondere die Schlussfuge hat Vivaldi von seinem Kollegen übernommen, jedoch nicht ohne sie sensibel zu überarbeiten.
Dass Vivaldi nicht nur die lebhafte Motorik flotter Instrumentalmusik,
sondern auch die weiten und sanften Bögen langsamer Sätze souverän
beherrschte, demonstriert das Cum dederit auf betörende Weise. Der Text
des Andante entstammt dem 126. Psalm Nisi Dominus (Zählung der
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Antonio Vivaldi
Der Markusplatz in Venedig, Gemälde von Canaletto (1723 / 1724)
Vulgata), der vor allem in der Vesper von Marienfesten gesungen wird. So
ist es vorstellbar, dass Vivaldis insgesamt neunsätzige Psalmvertonung
(RV 608) für das Patrozinium der Pietà entstand, das alljährlich am 2. Juli
zu Mariä Heimsuchung mit prachtvollen Gottesdiensten zelebriert wurde.
In Venedig hat man das anspruchsvolle Alt-Solo wahrscheinlich einer besonders begabten »figlia« des Ospedale übertragen; heute wird es als Paraderolle vor allem von Countertenören geschätzt. Der vierte Satz des Zyklus zieht den Hörer durch die meditative, wenn nicht gar hypnotisierende
Ruhe in seinen Bann. Angeregt vom Begriff »somnus« führt Vivaldi den
Zustand des Schlafes musikalisch vor, als Mittel dazu dient die Reduktion:
Reduktion der Besetzung, indem die Orgel lediglich die Bassnoten wiedergibt (»tasto solo«); Reduktion des Klangs, indem die Streicher »con
piombi«, mit Blei-Dämpfern, spielen; und vor allem Reduktion auf ein
Minimum an harmonischer Bewegung. Faszinierend ist Vivaldis bedingungsloses Vertrauen auf die Überzeugungskraft des Einfachen; oder, mit
den Worten Michael Talbots ausgedrückt: sein »almost shocking radicalism«, also die fast schockierende Radikalität, Musik bis auf ihren Kern zu
entblößen und sie aus den Grundelementen wiederherzustellen.
Die Formulierung der tiefen Vokalstimmen, insbesondere in den enorm
virtuosen solistischen Partien von Tenor und Bass, deutet darauf hin, dass
das Dixit Dominus (RV 594) mit dem Vortrag durch Männerstimmen
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Antonio Vivaldi
Antonio Vivaldi, Karikatur
von Pier Leone Ghezzi
(1723)
rechnet und wohl kaum für das Ospedale della Pietà bestimmt war. Zwei
Sopran- und eine Alt-Stimme komplettieren die Reihe der Solisten, die mit
je zwei Duetten und Arien das Chorwerk ergänzen. Die Kompositionsweise »in due cori« ist typisch für eine Schaffensphase Vivaldis zwischen
1720 und 1735. Die Partitur verlangt zwei Streichorchester mit Basso continuo und zwei Chöre, je zwei Trompeten und Oboen treten fallweise hinzu.
Mit dieser Besetzung steht das Stück in der venezianischen Tradition festlich-mehrchörigen Musizierens, und Vivaldi versteht es, die zahlreichen
Stimmen äußerst flexibel zu beschäftigen. Mit seinem Platz in der Vesper
aller Sonntage und vieler Feste gehört das Dixit Dominus zu den am häufigsten vertonten biblischen Texten (Psalm 109 der Vulgata). Vivaldi selbst
hat mehrere Fassungen vorgelegt, in RV 594 verteilt er die sieben Verse
der Heiligen Schrift auf acht in sich geschlossene musikalische Abschnitte.
Wie auch im Gloria eröffnen zwei kontrastierende Chöre das Werk: ein
schwungvolles Dixit Dominus (Nr. 1), abermals in der Trompetentonart
D-Dur, und ein ernstes und strenges Donec ponam inimicos tuos (Nr. 2)
in h-Moll. Vor dem Hintergrund des unerbittlich pochenden Rhythmus
des Orchesters singen die Chorstimmen hier eine absteigende Folge von
vier Tönen, die mit ihren langen Notenwerten wie ein Zitat eines Gregorianischen Chorals anmutet. Ebenfalls im zweiten Satz können wir unmittelbar nebeneinander verschiedene Ausprägungen einer doppelchörigen
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Antonio Vivaldi
Schreibweise beobachten: Besonders eindrucksvoll sind Passagen, in denen
zwei Gruppen – hier die beiden Streicherensembles – in einem lebhaften
Dialog alternieren. Kurz darauf lässt Vivaldi zwei Chöre gleichzeitig dieselbe Musik singen, legt ihnen aber unterschiedliche Texte und Rhythmen in den Mund. Und immer wieder sind beide Chöre in einem gemeinsamen musikalischen Satz vereint – bis hin zu einer typischen Geste
Vivaldi’schen Komponierens, wenn simple Tonleitern von allen Beteiligten einstimmig vorgetragen werden. Solange die »due cori« getrennt aufgestellt waren und der Klang das Ohr aus verschiedenen Richtungen erreichte, blieb auch im letztgenannten Fall die in der Barockzeit so beliebte
Wirkung der Mehrchörigkeit erlebbar.
Monumental wirkt die Eröffnung des Chores Juravit Dominus (Nr. 5). Die
Gestaltung der Stimmen ist hier – wie auch an anderen Stellen des Werkes – von einfachen Dreiklangsbrechungen geprägt, was eine Stagnation
der harmonischen Entwicklung zur Folge hat. Die bewegliche Fuge über
»Tu es sacerdos« lockert das Gefüge freilich sogleich wieder auf. Wenn im
Folgenden von Gottes Zorn (»in die irae«) die Rede ist, kommt der Opernkomponist in Vivaldi zum Vorschein. Die erregten, ineinander verschraubten
Koloraturen von Tenor und Bass im Duett Dominus a dextris tuis (Nr. 6)
erinnern an eine Rache-Arie auf der Theaterbühne. Zu Beginn des Judicabit in nationibus (Nr. 7) kündigen Fanfaren der beiden Trompeten das
Jüngste Gericht an. Die Dramatik steigert sich im Verlauf des Chores
zusammen mit dem Tempo, bis es in rasenden 32-teln der Streicher seinen
Höhepunkt erreicht. Entspannung bringt die Sopran-Arie De torrente
(Nr. 8), die mit weichen Wellenbewegungen das Fließen eines Baches
nachzeichnet und die Emotionen in friedliche Bahnen zurücklenkt.
Der liturgischen Praxis entsprechend schließt Vivaldi den Psalm mit der
so genannten »Doxologie«, die er in zwei Chornummern fasst. Eine gekürzte Wiederholung des Eröffnungssatzes für das Gloria Patri (Nr. 9) bewirkt eine deutlich wahrnehmbare Geschlossenheit der mehrteiligen Komposition. Das Sicut erat in principio (Nr. 10) verstärkt den musikalischen
Rahmen, indem es die absteigende Vierton-Folge des zweiten Satzes wieder aufnimmt. Sie bildet das Kopfmotiv eines Fugenthemas, das zunächst
offen und unverstellt präsentiert wird. Doch schon mit seinem zweiten
Auftreten verdichtet sich der Satz schlagartig, und wenige Momente später
wirbeln 16 individuell geführte Stimmen durcheinander. Die ständige
Präsenz des Themas, das in einem instrumentalen Zwischenspiel auch
von den Violinen »gesungen« wird, verleiht dem komplexen Gefüge Klarheit und, wie ein Rückgrat, harmonische Stabilität. Mit seiner kontrapunktischen Raffinesse und überschäumenden Vitalität setzt das Stück
einen berauschenden Schlusspunkt unter das beeindruckende Werk.
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Antonio Vivaldi
Unter der Himmelskuppel
Kantaten von Johann Sebastian Bach
Wolfgang Stähr
Es gibt nichts zu bereuen.
Die historische Tatsache,
dass Deutschland nie von der einen, zentralen,
alles beherrschenden Hauptstadt dominiert wurde,
bedeutete für das Musikleben keinen Mangel –
ganz im Gegenteil. Die oft verspottete Kleinstaaterei, der Flickenteppich der Duodezfürstentümer,
die politische Konkurrenz der eng benachbarten
Residenzen und Reichsstädte mit all ihren Burgen, Schlössern und Kirchen, den Ratswandlungen, Festmahlen, weltlichen und konfessionellen
Feiertagen, bot begabten Musikern geradezu ein
Eldorado künstlerischer Entfaltung. Denn der
Bedarf an Organisten, Kantoren, Geigern, Turmbläsern, Hautboisten, Trompetern, Sängern, Gambisten, Lautenisten und wie sie alle hießen, war
schier grenzenlos. Johann Sebastian Bach, Ratsmusikantensohn aus Eisenach, konnte die musikalische Welt erobern, ohne deshalb je auf weite
Reisen oder ausgedehnte Tourneen gehen zu
müssen. Die äußerste Entfernung vom heimatlichen Ursprung, die er sich zumutete in seinem
65 Jahre währenden Leben, führte ihn im Winter
1705 nach Lübeck, ein Fußmarsch von 400 Kilometern, den er furchtlos auf sich nahm, um das
Idol der norddeutschen Orgelmusik »live« zu erleben: den legendären Dieterich Buxtehude.
Entstehungszeit
1714 (BWV 172)
1723 (BWV 179)
Uraufführung
20. Mai 1714 in der
Weimarer Schlosskirche
(BWV 172)
8. August 1723 in der
Leipziger Nikolaikirche
(BWV 179)
Jeweils unter der Leitung
Johann Sebastian Bachs
Lebensdaten des
Komponisten
21. März 1685 in Eisenach –
28. Juli 1750 in Leipzig
Zur selben Zeit wirkte der junge Bach als Organist der Neuen Kirche in der gräflich-schwarzburgischen Residenz Arnstadt; doch wechselte
er im Sommer 1707 in die nahegelegene Freie
Reichsstadt Mühlhausen (ebenfalls in Thüringen),
um dort künftig an der Hauptkirche Divi Blasii
die Orgel zu spielen und außerdem die Festmusik
zur alljährlichen Zeremonie des Ratswechsels zu
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Johann Sebastian Bach
Johann Sebastian Bach
Gemälde Johann Ernst Rentsch d. Ä. zugeschrieben (um 1715)
komponieren – eine prestigeträchtige Berufung. Gleichwohl reichte Bach
nach wenigen Monaten bereits sein Entlassungsgesuch ein – »Weil er nicht
auffzuhalten, müste mann wohl in seine dimißion consentiren«, heißt es
in den Akten des Pfarrkonvents – und zog Anfang Juli 1708 mit seiner
ersten Frau Maria Barbara nach Weimar, eine der seinerzeit zahllosen
deutschen Hauptstädte, die den aufstrebenden Musiker mit allen Vorzügen,
ideellen wie materiellen, einer auf Kunst und Repräsentation bedachten
Hofhaltung lockten. Als Diener zweier Herren, des Herzogs Wilhelm Ernst
von Sachsen-Weimar und seines Neffen (und Mitregenten) Ernst August,
musste Bach fortan beim Hauptgottesdienst in der Schlosskirche die Orgel traktieren, bei Festakten aber, bei Konzerten oder der musikalischen
Tafelaufwartung in der Wilhelmsburg am Cembalo sich hören lassen,
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Johann Sebastian Bach
gemäß seiner Doppelrolle als »Hoff
Organist« und »Cammer Musicus«.
Seine Weimarer Anstellung fiel ungleich gehaltvoller aus als die vorherige Tätigkeit in Mühlhausen, in
jeder Hinsicht des Wortes, auch in
finanzieller: für den frisch verheirateten Komponisten kein ganz nebensächlicher Aspekt.
Aber natürlich bieten Bachs Weimarer Jahre, von 1708 bis 1717, nicht
bloß lehrreichen Stoff für die Sozialgeschichte des Musikerstandes.
»Bach und Weimar, bezieht sich das
nicht noch in einem anderen Sinne
aufeinander als in dem der Bachbiographie und der Bachforschung?«,
fragte der Philosoph Hans-Georg
Gadamer. »Benennen diese beiden Namen nicht zwei tragende Pfeiler
unseres ganzen geistigen Seins? Weimar, das Weimar Schillers und Goethes,
das einst auch das Weimar Johann Sebastian Bachs gewesen ist, trägt es
nicht wahrhaft allein noch die Trümmer dessen, was wir sind?« Gadamers
drastische Wortwahl rührt an höchst unbequeme Glaubens- und Identitätsfragen. Die Musik Johann Sebastian Bachs – tragender Pfeiler oder
Trümmerrest unserer Existenz? –, diese Musik sei unvergänglich neu, lebendig, »von unerschöpflicher Gegenwärtigkeit«, betonte Gadamer, »so
sehr sie auch Ausdruck eines fürstlichen Zeitalters ist, das uns fremd
wurde, das die Sprache einer Glaubensfestigkeit spricht, von der uns eine
Welt des Zweifels oder der entschlossenen Eigenmächtigkeit trennt«.
Die eigentliche Zeit der Weimarer Kantaten begann erst mit Bachs Ernennung zum Konzertmeister der herzoglichen Kapelle, eine Beförderung, die mit der Verpflichtung einherging, jeden Monat eine neue Kantate für den Gottesdienst in der Schlosskirche zu schreiben. Die chronologisch dritte Kantate, die Bach in seiner neuen Funktion vorlegte, war für
den Pfingstsonntag am 20. Mai 1714 bestimmt: Erschallet, ihr Lieder
BWV 172, eine Evangeliumsmusik, die nach der Lesung aus den Abschiedsreden Jesu an seine Jünger musiziert wurde: »Wer mich liebet, der wird
mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu
ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.« Diese verheißungsvollen
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Johann Sebastian Bach
Die Wilhelmsburg: das herzogliche Schloss in Weimar vor dem Brand im Jahr 1774
Worte des Evangelisten Johannes (Kapitel 14, Vers 23) erschallen auch in
Bachs Kantate, im zweiten Satz, einem Rezitativ, das festlich umrahmt
wird vom einleitenden Chor und der anschließenden Bass-Arie mit der
ungewöhnlich privilegierten Begleitung dreier Trompeten (nebst Pauken
und Basso continuo). Dieses Instrumentarium repräsentiert, wovon der
Sänger kündet, die »Heiligste Dreieinigkeit«, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, deren göttliche Majestät sich im höfischen Glanz des Trompetertrios spiegelt – weshalb auch hienieden auf Erden nur hohen Herrschaften
vergönnt war, sich solche Musiker als Statussymbol bei Hofe zu halten.
»Heiligste Dreieinigkeit, / Großer Gott der Ehren, / Komm doch, in der
Gnadenzeit / Bei uns einzukehren«, heißt es im Wortlaut der Bass-Arie.
»Komm doch in die Herzenshütten, / Sind sie gleich gering und klein«,
bittet in aller Bescheidenheit und ostentativen Demut der unbekannte
Dichter der Kantate. Möglicherweise war es der Weimarer Oberkonsistorialsekretär Salomon Franck alias »Cleander«, der diese geistliche Poesie
erdacht hatte, getreu seinem Lebensmotto: »Non est mortale quod opto.« –
»Nichts Sterbliches ist es, was ich erhoffe.«
Aus diesem Grund ruft Franck (oder wer auch immer) in der nachfolgenden Tenor-Arie den unsterblichen Schöpfergeist an, der weht, wo er will,
der nie vergeht – und der den Konzertmeister Bach zu wunderbar zarten,
himmlisch beschwingten Linien der Streicher im Unisono inspirierte, mit
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Johann Sebastian Bach
»Weg zur Himmelsburg«: die ab 1619 errichtete und 1774 abgebrannte
Weimarer Schlosskirche, in der Bachs Kantate BWV 172 erstmals erklang
(Ölgemälde von Christian Richter um 1660)
den höchsten Tönen der oktavierenden Flöte als Lichterspiel. Da könnte
sich der Hörer, der nichts vom Pfingstfest und Cleanders frommen Versen
wüsste, auch an die »zeffiretti lusinghieri« der italienischen Oper erinnert
fühlen, die schmeichelnden Winde des Westens, denen nach den Vorstellungen der griechischen Mythologie ja ebenfalls ein Gott, Zephyros, innewohnt. Überaus weltlich geht es danach im innigen Liebesduett zwischen
Anima und Spiritus Sanctus zu: »Liebste Liebe, die so süße, / Aller Wollust Überfluss / Ich vergeh, wenn ich dich misse«, schmachtet die Seele,
aber der umgarnte Geist lässt sich nicht lange bitten: »Nimm von mir den
Gnadenkuss […] Ich bin dein, und du bist mein!« Doch waren solche
mystischen Minnegesänge in der geistlichen Lyrik des Barock nichts Un18
Johann Sebastian Bach
gewöhnliches oder gar Anstößiges und in der biblischen Tradition des
Hoheliedes auch in Bachs Kantaten gegenwärtig: als amouröse Dialoge
zwischen Braut und Bräutigam, der Kirche und ihrem Herrn Jesus Christus
oder eben an Pfingsten zwischen der empfänglichen Seele und dem sehnlichst erwarteten »Spiritus Sanctus«. Über dessen sakrale Würde erlaubt
Bachs Komposition keinen Zweifel: Das Duett des Soprans mit dem Alt
wird instrumental von der Choralmelodie »Komm, Heiliger Geist, Herre
Gott« umspielt, sozusagen ins rechte Licht gerückt. Die vierte Strophe
eines anderen Kirchenliedes, aus Philipp Nicolais Wie schön leuchtet der
Morgenstern, beschließt die Kantate, wenngleich Bach ursprünglich am
Ende noch den Anfang wiederholte, den Eingangschor »Erschallet, ihr
Lieder, erklinget, ihr Saiten!« Bei späteren Aufführungen in Leipzig sah
er fallweise von dieser zyklischen Lösung ab und überließ Nicolais Choral das Finale: »Von Gott kömmt mir ein Freudenschein.«
Leider kennen wir die Schlosskirche, in der Bachs Kantate Nr. 172 zum
ersten Mal erklang, nur von einem zeitgenössischen Gemälde. 1774 ging
sie, wie fast das gesamte Schloss, in einer Brandkatastrophe unter. Diese
Kirche erhielt den programmatischen Namen »Weg zur Himmelsburg«.
Der rechteckige Raum war dreistöckig von Arkaden umgeben. An der
schmalen Stirnseite umstanden vier palmenartige Säulen den Altar und
trugen wie auf einem Tempeldach die Kanzel. Dahinter ragte ein Obelisk
auf, der ein Bild des lehrenden Jesus zeigte und schwebende, in den Himmel aufsteigende Kinderfiguren. In der Decke der Kirche war eine Öffnung gelassen, die den Blick weiter in die Höhe lenkte, zur Kuppel, dem
mit Engeln und Wolken ausgemalten Himmelszelt. Der Raum in der Kuppel aber, die sogenannte »Capelle«, die durch eine Balustrade zur Deckenöffnung hin abgesichert war, diente der Orgel, der Hofkapelle, den Chorknaben und dem Konzertmeister Bach als ein wahrhaft überirdischer Saal,
in dem die Hauptmusik des Gottesdienstes – auch Bachs Kantaten – musiziert wurde. Den Besuchern der Schlosskirche müssen die von oben, aus
der Kuppel herabschallenden Töne wie seraphische Klänge eines Engelskonzertes erschienen sein.
Über den himmlischen oder irdischen Ursprung der Bach’schen Musik
ließe sich gleichwohl trefflich streiten, über ihren Bestimmungszweck jedoch nicht. Ob als Konzertmeister in Weimar oder als Thomaskantor in
Leipzig: Johann Sebastian Bach komponierte seine (geistlichen) Kantaten
selbstverständlich für den Gottesdienst, nicht für den Konzertsaal, er
schrieb liturgische Musik, eingebunden in die überlieferte Form der Verkündigung und das historisch geprägte Glaubensbekenntnis. Während
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Johann Sebastian Bach
Die Nikolaikirche in Leipzig
Stich nach Joachim Ernst
Scheffler (1749)
seines ersten Amtsjahres schuf der Thomaskantor Bach für den 11. Sonntag
nach Trinitatis die Kantate Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei BWV 179, die am 8. August 1723 in der Leipziger Nikolaikirche
erstmals aufgeführt wurde. Um sieben Uhr am Morgen fing der Hauptgottesdienst dort an, der insgesamt etwa vier Stunden in Anspruch nahm.
Die Lesung des Evangeliums, das im Lektionston rezitiert, also gesungen
wurde, bildete die Grundlage und Voraussetzung der jeweils musizierten
Kantate, gab sie doch das Thema vor, das auch Bach und sein (unbekannter)
Textdichter zu behandeln hatten. An jenem Sonntag der Trinitatis-Zeit
wurden Verse aus dem 18. Kapitel des Lukas-Evangeliums vorgetragen,
das Gleichnis vom eitlen, scheinheiligen Pharisäer und dem demütigen
und reumütig zerknirschten Zöllner: »Wer sich selbst erhöht, der wird
erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden«,
lautet die moralische Ermahnung Jesu an die Adresse jener, »die sich anmaßten, fromm zu sein«.
Aber der anonyme Verfasser der zwei Rezitative und zwei Arien dieser
Kantate scheint sich in seinem religiösen Übereifer und selbstgerechten
Zorn eher auf die Seite des Pharisäers zu neigen: Er zeigt sich doch eine
Spur zu rigoros in seinen Verdammungsgesten, allzu auftrumpfend in
seiner Bußpredigt – weshalb er seine Botschaft paradoxerweise zugleich
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Johann Sebastian Bach
Das Gleichnis vom
Pharisäer und Zöllner,
Holzstich von Gustave
Doré (1866)
bekräftigt und ins Wanken bringt. »Meiner Ansicht nach kein Text, der
nach Umrankung durch eine passende Melodie verlangt«, bemerkt nicht
nur der Schriftsteller und Bach-Kenner Maarten ’t Hart. Die erste der
beiden Arien, für Tenor, setzte Bach beinah quer und widerborstig zum
Takt: als Ausdruck der Empörung oder als Sinnbild einer aus den Fugen
geratenen, sittlich entgleisten Zeit? Die zweite Arie, für Sopran mit zwei
obligaten Oboi da caccia, trifft dagegen in sprechender, fesselnder, bildhaft anschaulicher, ja zum Greifen plastischer Melodik ganz den Ton der
Untröstlichkeit, der existentiellen Trauer über ein verfehltes Leben: »Meine
Sünden kränken mich […] Ich versink in tiefen Schlamm!« Die immense
Spannung dieser Kantate mit ihrer zwiespältigen Lehre vom falschen
Glauben im richtigen bricht auf zwischen den beiden Chören, die Anfang
und Ende bezeichnen. Am Beginn, auf die Worte aus dem apokryphen
Buch Jesus Sirach: »Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei«,
steht eine atemberaubende Gegenfuge – jedem Einsatz des Themas antwortet dessen Umkehrung, der Ursprung bringt sein Gegenteil hervor.
Zum Schluss aber erklingt im vierstimmigen Satz die erste Strophe des
Chorals Ich armer Mensch, ich armer Sünder, als hätte der Zöllner das
letzte Wort: »Erbarme dich, erbarme dich, / Gott, mein Erbarmer, über
mich!« Eine Welt des Zweifels trennt uns von dieser Glaubensfestigkeit.
Doch eben diesen Widerspruch verhandelt Bachs Leipziger Kantate.
21
Johann Sebastian Bach
Antonio Vivaldi
»Dixit Dominus«, RV 594
Nr. 1 Dixit Dominus
Dixit Dominus Domino meo: Sede a
dextris meis.
Nr. 1 Dixit Dominus
Der Herr sprach zu meinem Herrn:
Setze dich zu meiner Rechten.
Nr. 2 Donec ponam inimicos tuos
Donec ponam inimicos tuos, scabellum
pedum tuorum.
Nr. 2 Donec ponam inimicos tuos
Und ich lege dir deine Feinde als
Schemel unter die Füße.
Nr. 3 Virgam virtutis tuae
Virgam virtutis tuae emittet Dominus ex
Sion: dominare in medio inimicorum
tuorum.
Nr. 3 Virgam virtutis tuae
Der Herr wird das Zepter deines
Reiches senden aus Zion: Herrsche
unter deinen Feinden!
Nr. 4 Tecum principium
Tecum principium in die virtutis tuae in
splendoribus sanctorum: ex utero ante
luciferum genui te.
Nr. 4 Tecum principium
Das Königtum sei bei dir am Tage
deiner Herrschaft im Glanz der Heiligen. Vor dem Morgenstern habe ich
dich aus dem Leibe gezeugt.
Nr. 5 Juravit Dominus
Juravit Dominus, et non paenitebit eum:
Tu es sacerdos in aeternum secundum
ordinem Melchisedech.
Nr. 5 Juravit Dominus
Der Herr hat geschworen, und es wird
ihn nicht reuen: Du bist ein Priester in
Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks.
Nr. 6 Dominus a dextris tuis
Dominus a dextris tuis, confregit in die
irae suae reges.
Nr. 6 Dominus a dextris tuis
Der Herr zu deiner Rechten wird
zerschmettern die Könige am Tag seines
Zornes.
Nr. 7 Judicabit in nationibus
Judicabit in nationibus, implebit ruinas:
conquassabit capita in terra multorum.
Nr. 7 Judicabit in nationibus
Er wird richten unter den Völkern. Er
wird häufen die Toten. Er wird zerschmettern das Haupt über ein großes Land.
22
Gesangstexte
Nr. 8 De torrente
De torrente in via bibet, propterea
exaltabit caput.
Nr. 8 De torrente
Er wird trinken vom Bach am Weg;
darum wird er das Haupt erheben.
Nr. 9 Gloria Patri
Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto.
Nr. 9 Gloria Patri
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und
dem Heiligen Geist.
Nr. 10 Sicut erat in principio
Sicut erat in principio, et nunc et
semper et in saecula saeculorum. Amen.
Nr. 10 Sicut erat in principio
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle
Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Antonio Vivaldi
»Cum dederit«, aus: »Nisi Dominus«, RV 608
Nr. 4 Cum dederit
Cum dederit dilectis suis somnum: ecce
haereditas Domini, filii: merces, fructus
ventris.
Nr. 4 Cum dederit
So viel gibt Gott dem, den er liebt, im
Schlaf. Ja, Söhne sind ein Geschenk
Jahwes, Kinder eine Belohnung.
23
Gesangstexte
Johann Sebastian Bach
»Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei«, Kantate, BWV 179
Nr. 1 Chor
Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei, und diene Gott nicht mit falschem Herzen.
Nr. 2 Rezitativ (Tenor)
Das heut’ge Christentum
Ist leider schlecht bestellt:
Die meisten Christen in der Welt
Sind laulichte Laodicäer
Und aufgeblas’ne Pharisäer,
Die sich von außen fromm bezeigen
Und wie ein Schilf den Kopf zur Erde beugen;
Im Herzen aber steckt ein stolzer Eigenruhm;
Sie gehen zwar in Gottes Haus
Und tun daselbst die äußerlichen Pflichten:
Macht aber dies wohl einen Christen aus?
Nein! Heuchler können’s auch verrichten.
Nr. 3 Arie (Tenor)
Falscher Heuchler Ebenbild
Können Sodoms Äpfel heißen,
Die mit Unflat angefüllt
Und von außen herrlich gleißen.
Heuchler, die von außen schön,
Können nicht vor Gott bestehn.
Nr. 4 Rezitativ (Bass)
Wer so von innen wie von außen ist,
Der heißt ein wahrer Christ.
So war der Zöllner in dem Tempel;
Der schlug in Demut an die Brust,
Er legte sich nicht selbst ein heilig Wesen bei;
Und diesen stelle dir,
O Mensch, zum rühmlichen Exempel
In deiner Buße für.
Bist du kein Räuber, Ehebrecher,
Kein ungerechter Ehrenschwächer,
Ach! bilde dir doch ja nicht ein,
Du seist deswegen engelrein.
Bekenne Gott in Demut deine Sünden,
So kannst du Gnad und Hilfe finden.
Nr. 5 Arie (Sopran)
Liebster Gott, erbarme dich,
Lass mir Trost und Gnad erscheinen.
Meine Sünden kränken mich
Als ein Eiter in Gebeinen,
Hilf mir, Jesu, Gottes Lamm,
Ich versink in tiefen Schlamm.
Nr. 6 Choral
Ich armer Mensch, ich armer Sünder
Steh hier vor Gottes Angesicht.
Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder
Und geh nicht mit mir ins Gericht.
Erbarme dich, erbarme dich,
Gott, mein Erbarmer, über mich!
24
Gesangstexte
Antonio Vivaldi
»Gloria«, RV 589
Nr. 1 Gloria in excelsis Deo
Gloria in excelsis Deo.
Nr. 1 Gloria in excelsis Deo
Ehre sei Gott in der Höhe.
Nr. 2 Et in terra pax
Et in terra pax hominibus bonae
voluntatis.
Nr. 2 Et in terra pax
Und Friede auf Erden den Menschen
seiner Gnade.
Nr. 3 Laudamus te
Laudamus te. Benedicimus te.
Adoramus te. Glorificamus te.
Nr. 3 Laudamus te
Wir loben dich. Wir preisen dich.
Wir beten dich an. Wir rühmen dich.
Nr. 4 Gratias agimus tibi
Gratias agimus tibi.
Nr. 4 Gratias agimus tibi
Wir danken dir.
Nr. 5 Propter magnam gloriam
Propter magnam gloriam tuam.
Nr. 5 Propter magnam gloriam
Denn groß ist deine Herrlichkeit.
Nr. 6 Domine Deus, Rex caelestis
Domine Deus, Rex caelestis, Deus Pater
omnipotens.
Nr. 6 Domine Deus, Rex caelestis
Herr und Gott, König des Himmels,
Gott und Vater, Herrscher über das All.
Nr. 7 Domine Fili Unigenite
Domine Fili Unigenite, Jesu Christe.
Nr. 7 Domine Fili Unigenite
Herr Jesus Christus, eingeborener Sohn.
Nr. 8 Domine Deus, Agnus Dei
Domine Deus, Agnus Dei, Filius Patris.
Qui tollis peccata mundi, miserere nobis.
Nr. 8 Domine Deus, Agnus Dei
Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des
Vaters. Du nimmst hinweg die Sünde
der Welt, erbarme dich unser.
Nr. 9 Qui tollis peccata mundi
Qui tollis peccata mundi, suscipe
deprecationem nostram.
Nr. 9 Qui tollis peccata mundi
Du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
nimm an unser Gebet.
25
Gesangstexte
Nr. 10 Qui sedes ad dexteram Patris
Qui sedes ad dexteram Patris, miserere
nobis.
Nr. 10 Qui sedes ad dexteram Patris
Du sitzest zur Rechten des Vaters,
erbarme dich unser.
Nr. 11 Quoniam tu solus Sanctus
Quoniam tu solus Sanctus, tu solus
Dominus, tu solus Altissimus, Jesu Christe.
Nr. 11 Quoniam tu solus Sanctus
Denn du allein bist der Heilige, du
allein der Herr, du allein der Höchste,
Jesus Christus.
Nr. 12 Cum Sancto Spiritu
Cum Sancto Spiritu in gloria Dei Patris.
Amen.
Nr. 12 Cum Sancto Spiritu
Mit dem Heiligen Geist, zur Ehre Gottes
des Vaters. Amen.
Heilige Dreifaltigkeit, Renaissance-Gemälde
von Jerónimo Cosida
Äußerer Text: Der Vater ist nicht der Sohn,
der Sohn ist nicht der Heilige Geist,
der Heilige Geist ist nicht der Vater
Innerer Text: Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott,
der Heilige Geist ist Gott
26
Gesangstexte
Johann Sebastian Bach
»Erschallet, ihr Lieder«, Kantate, BWV 172
Nr. 1 Chor
Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten!
O seligste Zeiten!
Gott will sich die Seelen zu Tempeln bereiten.
Nr. 2 Rezitativ (Bass)
Wer mich liebet, der wird mein Wort
halten, und mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden zu ihm kommen und
Wohnung bei ihm machen.
Nr. 3 Arie (Bass)
Heiligste Dreieinigkeit,
Großer Gott der Ehren,
Komm doch in der Gnadenzeit
Bei uns einzukehren,
Komm doch in die Herzenshütten,
Sind sie gleich gering und klein,
Komm und lass dich doch erbitten,
Komm und kehre/ziehe bei uns ein!
Nr. 4 Arie (Tenor)
O Seelenparadies,
Das Gottes Geist durchwehet,
Der bei der Schöpfung blies,
Der Geist, der nie vergehet;
Auf, auf, bereite dich,
Der Tröster nahet sich.
Nr. 5 Duett
Sopran
Komm, lass mich nicht länger warten,
Komm, du sanfter Himmelswind,
Wehe durch den Herzensgarten!
Alt
Ich erquicke dich, mein Kind.
Sopran
Liebste Liebe, die so süße,
Aller Wollust Überfluss,
Ich vergeh, wenn ich dich misse.
Alt
Nimm von mir den Gnadenkuss.
Sopran
Sei im Glauben mir willkommen,
Höchste Liebe, komm herein!
Du hast mir das Herz genommen.
Alt
Ich bin dein, und du bist mein!
Nr. 6 Choral
Von Gott kömmt mir ein Freudenschein,
Wenn du mit deinen Äugelein
Mich freundlich tust anblicken.
O Herr Jesu, mein trautes Gut,
Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut
Mich innerlich erquicken.
Nimm mich, freundlich, in dein Arme,
Dass ich warme werd von Gnaden:
Auf dein Wort komm ich geladen.
27
Gesangstexte
br-klassik
HIGHLIGHTS IM Fernsehen
Bayerisches Fernsehen
Donnerstag, 1. Oktober 2015 | 23.25 Uhr
Max Raabe und das Palast Orchester
Eine Nacht in Berlin (2014)
Samstag, 3. Oktober 2015 | 10.30 Uhr
Der Sänger Christian Gerhaher
Ein Film von Eckhart Querner (2014)
Samstag, 3. Oktober 2015 | 11.15 Uhr
Christian Gerhaher singt Mahler
»Rückert-Lieder«
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Leitung: Bernard Haitink
Konzertaufzeichnung aus der Philharmonie im Gasteig
(2015)
Christian Gerhaher
ARD-ALPHA
Sonntag, 4. Oktober 2015 | 11.00 Uhr
U21 – VERNETZT
Das Musikmagazin aus dem Radiostudio
Gast: Anneleen Lenaerts, Solo-Harfenistin der Wiener Philharmoniker
Moderation: Annekatrin Schnur
br-klassik.de
br-klassik
HIGHLIGHTS IM RADIO
Montag, 28. September 2015 | 13.05 Uhr
Cantabile
»Der Sturm«
Shakespeares weises Altersdrama hat viele Komponisten inspiriert
Einige der schönsten Vertonungen in »Cantabile«
Dienstag, 29. September 2015 | 18.05 Uhr
Klassik-Stars
Jerusalem Quartet
Joseph Haydn: Streichquartett f-Moll, op. 20 Nr. 5
Robert Schumann: Klavierquintett Es-Dur, op. 44 (Alexander Melnikov, Klavier)
Mittwoch, 30. September 2015 | 22.05 Uhr
Der Chor des Bayerischen Rundfunks
Werke von Thomas Tallis, Ralph Vaughan Williams und Benjamin Britten
Donnerstag, 1. Oktober 2015 | 19.05 Uhr
KlassikPlus
»Kremerspiegel«
Bernhard Neuhoff im Gespräch mit dem Geiger
Gidon Kremer über Beethovens Violinkonzert
Gidon Kremer
br-klassik.de
Anna Prohaska
Bereits mit 17 Jahren gab Anna Prohaska ihr Debüt an der Komischen Oper Berlin in Brittens
The Turn of the Screw. Seit 2006 ist sie Ensemblemitglied der Staatsoper Unter den Linden.
Unter der Leitung von Dirigenten wie Daniel
Barenboim und Simon Rattle begeisterte sie das
Publikum dort u. a. als Sophie (Der Rosenkavalier), Poppea (Agrippina), Anne Trulove (The Rake’s
Progress), Oscar (Un ballo in maschera) sowie in
den Mozart-Partien Susanna, Blonde, Zerlina und
Despina. Immer wieder widmet sich Anna Prohaska der zeitgenössischen Musik, so wirkte sie
2012 bei den Uraufführungen von Wolfgang Rihms
Mnemosyne sowie Jörg Widmanns Oper Babylon
mit. Auch der Alten Musik gilt ihr Interesse, hier
zählen Nikolaus Harnoncourt, die Academy of
Ancient Music und die Akademie für Alte Musik
Berlin zu ihren wichtigsten Partnern. Als Konzertsängerin arbeitet Anna Prohaska regelmäßig
mit weltweit führenden Orchestern wie den Wiener und Berliner Philharmonikern, dem Lucerne
Festival Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic und dem
Boston Symphony Orchestra zusammen. Liederabende führen sie nach Schwarzenberg, Berlin,
Wien, London, Hamburg, Amsterdam und Paris,
begleitet wird sie dabei u. a. von Eric Schneider,
Maurizio Pollini, András Schiff und Daniel Barenboim. Auf CD ist Anna Prohaska mit Pergolesis
Stabat mater, Bergs Lulu-Suite sowie den SoloAlben Sirène und Enchanted Forest zu erleben.
2014 erschien ihr Lied-Album Behind the Lines,
das sich mit dem Thema Krieg auseinandersetzt.
Mit dem Symphonieorchester des Bayerischen
Rundfunks war sie zuletzt im Oktober 2013 mit
Ausschnitten aus Opern von Weber, Dvořák und
Strawinsky zu hören. Anna Prohaska gewann mehrere Preise, u. a. einen ECHO Klassik, den Daphne-Preis und den Schneider-Schott-Musikpreis.
30
Biographien
Katja Stuber
Katja Stuber studierte bei Christian Gerhaher an
der Münchner Musikhochschule und schloss ihr
Studium 2008 mit Auszeichnung ab. Zudem besuchte sie in München die Oratorien- und Liedklassen von Christoph Hammer, Juliane Banse
und Helmut Deutsch. Ihr Meisterklassenstudium
bei Ruth Ziesak in Saarbrücken beendete sie 2011
ebenfalls mit Auszeichnung. Derzeit arbeitet die
Sopranistin mit Margreet Honig in Amsterdam.
2009/2010 war Katja Stuber Ensemblemitglied
am Staatstheater am Gärtnerplatz, an das sie danach als Gast zurückkehrte. In der Rolle des Jungen Hirten in Tannhäuser debütierte sie 2011 bei
den Bayreuther Festspielen unter Thomas Hengelbrock. Auch von 2012 bis 2014 gestaltete sie diese
Partie auf der Bayreuther Festspielbühne, dann
unter Christian Thielemann und Axel Kober. Seit
der Spielzeit 2014/2015 ist Katja Stuber Ensemblemitglied am Staatstheater in Darmstadt und
war dort bisher als Minerva (Il ritorno d’Ulisse in
patria), Gretel (Hänsel und Gretel), Xenia (Boris
Godunow) und Ännchen (Der Freischütz) zu erleben. Als Konzertsolistin musiziert sie u. a. mit
dem Münchner Rundfunkorchester, dem WDR
und dem NDR Sinfonieorchester, Concerto
Köln, dem Balthasar-Neumann-Ensemble sowie
der Akademie für Alte Musik Berlin. 2013 debütierte sie bei den Salzburger Festspielen mit Mozarts Requiem, bei den diesjährigen Festspielen
gestaltete sie die Partie der Belinda in Dido and
Aeneas. Weitere Konzert-Debüts führten sie dieses Jahr als Yniold in Debussys Pélleas et Mélisande zum Swedish Radio Symphony Orchestra
unter Daniel Harding nach Stockholm sowie
mit Nielsens Dritter Symphonie zu den Bamberger Symphonikern und dem Gewandhausorchester Leipzig unter Herbert Blomstedt. In Kürze erscheint ihre erste Solo-CD mit Liedern von
Schubert, Hindemith und Weill.
31
Biographien
Marie-Claude Chappuis
Die in Fribourg (Schweiz) geborene Mezzosopranistin Marie-Claude Chappuis studierte in ihrer Heimatstadt und am Salzburger Mozarteum.
Mittlerweile ist sie vielgefragter Gast an den renommierten Bühnen Europas und singt u. a. regelmäßig an der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen, am Grand Théâtre de Genève,
beim Festival d’Aix-en-Provence, am Opernhaus
Zürich und am Theater an der Wien. Unter der
Leitung von Dirigenten wie Giovanni Antonini,
Riccardo Chailly, Charles Dutoit, Philippe Herreweghe, John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt, Riccardo Muti und Roger Norrington
widmet sie sich Werken des barocken, klassischen und romantischen Repertoires. Auf der
Opernbühne hat sie mehr als 30 Rollen verkörpert, darunter Sesto (La clemenza di Tito), Idamante (Idomeneo), Carmen, Charlotte (Werther),
Ottavia (L’incoronazione di Poppea) und Hänsel
(Hänsel und Gretel). Als Dorabella (Così fan tutte)
war sie u. a. bei den Salzburger Festspielen 2013
zu hören. Zu den Höhepunkten der Saison 2014
zählten Auftritte in Strauß’ Fledermaus in Genf,
Mozarts La finta giardiniera in Lille und Dijon,
Cavalieris Rappresentatione di anima, et di corpo
in Berlin, Berlioz’ Les nuits d’été in St. Gallen,
Schuberts Fierrabras bei den Salzburger Festspielen und Beethovens Missa solemnis in Tokio.
Ihre Diskographie beinhaltet u. a. die Altpartie
in der Matthäus-Passion, Annio in La clemenza
di Tito und Telemanns Brockes-Passion, eine
Aufnahme, die 2010 mit dem Midem Classical
Award ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschienen
unter großem Beifall der Fachpresse Einspielungen von La finta giardiniera, Caplets Le miroir
de Jésus und Mozarts Requiem. Gemeinsam mit
dem Chor des Bayerischen Rundfunk war MarieClaude Chappuis bereits 2012 mit Werken von
Mendelssohn und Bach zu hören.
32
Biographien
Samuel Boden
Der britische Tenor Samuel Boden studierte am
Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance
in London bei John Wakefield Gesang und schloss
mit höchster Auszeichnung ab. Sein breites Repertoire umfasst sowohl alte als auch neuere Musik, was auch seine Diskographie widerspiegelt:
Werke von Monteverdi, Charpentier, Purcell,
Rameau, Bach, aber auch zeitgenössischer Komponisten wie Tansy Davies und Alec Roth hat er
aufgenommen. Im Stimmfach des »haute-contre«
(ähnlich dem Countertenor, jedoch mit Bruststimme gesungen) gilt Samuel Boden als Spezialist, was ihn zum begehrten Interpreten des französischen Repertoires des Barock werden ließ.
Er sang u. a. die Titelrolle in Cavallis L’Ormindo
am Sam Wanamaker Playhouse (Royal Opera),
Anfinomo in Monteverdis Il ritorno d’Ulisse in
patria in einer Produktion der English National
Opera am Young Vic sowie Actéon in Charpentiers gleichnamiger Pastorale en musique an der
Opéra de Dijon und der Opéra de Lille. Des Weiteren war er als Hippolyte in Rameaus Hippolyte
et Aricie mit dem Ensemble Pygmalion und als
Abaris in Les Boréades beim Festival d’Aix-enProvence gemeinsam mit Les Musiciens du Louvre zu hören. In ganz Europa tritt er mit hochangesehenen Ensembles und Orchestern auf, wie
den Gabrieli Consort & Players, Ex Cathedra, The
Royal Northern Sinfonia, Les Arts Florissants,
dem BBC Symphony Orchestra, dem hr-Sinfonieorchester und dem Collegium Vocale Gent.
Samuel Boden erhielt zahlreiche Preise, darunter
den Ricordi Opera Prize sowie Auszeichnungen
durch die Harold Hyam Wingate Foundation
und den Arts and Humanities Research Council. 2015 war er u. a. in der Titelrolle in Glucks
Orphée et Eurydice an der Nederlandse Reisopera in Enschede zu hören, 2016 wird er bei
der Mozartwoche in Salzburg debütieren.
33
Biographien
Christian Immler
Christian Immler begann seine Laufbahn im
Tölzer Knabenchor, studierte Gesang in München und Frankfurt und schloss seine Ausbildung
mit dem Opernkurs an der Londoner Guildhall
School bei Rudolf Piernay ab. 2001 wurde er mit
dem Ersten Preis des Concours Nadia et Lili Boulanger in Paris ausgezeichnet. Sowohl im Konzert- als auch im Opernfach hat sich der deutsche
Bariton in den letzten zehn Jahren großes internationales Renommee erworben. Er singt unter
namhaften Dirigenten wie Marc Minkowski,
Philippe Herreweghe, William Christie, Jordi
Savall, Helmuth Rilling, Daniel Harding und
Lothar Zagrosek. Unter der Leitung von Nikolaus
Harnoncourt trat er mit Bachs Matthäus-Passion
im Wiener Musikverein auf, beim Boston Early
Music Festival verkörperte er die Rolle des Seneca
in Monteverdis L’incoronazione di Poppea, Antinoo in Il ritorno d’Ulisse in patria und war an
der Seite von Philippe Jaroussky in Agostino
Steffanis Niobe, Regina di Tebe zu erleben. Auch
wenn Barock und Klassik, allem voran Werke von
Bach, Händel, Haydn und Mozart, die wichtigste
Konstante seines Repertoires bilden, hat Christian Immler sein künstlerisches Spektrum stetig
erweitert. Orchesterlieder von Mahler, Brahms’
Deutsches Requiem sowie Werke von Mendelssohn, Schostakowitsch und Křenek stehen ebenso in seinem Kalender wie Auftritte an der Opéra
Comique Paris, der New Israeli Opera Tel Aviv
oder dem Teatro Colón in Buenos Aires. Daneben gastiert er als leidenschaftlicher Liedsänger
u. a. in der Londoner Wigmore Hall, der Tonhalle
Zürich und im Salzburger Mozarteum. Erst kürzlich erschien sein Heine-Lieder-Album Im schönen Strome mit Werken von Schumann, Liszt
und Robert Franz. Christian Immler ist Professor
für Gesang an der Musikhochschule Lausanne/
Fribourg.
34
Biographien
www.ard-musikwettbewerb.de
Klaviertrio
Gesang
Bläserquintett
Oboe
Trompete
Klavier
Schlagzeug
Viola
Klarinette
Flöte
Violoncello
Fagott
Posaune
Harfe
Klavierduo
Horn
Streichquartett
Violine
Kontrabass
Orgel
Gitarre
ontrabass
arfe
treichquartett
orn
65. Internationaler
Musikwettbewerb der
ARD München
29. August bis
16. September 2016
Nächster
Wettbewerb 2017:
Klavier
Violine
Oboe
Gitarre
36
Biographien
Giovanni Antonini
Der Name des italienischen Dirigenten und Flötisten ist untrennbar mit
dem des Alte-Musik-Ensembles Il Giardino Armonico verbunden. 1985
gehörte er zu den Gründungsmitgliedern, seit 1989 leitet er das Ensemble,
zugleich steht er – sowohl mit der Block- als auch mit der Traversflöte –
immer wieder als Solist vor seinen Musikern. Tourneen durch ganz Europa, Nord- und Südamerika, Australien, Japan und Malaysia sowie eine
Vielzahl hochgelobter CD-Einspielungen haben dem Ensemble in der
Originalklang-Szene einen führenden Platz zugewiesen. Preise wie der
Grammy Award (2000 für das Vivaldi-Album mit Cecilia Bartoli), der Diapason d’Or (2005 für Violinkonzerte von Vivaldi mit Viktoria Mullova) sowie der ECHO Klassik als »Ensemble des Jahres/Alte Musik« 2009 belegen
dies eindrücklich. Viele weitere Aufnahmen liegen vor, so die Vier Jahreszeiten von Vivaldi, die Brandenburgischen Konzerte von Bach, Werke von
Biber und Locke, Vivaldis Oper Ottone in villa, Händels Concerti grossi
op. 6 sowie ein zweites Album mit Cecilia Bartoli (Sacrificium), das sich
der Geschichte der Kastraten widmet. 2014 starteten Giovanni Antonini
und Il Giardino Armonico ein monumentales Projekt: Haydn 2032, eine
Gesamteinspielung aller Haydn-Symphonien mit dem Ziel, diese zu
Haydns 300. Geburtstag 2032 in einem konzentrierten, über mehrere
europäische Länder verteilten Zyklus aufzuführen. Erst kürzlich ist die
erste Folge dieser Edition, La passione, mit einem ECHO Klassik geehrt
worden. Antonini, der seine Ausbildung an der Civica Scuola di Musica
seiner Heimatstadt Mailand und am Centre de Musique Ancienne in Genf
erhielt, ist auch ein gefragter Gastdirigent bei den großen Symphonieorchestern, wie den Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouworkest
Amsterdam, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Mozarteumorchester
Salzburg oder dem Leipziger Gewandhausorchester. Mit dem Kammerorchester Basel entsteht eine Gesamteinspielung der Beethoven-Symphonien, von der bereits die Symphonien Nr. 1 bis 8 vorliegen. Auch als Operndirigent genießt Giovanni Antonini hohes Ansehen. In der Spielzeit 2008/
2009 gastierte er mit Le nozze di Figaro und Alcina an der Mailänder Scala,
bei den Salzburger Festspielen war er mit Händels Giulio Cesare (2012)
und Bellinis Norma (2013 und 2015) zu erleben. Mit zunehmendem Interesse widmet sich Giovanni Antonini auch der Musik des 16. und 17.
Jahrhunderts, wobei er besonderes Augenmerk auf die Kunst der Improvisation richtet. Seit 2013 ist er Künstlerischer Leiter des Festivals Wratislavia Cantans in Polen. Am Pult des Symphonieorchesters war er zuletzt
im Oktober 2012 mit zwei Kantaten und dem Vierten Brandenburgischen
Konzert von Bach zu Gast, bei dem er auch selbst Blockflöte spielte.
37
Biographien
1. und 2.10. 20 Uhr Herkulessaal
N
OSTA
SCH
SCH
KOWIT
HERAS
CASADO
SYMPHONIEORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS
Pablo Heras-Casado Dirigent, Alisa Weilerstein Violoncello –
JOSEPH HAYDN Symphonie C-Dur, Hob. I:50; Dmitrij Schostakowitsch Konzert für Violoncello
und Orchester Nr. 2, op. 126; Symphonie Nr. 9 Es-Dur, op. 70
Informationen: br-so.de, Tickets: br-klassikticket.de € 13 / 18 / 30 / 38 / 46 / 56 / 65 Einführung: 18.45 Uhr
HAYD
SYMPHONIEORCHESTER
RUNDFUNKORCHESTER
DO. 8.10.2015
FR. 9.10.2015
Herkulessaal
20.00 Uhr
Konzerteinführung 18.45 Uhr
1. Abo B
SO. 11.10.2015
Prinzregententheater
19.00 Uhr
Konzerteinführung 18.00 Uhr
1. Sonntagskonzert
MARISS JANSONS
Leitung
DENIS MATSUEV
Klavier
SYMPHONIEORCHESTER DES
BAYERISCHEN RUNDFUNKS
WITOLD LUTOSŁAWSKI
»Variationen über ein Thema
von Paganini«
GEORGE GERSHWIN
»Rhapsody in Blue«
GEORGE ENESCU
»Rumänische Rhapsodie« A-Dur,
op. 11/1
MAURICE RAVEL
»Rapsodie espagnole«
FRANZ LISZT
»Ungarische Rhapsodie« Nr. 2 c-Moll
ÜBERRASCHUNGSSTÜCK
IVAN REPUŠIĆ
Leitung
ELENA MOSUC
Sopran
EVELIN NOVAK
Sopran
YOSEP KANG
Tenor
ÁLVARO ZAMBRANO
Tenor
JAN-HENDRIK ROOTERING
Bassbariton
u. a.
CHOR DES BAYERISCHEN
RUNDFUNKS
MÜNCHNER
RUNDFUNKORCHESTER
GIACOMO PUCCINI
»La rondine«
Lyrische Komödie in drei Akten
(konzertant)
€ 18 / 25 / 35 / 49 / 58 / 69 / 82
€ 18 / 28 / 37 / 45 / 52
39
Vorschau
SYMPHONIEORCHESTER
KAMMERORCHESTER
DO. 15.10.2015
FR. 16.10.2015
Philharmonie
20.00 Uhr
Konzerteinführung 18.45 Uhr
1. Abo A
SO. 18.10.2015
Prinzregententheater
11.00 Uhr
1. Konzert
MARISS JANSONS
Leitung
SYMPHONIEORCHESTER DES
BAYERISCHEN RUNDFUNKS
PETER I. TSCHAIKOWSKY
Fantasie-Ouvertüre »Romeo und Julia«
JEAN SIBELIUS
»Karelia-Suite«, op. 11
EDGARD VARÈSE
»Amériques«
ÜBERRASCHUNGSSTÜCK
€ 25 / 35 / 49 / 58 / 69 / 82
VESSELINA KASAROVA
Mezzosopran
RADOSLAW SZULC
Künstlerische Leitung
KAMMERORCHESTER DES
SYMPHONIEORCHESTERS
DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
»Cara sposa, amante cara, dove sei?«
(aus: »Rinaldo«, HWV 7a)
BÉLA BARTÓK
Rumänische Volkstänze, Sz 68
KRASSIMIR KYURKCHIYSKI (Arr.)
Bulgarische Lieder
RADOSLAV LAZAROV
»Song and Toccata misterioso«
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Symphonie Nr. 4 D-Dur, KV 19
Marsch F-Dur, KV 248
Arien aus »Mitridate, re di Ponto«,
KV 87
€ 34 / 46 / 56 / 63 / 68 / 74
Vorverkauf auch über Bell’Arte,
Tel.: (089) 8 11 61 91
41
Vorschau
B r- K L a SSI K-Stu d io konzerte
LIEDERABEND
FLOrIan BOeSCH
BARITON
MaLCOLM MartIneaU
KLAVIER
Schubert
Schumann
Liszt
Karten:
Euro 21,– / 29,–
Schüler und Studenten: Euro 8,–
BRticket 089 / 59 00 10 880
www.br-klassikticket.de
München Ticket 089 / 54 81 81 81
facebook.com/brklassik
Foto: Lukas Beck
Dienstag
27. Oktober 2015
20.00 Uhr
Studio 2
im Funkhaus
Auch live im Radio auf BR-KLASSIK
und als Videostream auf br-klassik.de
MUSICA VIVA
kartenvorverkauf
FR. 23.10.2015
20.00 Uhr
Konzerteinführung 18.30 Uhr
SO. 25.10.2015
19.00 Uhr
Konzerteinführung 17.30 Uhr
Herkulessaal
1. Abo / Stockhausen-Festival
BRticket
Foyer des BR-Hochhauses
Arnulfstr. 42, 80335 München
Mo.–Fr. 9.00–17.30 Uhr
Telefon: (089) 59 00 10 880
Telefax: (089) 59 00 10 881
Online-Kartenbestellung:
www.br-klassikticket.de
PETER EÖTVÖS
Leitung
PIERRE-LAURENT AIMARD
Klavier
PAUL JEUKENDRUP
Klangregie
SYMPHONIEORCHESTER DES
BAYERISCHEN RUNDFUNKS
München Ticket GmbH
Postfach 20 14 13
80014 München
Telefon: (089) 54 81 81 81
Vorverkauf in München und im
Umland über alle an München Ticket
angeschlossenen Vorverkaufsstellen
KARLHEINZ STOCKHAUSEN
»Hymnen (Dritte Region)«,
elektronische Musik mit Orchester
»Klavierstück IX«
»Hymnen (Dritte Region)« (Wdh.)
Schüler- und Studentenkarten
zu € 8,– bereits im Vorverkauf
€ 12 / 25 / 38
43
Vorschau / Karten
IN JEDER EPOCHE NEU ENTDECKT
BACH · MATTHÄUS-PASSION
2 DVD 900509
„Nach dem Weihnachtsoratorium (...)
ein weiterer Meilenstein in der Diskografie
des südlichsten deutschen Rundfunkchores.
Ein exquisit besetztes Solistenensemble
und Concerto Köln als versiertes Orchester
ergänzen eine Produktion von hohem
künstlerischen Rang. Transparenz und
Textverständlichkeit sind vorbildlich, und
auch der Aufnahme fehlt jeder Makel eines
Live-Mitschnitts.“ FonoForum, Juli 2014
3 CD 900508
Aufzeichnung des Konzertes
im Münchner Herkulessaal mit
dramaturgischer Lichtregie.
2 CD 900900
KARINA GAUVIN · GERHILD ROMBERGER
MAXIMILIAN SCHMITT · JULIAN PRÉGARDIEN
MICHAEL NAGY · KARL-MAGNUS FREDRIKSSON
CHOR DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS
REGENSBURGER DOMSPATZEN
CONCERTO KÖLN
PETER DIJKSTRA
www.br-klassik.de/label
EBENFALLS ERHÄLTLICH
BACH: MATTHÄUS-PASSION
Werkeinführung von Wieland Schmid
Erhältlich im Handel und im BRshop
Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks
Mariss Jansons
Chefdirigent
NIKOLAUS PONT
Orchestermanager
Bayerischer Rundfunk
Rundfunkplatz 1
80335 München
Telefon: (089) 59 00 34 111
IMPRESSUM
Herausgegeben vom Bayerischen Rundfunk
Programmbereich BR-KLASSIK
Publikationen Symphonieorchester
und Chor des Bayerischen Rundfunks
REDAKTION
Dr. Renate Ulm (verantwortlich)
Dr. Vera Baur
GRAPHISCHES GESAMTKONZEPT
Bureau Mirko Borsche
UMSETZUNG
Antonia Schwarz, München
DRUCK
alpha-teamDRUCK GmbH
Nachdruck nur mit Genehmigung
Textnachweis
Judith Kaufmann und Wolfgang Stähr: Originalbeiträge für dieses Heft; Gesangstexte:
nach den Chorpartituren; Biographien:
Anna-Lena Wende (Prohaska, Chappuis,
Boden), Vera Baur (Stuber, Immler, Antonini).
Bildnachweis
Wikimedia Commons (Anonymes Bildnis
eines Musikers, Gemälde von Canaletto,
Heilige Dreifaltigkeit von Jerónimo Cosida);
Teophil Antonicek und Elisabeth Hilscher:
Vivaldi, Graz 1997 (Ospedale della Pietà,
Karikatur); Walter Kolneder und Karl-Heinz
Jürgens: J. S. Bach. Lebensbilder, Bergisch
Gladbach 1984 (Bach, Herzog Wilhelm
Ernst von Sachsen-Weimar, Wilhelmsburg
und Schlosskirche in Weimar, Nikolaikirche
in Leipzig); © Jim Rakete / Sony Classical
(Gerhaher); © Kasskara (Kremer); © Harald
Hoffmann / DG (Prohaska); © Maria Conradi
(Stuber); © Jo Simoes (Chappuis); © Robert
Bridgens (Boden); © Marco Borggreve
(Immler); © Kemal Mehmet Girgin (Antonini);
Archiv des Bayerischen Rundfunks.
Das Heft wurde auf chlorfrei gebleichtem
Papier gedruckt.
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Impressum
A
Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
Sprungbrett
zu den Orchestern der Welt
Ausbildungsplätze
4 Violinen
1 Flöte
2 Violen
2 Violoncelli
1 Oboe
1 Trompete
1 Horn
2 Kontrabässe
1 Klarinette
1 Posaune
1 Fagott
1 Pauke mit Schlagzeug
Ausbildung
• Instrumentaler Einzelunterricht
• Mentales Training
• Kammermusik
• Mitwirkung bei Proben und Konzerten des Symphonieorchesters
Erfolg
Absolventen der Akademie finden Engagements in renommierten Orchestern
im In- und Ausland
Konzerttermin
• Dienstag, 24. November 2015, Allerheiligen-Hofkirche
Förderer
Die Akademie dankt
F
R
E
U
N
D
E
S Y M P H O N I E O R C H E S T E R
B A Y E R I S C H E R R U N D F U N K
e.V.
Kontakt
Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
Geschäftsführung: Christine Reif
Hanselmannstraße 20, 80809 München
Telefon: 089/3509-9756
Fax: 089/3509-9757
E-Mail: [email protected]
www.br-klassik.de
Sonderkonzert
27.9. 2 015
br-so.de
br-klassik.de