unser projekt - beim Entwicklungshilfeklub

UNSER
PROJEKT
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Juni 2015
Nr. 143
Lächle, auch wenn
dein Garten noch schläft,
es gibt einen Frühling, der Blumen bringt,
einen Sommer, der die Blätter tanzen lässt
und einen Herbst, in dem die Früchte reifen.
konkret, überschaubar, erfolgreich
Bildung
Der Entwicklungshilfeklub wurde 1973 als privater, gemeinnütziger
und unabhängiger Verein gegründet. ZVR-Zahl: 109147948
Welche Projekte werden unterstützt?
Wir fördern konkrete, überschaubare Projekte, die den betroffenen
Menschen möglichst direkt helfen.
Landwirtschaft
Kinder
Mikros (Projektbausteine) sind Projekte, die wir mit europäischen
Partner-Organisationen durchführen. Jedes Mikro finanziert einen Teil
eines größeren Projekts. Zum Beispiel: Betreuung eines Straßenkindes,
Ausbildung einer Gesundheitsarbeiterin, Überlebenspaket für eine
Familie … Durchschnittlicher Wert: 150,– bis 300,– Euro.
Super-Mikros sind Projekte, die wir mit lokalen, meist kleineren
Partnern durchführen. Die Finanzierung kann zur Gänze von einer
Gruppe, Firma oder Einzelperson übernommen werden. Zum Beispiel:
Bau einer Schule, einer Krankenstation, ein Alphabetisierungsprogramm
in einem Slum ... Durchschnittlicher Wert: 1.500,– bis 5.000,– Euro.
Wer sind unsere Projektpartner?
Unsere Projektpartner sind bewährte europäische Organisationen wie
Oxfam (England), Misereor (Deutschland), Jesuitenmission Nürnberg
(Deutschland), Entraide et Fraternité (Belgien), Netz (Deutschland)
sowie kleinere Organisationen vor Ort.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde!
Anthony de Mello, indischer Jesuit und
spiritueller Lehrer, erzählte eine kleine
Was ist aus ihnen geworden?
Geschichte, die wir zur Einstimmung
Bericht aus Äthiopien
wiedergeben möchten:
Ein Lehrer fragte seine Schüler,
Erdbeben in Nepal
Katastrophenhilfe
ein Tier sieht und erkennt, ob es eine Kuh
Das Wasser der Harmonie
oder ein Pferd ist.“
Thema: Gemeinschaft
Ein anderer: „Wenn man in der Entfernung
Wüste und Wetter die Stirn bieten
einen Baum sieht und erkennt, ob es ein
Projekt 270 – Gärten der Wüste (Burkina Faso)
8+9
10 + 11
12 + 13
Paternosterbaum oder ein Mangobaum ist.“
Navajeevan Bala Bhavan
14 + 15
Fünf hauptamtliche und etwa 60 ehrenamtliche MitarbeiterInnen sind
im Klubbüro in Wien tätig. In ganz Österreich unterstützen derzeit ca.
3.000 Personen bzw. Gruppen die Arbeit und die Projekte des Klubs.
„Also, wie dann?“, fragten die Schüler.
„Wenn man in das Gesicht eines Mannes
Schwemmlandinseln
blickt und darin seinen Bruder erkennt;
Bilder und Worte aus Bangladesch
wenn man in das Gesicht einer Frau blickt
und in ihr seine Schwester erkennt.
Wer dazu nicht fähig ist, für den ist -
2
Projekt 292 – Klar wie Wasser (Kolumbien)
des Tages unterscheiden könnten.
Einer sagte: „Wenn man in der Entfernung
6+7
Partner in Indien
Leitung:
Dr. Manfred Formanek (Obmann)
Mag. Gertrude Hanzal (Obmann-Stellvertreterin)
Mag. Gabriele Tabatabai (Geschäftsführung)
Fotos dieser Ausgabe:
von unseren PartnerOrganisationen Oxfam,
Misereor, den Projektleitern, MitarbeiterInnen
des Klubs und aus
unserem Archiv.
Das Papier für unsere
Publikationen wird
gratis von den Firmen
Stiassny-IGEPA und
Burgo zur Verfügung
gestellt.
Ein Blechdach, ein Rohr und eine Tonne
wie sie das Ende der Nacht vom Beginn
Wer arbeitet mit?
Gesundheit
4+5
auf die folgenden Seiten an dieser Stelle
„Falsch“, sagte der Lehrer.
Wasser
Inhalt
Seit wann gibt es uns?
Unsere Heimat ist wieder lebenswert
wo immer die Sonne auch stehen mag -
wo – was – wie – wieviel?
Alle gewidmeten Projektspenden werden zur Gänze
(100 %) an das ausgewählte Projekt weitergeleitet.
Ungewidmete Spenden bis 99,– Euro verbuchen wir
je nach Bedarf für Projektbetreuung oder dringende
Projekte. Bei höheren Beträgen halten wir Rücksprache
mit den Spenderinnen und Spendern.
Ihren Mitgliedsbeitrag von 36,– Euro verwenden wir für Projekt- und
Spenderbetreuung sowie Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.
Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen, aber nicht als Mitglied geführt
werden wollen, freuen wir uns über Ihren Klubbeitrag, dessen Höhe
Sie selbst bestimmen.
Ihre Spende ist steuerlich absetzbar (Registrierungsnummer: SO 1207).
Nacht.“
Projekte in Asien + Afrika
Bemühungen, Hunger und Elend zu überwinden, liegt die oben beschriebene grundlegende Erfahrung zugrunde:
Nur geschwisterliche Liebe und Verant-
18 + 19
Projekt 291 – Zu blühenden Inseln (Bolivien)
Wie gehen wir mit Ihren Spenden um?
Allen hier vorgestellten gemeinsamen
16 + 17
wo – was – wie – wieviel?
20 + 21
22 + 23
Projekte in Afrika + Lateinamerika
Aus Fasern ein neues Glück flechten
24 + 25
Projekt 259 – Blatt für Blatt (Indien)
wortung für alle Menschen kann die Welt
zum Positiven verändern.
Engagement …
26 + 27
… in Österreich
Wollen Sie mehr über uns wissen?
Besuchen Sie unsere Homepage: www.eh-klub.at
Kontaktieren Sie uns:
Tel. 01-720 51 50, Fax: 01-728 37 93; E-Mail: [email protected].
Oder besuchen Sie uns im Klubbüro: Böcklinstraße 44, 1020 Wien
(Montag-Freitag 9 –18 Uhr, auf Wunsch auch außerhalb der Bürozeiten).
Mit herzlichen Grüßen
Engagement …
Gabriele Tabatabai
… in Österreich
Entwicklungshilfeklub
Der Esel
28 + 29
30 + 31
Literatur aus dem Maghreb
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
3
… aus Äthiopien
Thema
Bericht
„Wenn wir Frauen die Möglichkeit geben
Geld zu verdienen, verbessert sich ihr Leben
und das ihrer Kinder grundlegend“,
sagt die äthiopische Ordensfrau Dashe Mayissa,
die das Ausbildungszentrum in Mekele leitet.
Durch unser Projekt wurde in den vergangenen Jahren
700 Frauen und Mädchen diese Möglichkeit geboten.
Mehr als nur einen Beruf erlernen
Was ist
aus ihnen geworden?
Langsam, aber erfolgreich
„Wir konnten uns eine Existenz aufbauen“
Etwa 90 Prozent der betreuten Frauen und Mädchen fanden eine
Anstellung oder haben sich selbständig gemacht.
Kochen, Catering. Damit konnte sich fast die Hälfte aller betreuten
Frauen eine Existenz aufbauen. Einige davon durch eine
Anstellung in einem Hotel oder in der Gastronomie, andere indem
sie etwa einen Imbissstand betreiben. Wieder andere haben sich
zusammengeschlossen; so gibt es ein neues Restaurant in der
Stadt, das gemeinsam von 18 Absolventinnen betrieben wird.
Schneiderei, Stickerei. Die Frauen sind hauptsächlich in Heimarbeit
tätig, arbeiten händisch oder mit einer Maschine, bei deren
Ankauf ihnen das Zentrum geholfen hat. Sie flicken oder ändern
Kleidungsstücke von Leuten, die sich keine neuen Sachen leisten
können oder verschönern Kleider mit Stickereien. Gefragt sind sie
auch bei der Herstellung von Schuluniformen, die alle Schulkinder
brauchen.
Kunsthandwerkliche Tätigkeiten. Die Produkte stellen die Frauen
für Auftraggeber (kleinere Unternehmen, Schulen, Privatpersonen) her oder verkaufen sie eigenständig auf dem Markt. Es
geht dabei zum Beispiel um Seifen für Körperpflege oder Wäsche,
Teppiche nach traditionellen Mustern, Körbe und andere
Flechtarbeiten, Tisch-Sets, Besen, Taschen …
„Wir sind frei geworden“
Eine Frau erzählt, wie es ihr vorher ergangen ist:
„Ich war 17, als ich vom Land in die Stadt kam. Ich fand eine
Anstellung als Hausmädchen und arbeitete bis zu 15 Stunden am
Tag: waschen, kochen, putzen. Der Herr des Hauses hat mich drei
Mal vergewaltigt. Als ich schwanger wurde und den Bauch unter
dem Kleid nicht mehr verbergen konnte, wurde seine Frau misstrauisch und er hat mich davongejagt.“
Die Schwestern der Ordensgemeinschaft ‚Daughters of Charity‘
haben sie auf der Straße aufgelesen, sie untergebracht, sind ihr bei
der Geburt ihres Babys beigestanden und nahmen sie danach ins
Ausbildungszentrum auf.
„Am Anfang wollte ich das Baby nicht, denn ich hasse seinen
Vater. Aber hier hat man mir nicht nur geholfen, meinen Sohn zu
akzeptieren und zu lieben sondern auch für ihn zu sorgen, und ich
bin jetzt sehr glücklich.“
Stolz erzählt sie weiter, dass sie jeden Tag 100 Brote backt, verkauft
und damit umgerechnet 25,– Euro pro Monat verdient. Das ist
doppelt so viel wie sie als Hausmädchen bekommen hat.
4
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
„Die fachliche Ausbildung allein genügt oft nicht. Viele Mädchen, vor
allem, wenn sie vom Land in die Stadt gekommen sind, gingen nie
zur Schule. Deshalb bieten wir auch Alphabetisierungskurse an.
Dann geht es auch darum, ihr Selbstbewusstsein aufzubauen,
besonders wenn sie durch Gewalt, Ausbeutung und Demütigung
traumatisiert sind.
Und schließlich müssen sie auch lernen, mit Geld umzugehen, um
ein Kleinstunternehmen, das sie eventuell aufbauen, zu verwalten.“
Die ‚Daugthers of Charity‘ hatten nach der Hungersnot 1973 in
Mekele, der Hauptstadt des Distrikts Tigray im Norden Äthiopiens,
Hilfsmaßnahmen eingeleitet, die sich langsam, aber mit Erfolg zur
heutigen Ausbildungsstätte für benachteiligte Frauen entwickelten.
Unsere Partner-Organisation Misereor unterstützt das Anliegen seit
1996 und hatte den Entwicklungshilfeklub eingeladen, sich an der
Ausweitung des Ausbildungsprogramms zu beteiligen.
So wurde es möglich, jährlich etwa 100 Frauen und Mädchen in
zehnmonatigen Kursen in verschiedenen Bereichen auszubilden und
so lange zu betreuen, bis sie auf eigenen Füßen stehen und eine
Existenz für sich und ihre Familie aufbauen konnten.
Projekt 216 – Lernen und Leben
in Äthiopien
(Projekt abgeschlossen)
Von Dezember 2009 bis Juli 2014
haben 517 Spenderinnen, Spender und Gruppen
das Projekt mit insgesamt 104.416,– Euro unterstützt.
Damit konnte über 700 Mädchen und jungen Frauen,
viele von ihnen alleinstehende Mütter, die in der Stadt
gestrandet waren, geholfen werden.
Sie nahmen an Berufsausbildungen und Kursen teil,
bekamen ein Startkapital und können nun
eigenständig ein Einkommen erwirtschaften
und für sich und ihre Kinder sorgen.
Herzlichen Dank!
Fotos (von links oben bis rechts unten):
- Eine Ausbildung ist besonders für Frauen und Mütter einer der
wichtigsten Schritte in ein unabhängiges Leben.
- Mit Kenntnissen sowohl in Theorie als auch in Praxis können die
Frauen sich selbständig machen oder eine Anstellung finden.
- Rahel Brihane arbeitet nun selbständig von Zuhause aus an ihrer
Nähmaschine, bei deren Kauf sie vom Zentrum unterstützt wurde.
- Auch Meseret Tsegay kann ein eigenständiges Leben führen und
ihre Kinder ernähren, denn sie hat gelernt, Teppiche zu weben,
- und selbst Seifen herzustellen, die sie auf dem Wochenmarkt in
Mekele verkauft.
- Viele Frauen finden eine Anstellung im Hotel- und Gastgewerbe.
So auch Abrehet Cherckos, die als Zimmermädchen arbeitet.
- Oder Freiweini Tadesse, die eine Stelle als Kellnerin in einem
Restaurant gefunden hat und jetzt ihr eigenes Geld verdient.
- 18 mutige Frauen haben sogar zusammen ein eigenes Restaurant
eröffnet und blicken nun zuversichtlich in die Zukunft.
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
5
unser projekt
neues
projekt
Ein Blechdach, ein
Rohr und eine Tonne
„Wir hatten Angst
und mussten uns
dauernd verstecken –
vor den Guerilleros
und den Soldaten.
Deswegen sind wir
hierher geflüchtet.“
Viele Familien der
Volksgruppe der Awa
verlassen ihren
traditionellen
Lebensraum und
suchen Zuflucht in
anderen Gemeinden,
wo es ihnen aber
anfangs an allem
fehlt.
Das Recht dieser
Menschen auf Frieden
und Sicherheit sollte
so klar wie Wasser
sein.
Wie das Wasser, das
ihnen helfen soll,
ihre Gesundheit zu
bewahren und einen
Neubeginn zu wagen.
6
„Jede Familie, die zu uns kommt,
ist eine offene Wunde in unserer
Gemeinschaft. Eine Wunde, die wir
heilen werden.“
Die Volksgruppe der Awa, so wie
die meisten indigenen Völker
Lateinamerikas benachteiligt, gering geschätzt, an den Rand
gedrängt, hat auch in Kolumbien
kein leichtes Leben.
„Die Guerilleros raubten unsere
Vorräte, die Soldaten bezichtigten
uns der Kollaboration. Wir versteckten uns im Wald, aber dort
waren überall Landminen …“
Viele Familien flüchteten in
größere, friedliche Awa-Gemeinden, verzweifelt, weil sie nicht
wussten, wie es weitergehen soll.
Doch sie wurden nicht enttäuscht:
„Man nahm uns freundlich auf, gab
uns zu essen, half uns beim Bau
einer Hütte, fand ein Stück Land
für uns, wo wir etwas anbauen
konnten …“
Für die Awa-Familien ist Gastfreundschaft nicht nur normal und
der Tradition ihres Volkes entsprechend:
„Wir müssen alle zusammenhalten, nur so können wir überleben. Und wir werden auch einen
Weg finden, um genug Wasser für
alle zu haben.“
Nicht genug Wasser, obwohl es in
diesem tropischen Gebiet reichliche Niederschläge gibt?
Doch, es gibt viel Wasser, aber
kein sauberes Wasser mehr.
Die Chemikalien und der Kunstdünger der stromaufwärts gelegenen Minen und Plantagen sowie der Müll anderer Unternehmen haben die Flüsse vergiftet,
aus denen viele Generationen
von Awa-Familien jahrhundertelang ihren Bedarf an Wasser
deckten.
Ein Problem, das die Existenz der
hier lebenden Menschen bedroht.
Projekt 292
KLAR WIE
WASSER
Kolumbien
Hinter uns das Dorf, das unsere Heimat war,
vor uns die Hoffnung, in Frieden leben zu dürfen.
„Wir sind hier etwas abseits des
Bürgerkriegs in unserem Land,
aber auch hier wird gekämpft:
gegen Parasiten, Durchfall, Hautkrankheiten. Oft auch gegen den
Tod, der unsere kranken Kinder
bedroht.“
Eine im Vorjahr erstellte Studie
ergab, dass durch verseuchtes
Wasser verursachte Krankheiten
zur häufigsten Todesursache in der
Region geworden sind.
„Mit unserer Kampagne für sauberes Wasser setzen wir uns dafür
ein, dass der Staat seiner
Verantwortung in den ländlichen
Gebieten nachkommt“,
erklärt der Leiter unserer PartnerOrganisation Oxfam, die uns zur
Mitarbeit eingeladen hat:
Sauberes Wasser für Awa-Dörfer
an der Grenze zwischen Kolumbien und Ecuador, vor allem für
Ver triebene und Flüchtlinge, die
sich die nötigen Investitionen nicht
leisten können.
Familien wird geholfen,
Regenwasser zu speichern,
aufzubewahren, zu filtern –
und gesund zu bleiben.
Wasser vom Himmel direkt ins Haus
Es geht um 480 Familien (etwa 2.400 Personen), die aus dem umkämpften kolumbianischen Grenzgebiet zu Ecuador in acht Gemeinden der Bezirke Tamuco, Ricaurte und
Barbacoas geflüchtet sind.
Jeder Familie wird geholfen, Regenwasser aufzufangen, zu speichern, zu filtern und
direkt in ihrem Haushalt nutzbar zu machen.
Benötigt werden dazu ein Blechdach auf dem Haus, eine Dachrinne, ein Fallrohr und
Tonfilter. Die Niederschlagsmenge im tropischen Urwald ist ausreichend, um die
Versorgung das ganze Jahr hindurch sicherzustellen.
Begleitet wird die materielle Hilfe von Kursen und individueller Beratung durch die
Mitarbeiterinnen des Projekts, bei denen es um Sauberkeit, Hygiene, Sanitäranlagen
und andere Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit geht.
Das Projekt trägt den Titel der Kampagne CLARO COMO EL AGUA, die unser Partner
Oxfam mit lokalen Organisationen auch in anderen Gebieten von Kolumbien erfolgreich
durchführt und in Erinnerung ruft, dass der Großteil der Bevölkerung nach wie vor
keinen oder nur einen beschränkten Zugang zu sauberem Wasser hat.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
Grenzgebiet zu
Ecuador
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Rohr, Tank und Filter
zur Nutzung von
Regenwasser
für 2 Familien =
160,– Euro
1 Anteilstein =
für
1 Familienmitglied =
16,– Euro
Projektpartner
und -leiter:
Oxfam
(Oxford, England)
Fundación Desarollo
Democracia y Paz
(Durchführung im
Einsatzgebiet)
Alexander Torres
(Projektkoordinierung)
Neues Projekt
seit Mai 2015.
Die detaillierte
Beschreibung schicken
wir gerne zu.
7
Nepal
Ein Dach über dem Kopf
Rama, die ihren einmonatigen Säugling
im Arm hält, kann das erste Mal seit den
Turbulenzen nach der Katastrophe aufatmen: „Wir haben überlebt. Mein Baby
ist gesund. Im Moment ist es das einzige,
was zählt.“
Seit 30 Jahren arbeitet Oxfam in Nepal
an Entwicklungsprojekten und konnte
dank lokaler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sofort mit den notwendigen
Hilfsmaßnahmen beginnen, um den
betroffenen Menschen ein notdürftiges
„Dach über dem Kopf“ zur Verfügung zu
stellen: Zelte, Zeltplanen, Decken,
Schaumstoffmatten, Solarlampen ...
Überlebensnotwendig: Wasser
Shekhou Khadka, freiwilliger OxfamMitarbeiter, stellt einen Wassertank im
Tundikhel Lager von Kathmandu auf. Er
ist einer von 500 freiwilligen Helfern und
Helferinnen, die speziell für den raschen
Einsatz im Katastrophenfall ausgebildet
wurden. Die Versorgung mit Trinkwasser
und die Errichtung von Latrinen sind
lebenswichtig und müssen rasch umgesetzt werden.
„Ich möchte helfen, so gut ich kann. Viele
Aufgaben warten noch auf uns: medizinische Versorgung, Nahrungsmittel …
Wir sind aber auch da, um den verzweifelten Menschen Hoffnung zu geben.“
Danke!
Ihre spontane Hilfsbereitschaft
hat uns zutiefst berührt:
Bis Ende Mai konnten wir bereits 150.000,– Euro in das
Katastrophengebiet weiterleiten.
25. April 2015: Um die Mittagszeit erschüttert ein
verheerendes Erdbeben das Land. Die Hauptstadt Kathmandu gleicht einem Trümmerfeld,
zahlreiche Bergdörfer sind verwüstet, tausende
Todesopfer und Verletzte zu beklagen.
Die Folgen dieser Katastrophe treffen die Menschen in Nepal, einem der ärmsten Länder der
Welt, besonders hart.
8
Dank der spontanen und großzügigen Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender konnten wir dazu beitragen, dass die lokalen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer
Partner-Organisation Oxfam vielen betroffenen
Men-schen mit Sofortmaßnahmen helfen konnten: Zelte, Trinkwasser, Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Latrinen …
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Aufgrund der Verwendung von
günstigeren Zeltplanen kann
mehr Menschen als vorgesehen
geholfen werden.
190,– Euro finanzieren die Notunterkünfte inklusive Decken
und Matten für 5 Familien.
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
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Gemeinschaft
Thema
Das Wasser
der Harmonie
Aktuelle gemeinschaftsfördernde Projekte
Gemeinschaftsküche
ECUADOR. In den Höhenlagen der Anden sind die Felder winzig, der
Boden karg und die Hänge steil. Die extremen Klimabedingungen
erschweren die Landwirtschaft. Die Ernte liefert nur geringe Erträge,
die Ernährung ist einseitig und es mangelt an Nährstoffen. Das
betrifft vor allem die Kinder.
Seit 2006 unterstützt der Entwicklungshilfeklub Padre Eulogio Quito
in seiner Bemühung, Gemeinschaftsküchen für die entlegenen
Gemeinden der Provinz Chimborazo zu errichten. Die Küche in Atapo
San Francisco ist bereits die 36. Dort können dann jeweils zwei
Mütter eine Woche lang für die Schul- und Vorschulkinder eine
ausgewogene, nährstoffreiche Mahlzeit kochen. Solche Küchen
werden mit Sachzuwendungen vom Staat wie zum Beispiel Reis,
Bohnen und Quinoa gefördert.
Die Küche und der angrenzende Raum werden auch bei festlichen
Anlässen, an Feiertagen und für andere Zusammenkünfte der
Gemeinde benutzt. Es ist ein Ort, wo alle willkommen sind.
(nach einem Comic aus Mali)
1 „Danke, dass Ihr mich zum
neuen Chef des Dorfes gewählt habt.
Ich nehme gerne an, unter einer
Bedingung: Ihr müsst
alle das Wasser der
Harmonie trinken!“
„Kein Problem, Chef!“
2 „Und Ihr müsst es aus
dieser Kalebasse trinken.“
„Aber, da sind ja lauter
Löcher!“
Investition in die Zukunft
ÄGYPTEN. Fast alle der 7.000 Bewohnerinnen und Bewohner der
Randsiedlung Maadi-Tourah sammeln und verwerten Müll.
Zusammen mit anderen tausenden Familien rund um Kairo leisten sie
einen bedeutenden Beitrag zum Gemeinwohl, indem sie über die
Hälfte des täglichen Mülls entsorgen und der Kleinindustrie wertvolle Rohstoffe liefern.
Zugang zu Wissen ist eine wichtige Voraussetzung, um besonders
den Jugendlichen und Frauen andere Existenzmöglichkeiten zu
eröffnen. Das „Haus für Alle“ der Zabbalin Müllsammlervereinigung bietet dafür wichtige Voraussetzungen:
Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren haben hier die Möglichkeit,
mit einem Betreuer über ihre Probleme zu sprechen. Themen wie
Gesundheit, Sexualität und Rechte werden behandelt. Im unteren
Geschoß ist ein Kindergarten untergebracht, der die Mütter entlastet
und eine gute Vorbereitung der Kleinen auf die Schule gewährleistet.
Seit drei Jahren werden hier auch Alphabetisierungskurse für Frauen
angeboten.
3 Etwas später, beim
Fluss:
„Möchte sich der neue Chef
über uns lustig machen?“
4 Schließlich finden die Dorfbewohner
die Lösung: wenn jeder einen Finger
in ein Loch steckt, rinnt das Wasser
nicht mehr aus.
5 Doch wenn einer seinen Finger
herausnimmt, dann ist alles wieder
verloren.
Bildungszentrum in
Müllsammlersiedlung – Projekt 2878
Maadi-Tourah, Ägypten
Unterstützung der Jugendbetreuung,
Alphabetisierung und EDV-Kurs
3.250,– Euro
Mangrovenwälder
6 „Das ist es,
PHILIPPINEN. Die an der Küste lebende Bevölkerung lebt vorwiegend vom Fischfang. Doch die zerstörerischen Methoden großer
Unternehmen verringern die Fischbestände massiv. Vor allem
den kleinen Fischerfamilien wird so die Lebensgrundlage
genommen.
Um diesem Raubbau entgegenzuwirken, haben sich die beiden
Gemeinden Dangolaan und Pikalawang an die Fischereikooperative der Provinz Lanao del Norte LAFCCOD gewandt, um die
Mangrovenwälder vor ihrer Küste aufzuforsten. Denn die Mangroven
bieten ungestörte Laichgründe und sind für die Regulierung des
Fischbestandes unerlässlich.
So sollen jeweils zwei Hektar mit 10.000 Mangroven-Setzlingen
bepflanzt werden. Das trägt dazu bei, den Fischbestand als Lebensund Einnahmequelle für etwa 383 Fischerfamilien zu erhalten.
was ich euch
sagen möchte:
Solidarität nützt
allen, verlangt
aber auch die
Bereitschaft
von allen!“
10
Eine Küche für Atapo
San Francisco – Projekt 2914
Chimborazo, Ecuador
Bau einer Gemeinschaftsküche für 42 Familien
3.870,– Euro
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
Mangrovenwälder zur Erhaltung
der Fischbestände – Projekt 2826
Lanao del Norte, Philippinen
Mangroven-Setzlinge für 95 Familien
2.450,– Euro
11
unser projekt
Wüste und Wetter
die Stirn bieten
„Wir haben jetzt auch
Wasser, wenn es nicht
regnet und frisches
Gemüse und Obst,
wenn rundherum alles
verdorrt ist.
Die jährliche Trockenzeit hat viel von ihrem
Schrecken verloren.“
Ein weiteres Dorf in
der Sahelzone hat
einen ‚Bouli‘, ein
künstliches Wasserauffangbecken,
an dessen Ufer jede
Familie die Früchte
erntet, die dank des
aufgestauten Regenwassers gedeihen.
Gärten der Wüste
machen das Leben
besser und bunter.
Zeichen der Hoffnung
„Wir halten die Wüste auf und verwandeln sie in fruchtbares Land.
Und das Schöne dabei: Wir
machen es gemeinsam“,
erklärt der Leiter unseres Projekts
in der Region Dori im Nordosten
von Burkina Faso, Westafrika.
Hier gibt es die ‚Union Fraternelle
des Croyants‘, die ‚Geschwisterliche Vereinigung der Gläubigen‘.
Und das bereits seit 1969. Fest
verankert in der Region, arbeiten
Christen und Muslime zusammen.
Ihre Initiativen tun nicht nur den
Menschen und der Umwelt gut,
sondern sind auch ein Zeichen
der Hoffnung.
Das leidige Wetter
Entwaldung und dadurch bedingte
Wüstenbildung führten dazu, dass
sich der Großteil der Bevölkerung
im Sahel nicht mehr allein durch
Ackerbau ernähren kann.
Klimawandel ist hier kein neues
Phänomen. In den vergangenen
neunzig Jahren hat sich die
Regenfallgrenze (ab der ausreichend Niederschläge für die
Landwirtschaft erwartet werden
können) um zwei Breitengrade
oder 220 Kilometer nach Süden
verschoben.
In der dreimonatigen Regenzeit
fallen jetzt die Niederschläge
zunehmend unregelmäßiger und
oft in Form von Unwettern.
Was ist ein Bouli?
„Im Mittelpunkt unserer Arbeit
steht der Bau von ‚Boulis‘, großen
Wasserspeichern, die nach dem
Vorbild der traditionellen Regenwasserlöcher entwickelt wurden.“
Ein Bouli hat etwa die Größe eines
Fußballfeldes und fasst 20.000
bis 25.000 Kubikmeter Wasser. In
der Regenzeit wird das Wasser der
in der näheren Umgebung fallenden Niederschläge in den Bouli
geleitet.
Um jeden Bouli wird eine Fläche
von bis zu zwei Hektar für den
Anbau von Gemüse genutzt.
Außerdem verfügen nun die
Dorfbewohner auch während der
Trockenzeit über ausreichend
Wasser für den Haushalt und
andere Bedürfnisse.
„Jeder Familie wird eine Parzelle
von 100 Quadratmetern zugeteilt
und es werden darauf Auberginen,
Kartoffeln,
Kohl,
Kürbisse,
Tomaten, Limonen und anderes
mehr angebaut.
Die Dorfbewohner bilden ein
Komitee, das die finanziellen Beiträge der Familien zur Wartung
des Boulis (jährliche Reinigung,
Schutzzäune …) verwaltet.“
Projekt 270
GÄRTEN
DER WÜSTE
Wo vorher nur Sand war, ist mit den Gärten
auch unser Leben zum Blühen gekommen.
Funktioniert das auch?
Wir zitieren aus einer Evaluierung
unserer Partner-Organisation:
„Die Gärten bringen eine wichtige
Bereicherung der zuvor einseitigen
und unzureichenden Ernährung,
was vor allem der Gesundheit der
Kinder zugutekommt.
Die Familien erwirtschaften durch
den Verkauf von einem Teil ihrer
Produkte ein Zusatzeinkommen
von durchschnittlich 68,– Euro pro
Jahr.
Das durchschnittliche Einkommen
der Beteiligten ist um 17 Prozent
gestiegen.
Probleme bereitet die Bekämpfung von Schädlingen. Und viele
Familien wissen noch nicht, wo sie
Saatgut kaufen oder wie sie dieses
Saatgut selbst gewinnen können.“
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Die Finanzierung des Boulis für
Oulfou Alpha konnte durch das
Projekt gesichert werden.
Zwei weitere Dörfer bitten jetzt
um Unterstützung bei der
Errichtung ihrer Boulis.
Distrikt Séno
(im Nordosten)
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Gemüsegarten
an einem Bouli
(Wasserauffangbecken)
für 1 Familie =
238,– Euro
Aushubarbeiten und
Werkzeuge.
1 Anteilstein =
20 m² Anbaufläche
für Obst + Gemüse =
47,60 Euro
Projektpartner
und -leiter:
Misereor
(Aachen, Deutschland)
UFC – Union des Croyants
(Durchführung im
Einsatzgebiet)
Paul Ramdé
(Projektkoordinierung)
Bericht:
Projektbeginn:
Oktober 2012.
Mit dem Bouli in
Oulfou Alpha können sich
150 Familien mit Obst und
Gemüse versorgen und die
jährliche Trockenperiode
ohne Hunger überbrücken.
Fotos rechts:
Errichtung des Boulis in Oulfou Alpha
12
Damit die Wüste weiter grünt
Die bisherige Arbeitsbilanz des
Projekts zeigt, dass es gelingt,
die Fähigkeit zur Selbsthilfe in der
Bevölkerung zu steigern.
Die Verbesserung ihres Lebensraumes öffnet den Menschen Hoffnung und Zukunftsperspektiven.
Es wurde nicht nur die Abwanderung junger Menschen in die
Städte gestoppt sondern es kehren auch Familien zurück, welche
die Dürre aus ihren Dörfern verjagt
hatte.
Burkina Faso
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
13
… in Indien
Thema
Partner
Navajeevan
Bala Bhavan
VENKAT RAJARAPU
Navajeevan Bala Bhavan - ,Zentrum Neues Leben’ - heißt die indische Organisation
in der Venkat seit vielen Jahren für die Projektkoordination verantwortlich ist.
Durch sein Engagement konnten viele Straßenkinder der Großstadt Vijayawada tatsächlich ein
neues Leben beginnen. Ein Leben abseits der Straße, ein Leben in Geborgenheit.
Betreuung von Straßenkindern
Ich weiß, wie sich das Leben eines Straßenkindes anfühlt.
„Wie sich das Leben eines Straßenkindes anfühlt, habe ich am eigenen
Leib erfahren.
Zwar lebte ich nicht, wie so viele
Kinder in der Großstadt Vijayawada
direkt auf der Straße, sondern in
einem abgeschiedenen Dorf, doch
habe ich erlebt was es heißt, nichts
zu haben, jeden Tag um sein Überleben zu kämpfen und von der
Gesellschaft ausgegrenzt zu werden.
Geboren wurde ich in Pedda Pendyal,
einem kleinen Dorf im südindischen
Andhra Pradesh, als Dalit (ehemals
Unberührbare). Meine Eltern schufteten vergeblich Tag ein und Tag aus,
Andhra Pradesh, Indien
Zusammenarbeit mit dem
Entwicklungshilfeklub
seit 2011
Aktuelle Projekte (Super-Mikro):
Tischlerausbildung für
Straßenkinder
um der Schuldknechtschaft zu entkommen. Beide hatten nie die Schule
besuchen können, sie mussten
bereits als Kinder die Schulden ihrer
Eltern abarbeiten.
So grenzte es für mich fast an ein
Wunder, dass sie mir erlaubten, zur
Schule zu gehen. Ich hatte zwar
keine Hefte, keine Bücher, keine
Stifte und auch keine Schuluniform –
doch da es dem Großteil der dort
ansässigen Kinder so ging, durften
wir dennoch die Schule besuchen.
Es war eine Schule eigens für Dalits.
Doch täglich wurden wir weniger
Schüler, da einer nach dem anderen
die Klasse verlassen musste, um mitzuhelfen, die Schulden der Eltern
abzuarbeiten.
Auch meine Eltern wurden unsicher,
ob es die richtige Entscheidung war,
mich zur Schule zu schicken. Der
Druck wurde immer größer. Ihre
Skepsis wuchs, sie fragten sich, wie
Schulbildung das Leben eines Dalits
ändern solle, und wie Bildung zum
Überleben beitragen könne.
Täglich befürchtete ich, dass sie mich
nicht mehr in die Schule gehen lassen würden, denn ich wollte
unbedingt Lesen und Schreiben
lernen.“
Ich hatte Glück.
„Doch ich hatte Glück. Ein Lehrer
sprach mit meinen Eltern und
erzählte ihnen, dass ich großes
Talent hätte. Das bestärkte sie in
ihrer Entscheidung, mich weiter lernen zu lassen.
Auch merkten sie schnell, dass
Bildung sehr wohl die aussichtslose
Situation der Dalits verändern könne:
Ich wurde zur Ansprechperson im
Dorf, wenn es darum ging, Briefe zu
schreiben und zu lesen, Löhne,
Schulden und Zinsen zu berechnen.
Dies verlieh den ausgegrenzten
Venkat Rajarapu
Projektleiter unserer Partner-Organisation
Navajeevan Bala Bhavan
Dalits meines Dorfes eine Stimme,
denn sie konnten endlich erfahren,
welche Rechte sie haben und was
ihnen zusteht.
Diese Zeit war aber trotzdem nicht
einfach für mich, denn es fehlte einfach an allem.
Die katholische Pfarre des Ortes
wurde in dieser schwierigen Phase
meines Lebens sehr wichtig für mich.
Ich fand endlich den Halt, der mir so
fehlte, und das Vertrauen in mich
und meine Talente. Man unterstützte
mich emotional, bestärkte mich und
förderte meinen Schulbesuch. So
schaffte ich es – als erster in meinem
Dorf - die Schule mit Auszeichnung
abzuschließen. Das Glück war auf
meiner Seite, ein Professor entschied
sich, mich auf meinem Bildungsweg
weiter zu unterstützen. So hatte ich
die Chance, zu studieren, denn er
bezahlte die Gebühren für mein
Studium der Sozialen Arbeit.
Abends nach der Universität arbeitete ich als Datenerfasser in einer großen Firma, um mir meinen Lebensunterhalt zu finanzieren.“
Ich gebe das zurück, was mir zuteil wurde.
Fotos rechts:
Im Zentrum von Navajeevan Bala Bhavan
lernen ehemalige Sraßenkinder
Lesen und Schreiben.
Die älteren Kinder erhalten
Zukunftsperspektiven durch handwerkliche
Ausbildungen.
Die vom Leben auf der Straße gezeichneten
Kinder können endlich ein kindgerechtes
Leben führen.
14
„So kam es, dass ich aus der Armutsspirale ausbrechen konnte.
Doch für mich war klar: Ich möchte
Kindern, die keine Chance im Leben
haben unterstützen – sie an der
Hand nehmen, so wie ich an der
Hand genommen wurde. Aus diesem
Grund widme ich mich den vielen
Straßenkindern unserer Stadt. Ich
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
fühle mich diesen Kindern, aufgrund
meiner eigenen, schwierigen Kindheit, sehr verbunden.
Mit meiner Tätigkeit bei Navajeevan
Bala Bhavan, in der ich Projekte für
Straßenkinder von Vijayawada
betreue, kann ich das zurückgeben
was mir zuteil wurde.
Gemeinsam haben wir schon viel für
die Straßenkinder von Vijayawada
erreicht,
zum
Beispiel
was
Unterkunft, Bildung und Rechte der
Kinder anbelangt.
Ich hoffe, unsere Gesellschaft
erkennt irgendwann, dass jeder
Mensch, unabhängig von seiner
Herkunft und ob er reich oder arm
ist, Respekt und Gleichheit verdient.“
15
… aus Bangladesch
Thema+ Worte
Bilder
Schwemmlandinseln
Land für Landlose,
bis der Fluss
die Insel wieder mitnimmt.
16
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
17
neues projekt
Unsere Heimat ist
wieder lebenswert
„Wenn es im Sommer
zu wenig regnet, ist
die Ernte so schlecht,
dass spätestens im
Winter das Essen
knapp wird. Dann
hungern wir.“
Die Frau zeigt auf die
von der Erosion
zerfressenen Hänge.
Der fruchtbare Boden
wird immer weniger –
vom Wind verweht
oder vom Wasser
weggeschwemmt,
wenn es einmal regnet.
Das Leben der
Kleinbauern in 3.000
bis 4.000 Metern
Höhe in den
bolivianischen Anden
ist nicht leicht.
„Aber wir möchten hier
bleiben, unseren
Lebensraum bewahren,
die Felder auf den
kargen Hängen
zu blühenden Inseln
werden lassen.“
18
„Mein ältester Sohn ist in einem
Hungerwinter an der Grippe gestorben. Er war zu schwach, wir
hatten schon monatelang gehungert.“
Es war ein Jahr, in dem die Ernte
so schlecht war, dass das Essen
knapp wurde.
Im Andenhochland kämpfen viele
Familien um ihre Existenz.
Die extremen Wetterverhältnisse,
ausgelaugte Böden und die fortschreitende Erosion durch Wind
und Regen bringen Hunger und
Armut.
Pedro lebt mit seiner Frau und
seinen drei verbliebenen Kindern
als Kleinbauer auf fast 4.000
Metern Höhe in der Gemeinde
Tapacarí in der Region Cochabamba.
„Viele Familien haben irgendwann
einfach aufgegeben und sind weggezogen, nach La Paz oder in eine
andere Stadt.
Aber das wollten wir nicht. Ich
wollte hier bleiben, auf dem Land,
das meine Familie schon seit eh
und je bewirtschaftet.“
Die Angst, dass er noch ein Kind
durch den Hunger verlieren könnte, hat er nicht mehr.
Pedro hat sich zusammen mit den
anderen verbliebenen Nachbarn
auf eine ‚nachhaltige klimaangepasste Landwirtschaft‘ eingelassen, wie sie von den Fachleuten unseres Projektpartners
propagiert wird.
„Es funktioniert. Mit ihrer Hilfe
haben wir unsere Ernteerträge
glatt verdoppelt.“
Jeden Morgen arbeitet er auf
seinen Feldern, wo er Kartoffeln
und Gemüse anbaut, sowie Futterpflanzen für seine Rinder und
Schafe.
Rund um die Felder hat er Bäume
und Sträucher gepflanzt, die den
Boden vor Austrocknung durch
den Wind und vor Erosion
schützen.
„Das Hauptproblem war fehlende
ausreichende, regelmäßige Bewässerung. Man hat uns geholfen,
ein Reservoir zu bauen und
Kanäle anzulegen. Das Wasser
reicht jetzt für alle, auch in der
Trockenzeit.“
Pedro zeigt das neue Gewächshaus der Bauerngruppe.
Hier findet man Obst- und
Gemüsesorten, die in der freien
Natur in dieser Höhe nicht gedeihen würden.
In kleinen Silos bewahren Pedro
und seine Nachbarn ihre Ernteerträge – vor allem Kartoffeln –
sicher auf.
„Und wenn die Ernte einmal gut
war, ist uns früher doch vieles verdorben, weil wir es nicht richtig
lagern konnten. Auch das konnten
wir verbessern.
Wir haben nun das ganze Jahr zu
essen und produzieren sogar
mehr, als wir für unsere Eigenversorgung brauchen. Die Überschüsse verkaufen wir auf dem
Markt und haben daher nun auch
Geld für wichtige Anschaffungen.
Unsere Heimat ist wieder lebenswert!“
***
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekt 291
ZU
BLÜHENDEN
INSELN
Bolivien
Das schaut nur so aus wie ein Stück Ödland,
es ist die Erde unserer Heimat, die uns ernähren wird.
Das Projekt richtet sich an die
besonders benachteiligte Zielgruppe der kleinbäuerlichen Familien. Es handelt sich um
Angehörige indigener Volksgruppen, vor allem Quechua des südlichen Hochlandes von Bolivien.
Die in benachbarten Gebieten
erreichten Ergebnisse und Wirkungen bestätigen die Erfolg versprechende Methode des Projektträgers und sollen nun in zehn
Gemeinden in zwei Bezirken fortgesetzt werden.
Kleinbauern sichern ihr Überleben
Sie möchten die Böden erhalten …
… mit Terrassen: Stein- und Erdböschungen auf Steilhängen, die das Erdreich zurückhalten und den schnellen Abfluss des Regenwassers stoppen.
… mit Aufforstung: Obst- und Nutzholzbäume sowie Sträucher, die das Erdreich
befestigen.
… mit Sicherung der Ufer: Abflusskanäle und Barrieren aus dichten Hecken, die bei
Überschwemmungen die Felder der Familien, die im Tal leben, schützen.
Sie möchten den Ertrag ihrer Felder steigern …
… mit mehr Feldfrüchten: Der traditionelle Anbau von Kartoffeln und Mais soll je nach
Höhenlage mit Karotten, Zitronen, Pfirsichen etc. kombiniert werden und die Ernten
positiv beeinflussen.
... mit Bewässerungssystemen: Tröpfchenbewässerung (Schläuche mit Löchern, die
kleine Wassermengen abgeben) oder Kanäle zu den Terrassenfeldern sollen in der
Trockenzeit die Wassernutzung verbessern.
… mit Dünger: Neben Kompost werden die Familien biologische Abfälle in luftdichten
Plastiksäcken fermentieren lassen, damit die Bodenfruchtbarkeit verbessern und
zweimal pro Jahr ernten.
… mit Schädlingsbekämpfung: Die Familien lernen, wie sie mit organischen Mitteln,
etwa mit gewissen lokalen Pflanzen, ihre Saat vor Ungeziefer schützen können.
Bezirke Chaqui
und Betanzos
1 Mikro =
Sicherung der
Ernährung für
1 Bergbauernfamilie =
133,– Euro
Werkzeuge, Saatgut,
Bewässerungssysteme,
Beratung für 1 Jahr.
1 Anteilstein =
für 1 Familie
für 1 Monat =
11,– Euro
Projektpartner
und -leiter:
Misereor
(Misereor, Aachen,
Deutschland)
ACLO - Fundación Acción
Cultural Loyola
(Durchführung im
Einsatzgebiet)
Edgar Ance
(Projektkoordinierung)
Neues Projekt
seit Mai 2015.
Die detaillierte
Beschreibung schicken
wir gerne zu.
Die Felder auf den kargen, braunen Hängen
sollen zu grünen, blühenden Inseln werden.
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
19
aktuelle Projekte
wo – was – wie – wieviel ?
Konkret und überschaubar:
Indien
Bei allen unseren Projekten stehen Menschen im Vordergrund, die wir möglichst direkt unterstützen.
Wir unterscheiden zwei Arten von Projekten: Mikros und Supermikros.
Mikro: 3-stellige Projektnummer
Die Durchführung erfolgt mit langjährigen europäischen
Partner-Organisationen. Jedes Mikro (= Projektbaustein)
finanziert einen konkreten Teil eines größeren Projekts.
Super-Mikro: 4-stellige Projektnummer (SM)
Projekte mit meist kleinen, lokalen Organisationen.
Die Finanzierung wird im Idealfall zur Gänze von einer
Gruppe/Firma oder Einzelperson übernommen.
Indien
Kambodscha
Asien
Bangladesch
Bangladesch
Bangladesch
Burma
Indien
Indien
Indien
Indien
Indien
Indien
20
Nepal
266 IN ALTER FRISCHE (alte Menschen)
Sicherung der Existenzgrundlage von alten, zumeist
alleinstehenden Frauen in Dörfern durch Gemüseanbau,
Tierzucht, Kleinhandel ...
Unterstützung für
1 alte Frau:
¼ Starthilfe:
282 WURZELN DES LEBENS (Obst- und Nutzholzbäume)
Verbesserung der Ernährung und Schaffung eines
Zusatzeinkommens für 2.600 arme Familien durch das
Auspflanzen von Obst- und Nutzholzbäumen.
Obst- und
Nutzholzbäume für
20 Familien:
2 Familien:
288 WENN TROPFEN SINGEN (Wasser)
Errichtung von öffentlichen Wasserstationen, Sanitäranlagen und eigenen Waschräumen für Frauen in
10 Elendsvierteln von Dhaka und Mymensingh.
Wasserstation und
Sanitäranlage für
10 Personen:
1 Person:
267 DIE WAHRHEIT ERNTEN (Reisanbau)
Ernährungssicherung für Reisbauernfamilien zur
Bekämpfung des Hungers durch Umstellung auf
angepasste, ökologische Anbaumethoden und Tierzucht.
Starthilfe und
Schulungen für
1 Familie / 3 Jahre:
1 Familie / ½ Jahr:
115 FLUG NACH MORGEN (Straßenkinder)
An Kontaktpunkten (Parks, Märkte ...) in Delhi treffen
Straßenkinder zusammen und erhalten Schulbildung,
medizinische Behandlung und Beratung.
150,00
37,50
Nepal
350,00
35,00
Nepal
180,00
18,00
366,00
36,60
258 ENDLICH ZUFLUCHT FINDEN (Obdachlose)
Schlafplatz in einer Nachtunterkunft und bei Bedarf auch
konkrete Hilfe und Mahlzeiten für obdachlose Frauen,
Kinder und Männer in Delhi.
Nachtunterkunft für
3 Personen / Jahr:
1 Person / ½ Jahr:
174,00
29,00
259 BLATT FÜR BLATT (Einkommensschaffung)
Frauen verarbeiten Bananenfasern zu Taschen, Decken,
Seilen und können mit dem Verkauf ihrer Produkte ein
Einkommen erwirtschaften.
Produktionshilfe für
3 Frauen / 3 Jahre:
1 Frau / 1 Jahr:
275 IM SCHUTZ DER SCHULE (Bildung)
Mit einem Intensivkurs sollen die Kinder von Wanderarbeiterfamilien im Bundesstaat Odisha ihre Schulbildung
fortsetzen können.
Gesundheitsarbeit für
100 Personen:
10 Personen:
290 ZURÜCK INS LEBEN (Straßenkinder)
Unterkunft, Ernährung, medizinische Versorgung,
Kleidung und Schulbildung von Straßenkindern in drei
Rehabilitationszentren der Großstadt Chennai.
Betreuung für
1 Straßenkind / Jahr:
1 Kind / Monat:
2.580,00
2900 Bau von Latrinen in zwei Dörfern
SM Errichtung von insgesamt 80 Latrinen in den beiden
Dörfern Tropang Sdock und Tropang Trea, um
Gesundheit und Hygiene der Familien zu verbessern.
1 von 2 Teilprojekten:
Bau von 40 Latrinen,
Hygieneschulung für
40 Familien:
2.810,00
Bewässerung und
Saatgut für
3 Familien:
1 Familie:
195,00
65,00
psychiatrische
Betreuung von
50 Notleidenden:
5 Notleidenden:
304,00
30,40
Notunterkünfte für
5 Familie:
190,00
240 PFADE NACH OBEN (Bergbauern)
Bewässerungssystem und Saatgut für Bergbauernfamilien im Himalaya zur Verbesserung der Ernten
und Sicherung der Lebensmittelversorgung.
244 SEGEN DER GÖTTER (mobile Klinik)
Psychiatrische Betreuung und Hilfe für seelisch
und geistig Notleidende in Dörfern, die ohne
medizinische Behandlung und Betreuung sind.
293 HILFE FÜR ERDBEBENOPFER (Katastrophe)
Unterstützung mit einer Notunterkunft für Familien in
Kathmandu, die beim schwersten Erdbeben seit 80
Jahren ihr Zuhause verloren haben.
1 von 4 Teilprojekten:
Aufforstung mit
5.000 Mangrovensetzlingen: 2.450,00
1.850,00
37,00
Afrika
100,00
10,00
Äthiopien
200,00
20,00
Äthiopien
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
1 von 5 Teilprojekten:
Unterricht, medizinische Versorgung für
25 Kinder:
2802 Filter für sauberes Wasser
SM Bereitstellung von Tonfiltern für insgesamt 200 bedürftige 1 von 4 Teilprojekten:
Familien in vier Dörfern in Gebieten mit stark
50 Wasserfilter / Dorf:
verunreinigtem Trinkwasser.
1 Wasserfilter / Familie:
238,00
26,00
278,00
23,00
2887 Schulen für Kinder in Ziegelfabriken
SM Neunmonatige Grundschulbildung für insgesamt
125 Kinder aus Wanderarbeiter-Familien, die in
Ziegelfabriken in der Nähe von Agra arbeiten.
Sri Lanka
Ägypten
287 WISSEN HÄLT GESUND (Gesundheitsarbeit)
Wissensvermittlung zu Gesundheit und Hygiene sowie
Aufklärung über Krankheitsentstehung für Menschen in
25 Elendsvierteln des Khandauli Block in Agra.
2.786,00
2826 Aufforstung zur Erhaltung der Fischbestände
SM In den zwei Fischergemeinden Dagolaan und Pikalawang
werden jeweils zwei Hektar mit 10.000 Mangrovensetzlingen aufgeforstet.
Ägypten
Unterstützung für
10 Schulkinder:
1 Schulkind:
Medizinische
Behandlung und
100 Kurse für 1 Jahr:
Philippinen
243,00
41,00
Betreuung von
10 Kindern / Jahr:
1 Kind / Jahr:
2906 Gesundheitsversorgung in Slums
SM Medizinische Behandlung für die Slumbevölkerung von
16 Elendsvierteln in Nagpur sowie Wissensvermittlung in
100 Gesundheitskursen für Mädchen und Frauen.
279 ZEIT DER BLÜTE (Kinderarbeit)
Unterstützung und Schulbildung für arbeitende Kinder,
Beratung der Eltern, Bewahrung der Geschwisterkinder
vor Schulabbruch und Kinderarbeit.
2878 Bildungszentrum in Müllsammlersiedlung
SM Das Bildungszentrum „Haus für Alle“ in der Randsiedlung
Maadi-Tourah von Kairo bietet Jugendlichen und Frauen
neue Zukunftsperspektiven durch diverse Kurse.
199 DER STRASSE ENTKOMMEN (junge Mütter)
Herberge für junge obdachlose und verstoßene Mütter
und deren Babys sowie achtmonatige Ausbildung der
Frauen und Startkapital zur Existenzsicherung.
284 DAS VERTRAUEN WÄCHST (Kleinbäuerinnen)
Unterstützung von alleinstehenden Frauen mit Werkzeug,
hochwertigem Saatgut und Schulungen zur Saatgutproduktion, um die Ernteerträge zu verbessern.
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
Bildung und
Betreuung für
1 Kind / Jahr:
1 Kind / Monat:
270,00
22,50
Jugendbetreuung,
EDV-Kurse,
Alphabetisierung:
3.250,00
acht Monate
Betreuung für
1 Frau mit Kind:
1 Frau mit Kind / Monat:
292,00
31,00
Werkzeuge, Saatgut,
Betreuung für
1 Frau für 2.500 m²:
Saatgut für 500 m²:
256,00
37,00
21
aktuelle Projekte
wo – was – wie – wieviel ?
Burkina Faso
Kamerun
Kenia
Kongo DR
Liberia
Madagaskar
Mali
Ruanda
Somalia
Tansania
270 GÄRTEN DER WÜSTE (kleinbäuerliche Familien)
Errichtung einer künstlichen Oase (Bouli), um in der
Trockenzeit Gemüsegärten zu bewässern und so die
Ernährung von Kleinbauernfamilien im Sahel zu sichern.
246 DU BIST WILLKOMMEN (Straßenkinder)
Betreuung von Straßenkindern in einem Tageszentrum
und Unterstützung, damit sie von der Straße
wegkommen können.
2886 Grundschulbildung für Pokot-Kinder
SM Unterstützung von etwa 400 Kindern der Halbnomaden
Pokot, damit sie die Schule besuchen und täglich eine
warme Mahlzeit bekommen können.
268 DAS SCHÖNE FINDEN (Müllsammler)
Unterstützung von müllsammelnden Straßenkindern in
Kinshasa durch den Ankauf von Plastik zu einem fairen
Preis sowie Sozialbetreuung und Ausbildung.
286 ZUM SCHUTZ VOR EBOLA (Gesundheit)
Bereitstellung eines Schutzpakets für Familien in Liberia,
um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern
und die Menschen zu schützen.
237 EIN DORF MACHT SCHULE (Dorfschulen)
Schultafel, Bücher, Hefte und weiteres Lern- und
Lehrmaterial für Vorschulen in entlegenen Dörfern zur
Vorbereitung der Kinder auf den Schulbesuch.
Aushubarbeiten und
Feldwerkzeuge für
1 Familie:
20m² Gemüsegarten:
Betreuung für
5 Straßenkinder / Jahr:
1 Straßenkind / Jahr:
1 von 2 Teilprojekten:
Setzlinge, Beratung
und Zaun für
83.000 m²: 2.500,00
Brasilien
2865 Bildungszentrum für benachteiligte Kinder
SM Gezielter Förderunterricht und Betreuung für insgesamt
20 Kinder aus mittellosen Familien, um ihnen eine
angemessene Schulbildung zu ermöglichen.
1 von 2 Teilprojekten:
Betreuung für
1 Kind / Jahr:
10 Kinder / Jahr:
300,00
3.000,00
landwirtschaftliche
Unterstützung für
5 Familien / Jahr:
1 Familie / Jahr:
288,00
57,60
1 von 8 Teilprojekten:
Aufforstung,
ca. 12.500 Setzlinge:
ca. 125 Setzlinge:
2.750,00
27,50
2818 Wasser für das Andendorf San Vicente de Pangor
SM Zur Versorgung von insgesamt 74 Familien mit sauberem 1 von 4 Teilprojekten:
Trinkwasser werden Leitungen von drei Quellen bis zu
Wasserversorgung für
den Häusern verlegt.
18 Familien:
3.075,00
2914 Eine Küche für das Andendorf Atapo San Francisco
SM Bau und Ausstattung einer Gemeinschaftsküche für
eine bessere, ausgewogene Ernährung der Kinder von
42 Familien und zur Entlastung der Mütter.
Gemeinschaftsküche:
3.870,00
274 WIEDER HALT FINDEN (Straßenkinder)
Betreuung von Kindern und Jugendlichen auf der Straße
sowie im Sozialzentrum, damit sie ihr Leben aus eigener
Kraft verändern können.
Betreuung und
Versorgung von
1 Kind / Jahr:
1 Kind / Monat:
180,00
15,00
209 EIN STÜCK PARADIES (Waldgärten)
Anlegen von Waldgärten (Obstbäume, Gemüsegärten,
Felder), die den verkarsteten Boden wieder fruchtbar
machen und den Familien ausreichende Ernten bringen.
Unterstützung und
Setzlinge für
10 Bauernfamilien:
1 Familie:
210,00
21,00
285 MIT HELLER FREUDE (gefährdete Kinder)
Förderung von Kindern in Jugendklubs im Elendsviertel
Cité Soleil von Port-au-Prince mit Mal-, Sport- und
Spielutensilien.
Bälle, Netze,
Pinsel, Farben für
20 Kinder:
1 Kind:
200,00
10,00
Werkzeuge und
Arbeitsmaterialien für
1 Jugendlichen / Jahr:
1 Jugendlichen / Monat:
215,00
18,00
Beratung und
Setzlinge für
3 Familien:
1 Familie:
162,00
54,00
292 KLAR WIE WASSER (Regenwassernutzung)
Ausstattung von Haushalten in acht Awa-Gemeinden mit
einem Sammelsystem für Regenwasser, damit der Bedarf
an sauberem Wasser für die Familie gedeckt wird.
Dachrinne, Fallrohr,
Tonne und Filter für
2 Familien:
1 Familienmitglied:
160,00
16,00
263 ZUKUNFT SÄEN (Landwirtschaft)
Ernährungssicherheit für 400 kleinbäuerliche Familien im
Yuracyacu-Tal durch Beratung, Betreuung, Saatgut,
bessere Anbaumethoden und ökologischen Anbau.
ökologischer
Anbau für
3 Familien / 3 Jahre:
1 Familie / Jahr:
188,00
20,90
238,00
47,60
215,00
43,00
Ecuador
Ecuador
Unterstützung
1 Straßenkind / Jahr:
1 Straßenkind /Monat:
Gesichtsmasken,
Desinfektionsmittel,
Seifen, Kübel für
1 Familie:
Unterrichtsmaterial für
15 Kinder / Jahr:
1 Kind / Jahr:
1 von 3 Teilprojekten:
Unterrichtsmaterial,
Lehrergehälter:
2854 Ziegen für Kleinbauernfamilien
SM Anschaffung von insgesamt 150 Ziegen für eine
Bauerngenossenschaft, um die Ernährung von Familien
im Bezirk Huye im Süden Ruandas zu sichern.
1 von 2 Teilprojekten:
75 Ziegen:
1 Ziege:
2892 Wasserversorgung eines Schulungszentrums
SM Bau eines Wasserreservoirs sowie die Anschaffung einer
Solarpumpe zur Versorgung des Schulungszentrums für
biologische Landwirtschaft in Morogoro.
2888 Aufforstung und Einzäunung von Weideflächen
SM Zur schonenden Nutzung und Vermeidung von Überweidung durch Ziegen und Schafe werden in drei Jahren
insgesamt 50 Hektar Weideland aufgeforstet.
Nahrungsmittel und
Lehrergehälter für
400 Kinder: 3.500,00
2902 Alphabetisierung und Berufsausbildung
SM Nähmaschinen, Schultafel, Tische, Bänke, Bücher und
Hefte für die Alphabetisierung und Berufsausbildung von
Frauen aus Darsalam und Zougoumé.
256 SPITAL DER HOFFNUNG (Kinderspital)
Betten, medizinische Geräte, Sanitäranlagen, Wasser etc.
zur Sicherung der Versorgung von kranken Kindern im
einzigen Kinderspital des Landes.
Brasilien
180,00
15,00
Ecuador
43,00
Ecuador
300,00
20,00
Guatemala
2.803,00
Haiti
3.300,00
44,00
Haiti
1 Spitalsplatz
für 1 Jahr:
5 Kinder / Monat:
287,00
24,00
Haiti
1 von 2 Teilprojekten:
Solarpumpe,
Pumphaus:
4.400,00
Honduras
Lateinamerika
Bolivien
Brasilien
22
291 ZU BLÜHENDEN INSELN (Ernährungssicherung)
Unterstützung von Familien in zwölf Gemeinden bei der
Anpassung der Landwirtschaft an das sich verändernde
Klima und um die Ernährung zu sichern.
280 ÜBER DEN HORIZONT (Straßenkinder)
Betreuung von Straßenkindern, die wieder den Kontakt
zu ihren Familien suchen sowie Begleitung beim
Erneuern und Stärken der familiären Beziehungen.
Werkzeug, Saatgut,
Setzlinge für
1 Familie / 1 Jahr:
1 Familie / 1 Monat:
Betreuung und
Begleitung für
1 Kind / Jahr:
1 Kind / 2 Monate:
Kolumbien
133,00
11,00
Peru
153,00
26,00
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
249 SCHRITT FÜR SCHRITT (Landwirtschaft)
Verbesserung der Lebensbedingungen der indigenen
Awa durch Beratung und Unterstützung bei der
Umstellung auf ökologische Anbaumethoden.
2804 Aufforstung in sieben Andendörfern
SM Aufforstung zum Schutz des Bodens für 300 kleinbäuerliche Familien mit insgesamt 100.000 Setzlingen in
sieben Andendörfern.
289 EIN SICHERES NEST (Handwerksausbildung)
Dreijährige Berufsausbildung für Jugendliche
von der Straße im Zentrum Lakay in den Bereichen
Elektrik, Schlosserei, Schneiderei, Tischlerei.
281 WIE SCHÜTZENDE HÄNDE (Agroforstwirtschaft)
Sicherung der Lebensgrundlage von kleinbäuerlichen
Familien vor Dürre und Erosion durch Aufforstung mit
Bäumen und Sträuchern auf ihren Feldern.
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
23
unser projekt
Aus Fasern ein
neues Glück flechten
„Brennmaterial.
Futter für die Rinder.
Nichts“.
Das waren vor einiger
Zeit die Antworten
auf die Frage, was die
Familien nach dem
Pflücken der Bananen
mit den Stauden
machen.
Jetzt sagen sie:
„Wir lösen die Fasern
heraus, verarbeiten
sie, verkaufen die
Produkte …“
Die Entdeckung, wie
wertvoll ein bisheriges
Abfallprodukt sein
kann, hat das Leben
vieler Familien
verändert.
Blatt für Blatt
haben sie eine
Entwicklung
eingeleitet, die ihr
Leben besser macht
und ihnen Hoffnung für
die Zukunft bringt.
24
„Früher habe ich Bananen nur
gegessen oder verkocht, jetzt
liebe ich sie. Denn sie haben mir
geholfen, meine Tochter zu verheiraten.“
Jahrelang plagte sich Nirmala Devi
von einem Tag zum andern.
Manchmal hungerte oder bettelte
sie, damit zumindest ihre Kinder
etwas zu essen hatten.
Bis es hieß, man könne die
Bananenstauden, die man bislang
verrotten ließ oder verbrannte, in
Gold verwandeln. Was so niemand
recht verstand und glaubte.
Doch Nirmala schloss sich
der Frauengruppe an, die sich in
Rekha Mandal zusammenfand –
und plötzlich war sie mit ihren
Sorgen nicht mehr allein.
Die Frauen lernen und arbeiten
zusammen, und gemeinsam versuchen sie, Lösungen für ihre
Probleme zu finden.
„Und als dann Geld in die gemeinsame Kassa floss, sagten die
anderen Frauen, man könne mir
10.000 Rupien (umgerechnet etwa
150,– Euro) borgen.
Die Hochzeit war wunderschön.“
sich die Familien weiter. Der
nächstjährige Verdienst ihrer
Arbeit als Kleinbauer oder Taglöhner ist damit bereits verbraucht,
bevor sie ihn in den Händen
halten.
Projekt 259
BLATT
FÜR BLATT
***
„Was es hier in Fülle gibt, sind
Bananen. Und damit, beziehungsweise mit den Bananenstauden, versuchen wir, den
Menschen in den Dörfern, besonders den Frauen, neue Perspektiven zu eröffnen“,
erklärt einer der Mitarbeiter unseres Projekts.
Die erwähnten Stauden wurden
bislang nur als Zusatz zur Ernährung der Rinder, als Brennmaterial
oder als wertloser Abfall betrachtet.
Indem sich die Frauen eines
Dorfes zusammenschließen und
gemeinsam die erlernten Metho-
***
Wenn im Juli und August der
Monsunregen fällt und die
Wassermassen aus dem Himalaya
die Flüsse über die Ufer treten
lassen, verwandeln sich weite
Gebiete von Bihar in eine
Schlammwüste.
Um ihre Unterkünfte wieder aufzubauen oder um andere Ausgaben zu decken, verschulden
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Indien
Es macht mich froh, schöne Sachen herzustellen
und glücklich, dadurch meine Familie ernähren zu können.
den umsetzen, wird es möglich,
die Verarbeitung der Fasern aus
Bananenstauden wirklich gewinnbringend zu machen:
„80 Prozent der Frauen sind nie
zur Schule gegangen. In der
Gruppe gewinnen sie Selbstver trauen und beginnen, an ihre
Fähigkeiten zu glauben.
Die Geräte, die wir zur Verfügung
stellen und die sich keine Frau
selbst leisten könnte, erleichtern
und beschleunigen die Verarbeitung.
Durch unsere Marktstudien können wir die Frauen beraten, welche
Produkte sich jeweils gut verkaufen lassen und wie die Qualitätsansprüche sind.
Wir organisieren die Vermarktung
an größere Abnehmer in den
Städten, handeln mit ihnen faire
Preise aus und verhindern, dass
die Frauen wie früher übervorteilt
werden.“
Der Gewinn wird unter den Frauen
aufgeteilt und stellt in vielen Fällen
deren einziges Einkommen dar.
Ein Teil der Einnahmen verbleibt in
der Gruppenkassa und wird für
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
gemeinsame Investitionen und
Anliegen angespart.
So war es zum Beispiel möglich,
Nirmala einen Kredit für die
Hochzeit ihrer Tochter zu bewilligen oder anderen Frauen größere
Anschaffungen wie den Erwerb
einer Kuh oder einer Nähmaschine zu ermöglichen.
Bananen und Einkommen
Vom Stamm der Bananenstaude werden die äußeren Schichten abgelöst
und in blattartige Streifen zerlegt, die
händisch oder mit einfachen Geräten
in lange Fasern geschnitten werden.
Die Fasern werden gebleicht, getrocknet und eventuell gefärbt. Sie
sind sehr reißfest und lassen sich
leichter verarbeiten als zum Beispiel
Bast oder Bambusfasern.
Die Verarbeitung erfolgt entweder in
Heimarbeit oder in kleinen Zentren, in
denen mehrere Frauen gemeinsam
arbeiten.
Der Verkauf erfolgt auf Märkten,
Messen, Ausstellungen oder an
Händler in den Städten.
Einige der Produkte:
Fußmatten, Untersätze,
Taschen, Wandteppiche,
Hüte, Blumenampeln …
Bundesstaat Bihar,
Gebiet von Bhagalpur
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Einkommenschaffung
durch die Verarbeitung
von Bananenfasern:
3 Frauen für 3 Jahre =
238,– Euro
Technische Geräte,
Ausbildung, Betreuung der
Frauengruppe
1 Anteilstein =
für 1 Frau für 1 Jahr =
26,– Euro
Projektpartner
und -leiter:
Misereor
(Aachen, Deutschland)
Naujanlok
(lokales Hilfswerk)
M. M. Thakur
(Projektkoordinierung)
Bericht:
Projektbeginn:
Jänner 2012.
47 Gruppen mit je etwa
12 Frauen konnten drei
Jahre lang bei der
Verarbeitung von
Bananenfasern unterstützt
werden.
25
… in Österreich
Engagement
Wien
Theaterhotel 2015
Simon Schedl, Schüler der Tourismusschule HLTW 13
Bergheidengasse in Wien, berichtet über die heurige
Theaterhotel-Veranstaltung, bei der über 1.000 Gäste sowohl
kulinarisch mit von den Schülern zubereiteten Köstlichkeiten als
auch kulturell durch ein hochkarätiges Bühnenprogramm verwöhnt
wurden:
„Zum mittlerweile 8. Mal fand
die Charity-Veranstaltung ‚das
Theaterhotel‘ am 14. Februar
2015 statt.
Ins Leben gerufen wurde sie
von Bühnenlegende Otto Tausig
und Hotelmanagement-Lehrer
der Tourismusschule Bergheidengasse Mag. Kuchernig. Die
komplette Organisation des
heute größten SchulcharityEvents des Landes liegt zur
Gänze in den Händen der
Schüler des Hotel- und Gastronomiemanagement
MaturaJahrgangs der Bergheidengasse.
Getragen wird das Projekt von
über 220 hochmotivierten Schülern und Schülerinnen, die an
diesem Tag aus purer Begeisterung für die gute Sache ihre
Fachkompetenzen als Kellner
und Köche zur Verfügung stellen.
Eine bessere Möglichkeit, sich
persönlich weiterzuentwickeln
und dabei aus unserer Welt
einen besseren Ort zu machen
gibt es wohl gar nicht. Von dem
Spaß, den wir im Team hatten,
ganz zu schweigen.“
Dorfbesuch
in Indien
Robert Wychera, Mitarbeiter
des Klubs und langjähriger
Betreuer unserer Projekte mit
der indischen Organisation
VRO, erzählt von seinem
Besuch in Indien:
„Um einer Raiffeisen Leserreisegruppe das ‚Schnuppern‘ in
Aruvapakkam, eines der 35
durch meinen ‚Freundeskreis‘
unterstützten VRO Dörfer zu
ermöglichen, bot ich mich als
Reiseleiter an. Es war dies die
erste meiner 20 Indienreisen,
die mir bezahlt wurde! Nach
einigen eindrucksvollen Besichtigungen kultureller Highlights Südindiens, wurden wir
mit großer Begeisterung festlich
empfangen. Das Dorffest hinterließ bei meiner 16 köpfigen
Gruppe einen tiefen Eindruck.
So eine Reise hatten sie noch
nie erlebt, wurde mehrfach
betont. Spontan wurde den
Dörflern zwei Nähmaschinen
gespendet und ich bin sicher,
dass
mein
‚Freundeskreis
Wychera‘ dadurch wieder
Zuwachs bekommen hat.“
Wien
Flug nach Morgen
Schülerinnen der Handelsschule Margaretenstraße berichten
über ihr Schulprojekt zugunsten von Straßenkindern in Indiens
Hauptstadt Delhi:
„Wir sind Schülerinnen der
Klasse 3as der Handelsschule,
Margaretenstraße in Wien 5.
Unser Abschlussprojekt beschäftigte sich
mit Straßenkindern in Delhi
(Indien).
Unser gemeinsames Ziel ist es,
den Straßenkindern, die kein
Zuhause haben,
zu einer besseren Lebensqua-
26
lität zu verhelfen und ihnen
eine Ausbildung zu ermöglichen.
Wir haben Spenden gesammelt
und handgemachte Sachen aus
Indien, die uns vom Entwicklungshilfeklub zur Verfügung
gestellt wurden, verkauft. Die
Einnahmen der Spenden (insgesamt 1.560,– Euro) die wir
auf diversen Veranstaltungen
zusammen bekommen haben,
übergaben wir dem Entwicklungshilfeklub, der es dann
direkt
an
das
Projekt
‚Flug nach Morgen’ weitergeleitet hat.
Ganz besonders danken wir
Herrn Professor Mag. Aigner,
der uns im Laufe unseres
Projekts sehr unterstützt hat.“
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Oberösterreich
Wasser für Kamerun
Elisabeth Drachsler vom Eine-Welt-Kreis der Pfarre St. Konrad in
Linz, berichtet über einen besonderen Gottesdienst:
„Unsere Gruppe stellt jedes
Jahr Ende Jänner während
der Gottesdienste ein Projekt
vor.
Heuer war es ein Wasserprojekt
des Entwicklungshilfeklubs aus
Kamerun,
das
Theodore
Mbarga, ein Priester aus
Kamerun, vorstellte.
Eine Gruppe – ebenfalls aus
Kamerun – erfreute durch ihre
Gesänge.
Die Sammlung brachte einen
Betrag von 2.115,– Euro.“
Oberösterreich
Missionspreis für die Gruppe Help
Regina Nuspl von der Gruppe Help aus Bad Kreuzen berichtet
über die Verleihung des Missionspreises der Diözese Linz:
„Ein afrikanisches Sprichwort
lautet: ‚Wenn viele kleine Leute,
viele kleine Dinge tun, dann
kann sich das Gesicht der Welt
verändern.‘
So dachten im Herbst 1987 auch
ein paar Idealisten in Bad
Kreuzen, schmiedeten Pläne
und es wurde das Erfolgsprojekt
‚Gruppe Help‘ gegründet. Jedes
einzelne Mitglied gibt einerseits
einen selbst festgelegten Betrag
und hilft andererseits mit, an
Aktionen mitzuwirken, welche
Geld einbringen. Dieses Geld
wird für Projekte in Entwicklungshilfegebieten verwendet, damit die dort lebenden
Menschen die Chance auf ein
selbstbestimmtes Leben erhalten.
Wir ‚Helper‘ sehen unsere
Arbeit als Baum, der im folgenden Gedanken wurzelt: ‚Keiner
erwartet von uns, dass wir die
ganze Wüste vor dem Verdursten retten. Unsere Aufgabe
ist es, diesen einen kleinen
Baum am Leben zu erhalten.‘
Im Laufe unseres Bestehens hat
dieser Baum bereits beachtliche
Früchte hervorgebracht und wir
konnten mehr als 100.000,–
Euro aufbringen, um die Welt
ein klein wenig zu verbessern.
Und diese Arbeit und unser
Engagement wurden mit dem
Missionspreis 2015 der Diözese
Linz, überreicht durch Bischof
Dr. Schwarz, gewürdigt und
ausgezeichnet.
Wir Helper freuen uns riesig
über die Zuwendung von
1.500,– Euro des Bischofs, welche wir für das Projekt in
Madagaskar ‚Ein Dorf macht
Schule‘ verwendet haben.“
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
Projektbesuch
aus Belgien
Bericht aus dem
Entwicklungshilfeklub:
Ulrike Weinspach und Maria
Gittel Jagape-Saquilbaon von
unserer langjährigen PartnerOrganisation Entraide et Fraternité in Brüssel berichteten
über aktuelle Projekte, Neuigkeiten innerhalb der Organisation und zukünftig geplante
Aktivitäten, insbesondere in
Indien und Philippinen.
Ein Besuch, der die jahrzehntelange Partnerschaft und
die gute Zusammenarbeit bestärkte.
27
… in Österreich
Engagement
Wien
Salzburg
Sammeln im Volkstheater
Spuren im Schnee
Die Klub-Mitarbeiterinnen Julia Fuchs, Gertrude Hanzal und Johanna Knoll berichten von einer
Sammelaktion im Wiener Volkstheater, initiiert von Andrea Eckert.
Birgit Almhofer von der Eine Welt Gruppe Thalgau berichtet über
deren diesjährigen Benefiz-Skilanglauf:
„Andrea Eckert, Mitglied der
von Otto Tausig gegründeten
Gruppe ‚Künstler für Entwicklungshilfe‘, ermöglichte uns,
nach einer Aufführung des
Stücks ‚Gift – eine Ehegeschichte‘, für unser Schulprojekt in Madagaskar zu
sammeln.
„Am Faschingssonntag (15.
Februar) wurde bei strahlendem
Winterwetter der diesjährige
Benefiz-Langlauf
unserer
Gruppe durchgeführt.
Viele unserer treuen Unterstützer aus Thalgau, aber auch
viele Freunde der Loipe im
Wasenmoos, haben die herrlichen winterlichen Bedingungen
genutzt, um nicht nur ihre
Spuren in den Schnee, sondern
auch
ein
Zeichen
ihrer
Solidarität mit benachteiligten
Menschen in anderen Teilen der
‚Einen Welt‘ zu setzen.
140 Teilnehmer ‚erliefen‘ während der Veranstaltung, die
Da sie selbst den Zusehern nach
einer wunderbaren Vorstellung
das Projekt ans Herz legte, landeten anschließend insgesamt
1.300,- Euro in unseren
Spendenkörbchen.
Ein wirklich tolles Ergebnis
eines gelungenen Theaterabends“.
Oberösterreich
3 Jahresbilanz
Walter Mayr stellt die Selbstbesteuerungsgruppe
der Pfarre Geretsberg vor:
„Als im Sommer 2011 die Selbstbesteuerungsgruppe gegründet
wurde, hat wohl niemand wirklich damit gerechnet, dass die
Aktivitäten der Gruppe so großen Anklang und eine derartige
Unterstützung bei der Geretsberger Pfarrbevölkerung finden
werden, wie sich dies aktuell
immer wieder darstellt!
Beim Informationsabend für
Interessierte aus der Pfarre im
Mai 2011 waren es gerade ein-
mal zwei Personen, die erschienen waren, um eine eventuelle
Gruppengründung zu diskutieren. Mittlerweile sind wir auf
eine Anzahl von 24 Mitgliedern
angewachsen, die durch ihre
regelmäßigen
Einzahlungen
die laufenden Projektfinanzierungen ermöglichen und
durch ihr Engagement beim
monatlichen EZA-Verkauf den
fairen Handel dementsprechend
fördern!
2014 konnten wir bereits zwei
Projekte über den Entwicklungshilfeklub mitfinanzieren.
Eigentlich ist in diesen drei
Jahren seit Bestehen unserer
Gruppe viel geschehen bzw.
erreicht worden und doch ist es
wenig im Verhältnis zur ständig
wachsenden Not in den
Ländern des Südens.
Ich möchte nur ersuchen und
bitten, auch in Zukunft nicht
müde zu werden, mit uns an die
Möglichkeit einer besseren und
gerechteren Welt zu glauben
und auch dafür etwas zu tun,
denn: Worte sind schön - aber
Hühner legen Eier. (afrikanisches Sprichwort).“
Wien
Suppe essen - Schnitzel zahlen
Klubmitarbeiterin Gertrude Hanzal besuchte die Eine Welt
Selbstbesteuerungsgruppe der Pfarre Schönbrunn Vorpark,
beim jährlichen Suppenessen:
„Suppe essen – Schnitzel zahlen“ war das Motto der heurigen
Veranstaltung. Johannes Hackl
und Walter Gamba erzählten
von den Anfängen der Gruppe:
„Wir waren damals, Anfang der
Siebziger Jahre, vom verstorbenen Missions- und Entwicklungsbischof Florian Kuntner
sehr beeindruckt und wollten
uns aktiv einbringen.
28
Der erste Schritt war, mit
Gleichgesinnten eine Selbstbesteuerungsgruppe zu gründen. Leider sind wir jetzt nur
mehr acht Aktive. Seither unterstützen wir zahlreiche Projekte
zugunsten von Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns.
Seit über 30 Jahren sind auch
Projekte des Entwicklungshilfeklubs dabei.“
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
einen ganzen Tag dauerte,
2.100 Kilometer – selbst nach
Abzug
eines
etwaigen
‚Rundungs-Aufschlags‘ unseres
Kassiers Christoph eine immer
noch beachtliche Strecke!
Dementsprechend
erfreulich
war auch das finanzielle
Ergebnis der Veranstaltung,
welches mit all den zusätzlichen
Spenden und Zuwendungen
rund 5.200,- Euro einbrachte.
Wir bedanken uns herzlich bei
allen Sponsoren, Förderern,
Teilnehmern, Besuchern und
freiwilligen Helfern für jeden
einzelnen Beitrag und alle
Unterstützung, die wie erhalten
Wien
Friedenslauf 2015
Initiatorin Hedi Wychera berichtet über den 14. Friedenslauf
um das Wiener Rathaus, an dem auch heuer wieder knapp 2.000
Läuferinnen und Läufer teilnahmen:
„Strahlende Sonne, strahlende
Gesichter, beste Stimmung!
In Scharen sind sie gekommen,
und wie engagiert sie liefen:
der 15-jährige Syrer Fayez
Alattar, der erst seit 10 Monaten
in Österreich ist, lief 40 Runden
(à 710 m), zwei kleine Burschen,
8 und 9 Jahre liefen 38 Runden,
mehr als einen Halbmarathon!
Und fast alle haben Sponsoren
gefunden.
Hier die ersten erfreulichen
Rückmeldungen der Läufer und
Läuferinnen:
‚Alle Hautfarben sind vertreten,
alle Altersgruppen, von ganz
haben! Der Benefiz-Langlauf
bildet alljährlich die finanzielle
Basis für die von uns begleiteten Hilfsprojekte in Bolivien,
Ecuador und Thailand, über die
wir auch stets bemüht sind, bei
unseren Veranstaltungen zu
berichten.“
klein bis groß und alle sind gut
drauf und laufen friedlich
nebeneinander.‘
‚Hier fühlt man sich wie in einer
großen Familie, man spürt einfach das ganz besondere, positive Flair!‘
DANKE AN ALLE, die den
schönen Erfolg ermöglicht
haben!“
‚Ich möchte einfach Danke
sagen für diese wunderbare
Idee des Friedenslaufs.‘
‚Es ist so schön, dass hier
Angehörige vieler Religionen,
ob verhüllt mit Kopftuch oder in
Sportkleidung, für Kinder laufen, denen es nicht so gut geht.‘
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
29
… aus dem Maghreb
Literatur
Der Esel
von Fatima Fdal
„Gib mir das Geld, sonst …“
Aisha ging in ihr Zimmer, kramte in
einer Lade ihrer Kommode und nahm
einen Schlüssel heraus. Damit öffnete
sie ihren Kasten, hob einen Stoß
Wäsche in die Höhe, zog eine alte
Keksdose aus Metall hervor und öffnete sie: sorgfältig gefaltete Banknoten schlummerten dort.
Sie nahm das Bündel, warf einen
bedauernden Blick darauf und ging
zu ihrem Mann zurück.
„Da, für deinen Esel“, sagte sie und
hielt ihm die Banknoten hin.
Slimane steckte sie mit einem „ach
diese Frauen“ ein.
***
„Du möchtest deinen Esel verkaufen?“
„Ja, das stimmt“, antwortet Slimane.
„Ich habe geglaubt, du liebst ihn so
sehr“, beharrt Zacharie.
„Ja, bei Allah, ich habe ihn wie einen
Sohn behandelt. Aber nach dem, was
er mir angetan hat …“
***
Alles hatte vor einem halben Jahr
begonnen. Es war am Markttag.
Ein Mann kreuzte Slimanes Weg. An
seiner Seite trottete ein Esel mit grauem Fell, die langen Ohren gespitzt,
die Mähne schwarz und struppig.
Voller Mitleid blieb Slimane stehen
und betrachtete lange das Tier, das
mit gesenktem Kopf dahinschritt.
„Ist es möglich, dass ein Tier lebensmüde ist?“, grübelte er.
Der Esel hob den Kopf und blickte mit
seinen großen Augen forschend auf
Slimane.
***
Mit seinen Einkäufen zu Hause angekommen, ging er in die Küche.
„Aisha! Aisha!“. Keine Antwort.
Er wandte sich an seine jüngere
Tochter: „Wo ist deine Mutter?“
30
„Sie füttert die Schafe, Vater.“
„Sie soll sofort kommen!“
Kurz darauf klapperten Aishas Pantoffel durch das Haus. Seit fünfunddreißig Jahren schon teilte diese Frau
Slimanes Leben.
Sie hatte gelernt, dass man den
Forderungen dieses ebenso großzügigen wie cholerischen Mannes auf der
Stelle Folge leisten musste.
„Was willst du von mir?“
„Bring mir die 1.500 Dirham, die ich
dir gegeben habe.“
„Ah, und was willst du damit
machen?“
„Ich gehe wieder auf den Markt.“
„Um den ganzen Markt aufzukaufen?“
„Ihr Frauen könnt es euch nicht verkneifen, euch in die Angelegenheiten
eurer Männer einzumischen. Gib mir
das Geld und aus.“
„Na gut, aber sag mir wenigstens,
was du damit machen möchtest“,
erkundigte sich Aisha.
„Ich geh, um mir einen Esel zu kaufen“, sagte Slimane.
„Was sollen wir mit einem Esel. Die
Welt ist ohnehin schon voller störrischer dummer Lebewesen.“
Schon bald hatte er den Mann gefunden und dieser bemerkte auch sofort
sein Interesse.
„Mein Bruder, gefällt er dir?“
„Also schon“, stotterte Slimane.
„1.000 Dirham, keinen Sous weniger“, sagte der Verkäufer kühl.
„Bei Allah, das ist zu viel. Du kannst
ihn mir nicht für 700 Dirham überlassen?“
„Mein Bruder, du wirst doch nicht
behaupten, dass 300 Dirham einen
großen Unterschied machen?“, antwortete der Verkäufer.
„Für meine Frau schon“, meinte
Slimane. Er verabschiedete sich von
seinem Gesprächspartner, drehte sich
um und warf noch einen Blick auf den
Esel, von dem er nur mehr zwei
feuchte Augäpfel sah, die ihn
anschauten.
Plötzlich begann der Esel zu schreien
und wollte nicht und nicht aufhören.
Alle Köpfe am Markt drehten sich auf
der Suche nach dem Schuldigen um.
Sein verwirrter Besitzer versuchte,
das Tier zum Schweigen zu bringen,
indem er ihm mit einem Stock auf die
Flanken schlug. Der Besitzer schlug
immer stärker zu, begann alle Einhufer dieser Erde zu verfluchen, hielt
dann dem Tier ein Büschel Heu hin.
Doch der Esel war starrsinnig.
Plötzlich verstummte der Esel. Der
Mann hob den Kopf und sah Slimane
vor sich.
„Schau, ich kaufe ihn dir für 850
Dirham ab.“
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Wortlos nahm der Mann das Geld,
löste die Zügel des Esels und hielt sie
seinem neuen Besitzer hin.
***
Kaum hatte Slimane die Schwelle seines Hauses überschritten, vernahm er
schon die missbilligende Stimme seiner Frau:
„Wo willst du deinen Esel unterbringen? Vielleicht in unserem Schlafzimmer?“
„Rede keinen Unsinn. Ich werde ihm
ein Stück Weide bei den Schafen einzäunen und einen Stall bauen.“
Am nächsten Tag arbeitete Slimane
den ganzen Vormittag. Er machte
eine Trennmauer zu den Schafen hin,
putzte den neuen Stall, stibitzte seiner Frau eine große Schüssel, die als
Futtertrog dienen sollte, streute ganz
frisches Stroh am Stallboden aus. Und
nahm sich die Zeit, sein Werk zu
bewundern.
***
Jeden Morgen sprang Slimane aus
dem Bett, besuchte seinen Schützling
und brachte ihm zum Frühstück duftendes Heu.
„Sabah el khair, mein Freund, guten
Morgen!“
Der Esel schien die Besuche seines
Meisters zu schätzen. Niemals versäumte es Slimane, ihn hinter den
Ohren zu kraulen und der Esel zappelte vor Glück und rieb seine
Schnauze an dessen Arm.
Slimane genoss es, zu dem Esel zu
sprechen. Er berichtete ihm, was
tagsüber an Arbeiten angefallen war,
welche Leute in der Werkstatt gewesen waren und was man sich so am
Marktplatz erzählte.
Eines Abends, als sein Kopf bereits
auf dem Kissen lag, kam ihm eine
Erleuchtung: Jaffar! Am nächsten
Morgen brachte er seinem Esel gleich
die gute Nachricht:
„Stell dir vor mein Freund, ich habe
einen Namen für dich gefunden:
Jaffar! Gefällt er dir?“
Der Esel schüttelte den Kopf, um eine
Fliege zu verjagen und Slimane nahm
dies als ein Zeichen seiner
Zustimmung.
***
UNSER PROJEKT Nr. 143 – Juni 2015
Eines Abends, Aisha kam gerade, um
ihre Schafe zu tränken, überraschte
sie ihren Mann, wie er zu seinem
Esel sagte:
„Ich bin mir sicher, eines Tages wirst
du mit mir sprechen, Jaffar. Du bist
der einzige in dem Haus, der mich
versteht …“
Dieses Verhalten beunruhigte Aisha,
die mit den Kindern insgeheim über
den Vater sprach.
Slimane entging es nicht, dass seine
Familie ihn als etwas seltsam empfand seit Jaffar Teil seines Lebens
geworden war.
Er versuchte zu verstehen: War er ein
schlechter Ehemann? Ein schlechter
Vater? Der Kühlschrank war immer
gut gefüllt, das Haus bequem, die
Kinder bekamen alles, was sie
brauchten.
Er vertraute seinem Freund sein
Unbehagen an:
„Jaffar, mein guter Jaffar! Du weißt
nicht, was für ein Glück du hast, ein
Esel zu sein. Sie glauben ich bin ein
Ungeheuer, sie wagen es nicht, mich
anzusprechen, sie laufen vor mir
davon wie feige Schafe. Sag du mir,
dass ich kein Monster bin!“,
flehte er und legte seine Hand auf die
Schnauze des Esels.
***
Die Liebe Slimanes zu seinem Tier
wurde exzessiv. Er verbrachte seine
ganze Freizeit bei seinem Schützling,
führte ihn in den Palmenhainen spazieren und brachte ihm Futter für
drei.
Aishas Verärgerung erreichte ihren
Höhepunkt, wenn ihr Mann seinen
Liebling wie einen Sultan im Garten
herumstolzieren ließ. Das Tier verteilte seine Exkremente wie es ihm
gefiel, labte sich ausgiebig an den
Küchenkräutern, und, das war wohl
der Gipfel, verspeiste genüsslich
große Mengen an Weintrauben, die
die Hausfrau mit viel Mühe zog.
***
Die Sprösslinge Slimanes beobachteten die Handlungen ihres Vaters.
Hamid, ein großer Bub mit rotem
Haar, war grenzenlos eifersüchtig auf
den Esel.
Eines Tages hatte Hamid eine großartige Idee. Er befestigte einen trockenen Palmwedel am Schwanz des
Esels und zündete ihn an.
Zu Tode erschrocken begann das Tier
zu galoppieren und rannte gegen die
Mauer des Hauses.
Die ganze Familie stürzte zu dem
Schauspiel. Slimane brüllte:
„Holt Wasser, aber schnell!“, schrie
Slimane und versuchte, Jaffar zu bändigen.
Jaffar wurde gerettet und schlich mit
einem rötlich gefärbten Schwanz
davon.
Der Patriarch verkündete laut und
vernehmlich vor seiner versammelten
Sippe, dass er Jaffar mehr liebte als
die Kinder. Er werde ihn in das
Familienstandregister eintragen lassen und, so ihm Allah die Mittel gab,
ihm die schönsten, aus teuerstem
Leder gefertigten, mit Goldfäden
bestickten und Edelsteinen besetzten
Zügel machen lassen.
***
Die Monate vergingen. Jaffar war ein
vollwertiges Mitglied der Familie
geworden.
Eines Morgens ging Slimane zu seinem Esel, brachte ihm sein Futter und
füllte den Trog mit Wasser frisch aus
dem Brunnen. Während der Esel
trank, versetzte ihm Slimane liebevolle, kleine Klapse.
Das war der Augenblick, in dem das
Drama begann. Wer weiß schon, was
im Kopf eines Esels vor sich geht,
allein Allah weiß es.
Der so sehr geliebte Esel schlug kraftvoll gegen das Hinterteil seines
Beschützers aus. Der Schlag war so
heftig, dass Slimane im Gemüsegarten seiner Frau landete, wo diese
gerade dabei war, den Dung vom
Misthaufen auszubreiten.
Slimane erhob sich und brüllte:
„Du Miststück von einem Esel, das
wirst du mir bezahlen!“
Die Mauern des Hauses erzitterten
und Slimane massierte seinen Rücken.
Und der Esel? Wir wissen nicht, ob es
ihm Leid tat und ob er versuchte, sich
zu entschuldigen.
*****
31
UNSER PROJEKT
Impressum und Offenlegung: Information und
Berichterstattung über konkrete Projekte,
Sprachrohr von Menschen in armen Ländern der Welt.
Die Zeitung erscheint vierteljährlich und ist für Mitglieder,
MitarbeiterInnen und SpenderInnen gratis.
Redaktion: Gerhard Dorffner, Mag. Gabriele Tabatabai.
Herausgeber: Entwicklungshilfeklub,
privater, gemeinnütziger Verein, Adresse wie unten.
DVR 0555614. Druck: Grasl, 2540 Bad Vöslau.
P.b.b. – Sponsoring Post GZ 02Z030094 S
Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1020 Wien
Man kann doch etwas tun
„Wenn du zwei Münzen hast, kauf mit der einen
ein Stück Brot, um deinen Hunger zu stillen,
und mit der anderen Blumen für deine Seele“,
sagt ein japanisches Sprichwort.
Das Wasser, das aus
einem Brunnen sprudelt,
die Schule, die Kindern
eine Zukunft eröffnet,
die Saat, die auf
dem Feld aufgeht,
alles, was wir anderen
Menschen schenken,
kann zu einer Blume
für unsere Seele werden.
Bitte machen Sie weiterhin
unser Projekt
auch zu Ihrem Projekt.
Herzlichen Dank !
Ihr Entwicklungshilfeklub
Juni 2015