Grippe Hagebutte Zufrieden - NÖ Landeskliniken

&
10/15, 10. Jahrgang, e 2,40
GESUND LEBEN
in niederösterreich
Hagebutte
In den kleinen roten
Früchten steckt viel
Vitamin C
Grippe
Grippaler Infekt oder
Influenza? Der beste
Schutz
Zufrieden
Wie Betriebe die
Ressourcen der
Mitarbeitenden
stärken
Seniorentanz trainiert
das Gehirn und bringt
Schwung ins Leben
Lebenslust
P.b.b. / GZ 05Z036363 M / ÄrzteVerlag GmbH, Schlagergasse 11/15+16, 1090 Wien /
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Informationen www.elk.at
Gesundheit
in NÖ
in Kürze
NÖ Vorsorgepreis 2016
Noch bis 30. November 2015 Projekte
einreichen
Der NÖ Vorsorgepreis
holt die kreativsten,
nachhaltigsten und
innovativsten
Vorsorgeprojekte vor
den Vorhang. Egal ob
Schule, Gemeinde,
Verein oder Betrieb,
ob als Einzelperson
oder mit einem
Team: Jeder und jede
kann bis 30. November 2015 Projekte im
Bereich Gesundheitsförderung und
Prävention einreichen. Zu gewinnen gibt es den Preis in
vier Kategorien: Bildungseinrichtungen, Gemeinden und Städte, Betriebe
sowie private Initiativen. In jeder
Kategorie werden zwei Gewinner
(österreich- und niederösterreichweit)
von einer hochkarätigen Jury ausgewählt. Der Sonderpreis der Jury
zeichnet innovative Projekte zum
Thema „Gesundheitsvorsorge für
Kinder und Jugendliche“ aus.
Pro Kategorie ist der Preis mit
3.000 Euro dotiert.
Einreichung & Informationen:
www.vorsorgepreis.at
FOToS: NÖ LPD/Burchhart, NÖ LPD/pfeiffer
Gebärden-App
Ein Patient kommt mit schmerzverzerrtem Gesicht zum Arzt. Dieser fragt
ihn nach seinen Beschwerden, doch
der Patient kann nicht sprechen bzw.
versteht die Fragen des Arztes nicht,
weil er gehörlos ist. Solche Menschen
brauchen einen Übersetzer. Doch ein
Drittel des Dolmetsch-Bedarfs kann
derzeit nicht erfüllt werden. Betroffenen steht nun wochentags zu Büro­
zeiten mobil eine effiziente
Unterstützung in Form einer HandyApp zur Verfügung. Per Videotelefonie
übersetzen Dolmetscher live, sodass
einer Kommunikation nichts mehr im
Wege steht.
Informationen: www.gehoert.org
Bei der Eröffnung des Autismus-Zentrums in St. Pölten: (v.l.) Ing. Norbert Fidler, Obmann-Stellvertreter
der NÖGKK, Prim. Dr. Sonja Gobara, ärztliche Leiterin des Ambulatoriums Sonnenschein, Marianne Nagl,
Mutter eines autistischen Sohnes, und Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka
Autismus-Zentrum
48.500 Kinder in Österreich leiden an Autismus. Buben sind vier Mal häufiger davon
betroffen als Mädchen. Die Entwicklungsstörung ist aber oft soweit behandelbar,
dass ein selbstbestimmtes Leben möglich ist. Im neu eröffneten ersten AutismusZentrum in Niederösterreich für Kinder und deren Familien im Ambulatorium
Sonnenschein in St. Pölten werden derzeit jährlich 40 Kinder therapiert. Das Autismus-Zentrum ist die einzige Einrichtung in Österreich, die diese Therapie kostenlos
anbietet, finanziert von Land Niederösterreich und der NÖ Gebietskrankenkasse. Im
Vollausbau sollen bis zu 100 Kinder behandelt werden.
Informationen: www.ambulatorium-sonnenschein.at
Alles neu in Neunkirchen
Die Bauarbeiten für das topmoderne neue Landesklinikum Neunkirchen sind nach
etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit weitestgehend abgeschlossen. Am 9. November
2015 startete der reguläre Patientenbetrieb. Mit dem Neubau des Klinikums Neunkirchen wurde für die Patientinnen und Patienten eine topmoderne Gesundheitseinrichtung und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitsplatz geschaffen. Zusätzlich werden die Schwerpunkte Orthopädie und Psychiatrie
ins Zentrum gerückt. Bei der Planung des Neubaus wurde auf Erdwärme (Geothermie) gesetzt: Der Strom- und Wärmeverbrauch des neuen Krankenhauses kann so
massiv gesenkt werden. Vieles ist neu, vieles ist anders im neuen Klinikum.
Informationen: www.neubau-neunkirchen.at
Das neue Landesklinikum Neunkirchen startete im November mit dem Patientenbetrieb.
Kurz gemeldet
Häusliche Gewalt ist kein privates Problem. Frauen-Helpline: 0800 222 555, www.frauenhelpline.at
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
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38
14
Hagebutte
Grippe
44
Seniorentanz
GESUND&LEBEN 10/15
Diese Ausgabe von
Gesund&Leben ging
am 09.11.2015 in den
Versand. Sollten Sie
das Magazin nicht zeitgerecht im Briefkas­ten
vorfinden, wenden Sie
sich bitte an Ihr zuständiges Postamt.
GESUNDHEIT IN NÖ
03In Kürze
06
Klarheit schaffen
Berufsbild: In der Augenheilkunde kann eine Heilung den Patientinnen und
Patienten besonders viel an
Lebensqualität zurückbringen
10 Wissen aus erster Hand
12 Selbsthilfe & Zahngesundheit
18 Echte Männer sorgen vor
Was für Frauen selbstverständlich ist,
ist für viele Männer unvorstellbar: regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
20 Nicht ohne meinen Hund
Diabetes Typ 1 ist eine chronische
Autoimmunerkrankung, die besonders
Kinder betrifft
24 Herausforderung Demenz
Was brauchen Menschen mit Demenz?
Und was brauchen ihre Angehörigen?
Liebe Leserinnen
und Leser!
Es ist für uns gelebte
Selbstverständlichkeit, dass sich die aus
Gründen der besseren
Lesbarkeit gewählten,
neutralen Bezeichnungen, wie Leser,
Mitarbeiter etc., sowohl
auf Männer als auch auf
Frauen beziehen.
04
GESUND WERDEN & BLEIBEN
13 In Kürze
14 Alle Jahre wieder ...
... kommt die Grippewelle. Doch
wie unterscheidet sich die „echte“
Influenza vom harmlosen grippalen
Infekt?
28
Zufrieden & engagiert
Das Projekt »Gesunde Betriebe« unter-
stützt Betriebe dabei, die Ressourcen der Mitarbeitenden zu stärken
31 Wie bitte?
Der Beginn einer Hörschwäche
32
Schönheit kommt von innen
Richtige Ernährung und seelische Balance können die äußere Attraktivität positiv beeinflussen
FOToS: istockphoto, weinfranz, nadja meister
27Danke-Briefe
GESUND & LEBEN
EDITORIAL & InHALT
Zusammenwachsen,
auch bei der Gesundheit
Liebe Leserinnen und Leser!
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
37 In Kürze
38
Wilde Rose
Ein Männlein steht im Walde, ganz still
und stumm ... Nicht der Fliegenpilz ist gemeint, sondern die Hagebutte
43 Gesunde Umwelt – gesunder Mensch
44
Lebenslust pur
Man lernt rasch anspruchsvolle
Choreographien, trainiert sein Hirn
und bringt Schwung ins Leben:
Seniorentanz
Voll im leben
Europa steht derzeit beim Thema Flüchtlinge in
der Bewährungsprobe. Doch es gibt auch sehr
wichtige Erfolgsgeschichten abseits dieses Themas
– eine davon ist die Zusammenarbeit in Gesundheitsfragen über die Grenzen hinweg. Denn die
konkrete Umsetzung der grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Faktor, damit
das größere Europa zusammenwachsen kann.
Das Landesklinikum Gmünd versorgt nun bereits im Regelbetrieb Patienten aus der angrenzenden Stadt Ceské Velenice – ein EU-Projekt, das sich
bewährt hat. Jahrelange Vorarbeiten waren nötig,
doch dieses Projekt „Healthacross in practice“ wurde auf der europäischen Ebene bereits ausgezeichnet und dient als Vorzeige-Kooperation.
Auch in der Zusammenarbeit mit der Slowakei
laufen schon länger Vorarbeiten, nun ist ein Vertrag
unterzeichnet worden, der auch im Gesundheitsbereich eine enge Zusammenarbeit des Landes
Niederösterreich mit den slowakischen Kreisen
Trnava und Bratislava sowie der Stadt Bratislava ermöglichen wird.
Dieses nunmehr dritte Arbeitsprogramm, das
sich auf den Zeitraum 2015 bis 2019 erstreckt, sieht
eine enge Kooperation im Gesundheitsbereich vor:
Im Zuge der Kooperation wird unter anderem ein
Vertrag ausgearbeitet, der grenzüberschreitende
Rettungsfahrten ermöglicht. Außerdem wird die
Partnerschaft zwischen dem Landesklinikum
Hainburg und der Kinderuniversitätsklinik
Bratislava gestärkt und somit ein besserer
Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Kliniken ermöglicht. Beispielsweise werden neonatologische Notfälle bei Kindern derzeit in das 74 km
entfernte Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf überstellt, obwohl die Kinderuniversitäts­klinik
Bratislava nur 16 km entfernt liegt.
Das Projekt startet 2016, die voraussichtliche
Projektdauer beträgt drei Jahre.
48 Ein Ruheloser im Ruhestand
Franz Rupp (77), ehemaliger General­-
direktor der NÖGKK
Dr. Erwin Pröll
Landeshauptmann
50 Impressum
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
05
6
foto: fotolia
GESUNDHEIT IN NÖ
Berufsbild Augenheilkunde
Klarheit
schaffen
In der Augenheilkunde kann eine
Heilung den Patientinnen und Patienten
besonders viel an Lebensqualität
zurückbringen.
Gleich ist es soweit: Josef F. liegt am OP-Tisch, er
leidet an einer Lidfehlstellung am linken Auge.
Die Wimpern scheuern am Augapfel, er hatte deswegen große Schmerzen. Heute wird der 82-Jährige vom Entropium des Unterlids, wie es in der
Fachsprache heißt, befreit. Operiert wird er von
Prim. Dr. Johannes Funder, Leiter der Abteilung
Augenheilkunde im Landesklinikum Horn. Er
spricht seinem Patienten aufmunternde Worte
zu: „Wie geht es Ihnen, Herr F? Sie bekommen
nun eine lokale Anästhesie, in etwa zwanzig
Minuten ist der Eingriff vorbei. Danach sind Sie
die lästigen Schmerzen endlich los.“ Behutsam
deckt Augenarzt Funder das Gesicht mit einem
sterilen Tuch ab, lässt nur das linke Auge frei, narkotisiert das Operationsgebiet. „Spüren Sie das?“,
fragt Funder und berührt den Patienten am Auge.
„Nein“, sagt Josef F. Danach geht alles sehr schnell.
Vorsichtig entfernt Funder aus dem linken Lid
etwas Haut- und Muskelgewebe. Man merkt ihm
die jahrzehntelange Erfahrung an. „Ein Routine­
eingriff“, winkt Funder ab. Ein kleiner Eingriff für
den Augenarzt, ein großes Stück wiedergewonnene Lebensqualität für den Patienten.
(großes Bild)
Prim. Dr. Johannes
Funder bei der Untersuchung von Karl W.
(unten links) Der zufriedene
Patient Friedrich W. nach
seiner Katarakt-Operation
(unten Mitte) Patientin
Ursula H. bekommt eine
IVOM-Injektion: Die diplomierte Krankenschwester
Ute Lobenschuss tupft ihr
davor mit einem Wattebausch mit Desinfektions­
lösung das Auge ab.
(unten rechts) Patient Josef
F. leidet an einer Lidfehlstellung – heute wird er operiert.
FOToS: nadja meister
Kleine Historie der Augenheilkunde (Auszug)
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
09/15
Die Augenheilkunde ist eine der ältesten medizinischen Disziplinen. Anfang
des 19. Jahrhunderts gründete Georg Joseph Beer in Wien die erste
Universitätsaugenklinik überhaupt (1813). Der Wiener Arzt (1763–1821) schuf
die Grundlagen der wissenschaftlich fundierten Augenheilkunde.
Eine bahnbrechende Erfindung auf dem Gebiet der Diagnostik war die
Erfindung des Augenspiegels durch H. von Helmholtz im Jahr 1851 und die
Erfindung des Perimeters durch Richard Förster (1825–1902). Wesentliche
Fortschritte waren die operative Behandlung des Grünen Stars durch
Albrecht von Graefe (1828–1870) und die erste erfolgreiche Transplantation
der Hornhaut (Keratoplastik) im Jahre 1905 durch Eduard Zirm (1863–1944).
07
Landesklinikum Horn
Spitalgasse 10
3580 Horn
Tel.: 02982/9004-0
www.horn.lknoe.at
Magische Momente
In der Augenheilkunde kann eine Heilung den
Patientinnen und Patienten viel an Lebensqualität zurückbringen. Den Moment etwa nach
einer Katarakt-Operation (Grauer Star), wenn
aus einem trüben diffusen Blick wieder eine
klare und deutliche Sicht geworden ist, beschreiben Patienten oft als einen magischen Moment.
Ein wundervolles Gefühl für den Patienten, aber
auch für den Augenarzt, sagt Johannes Funder:
„Mit einem kleinen Eingriff können wir das
Sehvermögen des Patienten wieder herstellen.
Der Patient kann am gleichen Tag wieder nach
Hause gehen.“ Der Graue Star betrifft zum Großteil Menschen über 65 Jahre und ist der häufigste
operative Eingriff in der Augenheilkunde:
Von den jährlich 6.000 operativen Eingriffen am
Ausbildung zur Augenärztin/zum Augenarzt
Die offizielle Berufsbezeichnung lautet Fachärztin/-arzt für Augenheilkunde und
Optometrie. Die Augenheilkunde ist die Lehre von den Erkrankungen und
Funktionsstörungen des Sehorgans und des Sehsinnes und deren medizinischer
Behandlung. Die Optometrie ist die Teildisziplin der Augenoptik, die Fehlsichtigkeiten korrigiert. Wer Augenärztin/Augenarzt werden will, muss eine lange und
profunde medizinische Ausbildung absolvieren. Seit Jänner 2015 ist die Novelle
des Ärztegesetzes in Kraft, seit Juni kann die neue Ausbildung begonnen
werden, die nun folgendermaßen aufgebaut ist: Nach dem Medizinstudium
müssen Ärztinnen und Ärzte eine neunmonatige Basisausbildung im Krankenhaus absolvieren, um das praktische Rüstzeug für die Ausübung des Berufs zu
erlernen. Im Anschluss geht es in die Sonderfach-Grundausbildung, die in der
Augenheilkunde 36 Monate dauert (die Dauer variiert je nach gewähltem Fach).
Auf die Grundausbildung folgt die Sonderfach-Schwerpunktausbildung mit 27
Monaten. In Summe dauert die Facharztausbildung mindestens 72 Monate.
08
Auge in Horn entfallen über 4.000 auf KataraktOPs. Gerade in einer alternden Gesellschaft
steigt die Nachfrage nach augenärztlicher Leistung, da die meisten Augenerkrankungen erst
mit zunehmendem Alter auftreten. Gleichzeitig
entwickelt die moderne Medizintechnik stetig
neue Verfahren der Behandlung und Diagnostik.
Medizinischer Fortschritt
Primarius Funder leitet die Abteilung seit mittlerweile 25 Jahren: „In den letzten 30 Jahren hat
sich viel verändert, der Fortschritt ist enorm. Die
Operation des Grauen Stars wurde in dieser Zeit
geradezu revolutioniert.“ Sukzessive hat er den
medizinischen Fortschritt miterlebt, war als junger Arzt in Facharztausbildung bei der ersten
Katarakt-OP mit der neuen Technik im Wiener
AKH dabei. Auch auf dem Gebiet der Netzhauterkrankungen, besonders bei der altersbedingten Makuladegeneration, hat sich viel getan:
Durch Injektionen von Antikörpern in den Glaskörper (Intravitreale operative Medikamentengabe – IVOM) kann die früher so gefürchtete
feuchte Makuladegeneration behandelt werden.
Patientin Ursula H. bekommt heute in der
Ambulanz des Landesklinikums eine IVOMInjektion: Sie kennt das Procedere bereits. Die
diplomierte Krankenschwester Ute Lobenschuss tupft ihr mit einem Wattebausch mit
Desinfektionslösung das Auge ab. Der Augenarzt setzt eine Lidsperre ein, damit das Auge
ganz ruhig bleibt, und injiziert die Antikörper in
den Glaskörper des Auges – ein kleiner Stich,
dann ist alles vorbei. In regelmäßigen Abstän-
FOToS: nadja meister
Gelöste Stimmung in der
Augentagesklinik: (v.l.)
DGKS Astrid Pavlicek,
Patientin Herta M.,
DGKS Beate Patoschka,
DGKS Alexandra Schmied,
Patient Friedrich W. und
Prim. Dr. Johannes Funder
Berufsbild Augenheilkunde
GESUNDHEIT IN NÖ
Patient im Fokus
Als weiteren Riesenfortschritt neueren Datums
nennt Funder die OCT (Optische KohärenzTomographie): Mit dieser Technik kann man
Schnittbilder des Augenhintergrundes in hoher
Auflösung aufnehmen und exakt die Dicke der
Netzhaut abbilden. „Netzhauterkrankungen lassen sich damit viel besser untersuchen. Das ist
ein neuer Entwicklungsschub, wo nicht absehbar ist, was noch alles möglich ist.“ Seit 1983 ist
Funder nun Augenarzt, „und ich lerne immer
noch dazu.“ Bei allen Errungenschaften der
Technik gilt das Hauptaugenmerk dem Patienten, betont Funder: „Die Technik hilft uns sehr,
wir haben ihr große Erfolge zu verdanken. Doch
manchmal schiebt sie sich zwischen Patient und
Arzt und die Kommunikation droht zurückzugehen. Dies muss man beachten, denn der Patient
steht immer im Zentrum unseres Handelns.“
Neun von zehn Patienten in der Augenabteilung in Horn werden heute tagesklinisch behandelt, können also am gleichen Tag wieder nach
Hause gehen. Seit fünf Jahren gibt es im Landesklinikum Horn eine Augentagesklinik mit zwölf
Betten, wo die Patienten vor und nach ihrem
Eingriff versorgt werden und sich ausruhen können. Gelöste Stimmung herrscht hier – ein Auge
noch abgedeckt tratschen die frisch operierten
Patienten miteinander. „Hätte ich ein drittes
Auge, wäre ich nächste Woche wieder da“,
scherzt Friedrich W. Nach dem rechten Auge war
heute das linke Auge zur Katarakt-OP dran, er
wirkt erleichtert und äußerst zufrieden. Genau-
so wie Herta M. – auch sie litt am Grauen Star
und freut sich wieder auf klare Sicht.
Jung & Alt
Das Auge, auch wenn es vergleichsweise klein
erscheint, bringt für den Arzt Abwechslung und
Vielfalt mit sich. Denn die häufigsten Erblindungsursachen wie Katarakt, Glaukom, diabetische Retinopathie und Makuladegeneration zu
vermeiden, ist und bleibt eine tägliche Herausforderung. „Viele Augenerkrankungen sind
heutzutage gut behandelbar“, sagt Funder,
„allerdings gehört zu diesen guten Aussichten
auch die Früherkennung. Gehen Sie daher regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung!“ Dabei spielt
das Alter der Patienten keine Rolle: Schon Säuglinge und Kinder sollten frühzeitig und regel­
mäßig zur Vorsorge gehen genauso wie Senioren. Im Landesklinikum Horn gibt es auch eine
Sehschule für Kinder, in der sich Orthoptisten
etwa um kleine schielende Patienten kümmern,
denn je früher die Therapie einsetzt, desto besser. Das Aufgabengebiet ist breit gefächert, sagt
Funder: „Von der Geburt bis ins hohe Alter – wir
betreuen jede Altersgruppe.“ karin schrammel n
Früh erkannt
sind heutzutage
viele Augen­
erkrankungen
gut behandelbar.
60 Jahre Augenabteilung (1955–2015)
Die Horner Augenabteilung feiert heuer das 60-jährige Jubiläum. 1955
wurde sie von Prim. Dr. Alois Pampichler errichtet, Operationen des Grauen
Stars standen schon damals am Programm. Während der Ära von Prim.
Leopold Öhlknecht wurde sie ausgebaut und die Sehschule gegründet. Seit
1990 leitet Prim. Dr. Johannes Funder die Abteilung, hat den Katarakt-OPSchwerpunkt ausgebaut und laufend das Ärzteteam vergrößert. Ein
Meilenstein war im Jahr 2010 die Eröffnung der Augentagesklinik: Der Anteil
der tagesklinischen Patienten liegt mittlerweile bei etwa 90 Prozent.
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Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.
den bekommt die Patientin die IVOM-Injektionen – damit kann die Makuladegeneration
gestoppt werden.
GESUNDHEIT IN NÖ
Treffpunkt Gesundheit
Wissen aus erste
Vorträge in den NÖ Kliniken: Über 100 erfahrene Medizinerinnen
und Mediziner des Landes informieren kostenlos bei der beliebten
Vortragsreihe „Treffpunkt Gesundheit“ der Initiative Tut gut!«.
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Medizinerinnen und Mediziner der NÖ Kliniken halten seit vielen Jahren Vorträge für Gesundheitsinteressierte. Herz,
Diabetes, Wirbelsäule, Krebs, Antibiotika – diese und viele andere aktuelle Gesundheitsthemen diskutieren Experten vom
Fach mit Ihnen – praxisnah und in verständlicher Sprache. Im Zentrum stehen Vorbeugen, Früherkennen, Diagnose und
Therapie von Erkrankungen. Ort: das jeweilige NÖ Klinikum (siehe Termine), Beginn je 18:30 Uhr, kostenlos, keine
Voranmeldung. Einfach kommen, zuhören und fragen! Alle Informationen unter www.noetutgut.at
Munari und Massage
Das Fach Physikalische Medizin und Allgemeine Rehabilitation hat sich
im Laufe der Zeit gewandelt und stellt heute viel mehr dar als „Munari
und Massage“. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Einsatzgebiete
der Physikalischen Medizin, verschiedene Anwendungen und die
Funktion der vielfältigen Berufsgruppen. Worauf sollte man als Patient
achten, oder wovor ist sogar zu warnen?
NÖ mitte
Klosterneuburg 16.11.15 OA Dr. Raoul Eckhardt: Migräne und Co – wie kann der
Neurologe helfen?
Krems
16.11.15 OÄ Dr. Andrea Podolsky: Bewegung und Sport im Kindes- und Jugendalter – Nutzen, Gefahren und Besonderheiten
30.11.15 Prim. Dr. Peter Errhalt: COPD: was muss ich als Betroffener wissen?
Lilienfeld
16.11.15 OÄ Dr. Ursula Bankl-Fischer: Munari und Massage – was ist und was kann die Physikalische Medizin?
30.11.15 OA Dr. Klaus-Michael Dümpelfeld-Liebentritt: Schilddrüse – kleines Organ, große Wirkung
St. Pölten
16.11.15 OÄ Dr. Astrid Wolf-Magele: Häufigste Störungen unseres
Hörvermögens und neueste Therapien
30.11.15 OA Dr. Thomas Fasching: Die Nase – Form und Funktion
Tulln
16.11.15 Dr. Marion Leitgeb: Reflux – bewährte und neue chirurgische Methoden
Weinviertel
Hainburg
16.11.15
30.11.15
Hollabrunn 16.11.15
Korneuburg 16.11.15
Mistelbach 16.11.15
30.11.15
Stockerau 30.11.15
10
Prim. Dr. Franz Menschik: Arthrose und Osteoporose – Vorbeugung und Behandlung
OA Dr. Thomas Nothnagl: Wann soll ich zum Rheumatologen gehen?
OA Dr. Wolfgang Leitner: Chemotherapie – Fluch oder Segen?
OA Dr. Alexander Grill: Sodbrennen – ein vielfach unterschätztes Problem
OA Dr. Philipp Beckerhinn: Gallenblasensteine – ein vernachlässigbares Risiko oder Operationsindikation?
OA Dr. Stefan Schöppl: Neues in der Übergewichtschirugie – vom Vorurteil zu Fakten
OA Dr. Udo Wolfsdorf: Schilddrüsenerkrankungen – Diagnose und Therapie
Schilddrüsenerkrankungen
– Diagnose und Therapie
Welchen Einfluss übt die Schilddrüse auf unser
Wohlbefinden aus? Schilddrüsenerkrankungen
können Symptome verursachen, die vermuten
lassen, dass andere Organerkrankungen
vorliegen. Diese Schilddrüsenerkrankungen
sind häufig einfach zu therapieren. Wie
gefährlich ist Schilddrüsenkrebs wirklich
und wie wird er behandelt?
r Hand
waldviertel
Allentsteig
18.11.15
02.12.15
Gmünd
18.11.15
02.12.15
Horn
19.11.15
03.12.15
Waidhofen/Thaya 16.11.15
30.11.15
Zwettl
17.11.15
01.12.15
Prim. Dr. Gerhard Wolfram: Wechselbeschwerden – wie
kann man (Frau) damit leben?
Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Hirschl: Wenn das Herz aus
dem Rhythmus kommt: Herzschrittmacher – wie, wann, warum?
Dr. Andreas Hauer: Struma – die chirurgische Behandlung beim „Kropf“
OA Dr. Andreas Eichwalder: Die Schaufensterkrankheit – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten
OÄ Dr. Ines Ghlubner: Wenn die Erinnerung uns verlässt – Demenzerkrankungen
OA Dr. Farsin Karimian: Ob jung, ob alt, ob Frau, ob Mann – wenn man den Harn nicht halten kann
Dr. Karin Hrnjak: Die Leber wächst an ihren Aufgaben
OA Dr. Christoph Döller: Diagnose „Krebs fast geheilt“ –
welche Sorgen kommen danach?
Prim. Dr. Reinhold Klug: Das Bauchaortenaneurysma –
Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten
OA Dr. Michael Pascher: Maculadegeneration – Diagnose
und Behandlungsmöglichkeiten
Wechseljahre – ab wann
wird alles anders?
Bin ich schon im Wechsel? Kann ich noch schwanger werden? Warum nehme ich nicht ab, obwohl
ich mich so darum bemühe? Gibt es Medikamente,
von denen ich profitieren könnte? Der Vortrag
erläutert die hormonellen Ursachen, die klinischen
Symptome und die Möglichkeiten der Behandlung.
Diagnose „Krebs fast
geheilt“ – welche Sorgen
kommen danach?
Genau besprochen wird vor allem die Nachbetreuung von Tumorpatienten nach Mamma-,
Ovarial-, Cervix-, Rektum-/Kolon- und ProstataKarzinom. Das Hauptaugenmerk des Vortrags
liegt auf den Konzepten der KPE (Komplexe
physikalische Entstauungstherapie) in Hinblick
auf die manuelle Lymphdrainage, adäquate
Kompressionstherapie, Physiotherapie und
Life Style Modification.
thermenregion
Mödling
16.11.15 Prim. Univ.-Prof. DDr. Thomas Klestil: Neues im Bereich der minimal-invasiven Unfallchirurgie – strukurelle Änderungen
an der Zwei-Standort-Abteilung
Neunkirchen
16.11.15Assoc.-Prof. PD-Dr. Wolfgang Michlits: Möglichkeiten und Grenzen der Plastischen Chirurgie
Wiener Neustadt 16.11.15 Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk: Frei durchatmen –
Erkrankungen der Lunge
30.11.15 Prim. Priv.-Doz. Dr. Andreas Brunner: Wechseljahre –
ab wann wird alles anders?
Alkohol und Drogenabhängigkeit
Wie erkenne ich eine Suchterkrankung, wer ist davon betroffen? Der Vortrag
gibt einen Überblick über heute verbreitete Suchtmittel, erklärt den Unterschied zwischen Alkohol- und Heroinabhängigkeit, die neuen synthetischen
Drogen und zeigt schlussendlich Therapiemöglichkeiten auf.
FOTOS: fotolia
mostviertel
Amstetten
16.11.15
30.11.15
Melk
16.11.15
30.11.15
Scheibbs
16.11.15
01.12.15
Waidhofen/Ybbs 16.11.15
Prim. Dr. Hubert Rogenhofer: Schmerz muss kein Schicksal sein ...
Dr. Gabriele Kashofer: Krampfadern – (k)ein harmloses
Volksleiden
Prim. Dr. Stefan Leidl: Tageschirurgie
Mag. Yvonne Pehn: Panikattacken – wenn Angst den Körper flutet
Prim. Dr. Albert Reiter: Keine Angst vor einer Operation –
Sie haben ja einen Anästhesisten, der Sie betreut
Prim. Dr. Birgit Heigl-Steinhauser: Wege aus dem seelischen Leid – stationäre Therapiemöglichkeiten am Landesklinikum Mauer
Prim. Dr. Christian Korbel: Alkohol und Drogenabhängigkeit
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
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GESUNDHEIT IN NÖ
zahngesundheit
Das tägliche Ritual
Informationen und Tipps zur richtigen Zahnpflege für Ihr Kind bekommen Sie bei den MutterEltern-Beratungsstellen. An speziellen Tagen sind Zahngesundheitserzieherinnen vor Ort.
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Adresse
Termin Mutter-
Termin der
Gemeinde
Eltern-
Zahngesundheits
Beratung
erzieherin
AMSTETTEN
Amstetten
ProMami, Wienerstraße 22/5
2. Mo. 09:00 Uhr
14.12.2015
BehambergGemeindeamt
2. Mi. 14:30 Uhr
11.11.2015
HaagEKIFAZ, Hauptplatz 1
4. Fr. 09:00 Uhr
27.11.2015
Neuhofen/Ybbs
Millenniumsplatz 1
2. Mi. 10:00 Uhr
11.11.2015
St. Georgen/Ybbs
Volksschule
2. Mi. 08:30 Uhr
16.11.2015
BRUCK/LEITHA
Höflein
Vohburgerstraße 25
4. Di. 16:45 Uhr
24.11.2015
Maria EllendGemeindeamt
4. Di. 14:00 Uhr
24.11.2015
ScharndorfGemeindeamt
4. Di. 15:30 Uhr
24.11.2015
HOLLABRUNN
Hollabrunn
Mütterstudio, Färbergasse 2/5 1. Di. 13:00 Uhr
01.12.2015
KORNEUBURG
LangenzersdorfGemeindeamt
2. Fr. 09:00 Uhr
11.12.2015
KREMS
Lengenfeld
Florianiplatz 1
1. Di. 15:00 Uhr
10.11.2015
MauternGemeindeamt
2. Di. 16:15 Uhr
10.11.2015
Rastenfeld
Kindergarten
2. Do. 14:30 Uhr
12.11.2015
Schönberg am Kamp Badgasse 12
1. Mo. 14:00 Uhr
14.12.2015
LILIENFELD
HohenbergGemeindeamt
1. Mo. 08:30 Uhr
07.12.2015
St. Aegyd/NeuwaldeHauptschule
1. Mo. 10:30 Uhr
07.12.2015
TürnitzGemeindeamt
1. Mo. 13:00 Uhr
07.12.2015
MISTELBACH
StronsdorfGemeindeamt
2. Mi. 14:30 Uhr
09.12.2015
MÖDLING
Gumpoldskirchen
Parkweg 10a
2. Do. 17:00 Uhr
12.11.2015
Hinterbrühl
Parkstraße 39
4. Mi. 14:00 Uhr
25.11.2015
MELK
Artstetten-PöbringGemeindeamt
2. Fr. 09:45 Uhr
11.12.2015
Maria TaferlGemeindeamt
1. Mo. 13:15 Uhr
07.12.2015
Neukirchen
Kindergarten
1. Mo. 11:15 Uhr
07.12.2015
1. Mo. 08:00 Uhr
07.12.2015
RaxendorfGemeindeamt
St. PÖLTEN
FrankenfelsGemeindeamt
1. Do. 09:00 Uhr
03.12.2015
Herzogenburg
Jugendamt
2. Mi. 10:30 Uhr
09.12.2015
Inzersdorf-GetzersdorfGemeindeamt
2. Mi. 08:30 Uhr
09.12.2015
TraismauerGemeindeamt
2. Mi. 13:00 Uhr
09.12.2015
TULLN
GrafenwörthHofgarten 1
2. Di. 08:30 Uhr
10.11.2015
Muckendorf-WipfingGemeindeamt
3. Di. 14:00 Uhr
17.11.2015
WAIDHOFEN/THAYA
Ludweis-AigenLudweis 63
2. Mi. 14:00 Uhr
11.11.2015
WIEN-UMGEBUNG
Himberg
Kindergarten
3. Mi. 08:15 Uhr
16.12.2015
Gablitz
ProMami, Bachgasse 2a
2. Mo. 13:00 Uhr
14.12.2015
4. Do. 13:30 Uhr
26.11.2015
PressbaumGemeindeamt
12
Selbsthilfegruppen
bei Rheuma
n Scheibbs
Kontakt: Dr. Nicu Rodica, Tel.: 07482/9004-1249,
0650/3008798,
[email protected]
Gruppentreffen: im Landesklinikum Scheibbs
(Termine auf Anfrage)
n St. Pölten
Kontakt: Gerda Pieringer, Tel.: 0650/3378531,
[email protected]
Gruppentreffen: jeden 1. Freitag im Monat von
17:00–19:00 Uhr, Universitätsklinikum
St. Pölten, 2. Medizinische Abteilung, Haus M,
Eingang Mühlweg, Propst-Führer-Straße 4
n Mistelbach
Rheuma bei Kindern und Jugendlichen
Kontakt: Helmine Böhm-Lilge und Michelle Böhm,
Tel.: 02245/89735, 0676/4874831, [email protected]
Selbsthilfegruppen
bei bei Restless-legsSyndrom
n Österreich
Dachverband „Die unruhigen Beine“ und Landesstelle
NÖ Mitte + Nord
Kontakt: Waltraud Moldaschl (Präsidentin),
Tel.: 0664/2633100, [email protected],
www.restless-legs.at
n Amstetten
Landesstelle NÖ West
Kontakt: Stefanie Kaltenbrunner, Tel.: 07474/328,
0664/3132135, [email protected]
n Wiener Neudorf
Landestelle NÖ Süd + Bgld.
Kontakt: Waltraud Moldaschl, Tel.: 0664/2633100,
[email protected], www.restless-legs.at
Informationen: Dachverband der NÖ Selbsthilfegruppen, Tel.: 02742/22644, www.selbsthilfenoe.at
FOTO: Fotolia
In vielen Familien ist das abendliche Putzen der Kinderzähne Teil eines täg­
lichen Rituals (waschen, Schlafanzug anziehen, Zähne putzen, Geschichte vor­
lesen) und gehört zum Tagesablauf dazu. Manchmal kann dies für die Eltern zu
einer Geduldprobe werden. Mamas und Papas beginnen dann zu singen,
machen Späße, erzählen lustige Geschichten oder „verwandeln“ Zahnbürsten
in Flugzeuge, die gerne im Kindermund „landen“ möchten. Für die Zahn­
gesundheit der Kleinsten ist es wichtig, dass die Eltern trotzdem konsequent
bleiben und Ausnahmen nicht zur Regel werden. Hilfreich kann es auch sein,
wenn bereits vor dem Durchbruch der ersten Zähnchen der Kieferkamm regel­
mäßig – spielerisch und sanft – mit einer weichen Kinderzahnbürste massiert
wird. So gewöhnt sich Ihr Kind leichter und schneller an die Zahnbürste. Spätes­
tens jedoch mit dem ersten Zahn sollte das tägliche Zähneputzen ganz selbst­
verständlich sein. Denn nur saubere Zähne können gesunde Zähne bleiben.
Informationen: www.apollonia2020.at, www.noetutgut.at
GESUND werden
& bleiben
in Kürze
Umbau eröffnet
Den Umbau feierten (v.l.) DGKS Doris Bredl, Isolierbereich, OA Dr. Michael
Lachmann, Landesrat Karl Wilfing und Dr. Robert Griessner (Medizinischer
Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding)
Im Herbst fixierte das Land NÖ mit der Slowakei eine
Kooperation zur Optimierung der Gesundheitsversorgung.
„Geplant ist eine Patientenversorgung über die Grenze hinweg, wie auch beim Projekt ‚Healthacross in practice‘ des
Klinikums Gmünd mit Tschechien. Ein Rettungsvertrag wird
außerdem grenzüberschreitende Rettungsfahrten ermöglichen“, sagt NÖGUS-Vorsitzender LH-Stv. Mag. Wolfgang
Sobotka. Hierfür wird die Partnerschaft zwischen dem
Landesklinikum Hainburg und der Kinderuniversitätsklinik
Bratislava gestärkt. Denn Notfälle bei Säuglingen werden
derzeit in das 74 km entfernte Landesklinikum MistelbachGänserndorf überstellt, obwohl die Kinderuniversitätsklinik
Bratislava nur 16 km entfernt liegt. Das Projekt startet 2016.
Baufortschritt
Das Universitätsklinikum St. Pölten wächst weiter: Ende
September begannen die ersten Installationsarbeiten
und der Innenausbau von Haus C. Zukünftig findet man
hier die Unfallchirurgie und Notfallversorgung. Bei der
gesamten Planung wurde der Erfahrungsschatz der
Mitarbeiter genutzt. Größtes Augenmerk wurde dabei
auf die Patientenströme und die funktionelle Ausrichtung der interdisziplinären Bettenstationen, Ambulanzen und OP-Bereiche gerichtet. „Rund 205 Millionen
Euro fließen direkt ins Haus C, mehr als 510 Millionen
Euro in den Gesamtausbau des Standortes St. Pölten“,
erklärt Landesrat Mag. Karl Wilfing stolz.
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Kooperation im Gesundheitswesen
ti o
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Länger gesund im
Erwerbsleben
erb
va
Insgesamt 4,9 Millionen Euro wurden in den Umbau des
Landesklinikums Hochegg investiert: Die Isolierstation
der pulmologischen Abteilung ist nun mit zehn Betten für
Patienten mit Tuberkulose (TBC) an die neuesten Anforderungen angepasst und eine Station der Abteilung für
Pulmologie ist um eine Palliativeinheit mit sechs Betten
erweitert. Zudem entstand eine Station mit 26 Betten für
neurologische Frührehabilitation.
l a s e n -I n
no
Alle Jahre wieder ...
... kommt die Grippewelle. Doch wie unterscheidet sich die „echte“
Influenza vom harmlosen grippalen Infekt? Wie können Sie sich
schützen? Und was sollten Sie tun, wenn es Sie doch erwischt hat?
Was tun bei Fieberblasen?
Bei mehr als 80 Prozent aller Menschen schlummern Herpes-simplex-Viren Typ 1
im Körper. Stress, eine Erkältung oder starke UV-Einstrahlung können das Signal
zu Fieberblasen geben – und ist das körperliche Abwehrsystem aus der Balance
geraten, zeigen sich die lästigen Fieberblasen an der Lippe oder an der Nase. Sie
sind mit einer hoch infektiösen Flüssigkeit gefüllt und präsentieren sich als lästige
Bläschen-Ansammlung, die brennt, juckt und spannt. Die lästigen Male heilen zwar
nach etwa fünf Tagen ohne sichtbare Spuren wieder ab, mit virushemmenden
Cremen kann man diesen Prozess aber ein wenig beschleunigen. Auch juckreizhemmendes Puder kann Fieberblasen einen rascheren Garaus machen.
14
nete die Zahl der hiesigen jährlichen Todesfälle
durch Influenza mit rund 1.100 Personen. Experten warnen daher davor, die Sache auf die leichte
Schulter zu nehmen. „Die Grippe ist eine schwere
Infektionskrankheit, die vor allem für ältere und
geschwächte Menschen gefährlich werden
kann“, sagt Allgemeinmedizinerin Dr. Caroline
Fraihs aus Perchtoldsdorf. „Dabei kommt es zu
einer akuten Infektion der Atemwege, die typischerweise mit sehr plötzlich einsetzendem
hohen Fieber, schwerem Krankheitsgefühl und
extremer Schwäche einhergeht.“
Ideale Lebensbedingungen
Tatsächlich sind die Influenza-Viren weltweit
verbreitet und treten in der jeweiligen Winterzeit
auf: Auf der Nordhalbkugel erkranken die Menschen in den Monaten November bis April, auf
foto: istockphoto
Auch wenn Sie es vielleicht nicht mehr hören
wollen: Die „echte“ Grippe, im Fachjargon Influenza, sollte man wirklich ernst nehmen. Denn
sie ist eine schwere Erkrankung, die immer
wieder Todesfälle fordert. Eine wissenschaftliche
Studie aus der jüngsten Vergangenheit berech-
Konzentriertes
Wohlbefinden.
Die „echte“
Grippe, im
Fachjargon
Influenza, sollte
man wirklich
ernst nehmen.
vom Gesicht, insbesondere den Augen immer
fernzuhalten, da das Virus häufig den Übertragungsweg Hände–Augen–Atemwege nimmt.
Grippe oder grippaler Infekt?
Dass man sich mit der „echten“ Grippe angesteckt und nicht etwa einen harmlosen grippalen Infekt eingefangen hat, erkennt man in der
Regel daran, dass man sofort hohes Fieber (über
38 Grad) entwickelt, unter Husten und Halsschmerzen leidet und sich sehr krank fühlt (siehe
Kasten Seite 17). Schüttelfrost, Kopfschmerzen,
extreme Müdigkeit, ein geröteter Rachen, eine
verstopfte Nase, Muskel- und Gliederschmerzen
sowie in seltenen Fällen auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind weitere typische Symptome der Influenza-Erkrankung. Und: Vor allem
bei älteren und chronisch kranken Menschen,
Personen mit geschwächter Immunabwehr
sowie Kleinkindern kann eine Grippe-Erkrankung zu ernsthaften, mitunter lebensbedrohlichen Komplikationen führen, die auch durch
Zweitinfektionen mit Bakterien verursacht werden können. Dazu zählen Bronchitis, Lungenentzündung, Entzündungen der Nebenhöhlen
und des Ohres, des Herzmuskels und des Nervensystems. Diese Erkrankungen können mit
Antibiotika behandelt werden, doch gegen das
Influenza-Virus sind Antibiotika wirkungslos.
Was „Grippemedikamente“ können
der Südhalbkugel von April bis Oktober. Grippeviren lieben trockene Luft; beheizte Räume und
die kalte Außenluft im Winter bieten ihnen ideale Lebensbedingungen. Die Viren zerstören die
Oberflächenzellen des Atmungstraktes, indem
sie sich dort extrem rasch vermehren. Letzteres
tun sie bereits innerhalb von vier bis sechs Stunden nach der Infektion, und sie können sich
dann rasant in die Nachbarzellen ausbreiten.
„Übertragen wird das Virus hauptsächlich
durch Tröpfcheninfektion, also beim Husten,
Niesen oder Sprechen. Aber auch durch Händeschütteln, das Anfassen von Türklinken oder
Geldscheinen können Grippeviren übertragen
werden“, erklärt Fraihs. In diesem Zusammenhang macht sie darauf aufmerksam, wie häufig
man sich im Alltag mehr oder weniger unbewusst ins Gesicht fasst und den Viren dadurch
beste Chancen einräumt, sich dort einzunisten,
wo sie ihr böses Spiel treiben können. „Ganz
wichtig ist deshalb vor allem nach jedem Händekontakt oder nach Fahren in der U-Bahn etc.
sich gründlich und mit Seife die Hände zu
waschen.“ Ein anderer guter Tipp ist, die Hände
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
Andere Medikamente, die gegen das Übel der
echten Grippe entwickelt wurden, sind sogenannte
Neuraminidasehemmer,
die
ein
bestimmtes Enzym des Virus hemmen, wodurch
unter anderem die weitere Vermehrung des Erregers blockiert werden kann. „Für diese Medikamente wurde gezeigt, dass sie bei einer Verabreichung innerhalb der ersten 48 Stunden nach
Krankheitsbeginn die Intensität und Dauer der
Symptome vermindern und die Häufigkeit von
Komplikationen verringern“, sagt Fraihs. Allerdings merkt sie auch an, dass die großen Hoffnungen, die anfangs in diese Medikamentengruppe gesetzt wurden, nicht in dem Ausmaß
erfüllt wurden, wie man zunächst glaubte.
Die erfahrene Allgemeinmedizinerin weiß, dass
man Influenza nicht ursächlich behandeln kann
und rät daher vor allem dazu, dem Körper die
Möglichkeit zu geben, sein eigenes Immunsystem
arbeiten zu lassen. Viel Schlaf ist die oberste Devise,
ausreichend Tee und Wasser trinken, um alles
durchzuspülen, und die Räume in der Wohnung
immer wieder gut lüften. Wie viele andere Ärzte rät
sie vom inflationären Gebrauch von fiebersenkenden und schmerzstillenden Mitteln ab. „Fieber
kann wahrscheinlich Krankheitserreger abtöten
und sollte in den meisten Fällen nicht sofort
Der feine Sirup von Darbo mit
vielen erlesenen schwarzen
Holunderbeeren. Natürlich in
hochkonzentrierter Form.
GESUND WERDEN & BLEIBEN
grippe
wieder gesenkt werden. Ich empfehle, solche
Medikamente nur vor der Nachtruhe einzunehmen, damit man schlafen kann, denn bei zu
hohem Gebrauch bessern diese Präparate zwar
oberflächlich gesehen die Symptome, die Gefahr,
die Krankheit damit zu verlängern, ist aber groß.“
Dr. Caroline Fraihs,
Allgemeinmedizinerin in
Perchtoldsdorf
Impfmüdes Österreich
Sie sehen also: Mit der „echten“ Grippe ist nicht
zu spaßen, denn sie kann einen mitunter für
Wochen außer Gefecht setzen, und die Experten plädieren daher vehement dafür, die einzige
effiziente Vorbeugungsmaßnahme – also die
Grippeimpfung – in Anspruch zu nehmen. Dazu
muss allerdings gesagt werden, dass die Österreicher immer impfmüder werden. Die Influenza-Durchimpfungsrate nimmt hierzulande
seit 2006 kontinuierlich ab und hat laut Statistik auch schon unter sieben Prozent betragen. In
keinem westlichen Industriestaat ist sie ähnlich
niedrig. In Deutschland etwa liegt die Rate über
30, in Holland gar über 40 Prozent.
Dabei schützt nur die Impfung vor Influenza,
und die Treffsicherheit der Impfstoffe ist in den
letzten Jahren sehr hoch gewesen. „Durch die
Grippeimpfung wird das Immunsystem mit dem
Erreger bekannt gemacht, noch bevor es zu einer
Infektion gekommen ist“, erklärt Allgemeinmedizinerin Fraihs. „Der Impfstoff enthält einen soge-
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1
2
16
nannten Totimpfstoff, der eine Immunreaktion
auslöst. Es bilden sich Gedächtniszellen, die bei
Kontakt mit dem echten Grippeerreger sehr
schnell Antikörper bilden und das Virus ausschalten, noch bevor es sich ausbreiten kann.“ Deshalb
ist man mit der so erreichten Immunität vor der
Erkrankung geschützt und kann sie auch nicht
mehr auf andere Personen übertragen. Wichtig
zu wissen ist aber, dass die Grippeimpfung vor
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3
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Grippe oder Erkältung?
Die Grippe (Influenza) wird als eine akute
Infektion der Atemwege definiert, die Erkältung
(grippaler Infekt) als eine Infektion der oberen
Atemwege.
Typischer Beginn: Die Grippe setzt abrupt mit
hohem Fieber, Gelenks-, Glieder- und Halsschmerzen sowie trockenem Husten ein. Die
Erkältung beginnt meist mit einer rinnenden
Nase und/oder Husten beziehungsweise Halsschmerzen sowie erhöhter Temperatur.
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Muskelschmerzen Halsschmerzen
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grippalen Infekten, die nicht von einem Grippevirus hervorgerufen werden, keinen Schutz bietet.
Letztere sind aber meist auch in ein paar Tagen ausgestanden und belasten den Körper nicht in dem
Ausmaß, wie es die echte Grippe tut, gegen die sich
laut Expertenempfehlung vor allem Personen, die
mit vielen Menschen in Kontakt kommen, sowie
Personen mit Vorerkrankungen, für die eine Ansteckung lebensgefährlich sein kann, impfen lassen
sollten. Die besondere Empfehlung des österreichischen Impfausschusses gilt auch für Menschen
über 50 und Kinder. Ärztin Fraihs plädiert für die
Grippeimpfung für alle: „Wenn man so leicht eine
schwere Krankheit und mögliche Komplikationen
verhindern kann, sollte man es tun.“ Tatsächlich
sind viele Experten für die Impfung auch bei Jungen
und Gesunden, denn die Virusausbreitung unter
ihnen ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung
einer Epidemie. Oft stecken Kinder alte Menschen
an, die dann einen schweren Krankheitsverlauf
haben, und deshalb sind im Sinne der Volksgesundheit gerade für diese Personen hohe Durchimpfungsraten anzustreben. Tun Sie also etwas für sich
und für andere und nehmen Sie die Möglichkeit der
Gabriele Vasak n
Grippeimpfung in Anspruch!
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
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Grippeimpfung für alle
Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen
informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.
GESUND WERDEN & BLEIBEN
Movember
Echte Männer sorgen vor
Was für Frauen selbstverständlich ist, ist für viele Männer unvorstellbar:
regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Die Aktion „Movember“ will
Männer verstärkt dazu motivieren.
hin zu überprüfen. Die Vorsorge für Männer ab 45
Jahren sollte über den praktischen Arzt erfolgen,
der den Lebensstil überprüft. Bei ungesundem
Lebensstil sind Männer häufig von Übergewicht,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzinfarkten
betroffen. „In den letzten Jahren achten mehr
Männer auf ihre Ernährung und gehen öfter
laufen, um fit zu bleiben“, meint Urologe Breinl,
„es gibt aber dennoch viel Nachholbedarf.“
Die Prostata
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St. Pölten
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18
Darum müssen Männer auf Vorsorge setzen.
Dabei ist die Vorsorge beim jungen Mann und
beim älteren zu trennen. Hodentumore bei jungen
Männern sind mit einer Häufigkeit von 7:100.000
zwar relativ selten, aber dennoch die am häufigsten vorkommende Form der Organtumore. Da sie
sehr schnell wachsen können, empfiehlt der
Experte, einmal im Monat die Hoden in eingeseiftem Zustand unter der Dusche auf Veränderungen
Die Blase
Diabetes kann Nerven und Organe wie die Blase
schädigen, Diabetiker haben ein viel höheres
Risiko, eine Blasenfunktionsstörung zu erleiden als
ein Mann mit guten Blutzuckerwerten. Breinl:
„Das kann zu Inkontinenz führen, bedeutet aber
meistens, dass die Blase nicht mehr vollständig
entleert werden kann.“ Das ist leider das Schicksal
der meisten Männer: Die Prostata umschließt die
Harnröhre, wird mit dem Alter immer größer und
ist somit ein Hindernis, erklärt Breinl. Auch die
Blase kann von Tumoren befallen werden.
Häufigstes Symptom für einen Blasentumor ist
Blut im Harn – das man mit freiem Auge aber nicht
unbedingt sehen kann.
Nierentumore
Nierentumore lassen sich mit Ultraschall-Untersuchungen gut erkennen „Die Technik wird
immer besser, wir sehen sie heute immer früher“, berichtet Breinl. Dadurch können sie oft
fotos: fotolia, NLK
Männer sind Gesundheitsmuffel. Sie gehen seltener zum Arzt als Frauen, ernähren sich ungesünder und rauchen öfter. Damit setzen sie sich einem
hohen Risiko aus. „Die meisten Männer kommen
zum Urologen, weil sie von ihrer Frau geschickt
werden. Das ist ganz klassisch und liegt wohl an
der Grundeinstellung der Männer, die lautet: ‚Was
soll mir passieren?‘“, meint Prim. Assoc. Prof.
Dr. Eckart Breinl, Leiter der Klinischen Abteilung
Urologie und Andrologie im Universitätsklinikum
St. Pölten. Ein großes Problem sieht er darin, dass
urologische Erkrankungen, die zum Tod führen
können, in einem Stadium, in dem sie noch heilbar
sind, keine Symptome hervorrufen.
„Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor bei
Männern. Glücklicherweise aber nicht der Tumor,
der am häufigsten zum Tode führt“, erklärt Breinl.
Die Sterblichkeitsrate ist in den letzten Jahren
zurückgegangen und die Entdeckungsrate gestiegen. Prostatakrebs kann in Zusammenhang mit
einem gestörten Fettstoffwechsel stehen, hat also
auch etwas mit der Ernährung zu tun. In Japan
kommt der Prostatatumor viel seltener vor als in
Österreich. Männer, die von Japan nach Österreich
ziehen und ihre Ernährungsweise anpassen, haben
laut Studien ein höheres Risiko, an Prostatakrebs zu
erkranken. Auch die Familie spielt eine Rolle: „Wenn
der Vater oder Großvater ein Prostatakarzinom oder
ähnliches hatte, sollte man ab 40 Jahren mit Vorsorgeuntersuchungen beginnen“, rät der Experte.
DA IST
MEHR
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DRIN!
Aus allen urologischen Abteilungen der NÖ Landes- und Universitätskliniken beteiligen
sich Ärzte an der Motivationskampagne: (v.l.) Ass. Dr. Ortwin Heissler (Baden), 1. OA Dr.
Gerhard Donner (St. Pölten), Ass. Dr. Rudolf Hölzl (Korneuburg), LR Mag. Karl Wilfing,
OA Dr. Mirco Holz (Krems), Kabarettist Reinhard Nowak, OA Dr. Bernhard Schmid
(Wiener Neustadt), Dr. Markus Klamminer (stv. Medizinischer Geschäftsführer der
NÖ Landeskliniken-Holding) und 1. OA Dr. Vladimir Kotek (Waidhofen/Thaya).
Movember – Aufruf zur Vorsorge
Auch heuer werben im November Promis für die Männergesundheit: Der Aktionsname „Movember“ ist zusammengesetzt aus Moustache (franz. für Schnurrbart) und November. Männer auf der ganzen Welt lassen sich im November einen
Schnurrbart wachsen, um auf die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen
hinzuweisen. Für Bartträger Landesrat Mag. Karl Wilfing ist es ein Herzens­
anliegen, Männer zu motivieren, zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen: „Ich
kenne im privaten Umfeld einige Männer, bei denen so Krebs rechtzeitig erkannt
werden konnte. Natürlich gehe ich regelmäßig zur Vorsorge.“ Und das heurige
Aktions-Testimonial, Kabarettist und Schauspieler Reinhard Nowak, heuer mit
dem Programm „Das Wunder Mann“ auf Tour, weiß um die zahlreichen Gründe,
nicht zum Urologen zu gehen: „Spaß macht das nicht, aber es gehört dazu wie
Zähneputzen“, meint er.
entfernt werden, bevor sie Metastasen (Tochter­
geschwülste) bilden, und meist kann – im Gegensatz zu
früher – „organerhaltend“ operiert werden.
Potenzstörungen
Die für Männer so wichtige Potenz wird von vielen Faktoren beeinflusst. Stoffwechselstörungen, Bluthochdruck,
Rauchen und Diabetes können sie beeinträchtigen. Medikamente zur Behandlung dieser Erkrankungen können
ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Potenz haben.
Deshalb findet Breinl es wichtig, Männern frühzeitig zu
erklären, dass sie mit Potenzstörungen rechnen müssen,
wenn sie nicht auf ihren Körper achten. „Klassischerweise
kommen Männer zwischen 55 und 65 zu uns, die vorher
selten beim Arzt waren“, schildert der Urologe. „Ich schicke sie dann zum Internisten, der häufig eine Arterienverkalkung diagnostiziert, die die Potenz beeinflusst.“
Individuelle Behandlung
Von der jährlichen Vorsorgeuntersuchung, die den Patienten früher ans Herz gelegt wurde, sind die Mediziner
wieder abgekommen. Wenn die Ergebnisse in Ordnung
sind und der PSA-Wert sehr niedrig ist, genügt es, einmal
im Jahr beim Hausarzt eine Laborkontrolle machen zu
lassen und erst in zwei oder drei Jahren wieder zum Urologen zu gehen. „Es ist viel wichtiger, die Leute individuell zu betreuen, um auch die Disziplin der Männer zu
verbessern, die Vorsorgeuntersuchung durchführen zu
lassen.“ Der PSA-Wert ist zwar umstritten, weil er von
vielen Faktoren abhängt und nicht unbedingt nur erhöht
sein muss, wenn eine Krankheit dahintersteckt, es gebe
in der klinischen Praxis aber keine Alternative dazu,
sagt Breinl: „Er ist der Blutwert, der am häufigsten zur
Markus Feigl n
Prostatakrebsdiagnose führt.“ GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
Prim. Assoc. Prof.
Dr. Eckart Breinl,
Leiter der Klinischen
Abteilung für Urologie und Andrologie
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Prim. Dr. Jutta Falger,
MSc, MBA, Leiterin der
Kinder- und Jugendabteilung im Landesklinikum
Mistelbach-Gänserndorf
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20
Raffael, 12, ist ein besonderes Kind und er hat
einen besonderen Hund: Sammy nennt er seinen
Gefährten, auf den er mächtig stolz ist, den er
heiß liebt und den er braucht, um seine labile
Gesundheit im Lot halten zu können. Raffael leidet unter der unheilbaren Stoffwechselerkrankung Diabetes Typ 1, und Sammy ist darauf
geschult, eine gefährliche Unter- oder Überzuckerung bei seinem kleinen Freund wesentlich
früher wahrzunehmen als Menschen es können.
„Sammy kann auf zwei verschiedene Arten bellen, um mich zu warnen, wenn ich unter- oder
überzuckert bin, und wenn ich manchmal ohnmächtig werde, holt er sofort Mama oder Papa“,
erklärt Raffael ganz fachmännisch, denn er ist –
wie seine Eltern auch – an der Kinder- und
Jugendabteilung im Landesklinikum MistelbachGänserndorf von erfahrenen Diabetesberaterinnen über alles, was seine Erkrankung betrifft,
genauestens informiert worden. Er hat gelernt,
mit seinem Diabetes umzugehen.
„Diabetes Typ 1 ist die häufigste Form der
Autoimmunerkrankung Diabetes bei Kindern“,
erklärt die Leiterin der Kinder- und Jugendabteilung im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf, Prim. Dr. Jutta Falger; MSc, MBA: „Zugrunde
liegt ein Mangel an Insulin. Aus bisher ungeklärten Gründen bilden sich bei den Betroffenen
sogenannte Autoantikörper, die sich gegen die
insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse richten und diese zerstören. Daraus resultiert ein zu hoher Blutzuckerspiegel, der
wiederum die typischen Symptome verursacht.“
Symptome, die vor Beginn der Therapie auch
bei Raffael auftraten: Er litt unter häufigem, starkem Harndrang, großem Durst, Müdigkeit,
Gereiztheit, Gewichtsverlust trotz Heißhunger,
und seine Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nahm deutlich ab. „In manchen Fällen
kommt es auch zu depressiven oder aggressiven
Stimmungen und Verhaltensweisen, sodass die
Eltern betroffener Kinder psychische Krankheiten
hinter den Symptomen vermuten“, berichtet die
Raffael betreuende Oberärztin Dr. Eva Beran.
„Doch letztlich kann man einen Diabetes Typ 1
nicht übersehen, denn viele Patienten kommen
fotos: Nadja Meister
Diabetes Typ 1 ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die besonders
Kinder betrifft. Kompetent aufgefangen und behandelt können die
Kleinen aber schnell lernen, damit umzugehen.
GESUND WERDEN & BLEIBEN
Blau, grün, rot.
Es ist wirklich so einfach!
diabetes
!
Neu
in die diabetische Ketoazetose, eine Übersäuerung, die
auf stark erhöhten Blutzucker zurückzuführen ist. Dann
wird den Kindern übel, und darüber hinaus können Symptome wie Erbrechen und schnelles Atmen auftreten.
Patienten mit einer diabetischen Ketoazetose müssen
umgehend behandelt werden. Sie erhalten dann unter
anderem Insulin, Flüssigkeit und Salze.“
Auch das musste der kleine Raffael erleben, und seine
Mutter Martina Baier erinnert sich heute noch mit Schrecken an den Tag vor drei Jahren: „Nichts wie ins Krankenhaus hieß es damals für uns, und zum Glück wurden wir
sehr warm und kompetent aufgefangen. Es war auch
selbstverständlich, dass ich die zehn Tage, da Raffael
stationär aufgenommen wurde, bei ihm bleiben konnte.“
Diabetes-Schulungen
Von Beginn an gab es professionelle Diabetes-Schulungen für Mutter und Kind: „Jeden Tag lernten wir von
erfahrenen Diabetesberaterinnen alles, was Betroffener
und Angehöriger über die Zuckerkrankheit wissen müssen und wie man am besten damit umgeht. Am Anfang
war das schon sehr viel an Information, aber die Beraterinnen waren sehr nett und einfühlsam. Sie bereiteten
das Wissen für Raffael kindgerecht auf und verstanden es
auch, mich in meiner anfänglichen Verzweiflung immer
wieder aufzufangen“, erzählt Martina Baier.
Eine, die sich besonders um den kleinen Raffael kümmerte, ist Diabetesberaterin DGKS Anneliese Arthold, die
über zwanzig Jahre Erfahrung in diesem Bereich hat. Sie
weiß, dass es wirklich viel ist, was da anfangs auf Kinder
und Eltern zukommt: Informationen über Unter- und
Überzuckerung, Insulin und Blutzuckermessen, über
Bewegung und Sport und deren Auswirkungen auf den
Blutzucker, über die richtige Ernährung, die Berechnung
von Broteinheiten, über Maßnahmen, die man auf
Reisen oder im Urlaub treffen muss und Tipps zur Umsetzung ihres neuen Wissens. „Auch wenn Eltern oder Großeltern mitmachen, so ist das Kind immer unsere Hauptbezugsperson, denn es muss lernen, mit seinem Diabetes umzugehen. Und es liegt an uns, dass wir all das so
vermitteln, dass es für das Kind verständlich ist“, sagt
Diabetesberaterin Arthold. Sie versucht den Kleinen
auch immer zu sagen, dass sie nicht krank sind, sondern
dass ihnen bloß Insulin fehlt.
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Apropos Insulingabe: Hier gibt es heute für alle Alters­
stufen passende Möglichkeiten. „Wir verfügen über Pens,
die wie ein Kugelschreiber aussehen und mit Insulin
gefüllt sind, das dann von den Eltern oder häufig auch
vom Kind selbst unter die Haut gespritzt wird“, erklärt
Oberärztin Beran. „Zudem gibt es Insulinpumpen, die
wie die Bauchspeicheldrüse rund um die Uhr kleine
Mengen Insulin abgeben, um den Grundbedarf des Körpers zu decken. Das zu den Mahlzeiten zusätzlich benötigte Insulin ruft der Pumpenträger per Knopfdruck ab.
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GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
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LifeScan, Johnson & Johnson Medical Products GmbH,
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FN 185815h (Handelsgericht Wien); DVR: 3003947
21
Interessante Entwicklungen
in den Körper.“ Eine solche Insulinpumpe kann
zu wesentlich mehr Lebensqualität und Freiheit
im Alltag beitragen, denn das Insulinspritzen mit
dem Pen entfällt, stattdessen geben die Patienten
den Insulinbedarf zu den Mahlzeiten per Knopfdruck ab. Auch spontan Sport treiben oder Mahlzeiten einnehmen ist möglich. Außerdem lässt
sich die Insulinmenge mit der Pumpe ziemlich
genau dosieren, sodass die Werte in der Regel
weniger stark schwanken.
Die Experten unterscheiden übrigens die konventionelle, die intensivierte und die funktionelle
Insulintherapie. Erstere wird oft bei kleinen Kindern mit ohnehin geregeltem Tagesablauf eingesetzt: Das Ziel ist, dass sie nur morgens und
abends Insulin spritzen müssen und die Mahlzeiten tagsüber strikt einhalten. So bleibt der Zuckerspiegel in einem guten Bereich. Bei der intensivierten Therapie muss mittags oft Insulin dazugespritzt werden, und bei der funktionellen Insulintherapie, die viele Jugendliche erhalten, müssen
die Betroffenen ein Basisinsulin spritzen, das den
ganzen Tag wirkt, und nur dazuspritzen, wenn sie
Broteinheiten essen.
Diabetes: medizinische Fakten
Diabetes ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen in den westlichindustrialisierten Ländern.
Ursache für die Krankheit ist ein Mangel bis hin zum vollständigen Fehlen von Insulin, einem Hormon, das spezielle Zellen (Betazellen) in der Bauchspeicheldrüse
produziert. Insulin ist für den Körper unerlässlich, damit Zucker aus dem Blut in
die Zellen aufgenommen werden kann.
Man unterscheidet Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Beim Typ 2, der weitaus
häufigeren Form der Stoffwechselerkrankung, ist die Insulinproduktion gestört,
aber nicht vollständig zerstört, weshalb der Typ-2-Diabetiker oft nur mit Diät
oder Tabletten behandelt werden kann. Auch ausreichend Bewegung ist wichtig.
Beim Typ 1, an dem vor allem Kinder erkranken, muss mit dem lebenswichtigen
Hormon Insulin behandelt werden.
Die Symptome entwickeln sich im Laufe von einigen Tagen bis Wochen. Zu den
ersten Anzeichen gehört häufiger Harndrang, wobei große Mengen an Urin
ausgeschieden werden. Es kommt zu Müdigkeit und Gereiztheit, großem Durst,
Gewichtsverlust trotz Heißhunger, Nachlassen der körperlichen Leistungskraft
und der Konzentrationsfähigkeit. Später können auch Bauchschmerzen und
Azetongeruch auftreten.
Falls Sie einige dieser Symptome bei Ihrem Kind bemerken, sollten Sie rasch
einen Arzt aufsuchen.
22
Multiprofessionelles Team
Die Profis vom Landesklinikum MistelbachGänserndorf sehen das ebenfalls sehr positiv,
denn viele Mittel sind recht, um den Kleinen das
Leben mit Diabetes zu erleichtern. Apropos viele:
An der Kinder- und Jugendabteilung kümmert
sich ein großes Team mit zahlreichen Expertinnen und Experten um die kleinen Diabetes-Patienten. Ärzte, Physiotherapeuten, Diabetesberaterinnen, Diätologinnen, Kinderkrankenpflege­
personal und Psychologinnen beschäftigen sich
mit Kindern und Eltern, denen die Türen des Landesklinikums Tag und Nacht offen stehen und wo
besorgte oder überfragte Eltern jederzeit anrufen
können, freut sich Kinderärztin Falger: „Wir können die Kompetenz vieler Fachberufe anbieten
und die Diabetestherapie damit auf eine breite
Basis stellen. Aber auch außerhalb des Krankenhauses funktioniert die Betreuung von kleinen
Diabetes-Patienten bei niedergelassenen Kinderärzten in Niederösterreich sehr gut. Das ist wichtig, denn Diabetes kann immer wieder zur Herausforderung für die ganze Familie werden.“ Der
zwölfjährige Raffael hat sich bereits eine ganz spezielle Kompetenz für sein eigenes Leben mit Diabetes entwickelt. Er weiß ganz genau, was er wann tun
muss, und er hat auch einen Rat für Betroffene:
„Kinder, die Diabetes haben, sollten vor allem
nichts heimlich essen, denn wenn dann der Blutzucker steigt, schaden sie sich nur selbst.“ Eine einsichtsvolle Haltung, an der manch Erwachsener
sich ein Beispiel nehmen könnte. Gabriele Vasak n
fotos: Nadja Meister
An der Kinder- und
Jugendabteilung kümmert
sich ein großes Team um
die kleinen DiabetesPatienten: (v.l.) Stationsleitung DKKS Jutta Bacher
(Kinder- und Jugendabteilung und NIMCU), Diätologin Christina Wimmer,
BSc, Ambulanzschwester
DKKS Iris Veigl, Diabetesberaterin DGKS Anneliese
Arthold, Prim. Dr. Jutta
Falger, MSc, MBA (Kinderund Jugendabteilung und
NIMCU), Oberärztin
Dr. Eva Beran,
Diabetesberaterin
DGKS Martina Köchl.
Neu sind auch sogenannte Patch-Pumpen, die auf
die Haut geklebt und per Fernbedienung gesteuert
werden. Und auch das „blutige“ Zuckermessen, bei
dem die Kinder sich selbst in den Finger stechen
müssen, ist nicht mehr immer notwendig, denn es
gibt bereits unblutige Zuckermessungen, die wie
ein selbsterhaltendes System funktionieren. „Nicht
alles ist für jeden geeignet, und wir achten genau
darauf, dass jedes Kind seine individuell passende
Therapie erhält. Auch die Forschung steht nicht still.
Vieles ist im Fluss, und es gibt zahlreiche Neuentwicklungen auf diesem Sektor“, berichtet Ärztin
Beran. Relativ neu sind Diabetes-Therapiehunde,
wie Raffael einen besitzt. Diese speziell geschulten
Tiere „erschnüffeln“ die fallenden (oder steigenden)
Blutzuckerwerte und schlagen rasch Alarm. Damit
haben sie oft lebensrettende Funktion, denn vor
allem eine Unterzuckerung ist ein Notfall, der letztlich auch zu Koma und Tod führen kann. Davon
abgesehen erfüllen die Tiere oft auch die Rolle eines
einfühlsamen Lebensbegleiters. Raffael jedenfalls
macht sein Hund Sammy die allergrößte Freude,
und er ist stolz darauf, dass er ihm sogar sein Spritzbesteck apportieren kann.
In einem Leserbrief ruft ein Vater eines Kindes
mit Diabetes Typ 1 auf, erkrankte Kinder im
Alltag bestmöglich zu unterstützen.
Kinder mit Diabetes Typ 1 haben im Alltag mit Vorurteilen zu kämpfen, berichtet
ein Leser von GESUND&LEBEN in einem
(gekürzten) Brief an die Redaktion:
„Als Vater eines vor rund einem Jahr an
Diabetes Typ 1 erkrankten Sohnes ist es
für uns immer sehr schwer, vor allem in
der Schule, gegen Vorurteile anzukämpfen: Oft wird gerade in Schulen Jugenddiabetes mit Naschen, falscher Ernährung und Übergewicht in Verbindung
gebracht – und auch entsprechend darauf reagiert, etwa durch striktes Essverbot zwischendurch und intensive Sporteinheiten mit Teilnahmepflicht ohne
Rücksicht auf die Gesundheit des Kindes. Dabei kommt Übergewicht und ein
ungesunder Lebensstil mit Naschen zwischendurch für Kinder mit Diabetes Typ
1 gar nicht in Frage, weil sie sehr streng
auf eine gesunde Ernährung achten
müssen.
Unser Kind muss auch zwischendurch die Blutzuckerwerte messen und
bei Bedarf eine Kleinigkeit essen. Doch
das im Schulalltag durchzusetzen ist oft
nicht möglich. Rechtlich sind Diabetikerkinder als Behinderte über 50 Prozent
eingestuft. Wachstumsschübe und leichte
Erkrankungen, aber auch die Betreuung
bei mehrtägigen Schulausflügen, Skikursen usw. bereiten betroffenen Kindern
und Eltern Probleme, für die es oft wenig
Verständnis gibt – was uns Eltern zwingt,
unsere Kinder an solchen Tagen aus der
Schule zu nehmen. Ich wünsche mir
mehr Verständnis und Unterstützung für
mein Kind.“
Dieser Brief (Name der Redaktion bekannt) zeigt, wie schwer es Kinder – und Eltern – mit Diabetes Typ
1 im Alltag haben. Im Gespräch mit
GESUND&LEBEN berichtete der Vater
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
auch davon, dass sein Sohn zu Ausdauersport gezwungen wurde – mit dem Unterton, das Kind solle nicht so faul sein und
sich mehr bewegen. Er habe das Gefühl,
sein Sohn und weitere von Diabetes Typ
1 betroffene Kinder in dieser Schule würden von Lehrkräften geradezu gemobbt.
Prim. Dr. Jutta Falger kennt diese Probleme in Schulen und weiß, dass oft
mangelndes Wissen zu solchen zwar
gut gemeinten, aber absolut schädlichen Handlungsweisen führe: „Mit Diabetes verbinden die meisten Menschen
den Diabetes des Erwachsenen, den Typ2-Diabetes. Dieser ist tatsächlich in vielen Fällen durch einen über Jahrzehnte
falschen Lebensstil begünstigt, wie zum
Beispiel durch einseitige Ernährung,
Übergewicht und zu wenig Bewegung.
Diabetes Typ 1 hat aber mit dieser Form
der Zuckerkrankheit gar nichts zu tun,
er ist eine Autoimmunerkrankung. Man
erkrankt daran wie zum Beispiel an einer
Allergie oder Rheuma, ohne dass irgendjemand etwas falsch gemacht hat. Umso
wichtiger ist es, dass das betroffene Kind
die überlebensnotwendige Behandlung
mit dem Insulin jederzeit und ohne Verzögerung durchführen kann.“
Falger verweist auf die Notwendigkeiten im Alltag, die Menschen mit Diabetes
Typ 1 erfüllen müssen (siehe Seite 20–22)
und warnt entschieden davor, Kinder am
Blutzuckermessen oder Essen zwischendurch zu hindern.
Und sie ruft alle Menschen im Umfeld
auf, Kinder mit Diabetes Typ 1 bestmöglich zu unterstützen: „Diese Kinder sind
plötzlich gezwungen, ständig und eigenständig ein strikt kontrolliertes Leben
zu führen und genau vorauszuplanen –
das ist eine herausragende Leistung, die
selbst vielen Erwachsenen schwerfallen
würde.“
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GESUND WERDEN & BLEIBEN
DEMENZ
Herausforderung Demenz
Was brauchen Menschen mit Demenz? Und was brauchen ihre
Angehörigen? Derzeit entsteht eine Strategie für die Versorgung in
Niederösterreich. Bewusstseinsbildung ist wichtig – und Wissen,
denn jede und jeder Einzelne kann vorbeugen.
der trotz aller Zugeständnisse an das Unterhaltungsmedium Film eindrücklich darüber informiert, was Demenz im familiären Alltag bedeutet.
Wissen bündeln
In Niederösterreich leiden heute rund 22.000 Menschen an einer demenziellen Erkrankung, im Jahr
2050 werden es mit rund 44.000 doppelt so viele
sein. Hinter diesen Zahlen verbergen sich berührende Schicksale: Alt gewordene Eltern, die Betreuung und Zuwendung brauchen wie ein Kleinkind.
Und ihre Kinder, die Beruf und Familienleben unter
einen Hut bringen müssen und ihre Eltern entsprechend betreuen.
Das Thema Demenz beschäftigt unsere Gesellschaft, das zeigen nicht zuletzt zahlreiche Publikationen und Filme, wie etwa das Buch des Schriftstellers Arno Geiger „Der alte König in seinem Exil“
oder der Film „Still Alice – mein Leben ohne
Gestern“. Im Dezember 2014 kam der Film „Honig
im Kopf“ von und mit Til Schweiger in die Kinos,
Demenz und Pflegeheime
Demenz – die Krankheit
In den NÖ Landespflegeheimen begegnet man dieser Entwicklung mit eigens
entwickelten (Wohn-)Konzepten und besonderen Initiativen. Sowohl in baulicher,
räumlicher als auch pflegerischer Sicht geht man gezielt auf die Bedürfnisse
demenzkranker Menschen ein. Denn bereits die Hälfte der Bewohner ist leicht
bis schwer an Demenz erkrankt. So sind beispielsweise die Betreuung in eigenen
Demenzgruppen, kleinere gemütliche Wohnbereiche, Erinnerungsräume,
spezielle Farbkonzepte sowie eigens gestaltete Demenzgärten bereits „state of
the art“ in den 48 Pflegeheimen des Landes Niederösterreich und haben
österreichweit Modellcharakter. Das Personal wird entsprechend ausgebildet
(Validation), mehr als die Hälfte der Häuser hat eigene Demenzkonzepte oder
spezielle Pflegeangebote.
Erste Symptome treten meist lange vor der
Diagnose auf, weiß der Neurologe und Psychiater
Prim. Univ.-Doz. Dr. Christian Bancher, Leiter der
Neurologie am Landesklinikum Horn: „Der
Abbauprozess im Gehirn läuft oft schon Jahre und
Jahrzehnte, bevor eine demenzielle Erkrankung
diagnostiziert wird.“ Die Diagnostik werde immer
besser, aber in der Therapie gibt es kaum Fortschritte, sagt der Facharzt. Medikamente können
das Fortschreiten der Krankheit verzögern – wenn
man sie konsequent einnimmt. „Damit schafft
24
foto: nlk filzwieser, Felicitas matern
Das Demenz-Symposium im
Juni war der Startschuss für
die Entwicklung einer
Demenz-Strategie für
Niederösterreich, in der alle
Angebote, Hilfsmöglichkeiten und alles Expertenwissen
gebündelt werden sollen:
(v.l.) Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr.
Franz Kolland, Univ.-Prof. Dr.
Stefanie Auer, Landesrat
Mag. Karl Wilfing, Landes­
rätin Mag. Barbara Schwarz,
LandeshauptmannStellvertreter Mag. Wolfgang
Sobotka, Dr.iur. Christian
Bürger, MSc, Leiter des NÖ
Landesvereins für Sachwalterschaft, Prim. Univ.-Prof.
Dr. Josef Marksteiner
Was ist nötig, damit unsere Gesellschaft der Herausforderung gewachsen ist, Menschen mit
Demenz entsprechend ihrer Bedürfnisse zu
betreuen und zu pflegen? Die mobilen Dienste wie
Caritas, NÖ Hilfswerk und Volkshilfe haben bereits
mit Spezialausbildungen und Demenz-Beauftragten reagiert. In den NÖ Landes- und Universitätskliniken rüsten sich die Mitarbeitenden für die
zunehmende Zahl an Demenzbetroffenen. In den
NÖ Pflegeheimen sind bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt (siehe Kasten links unten). Trotzdem fehlt noch viel, vor allem Information – das
zeigte das Demenz-Symposium des Landes NÖ an
der IMC-Fachhochschule in Krems im Juni, zu dem
200 Expertinnen und Experten verschiedener
Berufsgruppen, Politik und Wissenschaft diskutierten und sich austauschten. Eines der Ergebnisse:
Der NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS)
erarbeitet eine umfassende Demenz-Strategie für
Niederösterreich, um Angebote und Experten­
wissen zu bündeln und daraus zu entwickeln, was
noch nötig ist. Eine Kernaufgabe: Eine Informations-Drehscheibe zu schaffen, damit Privatpersonen und professionelle Helfende eine qualitäts­
gesicherte Anlaufstelle zum Informieren haben.
GESUND&LEBEN lud drei Monate nach dem
Symposium zu einem Round Table, um mehr zu
erfahren.
buchtipp
Round Table zum Thema Demenz mit (v.l.) Prim. Univ.-Doz.
Dr. Christian Bancher, Neurologe im Landesklinikum Horn,
DGKS Lea Hofer-Wecer, „Pflege daheim“ und DemenzExpertin der Caritas St. Pölten, Dr. Andreas Schneider, im
NÖ Gesundheits- und Sozialfonds zuständig für die DemenzStrategie, Mag. Petra Braun, Leiterin der Initiative »Tut gut!«,
Univ.-Prof. Stefanie Auer, PhD, Universitätsprofessorin für
Demenzforschung am Department für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin der Donau-Universität
Krems, Mag. Riki Ritter-Börner, Chefredakteurin von
GESUND&LEBEN.
Was brauchen Angehörige?
Wissen fehle aber auch nach der Diagnose. Denn für
Betroffene und Angehörige sei es enorm wichtig zu
wissen, was auf sie zukomme und was die nächsten
Schritte sind. Auer betont, dass Angehörige von
Demenzkranken unterstützt werden müssen: „Sie
brauchen von Anfang an Hilfe, sonst sind sie irgendwann überfordert und werden selbst zu Patienten!“
s
man eine Verzögerung von im Durchschnitt
einem bis eineinhalb Jahren, und das kann ein
großer Gewinn an Lebensqualität sein.“ Bancher
sieht noch großen Bedarf an Aufklärung und
Information. Am Land, berichtet er, seien Betroffene oft so gut in den Familien eingebunden, dass
sich die Demenz oft erst sehr spät störend
bemerkbar mache.
chend ausgebildet, und auf einen Facharzt-Termin
warte man mindestens zwei Monate, weiß die
Forscherin.
Verwehte
Erinnerung.
DemenzPatienten
verstehen
und begleiten.
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GESUND&LEBEN-Autorin
Mag. Gabriele Vasak
beschreibt in diesem Buch
gemeinsam mit der Psychiaterin, Neurologin und Psychotherapeutin Dr. Hemma
Unterlugauer, wie Menschen
Demenz erleben, was sie denken und fühlen, wie sich die
Krankheit entwickelt und was
Angehörige tun können.
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Die Diagnose
Woran merkt man, dass man betroffen sein
könnte? „Wenn man Störungen im KurzzeitGedächtnis hat, die im Alltag eine Rolle spielen.
Wenn man zum Beispiel Gegenstände verlegt und
nicht mehr findet oder wenn man Inhalte von
Gesprächen komplett vergisst, obwohl sie einem
wichtig waren. Oder wenn man sein Auto nicht
mehr findet. Wenn derartige Dinge zum Problem
werden, ist das ein Alarmzeichen“, sagt Neurologe Bancher.
Univ.-Prof. Stefanie Auer, PhD, beschäftigt sich
seit vielen Jahren mit dem Thema Demenz und ist
nach Forschungsaufenthalten in Deutschland und
den USA nun an der Donau-Universität in Krems
tätig. Sie sagt, nur etwa 30 Prozent der Betroffenen
würden auch diagnostiziert – und vielfach werde
fälschlicherweise Alter mit Demenz gleichgesetzt.
Besonders das Thema Früherkennung liegt Auer
am Herzen. Sie hat bereits für Oberösterreich ein
System dafür entwickelt und etabliert, in dem Psychologen, Sozialarbeiter und Ärzte eng zusammenarbeiten. Auer betont: „Wer sich Sorgen macht, an
Demenz zu erkranken, trägt auch ein Risiko, das hat
sich immer wieder bestätigt. Wichtig ist, dass diese
Menschen wissen: Es gibt etwas, man kann etwas
tun.“ Oft würden besorgte Menschen nicht ernst
genommen, viele Hausärzte seien nicht entspreGESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
Leben
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Demenz
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Bereits heute wird in sechs
Landes- und Universitätskliniken und 18 Ambulanzen
eine Schwerpunkt-Betreuung
und -Versorgung angeboten.
Zusätzlich beschäftigen sich
Teams in den Kliniken mit
dem Thema Versorgung von
Menschen mit Demenz. Ein
Beispiel dafür ist die multiprofessionelle Demenzgruppe im Uniklinikum
Krems, die Unterlagen für
den Umgang mit dementen
Menschen im Klinik-Alltag
erarbeitet hat und alle Mitarbeitenden in Medizin, Therapie und Pflege damit versorgt. Ein Teil der Fachgruppe Demenz: (v.l.) Pflegehelferin Margit Gattinger,
Pflegehelferin Eva Leberzipf,
Stationsleiterin DGKS Charlotte Maier, FachgruppenLeiterin Stationsleiterin
DGKS Brigitte Bohmann,
Neurologe OA Dr. Armin
Böhmer, Stationsleiterin
DGKS Helga Marchsteiner
DEMenz
Das kann die diplomierte Gesundheits- und
Krankenpflegerin Lea Hofer-Wecer nur bestätigen.
Hofer-Wecer ist Demenz-Expertin der Caritas
St. Pölten und arbeitet bei „Pflege daheim“: „Oft
betonen die Betroffenen, dass es ihnen sehr gut
geht – aber die Angehörigen sind fix und fertig, weil
die Betroffenen ständig weglaufen, nichts essen
und nicht zur Körperpflege zu bewegen sind. Wenn
die Demenz fortschreitet, wird es für die Angehörigen aber leichter.“ Hofer-Wecer ist es ein großes
Anliegen, dass sowohl Betroffene als auch Angehörige gut und gründlich über Demenz aufgeklärt
werden. „Man muss ihre Sorgen und Bedenken
ernst nehmen – auch bei Hausärzten gibt es Nachholbedarf.“ Und sie betont, wie wichtig die Betreuung der Familien vor Ort ist: „Sie brauchen realistische Entlastungsangebote – auch das gehört in eine
Strategie. Denn uns fehlen noch Angebote für die
Tages­betreuung.“
Wie kann man vorbeugen?
Wenig verbreitet ist das Wissen, dass man vorbeugen kann. Neurologe Bancher erklärt, dass das
Gehirn wie ein Muskel arbeitet: Wird es gefordert,
wird es stärker. „Anhaltende geistige Aktivitäten wie
Demenz – Hilfe in der Apotheke
„Cogito ergo sum.“ - „Ich denke, also bin ich.“ Diesen Grundsatz des
Philosophen René Descartes nehmen sich die österreichischen Apotheken im
November besonders zu Herzen, denn dann dreht sich bei ihnen alles um die
geistige Fitness. Da in Österreich derzeit 130.000 Menschen an Demenz
leiden und die Zahl ständig zunimmt, legen die Apotheken ihren Beratungsschwerpunkt in diesem Monat auf Denk- und Konzentrationshilfen. Vorbeugung und Behandlung von Demenzerkrankungen sowie die Teilnahme an
Selbsthilfegruppen werden thematisiert. Und natürlich werden Präparate zur
Stärkung der Konzentration in Form von Arzneipflanzen, Arzneimitteln und
Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Ein weiteres Projekt ist die
„Demenzfreundliche Apotheke“ in jeweils neun Apotheken in Niederösterreich und Wien.
Informationen: www.apodirekt.at
26
Literatur oder Zeitung lesen und starke Sozialkontakte sind gut, tanzen (siehe Seite 44), Klavier spielen, eine Fremdsprache lernen – all das stärkt die
kognitiven Reserven“, ermuntert Bancher zu geistiger Regsamkeit. Als Prävention sei jede geistige
Tätigkeit gut. In der Therapie müsse sie aber sehr
vorsichtig eingesetzt werden. „Denn wenn der
Betroffene seine Defizite spürt, kann ihn das in eine
Depression hineintreiben.“
Wichtig ist ein gesunder Lebensstil, berichtet
Demenzforscherin Auer: „Den Blutdruck und das
Gewicht stabil halten, sich bewegen, sich gesund
ernähren – das sind ganz wesentliche Faktoren zur
Prävention.“ Mag. Petra Braun, Leiterin der Initiative »Tut gut!«, sieht die Prävention als wichtige
Aufgabe: „In den Programmen haben wir viele Bausteine, die helfen, den Lebensstil zu modifizieren.
So sind bereits über 7.000 Menschen durch das Programm VorsorgeAktiv gegangen, das nachweislich
hilft, die Risikofaktoren zu reduzieren.“ Auch Projekte wie eine gesunde Gemeinschaftsverpflegung
werden immer wichtiger; dazu zählt auch die Vitalküche in den NÖ Kliniken. Und Programme wie
»Gesunder Kindergarten« und »Gesunde Schule«
setzen schon bei den Jüngsten an.
Was die »Gesunden Gemeinden« ganz konkret
zur Prävention und Unterstützung bieten können,
sind etwa Stammtische für pflegende Angehörige
und verschiedene Informationsveranstaltungen,
um das Wissen zu den Menschen zu bringen. Über
diese Schiene wurden in den letzten Jahren tausende Menschen in den »Gesunden Gemeinden«
erreicht (Informationen über die verschiedenen
Angebote auf www.noetutgut.at).
Die Strategie
Dr. Andreas Schneider ist im NÖ Gesundheits- und
Sozialfonds (NÖGUS) zuständig für die DemenzStrategie für NÖ. Er betont, wie wichtig die Prävention ist – und damit die Leistungen der »Gesunden
Gemeinden« für die Strategie und Sensibilisierung
der Bevölkerung. Schneider ist selbst Arzt und
weiß, wie schwierig es ist, dass alle Demenzkranken auch umfassend medizinisch versorgt werden.
In der Projektgruppe werde massiv an diesem
Thema gearbeitet. „Wir müssen auch Hausärzte
und Jungärzte sensibilisieren. Hausärzte sind Vertrauenspersonen, und das sollen sie auch bleiben.
Sie müssen auf die Sorgen und Ängste der Betroffenen und Angehörigen eingehen können.“ In der
Strategie gehe es darum, ein tragfähiges Netzwerk
zu knüpfen, in dem auch auf lange Sicht für alle
Betroffenen und ihre Angehörigen das Richtige zur
Verfügung gestellt werde: „Wir brauchen eine gute
Mischung aus Laienhelfern und Professionisten.
Und alle müssen wissen, was für die Betroffenen
zum jeweiligen Zeitpunkt wichtig ist, wann man
was tun kann und wie man es richtig tut.“ Eines der
Ziele: Eine „Servicestelle Demenz“, bei der man
sich jederzeit informieren kann. Riki Ritter-Börner n
foto: nadja meister
GESUND WERDEN & BLEIBEN
Danke sagen
GESUND&LEBEN veröffentlicht in jeder
Ausgabe, was zufriedene Patienten und
Angehörige nach einem Aufenthalt in einem
NÖ Klinikum gerne öffentlich sagen möchten.
Meine
Schwester,
deren
Sachwalterin
ich bin, wurde
nach längerem
Leidensweg im
LandeskliniDie Abteilungsleiter der Abteilungen, in denen die
kum
Melk an
Patientin betreut wurde: Prim. Doz. Dr. Harald
Galle und
Stingl, Innere Medizin, Prim. Dr. Walter Fuchs,
Darm operiert.
Intensivstation und Prim. Dr. Heinz Werner,
Chirurgieambulanz
Sie lag auf der
Anästhesiologie und Intensivmedizin, der Chirurgieambulanz und der
Abteilung Innere Medizin. Die Operation barg ein hohes Risiko,
doch wegen der guten Zusammenarbeit der einzelnen
Abteilungen war sie ein voller Erfolg. Nicht nur meine Schwester wurde liebevoll betreut, sondern auch um mich kümmerten
sich die Ärzte und Schwestern, indem sie mich seelisch
betreuten. Dafür möchte ich ihnen meinen innigsten Dank
aussprechen. I. R.
Ein herzliches Danke
für die hervorragende menschliche un
d medizinische
Betreuung während me
ines Aufenthalts
im Landesklinikum Wi
ener Neustadt an
die Mitarbeiter der Au
fnahme, der 1.
Internen Abteilung, Sta
tion 3 und der
Chirurgie. Außerdem
gebührt mein
OÄ Dr. Ljiljana
Dank dem Team der Mu
Durovic und ihre
sik-, Physioun
d Psychotherapie sow
Kollegen vom
ie dem Team
Palliativteam in
um Prim. Dr. Schuh in
Ba
d Erlach. Die
Wiener Neustadt
Hilfsbereitschaft und
die freundliche,
freuten sich über
mitfühlende und fürsor
das Lob.
gliche Pflege
haben mir die Wochen
im
Landesklinikum Wiener Neustadt
so erträglich wie mögli
ch
gemacht. Besonders OÄ
Dr. Ljiljana Durovic un
d ihr
Team haben mich un
d meine Familie aufm
erksam,
herzlich und geduldig
betreut! Bei ihnen allen
war ich
in besten Händen. Da
nke!
V. H.
Wenn auch Sie sich bedanken möchten:
E-Mail: [email protected], Fax: 01/9611000-66,
Postanschrift: GESUND&LEBEN, Währinger Straße 65, 1090 Wien,
Stichwort: Danke-Briefe. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu
kürzen und bringt die Namen nur als Anfangsbuchstaben, falls
Sie es nicht ausdrücklich anders wünschen.
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
Das Team der Neurolo
gischen Rehabilitation
im Landesklinikum
Allentsteig half der Pat
ientin durch diese sch
wierige Zeit.
Ich habe das letzte Jah
r im Landesklinikum All
entsteig verbracht, denn mit 39 Jah
ren erlitt ich einen Sch
laganfall und
wurde plötzlich aus dem
Leben gerissen: Mein
rechtes Bein
und mein rechter Arm
schmerzten. Was war
passiert? Ich war
gefangen in meinem eig
enen Körper. Aber das
Schlimmste:
Ich konnte nicht mehr
reden, schreiben, lesen
oder rechnen.
Es war ein Albtraum, aus
dem ich schnell wieder
aufwachen
wollte. Jetzt, nach ein
em Jahr, kann ich es wie
der. Zwar nicht
perfekt und es wird noc
h ein wenig dauern, abe
r ich bin auf
dem besten Weg. Vielen
Dank dafür an das gan
ze Krankenhausteam! C. N.
Meine Schwester ist vor drei Monaten
in der Abteilung Anästhesiologie und
Intensivmedizin im LK Korneuburg
gestorben. Erst jetzt kann ich diesen
Brief schreiben, da der Kummer zuvor
zu groß war. Ich möchte mich herzlich
bei den Ärzten und Schwestern
Prim. Dr. Eckart
bedanken, denn meine mehrfach
Wildling, Vorbehinderte Schwester wurde wunderstand der Abteibar betreut. Herzlich, verständnisvoll
lung Anästhesieund mit großer Geduld. Pflegeteam
und Intensivmedizin am Landes- und Ärzteschaft haben alles versucht,
klinikum Korneuum ihr ein Weiterleben zu ermögliburg, und sein
chen. Als das aussichtslos war, konnte
Team betreuten
die Patientin.
sie in Geborgenheit von dieser Welt
gehen. Der friedvolle Ausdruck im
Gesicht meiner Schwester hat mir das eindeutig
gezeigt. Danke! C. E.
sleiterin DGKS Eva
Pomberger, stv. Station
(v.l.) DGKS Katharina
eilung Innere Medizin
Abt
der
von
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Josefa Döl
Brandtner und DGKS
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vom Landesklinikum Lilie
station E2
herzlich bei der Betten
Ich möchte mich recht
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Lili
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(Innere Medizin) des Lan
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liebe Betreuung meine
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an Dr. Richar
bedanken. Danke auch
zu erklären.
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Was ich sehr bewundert
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Herzlichkeit im Umgan
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Sauberkeit möchte ich
Angehöriger. Auch die
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Dieses
27
GESUND WERDEN & BLEIBEN
Gesundheitsförderung
Zufrieden & engagiert
Das Projekt »Gesunder Betrieb« der Initiative »Tut gut!« unterstützt das Landespflegeheim Hainfeld dabei, die Ressourcen der Mitarbeitenden zu stärken.
„Herzlich willkommen“ liest man am Eingang und
spürt schon im großzügigen Empfangsraum im
Landespflegeheim Hainfeld, dass dieses „Herzlich“
auch so gemeint ist: Es ist eine Oase der Geborgenheit und der Ruhe – und das trotz der eifrigen
Betriebsamkeit, mit der die Mitarbeitenden ihre
Arbeit verrichten. Zufriedene, freundliche Gesichter,
die dem Attribut „herzlich“ mehr als gerecht werden.
Dass die vielzitierte „Chemie“ hier perfekt passt,
kommt aber nicht von ungefähr. „Nur zufriedene
Mitarbeiter sind engagierte Mitarbeiter“, weiß
Gabriela Galeta, MBA, Direktorin des Landespflegeheims. Damit der Erfolg auch gut (weiter)wachsen
kann, haben sich Direktion und Pflegedienstleitung
einiges einfallen lassen. Als Partner für das Projekt
zur betrieblichen Gesundheitsförderung wählten sie
die Initiative »Tut gut!«. Gemeinsam legten sie die
Rahmenbedingungen fest und erstellten einen Zeitplan. „Was können wir tun, damit Gutes so bleibt
und wo sind Verbesserungen machbar?“, lautet das
Grundanliegen des Teams und der beiden Projekt­
leiter Katharina Dürr und Christian Perzl.
Motivierte Mitarbeitende schaffen mehr
Das Genesungs-, Wohn- und Pflegeheim „mater salvatoris“ in Pitten ist um das
Wohlergehen der 120 Mitarbeitenden bemüht. Heim- und Pflegedienstleiter
Günther Schranz und sein Team haben gute Erfahrungen mit der »Tut gut!«Kooperation gesammelt, die auch für die 129 Bewohner spürbar sind. „Wir sind
ein eingespieltes Team, das interdisziplinär arbeitet – doch das Verständnis füreinander hat sich dank unseres gemeinsamen Engagements weiter verbessert“.
Das Interesse, gemeinsam etwas zu bewegen, teilen hier 90 Prozent der Mitarbeiter. „Für viele ist ihre berufliche Tätigkeit nicht nur körperlich anstrengend,
sondern auch mental belastend. Schweres Heben und Tragen, der Umgang mit
Bewohnern, die an Demenz erkrankt sind – all diese Aspekte konnten wir im Rahmen von speziellen Maßnahmen aufgreifen und entsprechenden Rückhalt bieten“, so Schranz. Supervision, auf Wunsch auch anonym oder in Einzelsitzungen,
sind Angebote, die den Arbeitsalltag erleichtern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt
im Bereich der gesunden Küche: Zwei Köchinnen werden geschult, um schmackhafte Breikost zuzubereiten, gefällig fürs Auge und appetitlich für den Gaumen.
Aber auch der gegenseitige Respekt, die Wertschätzung, Freundlichkeit, selbst
wenn die Arbeit Kraft kostet, ist eine wesentliche Facette, um Mitarbeitern das
Bewusstsein zu geben: Hier fühle ich mich wohl.
Ähnlich gute Erfahrungen hat die Gemeinnützige Donau-Ennstaler SiedlungsAktiengesellschaft (GEDESAG) in Krems gesammelt. Bei der betrieblichen
Gesundheitsförderung ging es darum, die guten kommunikativen Kompetenzen,
den Teamgedanken und die Arbeitsplatzzufriedenheit weiter auszubauen. Einige
Maßnahmen werden nun umgesetzt, wie beispielsweise Gratis-Massage, und es
gibt weit über den Beruf hinausgehende gemeinsame Aktivitäten.
28
Willkommenes Projekt
Schon die Kick-off-Veranstaltung sprengte alle
Erwartungen: 80 der 86 Mitarbeitenden aller Bereiche und Disziplinen hatten sich eingefunden, die
Küche lieferte gesunde Smoothies; Fitnessgeräte
und Geschicklichkeitsübungen boten erste Einblicke in das Teamtraining und die Initiative »Tut gut!«
präsentierte ds Projekt. Arbeitskreise erhoben, was
die Mitarbeitenden belastet und wo die „Schätze“ in
der Gemeinschaft liegen. In drei Gruppen mit jeweils
zehn Beschäftigten, die in ähnlichen Feldern tätig
sind, kristallisierten sich im Gespräch jene Stärken
und Schwächen heraus, die in den nachfolgenden
Maßnahmen umgesetzt wurden. „Im Bereich der
Pflege galt es, die vielen Ressourcen zu bündeln und
Wünsche nach Verbesserungen umzusetzen“,
berichtet Gabriela Galeta. So werden nun Zeitwünsche oder Urlaubsplanungen besser im Dienstplan
berücksichtigt, Dienstbesprechungen und ein offener Austausch fördern die abteilungsübergreifende
Flexibilität. Katharina Dürr freut sich: „Auf dieser
Basis ist es nun gut möglich, beispielsweise auf die
Bedürfnisse von Müttern Rücksicht zu nehmen –
jeder springt ein. Das ist das Ergebnis der besseren
Kommunikation.“ Für Projektleiterin Dürr war spannend, die vielen positiven Ressourcen bewusst wahr-
Fotos: Nadja Meister
Ein großes Anliegen von Direktorin Gabriela Galeta ist es, für jeden ein offenes Ohr
zu haben – ob für Mitarbeiter oder, wie im Bild, für die Bewohner des Landespflegeheims.
Im Gesundheitszirkel konnten
die Mitarbeitenden die interne
Kommunikation verbessern.
Das Projekt „Gesundes
Arbeiten“ steigert die
Arbeitszufriedenheit der
Mitarbeitenden - was
auch den Bewohnern
zugute kommt.
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
Gesundheitsförderung
Ein engagiertes Team mit vielen gesunden Ideen – ob direkte Kommunikation
(Bild oben) oder Infowand (Bild unten), die Chemie in der Mannschaft stimmt.
zunehmen und weiterzuentwickeln, wie etwa den
wertschätzenden Umgang miteinander, das gegenseitige Unterstützen und Helfen. Wesentlich für die
Mitarbeitenden ist die gute Zusammenarbeit mit
den Ärzten an den vier Wohnbereiche. „Offene
Ohren und Verständnis sind enorm wichtig in unserem Beruf, durch Mitarbeiter-Gespräche konnten
wir dieses Einvernehmen verbessern. Es ist
unschätzbar, wenn man Vorschläge und Wünsche
nicht nur äußern kann, sondern diese auch umgesetzt werden“, betont Dürr.
Menschlichkeit gefragt
Das Angebot an Supervision, Fortbildungen und den
Ansporn, Kreativität und Gestaltung auszuleben
und Neues auszuprobieren, sehen die Mitarbeiter
durchwegs als Bonus, weiß Direktorin Galeta. „Die
wichtigste Erkenntnis jedoch war, dass wir weiterhin
unsere Menschlichkeit am Arbeitsplatz einbringen
können.“ Menschlichkeit, die sich auch in der Zeit
außerhalb des Berufes fortsetzt, wie beispielsweise
bei gemeinsamen Radausflügen und Wanderungen.
Es ist die Summe aus vielen Kleinigkeiten, die ein
angenehmes Klima begünstigen“, unterstreicht Projektleiter Christian Perzl. „Vielen Anliegen und Wünschen konnten wir gleich nachkommen, wie etwa
einer Verschönerung des Personalspeiseraums.
Anderes wird in Zukunft umgesetzt, wie eine Kreativschulung im Jänner, bei der gefilzt wird.“ Gabriela
Galeta plant darüber hinaus monatliche Vorträge zu
Schwerpunktthemen, wie Ernährung, Sport und
Bewegung, aber auch Kabarett oder Typberatung.
30
Gute Ideen gibt es mehr als reichlich, und auch in
die Pläne zum architektonischen Umbau des Landespflegeheims fließen die Wünsche der Mitarbeitenden ein, wie etwa nach ergonomischen Arbeitsplätzen, Kommunikationsinseln oder durchdachten
Lichtinstallationen. „Es gibt eben kurz- und langfristige Maßnahmen – vieles davon ist unaufwändig,
wie etwa Kaffee und Tee zur freien Entnahme aufzustellen oder einzelnen Berufsgruppen die Arbeitsbedingungen zu erleichtern“, berichtet Galeta. Das ist
vor allem für die Pflegemitarbeiter wichtig, denn
zwei Drittel der 107 Bewohner sind pflegebedürftig –
schweres Heben und Tragen gehören ebenso zum
Alltag wie die psychischen Belastungen. Die mentale
Last in Spezialseminaren abzuladen tut enorm gut.
Und für neue Mitarbeiter gibt es ein Mentoring-Programm, erfahrene Kollegen unterstützen je nach
Bedarf. Für die Umsetzung der vielen Ideen und
Neuerungen sieht das »Tut gut!«-Projekt noch ein
Jahr vor. Danach wird es evaluiert, und es gibt die
Möglichkeit zur Zertifizierung. Gabriela Galeta ist
sicher: „Die Entwicklung dieser Qualitäten und Ressourcen im Haus wird auch nach dem Herbst 2016
weitergehen, denn wesentlich für uns ist die Nachhaltigkeit. Und die Menschlichkeit, mit der wir ganz
Doris Simhofer n
bewusst miteinander umgehen.“ Wie funktioniert das Programm?
Auf welche Kriterien legt das Programm »Gesunder Betrieb« den Fokus?
Racher: Eines unserer Ziele ist das Erhalten und Fördern der Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitenden und
Führungskräften. Das bedeutet das Gleichgewicht
zwischen dem, was Mitarbeitende können und wollen, und dem, was sie sollen und dürfen. Dabei werden alle vier Bereiche des „Hauses der Arbeitsfähigkeit“ beachtet: Gesundheit, Kenntnisse & Fähigkeiten, Einstellungen & Werte, Arbeit & Organisation.
Wie gehen Sie dabei vor?
In unseren Projekten werden die Mitarbeitenden
und Führungskräfte zu Ressourcen und Belastungen in allen diesen Bereichen befragt. Danach werden gemeinsam Lösungsvorschläge und entsprechende Maßnahmen entwickelt. Wir achten auch
darauf, auf dem, was schon gut läuft, aufzubauen.
Wie sichern Sie die Qualität, den Erfolg und die
Nachhaltigkeit von betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF)?
Die Betriebe bilden ein Entscheidungsgremium,
eine Steuerungsgruppe, und ernennen eine interne
Ansprechperson, die BGF-Projektleitung. Die
gesamte Prozessbegleitung sowie die Erstbefragung wird von der Initiative »Tut gut!« zur Verfügung gestellt.
Katharina Racher,
Programmleiterin
»Gesunder Betrieb«
der Initiative »Tut gut!«
Informationen: katharina.
[email protected]
Um das „Haus der Arbeits­
fähigkeit“ stabil zu errichten,
werden Maßnahmen auf vier
Ebenen umgesetzt.
Fotos: Nadja Meister
GESUND WERDEN & BLEIBEN
GESUND WERDEN & BLEIBEN
Wie bitte?
Guter Rat für Angehörige und Kollegen
Wenn jemand anfängt, schlechter zu hören, ist das
für seine Angehörigen oft ebenso problematisch wie für
den Betroffenen selbst.
Das Älterwerden sehen viele Menschen als Zeit der
Verluste: Der Körper bringt immer wieder neue
Schwachstellen hervor, die man bisher noch nicht als
solche gesehen hat und denen man sich jetzt zuwenden muss. Und irgendwo tut es immer weh. Doch das
Älterwerden ist auch ein Prozess des Reicherwerdens: Man weiß viel über die Welt und nicht zuletzt
über sich selbst. Allerdings ist man auch gefordert,
sich mit den Veränderungen, den positiven wie den
nicht so angenehmen, auseinanderzusetzen. Es ist
ganz normal, dass manche Aspekte des Älterwerdens
auch traurig, nachdenklich, zornig oder einsam
machen. Damit umzugehen, müssen Betroffene wie
Angehörige lernen. Manchmal braucht man auch
gezielte Unterstützung. Aber die Auseinandersetzung
lohnt. Denn auch im hohen Alter ist ein gutes Maß an
Lebensqualität möglich.
Ein wichtiger Punkt für die Lebensqualität ist das
Hören: Die Regentropfen auf dem Dach, die Musik
im Konzertsaal, das nahende Auto beim Überqueren
der Straße, das Lachen der Enkelkinder und das
Gespräch mit lieben Menschen. Betroffene spüren,
dass die Hörfähigkeit schlechter wird, weil sie zum
Beispiel öfter nachfragen müssen, Gesprächen nicht
mehr so gut folgen können und dadurch auch keine
Lust mehr auf Gesellschaft haben und auf Treffen
außer Haus schneller verzichten. Es ist nicht leicht,
aktiv zu werden und sich zum Facharzt zur Überprüfung zu begeben. Doch das wäre ein wichtiger Schritt.
Doch auch die Angehörigen merken es. Und fragen sich: Wie helfe ich einer nahestehenden Person
mit Hörverlust? Der erste Schritt wäre, zu überlegen,
wer dieses Thema mit dem oder der Betroffenen am
besten besprechen kann.
Danach gilt: Versuchen Sie, der hörgeschädigten
Person möglichst hilfreich und unterstützend zu
begegnen. Dabei empfiehlt es sich, das Thema Hörverlust behutsam anzusprechen, da sich Betroffene
ihres Problems nicht immer bewusst sind oder es
nicht wahrhaben wollen und empfindlich oder
gereizt reagieren können, wenn man sie damit konfrontiert. Wichtig ist die Untersuchung durch einen
HNO-Arzt. Angehörige können die betroffene Person unterstützen, indem sie sie zum Arzt begleiten.
Fachärzte stellen mithilfe eines einfachen Hörtests
fest, ob tatsächlich ein Hörproblem vorliegt und wie
es beschaffen ist. Es ist hilfreich für Betroffene, wenn
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
hören
die Diagnose auch von einer zweiten Person gehört
wird, denn gemeinsam kann man in dieser für
Betroffene stressigen Situation mehr an Informationen aufnehmen und auch besser nachfragen. Mit
Hörgeräten, einer „Brille für das Ohr“, lassen sich
viele Hörprobleme ausgleichen oder gar beseitigen.
Es kann schwer sein, ein Gerät zu akzeptieren. Doch
bei den meisten Menschen überwiegen im Alltag
die Vorteile, und nach dem Eingewöhnen möchten
sie nicht mehr darauf verzichten. Und wenn man
etwas nicht hören will, kann man das Ding ja aus
dem Ohr nehmen.
n
Kaum noch
messbar:
nNehmen Sie Rücksicht,
ohne zu übertreiben.
nSprechen Sie gegebenenfalls etwas lauter.
nWahren Sie den Augenkontakt und bleiben
Sie dem Hörgeschädigten beim Sprechen stets
zugewandt.
nWiederholen Sie nicht,
was gerade gesagt wurde.
nGehen Sie nicht übervorsichtig oder bevormundend mit der hörgeschädigten Person um.
nNehmen Sie die Dinge
mit Humor.
nStärken Sie das Selbstvertrauen der hörgeschädigten Person.
nVersichern Sie sich, dass
der hörgeschädigte
Gesprächspartner verstanden hat, was Sie
gesagt haben.
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31
14.10.15 11:30
GESUND WERDEN & BLEIBEN
schönheit
Schönheit kommt von innen
Dr. Norman Schmid,
Psychologe in St. Pölten
Dichtes, glänzendes
Haar und ein ebenmäßiges Hautbild stehen auf der Wunschliste zumeist ganz
oben, wenn es um
den Erhalt der äußeren Schönheit geht.
Und auch die Wissenschaft hat in vielen
psychologischen Studien herausgefunden,
dass neben fast symmetrischen Gesichtszügen
makellose
Haut als besonders
attraktiv wahrgenommen wird – gilt frische, pralle Haut
doch als Ausdruck
von Gesundheit und
Vitalität. Doch Stress,
schlechte
Ernährungsgewohnheiten
und ein Zuviel an
Sonne können der
Haut zusetzen. Natürlich spielt auch der Alterungsprozess eine Rolle: Ab dem 30. Lebensjahr
nimmt die Elastizität und Festigkeit der Haut ab,
Tipps für die richtige Ernährung
Nahrungsmittel mit hautverjüngender und straffender Wirkung:
n Täglich eine Portion Sojaprodukte (Sojamilch, Sojadesserts, Sojajoghurt,
Sojabohnen, Tofu) einnehmen. Die darin enthaltenen Phytoöstrogene können
während und nach den Wechseljahren den Abbau von Kollagen und Elastin­
fasern in der Haut verringern.
n Statt zu entzündungsfördernden Ölen wie Maiskeim- und Sonnenblumenöl
beim Kochen lieber zu Rapsöl greifen. Speisen mit Hanföl, Leinöl, Olivenöl,
Sojaöl und Walnussöl verfeinern.
n Wichtige Omega-3-Fettsäuren enthalten Seefische wie Lachs, Hering, Makrele
und Sardinen, aber auch Avocado, Leinsamen und Walnüsse.
n Mindestens fünf Mal täglich frisches Gemüse und Obst essen. Schutz gegen
freie Radikale bieten Brombeeren, Erdbeeren, Grapefruit, Heidelbeeren,
Himbeeren, Ribisel/Johannisbeeren, Karotten, Marillen, Oliven, Orangen, rote
Paprika, Spinat, Tomaten und blaue Trauben.
n Mineralwasser, ungezuckerten schwarzen oder grünen Tee sowie Kräutertee
trinken.
n Ananas und Granatapfel sorgen wegen ihres hohen Gehalts an Antioxidantien
(sowohl äußerlich als auch innerlich angewandt) für schöne Haut.
nEntzündungshemmende Gewürze wie Kurkuma, Ingwer oder Zimt verwenden.
n Täglich ein bis zwei Paranüsse essen.
n Vollkornprodukte bevorzugen (Brot, Müsli, Getreideflocken, Vollkornnudeln).
Quelle: Das Frauen-Ernährungsbuch
32
weil weniger kollagene und elastische Fasern
gebildet werden.
Lebensmittel als Schönheitsprodukte
Als unser größtes Sinnesorgan mit rund zwei Quadratmetern Oberfläche spiegelt die Haut unsere
Ernährungsgewohnheiten und unseren Lebensstil wider. Mittlerweile verspricht eine Vielzahl an
Produkten – vom Beautydrink über Tabletten bis
zur Schokolade – den Alterungsprozess von innen
zu bekämpfen und für ein schöneres Hautbild zu
sorgen. Der Griff zu teuren Schönheitsmitteln,
deren Wirkungen noch dazu wissenschaftlich
umstritten sind, ist aber nicht zwingend notwendig. Kostengünstige Produkte aus dem Lebensmittelgeschäft, der Apotheke oder dem Garten
können das Erscheinungsbild der Haut genauso
verbessern. So zeigt die sogenannte „grüne
Kosmetik“, wie sich mit Ölen, Milchprodukten,
Honig oder Früchten sanfte und naturbelassene
Pflegeprodukte mit nur wenigen Handgriffen
selbst herstellen lassen.
Richtige Ernährung
Im Bereich der Anti-Aging-Maßnahmen, die das
Ziel haben, den Alterungsprozess zu verlangsamen, wird der Ernährung eine große Rolle zuge-
FOTO: fotolia
Richtige
Ernährung
und das
Bewahren der
seelischen
Balance
können die
äußere Attraktivität positiv
beeinflussen.
schrieben. „Der Hautzustand und die Alterungsprozesse lassen sich bis zu einem gewissen Grad
durch die Ernährung beeinflussen“, schreiben die
Autorinnen des „Frauen-Ernährungsbuches“
(siehe Buchtipp). Falsche Ernährung, die reich an
Zucker und Weißmehlprodukten ist, könne sich
durch müde Haut, brüchige Nägel, Hautunreinheiten und vermehrte Faltenbildung bemerkbar
machen. Negativ wirken sich auf das Aussehen
auch Flüssigkeitsmangel aus, aber auch Rauchen,
Schlafmangel, lange Aufenthalte in der Sonne
oder im Solarium und Bewegungsmangel. Stress,
Übergewicht und falsche Ernährung führen zur
Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen im Körper. Mit den richtigen Lebensmitteln
lassen sich solche Entzündungsreaktionen eindämmen. Zudem können sie der Haut einen Verjüngungsschub liefern. Dazu zählen Vollkornprodukte, Lachs, Nüsse, ungezuckerte Tees oder
Gewürze wie Kurkuma oder Zimt.
In Balance kommen
Gutes Aussehen ist aber auch eine Frage der seelischen Ausgeglichenheit, meint der Psychologe Dr.
Norman Schmid, der in St. Pölten eine Praxis
betreibt: „Schönheit geht auch ganz stark von innen
aus. Personen, die mit sich im Gleichgewicht sind,
wirken nach außen schöner. Das hängt mit der
Authentizität zusammen, einer Stimmigkeit zwischen dem Wesen, Verhalten und Äußeren einer
Person.“ Typische Belastungsfaktoren, die das
innere Gleichgewicht ins Wanken bringen, seien
Stress, Konflikte in der Arbeit oder der Partnerschaft und fehlende Zeit für die eigenen Bedürfnisse, sagt Schmid: „Symptome sind zunächst
Unausgeglichenheit, Gereiztheit psychosomatische und Schlafbeschwerden bis hin zu Depressionen. Häufige Folgen sind Leistungsmangel, sozialer
Rückzug und die Reduktion von Hobbys.“ Der Psychologe empfiehlt Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen, die leicht in den Alltag integriert
werden können. In seinem heuer veröffentlichten
Buch „abschalten & auftanken“ stellt er 52 Übungen vor, um sich kurze Auszeiten zu gönnen. Und
wer durch Entschleunigung wieder in Balance
kommt, wird damit nicht nur das eigene Wohlbefinden steigern, sondern auch auf seine Umwelt
Jacqueline Kacetl n
attraktiv wirken. buchtippS
Das FrauenErnährungsbuch
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Dei
05
33
Früherkennung
kann Leben retten
„Früh erkennen“ ist nach wie vor die beste Möglichkeit, um Brustkrebs den Schrecken zu nehmen. Die Mammografie ist nach wie vor die verlässlichste Möglichkeit, um eine bösartige Veränderung in der Brust im Frühstadium zu erkennen. Daher wurde Anfang 2014 das BrustkrebsFrüherkennungsprogramm auf Initiative von
Bund, Sozialversicherung, Ländern und Österreichischer Ärztekammer etabliert. Das Vorsorgeprogramm wurde neu positioniert und basiert
nun auf drei zielgerichteten Schienen.
Seit Einführung des Programms gibt es die
Möglichkeit, die drei Gruppen von Frauen gezielt
anzusprechen: Einerseits die Frauen ab 40 ohne
Beschwerden und ohne familiär erhöhtes Risiko,
die Zielgruppe des Früherkennungsprogramms
sind. Andererseits die Frauen, bei denen es aus
medizinischen Gründen angezeigt ist, eine diagnostische Mammografie durchzuführen, wenn
34
WERBUNG
zum Beispiel ein Knoten ertastet wird oder die
Frau Beschwerden hat. Und schließlich jene
Frauen, die tatsächlich ein erhöhtes familiäres
Risiko aufweisen und einer speziellen Betreuung
bedürfen.
Mithilfe der Mammografie, einer Röntgenuntersuchung der Brust, lässt sich Brustkrebs
bereits im Anfangsstadium diagnostizieren, das
vergrößert die Heilungschancen ganz wesentlich. In Niederösterreich können Frauen eine
Mammografie an 32 zertifizierten Standorten
durchführen lassen. Diese erfüllen hohe Qualitätsstandards in Hinblick auf die technische Ausstattung und das Know-how der Fachärzte. So
etwa werden Mammografie-Bilder nach dem
„4-Augen-Prinzip“ von zwei Radiologinnen bzw.
Radiologen befundet. In NÖ wurden bis September 2015 etwa 260.000 Frauen zur Früherkennungs-Mammografie eingeladen. Dr. Martina
FOTo: fotolia
Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm der NÖGKK bietet
systematische, qualitätsgesicherte Untersuchungen.
Amler, ressortzuständige Direktorin der
NÖ Gebietskrankenkasse:
„Die
NÖ
Gebietskrankenkasse
stellt sicher, dass jede
Frau eine Mammografie
bekommt,
wenn es nötig ist. Die
Qualität unserer Vertragsradiologen in ganz Niederösterreich ist sehr gut und die Frauen sind in besten
Händen.“
Ängste nehmen
Wichtig ist es der programmverantwortlichen
Medizinerin Dr. Marianne Bernhart, Frauen ihre
Ängste zu nehmen. Die Fachärztin: „Nicht jede
Frau, bei der Brustkrebs in der Familie aufgetreten ist, hat ein erhöhtes Risiko. Häufigere Mammografien vorzunehmen macht Frauen eher
Angst und ist daher nicht sinnvoll. Fragt man
beispielsweise nach dem Lebensalter der Mutter,
in dem der Krebs aufgetreten ist, kann man möglicherweise feststellen, dass der Brustkrebs nicht
wegen eines genetischen Risikos, sondern im
fortgeschrittenen Alter aufgetreten ist.“ Bei der
Krankheitsentstehung spielen genetische Faktoren zwar auch eine Rolle, doch Erkrankungsrisiken bergen auch Alter, Lebensstil, Ernährung
und Bewegung. Schädlich sind vor allem Rauchen und Alkoholkonsum.
„Die Annahme ‚ich bin aus einer Krebsfamilie‘ hat oft keine Relevanz für die Frau, das muss
rasch aus den Köpfen weichen“, betont Marianne Bernhart. Sind in der Familie Brust- und
Eierstockkrebs bekannt, sollte die Frau mit dem
Arzt ihres Vertrauens eine individuelle Anamnese durchführen.
„Es ist mir besonders wichtig aufzuklären, in
welchen Fällen eine Frau tatsächlich ein erhöhtes Risiko wegen Erkrankungen von Familienmitgliedern hat und speziell außerhalb des Programms betreut wird und in welchen Fällen die
Früherkennungsmammografie im Rahmen des
Programms ausreichend Sicherheit bietet“,
meint Bernhart.
Moderates & hohes Risiko
Von der Österreichischen Ärztekammer und der
Sozialversicherung wurden daher Kriterien festgelegt, um Frauen mit erhöhtem Risiko bzw.
genetisch bedingtem Risiko herauszufiltern und
zielgerichtet zu untersuchen. Liegt eine familiäre Disposition vor, unterscheidet man demnach zwischen moderatem und hohem Risiko, je
nach Verwandtschaftsverhältnis und Alter, in
dem die Erkrankung bei den Verwandten aufgetreten ist. Bei moderat erhöhtem Risiko können
Frauen ein intensiveres Screening mit jährlicher
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
10/15
Mammografie ab
dem 40. Lebensjahr durchführen.
Frauen, die tatsächlich ein familiär erhöhtes Risiko
haben, werden in
der Folge speziell
betreut. Je nach
Grad der Vorbelastung sind individuelle Untersuchungen vorgesehen. Auch eine
genetische Untersuchung kann empfohlen werden, um das persönliche Risiko abzuschätzen.
Genetische Untersuchungen machen speziell
geschulte Medizinerinnen und Mediziner in spezialisierten Beratungszentren, in denen Frauen
individuell, schonend und nach besten medizinischen Möglichkeiten auch von Psychologinnen und Psychologen beraten werden. Diese
weiterführenden Untersuchungen sind sehr aufwändig und kostspielig. Wenn die Fachärztin
bzw. der Facharzt die Patientinnen dorthin überweist, übernimmt die Kasse die Kosten.
Die ressortzuständige Direktorin Martina
Amler ist überzeugt: „Brustkrebs kann nicht verhindert werden, aber wenn er früh erkannt wird,
sind die Chancen auf eine schonende und erfolgreiche Behandlung höher. Früherkennung kann
Leben retten.“ n
Dr. Martina Amler,
ressortzuständige
Direktorin der NÖGKK
Dr. Marianne Bernhart,
programmverantwortliche Medizinerin
„früh erkennen“
Ein qualitätsgesichertes Mammografie-Screening wie das Österreichische
Brustkrebs-Früherkennungsprogramm gilt derzeit als verlässlichste Methode
zur Früherkennung von Brustkrebs. Im frühen Stadium sind die Heilungschancen größer als bei fortgeschrittener Erkrankung.
Wer kann am Früherkennungsprogramm teilnehmen?
Frauen ab 40 können mit ihrer E-Card alle zwei Jahre zur
Früherkennungsmammografie gehen. Zielgruppe sind
Frauen ohne Beschwerden und ohne familiär erhöhtes
Risiko.
Die E-Card von Frauen im Alter von 45 bis 69 Jahren ist
automatisch für die Untersuchung freigeschaltet, Frauen
von 40 bis 44 und über 70 Jahre melden sich einmalig
bei der kostenlosen Telefon-Serviceline 0800 500 181
„Ich unterstütze das
oder auf www.frueh-erkennen.at zum Programm an,
Österreichische
dann wird ihre E-Card freigeschaltet. Zwei Jahre nach
Brustkrebs-Früherder Mammografie bekommen die Frauen einen Erinnekennungsprogramm,
rungsbrief. Die Mammografie als systematische Frühweil das Thema so
erkennungsuntersuchung für unter 40-jährige Frauen
wichtig für alle
Frauen ist“, unterwird weltweit von keiner medizinischen Fachgesellschaft
streicht Promi-Wirtin empfohlen. Keine Studie hat gezeigt, dass eine jährliche
Lisl Wagner-Bacher.
Mammografie mehr Nutzen bringt als eine zweijährige.
Früherkennung kann die Entstehung von Brustkrebs nicht
verhindern. Auch zwischen den Untersuchungen können sich Tumore bilden,
deshalb sollten Frauen regelmäßig selbst die Brust abtasten. Wie man das
macht, erklärt die Frauenärztin bzw. der Frauenarzt. Bei Beschwerden oderfamiliär erhöhtem Risiko kann eine Ärztin bzw. ein Arzt jederzeit unabhängig
vom Alter zur diagnostischen Mammografie zuweisen.
Informationen: www.frueh-erkennen.at
WERBUNG 35
Das St. Pöltner Apothekenteam: (v.l.) Romana
Schagerl, Mag. Andreas Gentzsch, Lisa Schlager,
Katharina Kendler, Melanie Bichler und Mag. Natalie Geras
Wenig Sonne & viele Viren
Wie man winterlichen Stimmungstiefs und Vitamin-D-Mangel
entgegenwirken kann und warum eine Erkältung keine Grippe ist.
36 WERBUNG
lich, dass die meisten Eltern ihre Kleinen der Sonne
nicht ungeschützt aussetzen. Die Kehrseite sei
allerdings, dass Kinder häufig einen Vitamin-DMangel hätten, sagt Gentzsch und plädiert hier für
einen gesunden Mittelweg.
Erkältung ist nicht gleich Grippe
Winterzeit ist auch Erkältungszeit. Grippale
Infekte, ausgelöst durch Viren, sind schwer zu
behandeln. Lediglich die Symptome wie Hals- und
Gliederschmerzen, Schnupfen und Husten können gelindert werden. „Viren sind empfindlich
gegen Wärme. Deswegen soll man Fieber zulassen“, rät Gentzsch. Hühnersuppe, Holunderblüten- oder Ingwertee hätten sich oft bewährt. „Bei
leichtem Fieber im Bett liegen bleiben und richtig
ausschwitzen. Nur wenn es unbedingt notwendig
ist, sollte man zu fiebersenkenden Mitteln greifen.“
Weil sich die Viren hauptsächlich über die Hände
übertragen, sollte man die Hände oft waschen.
Etwas völlig anderes als eine Erkältung sei die echte
Grippe, die Influenza. „Die Influenza hat einen
sehr plötzlichen Verlauf. Die beginnt nicht bloß mit
einer rinnenden Nase, sondern man hat in kurzer
Zeit sehr hohes Fieber“, weiß Gentzsch. Zum Arzt
gehe man bei diesem dramatischen Krankheitsverlauf automatisch. Der Apotheker bedauert es,
dass die Akzeptanz der Influenza-Impfung so niedrig ist. Er spricht sich für eine Impfung aus. „Der
richtige Zeitpunkt ist Anfang Jänner. Der Erreger
ändert sich jährlich, man muss sich also jedes Jahr
impfen lassen.“ n
FOTOS: felicitas matern
Aktiv für Ihre Gesundheit!
Ihre nieder­österreichischen
­Apothekerinnen ­und
Apotheker
Müde, antriebslos, bedrückt: Kurze Tage und wenig
Licht können im Winter zu einem Stimmungstief,
der sogenannten Winterdepression, führen. Der
Apotheker Mag. Andreas Gentzsch aus St. Pölten
erklärt, wie es dazu kommt: „Das Tageslicht steuert
unsere Hormone. Bei Sonnenschein wird das sogenannte Glückshormon Serotonin produziert, im
Winter ist die Serotoninproduktion deutlich geringer.“ Die Produktion des Hormons Melatonin, das
den Tag-Nacht-Rhythmus steuert, werde durch die
langen Phasen der Dunkelheit ebenfalls beeinflusst. Als Folge ziehe sich bei manchen Menschen
die Müdigkeit durch den ganzen Tag. In den nordischen Ländern, wo die Tage kürzer sind, komme
dieses Stimmungstief noch häufiger vor. „Dort gibt
es eine spezielle Straßenbeleuchtung mit hohen
Luxwerten und eigene Lichträume“, weiß
Gentzsch. Auch bei uns können Tageslichtlampen
den Lichtmangel etwas ausgleichen. Raus ins Freie,
heißt die Devise. Denn auch bei Bewölkung ist die
Lichtausbeute draußen größer als drinnen.
Die Sonne spielt außerdem für die Versorgung
mit Vitamin D, das für den Knochenstoffwechsel,
das Immunsystem und die Muskulatur wichtig ist,
eine große Rolle. „Im Winter sollten manche Menschen, vor allem ältere Personen, Vitamin D zuführen. Denn die Körperoberfläche, die der Sonne
ausgesetzt ist, ist meistens nicht groß genug“,
erklärt Gentzsch. Auch Kinder hätten einen hohen
Bedarf an Vitamin D. Babys bekommen im ersten
Lebensjahr, in dem die Knochenbildung voll im
Gange ist, Vitamin-D-Tropfen. Es sei zwar erfreu-
GESUND LEBEN
& WOHL FÜHLEN
in Kürze
buchtipp
Kleine Wunder
Kleine Wunder –
Erlebte Geschichten
zum Lachen und
Nachdenken
Rote-Nasen-Clowns aus
Österreich, Deutschland,
Tschechien, Polen und
vielen anderen Ländern
erzählen in einem neuen
Buch von ihrem Alltag
und ihrer Arbeit im Krankenhaus. Die Geschichten
sind oft fröhlich und heiter, manchmal auch
rührend und ergreifend und beruhen auf wahren
Begebenheiten. Da ist zum Beispiel Évi, die voller
Begeisterung mit den Clowns tanzt, obwohl sie
sich nur mit Mühe auf den Beinen halten kann.
Oder die krebskranke Melisa, die die Ärzte bereits
aufgegeben haben und die nach dem Besuch
eines Clowndoctors die Krise überwindet und
wieder nach Hause gehen kann. Ein Teil des
Verkaufserlöses kommt den Roten Nasen zugute.
nISBN: 978-3-990500163, 19,95 Euro
Für die Flüchtlinge im Einsatz: (v.l.) Allgemeinmediziner Dr. Dietmar Kleinbichler, DGKS Eva Steiner
(Landesklinikum Zwettl, Stationsleitung Kinderabteilung), DGKP Joachim Kahl (Landesklinikum Horn,
Unfallambulanz), DGKP Thomas Zaussinger (Landesklinikum Horn, Leiter Unfallambulanz)
Hilfe für Flüchtlinge
Das AMP (Advanced Medical Post) des Roten Kreuzes ist eine mobile Betreuungsund Pflegestation, die für 40 Patienten konzipiert ist und im Katastrophenfall zum
Einsatz kommt. Diese Einheit ist nun erstmalig innerhalb Österreichs im Einsatz
und läuft in Traiskirchen seit Ende August im Vollbetrieb. Die Rotkreuz-Mitarbeiter kommen aus ganz Österreich, um bei der Betreuung von Flüchtlingen zu
helfen. Im September kam auch Unterstützung von engagierten Klinikumsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern aus Horn und Zwettl. Am häufigsten wurden bisher
Blasen an den Füßen, allergische Reaktionen, Schmerzen aller Art und grippale
Infekte behandelt.
Tipps für Gartenfreundinnen und -freunde
Bio Österreich, Messe Wieselburg
Workshop „Aus eins mach zwei (oder mehr)!“, Haag
Workshop „Nützlingshotels selber bauen“,
St. Valentin
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15.–16.11.15
20.11.15
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Betreutes Konto
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 ist die Durchschnittsverschuldung in
Niederösterreich von 71.519,28 Euro auf 82.063,85 Euro gestiegen. Der Hauptgrund ist Arbeitslosigkeit bzw. eine Einkommensverschlechterung. Insgesamt
stand die Schuldnerberatung NÖ deshalb im ersten Halbjahr 2015 bereits 4.242
Mal mit Rat und Tat zur Seite. Ein neues Angebot bietet den Klienten ab sofort die
Möglichkeit, monatliche Fixkosten über das „Betreute Konto“ zu bezahlen. Das
ermöglicht Betroffenen, existenzsichernde Zahlungen wie Wohnungs-, Stromoder Heizkosten regelmäßig zu leisten und nicht delogiert zu werden.
Informationen: www.sbnoe.at
Theaterprogramm
Mit gleich drei Premieren kann das Landestheater Niederösterreich im November
aufwarten:
n 13. November 2015: „Der Räuber Hotzenplatz“ von Otfried Preußler
n 25. November 2015: „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“, sogenanntes Klassenzimmertheater
n 27. November 2015: „Ungeduld des Herzens“
Regie führt Thomas Jonigk.
Informationen: www.landestheater.net
Niederösterreichisches
Adventsingen
Die Volkskultur Niederösterreich lädt am
7. und 8. Dezember, 19.00 Uhr, zu einem
besinnlichen Konzert nach Grafenegg. Der
Chor der Chorszene Niederösterreich, die
Mostviertler BlechMusikanten, der Rainbacher Dreigesang, die Wia z’Haus Musi und das
Bläserquartett Rossatz verzaubern mit stimmungsvollen Liedern und weihnachtlichen
Weisen. Märchenerzähler Helmut Wittmann
begeistert mit Adventgeschichten. Durch den
Abend führen Dorli Draxler und Edgar
Niemeczek.
n Karten: Tel.: 01 586 83 83 bzw. 02735 5500
[email protected],
www.grafenegg.com
kurz Gemeldet
Informationen zu Angeboten und Förderungen beim Wohnbau – NÖ Wohnbauhotline: 02742/22133, www.noe-wohnservice.at
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
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37
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
essen
Ein Männlein steht im Walde, ganz still
und stumm ... Nicht der Fliegenpilz ist
gemeint, sondern die Hagebutte. Das
Männlein muss sich aber wahrlich nicht
verstecken, denn es ist eine wahre
Vitamin-C-Bombe.
Wilde Rose
»tut gut«-Wirt
Gasthof Hirschenwirt
Restaurant & Hetscherlshop
3392 Nölling 6
Tel.: 02752/8208
www.hirschenwirt-noelling.at
An sonnigen Waldrändern, entlang von Wegen,
auf Waldschlägen und Feldrainen findet man
sie: die roten bis schwarzen Früchte verschiedener Wildrosenarten, insbesondere der Hundsrose – die Hagebutten. Ein Strauch kann bis zu
fünf Meter hoch werden. Der Name setzt sich
aus Hag (Hecke) und Butte (Butzen, süddeutsch:
Verdickung) zusammen. Perfekte klimatische
Bedingungen für die Hagebutte herrschen im
niederösterreichischen Dunkelsteinerwald. Hier
reifen die kleinen rot-glänzenden Früchte
besonders gut. Die Erntezeit beginnt im Oktober
und kann bis in den Dezember reichen. Im
Gegensatz zu gezüchteten Rosen, die den ganzen Sommer und Herbst über Rosen tragen, blühen Wildrosen nur einmal im Jahr und entwickeln danach die Hagebutten, die von kleinstrukturierten Betrieben in der Region gesammelt, verlesen und unter anderem zu Marmelade, Gelee, Chutney, Sirup, Tee und Likör
weiterverarbeitet werden.
Eine, die bei der Verarbeitung besonders kreativ ist, ist »tut gut«-Wirtin Herta Falkensteiner.
Hagebuttentee
Zubereitung: Zwei Teelöffel getrocknete Hagebutten mit einem Liter heißen Wasser
übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Bei Erkältung täglich drei
Tassen trinken.
Zubereitung: Die frischen Hagebutten von den Stielen und Blütenresten befreien,
einige Male durchwaschen und über Nacht mit Wasser bedeckt stehen lassen. Am
nächsten Tag mit dem Einweichwasser auf etwa 45 Grad erwärmen, leicht abkühlen
und in einem geeigneten Küchengerät (Flotte Lotte) passieren. Das Hagebuttenmark
entweder einfrieren oder nochmals aufkochen, heiß in Gläser füllen und gut
verschlossen wie Marmelade aufbewahren.
FotoS: nadja meister
Hagebuttenmark
»tut gut«-Wirtin Herta Falken­
steiner zaubert köstliche Kreationen mit der Hagebutte, wie etwa
Joghurtnockerl auf Hagebuttenspiegel oder die Hagebuttentorte.
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
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GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
essen
Hochlandrind in Hagebutten-Rotweinsauce
Zutaten: 1 kg weißes Scherzel vom Hochlandrind, Wurzelgemüse (1 Karotte, 1 Petersilienwurzel, 1/2 Sellerieknolle), 1/8 l Rotwein, 1/8 l Rindssuppe, 1/16 l Apfelsaft, 1 EL
Hagebuttenmark, 1/2 EL Mehl, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Das Fleisch mit Salz und Pfeffer einreiben und von allen Seiten scharf
anbraten. Aus der Pfanne nehmen, im Bratenrückstand das gehackte Wurzelgemüse
dunkel anrösten. Mit Rotwein und Rindssuppe aufgießen, das Rindfleisch einlegen und
im Rohr bei etwa 180 Grad etwa eine Stunde weich dünsten. Die Sauce pürieren und
mit Apfelsaft, Hagebuttenmark und Mehl vollenden. Einmal kurz aufkochen und das in
Scheiben geschnittene Scherzel einlegen. Dazu passen hervorragend Bandnudeln.
Gesunde „Hetscherl“
Herta Falkensteiner schwört auf die Kraft der
„Hetscherl“, wie Hagebutten umgangssprachlich genannt werden. Denn sie schmecken nicht
nur gut, sie tun uns auch gut, weiß die Wirtin:
„Egal ob als Mus, Tee, Marmelade oder Zutat in
anderen Speisen – die Hauptwirkung der Hage-
»tut gut«-Wirte
Mit mehr regionalem Gemüse und Obst, heimischem Fisch, fettarmen und
vegetarischen Gerichten sorgen die »tut gut«-Wirte für eine vielfältigere und
somit gesündere Abwechslung in den Speisekarten. Damit machen sie es
ihren Gästen leichter, die gesündere Wahl zu treffen. Bei den Zutaten wird
auf höchste Qualität geachtet – nach dem Motto: frisch, regional, saisonal.
Hier finden Sie den »tut gut«-Wirt in Ihrer Nähe:
»tut gut«-Hotline: 02742/22655, www.noetutgut.at
40
Hagebuttensuppe
Zutaten: 1 Erdapfel groß, 1 Zwiebel, 1/2 l Suppe oder
Gemüsesud, 1/16 l Apfelsaft, 3 TL Hagenbuttenmark,
Bio-Zitronenschale oder Ingwer, Maisstärke, Olivenöl,
Salz, Pfeffer, Muskat
Zubereitung: Erdapfel und Zwiebel schälen, in Würfel
schneiden und in etwas Olivenöl andünsten. Mit Suppe
oder Gemüsesud und Apfelsaft aufgießen und eine Viertelstunde köcheln lassen. Hagenbuttenmark unterrühren, mit Salz, Pfeffer, Muskat und ein wenig geriebener
Zitronenschale oder Ingwer abschmecken und nach
Geschmack mit etwas Maisstärke binden. Als Garnitur
eignen sich geröstete Schwarzbrotwürfel.
butte beruht auf ihrem hohen Anteil an Vitamin
C. Außerdem wirkt sie entzündungshemmend
bei Wunden, leicht harntreibend und vorbeugend bei Erkältungen.“ Geballte Gesundheits­
power vom Wegesrand also.
Hagebutten sind reif, wenn die Schale bei
Druck etwas nachgibt und die Kerne im Inneren
schön braun sind. Die Wildrosenfrüchte sind
allerdings gar nicht so leicht zu verarbeiten,
weiß Herta Falkensteiner, die selbst jährlich sehr
FotoS: nadja meister
In ihrem Gasthof in Nölling ist die Hagebutte
omnipräsent – ständig kreiert sie neue Speisen,
die sie mit den roten Früchtchen verfeinert.
Hagebutten-Risotto, Hagebutten-Knödel, Hagebuttensuppe, Hochlandrind in HagebuttenRotweinsauce, Joghurtnockerl auf Hagebuttenspiegel, Hagebutten-Muffins – klingt ungewöhnlich, schmeckt aber köstlich. GESUND&LEBEN
hat sie einige ihrer Lieblingsrezepte verraten.
Joghurtnockerl auf Hagebuttenspiegel
Zutaten: 500 ml Joghurt, 100 g Staubzucker, 1 Pkg. Vanillezucker, 2 EL Zitronensaft,
250 g Magertopfen, 6 Blatt Gelatine, 3 EL Hagebuttenmark, 1 EL Apfelsaft, 100 g
Staubzucker, 2 Bio-Zitronen, 2 Bio-Limetten, 2 Pkg. Vanillezucker
Zubereitung: Joghurt mit Staubzucker, Vanillezucker, dem Saft von zwei Limetten
und der geriebenen Schale einer Limette gut verrühren. Die Gelatine einweichen,
nach Packungsanleitung auflösen und unter die Joghurtmasse ziehen, wieder gut
verrühren. Den Topfen unter die Joghurtmasse ziehen, dann am besten über Nacht in
den Kühlschrank stellen.
Für den Hagebuttenspiegel, das Mark mit Apfelsaft und Staubzucker verrühren,
zuletzt den Vanillezucker und den Saft von zwei Zitronen unterrühren.
Zum Anrichten etwas Fruchtsauce auf ein Dessertteller geben, aus der
Joghurtmasse Nockerl ausstechen, vorsichtig auf die Fruchtsauce legen.
viele davon zu Köstlichkeiten macht: „Man muss
den Blütenansatz, den Stiel und die Samen im
Inneren der Kapsel entfernen. Dabei trägt man
am besten Handschuhe, denn die Samen mit
ihren Härchen reizen die Haut.
Alternativ lässt man die Hagebutten 20 Minuten in Wasser bei maximal 45 Grad ziehen und
streicht sie dann durch ein feines Passiersieb
oder durch die Flotte Lotte.“ Doch die Mühe
wird belohnt – mit einem außergewöhnlich feinen Geschmack und einem Gesundheitsbonus.
Denn Hagebutten enthalten um ein Vielfaches
mehr Vitamin C als etwa Zitrusfrüchte. Im Hetscherlshop der »tut gut«-Wirtin gibt’s allerlei
Köstlichkeiten zu kaufen, auch von anderen
Betrieben aus der Region: angefangen von Mus
und Marmelade über Saft und Likör bis hin zu
extravaganten Kreationen wie Selchwürstel und
Aufstrich. Jährlich heimsen Hetscherl-Produkte
von Herta Falkensteiner Prämierungen und
Preise bei der Ab-Hof-Messe in Wieselburg
ein.
Probieren auch Sie sie aus – die Vitamin-CBombe der Wildrosenregion. karin schrammel n
.
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3100 St. Pö
-0
Tel. 02742/9013
at
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info@
.at
www.noevers
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
Wir sind ein
familienfreundlicher
Arbeitgeber!
09/15
Die staatliche Auszeichnung für
familienfreundliche Personalpolitik
Alternative Angebote auf Radio Niederösterreich
Zucker ist nicht gleich Zucker
Gesundheitsthemen in
„Radio NÖ am Vormittag“ –
zwischen 9 und 12 Uhr
„Nö heute“ – täglich um
19 Uhr in ORF 2/N, jeden
Freitag mit Gesundheitsrubrik „La Vita“
noe.ORF.at/magazin/
daheiminnoe/
bewusstgesund/
42
WERBUNG
Die neuesten Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation besagen, dass allerhöchstens zehn
Prozent der täglichen Kalorien in Form von Zucker
gegessen werden sollen. Noch besser, so die offiziellen Empfehlungen, sind fünf Prozent – das entspricht etwa nur sechs Teelöffeln pro Tag … und
damit deutlich weniger, als wir oft tatsächlich zu
uns nehmen.
Aber es gibt auch Alternativen zum klassischen
Haushaltszucker. Darüber informiert Radio Niederösterreich am Donnerstag, 19. November nach
neun Uhr.
Die Palette der Angebote ist groß: Das beginnt
beim Agavensirup und geht über die Apfelsüße
und Kokosblütenzucker bis hin zu Stevia und zum
Birkenzucker.
Diesen Birkenzucker, auch Xylit genannt, können sogar Diabetiker essen. Er wurde schon vor
mehr als 100 Jahren entdeckt und wird in Finnland seit Jahrzehnten verwendet. Nun erobert
dieser pflanzliche Zuckeraustauschstoff auch
unsere Küchen. Mit der weißen Farbe und einer
kristallinen Struktur hat er große Ähnlichkeit mit
Haushaltszucker: Xylit ist ähnlich süß wie Zucker,
allerdings nur halb so kalorienreich und greift die
Zähne nicht an; von der Konsistenz her ist er ähnlich wie Traubenzucker und zergeht auf der
Zunge.
Birkenzucker wird oft in Kaugummis, Zahnpasten oder im Mundwasser verwendet, weil er von
Kariesbakterien nicht abgebaut werden kann und
Plaque daher keine Chance gibt.
Er eignet sich zum Süßen von kalten und heißen Getränken ebenso wie beim Kochen und der
Zubereitung von Obstsalaten, Müslis und Desserts
wie Puddings oder Topfenspeisen. Selbst zum
Backen eignet sich Birkenzucker – nur im Hefeteig
kann er herkömmlichen Zucker nicht ersetzen. Zu
beachten ist weiters, dass es bei der Einnahme
anfangs zu Blähungen und Durchfall kommen
kann – und dass der Preis vergleichsweise hoch
n
ist. Foto: Fotolia
Dass Zucker den meisten Menschen schmeckt, ist unbestritten.
Dass zu viel Zucker jedoch nicht gesund ist, auch.
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
nachhaltigkeit
Foto: fotolia
Gesunde Umwelt – gesunder Mensch
„Nachhaltigkeit“ ist ein mittlerweile schon etwas
abgenutztes Schlagwort – aber die Bedeutung
des Wortes können wir kaum überschätzen: Ein
nachhaltiger Lebensstil ist Umweltschutz. Und
dafür können wir uns Tag für Tag viele Male entscheiden. Das sagt nicht zuletzt Papst Franziskus, der in seiner im Juni veröffentlichten
Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ zu einer „ökologischen Bekehrung“ aufrief: Die Welt steht vor
Zukunftsfragen, die keinen Aufschub dulden.
Mit den herrschenden Maximen eines rein technologischen Fortschrittsglaubens, gepaart mit
einem rein auf Gewinn ausgelegten Wirtschaftssystem und Moralvorstellungen, wonach sich
jeder selbst der Nächste ist, fahre die Menschheit die Welt und sich selbst gegen die Wand,
warnte der Papst. Und ruft jeden Einzelnen zu
einem umweltbewussten und nachhaltigen
Lebensstil auf.
Doch wie geht nachhaltig leben? Wie führt
man ein gutes Leben und trägt dazu bei, unser
Ökosystem und die Lebensqualität auch für
künftige Generationen zu erhalten?
Ideen dazu findet man zum Beispiel im Internet auf www.wir-leben-nachhaltig.at. Dort heißt
es: „Diese Seite unterstützt Sie, Einkaufs-, Konsum- und Verhaltensmuster zu hinterfragen und
zu verändern. Mit einfachen Tipps und praktischen Anleitungen. Für jede Geldbörse, mit
wenig oder mehr Aufwand. Vom Einkauf, dem
Gebrauch bis hin zur Entsorgung von Produkten.“ Zum Beispiel finden Sie in der Kategorie
„Freizeit gestalten“ eine Menge an Spiel- und
Basteltipps, zum Beispiel, wie man sich ein
Wald-Xylophon baut oder Tiere aus Naturmaterialien bastelt. In der Kategorie „Essen & Trin-
Wir können
uns täglich
dafür entscheiden,
einen nachhaltigen
Lebensstil zu
führen statt
unnötig
Ressourcen
zu verbrauchen.
Nachhaltigkeit:
Tiere aus Naturmaterialen basteln
ken“ gibt es gute Tipps und Rezepte, etwa zum
Thema Wildobst, unter anderem dafür, wann
man Schlehen für die Marmelade erntet. „Haushalt & Wohnen“ bietet Tipps für den Schutz vor
Haushaltsschädlingen ebenso wie zum Einkauf
von Haushaltsgeräten oder zum Putzen und Reinigen. „Bauen & Sanieren“, „Textilien & Kosmetik“ sowie „Mobilität & Verkehr“ heißen die
weiteren Kategorien. Schmökern Sie und holen
Sie sich Tipps für ein nachhaltigeres – und oft
auch geldsparendes – Leben.
Informationen: www.wir-leben-nachhaltig.at
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
Seniorentanz
Lebenslust pur
Man lernt rasch anspruchsvolle Choreographien, trainiert sein
Hirn und bringt jede Menge Schwung ins Leben: Wer sich dem
Seniorentanz anschließt, findet Bewegung, die Spaß macht, neue
Freundschaften und die Lust am Leben.
44
Figuren & Tänze
Was sich nach einer Ballettstunde junger Tänzerinnen anhört, ist in Wirklichkeit eine Stunde
jener Tanzbewegung, die sich bereits über ganz
Europa und bis nach Brasilien ausgeweitet hat:
Seniorentanz. In Horn gibt es sogar vier Gruppen. Pünktlich erscheinen die Damen im Kunsthaus. Zum Aufwärmen üben sie im Sesselkreis
einfache Choreographien. Und dann geht es
auch schon richtig los: Jede Dame sucht sich
eine Partnerin, Inge Pröstler erklärt die Tanzschritte, die in schnellem Tempo eingeübt wer-
Fotos: © Weinfranz
Zwei Schritte nach vorne, eine Drehung und
wieder in die Ausgangsposition – immer wieder
üben sie die Grundelemente der Choreo­graphie,
bis sie sitzen und Tanzleiterin Inge Pröstler die
Musik am Laptop einschaltet. Und ab da spürt
man ihn dann, diesen Zauber, der die gesamten
zwei Tanzstunden lang in der Luft liegt: Anmutig bewegen sich die 16 Teilnehmerinnen über
den alten Parkettboden im Horner Kunsthaus,
elegant wechseln sie im Walzerschritt die Partnerin – und auf allen Lippen liegt ein glückliches
Lächeln.
den. Und obwohl die Bewegungen für die Teilnehmerinnen von Kurs zu Kurs neu sind,
beherrscht die Truppe die Choreographie
erstaunlich schnell. „Nirgendwo sonst gibt es
solch eine Vielfalt wie beim Tanzen ab der
Lebensmitte. Wir tanzen einfache Mixer mit
Schritttänzen, verschiedene Figuren, Kontratänze, Lines, Squares und Walzer. Aber vor allem
tanzen wir nichts in Gesellschaftshaltung, da wir
ja nur Frauen sind“, erklärt Inge Pröstler, bis vor
Kurzem Vorsitzende des Seniorentanz-Landesverbandes in Niederösterreich.
Tanzen erweckt Lebensgeister
Obwohl diese Tanzbewegung für Frauen und
Männer zugänglich ist, sind nur etwa zehn
Prozent aller tanzenden Senioren Männer. „Ich
denke, sie lassen sich nicht so gerne von Frauen
sagen, was sie zu tun haben. Und sie sind bequemer – Frauen nehmen ihr Leben ganz anders in
die Hand“, sagt Pröstler.
Und darum geht es auch beim Seniorentanz:
Sein Leben selbst in die Hand zu nehmen – und
das ist eine Herausforderung; denn sind die Kinder aus dem Haus und der Partner vielleicht
bereits verstorben, tritt leicht Einsamkeit ins
Leben. Hier setzt das „Tanzen ab der Lebensmitte“ an, es weckt ein Stück Lebendigkeit und
damit auch jede Menge anderer Dinge: „Man
kommt aus dem Haus, richtet sich ordentlich
her und zieht sich hübsch an. Und man hat
einen Ort, wo man dazugehört, wo man hingehen kann und wo es einfach schön ist.“
Und gemeinsam hat man dann während der
Tanzstunden vor allem eines: jede Menge Spaß.
„Wir haben es sehr lustig, wir können über uns
Von Line-Dance bis Walzer:
Tanzen ab der Lebensmitte
bringt jede Menge Vielfalt
aufs Tanzparkett.
www.sportlandnoe.at
bewegt.begeistert.gewinnt.
Unsere Sponsoring-Partner im Spitzensport:
Die Freude an der Bewegung und vor allem der
Spaß in der Gemeinschaft
ist den Damen deutlich
anzusehen.
Seniorentanz
www.seniorentanz.at –
Hier finden Sie alle 156
NÖ Tanzgruppen sowie
die 20 Gruppen Seniorentanz Plus. NÖ Landesvorsitzender Karl Hömstreit,
Tel.: 0664/1281953,
[email protected]
46
Seniorentanz
selber lachen und niemand ärgert sich“, lächelt
die 72-jährige Inge Pröstler. Und diese Leichtigkeit wirkt wie eine positive Spirale: Zwei Stunden lang rückt der Alltag mit all seinen Sorgen
und Unannehmlichkeiten in den Hintergrund,
zwei Stunden lang „tut einem nichts weh“. Es
gibt kein Limit, was das Alter der Tänzerinnen
angeht: Frauen Mitte 40 gesellen sich da genauso
aufs Tanzparkett wie so manche 90-jährige.
können. In Niederösterreich gibt es bereits 156
Tanzgruppen, in manchen Teilen herrscht aber
trotzdem „ein großer weißer Fleck“. Dabei sorgt
der Verband dafür, dass die Tanzbewegung
immer mehr in die Öffentlichkeit tritt. Gut vernetzt präsentiert sich das Tanzen ab der Lebensmitte im Internet (www.seniorentanz.at); die
Zeitschrift „treffpunkt:Tanz“ erscheint einige
Male im Jahr.
„Ein Glücksfall“
Tanzen als Gesundbrunnen
Dabei kostet es gerade im Alter Überwindung,
sich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Inge
Pröstler kennt das Gefühl selbst nur zu gut: Eine
Freundin, die bereits seit 20 Jahren getanzt
hatte, nahm sie damals mit in eine Stunde. Und
erzählte ihr dann: „Als du gekommen bist, hab
ich mir gedacht, das wird nie was.“ Denn in den
ersten zaghaften Versuchen am Parkett ist von
der späteren Leichtigkeit meist wenig zu spüren: Verkrampft und verspannt versucht man
mitzutanzen, die Schritte sind meist viel zu
groß. Inge Pröstler blieb trotzdem dabei, entdeckte ihre Leidenschaft für den Seniorentanz
und führt heute insgesamt vier Gruppen im
Waldviertel: „Es war einfach ein Glücksfall in
meinem Leben.“
Obwohl immer wieder engagierte Tänzerinnen die Ausbildung zur Tanzleiterin abschließen, sucht der Verband passende Frauen und
Männer, die künftig auch Gruppen führen
Die neuen Tanzbewegungen, die von Stunde zu
Stunde eingeübt werden, fordern von den Damen
jede Menge Konzentration. Und die wird auch
ordentlich trainiert: Im Kleinhirn befindet sich
eine Art Taktgeber, der einem Metronom gleicht.
Dieser Taktgeber ist verbunden mit Seh-,
Hör- und Gleichgewichtsorgan und erhöht die
Konzentrationsfähigkeit. Gerade durch das regelmäßige Tanzen wird es besser durchblutet. Und
vor allem: Auch nach langen Ruhephasen erweckt
die regelmäßige Bewegung das Taktgefühl
wieder. Und das Tanzen trainiert nach und nach
auch etwas, das vor allem im Alltag älterer
Menschen lebensnotwendig sein kann: Die Trittsicherheit wächst durch die bewussten Schritte
und Figuren, das verringert automatisch das
Sturzrisiko im Haushalt.
Nicht nur der Körper reagiert positiv auf die
tänzelnden Bewegungen, auch die Seele profitiert: Die Musik weckt oft Erinnerungen an
Fotos: © Weinfranz
GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN
Blutdruck messen –
Häufigkeit von
Herzrhythmusstörungen
erkennen.
in
Er hältlic h
tsun d Sanitä
A poth eke nd el.
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längst vergangene Tage und holt schöne
Momente wieder ins Bewusstsein. Inge Pröstler
bleibt ein ganz besonderer Moment im Gedächtnis, den sie in ihrer Ausbildung erlebte: Sie
gestaltete gemeinsam mit Kolleginnen ein Fest
in einem Altersheim. Eine Bewohnerin wurde
damals im Rollstuhl gebracht, in dem sie apathisch saß. Inge und die anderen Damen versuchten, sie mit einfachen Bewegungen und
Übungen anzuregen, aber nichts half. Doch als
die Musik aufgedreht wurde und der Schneewalzer erklang, reagierte die Frau – und den Tanzleiterinnen standen die Tränen in den Augen.
„Irgendetwas hat dieser Walzer in ihr wachgerüttelt. Solche Erlebnisse gibt es oft; wir beachten viel zu wenig, was die Musik mit uns macht.“
Seniorentanz Plus
Getanzt wird nicht nur in organisierten Kursen,
sondern auch in Heimen, Tageszentren oder in
Selbsthilfegruppen: „Seniorentanz Plus“ ist ein
ganzheitliches Aktivierungskonzept, das Menschen, die in ihrer Bewegung bereits sehr eingeschränkt sind, zu mehr Lebendigkeit, Selbstvertrauen und Beweglichkeit verhilft. Die Musik
wirkt entspannend und sorgt dabei für Glücksmomente. Diesen Hintergedanken hegte auch
eine Ärztin Mitte der Siebziger Jahre im ober­
österreichischen Strobl, als sie ihre Schwiegermutter in ein Heim brachte und mit ansehen
musste, wie sie dahinvegetierte. Diese Ärztin
begann, die alte Dame im Sitzen zu bewegen
und anzuregen – der Seniorentanz war geboren.
Wichtig ist Inge, dass der Seniorentanz nicht mit
Seniorentanzen verwechselt wird: „Senioren
tanzen für gewöhnlich etwas langsamer hin und
her. Bei uns hat jedes Musikstück eine eigene
Choreographie. Das Tanzen ist dabei gar nicht
so wichtig wie das Umsetzen der Bewegungen.“
Gemeinschaft pflegen
Überwindet man seinen inneren Schweinhund
und schließt sich einer Tanzgruppe an, dann
macht das Tanzen vor allem eins: Lust auf das
Leben. Mit einem gelungenen Line-Dance beendet die Tanzgruppe in Horn die zweistündige
Einheit, müde sieht aber keine der Damen aus,
im Gegenteil: Sie lächeln entspannt und tratschen angeregt miteinander. „Auch mit über 70
finden sich oft Freundschaften bei uns“, sagt
Pröstler. Und diese werden nach dem Kurs
gemeinsam gepflegt, etwa bei einem Besuch in
einem kleinen Restaurant. Der Tenor nach dem
Tanzkurs ist immer der gleiche, erzählt die engagierte Hornerin: „Schön war es wieder, ich freu
mich schon auf das nächste Mal. Und pass nur
auf dich auf, dass dir nichts passiert.“ Dass das
Leben wohl auf wenige Jahre begrenzt ist, wissen
diese Frauen, bis dahin bringen sie aber mit dem
Tanzen etwas in ihr Leben, das so manchem vielleicht gar ein ganzes Leben lang fehlt: LebendigDaniela Rittmannsberger n
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Ein Ruheloser im Ruhe
Sanft gleitet sein Finger über die zahllosen Blätter,
die in einer der Schubladen in seinem Arbeits­
zimmer aufgestapelt sind. Hunderte Zeichnungen
lagert er im zweiten Stock seines Hauses im Süden
St. Pöltens. Hauptsächlich Aquarell-Malerei, aber
auch der Holzdruck und – seit neuestem – die
Tuschmalerei haben es ihm angetan. Hofrat Prof.
Franz Rupp ist 77 Jahre alt und zeichnet seit seiner
Kindheit. Auch seinen Vater hat er porträtiert, was
sehr wichtig für ihn ist; er verstarb, als Rupp zwölf
Jahre alt war. Die Kunst hat sein ganzes Leben
geprägt. So ist es keine Überraschung, dass heute
neben seinen Gemälden auch Werke seiner Frau
Ingrid die Wände schmücken.
Zeichnerisches Talent
Geboren und aufgewachsen in Herzogenburg und
stets Vorzugsschüler, begann er eine Lehre bei
einer kleinen Firma für Karosseriebau. Er sollte
dort Vorarbeiter und Betriebsleiter werden, da der
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Betrieb einem Verwandten gehörte, der selbst
noch keine Kinder hatte. Die Lehre schloss er mit
Auszeichnung ab, verletzte sich aber bei einem
Arbeitsunfall die Wirbelsäule und durfte nicht
mehr schwer heben. Als er hörte, dass man bei der
Krankenkasse Leute suchte, bewarb er sich und
wurde angenommen. „Irgendwann wurden wir
neuen Angestellten gefragt, wer ein Zeichentalent
hat. Da ich der Einzige war, der aufzeigte, bekam
ich die Aufgabe, Tafeln mit etwa zwei mal zweieinhalb Metern mit Grafiken zu versehen, die die
Leistungen der Krankenversicherung darstellen
sollten“, erinnert er sich, „diese Tafeln haben
Gefallen gefunden und so habe ich später Schulklassen und andere Besuchergruppen durch die
Ausstellung geführt.“
Danach besuchte er verschiedene Kunstseminare und hatte seine erste Ausstellung in der
Secession in Wien. „Ich hatte später Angebote aus
den USA, eine Zeichenschule in Dallas zu grün-
FotoS: Markus Feigl
Bis 1999 war Franz Rupp Generaldirektor der NÖ Gebietskrankenkasse. Heute, in Pension, ist er so aktiv und beschäftigt wie eh und je.
Die Geschichte eines „Erfolgssuchers“.
voll im LEBEN
Porträt
St. Pölten in einer Auflage von 1.000 Stück verkaufte. Rupp stolz: „Ich arbeite gerade an Bildern
für den zweiten Schirm.“ Den St. Pöltner Alt­
bürgermeister Willi Gruber beispielsweise hat er
für die Ahnengalerie im Rathaus porträtiert.
Viel Ehrgeiz
In der Gebietskrankenkasse wurde er zum jüngsten Abteilungsleiter, er war immer ausgesprochen
zielstrebig – was für ihn nicht immer von Vorteil
war: „In den 80er-Jahren habe ich den Lehrgang
Management für Führungskräfte in Wirtschaft
und Verwaltung besucht. Das wurde mir zunächst
von meinem Vorgesetzten verboten, weil ich ja
‚nur‘ Abteilungsleiter war. So einen ManagementKurs dürfe doch nur ein Direktor besuchen.“ Als er
sein Abschlusszertifikat über den Dienstweg einreichen wollte, wurde es zerrissen, erzählt er. Für
ihn gibt es Misserfolgsvermeider und Erfolgssucher: „Misserfolgsvermeider wollen nichts angreifen, damit sie keine Fehler machen. Erfolgssucher
wollen etwas umsetzen. Ich glaube, dass ich zur
letzteren Kategorie gehört habe.“ So wurde er 1992
Generaldirektor der NÖ Gebietskrankenkasse.
stand
Ob zu Hause oder im
Atelier: Franz Rupp
malt für sein Leben
gern und hat für
seine Motive bereits
die halbe Welt
bereist.
den, und wurde nach Jordanien eingeladen, um
Bilder für den dortigen Flughafen und die österreichische Botschaft zu zeichnen.“ Seither hielt er
immer wieder Malkurse im Inland und im benachbarten Ausland. Für seine Tätigkeit wurde ihm der
Prandtauer-Preis der Stadt St. Pölten verliehen.
Porträtmalerei
Nach langen Arbeitstagen im Büro nutzte er die
Zeichnerei als Ausgleich. „Ich habe dann meistens
den Pinsel in die Hand genommen und bin an die
Traisen gefahren, um dort zu malen“, erzählt
Rupp. Denn aus dem Gedächtnis malen ist nicht
seine Sache. Er möchte sein Motiv vor sich haben.
Das gilt für Landschaften wie für Menschen. Rupp
verkauft selten Bilder, sondern stellt sie eher als
Gegenleistung für seine Modelle zur Verfügung.
„Wenn sich jemand von mir porträtieren lässt und
ich fünf Porträts von ihm male, dann darf er sich
am Ende eines aussuchen – das ist meine Gegenleistung dafür, dass die Person eben eine Zeit lang
da sitzen muss.“
Der Aufwand ist deutlich höher als der Ertrag
für ein Bild, erklärt er, deshalb stellt er seine Werke
nur mehr selten aus. Einige seiner Motive wurden
auf einem Regenschirm verewigt, den die Stadt
GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH
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„Es gibt Dinge
zwischen Himmel und Erde,
die können wir
wahnsinnig
schwer
einschätzen.“
Direkter Kontakt
Rupp baute die Krankenkasse zu einem modernen
Dienstleistungsbetrieb um. Jedem Menschen, der
kam, musste geholfen werden. War die Krankenkasse nicht zuständig, musste beispielsweise
zumindest Telefonkontakt zur zuständigen
Behörde hergestellt werden. Rupp: „Das hat dazu
geführt, dass wir vier Jahre in Folge bei Meinungsumfragen der Arbeiterkammer NÖ der Dienstleister mit dem höchsten Vertrauen in der Bevölkerung waren.“ Sein Motto war: Wer etwas verändern will, muss bei sich selbst beginnen. Deshalb
konnte man Rupp stets direkt am Telefon erreichen. Ohne Sekretariat oder sonstige Zwischenschaltungen – „ein riesiger Zeitaufwand, aber
wichtig für die Kundenzufriedenheit.“ Die Qualitätskontrolle übernahm er kurzerhand selbst,
indem er sich bei Gelegenheit vor die Türen der
Außenstellen der Krankenkasse stellte und die
Kunden fragte, ob sie gut beraten worden waren.
Wenn damals ein Angestellter jemanden beleidigte, dann musste er sich entschuldigen. Notfalls
mit ein paar Blumen.
Vorläufer der E-Card
In seiner Amtszeit wurde ein größeres Augenmerk
auf die Gesundheitsvorsorge gelegt und ein einheitliches Datenverarbeitungssystem für alle
Gebietskrankenkassen in Österreich angestrebt.
Auch die ärztliche Versorgung am Land war Rupp
sehr wichtig: Er wollte, dass sich Fachärzte auch in
Nicht-Bezirkshauptstädten ansiedeln. Außerdem
49
war Franz Rupp einer jener Pioniere, die seit Mitte
der 80er-Jahre an der schwierigen Entwicklung der
E-Card mitwirkten, die seit 2005 bundesweit den
Krankenschein ersetzt.
Wünschelrutengänger
Rupp hat noch eine andere Leidenschaft: „Ing.
Malzacher, ein Malerkollege, hat mich zur Radiästhesie, dem Wünschelrutengehen, gebracht“,
erzählt Rupp. „Ich habe ihn im ORF gesehen und
beim nächsten Wiedersehen zu ihm gesagt: ‚Du
bist doch der größte Scharlatan, so einen Blödsinn
glaubst du doch selber nicht!‘ Doch er meinte, er
würde es mir beweisen und drückte mir eine Weidenrute in die Hand.“ Und tatsächlich stellte Rupp
fest, dass er selbst „rutenfühlig“ ist und Strahlenkreuzungen in der Erde erkennen kann. Später war
er dann an der Gründung des Europäischen Zentrums für Umweltmedizin beteiligt: „Für diese
Tätigkeit habe ich aber nie etwas verlangt“, stellt
Rupp klar. Aus 28 Bewerbern wurden drei Rutengänger ausgewählt, die die gleichen reproduzierbaren Ergebnisse erspürten und dann Hausuntersuchungen durchführten. „Das wurde später aus
finanziellen Gründen abgedreht“, ist Rupp enttäuscht. Der Erfolg der Arbeit war aber eindeutig:
„Wenn Kinder Bettnässer waren oder oft krank,
selbst bei Krebspatienten konnte man eine Verbesserung der Lebensqualität herstellen, wenn
man das Bett umstellte.“
Lebensretter
Vor allem Bauern waren dafür sehr offen, wie
Rupp erzählt, denn schließlich ging es bei ihnen
um die Gesundheit ihrer Tiere und man stellte fest,
dass beispielsweise Schweine, die an bestimmten
Stellen im Stall lagen, öfter Fehlgeburten hatten als
Voller Terminkalender
1999 ging Rupp in den Ruhestand. Eigentlich ist
Ruhestand das falsche Wort, denn sein Termin­
kalender ist nach wie vor voll: Jeden Dienstag trifft
er sich mit seiner Malergruppe in Weissenkirchen
oder Langenlois. Jeden Donnerstag besteigt er mit
seiner Wandergruppe einen Berg, egal ob Sommer
oder Winter. Und nach wie vor nimmt er auch
unentgeltliche Auftragsarbeiten wie für den neuen
Regenschirm der Stadt St. Pölten an, um seine
große Liebe, die Malerei, einer breiten
Öffentlichkeit präsentieren zu können.
Ein tatsächlicher Ruhestand ist also noch nicht
in Sicht. Auch wenn sein damaliger KrankenkassenObmann, Ferdinand Ebner, einmal zu ihm gesagt
hat: „Pass auf, du bist wie ein Esel. Und einem Esel
lädt man einen Sack auf. Wenn er ihn trägt, lädt
man einen zweiten auf. Und dann einen dritten
und einen vierten, bis er zusammenbricht. Nimm
nicht alles an, worum man dich bittet!“ Rupp allerdings wirkt selbst mit seinen 77 Jahren noch, als
könnte er noch zwei, drei weitere Säcke stemmen. Markus Feigl n
Impressum
Herausgeber: NÖ Landeskliniken-Holding, 3100 St. Pölten. Projektleiter: Mag. Bernhard Jany, NÖ Landeskliniken-Holding. Verleger:
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Offenlegung gemäß § 25 Medien­gesetz siehe www.gesundundleben.at
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Die nächste
Ausgabe von
Gesund&Leben
erscheint am
30.11.2015
Foto: Markus Feigl
Franz Rupp und Gattin
Ingrid im heimischen
Garten. Das Haus liegt in
der Nähe der Traisen, die
Rupp gerne als Motiv für
seine Bilder heranzieht.
andere. Rupp weiter: „Es ist altbekannt, dass
Katzen einen solchen Strahlungskreuzungsplatz
suchen und Hunde diesen meiden. Das heißt, dort
wo Hunde schlafen, ist alles in Ordnung, dort wo
Katzen schlafen, sollte man sein Bett nicht hinstellen.“ Auf Anfrage habe er die Radiästhesie außerhalb des Instituts aber nur in Einzelfällen betrieben: „Ein schönes Beispiel für eine Ausnahme war
eine Wirtin im Waldviertel, in deren Gästehaus ich
öfter über Nacht blieb, um dort in der Natur zu
malen. Als ich wieder einmal dort war, erzählte mir
ihre Tochter, die Mutter läge oben im Bett und
mache sich bereit zum Sterben. Ich bin dann in ihr
Zimmer gegangen und habe den Raum untersucht
und ihr Bett verstellt. Die nächsten sechs Monate
habe ich alle paar Tage angerufen und gefragt, wie
es ihr geht. Anfangs ging es ihr sehr schlecht, aber
nach wenigen Monaten stand sie wieder in der
Küche und arbeitete. Bei einem Besuch sagte sie
dann zur mir: ‚Herr Rupp, ich habe Ihnen mein
Leben zu verdanken. Heute sind Sie mein Gast.‘“
Nachdenklich fügt er hinzu: „Anfangs war ich
ein Kritiker, aber es gibt Dinge zwischen Himmel
und Erde, die können wir wahnsinnig schwer
einschätzen.“
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