Wir sind Weltmeister - Impuls Mittelschule

Datum: 27.03.2016
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1
In der Schweiz werden immer mehr Irwloor-Hanf anlagen von der Polizei entdeckt. Im Jahr 2014 wurden 1759 Plantagen ausgehoben.
Wir sind Weltmeister
im Kiffen
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Schweizer Knaben zählen weltweit zu den intensivsten Kiffern. Bald
könnte der Stoff legalisiert werden, obwohl Cannabis bei Jugendlichen
schwere psychische Schäden verursachen kann. Tun wir genug für den
Schutz unserer Teenager? Von Regula Freuler und Theres Lüthi
wird 2016 zum Schlüs- prozesse eingreifen.» Hinweise dafür ergeseljahr in der Droben sich aus Tierversuchen: Verabreicht man
genpolitik? Nachdem
einige US-Gliedstaaten und Uruguay
Cannabis unlängst
legalisiert haben, will
der kanadische Premierminister dieses Jahr
nachziehen. Und in drei Wochen findet in
New York eine Uno-Sondertagung statt, die
Cannabislegalisierung gehört zu den Haupttraktanden. Auch in der Schweiz steht ein
Umbruch bevor: Noch bis Ende Jahr dürfte
das Bundesamt für Gesundheit vier Schweizer Städten die Erlaubnis für ein Pilotprojekt
zur regulierten legalen Cannabisabgabe
geben. Was bedeutet das für die Jugendlichen in diesem Land?
Kiffen ist unter Schweizer Teenagern weit
verbreitet, und nirgendwo haben so viele
15-jährige Buben Cannabiserfahrung wie bei
uns. Dies zeigen die neusten Daten der internationalen Schülerbefragung «Health Behaviour in School-aged Children» (HBSC).
Demnach haben hierzulande 29 Prozent der
15-jährigen Buben und 19 Prozent der 15-jährigen Mädchen schon einmal Cannabis konsumiert. Der internationale Durchschnitt
liegt bei 15 Prozent. Zwar hat sich der hiesige
Anteil der Buben mit Cannabiserfahrung in
den letzten Jahren von 46 Prozent im Jahre
2002 verringert, gleichwohl ist er noch
immer dreimal so hoch wie 1986. Laut dem
«Suchtpanorama Schweiz» hat der Konsum
unter den 15- bis 19-Jährigen seit 2011 sogar
wieder zugenommen.
Dabei steht fest, dass Cannabis in der
Pubertät besonders problematisch ist. Die
Hirnentwicklung des Menschen ist erst im
Alter von etwa 25 Jahren abgeschlossen, und
das Cannabinoid-System spielt darin eine
wichtige Rolle. «Das Gehirn wird gerade in
der Pubertät noch einmal stark umgebaut»,
sagt Boris Quednow, Drogenexperte an der
Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich,
«und einer der Inhaltsstoffe des Cannabis,
das THC, kann in diese neuronalen Umbau-
Ratten während der Pubertät THC, entwickeln sie später kognitive Defizite. «Behandelt man sie jedoch vor oder erst nach der
Pubertät, treten die Probleme nicht auf»,
sagt Quednow.
Trigger für Psychose
Besonders brisant ist der Zusammenhang
zwischen Cannabiskonsum im Jugendalter
und der Entwicklung einer schizophrenen
Psychose, die das weitere Leben einschneidend verändern kann. Maurizia Franscini
arbeitet beim Ambulatorium Zürich der
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
und -psychotherapie und ist für den Bereich
Psychose zuständig. Sie ist oft mit Jugendlichen konfrontiert, die nach intensivem
Cannabiskonsum mit präpsychotischen
Symptomen wie das Gefühl, beobachtet zu
werden, Wahrnehmungsveränderungen
sowie Derealisation und Depersonalisation
zu ihr kommen. «Die Jugendlichen haben
das Gefühl, wie in einem für sie gemachten
Film zu leben», sagt Franscini, «sie empfinden die Realität als unecht.» Diese Symptome können auf eine entstehende psychotische Störung hinweisen. Solche Probleme
treten in der Regel nach intensivem Konsum
auf. Doch es gibt auch Ausnahmen. Bei einer
kleinen Anzahl von ihren jungen Patienten
passierte es nach dem ersten Mal. «Sie haben
einmal Cannabis konsumiert und dann
Derealisationssymptome entwickelt, die
über Monate präsent waren.»
Auch wenn der Cannabiskonsum alleine
nicht für die Entwicklung psychotischer
Störungen verantwortlich gemacht werden
kann: «Cannabis kann den Weg zu einer
Psychose vereinfachen, es wird als Trigger
gesehen», sagt die Zürcher Ärztin.
Bei manchen Jugendlichen führt der weitere Konsum zum definitiven Bruch mit der
Realität: Eine Cannabis-induzierte Psychose
dauert etwa eine Woche, leichtere Symptome können aber Monate andauern. Alar-
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mierend ist, dass drei Viertel jener, die eine
Cannabis-induzierte Psychose entwickeln,
später an einer chronisch psychotischen
Störung wie Schizophrenie erkranken.
«Wenn jemand anfängt, nach dem Cannabiskonsum Stimmen zu hören, oder sich verfolgt fühlt, sollte er unbedingt damit aufhören», sagt auch Boris Quednow. Experten
gehen heute davon aus, dass das Risiko einer
Psychose nur bei Menschen mit einer genetischen Veranlagung besteht. «Es glaubt heute
fast keiner mehr, dass man sich eine Psychose ankiffen kann, wenn man diese genetische Vulnerabilität nicht hat», sagt Quednow.
«Das Problem ist nur, dass sich diese bisher
nicht bestimmen lässt.»
Und der Aufwand, solche Ereignisse zu
verhindern, rechnet sich nicht. Denn laut
Schätzungen müsste man zwischen1000
und 10 000 Personen von der Droge fernhalten, um einen Fall einer schizophrenen
Psychose zu verhindern. Diese Zahl wird von
Legalisierungsbefürwortern gerne ins Feld
geführt. Eine falsche Argumentation, findet
Quednow. «Psychosen sind nicht das eigentliche Problem des Cannabis», sagt er, «weil
sie relativ selten auftreten.» Weit häufiger
sind andere Leiden. «Die Abhängigkeit wird
massiv unterschätzt. Viele glauben, Cannabis mache nicht abhängig. Aber das ist ein
Mythos und schlicht nicht wahr.» Das Suchtrisiko von Cannabis liegt ähnlich hoch wie
von Alkohol, nämlich bei etwa 10 Prozent der
Konsumenten. Von jenen, die bereits als
Jugendliche mit dem Kiffen beginnen,
werden sogar 17 Prozent abhängig.
Zudem spielt ein früher Cannabiskonsum
bei der Entstehung von Suchterkrankungen
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generell eine Rolle. «Wer im jungen Alter
Cannabis konsumiert, entwickelt im Laufe
des Lebens häufiger eine Abhängigkeit
als andere Menschen, und dies nicht nur
von Cannabis, sondern auch von anderen
Substanzen», sagt Quednow. Bei starkem
Konsum erhöht sich ausserdem das Risiko
für andere psychische Störungen wie Depressionen und Angsterkrankungen.
Der Hauptinhaltsstoff von Cannabis, das
Delta-9-Tetrahydrocannabinol, kurz THC,
dockt im Gehirn an sogenannte CB1-Rezeptoren an. Diese liegen in Regionen des
Gehirns, die mit Lernen und Gedächtnis,
Motivation und Entscheidungsfähigkeit zu
tun haben - Fähigkeiten also, die für die Entwicklung junger Menschen besonders wichtig sind. Wie ein regelmässiger Cannabiskonsum in die Hirnentwicklung genau eingreift,
ist zwar noch nicht verstanden. Doch beobachtet man bei regelmässigem Cannabiskonsum oft Symptome wie Antriebslosigkeit,
Gleichgültigkeit und generelles Desinteresse.
Für junge Menschen in Ausbildung schlechte
Voraussetzungen. «Das kann eine Kettenreaktion mit weitreichenden Folgen für die
weitere Entwicklung lostreten», sagt
Maurizia Franscini. So zeigen Studien einen
tieferen IQ im Alter. Zudem erreichen diese
Personen ein niedrigeres Bildungsniveau, sie
sind beruflich weniger erfolgreich, und ihre
Lebenszufriedenheit ist geringer. Sorgen
bereitet den Fachleuten, dass der THC-Gehalt in den letzten Jahren stark gestiegen ist.
«Jugendliche sollten so wenig Zugang wie
möglich zum Cannabis haben», sagt darum
Boris Quednow. Doch das ist nachweislich
nicht der Fall. Im Gegenteil, nirgendwo in
Europa wird so viel gekifft wie unter Schwei-
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Um so viel nahm
die Zahl der
Cannabis-bedingten
Verkehrsopfer im
Gliedstaat Colorado
zwischen 2010 und
2014 zu. 2012 wurde
Cannabis dort lega-
lisiert.
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Jugendliche mit
einer Bong und
Hanfblüten. In der
'
Schweiz ist Canna-
bis die mit Abstand
am häufigsten
konsumierte illegale
Substanz.
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zer Buben, und diese belegten auch international bei der letzten HBSC-Studie von
2009/2010 Platz eins (bei der neueren Studie
lieferten die USA keine Daten). Dabei werden
jährlich viele Millionen Franken für Suchtprävention ausgegeben. Was läuft schief?
Suchtprophylaxe ist im Lehrplan 21 verankert, jedoch nur allgemein formuliert.
Präventionsangebote gibt es viele. Informationen erhält man bei der überregionalen
privaten Stiftung «Sucht Schweiz», die mit
Bundesgeldern mitfinanziert wird. Dazu
kommen viele lokale Beratungsstellen.
Die positive Nachricht der letzten HBSCStudie ist, dass der Cannabiskonsum in der
Schweiz allgemein etwas abgenommen hat.
«Aber leider nicht bei der Untergruppe mit
dem grössten Risiko», sagt Felix Hanselmann
von der Suchtpräventionsstelle Zürich Oberland. Das Hauptproblem eines intensiven
Cannabiskonsums sieht der Soziologe im
Bereich der Persönlichkeitsentwicklung.
«Zwischen 10 und 18 Jahren wird die sekundäre Sozialisation abgeschlossen. Wer zu viel
kifft, riskiert, die Entwicklung seiner Kompetenzen in Bereichen wie Empathie und Konfliktlösung zu verzögern.» Früher musste ein
Handwerker nicht unbedingt sozialkompetent sein. «Ohne diese Fähigkeit hat man
heute aber viel mehr Mühe auf dem Arbeitsmarkt.» Die Meinung der Initianten des
Schweizer Pilotprojekts, Cannabis mit tiefem
THC-Gehalt sei gefragt, überzeugt Felix Hanselmann nicht «Ein THC-Gehalt unter
12 Prozent ist nicht für alle Konsumenten
attraktiv.» Das heisst, es wird auch weiterhin
Konsumenten geben, die Cannabis mit
hohem THC-Gehalt bevorzugen.
Petra Buchta von der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich vertritt einen Ansatz,
über den in der Schweizer Sozialarbeit Konsens herrscht: «Wir verteufeln das Kiffen
nicht, weil man Jugendliche damit nicht
erreicht. Stattdessen wollen wir mit ihnen
Strategien entwickeln, wie sie ihren Konsum
reduzieren oder ganz aufgeben können. Sie
sollen beurteilen lernen, welche Konsequenzen Drogenkonsum für sie haben könnte.»
Das Zauberwort heisst «Konsumkompetenz».
Selbstverantwortung ist wichtig, aber
überfordert man damit die Schweizer Buben,
oder warum kiffen sie mehr als ihre europäischen Kollegen? Keine der befragten Suchtpräventionsstellen hat darauf eine Antwort.
Auch Buchta nicht. «Ich kann nur etwas zu
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ihren Motiven sagen: Mädchen konsumieren
Drogen, um Sorgen zu vergessen, bei Buben
geht es vor allem um Männlichkeitsdemonstration und Gruppenzugehörigkeit.»
Hört man sich unter Teenagern um, so ist
Cannabis omnipräsent. «Es ist leichter, Cannabis zu bekommen als Alkohol», sagt
Michael (Name geändert). Der Lehrling aus
dem Kanton Zürich ist gerade 19 geworden.
«Bei uns im Quartier sind mindestens sechs
Dealer unterwegs, und weil drei Viertel
meiner Kollegen kiffen, hat sicher immer
irgendjemand etwas dabei.»
Zum ersten Mal Cannabis probiert hat
Michael mit 15. «Ich hatte keinen Stress oder
so, mir war einfach langweilig», erinnert er
sich. An Michaels Schule gab es zwar
Suchtpräventionslektionen. «Aber bei Cannabis bringt das nichts», ist er überzeugt.
«Bei Heroin heisst es: Abstand! Aber Gras
wird wie Alkohol eingestuft - oder sogar als
noch harmloser.» Bald rauchte Michael vor
der Schule, in der Mittagspause und wieder
am Abend. Zwei bis drei Gramm pro Tag.
Eines Tages kamen seine Eltern dahinter.
«Sie nahmen es nicht so schwer. Am
schlimmsten fanden sie, dass mein Taschengeld so rasch aufgebraucht war.» Er musste
mit auf eine Beratungsstelle. Offenbar
hat das etwas ausgelöst: Michael hat es
geschafft, seinen Konsum zu reduzieren,
und er kifft nur noch etwa jeden zweiten Tag.
«Es ist besser so, ich hatte nämlich Stimmungsschwankungen. Ausserdem habe ich
bald Lehrabschlussprüfung. Bin ich bekifft,
kann ich mir den Schulstoff nicht merken.»
Zu sanfte Prävention?
Wie wirken Präventionsanlässe auf Jugendliche? An der Kantonsschule Freudenberg in
Zürich fand unlängst ein solcher statt. Drei
Lektionen, bei denen die Substanz und die
rechtliche Lage erläutert wurden sowie ein
Gespräch unter der Leitung eines Sozialpädagogen. Anouk, Paula, Nico und Sam (Namen
geändert), 14 und 15 Jahre alt, sind sich einig:
Die juristischen Informationen der Polizistin
fanden sie interessant, denn viele wissen
nicht, dass nicht nur Dealen, sondern schon
Kiffen ein Delikt ist. Das Gruppengespräch
hingegen lief harzig. «Der Sozialpädagoge
wollte auf Kumpel machen», sagt Nico,
«indem er erzählte, er habe auch schon
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Auswirkungen der Liberalisierung
bleibt die grosse Frage, welche Auswirkungen dies auf die Jugendlichen hätte. Untersuchungen aus den USA lassen vermuten,
dass eine Legalisierung das Konsumverhalten beeinflussen könnte, weil damit der
Eindruck einer harmlosen Droge vermittelt
würde. Bei einer Umfrage unter 6000 Highschool-Schülern vor der Legalisierung gaben
10 Prozent der Nichtkonsumenten zu Protokoll, Cannabis im Falle einer Legalisierung
ausprobieren zu wollen. Dazu zählten pikanterweise vor allem Schüler, die sonst die
Finger davon lassen würden: Nichtraucher,
Religiöse und solche mit einem Drogen abgeneigten Freundeskreis. Eine kürzlich publizierte Studie mit 172 000 15-Jährigen aus
38 Ländern verglich den Cannabiskonsum in
Abhängigkeit der Gesetzeslage. Das Fazit:
Die Cannabis-Liberalisierung ist an einen
höheren Cannabiskonsum gekoppelt - wobei
die Auswirkungen der Gesetzesänderung oft
erst nach einigen Jahren ersichtlich werden.
Beim Schweizer Pilotprojekt, das eine
politische Initiative und eine wissenschaftliche Studie vereint, soll in Vereinslokalen
qualitätskontrolliertes Cannabis an die Mitglieder abgegeben werden. Nur Volljährige
sollen Zugang zum Cannabis bekommen, wie
Sandro Cattacin betont. «Wissenschaftlich
gesehen wäre 20 sogar besser als 18», sagt der
Genfer Soziologieprofessor und Mit-Initiant.
Eine Cannabis-Abgabe an jugendliche
Problemkonsumenten kann er sich vorstellen, «aber nur in einem therapeutischen Setting, nicht in den Vereinen». In Genf gebe es
ungefähr 50 solcher Problemkonsumenten,
für Zürich vermutet er eine ähnliche Zahl.
Mit dem Projekt hofft Cattacin, Cannabis
schwerer verfügbar zu machen für Jugendliche, indem es dem Schwarzmarkt schade.
Dieser ist stark gewachsen: Die Verzeigungen wegen Einfuhr von Hanfsamen haben
sich verzehnfacht, die Zahl entdeckter
Indoor-Plantagen stieg zwischen 2013 und
Bei der Diskussion um eine Legalisierung
2014 von 1476 auf 1759.
Hört man sich unter
Teenagern um, so ist
Cannabis omnipräsent.
«Es ist leichter, Cannabis
zu bekommen als
Alkohol», sagt Michael.
gekifft und wisse, wie das so sei als Jugendlicher.» Die vier lachen. «Da fühlte ich mich
nicht ernst genommen.» Haben sie seit dem
Präventionstag mehr Respekt vor der Droge?
Wieder sind sie sich einig: Nein. Da erinnert
sich Paula an einen Film über Tabakkonsum:
«Das waren verstörende Bilder. Voll gruusig,
so mit dem Loch im Hals vom Krebs.»
Sind die Präventionslektionen in der
Schweiz zu sanft? Sam denkt nach. «Ich
brauche keine abschreckenden Bilder mit
abgemagerten Junkies, das ist zu weit weg
von meinem Leben. Aber mit einem jungen
ehemaligen Kiffer würde ich schon gern diskutieren und ihm Fragen stellen.»
Freudenberg-Prorektor Beat Gyger ist
skeptisch gegenüber einem Betroffenen-Einbezug. «Da entsteht rasch eine Situation wie
im Zoo.» Die Diskussion über eine CannabisLegalisierung (für Volljährige) verfolgt er mit
gemischten Gefühlen. «Ich sehe die Vorteile
einer Entkriminalisierung», sagt er, «aber bei
einer Legalisierung wird es für die Schulen
noch schwieriger, etwas durchzusetzen.
Dabei verstehe ich es auch als meinen Auftrag, Schüler zu schützen, die nichts mit
Kiffen zu tun haben wollen und nicht verstehen würden, wenn die Schule nichts
dagegen unternähme.»
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Suchtpotenzial
Wahrscheinlichkeit
dass Konsumenten
abhängig werden.
Tabak:
Tabak: 32%
32%
Heroin: 23%
23%
Heroin:
Kokain: 17%
17%
Kokain:
Alkohol:
Alkohol: 10-15%
10-15%
Cannabis:
Cannabis: 10-12%
10-12%
Stimulanzien
Stimulanzien
(ohne Kokain):
Kokain): 10%
10%
(ohne
Angstlösende und
und
Angstlösende
Beruhigungsmittel: 9%
9%
Beruhigungsmittel:
Schmerzmittel: 9%
9%
Schmerzmittel:
Psychedelische
Psychedelische
Drogen: 5%
5%
Drogen:
Quelle:
Quelle:Anthony
Anthony2002
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Zutaten eines
Joints: Zigarettenpapier, Filter, Tabak
und ein Plättchen
Haschisch, auch
«Shit» genannt.
Schweizer Knaben kiffen
kiffen am
am meisten
meisten
Cannabiserfahrung in
in Europa
Europa
15-Jährige mit Cannabiserfahrung
Mädchen (in %)
Knaben (in %)
Schweiz
29
Frankreich
29
Italien
27
Belgien
26
19
19
26
17
17
18
Tschechien
Tschechien
Dänemark
England
18
Niederlande
Österreich
Ungarn
19
19
Deutschland
Finnland
18
20
Spanien
18
15
13
13
12
14
14
Schweden
Quelle: HBSC
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Fünf Fragen zu Cannabis
Der Stoff
hält sich
lange im
Körper
1. Was ist Cannabis?
Cannabis ist der botanische Name
von Hanf. Die weibliche Pflanze
wird als Rauschmittel verwendet.
Konsumiert wird Cannabis in Form
von Marihuana (Gras), Haschisch
(Harz, «Shit») oder Öl. Besonders
gefährlich sind synthetische
Cannabinoide («Spice»). In der
Schweiz ist Cannabis illegal. Eine
Volksabstimmung 2008 zur Legalisierung wurde mit 63 Prozent
der Stimmen abgelehnt.
2. Was ist der THC-Gehalt?
Verantwortlich für die Rauschwirkung ist das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Ab einem
THC-Gehalt von 1 Prozent spricht
man von Drogenhanf. Cannabis
enthält aber auch viele andere
Wirkstoffe. Das Cannabidiol etwa
scheint vor Psychosen zu schützen. Doch THC und Cannabidiol
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sind Gegenspieler - wird einer
Pflanze mehr THC angezüchtet,
vermindert sich der Cannabidiol-Gehalt. Der THC-Gehalt ist in
den letzten Jahr stark gestiegen.
3. Wie wird es konsumiert?
Am häufigsten wird Cannabis
geraucht. Es kann auch als Gebäck
gegessen oder mittels Vaporizer
inhaliert werden.
4. Wie wirkt Cannabis?
Bei manchen Menschen wirken
Cannabinoide entspannend, bei
anderen euphorisierend oder
sedierend. In höheren Dosen
können sie Paranoia und bei
Personen mit genetischer Veranlagung Psychosen auslösen. THC
lagert sich vorwiegend im Fettgewebe an und wird nur langsam abgebaut.
5. Ist Cannabis ein Heilmittel?
THC kann bei Krebspatienten die
durch Chemotherapien verursachte Übelkeit und Brechreiz
unterdrücken. Andere Inhaltsstoffe wirken schmerzlindernd.
Studien weisen zudem auf einen
möglichen Einsatz bei Epilepsie
und multipler Sklerose. WO
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