Bauen
für die
2000-Watt-Gesellschaft
Heute sind wir eine 6000 WattGesellschaft. Um zur 2000Watt-Gesellschaft zu gelangen,
sind vor allem im Gebäudebereich grosse Anstrengungen
notwendig. Das Bauen und
Bewirtschaften von Gebäuden
verschlingt rund die Hälfte des
gesamten Energieverbrauchs
der Schweiz (3000 Watt pro
Person).
Die Bereiche Wärme, Baustoffe,
Elektrizität und die durch das
Gebäude verursachte Mobilität
müssen durch geeignete
Gebäudekonzepte energieeffizienter und sparsamer werden.
Nachhaltige Stadt Zürich — auf dem Weg zur
2000-Watt-Gesellschaft
Das Hochbaudepartement ist in diesem Legislaturschwerpunkt des Stadtrats verantwortlich für
das Themenfeld „Nachhaltiges Planen, Bauen,
Bewirtschaften“.
Wärme
Baustoffe
Elektrizität
Mobilität
Der Bereich Wärme
umfasst das Raumklima (heizen, kühlen
und lüften) und das
Warmwasser.
Der Bereich Baustoffe
beinhaltet die graue
Energie vom Abbau der
Rohstoffe bis zum
fertigen Bauprodukt.
Der Bereich Elektrizität
umfasst die Beleuchtung und den Betrieb
der Geräte.
Der Bereich Mobilität
umfasst das Fliegen,
Auto- und Zugfahren.
Wärme:
Stadtspital Triemli:
Klimawandel im
Spitalzimmer
Dank der enormen Kompaktheit des neuen
Bettenhauses kann die graue Energie der
Baustoffe tief gehalten werden.
Und nicht nur das: auch das Heizen ist
kaum mehr nötig. Um energetisch
gesamthaft gut dazustehen, darf aber
nicht nur das Energiesparen im Winter
Das Patientenzimmer im neuen Bettenhaus
Triemli soll zur schnellen Genesung beitragen: Durch ein angenehmes Farbkonzept,
eine schöne Aussicht und vor allem durch
hohen Komfort.
optimiert werden. Knackpunkt ist das
Kühlhalten des Raumes im Sommer mit
dem Anspruch, immer noch genügend
Tageslicht in den Raum zu bringen. Eine
energetische Optimierung umfasst also
alle Bereiche: Wärme, Kälte und Licht.
Um auch in 20 Jahren im Spitalzimmer
nicht übermässig zu schwitzen, schliessen
wir mögliche Szenarien des Klimawandels
heute schon in unsere Betrachtungen ein.
Abbildungen: APH/Architron, Zürich (grosses Bild) APH/Raumgleiter, Zürich (kleine Bilder)
Stadtspital Triemli Zürich, Neubau Bettenhaus
Bauherrschaft: Stadt Zürich,
Immobilienbewirtschaftung
vertreten durch: Amt für Hochbauten
der Stadt Zürich
Architekten: Aeschlimann, Prêtre, Hasler
Architekten AG, Zürich
Fertigstellung: 2013
Standard: angestrebt Minergie-P-ECO,
2000-Watt-Gesellschaft
Budget BKP 1-9: 290 Mio CHF
Nachhaltige Stadt Zürich — auf dem Weg zur
2000-Watt-Gesellschaft
Baustoffe:
Altersheim Trotte:
Ideenreiche Architektur
für
energiearme
Bausubstanz
Schon im Architekturwettbewerb wurde
beim Altersheim Trotte grosses Gewicht
auf die Energieeffizienz gelegt und ein
Entwurf im Minergie-P-Standard gefordert. Die grosse Kompaktheit des neuen
Heimes bringt alle Voraussetzungen mit,
um diesem Anspruch gerecht zu werden.
Raumwärme wird nur in geringem Masse
Wenig graue Energie bedeutet nicht Jutestatt-Plastik-Architektur sondern innovative
Bausysteme. Die attraktiven zweigeschossigen
Aufenthaltszonen in den Korridoren ermöglichen ein modernes Zusammenleben im
Alter.
benötigt und für die Warmwasserproduktion steht die Sonnenenergie zur
Verfügung.
Positive Folge: Dank der grossen Kompaktheit und einem raffinierten statischen
System wird auch die graue Energie der
benötigten Baustoffe massiv reduziert.
Ein Tiefgaragenparkplatz ist nicht nur teuer
in Franken sondern auch in Energie. Liegt
die Garage unter dem Gebäude braucht es
mehr Beton in der Gebäudestatik. Liegt die
Garage neben dem Gebäude, braucht es
eine zusätzliche Betondecke.
Abbildungen: Enzmann + Fischer AG, Zürich. Bild Garage: Andrea Helbling
Altersheim Trotte, Zürich Wipkingen
Bauherrschaft: Stadt Zürich,
Immobilienbewirtschaftung
vertreten durch: Amt für Hochbauten
der Stadt Zürich
Architekten: Enzmann + Fischer AG, Zürich
Fertigstellung: 2012
Standard: angestrebt Minergie-P-ECO
Budget BKP 1-9: 38 Mio CHF
Nachhaltige Stadt Zürich — auf dem Weg zur
2000-Watt-Gesellschaft
Elektrizität:
Verwaltungszentrum Werd:
Stromsparen für
mehr Innovation
Bei den Schulen und Büros sind die
Beleuchtung und Bürogeräte für den
grössten Teil des Stombedarfs verantwortlich. Im Bereich Wohnen hingegen
sind es die grossen, fest installierten
Haushaltgeräte (Kochherd, Gefrierschrank, Waschmaschinen und Tumbler).
Der Stromverbrauch steigt stetig, da
laufend neue Anwendungen auf den
Stehleuchten, die den hohen energetischen
Ansprüchen gerecht werden, sind rar. Ein
städtischer Wettbewerb ermöglichte neue,
innovative Konzepte. Heute gibt es diverse
energiesparende Stehleuchten, eine davon
rege eingesetzt im Verwaltungszentrum
Werd.
Markt kommen.
Um diesen Trend umzukehren, sind nur
hocheffiziente Geräte gut genug.
So werden in diversen Wohnsiedlungen
nur Geräte mit Energieetikette der besten
Klassen eingesetzt.
In der Wohnsiedlung Werdwies werden
Tumbler eingesetzt, die pro kg Wäsche nur
halb so viel Strom benötigen wie konventionelle Wäschetrockner. Innovation und modernste Geräte sind nicht nur in den Hochpreissegment-Bauten gefragt.
Wo solche Geräte fehlen, ist Innovation
gefragt, zum Beispiel bei der Wäschetrocknung oder den Stehleuchten für das
Verwaltungszentrum Werd.
Zürcher Umwelttage 2007
Abbildungen: Theo Stalder, Visus GmbH, Zürich
Verwaltungszentrum Werd, Zürich
Bauherrschaft: Stadt Zürich,
Immobilienbewirtschaftung
vertreten durch: Amt für Hochbauten
der Stadt Zürich
Architekten: Burkhalter + Sumi GmbH,
Zürich
Baujahr: 1970 - 1975
Sanierung: 2003 - 2004
Standard Beleuchtung: Minergie
Kosten BKP 1-9: 51 Mio CHF
Nachhaltige Stadt Zürich — auf dem Weg zur
2000-Watt-Gesellschaft
Mobilität:
Überbauung Sihlbogen:
Ich bin auch ein
Bahnhof
Die Überbauung Sihlbogen steckt voller
Innovationen. Die Unternehmer-Baugenossenschaft hat erkannt, dass das
Bauen für die 2000-Watt-Gesellschaft
neue Herausforderungen beinhaltet und
erprobt an diesem Bau ihre eigenen
technischen Entwicklungen. Damit verschafft sie sich eine vorteilhafte Position
im Markt. So hat sie auch den Aspekt
Mobilität besonders innovativ gelöst:
Im Sihlbogen gibt es mehr Wohnungen
als Parkplätze, einige davon sind als
Car-Sharing-Standort vorgesehen.
In der ersten Etappe werden die Wohnhäuser
erstellt, die von der wunderschönen Lage an
der Sihl profitieren. Doch die gute Lage hört
nicht bei der Aussicht auf:
Die perfekte Erschliessung durch die Sihltalbahn eröffnet den Mietern und der Bauherrschaft neue Wege zu einer nachhaltigen
Mobilität.
Und: Wer im Sihlbogen wohnt, fährt gratis mit der S-Bahn. Das entsprechende
Jahresabonnement ist in der Wohnungsmiete inbegriffen - der Bahnhof dazu
steht sozusagen vor der Haustür.
Abbildungen: Dachtler Partner AG, Zürich / Architron GmbH
Wohn- und Gewerbeüberbauung Sihlbogen,
Zürich Leimbach
Bauherrschaft: Baugenossenschaft Zurlinden
Architekten: Dachtler Partner AG, Zürich
Baubeginn: 2008
Standard: 2000 Watt-kompatibel
Budget BKP 1-9: n.A.
Nachhaltige Stadt Zürich — auf dem Weg zur
2000-Watt-Gesellschaft
Bauen für die 2000-Watt-Gesellschaft:
heute für morgen!
Das Hochbaudepartement hat in den letzten
Jahren viel dazu beigetragen, Neubauten und
Erneuerungen umwelt- und energiegerecht zu
Erfüllung Grenzwert Heizwärmebedarf 1998 - 2006
realisieren.
1.20
Die nächsten Schritte zur 2000-Watt-
Erfüllung Grenzwert Heizwärmebedarf 1998 - 2006
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1.20
Gesellschaft:
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0.80
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0.40
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Für Neubauten ist frühzeitig das
Potenzial für Minergie-P zu klären.
Minergie-P ist der Neubaustandard
der 2000-Watt-Gesellschaft.
2
Bei Sanierungen und Instandsetzungen muss die Eignung für die Vorgaben Minergie von Neubauten geprüft
werden.
3
Im Bereich Strom braucht es Innovation. Für Wohnbauten sollen nur
hocheffiziente Geräte gemäss
www.topten.ch eingesetzt werden.
4
Es ist zu prüfen, ob der ganze Wämebedarf mit erneuerbaren Energien
gedeckt werden kann. Für die 2000Watt-Gesellschaft steht längerfristig
vorwiegend erneuerbare Energie zur
Verfügung.
5
Neubauten erfüllen das Gebäudelabel
Minergie-ECO für eine gesunde und
ökologische Bauweise.
6
Wir verlangen ein Mobilitätskonzept.
7
Bei Bauprojekten wird innerhalb der
ersten 2 Jahre nach Betriebsaufnahme
eine Erfolgskontrolle, bei bestehenden
Bauten eine Betriebsoptimierung
durchgeführt.
Auswertungen der Architekturwettbewerbe
für Wohnbaugenossenschaften im Amt für
Hochbauten 1998-2006:
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0.20
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Objekte
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Objekte
Heizwärmebedarf
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250
Qh
[ M J / m 2]
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Der effektive Heizwärmebedarf hat in den
Architekturwettbewerbe
letzten Jahren konstant
abgenommen.
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keine Angaben
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keine Angaben
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keine Angaben
Qh
[ M J / m 2]
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Architekturwettbewerbe
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Erneuerbare Energien
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Anteil [%]
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Anteil Erneuerbare
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Architekturwettbewerbe
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9
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Architekturwettbewerbe
Der Anteil an erneuerbarer Energie
nimmt zwar zu, schwankt jedoch sehr
stark. Noch nicht überall finden sich
geeignete Voraussetzungen für den
Einsatz erneuerbarer Energien.
Nachhaltige Stadt Zürich — auf dem Weg zur
2000-Watt-Gesellschaft