Aus den Verhandlungen des Gemeinderates Bäretswil

Aus den Verhandlungen des Gemeinderates Bäretswil
Sanierung Kugelfanghang massiv teurer
Die Arbeiten wurden gemäss vorgegebenem Konzept durchgeführt und verliefen grundsätzlich
plangemäss. Überraschungen bei den Aushubarbeiten bot zusätzlich angetroffenes, umgelagertes Kugelfangmaterial, welches in der Voruntersuchung nicht als solches erkannt worden war.
Das bei der Sanierung angetroffene, verstossene Kugelfangmaterial wurde fachgerecht entsorgt, führte aber zu massiven Mehrkosten. Ursprünglich war eine vollständige Rekultivierung
mit Unterbodenmaterial und Ansaat mit einer Bundbrachenmischung vorgesehen. Weil der
effektive Aushubperimeter deutlich über die Kugelfangparzelle Kat.-Nr. 3859 auf Landwirtschaftsland (Weide und Futteranbau / Graswirtschaft) reichte, mussten die ausserhalb Parzelle
Kat.-Nr. 3859 liegenden Flächen mit einer mindestens 30cm mächtigen Oberbodenschicht rekultiviert werden. Die Abrechnung schliesst mit Gesamtaufwendungen von Fr. 478'494.70 ab.
Gegenüber dem Kostenvoranschlag von Fr. 243‘450.-- beinahe doppelt so teuer. Es sind Bundesbeiträge von mindestens Fr. 112'000.-- zu erwarten. Der Kanton gewährt keine Beiträge.
Ein weiterer sanierungsbedürftiger Standort im Obis
Das Zielgebiet Obis wurde zwischen ca. 1945 und 1994 als militärischer Schiessplatz genutzt.
Es ist im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Der Sanierungsperimeter weist eine
Fläche von ca. 130 m2 auf und hat eine Mächtigkeit von ca. 20 cm. Im Gegensatz zur Schiessanlage im Dorf, ist hier der Bund sanierungspflichtig. Der Gemeinde entstehen keine Kosten.
Die Sanierungsarbeiten sollten im Sommerhalbjahr 2017 bei gut abgetrockneten Bedingungen
ausgeführt werden.
Pilotprojekt Bauwagen MOJUGA
Der zentral gelegene Jugendraum „Casa Loca“ bietet den Jugendlichen einen Aufenthaltsort
an. Dieser wird rege genutzt und ist bei zahlreichen, unterschiedlichen Jugendgruppierungen
beliebt. Die Situation ist aber nicht optimal, da es verschiedene Jugendgruppierungen gibt,
die sich alleine schon vom Alter und den dazugehörigen Entwicklungsstufen her voneinander
unterscheiden. Gerade in der heutigen Zeit wünschen sich viele Kinder und Jugendliche Räumlichkeiten, die sie gestalten und mit ihrer Clique in Anspruch nehmen können. Um dieser Ausgangslage gerecht zu werden, bietet ein Jugendraum zu wenig Optionen und Spielraum an.
Die neue Projektidee der MOJUGA, welche in anderen Gemeinden bestens funktioniert, verbin-
det die Ausgangslage und den erkannten Bedarf zugunsten der Bäretswiler Jugendlichen. Geplant ist ein Bauwagen, welcher für maximal drei Monate auf dem Parkplatz Letten abgestellt
wird. Durch das zusätzliche Raumangebot können verschiedene Peergroups die Angebote nutzen und die Jugendarbeit kann noch besser auf die diversen Jugendgruppierungen eingehen.
Der Bauwagen würde von verschieden Jugendgruppierung mitgestaltet und zu verschieden
Zeiten benutzt werden. Die Jugendarbeit ist zu den Benutzungszeiten selbstverständlich in
Bäretswil vor Ort oder sogar direkt im Bauwagen anwesend. Die verschiedenen Jugendgruppierungen können dank einem Bauwagen individueller und flexibler gefördert und
begleitet werden, da die Jugendarbeit sich immer gezielt auf eine Gruppe fokussieren kann.
Mit einem Bauwagen werden den Jugendlichen wichtige Lernfelder in ihrer Entwicklung angeboten. Dieses Projekt begleitet die Jugendlichen bei der Aneignung ihres Sozialraumes und
ermöglicht ihnen die Übernahme ihrer Verantwortung sich selbst und der Umwelt gegenüber.
Die Kinder und Jugendlichen lernen im Umgang mit dem Bauwagen Verantwortung für ihr Tun
und Handeln zu übernehmen. Alltagssituationen wie Littering oder Lärm kann gezielter mit
einzelnen Gruppen bearbeitet und begleitet werden. Die MOJUGA macht den Jugendlichen in
Bäretswil Treffpunkte für Aktivitäten zugänglich. Sie dürfen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an Aktivitäten beteiligen und die Räume mitgestalten. Die Jugendlichen werden aktiv in
den Umbau des Bauwagens eingeplant, indem z.B. eine Projektwoche für den Umbau sowie die
Gestaltung des Bauwagens organisiert wird. Der Bauwagen weist die Bevölkerung auf die Wichtigkeit der Förderung unserer Kinder und Jugendlichen hin. Er schafft Kontaktmöglichkeiten
vor Ort, auch für Anwohnerinnen und Anwohner. Der Bauwagen kann somit auch Brückenkopf
zwischen Jung und Alt sein und kann das Verständnis zwischen Generationen fördern.
Der Versuchsbetrieb des neuen Angebotes von Mitte April bis Mitte Juli wird auf dem Parkplatz
Letten erfolgen. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten für die Gemeinde. Die Personalkosten
werden vom Handlungsfeld Jugendhaus ins neue Bauwagenkonzept übernommen. Ziel ist es,
den Wagen zwei bis drei Mal in der Woche zu öffnen. Unter der Woche von ca. 17.00 – 21.00
Uhr, am Freitag jeweils bis 22.00 Uhr.
Ersatz Verrohrung Reservoir Weid
Die Zone Dorf in Bäretswil wird von den beiden Gegenreservoiren Schönau und Weid mit TrinkBrauch- und Löschwasser versorgt. Das Reservoir Weid ist zudem für die Versorgung der Zone
Binzlegi wichtig, da alles in dieser Zone benötigte Wasser vom Reservoir Weid mit den eingebauten Pumpen ins Reservoir Binzlegi gefördert werden muss. Das Reservoir Weid wurde im
Jahre 1949 erstellt und 1980 mit dem rechteckigen Erweiterungsbau vergrössert. Die Reservoirkonfiguration ist für den Betrieb nicht optimal. Die Verbindung zwischen den ursprünglichen Rundbehältern und dem Anbau erfolgt über einen langen Verbindungsstollen, wo sich
auch die notwendigen Rohrinstallationen befinden. Die Verrohrung ist zudem so unglücklich
ausgeführt worden, dass der Zugang zur Reservoirkammer stark eingeschränkt ist. Zudem sind
in den alten Gussleitungen starke Korrosionsablagerungen vorhanden, welche die Wasserqualität beeinträchtigen. Die eingebauten Armaturen sind noch bedingt funktionstauglich, ein Ersatz und dadurch ein einfacheres Bedienen der Armaturen ist aber vorzusehen.
In Anbetracht, dass die Lebenserwartung der gesamten Reservoiranlage noch nicht erreicht
ist, drängen sich aus obengenannten Gründen nur eine Anpassung und ein Ersatz der Verrohrung und Armaturen auf. Damit lassen sich die Abläufe im Reservoir Weid vereinfachen und bis
zur Gesamterneuerung in ca. 25 Jahren kann die Reservoiranlage weiter optimal genutzt werden. Der Kostenvoranschlag basiert auf Erfahrungswerten ähnlicher Projekte und sieht Aufwendungen von Fr. 129'000.-- (exkl. MwSt.) vor.
Wasserleitung Weid - Binzlegi günstiger als geplant
Die Gemeindeversammlung bewilligte am 19. März 2014 einen Kredit von Fr. 490'000.00 (exkl.
MwSt.) für den Neubau einer Wasserleitung Weid-Binzlegi. Die Arbeiten sind abgeschlossen.
Die Bauabrechnung schliesst mit Fr. 426'330.40 13% günstiger ab. Die eingerechneten Reserven wurden nicht benötigt. Der Gemeindeversammlung wird die Genehmigung der Bauabrechnung beantragt.
Gemeindearchiv
Das Archiv wurde auf den neuen Musterregistraturplan des Kantons umgestellt. Gleichzeitig
wurde die Gelegenheit genutzt, die ohnehin neu zu beschriftenden alten Archivschachteln,
welche mit Schimmel kontaminiert waren, zu ersetzen. Da die Entfeuchtungsanlage offensichtlich nicht genügt und im Archiv grosse Temperaturschwankungen vorkommen, wurde ein zusätzliches Klimagerät bewilligt. Die gesamten Kosten belaufen sich auf Fr. 20'000.--.
Beitrag an Info-Tafeln Industrielehrpfad
Mittels eines neuen Konzeptes sollen entlang des Industrielehrpfades neue Tafeln die bisherigen ersetzen und dem aktuell neusten Stand der Informationstechnologie entsprechen. Die
Informationen sollen nicht nur auf den Tafeln lesbar sein, sondern auch mit einem Code als
Sprechtext abgehört werden können. Der Lotteriefonds des Kantons gewährt nur dann einen
Beitrag, wenn sich auch die Standortgemeinden an den Kosten beteiligen. Um das Projekt
realisieren zu können, ist der der VEHI deshalb auf die Unterstützung der Gemeinden angewiesen. Das Projekt soll in den Jahren 2016 – 2018 realisiert werden. Auf dem Gemeindegebiet
Bäretswil sollen gesamthaft 22 Infotafeln platziert werden. Dies sind 12 mehr als heute. Da
der Industrielehrpfad mit dem Industrieensemble Neuthal als Zentrum einen wichtigen touristischen Beitrag für die Gemeinde Bäretswil wie auch für das Zürcher Oberland leistet, wird dem
Verein zur Erhaltung alter Handwerks- und Industrieanlagen (VEHI) ein Beitrag von Fr.
10'000.-- in Aussicht gestellt. Der Industrielehrpfad und die historische Industrielandschaft im
Zürcher Oberland sind von überregionaler Bedeutung und werden deshalb seit dem Jahre 2015
von der RZO-Organisation Zürioberland-Kultur koordiniert. Der Gemeinderat erachtet es deshalb für sinnvoll, dass die Mitfinanzierung des Projektes „Erneuerung der Infotafeln am Industrielehrpfad Zürcher Oberland“ durch die Gemeinden via Zürioberland Kultur koordiniert
wird.
Ansprechperson für Medien: Gemeindeverwaltung Bäretswil, Felix Wanner, Gemeindeschreiber, Tel. 044 939 90 45, E-Mail: [email protected]
Bäretswil, 29. Februar 2016