Zeitschrift des Vierländer Kultur und Heimatvereins - de

Heft Nr. 103
Ausgabe März 2016
Zeitschrift
des Vierländer Kultur und Heimatvereins
De Latücht von 1987 e.V.
Allergien
vun Heinz Tiekötter
De Pollen vun de Ellern un de Birken
sünd ünnerwegens. De „Öberfien­
feuh­ligen“ snuuft un hoost all, dat se
di Leed dohn köönt. In’n Kino hebbt
se den Ton luder stellt, dormit du al­
lens mitkriggst. De Gazetten hebbt
de Sie­
den mit de Rootslääg ver­
duppelt: Du sasst de Autofinster to
hollen un den Puster utloten. Allens
wat pulstert is, sasst du beter op den
Böön stellen. Diene Strotenkleedung
musst du beter vör de Sloopkomer
uttrecken un so geiht dat wieder.
Un bi de Aftheken stoht blots noch
Plakote in de Schaufinster, de di ver­
spreekt, dat düt or ook dat Middel di
de Fienfeuhligkeit beseitigt. Dormit
meent se nich dien Charakter, de
ward dorbi nich angrepen.
Un wat den Minschen allens toset­
ten kann. Bi Unkel Will löppt de
Nees un siene Ogen sünd in Vör­
sommer root, as de Bremslüchter
vun sien Auto. Mien Söhn kann keen
Kattenhoor verdregen. He besöcht
siene Süster nich bi ehr tohuus. Se
dreept sik heuchs­tens mol in Kroog
or in de Iesdeel. Kattenhoor mookt
em Asthma un se hett twee Stück
dorvun.
Bevör de Doktor dat rutfunnen
harr, bekeem mien Jung gode dottig
Piekser op siene Arms. De Steed, wo
wat root worrn is, wiest op den Stoff,
den he nich verdregen kunn. Dat
weern nich blots Katten, dor geev dat
ook Milben un Mehl un Obst, wat se
sprütt harrn. Man, as erstet mutt he
siene Teppiche rutsmieten.
Annere Lüüd köönt keen Nööt af
un wedder annere keen Kääs. Un
denn gifft dat welk, de köönt nich in
de Sünn kieken. Un de löppt nu jüm­
mers mit een Sünnenbrill dörch de
Gegend. Dink mol an Greta Garbo,
wat de wull ook sowat harr? An be­
sten is dat, wenn du di vun de
Vörjohrestiet bit no den Harvst ver­
holst. Op de Zugspitz un op Helgo­
land, door fleegt kuum Pollen dörch
de Luft.
Dat is nich so, dat ik mi doröber lu­
stig mook, wenn de Lüüd son Pro­
blem hefft. Mit twee dorvun sleep ik
mi sülmst rüm: Sietdem dat ik Waller
Ulbricht heurt heff, kann ik keen
Sassen af; jemmer Dialekt mookt mi
mürr. Un denn gifft dat bi mi noch
düsse dorige Ledderallergie: Wenn
ik an Morgen opwook un heff noch
miene Stebel an de Feut; du gleuvst
dat nich, wat ik denn jedetmool een
Brummschädel heff. Wo kümmt dat
nu vun?
2
[email protected]
Ab 1. Mai 2014 jeden Mo., Di. und Mi.
10.15 Uhr ab Jungfernstieg
14.00 Uhr ab Bergedorf-Hafen
Hamborger Lünken
De Lünken vun de Jacobi-Kark
Inhaltsverzeichnis:
Allergien
Vorwort
Lied: Hamburger Lünken
Unsere Hauptversammlung
Langjährige Sänger
Neue Organistin
Wiehnacht'n weer
Hans Förster im
Altonaer Museum
„Liederatur“
Weest du noch …
Malergeschichte aus
Altengamme
Niks to doon
Suchbild
„Ent- und Bewaterung“
De afrikonsche Goorner
Lögen un Wohrheit
Beseuk
Zwei Kulturabende
Veranstaltungen
S. 2
S. 3
S. 4
S. 5
S. 6
S. 6
S. 7
S. 8
S. 9
S. 9
S. 11
S. 11
S. 12
S. 12
S. 13
S. 13
S. 13
S. 14
S. 15
Das Titelbild zeigt Hans Försters
letzte Vierländer Trachtenträger auf
dem Hamburger Großmarkt
★✰★
Impressum:
Herausgeber: Vierländer Kulturund Heimatverein „De Latücht“
von 1987 e. V., Horster Damm 111
www.delatuecht.de
Redaktion: Hermann Struß,
Margret Lang, Peter von Essen
Anzeigen: Gottfried Lungfiel,
Tel. 7 37 27 53
Druck: Druckerei Zollenspieker
Kollektiv GmbH
Auflage: 3 000 Exemplare
Bankverbindung:
Vierländer Volksbank e. G.
BIC: GENODEF1HH3
Vereinskonto
DE55 2019 0301 0000 0170 00
Sonderkonto „Latücht“
DE05 2019 0301 0000 0170 27
Anschrift der Redaktion:
Hermann Struß, Horster Damm 111,
21039 Hamburg, Tel. 7 23 55 28
Namentlich gezeichnete Artikel
müssen nicht der Meinung der
Redaktion entsprechen.
Redaktionsschluss
für die nächste Ausgabe:
1. Mai 2016
Sie erscheint: Anfang Juni 2016
W
ü hebbt uns ok de Upgoov
stellt, oole Leeder uttogro­
ben, üm se wedder be­kannt
to moken. So is ditt nu ‘n oolen
Hamborger Kanon för twee Stimmen.
Bi dann Text stellt sick de Frog: Wat
sünd denn eegentlich „Lünken“?
So heeten freuer in Hamborg de
Spatzen (Passer domesticus). För vee­
le Lüüd sünd se in de Vogelwelt sowat
as dat „geweunliche Volk“. Wenn
man in’n Winter een Futterhuus up­
stellt hatt oder ook eenfach Knödel
uphängen deit, sünd de eegentlich
för de Meisen dacht, wiel de sick
würklich bannig good, sogor öber­
kopp, doran fasthooln künnt, üm
sick Nööt ruttopicken. För de meisten
annern Vogels, to’n Bispill ook de
Rotvoss (Rotkehl­chen, Erithacus rubecula), is dat ehr ‘n Problem. Doch
gifft dat ook recht gelehrige Vogels.
Grood de Lünken ward meist, so as
boben all andüt worden is, as „ge­
weunlich“ anseh’n. Wenn se irgend­
dückert, kummt se meist in
wo up­­
grote Schöö­fen. Se fleegt ümeenan­
ner, schilt un schimpt ünner sick as
nix Goodes un verjoogt dormit erst­
mol de Meisen. Wöllt se denn sülbens
an de Meisen­k nödel ran, markt se,
dat dat doch nich ganz eenfach is,
sick dorbi fasttoholen. Se verseukt
dat ober ümmer wedder notomoken.
Toerst süht dat recht unbeholpen ut,
aber se schafft dat doch, sick fastto­
krallen. De Lünken sünd eben geleh­
rig un lang nich dumm. Bi jümme
dicken Snobels und dat graue, un­
schienbore Fedderkleed mag man
dat woll mitünner denken. Soveel
vun de „Hamborger Lünken“, de je
nich bloß alleen bi de Jacobi-Kark,
sonnern öberall woanners ook to fin­
nen sünd.
De Leedtext is vun Hermann Clau­
dius, eenen Ururenkel vun Matthias
Claudius. He hett de meiste Tied in
Hamborg leevt, weur Lehrer, Dichter
un Lyriker un hett veele plattdüüt­
sche Gedichte un Geschichten
schreeben, vun de de meistens in
Nord­düütschland speelt. De Text vun
de Lünken, wonoo se in Hamborg
rund bi de Jacobi-Kark jümmern
Larm moken doot, is woll in de Tied
üm de Twintiger oder freuhen
Dörtiger Johrn vun’t letzte Johrhun­
nert ent­stoh’n, as dat ook in de Stadt
noch ‘n beten geruhsamer togüng. In
uns Tied is dat dor rundüm luter wor­
den, so dat man sick frogen kann, ob
de „Lünken“ sick dor noch wohlfeult.
Dat se sick aber ook anpassen künnt,
is bekannt un so kann dat rundüm bi
de Jacobi-Kark ümmer noch welck
geben.
Wü erinnert an den scheunen Obend
in de Olgammer Kark St. Nicolai
„Wieh­nacht’n is bald“, för den Gerd
Nissen wedder een interessant Pro­
gramm tosomenstellt hett, nu all to’n
27. Mol.
Heinz-Hermann Koops hett uns ‘n
Vördrach holl’n öben „Ent- un Be“ in
uns Marschen-Rebeet.
Tweemol weern wü to Gast mit’n
Kulturobend in de Kichwarder Pas­
torats­schüün.
Un denn hebbt wü noch uns Haupt­
versammeln hatt mit Bericht’n un
Ehr för true Lidmoten.
Uns tweete Vörsitter Ewald Hamburg
hett sien Privat- un Firmen-Archiv
genau ankeeken. Wat he funn’n hett,
is een Book vun rund 150 Sieden
worr’n to de Molergeschicht in Ol­
gamm.
De Neegammer Karkengemeen hett
‘n Nahfolgersch för Lutz-Michael
der as Karkenmusiker kreegen:
Har­
Judith Viesel-Bestert. Se hett uns ver­
tellt, wat för ‘n Minsch se is. Dat dat
Singen in’n Chor got för Stimm un
Seel is, wiest uns de veelen Jubilare in
de Chöre vun’n Sängerkring fief
(Veer- un Marschlann’n) in’n Ham­
bor­ger Sän­gerbund.
Vun Hans Förster, de sien Graff op’n
Neegammer Karkhoff hett, gifft dat
in’ Altoner Museum ne Utstellung.
Dor sünd ok Biller to sehn, de noch
nich so bekannt sünd. Gerd Hoff­
mann hett uns de Vörschau schree­
ben.
Jochen Wiegandt kummt an’n
8. April­mand op uns Inlodung hen
in’n Gasthoff Hitscherbarg vun
Hartwig Reimers. Fred Schulze hett
noch unbekannte Riemels vun „Weest
du noch Jehann“ funn’n. Dorför un
för een Foto vun Hochwater in de
Wischen vun de Dove-Elv seuk wü
noch wat Näger’t.
Veele plattdüütsche Schrieberslüüd
hebbt uns wat schreben or wü hebbt
noch wat in ole Heften funn’n.
In dissen Sinn wünsch ick allens
Good’ un veel Spoß bi de LatüchtLektüre.
Hermann Struß
1. Vörsitter
3
Frühling in der Marsch
von Karl Schwietert
Ich trinke den köstlichen würzigen Duft,
der über den Feldern schwebt
und lausche dem Singen und Klingen der Luft,
das klangvoll die Landschaft belebt.
Der Blick träumt hinüber zum Horizont,
die Luft klirrt klar wie aus Glas.
Am Abendhimmel hängt großrot der Mond,
und grün und weich ist das Gras.
Blauglitzernd schlängelt der Fluss durch das Land,
es spiegelt darin Baum sich und Zweig.
Warm und gelbbraun ist am Ufer der Sand,
und Fliederduft streichelt den Deich.
Das ist der Frühling im Marschengebiet,
wo alles jetzt blüht und lacht.
Wo frohes Singen das Herz durchzieht,
und Sonnenlicht wärmt noch die Nacht.
4
Unsere Hauptversammlung 2016
Zu Beginn der sehr gut besuchten Versammlung im Restaurant
„Norddeutsches Haus“ gab unser Vorsitzender Her­mann Struß
einen Bericht über das abgelaufene Jahr und einen Ausblick
auf die nächsten Aktivitäten.
Seit der Jahres-Hauptversammlung vom 6. Februar 2015 setzt
sich der geschäftsführende Vorstand wie folgt zusammen:
1. Vor­sitzender: Hermann Struß, 2. Vorsitzender: Ewald Ham­
burg, Schatzmeister: Gottfried Lungfiel
Der erweiterte Vorstand umfaßt: als 1. Schriftführerin: Simone
Vollstädt, als 2. Schatzmeister: Dieter Wöhl, als 2. Schrift­f ühre­
rin: Ilse Struß, als Beisitzer: Peter von Essen, Jens-Peter Holm,
Hermann Meyns, Ilse Struß. Der Mitglieder­stand des Kulturund Heimatvereins „De Latücht“ beträgt 80 Männer und Frau­
en sowie neun Vereine. Seit der Jahres­haupt­ver­sammlung 2015
wurden folgende Veran­staltungen durchgeführt oder besucht:
20. Februar Vortrag von Heinz-Hermann Koops im Krauler
Kroog mit dem Thema: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart (war
sehr gut und gut besucht).
14. Juni Ewer-Segeltörn mit einigen Mitgliedern auf der StromElbe vom Zollenspieker Anleger aus.
20./21. Juni Erdbeerfest am Rieck Haus: Die „Latücht“ mit ei­
genem Stand, wieder im großen Zelt. Diesmal wurde per Lein­
wand, Beamer und Laptop eine Bildershow installiert. Wie in
den Vorjahren gab es auch wieder ein Vierlanden-Quiz.
16. August Fahrradtour der „Latücht“ mit mehr als zwanzig
Teilnehmern/Teilnehmerinnen. Die Tour startete am Alten­
gammer Feuerwehrhaus und führte zunächst über den Gammer
Weg Richtung Wasserkunst. Über den Curslacker Heerweg und
Achterschlag ging die Fahrt weiter zum Storchen­nest. Nach
eingehenden Erläuterungen fuhren wir weiter zum Horster
Damm zum zweitälstesten Kornspeicher (1562) und zur Be­
sichti­
g ung mehrerer historischer Bauern­
häuser. Nach weite­
rem Halt an der Horster Schule und der Ausgleichs-Baumaß­
nahme im Borghorster Vorland bildete das Kaffee­trinken im
Fährhaus Altengamme einen gemütlichen Abschluß.
12. September Teilnahme der „Latücht“ bei der „Nacht der
Kirchen“ in Kirchwerder. Wir trugen im Rahmen des Pro­
gramms Vierländer Lieder vor.
11. Oktober Teilnahme der „Latücht“ an der Einweihung des
restaurierten Curslacker Ehrenmals auf dem Friedhof bei der
Kirche St. Johannis. Die „Latücht“ hatte eine Spende für die
Restaurierung gegeben.
5. November Buchvorstellung eines neuen Bildbandes mit
Vierlanden-Motiven von Horst Gladiator im Zollenspieker
Fährhaus. Ilse und Hermann Struß besuchten die Vorstellung
in Vierländer Tracht.
13. November Bildvortrag per Beamer von Heinz-Hermann
Koops zum Thema Ent- und Bewässerung der Vier- und
Marschlande sowie Steuerung des Entwässerungssystems bei
Binnen-Hochwasser. Der Vortrag war sachlich gehalten, sehr
informativ und interessant.
4. Dezember Besinnlicher Abend im Advent für und mit
Gottfried Lungfiel. Gedanken, Gedichte, Lieder und Geschich­
ten im Advent
12. Dezember der traditionelle, mittlerweile 27. Adventabend
„Wiehnacht’n is bald“, diesmal in der Altengammer Kirche. Für
„Kinner un Grotlüüd in’n Advent“ wurden wieder Musikstücke,
Lieder, plattdeutsche Gedichte und Geschichten vorgetragen.
Anwesend waren etwa 300 Gäste.
30. Januar Vierländer Kulturabend zum Mitmachen in der
Kirchwerder Pastorenscheune. Wie in den Vorjahren wurden
wieder mit der Laute oder Akkordeon plattdeutsche Lieder
gesungen und von verschiedenen Mitgliedern und Gästen
Geschichten – meist in plattdeutscher Sprache – vorgelesen.
Folgende Veranstaltungen sind geplant oder stehen schon für
die kommende Zeit fest:
8. April Liederabend mit Jochen Wiegandt im Gasthof Hit­
scher­berg. Es wird ein bunter Mix von Liedern aus ganz Nord­
deutschland, also auch aus Vierlanden, vorgetragen, zu denen
auch mitgesungen werden soll. Auch „Latüchtler“ sind aktiv
dabei. Das Ganze nennt sich: „Liederatur“. Wir freuen uns auf
viele Gäste.
23. April Plattdeutsche Führung durch die Altengammer
Kirche St. Nicolai im Rahmen des „Plattdüütsch-Dag för Ham­
borg“
Ende Mai / Anfang Juni Hoffest bei Georg Eggers, Teilnahme
der „Latücht“ mit einem Stand ist geplant.
20./21.Juni Teilnahme der „Latücht“ am 18. Erdbeerfest beim
Rieck Haus wieder mit eigenem Stand und Vierlanden-Quiz.
Für Anfang August ist wie in den Vorjahren eine heimatkund­
liche „Latücht“-Fahrradtour geplant.
Bei fast allen Veranstaltungen wurde für die Besucher ein
Büchertisch mit sämtlichen „Latücht“-Ausgaben, verschiede­
nen Büchern und den Vierländer Postkarten bereitgestellt
Im Laufe des Jahres fanden neun Vorstandssitzungen im
Gasthof „Zum Elbdeich“ statt. Die Redaktion hat in dieser Zeit
vier „Latücht“-Ausgaben erstellt.
Von einer guten Kassenlage berichtete Schatzmeister Gott­
fried Lungfiel. Die Kassenprüfer Walther Meyer und Elke Marx
beantragten Entlastung des Vorstands, die die Versamm­lung
erteilte.
Für 25jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Margret Bur­
mester, Karl-Hermann Dietrich, Peter von Essen, Marianne
Gellersen und Horst Werstat.
Bei den anstehenden Vorstandswahlen ergab sich folgendes
Bild: Vorsitzender Hermann Struß, Schatzmeister Gottfried
Lung­f iel (beide für ein Jahr), 2. Vorsitzender Ewald Hamburg,
2. Schatzmeister Dieter Wöhl, 2. Schriftführerin Ilse Struß,
Pressewart Peter von Essen, Beisitzer Jens-Peter Holm und
Thomas Wiegmann. Kassenprüferin wurde Jutta Kellinghusen
neben Elke Marx, deren Amtszeit weiter läuft.
Ute Nötzel und Walther Meyer berichteten von den Plänen für
den 425. „Geburtstag“ der Vierländer Schützengesellschaft, der
vom 31. August bis 4. September 2017 rund ums Schützenhaus
gefeiert wird. Der TOCH richtet in diesem Jahr am Wochenende
6./7. August ein Trecker-Treff auf dem Festgelände bei HansDirk Hahns Club- und Ballhaus Kücken am Neuengammer
Hinterdeich aus.
Der amtierende
„Latücht“-Vorstand
von links:
Ewald Hamburg,
Dieter Wöhl, Elke Marx,
Jutta Kellinghusen,
Hermann Meyns,
Ilse und Hermann Struß,
Simone Vollstädt,
Jens-Peter Holm,
Thomas Wiegmann,
Gottfried Lungfiel
5
Langjährige Sänger
Auch im vorigen Jahr hatte der Hamburger Sängerbund wieder
viele Ehrennadeln und -urkunden an treue Sangesbrüder und
-schwestern in den Chören zu vergeben. Meistens überbrachten
Vorstandsmitglieder des Sängerkreises 5 (Vier- und Marsch­lan­
de) die Grüße des Verbandes, zeichneten die Jubi­lare in den
Vereinen des Kreises aus:
Von sieben Hamburgern, die seit 60 Jahren in einem Chor
singen, kommen fünf aus dem Sängerkreis 5: Otto Graf (Chor­­
gemeinschaft Frohsinn-Melodia Ochsenwerder), Wal­ter Buuck
(Gesangverein Germania Ochsenwerder Ho­hen­deich), Heiner
Gonscherowski (Gesangverein Harmonie Kirchwerder-Sande),
Harro Heucke (Liedertafel Concordia Tatenberg), Klaus Me­
dag, Günter Runge (Liedertafel Flora Zollenspieker).
Ein halbes Jahrhundert gehören diese Sänger zu einem Chor:
Horst Menzel (Liedertafel Amicitia Curslack), Heinz Reimers
und Jürgen Spreckels (Liedertafel Eintracht Kirch­werderNord), Walter Dangers und Herbert Neven (Flora).
Seit 40 Jahren gehen diese Männer und Frauen regelmäßig zu
den Singabenden eines Chores: Werner Brauer (FrohsinnMelodia), Helga Albers, Inge Fischer, Hiltrud Medag, Emmi
Ulrich und Hedi Witthöft (Landfrauen-Singkreis Kirch­
werder), Harald Müller und Norbert Suhk (Concordia), Egon
Blum, Ute Döcke, Karin Feindt, Gisela Lüneburg, Karin
Marquardt, Elke Schering, Nina Schwiers, Helga Runge und
Ehrung der 60-Jahre-„Flora“-Jubilare (v. lks.):
Erich Schott, Gunter Runge, Klaus Medag, Karin Marquardt
Heike Wiedenbeck (Flora), Renate Emmen, Karin Luze und
Marita Sannmann (Liedertafel Harmonia Ochsenwerder).
Auszeichnung für 25jährige Mitgliedschaft gab es für:
Friedgard Sandrock und Gisela Voß (Damenchor Loreley
Altengamme), Heinz Puttfarken (Germania) Karl (Kalli)
Sommer (Amicitia), Martina Heitmann, Marlies Kramer,
Marion Mauer, Lisa Peters-Goes, Brigitte Schöll und Gundula
Stahbuhk (Flora) sowie Elke Konert (Harmonia).
Neue Organistin in St. Johannis
Judith Viesel-Bestert ist neue Organistin in Neuengamme
Café Vierlanden & Dinkelbackstube
Lassen Sie in unserem urgemütlichen Café mit Vierländer Flair oder in der
Natur im schönen alten Garten die Seele baumeln! Genießen Sie unsere
Dinkeltorten und -kuchen und duftenden Kaffee oder köstlichen Tee.
Neuengammer
Hausdeich 471
6
Mittwoch - Sonntag
14 bis 18 Uhr
www.cafe-vierlanden.de
Telefon: 723 21 02
Ihr erstes großes Konzert hat sie bereits
vor dem offiziellen Dienstantritt in der
Neuengammer Kirche S. Johan­nis gelei­
tet: Judith Viesel-Bestert ist seit Jahres­
beginn Neuen­
gammes Organis­
t in. Die
33-jährige Kirchenmusikerin mit A-Prü­
fung tritt die Nachfolge von Lutz-Micha­el
Harder an, der in den Ruhestand ging.
Die Kantorei hat Judith Viesel-Bestert
bereits seit Sep­tember geleitet und mit
ihr das Weih­nachtsoratorium (I-III) von
Johann Se­
bastian Bach im Dezember
aufgeführt. Sie sagt: „Ich bin froh, ein so
großes Erbe von Herrn Har­der antreten
zu dürfen. Es ist eine Her­aus­for­derung,
die Spaß macht. Ich möchte die Arbeit
mit großen Werken fortsetzen.“ Für den
26. Juni ist bereits ein Gedenkkonzert an
die Insassen des KZ Neuengamme, dies­
mal in der Kirche, mit der JohannesPassion von Bach geplant.
Judith Viesel-Bestert ist in Freiburg in
einer musikalischen Familie mit drei
Schwestern aufgewachsen. Sie lern­te viele
Instrumente vom Klavier bis zur Geige,
nach dem Abitur auch Orgel. „Das wurde
Liebe auf den ersten Blick“, sagt sie.
„Zum ersten Mal spielte ich sie in Freiburg
zur Taufe eines Neffen.“ Es folgte bald die
Ausbil­
dung zur Kirchenmusikerin, zu­
nächst mit der C-Prüfung für nebenamt­
liche Organisten, der die B-Prüfung in
Ham­burg und A-Prüfung in Lübeck folg­
ten. Die Drittel-Stelle in der Neuen­
gammer Gemeinde ist die zweite An­
stellung nach der Gemeinde in Bram­feld.
Auch ihr Mann ist Kirchenmusiker. Er
wirkt an der Kirche St. Gertrud am
Kuhmühlenteich auf der Uhlenhorst. Die
Familie ergänzen drei Kinder zwischen
knapp einem und zehn Jahren.
Wiehnacht’n weer
Viele plattdeutsche Lieder sang der durch Ilona Ziesemer-Schröder geleitete Altengammer Kinderchor
„Tunkeunige“
Wieder hieß es, nun schon zum 27. Mal:
„Wiehnacht‘n is bald“. Diesmal war die
Altengammer Kirche St. Nicolai Gastge­
ber der besinnlichen Vorweihnachts­fei­
er in plattdeutscher Sprache. Manfred
rich aus dem Altengammer Kir­
Diet­­
chen­­ge­mein­derat begrüßte die Be­su­
cher. Gerd Nissen hatte für sie wieder
ein abwechslungsreiches Programm zu­
sammengestellt mit Texten und Musik.
Auch die Gäste wurden mit einbezogen,
als es galt, gemeinsam im Stehen Weih­
nachtslieder („Maakt hoch de Döör“,
„Frei di, Zion“) zu singen. Neben dem
Orgelspiel durch Altengammes Orga­
nistin Ilona Ziesemer-Schröder wurde
der Gesang auch durch die Musikgruppe
„Duuk di“ (Leitung Volker Struß) von
der oberen Empore hinter dem Altar
begleitet.
Die 36 Kerzen der beiden MessingKronleuchter verbreiteten warmes Licht
in der vollen „Wohnstube vom Lieben
Gott“. Viel Beifall erhielten die Kinder
der Altengammer Schule für ihre Ge­
dichte, die sie unter Regie von Rolf
Meyer gelernt hatten. Ebenfalls Applaus
gab es für die jungen Sänger und Sän­
gerinnen des durch Ilona ZiesemerSchröder geleiteten Altengammer Kin­
der­chores „Tunkeunige“ für ihre Lieder
in plattdeutscher Sprache.
Plattdeutsche Geschichten trugen
Klaus Benszus aus Kirchwerder und
Heinz Tiekötter aus Börnsen vor.
Michael Steinbrück hatte mit dem von
ihm dirigierten Nettelnburger Chor ei­
nen Blick in das plattdeutsche Reper­
toire der Gruppe geboten. Nach einem
besinnlichen Abschluss durch Pastor
f ried Lungfiel aus Fünfhausen
Gott­
ging es nach fast zwei Stunden mit inter­
essantem Programm in die Nacht zum
dritten Advent hinaus.
Gerd Nissen
Manfred Dietrich begrüßte die Besucher im
Namen des Kirchengemeinderats
Klaus Benszus
Heinz Tiekötter
Eng war es auf der Empore für die Musiker von „Duuk di“, rechts Leiter Volker Struß
Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.
Wir machen den Weg frei.
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7
Hans Förster im Altonaer Museum
von Gerd Hoffmann
„Auf dem Markt“
hat Förster dies Bild
mit Kürbissen
genannt
Zum 50. Todestag des Malers und
Grafikers Hans Förster (22. April 1966)
zeigt das Altonaer Museum vom
31. Mai bis Januar 2017 einen Quer­
schnitt seiner Werke mit dem Schwer­
punkt Hamburger Innenstadt und
westliches Hamburg, aber der Südosten
kommt nicht zu kurz. Bei den Tusche-,
Feder- und Bleistiftzeichnungen sowie
einigen Druckstöcken mit Holzdrucken
handelt es sich um eine kleine Auswahl
seines rund 5000 Objekte umfassen­
den künstlerischen Nachlasses. Seine
Arbeiten vermitteln nicht nur seine
tiefe Verbundenheit mit der Stadt und
den Menschen, sondern es gelingt
ihm, eine Dokumentation des Lebens
in und um das damalige Hamburg zu
zeigen. Auch im Gebiet von Bergedorf
und den Vier- und Marschlanden war
er bekanntlich viel unterwegs; hat
Skizzen gefertigt, die dann die Vor­
lagen für seine Tuschezeichnungen
und beachtenswerten Farbholzschnitte
bildeten.
Hans Förster wurde am 9. Februar
1885 als Sohn des Hamburger Kunst­
lers Christian Förster (1825-1902)
ma­
geboren. Nach seinem Studium auf
den Kunstschulen in Hamburg und
Berlin wandte er sich vor al­
lem dem Holzschnitt und der
Feder­zeichnung zu. Be­sonders
auf dem Gebiet des künstleri­
schen Holz­schnittes entwickel­
te er eine wahre Meis­terschaft,
wobei seine Vor­liebe für den
Farbholz­schnitt deutlich wur­
d rucksvolle Arbeiten
de. Ein­
zeugen noch heute von sei­
nem Schaf­
fen, einige der
Farb­motive erinnern entfernt
an Japanische Farbholz­
schnitte. 1903 wurde Hans
Förster von Prof. Dr. Justus
Brinckmann, dem in Berge­
dorf wohnenden und damali­
gen Direktor des Mu­seums für
Kunst und Gewerbe, gebeten,
die aussterbende Bau­
ern­
kultur in den Vierlan­den bild­
haft zu dokumentieren und
für die Zukunft festzuhalten. Sein er­
ster Farbholzschnitt stammt von 1905
und zeigt als winterliches Motiv
Vierländerinnen in Tracht vor einer
Kate. Förster signierte alle seine
Arbeiten mit „HF“. Die Hand­
abzüge
von seinen Holzschnitten erhielten
noch eine vollständige Sig­natur.
Um 1920 fertigte er in Tusche eine
Serie von Hamburger Typen und Beru­
fen. Alle 109 Blätter tragen auch von
Förster verfasste kurze plattdeutsche
Verse, die das Bildgeschehen beschrei­
ben.
In den Jahren 1910 bis 1959 ist Förster
auch mit vielen Bücher an die Öffent­
lichkeit getreten, die seine TuscheZeichnungen und begleitenden hei­
matkundlichen Texte enthalten. Auch
legte er Anfang des 20. Jahrhunderts
so genannte Künstlerkarten mit seinen
Motiven auf; auch herausgegeben vom
„Verein für Vierländer Kunst und
Heimatkunde“. Alle seine unterschied­
lichen grafischen Arbeiten geben uns
heute einen guten Überblick über sein
umfangreiches Schaffen und wurden
– wie auch die mehrfarbigen Holz­
schnitte – begehrte Sammelobjekte.
Sie dokumentieren aber auch die
Inh. Ulrich Dircks
Küchenarbeitsplatten
Waschtische
Natursteintreppen
Bodenbeläge
8
Tischplatten
Fensterbänke
Individuelle
Steinmetzarbeiten
Grabmale
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Landschaft zur damaligen Zeit. Seine
Original-Farbholzschnitte findet man
in Museen und bei Privatsammlern.
1976/77 hatte Werner Schröder für
das Altonaer Museum etliche der dort
archivierten Holzstöcke gereinigt, pro­
behalber wurden dann von ihnen neue
Farbholzschnitt-Drucke gefertigt, um
Försters Drucktechnik zu verstehen.
Einige der Nachdrucke schmücken seit
1998 Räume im renovierten Zollen­
spieker Fährhaus; damit sind HansFörs­ter-Holzschnitte hier in den Vier­
landen öffentlich zu sehen.
Als Anfang der 1950er-Jahre das Inte­
resse an Heimat-Literatur wieder
wuchs und zum Teil neu entdeckt wur­
de, kamen 1958 – als überarbeitete
Neuauflage – die früheren Hans-Förs­
ter-Bücher „Alt-Hamburg“ und „Male­
rische Marschen“ und 1959 dann
„Schö­
nes Finkenwerder“ neu heraus.
Auch diese drei Bücher aus dem
Nordmann-Verlag (Buchhändler aus
Lohbrügge) sind seit Jahrzehnten nur
noch antiquarisch zu erhalten.
Am 22. April 1966, sieben Jahre nach
dem letzten Band, starb Hans Förster.
Beigesetzt wurde er auf dem Neuen­
gammer Friedhof, neben der Grab­
stelle von Hermann Haase (1862-1934).
Hier in Neuengamme haben nun zwei
große Maler der Vierlande ihre letzte
Ruhestätte gefunden. Försters Grab­
stein, ein Findling, trägt nur das be­
kannte Namenskürzel „HF“. Zu Ehren
Försters wurde ihm 1979 einer Straße
im Neubaugebiet Nettelnburg-Süd be­
nannt: sie heißt „Hans-Förster-Bogen“.
1997 illustrierten dann noch einmal
35 Förster-Tuschezeichnungen aus
„Ma­le­r ische Marschen“ das Buch „Ber­
gedorfer Bürger erzählen Ge­schich­te“.
In der Ausstellung im Altonaer Muse­
um werden bevorzugt Motive aus dem
westlichen Hamburg gezeigt, u. a. die
alte Speicherstadt sowie Hafen, Stra­
ßen und Plätze, Parks und Bauern­höfe.
Auch die dort lebenden Men­
schen
wurden häufig in die Zeichnun­gen mit
eingebunden. Zur Verdeut­lichung sei­
ner akkuraten Darstel­lungs­a rt stehen
in der Ausstellung zwei Figu­r inen mit
Blankeneser Trachten aus dem Bestand
des Altonaer Muse­ums und daneben
zum Vergleich Trachten-Darstellung in
Arbeiten von Hans Förster.
Leser der „Latücht“ oder andere hei­
matgeschichtlich Interessierte, die
Försters Bücher und seine Farbholz­
schnitte kennen, werden in der Aus­
lung einen ganz anderen Hans
stel­
Förster sehen, einen für sie fast „unbe­
kannten Künstler“.
„Liederatur“ mit Jochen Wiegandt
Es war ein viel beachteter Zufall, dass
das alte Lied in der vorigen „Latücht“
genau das war, das Jochen Wiegandt in
der Trauerfeier für Helmut Schmidt
im „Michel“ sang. Genauso ein Zufall
ist es, dass Hermann Struß mit Jochen
Wiegandt in Verbindung stand, um ei­
nen Auftritt bei der „Latücht“ zu verab­
reden. Am Freitag, 8. April, ist es nun
soweit (das in der vorigen „Latücht“
genannte vorläufige Datum musste ge­
ändert werden), dass Jochen Wiegandt
in den Gasthof Hitscherberg kommt.
Um 20 Uhr beginnt das lockere Pro­
gramm „Liederatur“ von und mit dem
Sammler alter norddeutscher Lieder
im Gasthof Hitscherberg von Hartwig
Reimers. Der Saal am Kirchwerder
Hausdeich 153 wird bereits um 18.30
Uhr geöffnet, damit die Besucher nach
der Abendkarte etwas essen können.
Jochen Wiegandt war bereits im
Oktober 1992 zu Gast bei der „Latücht“,
die damals noch Kultur-Kreisverband
Vierlanden hieß. In der „Lüttenburg“
berichtete er über den Ursprung vieler
alter Hamburger Lieder aus der
Wandervogel-Zeit, als sich die einzel­
nen Gruppen gegenseitig verspotteten.
Den Ursprung der Lieder untermauer­
te er mit historischen Instrumenten
wie der Wald-Zither, die auch nach
dem Hersteller Böhm fälschlich als
Böhmische Zither bezeichnet wird.
Jochen Wiegandt
Auch diesmal wird Jochen Wiegandt
viele alte Hamburger Lieder mitbrin­
gen. Denn mittlerweile hat er in Zu­
sam­menarbeit mit dem Abendblatt ein
Buch herausgebracht: „Singen Sie
Ham­burgisch?“ Er versteht sich nicht
nur als Nachfolger der legendären
Volks­
sänger Hamburgs. Er sammelt
(frei nach Luthers Ausspruch „Man
muss dem Volk aufs Maul schauen“)
das, was der Volksmund aus den „offi­
ziellen“ Texten gemacht hat. Dabei
geht er auch den verschlungenen Pfa­
den nach, die diese Lieder im Laufe
der Zeit genommen haben.
Hermann Struß wird auf dem Akkor­
deon Vierländer Lieder – auch zum
Mitsingen von den verteilten Textblät­
tern – vortragen. Wer alte Vierländer
Lieder kennt: Mitbringen und Jochen
Wiegendt vorstellen! Vielleicht kennt
er sie noch nicht.
Weest du noch Johann?
As Mutter noch Füer mit’n Füersteen sleug,
un de Buer dat Land noch mit’n Holtplog pleug,
as Großmutter de Feul noch op de Füerkick drög,
un de Fleuh mit’n wulln Lappen verjeug,
dor weuert noch wat, Jungedi, dor weuert noch wat!
As de Snieder noch mit de Nodel neih’
un jede Deern noch dreug een Krei,
as de Blomen noch bleuht in’n Weetenfeld,
un dusend Mark noch weur veel Geld,
dor weuert noch wat, Jungedi, dor weuert noch wat!
As de Rook noch ut de Döern treck,
un ünnern Wiemen noch reukert de Speck,
as wi uns noch in’n Bohmhoff sleken
un uns de Taschen vull Appels steecken,
dor weuert noch wat, Jungedi, dor weuert noch wat!
As des Bäcker noch de Grütmöhl treckt,
ut sien Fro ehr Möhl noch Semp rutleckt,
as se Oljohrsobend noch mit’n Slödel knallern,
un Fastlobend an de Döern ballern,
dor weuert noch wat, Jungedi, dor weuert noch wat!
As de Knecht to’n Buern noch Jochen see,
un de Deern mit Ank de Frö anrä,
as jeedereen noch plattdüütsch snack,
un Hochdüütsch kreeg wat op de Jack,
dor weuert noch wat, Jungedi, dor weuert noch wat!
As de Sommer noch warm,
un de Winter noch kold,
as uns Grotvadder noch leev un ick noch nich old,
as Veerlann noch mien Welt
un Büxenknöp mien Geld,
dor weuert noch wat, Jungedi, dor weuert noch wat!
As wi op de Elv noch Strietschoh lopen,
in’n Schummern Deerns un Maiseebers greepen,
as wi op’n Diekn noch buttschern kunnen,
un ok noch manchmol ’n Vagelnest funn’n,
dor weuert noch wat, Jungedi, dor weuert noch wat!
Dieses Gedicht hatte Anne Lichtenfeld, geb. Simon, für Fred
Schulze aufgeschrieben, der es kürzlich beim Aufräumen wie­
der fand. Kennt jemand den Autor oder kann sonst noch
etwas zum Ursprung sagen? Über eine Mitteilung würde sich
die Redaktion freuen.
9
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10
Niks to doon
Malergeschichte aus Altengamme
vun Heinrich Andresen
As’t Winter weer, as’t Winter weer,
Do harr ik niks to doon,
Sett knapp den Foot mal vör de Döör,
keem reinweg op den Spoon.
As’t Freujohr wurr, as’t Freujohr wurr,
do stünn de Wekt in Blööt,
dat keem mi achter’t Wagenschuur
mien Mäken in de Mööt.
Wat sprung ik dar, wat sung ik dar:
„Wo heff ik di so geern!“
Wat leep ik dar un greep mi dar
Mien lüttje söte Deern.
Nu’t Summer is, nu’t Summer is,
Nu sitt wi beid in’n Gaarn,
un wenn dat wedder Winter warrd,
denn wüllt wi Kinner waarn.
Sie freuen sich über das fertige Buch (v. lks.): Tobias Gätke, Katrin Hinkelmann, Ewald Hamburg
Das 85-jährige Bestehen feiert in die­
sem Jahr der Malereibetrieb Ewald
Hamburg in Altengamme. Grund für
den Namensgeber, die Firmenge­
schich­te und seine beruflichen Erin­
ne­r ungen in seiner „Renntner-Freizeit“
einmal zusammenzustellen. Heraus­­ge­kommen ist ein richtiges HardcoverBuch mit mehr als 150 Seiten. Auf vie­
len Textseiten erfährt der Leser die
Anfänge aus der Zeit, als Otto Ham­
burg seinen Gewerbeschein am 8. Juli
1931 bei der Polizeibehörde, Dienst­
stelle Bergedorf-Geesthacht, im Berge­
dorfer Schloss erhielt, bis jetzt. Zur
Firma gehören heute 26 Mitarbei­
te­
rinnen und Mitarbeiter in unterschied­
lichen Berufen rund um die Malerei.
Dazu hat Ewald Hamburg viele
Dokumente, Zeitungsartikel und Fotos
zusammengestellt, die auch eine Art
Chronik des Umfelds bilden. Er sagt:
„Ich hatte – wie viele Mitmenschen –
die Idee, Teile meines Lebens nieder­
zuschreiben. Denn in früheren Zeiten
wurde viel mündlich weitergegeben.
Das geschieht heute kaum noch.
Darum entschloss ich mich, die
Erinnerungen niederzuschreiben und
sie mit Dokumenten wie Urkunden
und Bildern zu illustrieren.“
Viele Notizen, Briefe und Berichte
hat er mit Hilfe von Freunden und
Profis ausgewertet. Nun ist das Buch –
bereits das zweite von Ewald Hamburg
nach einem über sein Haus am Alten­
gammer Elbdeich – fertig geworden
mit viel Informationen auch über die
Altengammer Feuerwehr und das
Deut­sche Maler- und Lackierermuseum
am Billwerder Billdeich im Glocken­
haus. Die Bilder und Illustrationen hat
Tobias Gätke bearbeitet, die Seiten
hat Katrin Hinkelmann in der Dru­
ckerei Zollenspieker (in der auch die
„La­tücht“ entsteht) zusammengestellt.
Das Buch wird nun an Freunde ver­
schenkt. Es ist nicht im Buchhandel
erhältlich.
Aus:
Lichtwark-Heft Juli 1953
zum Hamburger Bundessängerfest
und Heimatwoche Bergedorf
Inh.: Anja Schwormstedt
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11
Suchbild
Heute zeigen wir ein Bild aus der
Sammlung von Hauke Marquardt von
überflutetem Vorland, das von einer
Glasplatte abgezogen worden ist. Das
Bild entstand etwa 1926, als die DoveElbe noch von der Tide abhängig war,
also bevor die Dove-Elbe-Schleuse ge­
baut wurde. Vermutlich zeigt es eine
Partie am Neuengammer Hausdeich.
Wer weiß, wo es war? Die Redaktion
freut sich über Nachricht.
Für das Suchbild in der vorigen
„Latücht“ wusste Söhnke Marquardt
Nähe­res: „Das Bild wurde in ‘Die Vier­
lande bei Hamburg’ von Voigt/Griese
1894 gezeigt. Damals war es Neuen­
gammer Hausdeich 174. Das 1618 er­
baute Haus brannte am 8. Au­g ust 1914
ab. Heute hat das Grundstück die
Haus­nummer 379“, sagt er.
„Ent- und Bewaterung“ in Veer- un Marschlannen
An’n 13. November 2015 harr de „Latücht“ Heinz Hermann
Koops to eenen besonnern Vördrach mit een för uns Veer- un
Marschlannen ganz wichtiges un interessantes Thema inlodt.
Dat güng üm „toveel oder towenig Woter bi uns!' Solang dat
uns‘ Dörper gifft, weur wichtig, wie man dormit ümgüng.
Toerst mussen Dieken boogt warrn, üm eenigermaten vör
Hochwoter un Störmflooten seker to sien. De to plegen, is ‘n
Upgoov up Duer un reckt bet in uns‘ Tied. Neben de StromElv gifft dat de lütten Elvarms. Se loopt merrn dör‘t Land un
weurn freuer vun beide Sieden open, so dat vun öberall
Hochwoter oder Ebbe un Floot in’t Land rinkummen kunn.
All freuh hett man se dorüm vun de Bobensiet her dichtmokt
(Gose-Elv 1340 un Dove-Elv 1471). Vun ünnen kunn aber
ümmer noch Hochwoter kummen. So stünn noch 1926 dat
Woter twüschen Neegamm un Corslock so hoch, dat blot
noch ‘n poor Hüser up Warften rutkeeken. Veer Johr loter
weur endlich de Reit-, Dove-Elv un Krapphoff-Slüüsen fardig
un’n Deel vun de Dove-Elv dormit afsekert. No’n Krieg (1952)
keum de grote Slüüs bi Totenbarg dorto un endlich weurn nu
beide Elv-Nebenarms totol free vun Wotersnot.
Nu dössen ook butendieks Hüser boogt warrn un dorvun
hett man gern Gebruuk mookt. In allerjüngste Tied is dat
aber wedder in Froog stellt. Wiel allgemein de Woterstand
in’n Snitt ümmer heuger stiegen deiht, hett de Senot vun
Hamborg besloten, ut Rebeeten, wo Beeken un bi uns de bei­
den Elvarms dörchlöpen dot, so nömte. „Überschwemmungs­
gebiete“ to moken. Dor sall nu gornix Nee’es mehr boogt
warrn. Man höllt dat för neudig, Steden to hebben, de bi
Hochwoter öberswemmt warrn künnt!
De tweete, tominst ebenso wichtige Sook för Veer- un
Marsch­­lannen is de „Ent- un Bewoterung“ in’t Binnenland.
Een System gifft dat je all vun Anfang an un besteiht ut veele
Grobens twüschen de ca. 18 Meter breeden „Stücken“. Quer­
grobens sorgt för wiedere Woterverdeelung. Aber mitünner is
eenfach toveel oder towenig in de Grobens. Üm dat uttoglie­
ken, hett man sick all freuer veel infall’n loten. So geev dat in’t
19ste Johrhunnert an veele Steden Windmöhlen, de hölten
Woterschruuben dreih‘n dee’n, üm dat Natt heuger to drüc­
ken un so vun eenen Groben wieder in’n nächsten to trans­
porteren. Dat güng aber blots, wenn ook Wind weih’n de.
Sünst muss‘ dat vun Hand mit Geters mokt warrn und dat
12
weur all ümmer recht meuhsam. Richtig holpen hebbt hier
erst Pumpen mit elektrischen Strom. Man füng in de
Twintiger-Johrn bald an, tosomen mit Schlüüsen breede
Kanols antoleggen.
Besonners in Kirchwarder un Ossenwarder geev dat ‘n gro­
tes Rebeet, wo dat to Freuhjohr oder in’n Harst ümmer ban­
nig natt weur. Hier hett man een grotes System ut breede
Sammelgroben mit etliche Pump-Statschonen inricht, de
dorför sorgen schull‘n, dat man dat Woter beter los würr,
oder dat dor hen to bringen, wo’t grood neudig weur. Dat hett
mit de Tied recht good klappt. Ook dat Land is dordörch
dreuger un för Buern un Garners veel beter worden.
Dat gifft, wat Woter in uns‘ Marsch angeiht, aber noch’n
drüttes Thema. In Corslock un Olgamm harr man, vun Ham­
borg her, ook so in disse Tied, de „Woterkunst“ in’n Plon. Man
harr hier de glieken Sorgen mit toveel oder towenig Woter un
wull gern ut uns‘ Gegend Drinkwoter för de Grootstadt ge­
winnen. In freuere Tieden würr dor je dat Woter för jeden
Zweck direkt ut de Fleeten holt, un wiel de nicht sauber
weur’n, keumen ümmer mol slimme Epidemien vör, so as to­
letzt de Chorera vun 1892. So würr’n denn nu vun Olgamm
an, dörch de Veer- un Marschlannen för Be- un Entwoterung
parallel twee Kanols bet no Hamborg boogt un in Corslock
een grotes Woterwark anleggt, dat mit besonnere Pumpen
Woter deep ut de Grund holt, üm dat no de Stadt to transpor­
teern. Dat Wark is intwüschen sogor moderniseert un grötter
worden. Wü hebbt dat besöcht un man hatt uns‘ vertellt, dat
nu de Stadt to twindig Prozent mit Woter vun hier versorgt
warrn kann!
Denkt man an de freueren Toständen vun dor, aber ook, wie
swor dat bi uns ümmer weur, Woter lostowarrn, kann man
hier seggen: man hett sogor twee Fleegen mit eene Klapp
slogen.
HSt
Mienwegen kunn de Buur de Göös op de Wisch
drieben, seggt de Wulf. Ik mag keen Gras.
De afrikonsche Goorner
vun Heinz Tiekötter
Wat de Süüd-Afrikoners in de letzten
dottig Johrn för een Swung in jem­
mer Entwicklung mookt hebbt, dat
kannst gornich beschrieben. Nu is
dat een moderne Nation. De halbe
Welt löppt sik de Hacken scheef, üm
mit jem in Geschäft to komen. In de
Achtziger Johrn weer dat heel an­
ners.
Gerd sien Söhn Grobi – egentlich
heet he Boris – keem 1981 no Johan­
nisborg as Vertreder vun een Ham­
borger Schemikolienhannel. Fief
Johr loter mookt Gerd sik op denn
Padd, üm sien Jung to beseuken. Gro­
bi hoolt em an’n Johannisborg Air­
port af un all op de Fohrt no em tohu­
us is Gerd beindruckt. Man, wat’n
grote un moderne Stadt. Dor weer
Ham­borg meist een Dörp dorgegen.
Nodem dat Grobi sien Vadder fief
Doog de Stadt wiest hett, wull he mit
em ook in de Ümgebung un de wun­
nerscheune Landschop bekieken.
Dütsche dreepen sik an de Wochen­
enn oftins in een Lodge in de Kala­
hari. Dor harr een Farmer, de ut
Holsteen inwannert weer, to sien
Bedrief ook noch een Gästehuus.
Wat dor in den Beergoorn un den
Kroog op den Disch keem, dat weer
allerbeste dütsche Köök. Üm dat
Huus leep een grote öberdachte
Veranda, de de Gäst för de stekende
Sünn bewohren dä un een herrli­
chen Blick in den Goorn un doröber
weg in de Landschop schenkt hett.
De Veranda weer vull besetzt. Grobi
winkt ‘n poor Lüüd to, un bi den een
or annern stellt he sienen Vadder
vör. Denn setten de beiden sik an een
freen Disch. In den Goorn sehn se ‘n
Afrikoner, de dorbi weer, de Blomen
un Rabatten to begeten. He mook
sien Arbeit gründlich un goot.
No’n Tiet trocken dunkle Wulken
op, un denn fung dat an to geten.
Dat regent nich oftins in de Kalahari.
Man wenn de Heben siene Schlüesen
opmookt, denn kummt dor Woter
dool; dat kannst di nich vörstellen.
De Lüüd op de Veranda keken all to
den swatten Goorner. De weer nu all
klöternatt, man he begeet tapfer wie­
der. Wobi lang nich soveel ut siene
Sprütt keem, as wat vun Heben dool­
full. De Minschen lachten un schütt­
koppten, wiel dat de Mann stuur
wiedermoken dä. De Swatte lach
torüch, denn he weer een fründli­
chen Minschen. Denn, mit eenmol,
stellt he dat Woter af, un geiht in dat
Gerätehuus.
De Gäst op de Veranda stellten ehre
Flaxeree in, denn se gläuvten, de
Spooß harr nu sien Enn funnen.
Pustekuchen, hest di dacht! De Döör
vun denn Schuppen güng op un de
afrikonsche Goorner keem wedder
rut. He harr sik ‘n Regenmantel an­
trocken un een Hoot opsett. Denn
güng he to sienen Woterhohn, dreih
den wedder op un mook dor wieder,
wo he vörheer opheurt harr.
Lögen un Wohrheit
vun Elke Marx
Lögen licht mi nich, ick segg leber de
Wohrheit. Ober wenn ick mit de
Wohr­­
heit nich utkumm, nimm ick
vun dat anner ’n beten to.
Lögen licht mi nich, denn mutt ick
mi allens marken, wat ick vertellt
hew. Sünst kummt dat rut, dat ick
nich bi de Wohrheit bleben bün.
Lögen licht mi nich, ick segg leber
de Wohrheit …
Al as lütte Deern, wenn ick mol wat
utfreten harr un Vadder kreeg mi
vör’t Brett. He wull denn je rutkree­
gen, wokeen dat mokt harr: Den
mörn Droht vun’n Kükenkoben ut­
nannerpult to’n Bispill. De lütten
geln Küken lepn dörch dat hoge
Gras un piept as dull un kunn’n dat
Lock nich wedderfinn’n. Ick wull
jüm griepen, ober kreeg keen tofo­
ten. De Kluck seet in’n Koben un
mok Spektokel. Dor bin ick gau ut­
neiht. Obends stünn ick denn bi Vad­
der mang de Knee. De Groten harr
he al frogt. De wüssen vun den
twei’n Droht nix. Nu weur ick an de
Reeg. Ick wüss dat, ober ick sä nix.
Vadder freuch ümmer wedder: „Hest
du dat doon?“ Un denn: „Hest du dat
doon, segg de Wohrheit!“ Dat weurt!
Ick keek em fast in de Ogen: „De
Wohr­­heit!“ sä ick.
Vadder drei den Kopp bisiet. Ick
gläuw, he müss grienen. Weur je ok
gornich so licht mit dat lütte Lock
in’n Droht. He bruk blots den Koben
an een Eck ’n beten anböörn, do lö­
pen de Keuken ünnerdörch un weurn
wedder binn’n bi de Kluck.
Beseuk
vun Hermann Meyns
Wenn man in Ofriko dörch‘n Lannen reist, is man op
Safari. Mien Fro un ik weurn vör Johrn mit ‘n Reisegrupp
in Südofriko. Man kriggt veel to sehn un man kunn veel
beleven.
Wenn man op Safari is, mutt man je ok overnachten.
Hotels gifft dat blots in de Städte. Oppen Lannen sünd de
Unner­künfte Lodges odder Camps. In een Lodge an’n
Krüger­nationalpark sünd wi denn ovends ankomen. Se
leeg so’n beten versteeken, de letzten hunnert Meter müss
man to Foot gohn. De Holthüüs weurn in ofrikonischen
Boostil eveneerdig rundum Swümmbecken. Wi heff unsen
Ruum betrocken un wulln uns ton Ovendeten frisch mo­
ken. Dor sitt in de Eck, wo wi denn Kuffer afstellen wulln,
een Poch. „Na, wat wullt du denn. Hier sloop wi hüüt
Nacht“, heff ik seggt. Ik nehm em inne Hand un sett em
rut vör de Döör. Dorbi füll mi op, de Döör harr ünnen ne
groote Ritz. Eh wi mit de annern to’n Ovendeeten güngen,
pack mine Gila noch een Handdook vör de Döör.
No’n Eeten füll’n wi meud in de Puch. Doch, wat weur
dat? Ik verjoog mi, an mien Been föhl ik wat Glitschiges. Ik
ut Bett rut, knips Licht an, un wat leeg dor in’n Bett? een
Poch. Dann dä dat woll passen, scheun in’t warme Bett to
liggen. Ik weur argerlich un wull denn Poch dreekantig ut
de Döör smieten. Doch ik heff dat nich mokt, bün je ‘n
Tierfründ. Ditmol heff ik em twintig Meter wieder in’t
Gras sett. Dorbi heff ik dacht, man goot, dat dat keene
Slang, Skorpion odder giftige Spinn weur. Mit sowat mutt
man ok reeken, wenn man inne Wildnis is. Vör’t Sloopen
heff wi dat Handdook stramm an de Döör leggt.
Annern Morgen bi’n Fröhstück weur grote Opregung. Ee­
ni­ge Nohbern harrn ok Pochbeseuk hatt, wenn ok nich
in’n Bett. Bi’n Saubermoken sünd se villicht rinhüppt od­
der dor hett eener noholpen un wull sik ‘n Spooß erlauben.
Gottseidank sünd wi hier blots eene Nacht wesen, un so
weur de Sook för uns afsloten. Over liekers sünd de Pöch
hier nich to Huus. De Minsch harr de Natur verännert un
Hüüser boot, un jüm dann Levensruum wegnohmen.
Wenn man dat so sütt, sünd de Pöch unschüllig. Denn se
sünd villicht al dusend Johr hier to Huus, wi Minschen
blots to Beseuk.
13
Zwei Kulturabende in der Pastoratsscheune
Beim besinnlichen Abend gab es auch Bilder auf einer Leinwand zu sehen
Dieser besinnliche Abend im Advent in
der Kirchwerder Pastoratsscheune war an­
ders gestaltet als die Abende der „Latücht“:
Vorstandsmitglieder hatten ein Programm
zusammengestellt, in dessen Mittelpunkt
unser Schatzmeister Pastor Gottfried
Lung­fiel stand. Er hatte wegen der Kün­
digung seiner Pfarrstelle in Fünfhausen
seinen Rücktritt als Schatzmeister zur
Hauptversammlung angekündigt. „Ge­
dan­ken – Gedichte – Lieder – Geschichten“
hieß darum das Motto für den Abend. Es
gab auf der Leinwand Bilder zu sehen von
Gottfried Lungfiels Aktivitäten in der
„Latücht“ und für den Kulturverein. Mu­
sik­stücke und Lieder (zum Mitsingen gab
es wie immer Blätter mit den Texten), ge­
lesene Texte bildeten ein fast zweistündi­
ges, abwechslungsreiches Programm.
Den traditionellen Klönabend in der
Pastoratsscheune am letzten Januar-Frei­
tag konnten dann wieder alle der fast
50 Besucher mitgestalten. Nach musikali­
scher Begrüßung durch Hermann Struß
mit „weiße Möwe flieg nach Helgoland“
las Gottfried Lungfiel zum Einstimmen
auf die bevorstehende Fas­ten­zeit eine Ge­
schichte eines Schrift­stellers aus der Hei­
de zur „H-Diät“: Man darf nur essen und
trinken, was mit H beginnt. Im Wechsel
lasen (zum Teil selbst verfasste) oder refe­
rierten Prosa oder Gedichte: Elke Janßen,
Renate Josenhans, Elke Marx, Hermann
Meyns, Gunda Schackier, Ilse Struß, Ilse
Zander. Dazwischen gab es immer wieder
– oft auch zum gerade gelesenen Text pas­
send – Lieder von Heiner Dreckmann auf
der Laute oder für alle, am Akkordeon
begleitet durch Hermann Struß. Zum
Mitsingen gab es wieder Blätter mit den
Texten. Denn – das kennen wohl alle: Der
erste Vers ist gut bekannt, der zweite
schon weniger, die weiteren kaum.
Renate Josenhans
Elke Janßen las eigene Texte
Gunda Schackier
Gottfried Lungfiel hatte unterschiedliche Texte mitgebracht
Altengammer Elbdeich 119 l 21039 Hamburg l Tel.: (040) 723 52 70 l [email protected] I www.ewald-hamburg.de
14
Veranstaltungen in und um Vierlanden
MÄRZ
(Veranstaltungen des Kultur und Heimatvereins „De Latücht“ fett gedruckt)
Sa 23. Plattddüütsch Dag in alle Hambor­ger Stadtdeele,
Di bis So 10 bis 17 Uhr: Rieck Haus wieder bis Ende Oktober
utricht’t vun denn Plattdüütschroot för Hamborg
geöffnet, Curslacker Deich 284
18 Uhr: Neuengammer Orgelkonzert mit Cornelia Schü­ne­
Do 3. 15 Uhr: Plattsnackertreff im Rieck Haus
mann-Gärtner (Saxophon) und Judith Viesel-Bestert (Orgel)
Fr 4. 15 (Kinder) und 19 Uhr: Gottesdienste zum Weltgebetstag
in der Neuengammer Kirche St. Johannis, Feldstegel
in der Curslacker Kirche St. Johannis
So 24. 10 Uhr: Kantate-Gottesdienst mit allen Altengammer
19 Uhr: „Musik in den Ecken“ mit Cord Garben und Jale Papi­
Chören in der Kirche St. Nicolai, Kirchenstegel
la im Museum für Bergedorf und die Vierlande, Berge­dorfer
Mo 25. 15 bis 19 Uhr: DRK-Blutspende-Termin in der Stadt­
Schloss
teil­schule Kirchwerder Hausdeich 341
Theatergruppe der Liedertafel „Frohsinn“ mit „Sünnenschien
in’n Harvst“ im Kulturheim Mittlerer Landweg 78
Sa 5. 15 Uhr: Eröffnung der Jahresausstellung (bis Ende
MAI
Okto­ber) „Leben auf dem Land – Fotos aus den Vier- und
So 1. 15 Uhr: Bunter Frühlings-Liedernachmittag des Damen­
Marschlanden 1950-1980“ im Rieck-Haus
singkreises „Loreley“ im Restaurant „Norddeutsches Haus“,
19 Uhr: Abendmusik mit Pianistin Amalia Baskal in der
Altengammer Elbdeich 42
Curslacker Kirche St. Johannis, Curslacker Deich
Mo 2. 15 Uhr: „Wi snackt Platt“ im Gemeindehaus ReinbekSo 6. 10 bis 17 Uhr: Kunsthandwerker-Markt im „Norddeut­
West, Berliner Straße 4
schen Haus“ von Karl-Hermann Dietrich, Altengammer Elb­
Di 3. 16 bis 19.30 Uhr: DRK-Blutspende-Termin in der
deich 42
Dalbek-Schule Börnsen, Hamfelderedder
11 bis 17 Uhr: Kunsthandwerkermarkt „Frühlingsträume“ im
Sa/So 14./15. Museumsfahrten der Arbeitsgemeinschaft
Gasthof „Zum Elbdeich“ von Udo Voß, Neuengammer Haus­
Geesthachter Eisenbahn auf der ehemaligen BGE-Strecke
deich 2
zwischen Bergedorf und Geesthacht
Theatergruppe der Liedertafel „Frohsinn“ mit „Sünnenschien
Sa 14. bis Mo 16. jeweils 14 bis 22 Uhr: Spieker Pfingstmarkt
in’n Harvst“ im Kulturheim Mittlerer Landweg 78
beim Rewe-Markt am Süderquerweg
17 Uhr: Sonntagskinder: „Schwert und Streitaxt – Holz­werk­
So 22. Plattdeutscher Gottesdienst in der Altengammer
statt“ im Bergedorfer Schloss
Kirche St. Nicolai
Mo 7. 15 Uhr: „Wi snackt Platt“ im Gemeindehaus ReinbekSa 28. Tell-Schützenfest rund um die Schützenklause, Kiebitz­
West, Berliner Straße 4
deich/Marschbahndamm
15 bis 19 Uhr: DRK-Blutspende-Termin im Haus des DRK18 Uhr: Orgelkonzert mit Prof. Eberhard Lauer in der Neu­en­
Kreis­verbands, Allermöher Deich 437 (bei der Reitbrooker
gammer Kirche St. Johannis, Feldstegel
Mühlen­brücke)
Sa/So 28./29. Kulturlandschaft Bergedorf (KuLaBe) mit vie­
Sa 12. 18 Uhr: Passionschoräle von Bach, Brahms u. a. mit
len Aktionen im gesamten Bezirk Berge­
Judith Viesel-Bestert an der Orgel in der
dorf, Programm siehe Tagespresse
Neu­
en­
gammer Kirche St. Johan­
nis, Feld­
stegel
So 20. 10 Uhr: Plattdeutscher Gottesdienst
JUNI
mit Pastor Klaus-Dieter Niedorff und dem
Sa 4. Bundesfest der Vierländer Schieß­
Damensingkreis „Loreley“ in der Alten­gam­
klubs bei Tell
mer Kirche St. Nicolai
Mo 6. 15 Uhr: „Wi snackt Platt“ im Ge­mein­
14 bis 17 Uhr: Sonntagskinder „Was pfeift
­de­haus Reinbek-West, Berliner Straße 4
denn da – Flöten bauen“ im Rieck Haus
ZOLLENSPIEKER
Mo 13. 15 bis 19 Uhr: DRK-Blutspende-Ter­
FÄHRHAUS
Fr/Sa 25./26. Museumsfahrten der Arbeits­
min im DRK-Kreisverband Allermöher
gemeinschaft Geesthachter Eisenbahn auf
Deich 437 (bei der Reitbrooker Mühlen­
der einstigen BGE-Strecke zwischen Berge­
brücke)
dorf und Geesthacht
Sa/So 18./19. Erdbeerfest rund um das
Rieck Haus, Curslacker Deich 284
Do, 31. März, 19:00 Uhr
So 19. Konzert im Rahmen der Bergedorfer
APRIL
Musiktage in der Kirchwerder Kirche St.
Sa 2./So 3. Bergedorfer Bautage auf dem
Seve­r ini
Frascatiplatz
Sa/So 25./26. Museumsfahrten der Ar­
Mo 4. 15 Uhr: „Wi snackt Platt“ im Gemein­
beits­­gemeinschaft Geesthachter Eisen­bahn
de­haus Reinbek-West, Berliner Straße 4
auf der Strecke zwischen Bergedorf und
Di 5. 16 bis 19.30 Uhr: DRK-BlutspendeGeest ­hacht
Termin im Gemeindezentrum Escheburg,
So 26. 17 Uhr: Gedenkkonzert: JohannesHofweg
Passion von J. S. Bach mit Joachim Duske
Fr 8. 20 (Einlass 18.30) Uhr: Musikalischer
(Tenor), Kammerorchester St. Gertrud, Kan­­
Aufführung vom Theater99.
Abend „Liederatur“ mit Jochen Wie­
to­rei St. Johannis, Leitung: Judith Vie­sel-Bes­
Plattdeutsche Kriminalkomödie
gandt auf Einladung der „Latücht“ im
tert in der Neuengammer Kirche St. Jo­han­nis
über eine Kreuzfahrt mit Mord,
Gasthof Hitscherberg von Hartwig
Di 28. 16 bis 19.30 Uhr: DRK-Blutspendeaber ohne Leiche und Beweise.
Reimers, Kirch­werder Hausdeich 153
Termin im Gemeindezentrum Escheburg,
Hier muss Krimifan Grete Glövich
Sa 9. 18 bis 2 Uhr: Lange Nacht der Museen
eigene Ermittlungen aufnehmen.
Hofweg
20 Uhr: Ballerbudenfete der Jungschützen
Eintritt € 12,–
im „Schützenhof“ von Gerd Pahl, Neuen­
JULI
gam­­mer Hausdeich 167
Telefon +49 (0)40 793133-0
Sa/So 16./17. Bergedorfer Automarkt auf
Mo 4. 15 Uhr: „Wi snackt Platt“ im Gemein­
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