Strukturierte Prüfungsvorbereitung

Was mache ich wann?
1. Zum Semesteranfang
2. Zur Semestermitte
3. Zum Semesterende
4. Die Prüfung
5. Nach der Prüfung
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1. Zum Semesteranfang
Orientieren und Überblick verschaffen
Erste Orientierung
Fach
Semesterbegleitend?
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Prüfung?
Schwierigkeit
Überblick verschaffen
1. Informationen zur Prüfung sammeln.
 Schriftliche oder mündliche Modulabschlussprüfung,
modulbegleitend geprüfte Studienleistung?
 Gibt es alte Klausuren?
 Welche Skripte, Folien, Lehrbücher brauche ich?
 Wen kann ich zur Prüfung befragen?
 Sprechzeiten des Prüfers?
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2. Zeitstrecke bis zum Prüfungstermin festlegen
 Prüfungen eventuell auf die beiden Prüfungszeiträume
verteilen?
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Prüfungstermine 2015
1. Prüfungszeitraum
20.07. – 08.08.2015
2. Prüfungszeitraum
28.09. – 10.10.2015
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Semesterüberblick 2015
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Oktober
3. Arbeitspensum bestimmen
 Übersicht über relevante Themengebiete verschaffen
 Gewichtung der Themen
 Lieber an Details, nicht an Themen sparen!
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4. Jede Vorlesung kurz vor- und nachbereiten
 mindestens 10, maximal 45 Minuten
 wenn möglich direkt vor oder nach der Vorlesung
 Überblick verschaffen, Kernaussagen markieren,
Mitschriften ergänzen, Unverstandenes nachlesen, Fragen
an den Prof formulieren
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2. Zur Semestermitte
Komprimieren des Lernstoffs
1. Lernplan aufstellen
 Hauptthemen/Themenblöcke bestimmen
 in einzelne Unterthemen/Lerneinheiten unterteilen (1 h –
max. 1 Tag)
 Lernstrategien festlegen (Mitschriften durchsehen,
Lehrbuch lesen, zusammenfassen etc.)
 Zeitstrecke festlegen, sodass alle Themen einmal
rankommen
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Stoffmenge in ein realistisches Verhältnis zur
verbleibenden Zeit setzen!
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Beispiel 1: Lernplan
Folien
Lehrbuch
Zusammenfassung
Thema A
Theorie 1
Theorie 2
Theorie 3
Thema B
Theorie 1
Theorie 2
Theorie 3
Thema C
Theorie 1
Theorie 2
Theorie 3
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Lerngruppe
Übungsaufgaben
Beispiel 2: Wochenplan
Montag
Dienstag
Mittwoch
8:00
9:00
10:00
11:00
12:00
13:00
14:00
15:00
16:00
17:00
18:00
19:00
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Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag
Erstellen des Wochenplans
1. Feste Termine eintragen
 verbindliche Termine notieren (Uni, Arbeit)
 Freizeittermine berücksichtigen und offene Zeiten lassen
2. Lernzeiten festlegen
 Anfang und Ende der Arbeitsphasen festlegen
 Ein Lernblock sollte ca. 1,5 h betragen; max. 4-5/Tag
 Ein Lerntag sollte 6-8 h nicht überschreiten
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3. Pausen einplanen
 alle 60-120 Min. Entspannungspause von 15-30 Minuten
 zwischendurch 2-5minütige Pausen zum Durchatmen
 an langen Lerntagen 2 mind. 1-stündige Pausen mittags und
abends
 Abhängig vom Lernstoff!
 Belohnungen und angenehme Aktivitäten planen!
 Eigenen Biorhythmus berücksichtigen!
4. Flexibel bleiben
 nicht mehr als 60% der Zeit verplanen, nötige Anpassungen
vornehmen
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Beispiel 3: Ein Lerntag
8.00
9.00
Aufstehen, Frühstück etc.
Beginn Lernblock 1
10.00
11.00
Kapitel 1-3 lesen und Notizen machen
12.00
13.00
Mittagspause
14.00
15.00
Lernblock 2: Notizen mit Skript abgleichen und Karteikarten anfertigen
16.00
17.00
18.00
19.00
Karteikarten lesen und wiederholen
20.00
21.00
Einkauf, Abendbrot
22.00
23.00
Auswertung des Tages, Planung des nächsten Tages
Ziele erreicht? Belohnung, Entspannung
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2. Lerngruppe finden
 3-5 Teilnehmer
 Gemeinsame Ziele festlegen.
 Feste Zeiten und Treffpunkt vereinbaren.
 Ablauf der Sitzungen festlegen.
 Aufgaben verteilen.
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3. Themenblöcke erarbeiten
 Anzahl richtet sich nach Lernplan
 Durchsicht und Komprimieren der Informationen
 Beispielsweise auf eine mindmap, 1-3 Seiten
Zusammenfassung, Karteikarten etc.
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Zusammenfassung und Reduktion der
Themen:
 Kurz-Zusammenfassungen
 Diagramme
 Mindmaps
 Poster
 Lernkarten
 Bilder…
(Quelle: www.stud.fernuni-hagen.de)
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Wichtig: die richtige Balance
Anforderungen:
Studium, Job,
Pflichten,
soz. Verpflichtungen
…
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Kraftquellen:
Pausen, Freizeit
Freunde, Familie
Sport, Entspannung
…
Meine Kraftquellen:
 ……..
 ……..
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3. Zum Semesterende
Lernen
Drei-Speicher-Modell des Gedächtnisses
(Atkinson & Shiffrin)
• Ultrakurzzeitgedächtnis/ sensorischer Speicher
Speicherung der Sinnesinformationen, hohe Kapazität,
nicht bewusst (prä-attentativ), sehr kurze Speicherdauer
• Kurzzeitgedächtnis
Geringe Speicherkapazität (7±2 Elemente), kurze
Speicherdauer (3-4 min), störbar, durch Wiederholung
und Verknüpfung mit Bekanntem länger erinnerbar
• Langzeitgedächtnis
sehr hohe Speicherkapazität und –dauer, Speicherung
des Wissens über Ordnungssysteme, Struktur ist flexibel
Psychologische
SoSe 2015
Dipl.-Psych. H.Studienberatung·
Dobrovoda· 23.06.2015
Seite
2525
Seite
Quelle: M Imhof(2013)
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Wie gelangen die Informationen ins
Langzeitgedächtnis?
1. Relevanz/Wichtigkeit
2. Wiederholungen
3. Abwechslung
4. Verknüpfung
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1. Relevanz/Wichtigkeit
 Lernen hat Priorität! „Lernen ist mein Job!“
 Subjektiv bedeutsames Material wird besser
behalten!
 Mit Selbstinstruktionen arbeiten: „Es ist für
mich wichtig, diese Prüfung zu bestehen.“
 Argumente dafür sammeln, warum genau diese
Prüfung persönlich bedeutsam ist / positive
Aspekte des Prüfungsfaches finden
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2. Wiederholungen
 Verteiltes Lernen ist besser als massiertes!
 Auf mehrere Tage und verschiedene Zeiten
verteilt
 Beispiel: 1. am selben Tag 2. einen Tag später
3. nach einer Woche 4. nach 4 Wochen 5. nach
einem halben Jahr
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Beispiel: Lerndatei
 Karteikarten werden beidseitig beschriftet: Frage auf die
eine, Sachverhalt auf die andere Seite
 Box mit 3-5 Fächern
 Alle neuen Karten kommen ins erste Fach
 Abfragen, wenn gewusst, rücken sie ein Fach weiter
 Nach ein paar Tagen: 2. Fach. Gewusst: eins weiter.
Nicht gewusst: zurück ins erste Fach
 Mit größerem Abstand kann das letzte Fach noch einmal
wiederholt werden
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3. Abwechslung
 Lernen mit mehren Sinneskanälen
 individuellen Lerntyp beachten
 Lernorte wechseln
 Je nach Thema verschiedene Farben
(Stifte/Papier)
 Zentrale Punkte selbst erklären, mit sich selbst
debattieren
 Joggen, spazieren, auf und ablaufen
 Malen, zerschneiden und kleben von Infos
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4. Verknüpfen: mit Wissen
 Neues Material mit Bekanntem verknüpfen
 „Global picture“ (Zusammenhänge und
Bedeutung des Wissens)
© picture alliance/Science Photo Library
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4. Verknüpfen: mit Bildern
 Trockenen Stoff lebendig machen Visualisieren:
• Innere Bilder finden
• Geschichten ausdenken
• Assoziationen finden
• Eselsbrücken
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Lesen Sie den folgenden Absatz dreimal und
versuchen Sie dabei, ihn sich einzuprägen:
„Ein Zweibein sitzt auf einem Vierbein an einem
Dreibein und isst ein Einbein. Da kommt ein
Vierbein, springt auf das Dreibein und nimmt dem
Zweibein sein Einbein.“
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..und jetzt versuchen Sie dabei, sich
folgende Bilder vorzustellen:
„Ein Zweibein (Mensch) sitzt auf einem Vierbein
(Stuhl) an einem Dreibein (Tisch) und isst ein
Einbein (Hähnchenkeule). Da kommt ein Vierbein
(Hund), springt auf das Dreibein (Tisch) und
nimmt dem Zweibein (Mensch) sein Einbein
(Keule).“
Nach M. Krengel
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Seite 35
„Nie ohne Seife waschen“
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4. Verknüpfen: mit Gefühlen
 Lernen mit allen Sinnen (multisensuales
Lernen)
 Angenehme Lernatmosphäre schaffen
 Für sich sorgen
 Rituale etablieren
 Stärkende Gedanken/innere Sätze
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Selbst-Belohnung
 Verstärkung von positiven Fortschritten
 Belohnungen sollten Zusatz sein und nichts Notwendiges
beinhalten
 Belohnungen müssen nicht materiell und teuer sein
 Auch ein innerliches „Das hast du gut gemacht!“ kann
belohnen; auch Symbole können belohnen.
 Belohnungen sollten gezielt geplant und konsequent
vergeben werden.
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Stärkende Gedanken
 Denken Sie an frühere Erfolgserlebnisse.
 Denken Sie an Lebensbereiche außerhalb des
Studiums, die Ihnen wichtig sind.
 Vergegenwärtigen Sie sich, dass Familie und
Freunde Sie nicht für Leistung lieben.
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Die Prüfung
Abrufen und Anwenden
Der Tag der Prüfung
 Nichts Neues mehr lernen
 Zusammenfassungen überblicksmäßig durchgehen ist ok
 Etwas Angenehmes, Entspanntes tun
 Gut essen
 Mit positiven Selbstinstruktionen arbeiten: „Ich habe
gelernt, was ich schaffen konnte. Das genügt.“
 Vorstellung der schönen Dinge, die nach der Prüfung
geplant sind
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Seite 41
Die Klausur
 Fragen genau durchlesen
 Zeit planen nach Komplexität der Aufgaben und/oder
Punkteverteilung
 Mit den leichten Fragen beginnen
 Präzise, klare Antworten
 Bei Problemen zu nächster Frage übergehen, nicht „fest
beißen“
 Zeit für Schlusskorrekturen lassen
 Pause?
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Seite 42
„Open-book-Klausuren“
 Index aus Post-its
 Selbst erstelltes Inhaltsverzeichnis des Ordners
 Textmarkierungen nach festem Farbschema
(z.B. alle Definitionen blau, Kernaussagen rot
etc.)
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Die mündliche Prüfung
 Einstiegsthema wählbar?
 Bei Unverständnis nachfragen.
 Vom Allgemeinen zu den Details reden.
 Black-Out mitteilen.
 Mündliches Erklären üben.
 Fachbegriffe verwenden.
 Auf Mimik/Gestik des Prüfers achten.
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Erste Hilfe beim Blackout
1. Wahrnehmen bzw. Ansprechen: „Ich habe gerade einen
Hänger. Das liegt an meiner Aufregung.“
2. Kurze Entspannungsübung:
Abstand nehmen, zurücklehnen. Durchatmen:
einatmen – ausatmen. Fäuste beim Einatmen
anspannen – beim Ausatmen locker lassen. In
Gedanken jedes Einatmen mit „Ein“ – jedes
Ausatmen mit „Ruhe“ begleiten.
3. Neustart: Aufgabe noch einmal lesen
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Nach der Prüfung
Bewerten und Reflektieren
Möglichkeiten der Reflektion
 Belohnen Sie sich! Tun Sie sich etwas Gutes!
 Reflektion des Lernprozesses: was war gut, was
war überflüssig, was will ich beibehalten, was
verändern?
 Möglichkeit der Klausureinsicht nutzen!
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Wo finde ich Unterstützung?
 AStA und Fachschaftsräte (students-htw.de)
 Studienfachberatung/Studiengangsprecher
 Lernzentren (Mathe, Wirtschaft, Informatik)
 Allgemeine Studienberatung
 Psychologische Beratung
 Sozialberatung des Studentenwerks
 Beauftragte für chronisch Kranke und
behinderte Studenten
 International Office
Psychologische Studienberatung· SoSe 2015
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Psychologische Studienberatung der htw
Berlin:
Dipl.-Psych. Hanna Dobrovoda
Campus Treskowallee, Hauptgebäude, Raum 141
Telefon: 030/ 5019 2315
E-Mail: [email protected]
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Seite 49
Literatur
Werner Metzig und Martin Schuster:
Lernen zu lernen(2006). Springer Verlag.
Martin Krengel: Bestnote. Lernerfolg verdoppeln,
Prüfungsangst halbieren.(2012) Eazybookz
www.studienstrategie.de
Psychologische Studienberatung· SoSe 2015
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Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit!
Anfangsschwierigkeiten überwinden
• Startzeit vorher festlegen, eventuell Erinnerung
vorher/Ritual
• „10-Minuten-Trick“: Erlauben Sie sich, nur 10
Minuten zu arbeiten. Wenn es danach wirklich
nicht besser wird, dürfen Sie eine längere Pause
machen.
• Mit leichten Dingen beginnen.
• Alternatives Lernthema bereithalten.
Psychologische Studienberatung· SoSe 2015
Seite 52
Durchhalten
• Ablenkungen/ mögliche Alternativtätigkeiten
reduzieren: Telefon und e-Mails aus, evtl. in
Bibliothek lernen
• Notizzettel bereit legen, um Gedanken zu
fixieren
• Lernen hat Priorität! „Lernen ist mein Job!“
• wandernde Gedanken liebevoll zurückholen
• Gemütliche Ecke im Zimmer für
Wiederholungen schaffen
• Rituale etablieren
Psychologische Studienberatung· SoSe 2015
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