Große Diven, große Damen, großer Aufruhr

MITTWOCH, 8. JULI 2015
3
Gersthofen und Umgebung
NUMMER 154
Große Diven,
große Damen,
großer Aufruhr
Gersthofen und Umgebung
Langweidd
Gablingenn
Gersthofen
Jubiläum Nicht nur auf, sondern auch hinter
der Bühne gibt’s so manches Ereignis aus
20 Jahren Stadthalle Gersthofen zu erzählen
VON GERALD LINDNER
Gersthofen Mit dem Isar-Indianer in
voller Montur auf Spaziergang
durch den Gersthofer Stadtpark.
Das ist nur eines der vielen lustigen,
skurrilen oder dramatischen Erlebnisse, die das Team des Gersthofer
Kulturamts in den vergangenen
zwei Jahrzehnten hatte. Anlässlich
des 20. Jubiläums der Stadthalle erinnert sich Kulturreferent an so
manche Begebenheit.
Berühmte und weniger berühmte
Stars gaben sich in den letzten
20 Jahren die Klinke der Gersthofer
Stadthalle in die Hand. Dabei war
der Anfang noch etwas schwer, da
die Kulturereignisse zuvor vor allem
aus Vereinsveranstaltungen bestanden. „Im ersten Jahr gab’s viel Gegenwind, ich musste einige Leute
hier noch überzeugen“, so Kulturamtsleiter Helmut Gieber, der vorher das Programmkonzept für die
Stadthalle Neusäß entwickelt hatte.
Schon bevor das 900 Zuschauer fassende Gebäude auf einem Feld neben dem City-Center fertiggestellt
war, ging’s los mit Gastspielen an
unterschiedlichen Orten. Zu den
ausgefallensten zählt ein Gastspiel
der South African Musical Company
mit einem Musical in der Diskothek
Sound Factory, aber auch Theater in
der TSV-Turnhalle oder ein Musical unter der Rolltreppe des CityCenters. Am 14. Oktober 1995 wurde die Halle eröffnet, mit klassischer
Musik. Klassisch mit dem „Rosenkavalier“ wurde das zehnte Jubiläum gefeiert.
In all der Zeit hat Gieber so manches erlebt. „Am witzigsten war
wohl der Moment, als Isar-Indianer
Willy Michl in voller Montur an der
Tür des Kulturamts stand“, so Gieber. Der Kabarettist sagte: „Ich
habe gar nicht gewusst, dass du so
ein Big Chief bist.“ Beim anschließenden Gang durch den Stadtpark
ernteten beide schräge Blicke.
Eine nette Begebenheit trug sich
am Rande eines restlos ausverkauften Konzerts von Helene Fischer in
der Stadthalle zu: Ihr Freund, der
Moderator und Sänger Florian Silbereisen, wollte sie hinter der Bühne
besuchen, scheiterte jedoch am Eingang zum Garderobentrakt an der
freundlichen Dame der Stadthalle,
die den prominenten Gast in natura
nicht erkannt hatte. Der zunächst
Abgewiesene schaffte den Weg zu
seiner Freundin dann aber doch.
Nerven lassen musste das Hallenteam, als Opern-Weltstar Montserrat Caballé zwei Konzerttermine
platzen ließ. Der dritte Versuch
klappte – aber haarscharf. „Nur
durch Zufall erfuhren wir, dass die
Sängerin eine schlimme Allergie gegen Blütenstaub hat.“ Gerade rechtzeitig konnte ein präparierter Blumenstrauß beschafft werden.
Nicht so gern erinnert er sich an
den Abend, an dem die Kabarettistin Lisa Fitz ihren Auftritt unterbrach und die Bühne verließ. Der
Grund: Eine Zuschauerin in der ersten Reihe hatte ein Beatmungsgerät,
dessen Zischen sie aus dem Konzept
brachte. „Danach haben sie die
Münchner Zeitungen gleichsam geschlachtet, und sie ist mehrere Jahre
nicht mehr nach Gersthofen gekommen“, so Gieber.
Auch eine Bombendrohung
musste das Team meistern – und
zwar bei einem Margeritenball.
Mithilfe der Polizei konnte aber
schnell Entwarnung gegeben werden.
Zu den Gästen, die Helmut Gieber am meisten imponierten, gehören die Schauspielerinnen Iris Berben und Senta Berger. „Beide sind
beeindruckende Damen.“
GABLINGEN
Naturkundlicher Spaziergang
an der Schmutter
Montserrat Caballé kam im Jahr 2004 erst zum dritten Anlauf in die Stadthalle – da begeisterte sie dann ein nach zwei kurzfristigen Absagen zuvor dezimiertes Publikum.
Archivfotos: Marcus Merk
GABLINGEN-LÜTZELBURG
TSV will neuen
Vorsitzenden wählen
Der Theater- und Sportverein Lützelburg führt eine außerordentliche Jahreshauptversammlung am
kommenden Sonntag, 12. Juni,
um 18.30 Uhr im Theaterheim
durch. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Neuwahl des ersten
Vereinsvorstandes. Wie berichtet, hatte sich bisher niemand gefunden. (bph)
GERSTHOFEN
Schauspielerin Iris Berben beeindruckte vor und hinter der
Bühne mit ihrer Persönlichkeit.
Lisa Fitz verließ die Bühne, weil sie sich von einer Zuschauerin
mit Beatmungsgerät gestört gefühlt hatte.
So feiert Gersthofen 20 Jahre Stadthalle
● Ausstellung Vom Sonntag, 12. Juli,
bis Oktober bevölkern „Alltagsmenschen“ die Innenstadt. Das sind lebensechte und -große Skulpturen der
Münchner Künstlerin Christel Lechner.
● Theater „Der Bayerische Jedermann“ erlebt als große Freilichtproduktion mit dem Theater Gersthofen
eine Wiederaufnahme von Freitag
bis Sonntag, 7. bis 9. August, jeweils ab
21 Uhr auf dem Rathausplatz.
● Fotos „Never too old to Rock ’n’
Roll“ nennt Werner G. Lengenfelder
seine Ausstellung vom 3. Oktober bis
15. November im Ballonmuseum.
● Festwochenende Vom 10. bis 16.
Oktober finden das Jubiläumskonzert
mit der Stadtkapelle und den Kunstpreisträgern 2015 statt. Für Kinder
gibt’s „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Gerhard Polt und die
Well-Brüder machen „Gemeinsame Sache“. Sopranistin Sophia Brommer
tritt mit der Bayerischen Kammerphilharmonie auf.
● Margeritenball Zum Jubiläum tre-
ten die Cubaboarischen als besondere Gäste auf.
● Musik „Es geht wieder auf“ finden
Haindling am 29. Oktober.
● Blasmusik Der „FC Bayern der
Blaskapellen“ – die Blasmusik der
Münchner Philharmoniker – spielen am
8. November.
● Konzert Zum Abschluss wurde das
Herbert Pixner Projekt engagiert. Es
spielt am 12. November sein Programm
„Quattro“.
● Überraschungsbesuche gibt’s auch.
Auch Radler müssen Umwege fahren
Bauarbeiten Lechkanalbrücke ist für den gesamten Verkehr gesperrt
Seit etwas mehr als zwei Wochen ist die
Lechkanalbrücke bei Langweid gesperrt.
Foto: Josef Abt
Langweid Seit etwas mehr als zwei
Wochen geht auf der Lechkanalbrücke bei Langweid nichts mehr. Die
Verbindung vom Wittelsbacher ins
Augsburger Land ist seit 22. Juni
gesperrt. Der Grund: Die Brücke
aus dem Jahr 1987 wird saniert. Sie
weist Risse und Rostschäden auf.
Auch hat Streusalz Schäden verursacht. „Aktuell werden noch Abbrucharbeiten an der Brücke durchgeführt“, erklärt Thomas Fendt
vom Landratsamt Augsburg. Das
bedeutet, die Straßenbefestigung
wird entfernt. Anschließend soll der
Einbau der neuen Übergangskonstruktion folgen. Die Kreisstraße in
Richtung Langweid ist eine beliebte
Route. Menschen aus Todtenweis,
Rehling, aber auch Aindling nutzen
sie, um ins Augsburger Land zu gelangen. Die Kreisstraßen AIC 8 und
AIC 9 führen von Todtenweis und
Rehling darüber in Richtung Langweid. Auch Schwerverkehr und
Busse benutzen die Brücke.
Sie und alle „Lech-Pendler“, die
mit dem Auto unterwegs sind, müs-
sen voraussichtlich noch bis zum
11. September Umwege in Kauf
nehmen. Die Lechkanalbrücke ist
während der kompletten Bauarbeiten gesperrt – auch für Radfahrer
und Fußgänger. „Dies ist aufgrund
der Gefährdung der Passanten erforderlich“, heißt es vom Landratsamt. Zuletzt hatten sich einige Radler über fehlende Beschilderung geärgert. Ein Radrennfahrer, der vom
Radweg zwischen Lechkanal und
Lech über die Brücke nach Langweid abbiegen wollte, hatte nach
110 gefahrenen Kilometern einen
Umweg auf sich nehmen müssen.
Auch beim Langweider Bürgermeister Jürgen Gilg gingen Beschwerden ein: „Gerade jetzt ist die
Strecke beliebt, um zum Baden an
den Lech zu kommen.“ Für Radfahrer und Fußgänger ist der Umweg kürzer als für Autos: Mit Ausnahme der letzten zwei August- und
der ersten Septemberwoche können
sie den Lech auf Höhe Langweid
und den Lechkanal auf Höhe Stettenhofen überqueren. (mol, jca, lig)
Blumen für die Erzieherinnen
gestreikt hätten, aber die Hauptarbeit liege bei den Kommunen. „In
Skandinavien sind es die Erzieherinnen, die von Anfang an am besten
bezahlt werden, bei uns ist es genau
umgekehrt“, beklagte Bahr.
Aber auch Gersthofens Dritter
Bürgermeister Reinhold Dempf
zeigte Zustimmung: „Politisch gesehen habt ihr recht gehabt mit eurem
Streik.“ Die Stadt Gersthofen war
allerdings nur einen Tag betroffen.
„Da haben wir eine Notgruppe eingerichtet, die aber nur von ein bis
zwei Kindern in Anspruch genommen wurde“, erklärt Bürgermeister
Michael Wörle auf Anfrage. Die anderen Eltern hätten an diesem
Streiktag die Betreuung privat organisiert. Dass Forderungen von Eltern kommen, dass die Stadt für die
ausgefallene Betreuung Beiträge zu-
Mit Blumen danken Ulrike Bahr (links) und Reinhold Dempf (rechts) den Erzieherinnen Teresa Vogel, Fatma Bilgit und Regina Herrmann sowie Kindergartenleiterin Elke
Kratzsch (von links).
Foto: Gerald Lindner
rückerstatten soll, erwartet Wörle
nicht. Schließlich hätten die Eltern
die Notgruppe nützen können.
„Wir verlangen circa 100 Euro für
20 Tage, dann müssten wir rund
fünf Euro auszahlen – der Verwaltungsaufwand würde das um ein
Vielfaches übersteigen.“ Kindergartenleiterin Elke Kratzsch nutzte
die Gelegenheit, der Bundestagsabgeordneten ihre Einrichtung näher
vorzustellen, und ging dabei auch
auf die gestiegenen Herausforderungen für die Erzieherinnen ein.
Stifter-Siedler feiern
ein Wochenende lang
Ihr jährliches Siedlerfest feiert die
Adalbert-Stifter-Siedlung in
Gersthofen am kommenden Wochenende. Am Samstag, 11. Juli,
wird ab 15 Uhr und am Sonntag,
12. Juli, ab 9 Uhr auf dem Festplatz an der Böhmerwaldstraße 1
gefeiert. Folgendes Festprogramm ist vorgesehen: Am Samstag
um 15 Uhr erfolgt zunächst der
Festbieranstich durch Bürgermeister Michael Wörle, dazu gibt es
Blasmusik im Originalton mit dem
Musikverein Batzenhofen. Beginn ist am Sonntag um 9 Uhr mit
einem Gottesdienst mit Stadtpfarrer Ralf Gössl, der musikalisch umrahmt wird vom Jugendorchester
Gersthofen. Um 13 Uhr folgt dann
ein Auftritt der Jugendgruppe des
Heimat- und Trachtenvereins, und
um 14 Uhr gibt es einen Auftritt
der Kindergartenkinder des Hedwig-Kindergartens aus der Stiftersiedlung. Zum Abschluss spielt
ab 16 Uhr der Schwaben-Express
auf. (AL)
GERSTHOFEN
Energieausschuss befasst
sich mit Nahwärmekonzept
Eine Nahwärmeversorgung für die
Stadt Gersthofen ist zentrales
Thema bei der nächsten Sitzung des
Gersthofer Energie- und Umweltausschusses. Diese beginnt am
morgigen Donnerstag, 9. Juli, um
18 Uhr im Großen Sitzungssaal des
Gersthofer Rathauses. Weiter
geht es unter anderem um Energieprojekte der Stadt Gersthofen.
(AL)
GERSTHOFEN
Betreuung Am Gersthofer Kolping-Kindergarten geht’s um die gestiegenen Anforderungen ans Personal
Gersthofen Sie kümmern sich um die
Kleinen und Kleinsten – die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten.
In den vergangenen Jahren wurden
immer mehr solcher Betreuungseinrichtungen geschaffen – die Probleme sind aber nicht kleiner geworden, wie ein Besuch der SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr
im Gersthofer Kolping-Kindergarten ergab.
Die Politikerin war gekommen,
um den Erzieherinnen mit Blumensträußen einen Dank für ihre Leistungen und ihr Engagement zu
überbringen. Dabei ging Bahr auf
die gestiegene Zahl der Kindertagesstätten ein. „In der Quantität hat
sich viel getan, aber jetzt geht es um
die Qualität.“ Die Bundespolitiker
hätten volles Verständnis gehabt, als
die Erzieherinnen im Mai und Juni
Einen öffentlichen naturkundlichen Spaziergang an der Schmutter mit einer Expertin vom Landschaftspflegeverband veranstalten
die Gartenbauvereine Hirblingen,
Batzenhofen, Lützelburg und
Gabligen am Freitag, 17. Juli, ab
16.30 Uhr an der Umgehungsstraße Hirblingen beim Kreisverkehr.
(AL)
„Die Kinder, die zu uns kommen
sind einfach jünger, weil das Eintrittsalter gesenkt wurde – das ganze
Betreuungssystem ist aber bislang
nicht darauf eingestellt, was von den
Erzieherinnen ausgeglichen werden
muss.“
16 Mitarbeiterinnen sind im Kolping-Kindergarten beschäftigt, plus
vier im Hort in der Goetheschule.
Bereits im zweiten Jahr bietet der
Kindergarten auch eine integrative
Gruppe an. „Das funktioniert“, erklärte Elke Kratzsch auf Nachfrage.
Insgesamt besuchen derzeit 110 Buben und Mädchen die Einrichtung,
die im kommenden Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Dafür laufen
bereits jetzt die Planungen. „So soll
der Berg im Freigelände neu gestaltet werden“, kündigt die Kindergartenleiterin an. (lig)
Tanzakademie Subklew
zeigt „Max und Moritz“
Die lustig-anarchistischen Streiche
der beiden Lausbuben Max und
Moritz hat sich die Tanzakademie
Subklew für ihre neue Ballettproduktion ausgesucht. Zu sehen ist
das lustig-unterhaltsame Tanztheater am Sonntag, 19. Juli, ab 17
Uhr in der Stadthalle Gersthofen.
O Der Kartenvorverkauf für das Tanztheater erfolgt unter der Telefonnummer 0821/37947.
GERSTHOFEN-BATZENHOFEN
Gartenbauverein feiert
Sommerfest am Mosthaus
Sein jährliches Sommerfest feiert
der Obst- und Gartenbauverein
Batzenhofen am Freitag, 10. Juli.
Ab 19 Uhr gibt es vor dem Mosthaus ein gemütliches Beisammensein mit kleinem Imbiss und Getränken.