Narrenpredigt Pfarrer Knäbler - Katholische Kirchengemeinde

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Narrengottesdienst Eningen 2015
Zamme sei und sich verstande
Abgschtaubt isch
Liabe Leit, Liabe Narre, liabe Häbles-Wetzer,
jetzt isch abgschtaubt, dia Fasnet ka beginne,
ab jetzt kennet -zumindescht dia 100prozentige- ihr
nimme entrinne.
Dia Kinder und Junge, die Jung-Alte und Alte, Klei und
Groß.
jetzt isches z’spät, jetzt sind se los:
sia ganget auf d’Stroaß, bsuachet den andre Verei,
bringet ihrn Spaß und ihr Musik mit ei.
Irgendwia schaffts des dia Fasnet immer wieder
Mr isch zusamme und freit sich und singt Lieder
isch sich it bees und will anander ibel,
s’isch fascht so, wia am Anfang in der Bibel:
Doa haot no niemand schräg auf d’r Andere guckt,
oder vor Ärger und Wuat e Schimpfwort ausgspuckt.
Se waret aneinander it fremd,
hättet teilt, wenn se net sowieso nackt gwese wäret ihr
letztes Hemd.
Leider, mir wisset, es isch it so bliebe,
se hoand aufg’heert alle zu liebe.
Sind sich fremd g’worde,
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hoand sich z’samme tua in Horde,
Viele Sproache und viel Missverschtendnis unter de
Leit,
desch isch uns bliebe bis heit,
außer, wenns denn hoißt,
abgschtaubt isch! und die Fasnet alle z’sammeschwoißt.
Plötzlich verstandet se sich wieder,
tanzet und springet und singet mit enander Lieder.
Als wärs normaal und iblich,
mmr isch z’samme und verschtoaht sich.
Drum-Gott sei Dank-ka’s wieder so beginne,
s’isch abgschtaubt und de Häbles-Wetzer ka springe.
Z’samme komme
Abgschtaubt isch: Mir g’fallt des guat,
hond doch dia Leit in d’r Fasnet den Muat,
aufenander zua zu gange
und it bloß alloi rum zuhange.
Des ischt grad so wia in der Lesung von vorher:
Die hoand au erscht gmoint jetzt goaht nix mehr:
Und denn: War des mit dem Geischt von GottDenoach ging alles ganz schee flott.
Wer sich vorher fremd war hoat sich plötzlich
verschtande,
die Ausländische konntet bei de Einheimische lande.So oifach wia sich des ahört isch des it
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Au heit kommet do no immer it alle mit:
Lasset se mol en Achalmer Schwob mit oim aus
Ostfrisland z’samme sei,
oder so en Pegida-Aktivischt mit me Muslim aus de
Türkey
oder en Israeli am Tisch mit me Araber von dr Hamas,
wahrscheinlich wäret do erscht mol alle a bissle blass.
Des isch echt gar it so oifach sich zu verstehe,
zu merke, was im me andre tuat vor sich gehe.
Reschpekt vor dem Geischt, ders in dr Bibel gschafft
hoat alle zu vereine.
Gleich wo se her waret, ob Große, ob Kleine:
Der Geischt von Gott bringts mit sich,:
M’r isch z’samme und verschtoaht sich.
Grad so wia heit: Gott sei Dank ka’s wiader beginne,
s’ isch abgschtaubt und de Häbles-Wetzer ka schpringe.
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Sich verschtande
Wirklich, so oifach isch des it sich zu verstande,
m’r braucht gar it fahre in ferne Lande.
A Beispiel, a ganz harmloses,
es isch wirklich nix großes:
Zua mir hoands gsagt i soll en Narrengottesdienscht
halte mit de Häbles-Wetzer von Eninge.
Bei wem?? Hoan i gfroagt, wia fremd tuat au des klinge!
I bin non et so lang do, i hoff Sia kennet des enschuldige
Als Pfarrer denkt m’r glei was sind des fir welche, was
fir me Kult tuand dia huldige?
Muaß m’r auf dia bsonders aufpasse,
am beschte gar it in d’Kirch nei lasse?
Sind dia schädlich fir unsere Fromme?
Die gröschte Alpträum sind mir scho komme!
Häbles-Wetzer- wer oder was isch des? Wer wetzt do
wen oder wo na?
Sind des Mädle oder Ma?
Oh du heiliger Häbles-Wetzer- i schick scho a Stoßgebet
zum Himmel naufund der bringt me denn au drauf:
I kennt joa mol noachfroage, natierlich geheim ohne
Zeuge,
als Pfarrer tuat m’r joa koi Schwäche zoige.
Computer, Iphone, tablet alles auf oimal hoan i agmacht,
hoan Häble eigebe und dann hoan i glacht:
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It amol Google hoat eideutig gwisst was a Häble sei
kennt:
Glei drei Vorschläg wurdet benennt:
Es sei a Gerbermesser und i hoan mi gfroagt: ka’s des
sei?- Ziehet die Eninger so vom Leder?
Do müsst jo angscht hoan vor dene jeder.
Also schnell weiter guckt,
Google nomoal druckt.
I hoan denn a Schweizer Messer mit me Häble für
d’Klauepflege von de Schof gfunde,
des isch im kirchliche Bereich jo scho eher ebbes, was
oim tuat munde:
D’r Jesus hoat jo immer wieder amol was davo gsagt,
dass er wia en Hirte isch und von seine Schof dia Feind
verjagt.
Warum soll er do it au amol seine fromme Schof die
Klaue hett stutze müsse,
weil dia sich it hoand zu benehme wisse.
Do hoan i denkt, guat des kennt jo sei, dass ma so en
Eninger mol zrückstutze muss,
so dät des Häble also verhindere en größerer Verdruss.
Grad wollte do drauf beende mei Erkundung,
do hoan i gläse: A Häble isch a Messer mit ‚r halbe Rundung.
Im Weiberg braucht m’rs zur Pfleg fir die Rebe,
damits später en guater Wei tuat gebe.
Zum zammesitze und en guate Geischt zu pflege,
damits friedlich bleibt im Lebe.
So wia bei d’r Fasnet, wos guat funktioniert
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und des sich verstande klappt wia g’schmiert.
Als i soweit war, mit meine Gedanke, dann hoan au i
es endlich kapiert,
meine Gehirnzelle hoand gschafft wia gschmiert:
Des Häble g’hört zum Wetzer und dia Häbles-Wetzer
dies in Eninge tuat gebe,
dia sind wie so lebendige Rebe,
sia wachset und treibet,
damits wenigschtens fir die Fasnet in Erinnerung bleibet,
wenn m’r versuacht sich zua verschtande und nimmt
sich an d’r Hand,
sei s dia um oin rum oder dia aus me andre Land,
dann klappt des mit dem zusammesei
und esch isch grad so wia beim Pfingschtgeschrei:
Pletzlich sind se alle friedlich
und nimme so argwöhnisch, wia sonst iblich.
Drum: Gott sei Dank, ka’s wieder beginne:
S’isch abgschtaubt und de Häbles-Wetzer ka schpringe!
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Zsamme sei und sich verstande
Also: Abgschtaubt isch- dia Fasnet ka beginne,
doch Vorsicht: Dia Zeit tuat unter de Finger zerrinne:
In sechs Woche hoat se wieder ihr End,
m’r muass aufpasse damit m’r se it v’rpennt.
Doch des mit dem gemeinsam,
statt einsam,
des mit dem z’samme sei kennt joa eigentlich trotzdem
weitergange,
so dass m’r a Stück mehr von dem Geischt kennt erlange,
von dem mir g’hört hoand heit aus de Bibel,
des tät m’r g’falle, des wär, wia gsagt, net ibel.
So a bissle en Eninger Geischtsturm und frische Wind,
vom Erwachsene bis zum Kind,
der kennt zletscht ganz weit blose,
vielleicht sogar au um empfindliche Reitlinger Nose,
oder er fängt gar so en Syrer oder Muslim ei,
und sagt mir verschtanded eich, kommet rei,
mir wollet szamme sei, uns verstchtande und nehme an
d’r Hand,
mir von do und ihr vom andre Land.
Des wär doch schee, drum lasst uns jetzt schnell beginne:
S’isch abgschtaubt- und de Häbles-Wetzer ka schpringe!