Nachhaltigkeitsbericht

2014
Nachhaltigkeitsbericht
Inhalt
4
Über diesen Bericht
5
Vorwort des CEO
6
Einbezug von Stakeholdern
Ökonomie
Schweizer Marktleaderin für flexible Verpackungslösungen
8
10
Pionierprojekt mit ALDI SUISSE
11
Produktesicherheit im Fokus
Ökologie
12
Ökobilanz für Abfallsäcke
13
Engagement gegen Littering
14
Umweltrelevante Aspekte
15Kennzahlen
Menschen
16
Soziale Verantwortung in der Lieferkette wahrnehmen
17
Fachkräfte für die Industrie begeistern
18
Personalrelevante Aspekte
19Kennzahlen
Nachhaltigkeitsbericht 2014 | PetroplastVinora
3
Über diesen Bericht
Dies ist der zweite Nachhaltigkeitsbericht der
PetroplastVinora AG. Er trägt grundlegende
ökonomische, ökologische und soziale Infor­
mationen über das Unternehmen zusammen
und orientiert über wesentliche Aspekte,
Aktivitäten und Kennzahlen in puncto Nach­
haltigkeit. Der Berichts­zeitraum erstreckt sich
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 und
umfasst das gesamte Unternehmen mit sei­
nen beiden Standorten Jona und Andwil. Zur
besseren Orientierung werden oft Vergleichs­
zahlen aus dem Vorjahr herangezogen.
Grundlagen für die Bestimmung des Be­
richts­inhalts bilden einerseits die GRI-Leit­­li­nien – soweit sie für ein KMU dieser Grösse
anwendbar sind – und andererseits der Dia­
log mit zentralen Stakeholdern, der die
Evaluation relevanter Aspekte und Themen
massgeblich beeinflusste. Verfasst wurde der
Nachhaltigkeitsbericht für die Kunden und
Geschäftspartner der PetroplastVinora AG
sowie für Behörden, Verbände und die inte­
ressierte Öffentlichkeit.
Mehr zum Thema Nachhaltigkeit bei
PetroplastVinora:
Ute Schnier
Leiterin Marketing
PetroplastVinora AG
Feldrietstrasse 8
9204 Andwil
Schweiz
+41 71 388 60 16
[email protected]
4
PetroplastVinora | Nachhaltigkeitsbericht 2014
Vorwort
Wir legen Wert auf Nachhaltigkeit –
bei unseren Produkten, Prozessen
und in der Produktion
Für uns als führende Herstellerin von fle­
xiblen Kunststoffverpackungen steht das
Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf der
Agenda. Gerne möchten wir Sie im Rah­
men dieses Nachhaltigkeitsberichts über
unsere ökonomischen, ökologischen
und sozialen Aktivitäten 2014 informie­
ren. Neben den üblichen unternehmens­
relevanten Inhalten und Kennzahlen
haben wir verschiedene anschauliche
Beispiele unseres umfassenden Engage­
ments für Sie zusammengestellt.
Ökologisch sinnvolle
Sortimentsleistungen
Kernelement unseres Nachhaltigkeits­
verständnisses ist die Wahrnehmung der
ökologischen Verantwortung. So spielen
bei der Herstellung von qualitativ hoch­
stehenden Kunststoffverpackungen die
Aspekte Ressourceneffizienz, Recycling,
CO2-Reduktion und Abfallvermeidung
stets eine entscheidende Rolle. Das
gemeinsam mit ALDI SUISSE umgesetzte
Pionierprojekt ist ein gelungenes Beispiel
für eine ökologisch sinnvolle Sortiments­
leistung. So haben wir zusammen ein
innovatives Recycling-Modell entwickelt,
um einen neuartigen, umweltschonen­
den Abfallsack auf den Markt zu brin­
gen. Nach wie vor eröffnet auch die
konsequente Reduzierung der Folien­
dicke, Downgauging genannt, unseren
Kunden zahlreiche Möglichkeiten im
Bereich des ressourcenschonenden Ver­
packungsdesigns. So setzt auch der
grösste Fleischverarbeiter der Schweiz,
die Firma Bell, bei der Verpackung von
Frischwaren unsere deutlich dünneren
Deckelfolien ein.
Sichere Verpackungen
Lebensmittelkontaktmaterialien, Pro­
duktesicherheit, Gesetzeskonformität
– bei der Herstellung von Kunststoffver­
packungen sind für uns nicht nur ökolo­
gische, sondern auch verbraucher­
schutzrelevante Überlegungen zentral.
Vor diesem Hintergrund haben wir 2014
an unserem Produktionsstandort in Jona
einen Weissraum in der Konfektions-­
Abteilung errichtet. Hier können Primär­
verpackungen für die Pharma- und
Lebensmittelindustrie unter besonderen
Schutzbedingungen hergestellt werden.
Weitere wichtige Aktivitäten waren in
diesem Zusammenhang die Einführung
eines neuen Hygienemanagements
sowie die intensive Auseinandersetzung
mit der verantwortungsvollen Beschaf­
fung und lückenlosen Rückverfolgbar­
keit von Rohstoffen, Materialien und
Druckfarben.
Soziale Verantwortung
Rund 85 Prozent unserer Produkte wer­
den an unseren beiden Standorten in
der Schweiz gefertigt. Aspekte wie
marktgerechte Löhne, Arbeitssicherheit
und Gesundheitsschutz sind hier eine
Selbstverständlichkeit. Durch unsere
Mitgliedschaft bei der Business Social
Compliance Initiative (BSCI) wollen wir
sicherstellen, dass auch unsere Zuliefe­
rerbetriebe ihren Angestellten sichere
und sozialverträgliche Arbeitsbedingun­
gen bieten. Unser Ziel ist es, möglichst
alle Lieferanten für die umfassende
Wahrnehmung ihrer sozialen Verant­
wortung zu gewinnen.
Diese Ausführungen vermitteln Ihnen
nur einen kleinen Einblick in die vielfälti­
gen Nachhaltigkeits-Aktivitäten unseres
Unternehmens. So haben uns 2014, wie
im Berichtsjahr zuvor, auch wieder die
Energie-Effizienz unserer Produktionss­
tandorte, die kontinuierliche Reduktion
unseres CO2-Ausstosses sowie der Man­
gel an Auszubildenden und Fachkräften
intensiv beschäftigt.
Hans Peter Diener, CEO
Nachhaltigkeitsbericht 2014 | PetroplastVinora
5
Stakeholder
Einbezug von Stakeholdern
PetroplastVinora ist im regelmässigen Austausch mit verschiedenen Anspruchsgruppen. Das Unternehmen pflegt den Dialog mit externen und internen Stakeholdern und kann so wichtige Themen und Anliegen frühzeitig
erkennen und aktiv angehen. 2014 standen unter anderem folgende Nachhaltigkeitsaspekte im Fokus: Produktesicherheit, Gesetzeskonformität,
Emissionsreduktion, Ressourcenschonung, Kunststoff-Recycling, Qualitäts­
sicherung, Plastiksackverbot, soziale Standards in Risikoländern, Ökobilanzen, Umweltlabel sowie sichere, attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Gefördert wird der Stakeholder-Dialog durch eine Reihe von Kommunika­
tionsmassnahmen.
PetroplastVinora sucht den engen Kon­
takt zu Hochschulen und Forschungsein­
richtungen. So finden auf Projektebene
immer wieder Kooperationen statt, von
denen Wirtschaft sowie Wissenschaft
profitieren. ( Seite 17)
Kunden
Verbände
Rohstoff-/Partnerfirmen
Um nah am Kunden zu sein, setzt Petro­
plastVinora auf engagiertes Verkaufs­
personal, das den persönlichen Kontakt
pflegt. Regelmässige Messepräsenzen,
Inhouse-Veranstaltungen und News-­
Mitteilungen informieren über Unter­
nehmensvorgänge und Produktange­
bote und laden zum Dialog ein. Mittels
Broschüren, Factsheets und Website
werden Grundlageninformationen ver­
mittelt. Ein kompetentes Verkaufsteam
sowie versierte Anwendungstechniker
begleiten die Herstellung individueller
Lösungen von der Idee bis zum fertigen
Produkt. ( Seite 10)
Mitarbeitende von PetroplastVinora wir­
ken aktiv in verschiedenen Branchen­
organisationen und Verbänden mit: Sie
übernehmen Führungsaufgaben, halten
Fachvorträge, setzen sich in Arbeitsgrup­
pen mit aktuellen Themen auseinander
oder sind in die Ausgestaltung neuer Re­
gularien oder Instrumente involviert.
( Seite 9)
Die Wahl der richtigen Partner ist bei der
Produktion qualitativ hochstehender
Produkte entscheidend. PetroplastVino­
ra wählt ihre Lieferanten deshalb nach
einem klar definierten, internen Kodex
aus und prüft mittels Waren- und Pro­
duktekontrollen sowie Besuchen vor Ort
laufend, ob die geforderten Kriterien
erfüllt werden. ( Seite 11, 16)
Auditoren
Politik & Behörden
Seit den ersten ISO-Zertifizierungen des
Unternehmens in den 90er Jahren führt
PetroplastVinora einen konstruktiven
Dialog mit Zertifizierungsgesellschaften
und Auditoren. Dies bestätigen auch die
jährlich rund ein Dutzend kundenspezifi­
schen Audits, in denen Grossunterneh­
men die Qualitäts-, Umwelt- und Sozial­
standards von PetroplastVinora prüfen.
( Seite 9)
Gerade die Kunststoff verarbeitende In­
dustrie und ihre Produkte sind immer
wieder Gegenstand politischer Debatten.
PetroplastVinora sucht das Gespräch mit
Politikern und Behördenvertretern und
wirkt aktiv an der Entwicklung neuer Lö­
sungen mit. So partizipierte das Unter­
nehmen beispielsweise am Projekt
«Kunststoffverwertung Schweiz», in
dessen Rahmen das Bundesamt für Um­
welt (BAFU) die Möglichkeiten und Gren­
zen eines sinnvollen Kunststoffrecyclings
in der Schweiz untersuchte, oder betei­
ligte sich an der BAFU-Studie «Ressour­
ceneffizienz in KMU. Einsatz und Recy­
cling von Werkstoffen».
Medien
PetroplastVinora veröffentlicht regel­
mässig Medienmitteilungen über
Unternehmensvorgänge und Produk­
te-Neuheiten. Darüber hinaus bieten
Unternehmensvertreter Hintergrundge­
spräche zu Themen aus der Kunststoffund Verpackungsindustrie an und bezie­
hen in Interviews Stellung zu aktuellen
Herausforderungen der Branche.
6
Hochschule & Forschung
PetroplastVinora | Nachhaltigkeitsbericht 2014
Stakeholder
Endkonsumenten
Bevölkerung
PetroplastVinora steht nicht im direkten
Kontakt zum Endkonsumenten. Den­
noch spielen bei der Entwicklung und
Herstellung von Kunststoffverpackun­
gen die Bedürfnisse der Verbraucher
nach Produktesicherheit, «Food Safety»,
Convenience und ökologisch sinnvollen
Verpackungen eine zentrale Rolle. Des­
halb informiert das Unternehmen trans­
parent und fundiert über die Herkunft
von Materialien, über Produktionsbedin­
gungen und Produkteigenschaften. Dar­
über hinaus weist PetroplastVinora
Umweltvorteile klar und nachvollziehbar
aus – auch in Form von Produkte-Ökobi­
lanzen, die auf der Grundlage von inter­
nationalen ISO-Normen erstellt werden.
( Seite 12)
Produkte aus Kunststoff sind in puncto
Nachhaltigkeit eindeutig besser als ihr
Ruf. PetroplastVinora will diesbezüglich
aktiv Aufklärungsarbeit leisten und
durch Medienberichte, Vorträge und
Stellungnahmen über die vielseitigen
Vorteile von Kunststoffverpackungen
informieren und für eine differenzierte
Sichtweise in Sachen Umweltschutz
werben. Darüber hinaus unterstützt das
Unternehmen Aktionen und Umwelt­
projekte in der Schweiz, die sich die Sen­
sibilisierung der Bevölkerung zum Ziel
gesetzt haben. ( Seite 13)
Mitarbeitende
Gerade in Industriebetrieben mit Pro­
duktions- und Administrationspersonal
stellt die interne Kommunikation oft
eine echte Herausforderung dar. Neben
dem persönlichen Gespräch setzt Petro­
plastVinora deshalb auf einen vielgestal­
tigen Kommunikationsmix. Das viertel­
jährlich publizierte Mitarbeiterblatt «PEV
Kompakt» zählt ebenso dazu wie regel­
mässige Aushänge, quartalsweise
durchgeführte Betriebsversammlungen
oder Anlässe, Workshops und Schulun­
gen zu bestimmten Themen.
( Seite 18)
Nachbarn & Gemeinden
Die Basis für nachhaltige Produkte sind
sichere, emissionsarme Produktionsstät­
ten. PetroplastVinora ist mit den Nach­
barn und den Gemeinden der Standorte
Jona und Andwil im Dialog und infor­
miert laufend über anstehende Verände­
rungen oder notwendige bauliche Mass­
nahmen.
Ausgewählte Aktivitäten
– Messepräsenz an der SwissPlastics 2014:
Im Rahmen des «Expertenpark Recycling»
stellte PetroplastVinora ihre Kompetenzen
im Bereich Recycling und Kreislaufwirt­
schaft vor und präsentierte ihre Zukunfts­
strategie für nachhaltige Kehrichtsäcke.
– Engagement in der JIG-Gruppe des
Schweizerischen Verpackungsinstituts:
Als im Sommer 2014 das Thema Sicherheit
von Lebensmittelverpackungen in den Me­
dien aufkommt, schaltet sich Petroplast­
Vinora in die öffentliche Diskussion ein.
– Unterstützung der Aktion «Ostschweizer
helfen Ostschweizern (OhO)»: Bereits seit
2013 verzichtet PetroplastVinora auf Weih­
nachtspräsente für Kunden. Stattdessen
spendet das Unternehmen für soziale Pro­
jekte wie zum Beispiel für die lokale Hilfs­
aktion «OhO».
Nachhaltigkeitsbericht 2014 | PetroplastVinora
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Ökonomie
Schweizer Marktleaderin
für flexible Verpackungslösungen
PetroplastVinora ist Schweizer Marktführerin für flexible Verpackungslösungen aus Polyethylen und alternativen
Rohstoffen. Das Unternehmen bietet
sämtliche Leistungen zur Herstellung
flexibler Kunststoffprodukte aus einer
Hand und unterhält an seinen Standorten Andwil und Jona leistungsstarke Anlagen für Mono-, 3-, 5- und 7-SchichtBlasfolienextrusion, Flexodruck, Kaschierung und Konfektion. Darüber hinaus
verfügt das Unternehmen über besondere infrastrukturelle Rahmenbedingungen wie Hygienezelle und Weissraum.
Eine eigene F+E-Abteilung sowie interne
Prüflabore gewährleisten die Entwicklung und Herstellung innovativer,
qualitativ hochstehender Produkte. Professionelle Rezyklieranlagen stellen geschlossene Kreisläufe sicher und sorgen
dafür, dass jährlich mehr als 5000 Tonnen Rezyklat in die Produktion zurückfliessen.
2014: Wechsel im Management
und Verwaltungsrat
PetroplastVinora beschäftigt insgesamt
rund 330 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013/2014
einen Umsatz von CHF 115 Mio. Die
jährliche Produktionskapazität der Verpackungsherstellerin liegt bei 30 000
Tonnen im Jahr. 2014 fanden zentrale
personelle Veränderungen auf der
obersten Managementstufe statt:
Hans-Peter Diener übernahm den Vorsitz
8
der Geschäftsleitung und wurde CEO
der Folien- und Verpackungsherstellerin.
Einen Wechsel gab es auch im Bereich
Finanzen – Daniel Maissen wurde neuer
CFO. Im selben Jahr gab Dr. Benno
Schneider seinen altersbedingten Rücktritt als Verwaltungsratspräsident bekannt. Neuer Verwaltungsratspräsident
wurde Marc Roland Dietrich. Unter seinem Vorsitz setzt sich der Verwaltungsrat der PetroplastVinora AG aus den Mitgliedern Peter Menzl, Christoph Menzl,
Simon Schneider und Benno Schneider
zusammen.
Breites Produkte- und
Kundenportfolio
Mit ihren Kompetenzzentren in Jona
und Andwil und einem weltweiten Netz
von starken Partnern hält PetroplastVinora bis heute ihre führende Stellung im
Schweizer Markt. Mit ausgewählten Produkten und Services ist das Unternehmen zunehmend auch im europäischen
Raum präsent, namentlich Deutschland,
Frankreich und Grossbritannien. Das
Produktportfolio umfasst das gesamte
Spektrum flexibler Verpackungen von
Folien über Schläuche bis hin zu Säcken
und Beuteln. Rund 80 Prozent der jährlich rund 13 000 Aufträge werden gezielt nach Kundenwünschen entwickelt
und produziert; die Eigenfertigung wird
durch ausgewählte Handelsprodukte ergänzt. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus der Lebensmittel-, Getränke-,
PetroplastVinora | Nachhaltigkeitsbericht 2014
Detailhandels-, Pharma- und Chemieindustrie. Führende Markenartikelhersteller aus der Konsumgüterindustrie gehören ebenso zum Kundenportfolio wie
Bau- und Industriekonzerne. Aber auch
die öffentliche Hand, Spitäler, Heime
und Gastronomiebetriebe setzen auf Lösungen von PetroplastVinora.
Qualität, Umwelt, Sicherheit und
Hygiene: Hohe Standards als A und O
Als produzierender Betrieb spielt für
PetroplastVinora die genaue Einhaltung
von Standards eine zentrale Rolle. Das
Ressourcen schonen
Erklärtes Ziel von PetroplastVinora ist es, bei
der Herstellung ihrer Produkte den Materialeinsatz systematisch zu reduzieren, um wertvolle natürliche Ressourcen zu schonen. So
soll mit weniger eingesetzten Mitteln die
gleiche oder sogar verbesserte Verpackungsleistung erreicht werden.
Ein gelungenes Beispiel dafür sind die für
die Firma Bell produzierten Deckelfolien für
Fleisch-Frischwaren: Waren früher Oberbahnfolien dieser Art noch 62 µ dick, weisen
sie heute dank modernster Mehrschichttechnologie gerade noch eine Dicke von 52 µ
auf. Dadurch können allein bei diesem Produkt in den kommenden drei Jahren über
100 Tonnen Material eingespart werden.
Ökonomie
Unternehmen ist ISO-9001:2008-,
ISO-14001:2004- sowie BRC/IoP-zertifi­
ziert und orientiert sich an den Richtlini­
en der guten Herstellungspraxis (GMP).
Ein ganzheitliches Qualitäts- und Um­
weltmanagement wird über alle Unter­
nehmensbereiche hinweg gelebt; unter­
stützend wirkt dabei ein integriertes
Management-System (IMS), das alle Pro­
zesse und Instrumente aus den Berei­
chen Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit
und Gesundheitsschutz zusammenfasst.
Dank durchgängigem Sicherheits- und
Hygienekonzept, umfassender Kontrolle
von Rohstoffen und Materialien sowie
firmeneigener Regulatory Affairs-Stelle,
die gesetzliche Anforderungen und
Konformitätserklärungen kompetent
behandelt, kann PetroplastVinora Pro­
duktelösungen anbieten, die die hohen
Anforderungen der Lebensmittel-, Phar­
ma- und Medizinindustrie vollumfäng­
lich erfüllen.
Starkes Engagement in
Branchenorganisationen
PetroplastVinora will die Zukunft ihrer
Branche aktiv mitgestalten. Aus diesem
Grund engagiert sich das Unternehmen
stark im Schweizer Kunststoffverband
Swiss Plastics. Durch die Leitung der
Fachgruppe Swiss Polyolefine will Petro­
plastVinora «den verantwortungsvollen
Umgang mit der Ressource Kunststoff»
fördern und mithelfen, «ökonomisch
und ökologisch sinnvolle Lösungen zur
Verwertung von Kunststoffabfällen zu
entwickeln». Als Verbandsmitglied des
Schweizerischen Verpackungsinstituts
(SVI) wirkt das Unternehmen zudem in
der Joint Industry Group (JIG) mit. In die­
ser Gruppe setzen sich führende Bran­
chenvertreter mit dem Thema Lebens­
mittelsicherheit und den speziellen
Anforderungen der Verpackungsindus­
trie auseinander. Wichtige weitere Akti­
vitäten von PetroplastVinora sind das En­
gagement bei Flexo Suisse, dem Forum
für den Flexodruck, sowie bei SOLV, der
Schweizerischen Organisation für Lö­
sungsmittel-Verwertung industrieller Be­
triebe, die sich für eine umweltgerechte
Anwendung und Verwertung von Löse­
mitteln einsetzt. Als aktive Teilnehmerin
am «Runden Tisch BAW» ist das Unter­
nehmen zudem mit dabei, wenn es um
die neusten Entwicklungen und Erkennt­
nisse rund um den Einsatz von biolo­
gisch abbaubaren Werkstoffen geht.
Aktive Konformitätsarbeit
Gerade im Verpackungsbereich spielen
Produktesicherheit und Verbraucher­
schutz eine zentrale Rolle. Bei Petroplast­
Vinora setzt sich seit 2012 eine eigene
Regulatory Affairs-Stelle mit der komple­
xen Thematik der Konformitätsarbeit
auseinander und unterstützt Kunden bei
der Erfüllung relevanter Normvorgaben
und Gesetze.
Der Hilcona AG ist eine gute Zusammen­
arbeit mit ihren Partnern sehr wichtig. Für
die Verpackung ist ein gemeinsames Ver­
ständnis der Anforderungen und der Pro­
zesse entscheidend. Unter dem Titel
‹sichere Lebensmittel benötigen sichere
Verpackungen› ist es unser oberstes Ziel,
dass die Verpackungen konform für den
schweizerischen und europäischen Markt
sind und alle Anforderungen erfüllt wer­
den. Wir als Inverkehrbringer von fri­
schen Lebensmitteln sind auf eine rasche
Umsetzung von Spezifikationen für diese
Konformitäten angewiesen, um unsere
Kunden zufrieden zu stellen. Die Unter­
stützung, das Verständnis der Sachlage,
das gesetzliche Wissen und die Konfor­
mitätsarbeit bei PetroplastVinora unter­
stützen uns dabei sehr gut!
Verpackungsentwicklung
Hilcona AG, Schaan
Nachhaltigkeitsbericht 2014 | PetroplastVinora
9
Ökonomie
Pionierprojekt mit ALDI SUISSE
Es ist ein Pionierprojekt in der Detailhandelsbranche: ALDI SUISSE setzt bei
der Herstellung von Kehrichtsäcken gezielt eigene Kunststoffabfälle ein.
Durch diese neue Form des eigenverantwortlichen Recyclings will das Unternehmen selber produzierten Abfall reduzieren, natürliche Ressourcen schonen und die Umwelt entlasten. Hergestellt werden die speziellen ALDISäcke von PetroplastVinora. Die Ostschweizer Verpackungs- und Folienherstellerin verfügt über das notwendige Know-how im ressourcenschonenden
Verpackungsdesign und in der Kreislaufwirtschaft.
Um ihren Kunden nachhaltige Produkte
anbieten zu können, lancierte die ALDI
SUISSE AG zusammen mit PetroplastVin­
ora ein Projekt der besonderen Art: Seit
Sommer 2014 werden in den ALDI-Ver­
teilzentren gebrauchte Folienabfälle ge­
zielt gesammelt, um sie wieder bei der
Produktion von ALDI-Abfallsäcken ein­
zusetzen. Insbesondere Schrumpf- und
Stretchfolien für die Transportsicherung
werden so zu recyceltem Rohmaterial
verarbeitet, das dann im Sinne einer ech­
ten Kreislaufwirtschaft für die Herstel­
lung neuer Kehrichtsäcke genutzt wird.
Abfall als Ressource nutzen
Für ALDI SUISSE ist Kunststoffabfall eine
wertvolle Ressource, die es sinnvoll und
ökologisch zu nutzen gilt. Um angelie­
ferte Waren zu sichern, werden im De­
tailhandel täglich etliche Tonnen Verpa­
ckungsmaterial benötigt. Diese Folien
eignen sich ideal für die Wiederaufberei­
tung zu Recycling-Kunststoffen und
damit zur Herstellung von neuen Pro­
dukten. Auf diese Weise verringert ALDI
SUISSE nicht nur das jährliche Abfallvo­
lumen, sondern senkt auch die Verwen­
dung von endlichen Primärrohstoffen.
Erklärtes Ziel des Projekts ist es, über 100
Tonnen Neuware im Jahr einzusparen.
Ökologische und qualitative
Aspekte in Einklang bringen
Seit letztem Jahr können Kunden bei
ALDI SUISSE 35-, 60- und 110-LiterKehrichtsäcke kaufen, die zu rund 20
10
Prozent aus recyceltem ALDI-Abfall, so­
genanntem Post Consumer Material
(PCM), bestehen. «Der Anteil von 20
Prozent ist perfekt abgestimmt. Ein hö­
herer PCM-Anteil macht aus qualitativer
und ökologischer Sicht wenig Sinn», er­
klärt Leif Christensen, Verkaufsleiter Re­
tail bei PetroplastVinora. Denn um die in
der Schweiz geltenden Qualitätsstan­
dards für Kehrichtsäcke einzuhalten und
den positiven ökologischen Effekt des
Recyclings nicht ins Gegenteil zu verkeh­
ren (zu viel PCM würde einen zu hohen
Materialverbrauch und damit auch eine
höhere Umweltbelastung bedeuten), sei
der Anteil an ALDI-PCM geradezu ideal,
so Christensen. Es gibt aber noch weite­
re positive und umweltschonende As­
pekte: Zum einen stellt die von Petro­
plastVinora eingesetzte Mehrschicht­
technologie den geringstmöglichen
Materialverbrauch bei der Produktion
der Säcke sicher. Zum anderen werden
alle Prozesse zur Produkt-Herstellung in
der Schweiz durchgeführt – das spart
Transportaufwendungen und führt zu
einer zusätzlichen Senkung der
CO2-Emissionen.
Vom Abfall zum Abfallsack
In den ALDI-Verteilzentren werden ge­
brauchte Folien gezielt gesammelt. Die­
se Kunststoffabfälle gelangen per LKW
ins Recycling-Werk von InnoRecycling in
Eschlikon (TG). Dort werden die Folien
zu Ballen gepresst, zerkleinert und ge­
waschen. Danach folgt die Trennung des
PetroplastVinora | Nachhaltigkeitsbericht 2014
wertvollen Po­
lyethylens von an­
deren Stoffen. In ei­
nem Extruder wird das
Material erneut ge­
schmolzen und in kleine Körner granu­
liert. Der neu gewonnene Recy­
cling-Kunststoff wird anschliessend zu
PetroplastVinora nach Jona (SG) ge­
bracht. Hier wird das sogenannte Post
Consumer Material zusammen mit in­
dustriellen Kunststoffabfällen und Neu­
ware zu Kehrichtsäcken verarbeitet.
Durch den ausgewogenen Mix von Pri­
mär- und Sekundärrohstoffen, die kon­
sequente Reduzierung der Foliendicke
bei gleichzeitiger Einhaltung aller Quali­
tätsstandards und die Konzentration der
Prozesse in der Schweiz entstehen Ent­
sorgungsprodukte, die in puncto Nach­
haltigkeit voll und ganz überzeugen.
Ökonomie
Produktesicherheit im Fokus
Immer wieder wird der Sicherheits­
aspekt von Lebensmittelverpackungen öffentlich diskutiert. Die Sorge
der Verbraucher um ihre Gesundheit
ist mit hohen Erwartungen an die
Sicherheit von Verpackungen verbunden. Fest steht: Im Vergleich zu
anderen Lebensmittelkontaktmaterialien werden Kunststoffverpackungen auf nationaler und europäischer
Ebene am detailliertesten kontrolliert und am besten gesetzlich geregelt. Dies spiegelt sich auch in den
Produktionsprozessen bei PetroplastVinora wider: Um die Lebensmittelsicherheit innerhalb der Wertschöpfungskette vollumfänglich zu
gewährleisten, setzt das Unternehmen auf einen umfassenden Massnahmen-Mix.
Im neu errichteten Weissraum in Jona werden Primärverpackungen
für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie konfektioniert.
Basis für die Herstellung qualitativ ein­
wandfreier Produkte bildet bei Petro­
plastVinora seit Jahren die Einhaltung
verschiedener Standards. Das Unterneh­
men ist ISO-9001- sowie BRC/IoP-zertifi­
ziert (Ranking A) und arbeitet nach dem
HACCP-Konzept (Hazard Analysis and
Critical Control Points), das sich zur Ver­
meidung von Gefahren in Zusammen­
hang mit Lebensmitteln ausgezeichnet
bewährt hat. Ergänzend dazu hat
PetroplastVinora 2014 ein neues Hygie­
nemanagement eingeführt. Durch die
Schaffung einer grossflächigen Produk­
te-Sicherheitszone und die zielgruppen­
gerechte Schulung der Mitarbeitenden
über Grundsätze und Verhaltensregeln
wird die Lebensmittelsicherheit in der
Wertschöpfungskette lückenlos gewähr­
leistet. Gesteuert und kontrolliert wer­
den die Risikobewertungen, Hygiene-,
Qualitäts- und Umweltvorgaben unter­
nehmensintern vom sogenannten PEV­
NESS-Team (PetroplastVinora Norms, En­
vironment, Standards, Safety).
Kontrollierter Rohstoffeinsatz
Für die Herstellung sicherer Verpackun­
gen ist ein kontrollierter Rohstoffeinkauf
das A und O. Daher arbeitet Petroplast­
Vinora ausschliesslich mit zertifizierten
Partnern, die im Rahmen von Qualitäts­
sicherheitsvereinbarungen die Unbe­
denklichkeit von Rohstoffen und Materi­
alien garantieren. Darüber hinaus führt
das Unternehmen beim Wareneingang
regelmässig Tests durch, um zum Bei­
spiel mit Hilfe des Schmelzflussindex
mögliche Verunreinigungen sofort er­
kennen zu können. Entlang des Produk­
tionsprozesses werden dann eine Reihe
weiterer Prüfungen vorgenommen: Von
Migrationsanalytik über Stabilitätsmes­
sungen bis hin zu Langzeittests – bei Pe­
troplastVinora sind sowohl Mitarbeiten­
de der eigenen internen Prüflabore als
auch externe Experten für die umfassen­
de Kontrolle des entstehenden Produkts
verantwortlich. Besonders intensiv be­
fasst hat sich das Unternehmen 2014
mit dem Aspekt der Rückverfolgbarkeit.
So wurde im Berichtsjahr ein System ent­
wickelt, das die nahezu hundertprozen­
tige Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen
und Druckfarben ermöglicht.
Neuer Konfektions-Weissraum
Um den steigenden Anforderungen von
Kunden aus dem Lebensmittel-, Pharmaund Medizinalbereich entsprechen zu
können, wurde 2014 am Produktions­
standort Jona ein Weissraum für die
Konfektion von sensiblen Produkten er­
richtet. Der Weissraum verfügt über ei­
nen HEPA-Filter und entspricht dem ISO8-Standard. Regelmässig werden mikro­
biologische Tests und Partikelmessungen
durchgeführt, die Aufschluss über die
Reinheit des Raums geben. Die abge­
schlossene Zelle ist nur über eine Schleu­
se zugänglich. Speziell geschulte Mitar­
beitende arbeiten hier in besonderer
Schutzkleidung an der Weiterverarbei­
tung von Primärverpackungen für die
Lebensmittel- und Pharmaindustrie.
Nachhaltigkeitsbericht 2014 | PetroplastVinora
11
Ökologie
Ökobilanz für Abfallsäcke
Es gibt ihn in jedem Schweizer Haushalt. Er ist von bester Qualität, erfüllt offizielle Normen und besitzt
wichtige Sammel- und Entsorgungsfunktionen: der Schweizer Kehrichtsack. Gerade bei diesem kurzlebigen
Alltagsprodukt spielt der Umweltaspekt eine zentrale Rolle. Doch welche Faktoren sind für den ökologischen Fussabdruck eines Abfallsacks
tatsächlich entscheidend? PetroplastVinora wollte es genau wissen
und beauftragte ein unabhängiges
Umweltberatungsunternehmen mit
der Erstellung einer ISO-konformen
Studie.
Seit einiger Zeit gibt es in der Schweiz
eine lebhafte Diskussion über den ökolo­
gisch sinnvollsten Umgang mit Kunst­
stoffabfällen, speziell auch im Hinblick
auf deren Wiederverwertung in Keh­
richtsäcken. Aussagen zu Recycling, Res­
sourcenschonung und CO2-Reduktion
machen die Runde; Öko-Label wie der
aus Deutschland stammende «Blaue En­
gel» werben für den verstärkten Einsatz
von wiederaufbereiteten Kunststoffab­
fällen, sogenanntem Post-Consumer-­
Material (PCM). Doch lässt sich die Glei­
chung «viel Recyclingmaterial gleich
hohe Umweltfreundlichkeit» in Bezug
auf normkonforme Kehrichtsäcke so
einfach aufstellen? Wirkt sich ein hoher
PCM-Anteil tatsächlich positiv auf die
Umwelt aus?
Analyse verschiedener
Materialzusammensetzungen
Als führende Herstellerin von Kunststoff­
folien und -verpackungen wollte es
PetroplastVinora genau wissen und be­
auftragte ein unabhängiges Umweltbe­
12
ratungsunternehmen mit der Erstellung
einer ISO-konformen Studie (ISO
14044:2006). Im Rahmen dieser «Öko­
bilanz für Abfallsäcke» wurden 35-Li­
ter-Zugbandkehrichtsäcke verschiedener
Materialzusammensetzungen analysiert.
Neben Mischungen mit 70, 80 und 100
Prozent PCM-Anteil wurden auch Vari­
anten mit 60 Prozent Industrieabfällen
und 100 Prozent Neuware untersucht.
Der Fokus der Studie lag auf der Evaluie­
rung der umweltverträglichsten Herstel­
lungsvariante bei gleichzeitiger Einhal­
tung der hohen Qualitätsanforderungen,
die offizielle Kehrichtsäcke in der
Schweiz zu erfüllen haben (OKS-Nor­
men).
Verstärkte Einsatz von
PCM bringt keine Vorteile
Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig.
Auch wenn es auf den ersten Blick gut
klingen mag, einen hohen Anteil von
recycelten Kunststoffabfällen in Keh­
richtsäcken zu fordern, die genaue Ana­
lyse zeigt, dass der verstärkte Einsatz von
PCM allein keine Umweltvorteile bringt.
Mehr noch: Die aus reinem Polyethylen
hergestellten oder mit Industrieabfall
versetzten Kehrichtsäcke haben klar we­
niger negative Umweltauswirkungen zu
verzeichnen als die mehrheitlich aus
PCM hergestellten Säcke. Dies vor allem,
weil diese Kehrichtsäcke deutlich dick­
wandiger produziert werden müssen,
um die OKS-Normen zu erfüllen. Hinzu
kommt, dass durch die Samm­
lung und Aufbereitung von PCM
zusätzlich natürliche Res­
sourcen wie Energie und
Wasser verbraucht sowie
Schadstoffe und CO2
freigesetzt werden.
PetroplastVinora | Nachhaltigkeitsbericht 2014
Minimierung des
Materialeinsatzes anstreben
Fazit: Wer im Bereich Kehrichtsäcke ei­
nen wirkungsvollen Beitrag in puncto
Nachhaltigkeit leisten will, der sollte in
erster Linie auf einen sorgsamen Um­
gang mit Ressourcen achten. Ökologisch
machen deshalb vor allem zweierlei Din­
ge Sinn: Erstens die Minimierung des
Materialeinsatzes, zweitens die gezielte
Verwendung von sortenreinen Industrie­
abfällen, da dieses Recyclingmaterial re­
lativ umweltschonend für die Herstel­
lung neuer Säcke nutzbar gemacht
werden kann. Hingegen ist es aus Um­
weltsicht mehr als ungünstig, für ein
End-of-Life-Produkt, das unweigerlich
der Verbrennung zugeführt wird, grosse
Mengen aufwändig aufbereitetes Recy­
clingmaterial einzusetzen.
ISO-konforme Studie
Um den ökologischen Fussabdruck verschie­
dener Kehrichtsäcke zu ermitteln, beauftrag­
te PetroplastVinora das Umweltberatungs­
unternehmen Quantis mit der Erstellung
einer «Ökobilanz für Abfallsäcke». Die Stu­
die wurde gemäss ISO 14044:2006 verfasst
und einer kritischen Prüfung durch die Firma
Carbotech unterzogen. Weitere Informatio­
nen gibt es auf www.petroplastvinora.ch/
unternehmen/themen-im-fokus.
Ökologie
Engagement gegen Littering
Littering, das achtlose Wegwerfen und Liegenlassen von Abfällen im öffentlichen Raum, beschäftigt längst nicht mehr nur Umweltverbände und Politiker. Auch Schweizer Unternehmen engagieren sich zunehmend gegen die
«Vermüllung» von Strassen, Plätzen, Wiesen und Wäldern. Bei PetroplastVinora stand das Thema Littering 2014 gleich zweimal auf der Agenda: einmal im Rahmen der Basler Aktion «Ein Drecksack macht sauber» und einmal
durch die Unterstützung des nationalen Clean-Up-Days.
Für PetroplastVinora besitzt das Thema
Littering eine besondere Relevanz. «Ge­
rade achtlos weggeworfene Kunststoff­
verpackungen tragen zur Verschmut­
zung unserer Umwelt bei. Deshalb ist
uns die Sensibilisierung der Bevölkerung
ein grosses Anliegen», so bringt Roland
Müller, Leiter Abfallwirtschaft & Recy­
cling bei PetroplastVinora, die Motivati­
on des Unternehmens für das Engage­
ment gegen Littering auf den Punkt. Im
Berichtsjahr fanden gleich zwei grossar­
tige Aktionen gegen das gesellschaftli­
che bedingte Umweltproblem statt.
«Ein Drecksack macht sauber»
In der Stadt Basel beteiligten sich im
Frühjahr 2014 rund vierzig Geschäfte,
Restaurants und Kiosks an einer Litte­
ring-Kampagne der besonderen Art.
Acht Wochen lang wurden Kunden für
die Entsorgung von Take-away-Verpa­
ckungen mit speziellen grün-pinken
Plastiksäcken ausgestattet, die an rund
dreissig dafür vorgesehenen Containern
entsorgt werden konnten. Der Clou der
sogenannten «Drecksack»-Aktion stellte
ein Gewinnspiel dar. So ermöglichte ein
auf dem Sack vermerkter individueller
Code den Gewinn von Tausenden
attraktiven Preisen. Initiiert wurde die
originelle Aktion von den Basler-Litte­
ring-Gesprächen, einer Arbeitsgemein­
schaft aus Behörden- und Wirtschafts­
vertretern. Hergestellt wurden die rund
900 000 PE-Säcke mit dem signifikanten
Layout von PetroplastVinora. Ausschlag­
gebend für die Wahl des Produzenten
war, dass es sich um einen professionel­
len Schweizer Hersteller handelt, der ne­
ben der allgemeinen Herstellungskom­
petenz auch über die Fähigkeit zur
Einzelnummerierung der Säcke verfügt.
Die Schweiz räumt auf –
PetroplastVinora macht mit
Am 12. und 13. September 2014 war es
soweit: Am nationalen Clean-up-Day
befreiten Motivierte aus über 300 Ge­
meinden, Schulen, Firmen und Vereinen
in ihrer Region Strassen, Plätze, Wiesen
und Wälder von herumliegendem Ab­
fall. Unterstützt wurde die schweizweit
durchgeführte Aktion gegen Littering
auch von PetroplastVinora. Das Unter­
nehmen sponserte den nationalen Cle­
an-Up-Day mit zehntausend Sammelsä­
cken, die eigens für die Aufräumaktion
hergestellt wurden. Für Nora Steimer,
Geschäftsleiterin der projektführenden
IG saubere Umwelt (IGSU), stellt die kos­
tenlose Bereitstellung von Sammelsä­
cken ein wertvolles Zusatzangebot dar:
«Wir freuen uns sehr, dass Petroplast­
Vinora den nationalen Clean-Up-Day ak­
tiv unterstützt und mit einem sinnvollen
Sponsoring ein starkes Zeichen gegen
Littering und für eine saubere Schweiz
setzt.» Die transparenten 110-Liter-Sä­
cke, die aus rund 70 Prozent recycelten
Industrieabfällen bestehen, konnten im
Vorfeld von allen Freiwilligen im Internet
bestellt werden.
Clean-Up-Day 2015
Ärgern Sie sich auch über achtlos wegge­
worfenen Abfall und wollen Sie etwas gegen
Littering unternehmen? Am 11. und 12.
September 2015 haben Sie die Gelegenheit
dazu – dann findet der nächste Clean-UpDay statt. Die Organisatorin des nationalen
Clean-Up-Days ist die Non-Profit-Organisa­
tion IGSU (Interessengemeinschaft für eine
saubere Umwelt). Unterstützt werden die
beiden Tage vom Bundesamt für Umwelt
BAFU, der Organisation Kommunale Infra­
struktur OKI und von Pusch (Stiftung Prakti­
scher Umweltschutz Schweiz). Petroplast­
Vinora stellt auch 2015 wieder kostenlose
Sammelsäcke zur Verfügung. Weitere Infor­
mationen gibt es auf www.clean-up-day.ch.
Nachhaltigkeitsbericht 2014 | PetroplastVinora
13
Ökologie
Umweltrelevante Aspekte
PE
2014 lag die Produktionskapazität von
PetroplastVinora bei rund 30 000 Tonnen. Während die Kennzahl für Granulate leicht sank, stiegen die Werte bei selber gefertigtem und zugekauftem Rezyklat an. Diese Entwicklung unterstreicht
die Umweltpolitik des Unternehmens,
das sich für eine konsequente Wiederverwertung von Kunststoffabfällen, d. h.
für geschlossene Kreisläufe ausspricht.
Dies spiegelt sich auch in den Abfallstatistiken des Unternehmens wider, in
denen deutlich höhere Kennzahlen bei
den wiederverwertbaren Werkstoffen zu
verzeichnen sind. Zum einen ist diese
Entwicklung auf ein ganzheitliches
Abfallkonzept zurückzuführen, das
2014 an beiden Standorten eingeführt
wurde. Zum anderen sorgte eine konsequente Bereinigung der Lager dafür,
dass sehr viele wiederverwertbare Werkstoffe in den Kreislauf zurückgebracht
werden konnten. Zu erwähnen ist darüber hinaus der Anstieg des Wasserverbrauchs, der in direktem Zusammenhang mit der Schaffung des Kompetenzzentrums Blasfolienextrusion und der
Verlagerung der Regenerierungsanlagen
nach Jona steht. So benötigten die Anlagen während und nach der Installation
deutlich mehr Kühlwasser. Mit dem
Abschluss des Kompetenzbildungsvorhabens wird sich auch der Wasserverbrauch wieder normalisieren.
Veränderte Verbrauchsstruktur
der Standorte
Zentrales Thema im Berichtszeitraum
war die Schaffung des Kompetenzzentrums Blasfolienextrusion in Jona. So veränderten der Umzug und die Verlagerung diverser Anlagen wie erwartet auch
die Verbrauchsstruktur der Standorte.
Während der Elektrizitätsverbrauch in
Andwil um 27 Prozent auf 8523 MWh
sank, stieg der Verbrauch in Jona in derselben Periode um 26 Prozent auf
20 422 MWh. Diese zahlenmässige Ver14
ist sehr gut recyclierbar und bietet auch
in Form von Rezyklaten
hochwertige
Eigenschaften
Jährlich
fliessen rund
5000 t
Rezyklate in unsere
Produktion
zurück
Wir bieten
eine breite Palette
an Produkten mit
hohem Rezyklat-Anteil
Die Wiederverwertung von Kunststoffabfällen ist ein Baustein
unserer Umweltpolitik
Mit inhouse
recyceltem Material
decken wir rund
15 %
unseres jährlichen
Rohstoffbedarfs
schiebung kann direkt auf die Konzentration der Extrusionsmaschinen in Jona
zurückgeführt werden. Insgesamt ist der
Elektrizitätsverbrauch 2014 mit 33 291
MWh leicht höher als im vorherigen Jahr,
dies nicht zuletzt durch umzugsbedingte
Unregelmässigkeiten in der Produktion.
Auch der Einsatz der Wärme-Energie
stieg leicht an. Dafür ist in erster Linie
der Standort Andwil verantwortlich, wo
vor allem der Stützenergieverbrauch für
die katalytische Nachverbrennung zugenommen hatte. Hauptsächlich aufgrund
des Umzugs diverser Blasfolienextrusionsanlagen mit Inline-Druckwerken
nach Jona, der einen geringeren Lösemitteleinsatz in Andwil bedeutete.
Weiter auf Zielkurs bei der
Reduktion des CO2-Ausstosses
PetroplastVinora geht seit vielen Jahren
verbindliche Zielvereinbarungen mit
dem Bund ein, um die Verwendung von
klimaschädlichen Stoffen kontinuierlich
zu reduzieren. Diese Ziele konnten in der
Vergangenheit regelmässig übertroffen
werden. In enger Zusammenarbeit mit
der Energieagentur der Wirtschaft
(EnAW) beschreitet das Unternehmen
diesen Weg auch weiterhin und will bis
2020 die Treibhausgas-Emissionen
gesamthaft um 15 Prozent senken.
Auch 2014 ist PetroplastVinora bei der
CO2-Entwicklung weiter auf Zielkurs,
PetroplastVinora | Nachhaltigkeitsbericht 2014
auch wenn bei der Energie-Effizienz ein
minimaler Rückstand zu verzeichnen ist.
Spätestens 2016 sollte dieser Rückstand
wieder aufgeholt werden; dann werden
die 2014 eingeleiteten Massnahmen
wirksam. Konkret wurden im Berichtsjahr 955 Tonnen CO2 ausgestossen.
Verminderung von flüchtigen
organischen Verbindungen (VOC)
PetroplastVinora setzt sich für einen
umweltbewussten und verantwortungsvollen Umgang mit lösemittelhaltigen
Druckfarben ein und will die im Rahmen
des Druckprozess entstehenden flüchtigen organischen Verbindungen (VOC:
Volatile Organic Compounds) gezielt
vermindern. Die Konzentration der Blasfolienextrusion mit Inline-Druckwerken
in Jona führte 2014 zu einem Temperaturanstieg in der Produktion. Da dadurch
mehr Lösemittel verdunstete, lag der
VOC-Ausstoss im Berichtjahr etwas
höher als im vergangenen Jahr. Um die
VOC-Werte in Zukunft systematisch zu
senken, wird am Standort Jona die
Errichtung einer regenerativen Nachverbrennung (RNV) geplant. Konkret soll
die RNV-Anlage 2016 in Betrieb genommen werden. Durch diese weitreichende
Massnahme kann der VOC-Ausstoss
künftig auf ein Minimum reduziert und
der Energiekreislauf am Standort optimiert werden.
Ökologie
Kennzahlen
2013
2014
26 712
25 417
102
114
4 069
5 147
527
1 350
31 410
32 028
Farben
299
313
Lösemittel
351
473
Klebstoffe
4
4
654
790
Rohstoffe [t]
Granulate
Zugekaufte Folien (OPP1, CPP2)
Rezyklat Eigenfertigung
Zugekauftes Rezyklat
Total Rohstoffeinsatz
Hilfsstoffe [t]
Total Hilfsstoffeinsatz
Wasser [m ]
3
Total Wassereinsatz
74 494
79 034
27 896
28 945
4 258
4 346
32 154
33 291
Elektrizität [MWh]
Elektrizität Bezug von EVU3
Elektrizität Bezug von BHKW
4
Total Verbrauch
Logistik mit Weitsicht
Bei der Wahl ihrer Logistik-Partner legt
PetroplastVinora grossen Wert auf die
Aspekte Klimaschutz und CO2-Verbrauch.
So arbeitet das Unternehmen seit Jahren
unter anderem erfolgreich mit Camion
Transport zusammen, dessen duales Transportsystem von Schiene und Strasse signifikante CO2-Einsparungen ermöglicht. Konkret konnte PetroplastVinora 2014 durch
den Einsatz von Bahn-Shuttles 45 746 kg
CO2 einsparen und damit den Transport bedingten Ausstoss um 20 Prozent reduzieren.
Unter dem eingetragenen Label «Eco
Balance by camiontransport.ch» analysiert
und dokumentiert Camion Transport
genauestens die Anzahl Lieferungen, das
frachtpflichtige Gewicht, den effektiven
CO2-Verbrauch sowie die erzielten Einsparungen durch das duale System. Ein individueller CO2-Report gibt jährlich Auskunft
über den Beitrag, den PetroplastVinora auf
diese Weise für die Umwelt leistet.
Heizöl und Abwärme [MWh]
Heizöl
3 456
3 823
Genutzte Abwärme von BHKW4 und Katalysator
11 559
12 482
Pflanzenöl/Biodiesel für BHKW4
10 166
10 053
Total Verbrauch
25 181
26 358
Treibhausgase CO2
917
955
VOC-Ausstoss
191
240
Wiederverwertbare Werkstoffe
(Kunststoffe, Holz, Metall, Papier etc.)
133
703
sonstige Abfälle
174
100
Total nicht gefährliche Abfälle
307
803
Emissionen [t]
5
Nicht gefährliche Abfälle [t]
1
OPP: Orientend Polypropylen / gerecktes Polypropylen
2
CPP: Cast Polypropylen / ungerecktes Polypropylen
3
EVU: Energieversorgungsunternehmen
4
BHKW: Blockheizkraftwerk
5
VOC: Volatile Organic Compounds / flüchtige organische Verbindungen
Nachhaltigkeitsbericht 2014 | PetroplastVinora
15
Menschen
Soziale Verantwortung
in der Lieferkette wahrnehmen
Sichere und sozialverträgliche Arbeitsbedingungen sind in vielen Teilen
dieser Welt keine Selbstverständlichkeit. Umso wichtiger ist es, dass global
tätige Unternehmen auf die Einhaltung grundlegender Menschenrechte
bestehen. Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) ist eine Unternehmens-Initiative, die sich die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in
Entwicklungs- und Schwellenländern zum Ziel gesetzt hat. PetroplastVinora
ist seit Herbst 2014 Mitglied von BSCI und in der nationalen Kontaktgruppe
Schweiz vertreten.
Als Schweizer Produzentin fertigt Petro­
plastVinora rund 85 Prozent der Produk­
te im eigenen Land. Lieferanten aus Ent­
wicklungs- und Schwellenländern, die
das Unternehmen mit ausgewählten
Handelswaren beliefern, müssen nicht
nur alle gängigen Qualitäts-, Umweltund Hygienestandards erfüllen, sondern
auch sichere und sozialverträgliche
Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftig­
ten nachweisen. Um die Einhaltung von
sozialen Mindestanforderungen bei der
Herstellung von importierten Produkten
systematisch sicherzustellen, wurde
PetroplastVinora 2014 Mitglied in der
Business Social Compliance Initiative
(BSCI). Für das Unternehmen steht fest:
Die Richtlinien und Instrumente von
BSCI stellen eine gute Ergänzung zu den
unternehmenseignen Kontrollen sowie
den persönlichen Besuchen vor Ort dar.
Code of Conduct
als gemeinsame Basis
BSCI ist eine Wirtschaftsinitiative für
Unternehmen, die sich für die Verbesse­
rung der Arbeitsbedingungen in der glo­
balen Lieferkette einsetzen. Die Initiative
umfasst weltweit 1400 Firmen, bildet
ein Einkaufsvolumen von über 600 Mrd.
EUR ab und erreicht über 3 Mio. Mitar­
beitende in Zuliefererbetrieben. In der
Schweiz nehmen bisher rund 70 Unter­
nehmen teil; ein Grossteil von ihnen ist
auch in der nationalen Kontaktgruppe
vertreten. Grundlagen der BSCI-Arbeit
16
bilden ein allgemeingültiger Verhaltens­
kodex (Code of Conduct), ein einheitli­
ches Monitoring-System sowie Schulun­
gen und Sensibilisierungsprogramme.
Der Verhaltenskodex basiert auf den
wichtigsten internationalen Überein­
kommen zum Schutz der Rechte von
Arbeitern, insbesondere den Konventio­
nen der International Labour Organiza­
tion ILO.
Der Weg ist das Ziel
Das Besondere an BSCI ist der entwick­
lungsorientierte Charakter. So spielen
stetige Verbesserungen durch die Befä­
higung aller Akteure eine entscheidende
Rolle. Konkret verpflichten sich Mitglie­
der durch einen Beitritt, innerhalb von
dreieinhalb Jahren zwei Drittel ihrer Lie­
feranten in den BSCI-Prozess einzubin­
den, wobei ein Drittel zufriedenstellende
Resultate erlangen muss. Nach fünfein­
halb Jahren müssen zwei Drittel gute
Ergebnisse erzielen. Erreicht werden soll
die Durchsetzung der Sozialstandards
zum einen durch externe Audits von
anerkannten Prüfgesellschaften, zum
anderen durch gezielte Schulung, Auf­
klärung und Sensibilisierung in den
Produktionsstätten vor Ort. Petroplast­
Vinora hat Ende 2014 mit der Imple­
mentierung des BSCI-Prozesses und dem
Monitoring ihrer Lieferanten begonnen,
mit dem Ziel, möglichst alle Lieferanten
für eine verantwortungsvolle Beschaf­
fung zu gewinnen.
PetroplastVinora | Nachhaltigkeitsbericht 2014
Geschichte der BSCI
Die Business Social Compliance Initiative
(BSCI) wurde 2003 unter der Schirmherr­
schaft der Foreign Trade Association (FTA)
von europäischen Textilhändlern gegründet,
darunter befanden sich auch zwei Schweizer
Firmen. Heute sind unter den 1400 BSCI-Teil­
nehmern verschiedenste Unternehmen aus
den Bereichen Detailhandel, Schuhhandel,
Sportbekleidung, Wäsche, Dienstleistungen,
Werbeartikel, IT-Produkte, Food und Verpa­
ckung vertreten. Weitere Informationen gibt
es auf www.bsci-ch.org.
Menschen
Fachkräfte für die Industrie begeistern
Zu den zentralen Herausforderungen der Kunststoffverpackungsbranche gehört die Sicherung des
Fachkräfteangebots. Bereits heute
werben immer mehr Unternehmen
um immer weniger Fach- und Führungspersonen. Gerade in hochspezialisierten Bereichen wie der Blasfolienextrusion oder dem Flexodruck
wird es zunehmend schwieriger,
qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen oder junge Menschen für
eine Ausbildung zu begeistern. Auch
PetroplastVinora beschäftigte sich
2014 intensiv mit dieser Thematik.
Der demografische Wandel macht auch
vor der kunststoffverarbeitenden Indust­
rie nicht Halt. Im Gegenteil: Engpässe
bei der Rekrutierung von Fach- und Füh­
rungskräften zeichnen sich heute auf
fast allen Stufen der Wertschöpfungs­
kette ab. Auch und gerade in der
Schweiz sind sich Unternehmen, Bran­
chenorganisationen und Bildungsein­
richtungen dieser Herausforderung be­
wusst und setzen sich dafür ein,
geeignete Fachpersonen für die Indust­
rie zu begeistern und potentielle Auszu­
bildende von der Attraktivität und den
Möglichkeiten der Branche zu überzeu­
gen. Denn nur, wer es schafft, langfristig
qualifizierte Mitarbeitende an sich zu
binden, wird in Zukunft auch wettbe­
werbsfähig sein können.
Abnehmendes Interesse an
spezialisierten Berufszweigen
Für PetroplastVinora stellte die Suche
nach geeigneten Auszubildenden 2014
keine leichte Aufgabe dar. So konnten
von den über zwanzig angebotenen
Ausbildungsplätzen gerade einmal vier­
zehn Stellen besetzt werden. Während
die allgemeineren Berufsbilder wie Poly­
Fachkräfteangebot frühzeitig sichern:
Jugendliche im Schülerlabor der Hochschule für Technik Rapperswil.
mechaniker, Informatiker oder Kaufleute
in der Regel auf eine grössere Resonanz
stossen, ist in den hochspezialisierten
Bereichen wie der Kunststofftechnologie
oder dem Flexodruck seit Jahren ein ab­
nehmendes Interesse zu verzeichnen.
Um diesem negativen Trend zu begeg­
nen, entschied sich PetroplastVinora
2014 für eine Präsenz auf «Yousty», ei­
ner Facebook-artigen Internetplattform,
die Jugendliche bei der Lehrstellensuche
unterstützt und mit Unternehmen ver­
netzt. Diese Art der Kommunikation
wird PetroplastVinora in den kommen­
den Jahren noch ausbauen.
Schüler für die KunststoffIndustrie gewinnen
Doch die sozialen Medien sind nur ein
Weg, um junge Erwachsene für be­
stimmte Berufe zu begeistern. Viel
erreicht werden kann diesbezüglich
immer noch im Rahmen der schulischen
Orientierungsphasen. Vor diesem Hin­
tergrund unterstützte PetroplastVinora
im Februar 2014 das Schülerlabor der
Hochschule für Technik Rapperswil, das
Schülerinnen und Schüler regelmässig
über die vielfältigen Berufsfelder in der
Kunststoffbranche informiert. Konkret
ermöglichte PetroplastVinora rund
zwanzig Jugendlichen einen spannen­
den Tag an der HSR, wo sie einen Ein­
blick in den Alltag eines Kunststoffunter­
nehmens gewinnen konnten. Am
Beispiel eines Kunststoffprodukts simu­
lierten sie die Prozesse eines Industriebe­
triebs, eigneten sich Fachwissen an, tra­
fen Business-Entscheidungen und
arbeiteten interdisziplinär zusammen.
Ziel war es, das Interesse für den vielsei­
tigen Werkstoff Kunststoff zu wecken
und auf technische Berufe neugierig zu
machen.
www.yousty.ch
www.hsrlab.ch
Nachhaltigkeitsbericht 2014 | PetroplastVinora
17
Menschen
Personalrelevante Aspekte
Der Personalbestand von PetroplastVin­
ora hat sich von 2013 auf 2014 leicht
erhöht; die Fluktuationsrate fiel im Ver­
gleich zum Vorjahr etwas niedriger aus.
Personelle Veränderungen standen vor
allem auf der Führungsebene im oberen
Management an. So erhielt das Unter­
nehmen im Juni 2014 mit Hans-Peter
Diener einen neuen CEO und mit Daniel
Maissen einen neuen CFO. Ende des
Jahres übernahm dann Clemens Gäm­
perle als Leiter Operations die Verant­
wortung für die Produktionsstandorte in
Andwil und Jona. Die Rekrutierung von
geeigneten Fachkräften und die Suche
nach interessiertem Nachwuchs stellten
auch 2014 eine grosse Herausforderung
dar. So konnten einmal mehr nicht alle
Ausbildungsplätze besetzt werden; die
Anzahl Lernende sank auf vierzehn jun­
ge Erwachsene. Positiv hervorzuheben
ist der Aspekt der Diversität, sprich der
kulturellen Vielfalt. So arbeiten bei
PetroplastVinora seit Jahrzehnten Mitar­
beitende aus rund zwei Dutzend Natio­
nen zusammen.
Langjährige Mitarbeitende
als Basis für den Erfolg
Langjährige Mitarbeitende sind die Basis
für jedes erfolgreich operierende Unter­
nehmen. Gerade in stetig sich verän­
dernden Zeiten geniessen Erfahrung,
Wissen und Loyalität einen immer höhe­
ren Stellenwert. Egal, ob in der Extrusi­
on, der Druckerei, der Konfektion oder
der Administration, zahlreiche Mitarbei­
tende halten PetroplastVinora bereits
seit Jahrzehnten die Treue. Allein 2014
konnte das Unternehmen 35 Jubilare
ehren, die 15, 20, 25, 30 oder sogar 35
Jahre im Unternehmen tätig sind. Alle
diese langjährigen Mitarbeitenden
konnten sich über ein Präsent sowie
über eine Jubiläumszulage freuen, die
den Dienstjahren entsprechend ausbe­
zahlt wurde. Gefeiert wurde darüber
18
hinaus bei einem gemeinsamen Jubilä­
ums-Essen, das Anfang 2015 stattfand.
Günther Graf, der heute als Leiter in der
Druckerei in Andwil beschäftigt ist,
arbeitet bereits seit 25 Jahren bei Petro­
plastVinora. Für ihn steht fest: «So lange
bei einem Unternehmen mit dabei zu
sein, eröffnet wertvolle persönliche
Chancen. Durch meine langjährige Fir­
menzugehörigkeit konnte ich Petro­
plastVinora von Grund auf kennenler­
nen und bis heute durch verschiedene
Phasen begleiten. Das hilft mir in meiner
aktuellen Führungsposition sehr.»
Arbeitssicherheit
und Gesundheitsschutz
Arbeitssicherheit und Gesundheits­
schutz stehen bei PetroplastVinora ganz
oben auf der Agenda. Regelmässige
Schulungen und Audits geniessen einen
ebenso hohen Stellenwert wie Kampag­
nen zur Unfallverhütung, die das Unter­
nehmen in Zusammenarbeit mit der
Beratungsstelle für Unfallverhütung
(bfu) lanciert. 2014 wurden an den
Standorten Andwil und Jona unter
anderem Evakuations-Übungen, Sensibi­
lisierungs-Workshops zum Umgang mit
Arbeitswerkzeugen sowie Gefahren-Prä­
ventions-Schulungen durchgeführt.
PetroplastVinora | Nachhaltigkeitsbericht 2014
Erfreulich ist, dass diese Aktivitäten auf
Resonanz stiessen und die Zahl der
Betriebsunfälle verkleinert werden konn­
te. Mussten 2013 noch 25 Unfälle ver­
meldet werden, die einen Arbeitsausfall
von mehr als drei Tagen nach sich zogen,
waren es 2014 bereits etwas weniger.
Auch die Bagatellunfälle konnten von 20
(2013) auf 17 (2014) reduziert werden.
Im Rahmen eines aktiven Gesundheits­
schutzes führte PetroplastVinora im
Berichtsjahr wieder MAK-Wert-Analysen
zur Bestimmung der Luftwerte durch
und bot den Mitarbeitenden Früchte
oder Grippeschutzimpfungen an.
www.bfu.ch
Menschen
Kennzahlen
2013
2014
Männer
247
261
Frauen
74
79
Auszubildende
18
14
339
354
261
257
78
97
Vollzeit
304
324
Teilzeit
35
30
Männer
39
33
Frauen
3
6
Schweiz
184
208
Serbien
38
35
Deutschland
21
17
Türkei
14
24
Bosnien
14
11
Mazedonien
10
6
Sri Lanka
11
11
Albanien
13
11
Kroatien
10
6
9
8
Personalbestand (per 31.12.)
Total
Unternehmensbereich
Produktion
Administration
Anstellungsverhältnis
Kadermitarbeitende
Nationen
Montenegro
Italien
5
7
Andere
10
10
> 50 Jahre
106
111
30 – 50 Jahre
163
178
70
65
18,60%
16,60%
504
553
3,10%
3,32%
Anzahl Betriebsunfälle > 3 Tage Arbeitsausfall
25
23
Anzahl Betriebsunfälle < 3 Tage Arbeitsausfall
20
17
Altersstruktur
< 30 Jahre
Fluktuationsrate
(Schlüter-Formel/
neue Berechnungsgrundlage ab 2014)
Interne Aus- und Weiterbildung
Anzahl durchgeführte Schulungen
Gesundheit und Arbeitssicherheit
Fehlzeitenrate (inkl. Langzeitkranke)
Nachhaltigkeitsbericht 2014 | PetroplastVinora
19
PetroplastVinora AG
Feldrietstrasse 8
Postfach
9204 Andwil
Schweiz
T +41 (0)848 811 001
F +41 (0)848 811 002
[email protected]
www.petroplastvinora.ch